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Süsskartoffel, roh (Batate, Weisse Kartoffel)

Süsskartoffeln (Batate, Weisse Kartoffel) sind im Gegensatz zu den gewöhnlichen Kartoffeln keine Nachtschattengewächse.
93/07/00  LA:ALA
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Süsskartoffeln (Batate, Weisse Kartoffeln) sind eigentlich keine Kartoffeln. Obwohl sie als Knollen in der Erde wachsen, gehören sie im Gegensatz zu den gewöhnlichen Kartoffeln nicht zu den Nachtschatten- sondern zu den Windengewächsen. Die Blätter der Süsskartoffel sind ebenfalls essbar und man verwendet sie in tropischen Heimatländern als Nahrungsmittel.

Verwendung in der Küche:Die Speicherwurzel der Süsskartoffel ist geniessbar und variiert in der Färbung zwischen weiss, orange, rosa und violett. In der Küche sind rotfleischige Sorten der Süsskartoffel zu bevorzugen. Diese haben ein besonders gutes Aroma und sie sind schnell weichgekocht. Süsskartoffeln schmecken, ähnlich wie Kartoffeln, gebacken, frittiert, überbacken oder gebraten. Ausserdem schmecken sie als Suppe, im Eintopf, als Dal, im Curry, gegrillt oder einfach gedämpft als Beilage.

Gebacken kennt man sie in den USA zum traditionellen Thanksgiving-Truthahn-Menü. In Neuseeland, den anderen pazifischen Inseln und auch in Peru ist die Batate unter den Namen Kumara bekannt, wo man sie hauptsächlich frittiert und so als Kumara Fries isst. In Asien, vor allem Korea, gibt es auch Nudeln aus Süsskartoffeln. Dies z.B. zum traditionellen Japchae (Gericht mit Gemüse) serviert. In Japan sind Süsskartoffeln vor allem in Süssspeisen wie dem Yōkan enthalten. Auch alkoholische Getränke wie Imojōchū in Japan bzw. Soju in Korea stellt man aus Süsskartoffeln her. In Afrika ist die Zubereitung des Krautes ähnlich wie Spinat sehr beliebt und findet oft auch als Beilage Verwendung.

Auch rohe Süsskartoffeln schmecken, sofern Sie Sorten mit geringem Blausäuregehalt wählen.

Einkauf:Süsskartoffeln sind in vielen Supermärkten zu finden. Auch biologisch produzierte sind in gut sortierten Märkten verfügbar. Meist sind sie gar nicht verpackt oder nur wenige Exemplare in einer Packung. Frische Knollen erkennt man daran, dass sie fest und nicht runzelig sind, ausserdem ist auf eine unversehrte Schale zu achten.

Lagerung:Es empfiehlt sich, Süsskartoffeln stets frisch zu kaufen, da sie sich nicht allzu lange lagern lassen. Benötigt man jedoch einen grösseren Vorrat, können sie in rohem Zustand an einem dunkeln, trockenen Ort bis zu 6 Monate haltbar sein. Dabei ist zu beachten, dass sie bei Zimmertemperatur, z.B. in der Speisekammer oder in einem trockenen Keller zu lagern sind. Druckstellen sind zu vermeiden, weshalb man sie auch einzeln in Zeitungspapier wickeln kann. Am längsten haltbar sind sie eingefroren, jedoch immer in gekochter oder gegarter Form - nicht roh, da sie sonst zu viel an Geschmack einbüssen.

Inhaltsstoffe:Siehe die essentiellen Nährwerte in den Tabellen unten. Süsskartoffeln schmecken, wie es der Name bereits sagt, sehr süsslich, was auf den hohen Zuckergehalt zurückzuführen ist. Ebenso enthält die Knolle viel Stärke, Vitamine und Nährstoffe, vor allem Vitamin C, B2, B6, E, Biotin, Mangan, Folat, Kupfer und Eisen. Das Innere der Speicherwurzel, sowie auch die Schale enthalten verschiedene Carotinoide und Anthocyanine, weshalb die Farbe unterschiedlich sein kann.

Bei manchen Sorten ist der Blausäuregehalt in nachweisbarer Menge vorhanden, weshalb beim Rohverzehr sortenspezifische Kenntnisse vorauszusetzen sind. In gekochter Form ist der Gehalt an Blausäure unbedenklich. Süsskartoffeln enthalten oft erhöhte Oxalsäuregehalte, aber auch diese ist nach dem Kochen nicht mehr in der Knolle vorhanden, jedoch im Kochwasser.

Gesundheitliche Aspekte:Laut CSPI (Center for Science in the Public Interest) ist die Süsskartoffel das nährstoffreichste Gemüse. Aufgrund ihres Gehaltes an Antioxidantien soll die Süsskartoffel gegen Entzündungen wirken, Aber auch gegen Probleme, die auf Entzündungen zurückzuführen sind, wie z.B. Asthma, Arthritis, Gicht. Der Verzehr mit der Schale wirkt aufgrund des hohen Ballaststoffanteils gegen Verdauungsbeschwerden aber auch als Vorbeugung vor Darmkrebs.6

Verwendung als Heilpflanze:Naturvölker (in Japan), die sich hauptsächlich von Süsskartoffeln ernähren, erkranken nicht an Diabetes, Blutarmut oder Bluthochdruck - dies hat Forscher neugierig gemacht. Ein Inhaltsstoff ist dafür verantwortlich - Caiapo - dieser ist hauptsächlich in der Schale enthalten. Beim regelmässigen Verzehr sinkt der Blutzuckerspiegel, das Blut vermehrt und der Blutfluss verbessert sich.5

Vorkommen:Vor 1492, der Neu-Entdeckung Amerikas, haben Menschen die Batate von Peru aus auf den pazifischen Inseln verbreitet - nimmt man an. Zudem brachten freigelassene afrikanische Sklaven die Süsskartoffeln von Amerika nach Afrika. Heutzutage kultiviert man sie in den Tropen, Subtropen und gemässigten Zonen der Erde. Die Volksrepublik China hat die höchste Anbaurate, aber auch innerhalb Europas nimmt der Bekanntheitsgrad und somit auch der Anbau zu, vor allem in Italien, Spanien und Portugal.

Anbau, Ernte:Ein sandiger, durchlässiger Boden ist am besten für den Anbau von Batate geeignet. Um einen nährstoffreichen Boden zu gewährleisten, ist dieser vor dem Einsetzen mit Kompost und Hornspänen anzureichern. Der Anbau in Eimern oder Balkonkästen ist ebenfalls möglich. Da eignet sich auch Blumenerde oder ein Sand-Kompost-Gemisch als Substrat.4

Der Anbau von Süsskartoffeln kann auf drei verschiedene Varianten erfolgen. Die Vermehrung durch Samen ist nicht sehr sinnvoll, da sie sehr schwer keimen. In erster Linie eignen sich Sprossstecklinge zur Vermehrung. Bei den 30 - 45 mm langen Stecklingen entfernt man die untersten Blätter und steckt ca. zwei Drittel der Länge in das Substrat.2 Bei der Verwendung der Speicherwurzeln als Vermehrungsorgan (ähnlich wie bei den Kartoffeln), setzte man entweder Saatknollen aus dem Handel oder eigene Saatknollen aus dem Vorjahr an. Die Temperatur darf bei der Anzucht nicht weniger als 10 °C erreichen, weshalb die Vorkultivierung am besten im Haus stattfindet. Sind im Mai keine Fröste mehr zu befürchten, sind die Knollen bereit für den Garten.4

Batate benötigen gleichmässige Feuchtigkeit, was vor allem bei trockenen Sommern zu beachten ist. Mulchen mit Kompost oder Rasenschnitt verhindert das Austrocknen. Beim Anbau von Süsskartoffeln in Eimern oder Kästen, bitte darauf achten, dass sich keine Staunässe bildet, sonst besteht die Gefahr einer Fäulnisentwicklung.4

Allgemeine Informationen:Die Süsskartoffel (Ipomoea batatas) ist auch unter den Namen Batate, Weiße Kartoffel oder Knollenwinde bekannt. Sie ist eine Nutzpflanze und gehört zu den Windengewächsen (Convolvulaceae). Mit einer Jahresernte von 103 Millionen Tonnen ist sie nach Kartoffeln (Solanum tuberosum) und Maniok (Manihot esculenta) auf dem dritten Platz der Weltproduktion von Wurzel- und Knollennahrungspflanzen. Mit der Kartoffel (Solanum tuberosum), die zur Familie der Nachtschattengewächse zählt, ist die Süßkartoffel nur entfernt verwandt. Weitere Trivialnamen sind: Bataton, Pataten, Patatos und Potaten2

Wissenswertes:Die oberirdischen Teile der mehrjährigen krautigen Kletterpflanze können eine Länge bis zu 4 m erreichen, liegen aber meist kriechend auf dem Boden. Einige Sorten haben keine Blüten, andere weisen lavendel- bis violettfarbige Blüten auf, welche sich nach einigen Stunden, noch am Vormittag, wieder schliessen und zu verwelken beginnen. Bildet die Pflanze Früchte aus, was sehr selten passiert, enthalten sie nur bis zu zwei schwarze, rundliche Samen (bis zu 3 mm). Diese keimen jedoch sehr schwer. Die Samenhülle ist besonders hart und kaum Wasser und Sauerstoff schafft es diese zu durchdringen. Die Speicherwurzeln zeigen ein kugelförmiges bis lang spindelförmiges Erscheinungsbild und variieren in Grösse (bis 30 cm Länge )und Gewicht (bis mehrere kg) sehr stark.2

Studien zeigen, dass Süsskartoffeln so genannte transfer DNA (T-DNA) des Bakteriums Agrobacterium enthalten, wonach sie also natürlich transgene Pflanzen sind. Diese Interaktion zwischen Pflanzen und Bakterien muss ca. 8000 Jahre zurückliegen und es zeigt der Forschung, dass Gentransfer nicht unbedingt etwas Unnatürliches ist.1

Ursprung der Pflanze:Heinz Brücher, langjähriger Professor für Pflanzengenetik in Südamerika, hat in seinem Buch "Tropische Nutzpflanzen" auf Seite 118-120 Name und Herkunft der Süsskartoffel eingehend und interessant diskutiert. Zumindest für die Verwendung durch Menschen gibt es gesicherte Beweise durch Ausgrabungen in Peru. Sie war dort in prähistorischen Zeiten der Mochica-Kultur auf Keramiken verewigt. Dies also vor der Inka-Zeit.7

Sucht man aber nach dem Genzentrum, dann stammt die Süsskartoffel wahrscheinlich aus Asien und nicht aus Amerika, wie man es sehr lange angenommen hatte: Der aktuelle Fossilienbestand legt eine Herkunft in Nordamerika nahe, die im Gegensatz zu molekularen Daten steht, die auf einen Ursprung in Ost-Gondwana hinweisen. Wir berichten über Ipomoea-Blätter aus dem späten Paläozän (Thanetian; 58.7-55.8 Millionen Jahre) von Indien, das während dieser Zeit ein Teil von Ost-Gondwana war. Dies ist der früheste Fossilienbestand sowohl für die Familie Convolvulaceae als auch für die Ordnung Solanales. Dies legt nahe, dass die Schwesterfamilien Convolvulaceae und Solanaceae vor dem Eozän in Gondwana-abgeleiteten Kontinenten divergierten. Die hier vorgelegten Beweise stützen die Schlussfolgerung aus der molekularphylogenetischen Analyse eines Ost-Gondwana-Ursprungs von Convolvulaceae. 3

Literatur / Quellen:

  1. Kyndt T, Quispe D, Zhai H, Jarret R, Ghislain M, Liu Q et al. The genome of cultivated sweet potato contains Agrobacterium T-DNAs with expressed genes: An example of a naturally transgenic food crop. PNAS. 2015, Apr.
  2. Deutschsprachiges Wikipedia. Süsskartoffel.
  3. Srivastava G, Mehrotra R, Dilcher D. Paleocene Ipomoea (Convolvulaceae) from India with implications for an East Gondwana origin of Convolvulaceae. PNAS. 2018, May.
  4. Gartenlexikon. Süsskartoffeln pflanzen - Anbau und Pflege der Batate.
  5. Ludvik B, Neuffer B, Pacini G. Efficancy of Ipomoea batatas (Caiapo) on Diabetes Control in Type 2 Diabetic Subjects Treated With Diet. Diabetes Care. 2004, Feb; 27(2).
  6. Schweizer Homepage zur Süsskartoffel. suesskartoffel.ch
  7. Brücher, Heinz: Tropische Nutzpflanzen (Ursprung, Evolution und Domestikation), Springer-Verlag, 1977

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