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Steckrübe, roh (bio?)

Die Steckrübe hat roh einen angenehm süsslichen Geschmack. Sie eignet sich gut als Kohlenhydratlieferant. Bio-Qualität?
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Omega-6-Fettsäuren wie Linolsäure (LA)
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Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure (ALA)
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Verhältnis Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren soll insgesamt 5:1 nicht überschreiten. Link zu Erklärungstext.

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Die Steckrübe (Brassica napus subsp. rapifera) kann man roh - am besten in Bio-Qualität - im Salat oder gekocht als Eintopf, Auflauf, Püree oder Suppe verspeisen.

Verwendung der Steckrübe in der Küche:

Die Steckrübe (Brassica napus subsp. rapifera) ist eine Rüben-ausbildende Unterart der Art Raps (Brassica napus), die sehr wahrscheinlich aus einer Kreuzung zwischen Gemüsekohl (Brassica oleracea) und Rübse (Brassica rapa) entstanden ist.1 Sowohl Wurzel als auch Blätter der Steckrübe sind verzehrbar. Das weisse bis gelbliche Fruchtfleisch der Rübe weist roh einen herben, erdigen und teils leicht bitteren, gekocht einen angenehm süsslichen und zum Teil an Pastinaken oder Kohlrabi erinnernden Geschmack auf. Steckrüben nehmen beim Kochen leicht den Geschmack der anderen Zutaten an - so können sie schnell einmal nach den häufigen Kochpartnern wie z.B. Knollensellerie, Kohlrabi, Karotten oder Äpfel schmecken.

Kann man die Steckrübe roh essen? Man kann Steckrüben roh essen, aber auch zum Kochen, Braten oder Backen verwenden. Zuvor sind sie in den meisten Fällen mit einem Sparschäler zu schälen, bevor man sie raspelt oder in Scheiben, Würfel oder Stifte schneidet. Roh finden sie vor allem geraspelt oder dünn geschnitten in Salaten Verwendung. Zusammen mit Äpfeln oder Orangen sehr empfehlenswert. Doch auch mit Rosinen, Ananas oder Mango an einem süssen Dressing schmeckt ein Rohkost-Steckrübensalat wunderbar.

Öfters verspeist man die Steckrübe jedoch gegart. Die simpelsten Zubereitungsformen sind das kurze Garen in Salzwasser und das Anbraten von in Scheiben geschnittenen Steckrüben - beide Ergebnisse machen sich gut als Gemüsebeilage. Besonders beliebt sind Zubereitungen zu Eintöpfen (z.B. mit Kartoffeln oder Linsen), Aufläufen (z.B. mit Äpfeln, Zucchini und Walnusskernen) und Suppen (z.B. mit Pastinaken oder Grünkohl, oder aber auch mit Äpfeln und Erdnussbutter). Probieren Sie auch den fruchtig-deftigen Steckrüben-Eintopf mit weissen Bohnen. In Skandinavien und den Niederlanden sind zudem Pürees (z.B. gemischt mit Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln) populär. Steckrüben lassen sich auch sonst ähnlich wie Kartoffeln zubereiten. Sie lassen sich zu Pommes frittieren, zu Rösti verarbeiten - gerne auch mit Süsskartoffeln zusammen - oder zu einem "falschen" Kartoffelsalat zubereiten. Auch in Currys oder auf Quiches schmecken die Rüben hervorragend. Gefüllte im Ofen gegarte Steckrüben oder vegane, panierte Steckrüben-Schnitzel sind weitere empfehlenswerte Zubereitungsideen. Aus Steckrüben lässt sich ausserdem Marmelade oder Mus - gemischt mit Äpfeln oder Birnen - herstellen.

Salz, Pfeffer und Muskat bringen den Geschmack der Steckrübe besonders gut zur Geltung. Die Zubereitung mit exotischen Gewürzen wie Curry, Kurkuma, Kümmel oder Piment sind ebenfalls empfehlenswert, genau so wie mit Sesam, Apfelsaft und Kräutern wie Koriander, Petersilie, Schnittlauch, Rosmarin oder Thymian.

Rezept für veganen Steckrüben-Karotten-Salat:

Zutaten (für 4 Personen): 500 g Steckrüben roh (bio), 400 g Karotten, 1 Apfel, 50 ml Apfelsaft (naturtrüb), Saft von einer Zitrone, 1 EL Rapsöl, 1 TL Agavensirup, etwas Salz und Pfeffer.

Zubereitung: Steckrüben und Karotten schälen. Apfel schälen und entkernen. Steckrüben, Karotten und Apfel mit einer Küchenmaschine oder Küchenreibe grob raspeln und in eine Schüssel geben. Apfelsaft, die Hälfte des Zitronensafts, Öl und Agavensirup hinzugeben und gut vermischen. Nach Bedarf mehr Zitronensaft zum veganen Steckrüben-Karotten-Salat geben und mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken.

Vegane Rezepte mit Steckrübe (roh) finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben" (ganz unten oder nebenan).

Einkauf - wo kaufen?

Steckrüben (roh) sind im Handel nicht oft erhältlich. Nur wenige Supermärkte (z.B. Rewe, Edeka) bieten Steckrüben an. Die meisten Supermärkte (z.B. Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Hofer) und auch Bio-Supermärkte (z.B. Alnatura, Denn's Biomarkt) haben diese nur gelegentlich bis gar nie im Angebot. Am ehesten findet man sie während der Saison, die in der D-A-CH-Region von Oktober bis ins Frühjahr reicht, auf Wochenmärkten oder Hofläden. Achten Sie beim Kauf auf Steckrüben mit glatter, praller Schale ohne Beschädigungen. Zudem sind kleinere Exemplare zu bevorzugen, da diese zarter und frischer schmecken.

Wer keine Steckrüben findet, kann alternativ und je nach Rezept zu Speiserüben, Kohlrabi, Knollensellerie, Pastinaken oder Karotten greifen.

Lagerung:

Steckrüben bleiben ungewaschen im Gemüsefach des Kühlschranks zwei bis drei Wochen frisch. Wer die Haltbarkeit verlängern möchte, kann sie entweder in einem trockenen, dunklen und kühlen Kellerabteil ohne Blätter bis zu ca. sechs Monate lagern oder kurz blanchiert ca. acht bis zehn Monate im Tiefkühler aufbewahren. Frisch schmeckt das Gemüse natürlich immer noch am besten.

Steckrübe: Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien:

Der Energiegehalt der Steckrübe (roh) beträgt lediglich 37 kcal pro 100 g. Fett ist mit 0,16 g/100g nicht viel enthalten. Wie viele Kohlenhydrate stecken in der Steckrübe? Proteine sind zu 1,1 g und Kohlenhydrate zu 8,6 g pro 100 g vorhanden.2

In 100 g rohen Steckrüben stecken 25 mg Vitamin C (Ascorbinsäure) - das macht 31 % des Tagesbedarfs aus. Meerrettich (25 mg/100g) und Speiserübe (21 mg/100g) weisen vergleichbare Gehalte auf. Die gelbe Gemüsepaprika enthält mit 184 mg/100g deutlich mehr Vitamin C.2

Die rohe Steckrübe enthält zudem 305 mg Kalium pro 100 g (15 % des Tagesbedarfs). Ähnlich viel ist in Knollensellerie (300 mg/100g) und Blumenkohl (299 mg/100g) enthalten. Hülsenfrüchte haben besonders viel Kalium, wie z.B. weisse Bohnen (1'795 mg/100g) und Sojabohnen (1'797 mg/100g) - durch den Kochvorgang reduziert sich der Gehalt jedoch.2

Der Gehalt an Folat (Folsäure) in der Steckrübe beträgt 21 µg pro 100 g (11 % des Tagesbedarfs). Diesen kann man mit demjenigen der Chinesischen Yamswurzel (23 µg/100g) und der Karotte (19 µg/100g) vergleichen. Auch hier übertreffen einige Hülsenfrüchte den Folat-Gehalt der Steckrübe, wie z.B. rohe Kichererbsen mit 557 µg/100g und Edamame (303 µg/100g).2

Die gesamten Inhaltsstoffe von Steckrübe (roh), die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen im CLICK FOR unter dem Zutatenbild.

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Die Steckrübe ist eine Quelle von Polyphenolen und Glucosinolaten. Glucosinolate sind schwefelhaltige Phytochemikalien, die in Kreuzblütlern (Brassicaceae) vorkommen, und sich zu bioaktiven Isothiocyanate umwandeln. Diese besitzen chemopräventive Eigenschaften gegen verschiedene Tumorarten wie Bauchspeicheldrüsen-, Leber- und Dickdarmtumore, allerdings ist in der Literatur auch eine toxische Wirkung bei zu hoher Dosierung dokumentiert.3 Steckrüben (Wurzeln und Sprossen) weisen demnach eine antioxidative Aktivität auf und wirken antiproliferativ und proapoptotisch auf Tumorzellen.4

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Ein übermässiger Verzehr von Steckrüben kann zu Beschwerden wie Bauchschmerzen und Blähungen führen. Ansonsten sind keine schwerwiegenden Nebenwirkungen bekannt.

Vorkommen - Herkunft:

Man vermutet, dass die Steckrübe aus einer Kreuzung zwischen Rübe (Brassica rapa) und Gemüsekohl (Brassica oleracea) hervorgegangen ist - wahrscheinlich im Böhmen des 17. Jahrhunderts.5 Die preiswerte Steckrübe baut man in gemässigten bis kalten Regionen wie in Nordeuropa (z.B. Skandinavien, Grossbritannien, Deutschland) und Nordamerika (USA, Kanada) an.3,4,5

Anbau im Garten oder als Topfpflanze:

Steckrüben bevorzugen humushaltigen und lehmigen Boden, der feucht und tiefgründig ist, an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Ab Ende Mai bis Ende Juli kann man Steckrübensamen direkt ins Beet aussäen: Saatrillen von ca. 0,5-1 cm Tiefe - und einem Abstand zueinander von 40 cm - anlegen und die Samen mit einem Abstand von ca. 40-50 cm ablegen. Man kann die Samen auch dichter säen, muss sie dann aber im Zweikeimblattstadium vereinzeln. Nach 7-10 Tagen bei einer Temperatur von 15-18 °C keimen die Samen. Die Steckrüben sollte man dann regelmässig giessen, da sie es feucht mögen. Wenn man den Boden beim Anpflanzen mit Kompost oder organischem Langzeitdünger angereichert hat, sind weitere Düngergaben nicht nötig.6

Die Ernte beginnt frühestens im September. Frühe Ernten ergibt zartere Exemplare, wohingegen spätere Ernten grössere und lagerfähigere Exemplare hervorbringt. Mässigen Frost und kurzzeitige Temperaturen bis zu -8 °C können die Steckrüben überstehen, doch bis spätestens Ende Jahr sollten Sie alle Rüben geerntet haben.6

Verwechslungsgefahr:

Steckrüben und Speiserüben gehören zwar zur selben Gattung (Brassica), sind jedoch zwei unterschiedliche Arten. Sie ähneln sich äusserlich, doch einige Unterschiede sind erkennbar. So haben Steckrüben dicke, glatte, bläuliche Blätter5, während die Speiserübe dünne, behaarte, hellgrüne Blätter aufweist. Das Fruchtfleisch der Steckrübe ist gelblich5 und das der Speiserübe weisslich. Zudem sind Steckrüben meist grösser, da man Speiserüben gewöhnlich etwas eher erntet. Geschmacklich ist die Steckrübe milder, aber auch süsser als die Speiserübe.

Allgemeine Informationen:

Die Steckrübe (Brassica napus subsp. rapifera) ist eine Unterart des Rapses (Brassica napus) und gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae)‎. Da die Rübe sowohl Sprossachse als auch Wurzel und Hypokotyl umfasst, handelt es sich botanisch gesehen um eine Sprossrübe.1 Deren Schalenfarbe reicht von weiss über gelb bis zu violett.5

Die Steckrübe litt lange unter einem schlechten Ruf, da sie als Arme-Leute-Essen galt und sich vermeintlich nur für im Notfall eignet. Dieser Gedanke stammt wahrscheinlich aus der Zeit des 1. Weltkriegs als eine Nahrungsmittelknappheit in Europa herrschte und man notfalls Steckrüben ass. Danach tat man sie als Viehfutter ab. Mittlerweile hat es die Steckrübe aber wieder in die Küche, und sogar in die Sterneküche, geschafft.7

Alternative Namen:

Die Steckrübe hat einige Synonyme, darunter Kohlrübe, Schwedische Rübe, Dotsche, Wruke, Butterrübe, Erdkohlrabi, Unterkohlrabi, Untererdkohlrabi und Bodenkohlrabi. Was sind Steckrüben in der Schweiz? In der Schweiz nennt man die Steckrübe Knutsche.

Im Englischen bezeichnet man sie als rutabaga, swede oder auch turnip, obwohl man letztere Bezeichnung meist für die Speiserübe nutzt.

Bei den lateinischen Namen gibt es auch mehrere Varianten: Brassica napus subsp. rapifera, Brassica napus subsp. napobrassica, Brassica napobrassica oder Brassica napus subsp. napifera.

Stichworte zur Verwendung:

An einigen Orten (z.B. Schottland, Wales, Nor- und Westengland, Irland) schnitzt man Steckrüben an Halloween traditionell zu Laternen.

Literatur - Quellen:

7 Quellenangaben

In der Wissenschaft ist Wikipedia (wiki) als Quelle umstritten, auch weil bei Wikipedia Angaben zur zitierten Literatur bzw. zu Autoren häufig fehlen oder nicht verlässlich sind. Unsere Beschreibung und Piktogramme für Nährwerte enthalten kcal (1 kcal = 4.19 kJ).

  1. Nutzpflanzenvielfalt.de Die Steckrübe - Gemüse der Jahre 2017/18.
  2. USDA United States Department of Agriculture.
  3. Stefanucci A. Zengin G. Llorent-Martinez EJ. Dimmito MP. Della Valle A. Pieretti S. Ak G. Sinan KI. Mollica A. Chemical characterization, antioxidant properties and enzyme inhibition of Rutabaga root’s pulp and peel (Brassica napus L.). Arabian Journal of Chemistry. 2020;13(9):7078–86.
  4. Pasko P, Bukowska-Strakova K, Gdula-Argasinska J, Tyszka-Czochara M. Rutabaga (Brassica napus L. var. napobrassica) seeds, roots, and sprouts: a novel kind of food with antioxidant properties and proapoptotic potential in Hep G2 hepatoma cell line. J Med Food. 2013;16(8):749–59.
  5. Hort.purdue.edu Rutabaga.
  6. Plantura.garden Steckrübe: Experten-Tipps zu Anbau, Pflege & Ernte des Wintergemüses.
  7. Pini U. Das Bio-Food Handbuch. Ullmann Verlag: Potsdam; 2014: 708-9.

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