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Agavensirup, auch Agavendicksaft genannt, ist ein aus der Agave (oftmals der Blauen Agave, Agave tequilana) gewonnener Süssstoff, der als Zuckerersatz zum Süssen von Getränken und Speisen Verwendung findet. Durch die Erhitzung bei der Herstellung ist Agavensirup nicht roh. Erhältlich in Bio-Qualität.
Verwendung in der Küche
Agavensirup oder Agavendicksaft, ein aus Agavensaft hergestelltes Lebensmittel, ist ein natürliches, veganes Süssungsmittel, das vor allem als Ersatz für Haushaltszucker bekannt ist. Er stellt eine vegane Alternative zu Bienenhonig dar.1 Agavensirup ist etwas dünnflüssiger als Honig. Seine Farbe reicht von annähernd transparent über bernsteinfarben zu dunkelbraun (ungefiltert). Die Farbe des Sirups gibt Aufschluss über den Geschmack. Heller Agavensirup ist nahezu geschmacksneutral, während dunkler Dicksaft eine ausgeprägte Karamellnote aufweist. Zudem ist er durch seinen hohen Fruktoseanteil sehr süss und besitzt eine starke Süsskraft. Es braucht wesentlich weniger Agavensirup als Zucker, um eine vergleichbare Süsse zu erreichen: 75 g Agavensirup ersetzen 100 g Zucker. Aber aufgepasst: Da Haushaltszucker in manchen Lebensmitteln (grösstenteils Backwaren) nicht nur als Süssmittel dient, sondern auch zur Konsistenz beiträgt, taugt Agavensirup aufgrund seiner geringen Kristallisationsneigung nicht immer als Ersatz.
Da er aber gut löslich ist, passt er besonders gut zum Süssen von Getränken (z.B. Limonaden, Eistees, alkoholfreien Drinks, veganen Shakes, Kaffee, Tee) und eher flüssigen Speisen. Agavendicksaft schmeckt hervorragend in Desserts wie Cremen, Sorbets und Torten sowie in Frühstücksgerichten wie Müeslis, Porridge, Pfannkuchen und Smoothie-Bowls. Zudem verfeinert er allerlei Suppen, Saucen (Sossen), Marinaden und Salatdressings. In einer Senfsauce zu herbstlichem Ofengemüse mit Roter Bete, Hokkaido und Süsskartoffel oder in einer Minzsauce zu Gurken-Rollen mit veganem "Ziegenkäse" passt Agavendicksaft besonders gut. In Agavensirup gebratene Süsskartoffeln, Kartoffeln oder Karotten mit etwas Rosmarin ergeben ein einfaches Gericht. Auch in einen Linsensalat mit Äpfeln, Granatapfelkernen und roten Zwiebeln oder zu Pasta passt die Süsse des Agavensirups wunderbar.
Agaven dienen in Mexiko nicht nur der Herstellung von Agavensirup, sondern auch von alkoholischen Getränken wie Mezcal und Tequila sowie Essig.9
Veganes Rezept für Weichweizengriessbrei mit Agavensirup
Zutaten (für 4 Personen): 800 ml Sojadrink, 8 EL Weichweizengriess, ¼ TL Kardamom (gemahlen), ¼ TL Kurkuma (gemahlen), 1 Msp. Safran, 4 EL Haselnüsse (gehackt), 1 EL Agavensirup (bio?).
Zubereitung: Sojadrink, Weichweizengriess, Kardamom, Kurkuma und Safran in eine Pfanne geben, verrühren und aufkochen. 2-3 Min. unter Rühren köcheln lassen. Haselnüsse hinzugeben. Veganen Weichweizengriessbrei von der Herdplatte nehmen und mit Agavensirup süssen.
Vegane Rezepte mit Agavendicksaft finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".
| Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen: Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler. |
Einkauf - Lagerung
Agavensirup gibt es in den meisten Supermärkten (z.B. Coop, Migros, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer, Billa) ganzjährig zu kaufen. Bei Denner und Volg steht der Dicksaft nur während Sonderaktionen im Regal. Bio-Supermärkte (z.B. Denn's Biomarkt, Alnatura) bieten Agavendicksaft in Bio-Qualität an.
Ist Agavendicksaft Rohkost? Im Handel (vor allem in Online-Shops) existiert gelegentlich als roh gekennzeichneter Agavensirup. Da es je nach Land keine strikte Regelung für das Label "Raw" (roh) gibt, benötigen RohköstlerInnen verlässliche Informationen über die Herstellung des als roh beworbenen Produktes.
Die Verfügbarkeit von Agavensirup ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.
Tipps zur Lagerung
Agavendicksaft lagern Sie am besten an einem dunklen, kühlen Ort (z.B. in einem Küchenschrank). Der Sirup hält sehr lange: sowohl ungeöffnet als auch geöffnet ca. 18 Monate. Halten Sie den Verschluss des geöffneten Gefässes sauber, um Keime fernzuhalten.
Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien
Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.
Wie setzt sich der Agavensirup-Nährwert zusammen? Agavensirup ist mit 310 kcal pro 100 g äusserst kalorienreich. Er enthält 76 g/100g Kohlenhydrate, wovon der Grossteil (68 g) Zucker ist. Der Proteingehalt ist mit 0,09 g/100g gering und auch Fett ist mit 0,45 g/100g wenig vorhanden.2
Enthält Agavendicksaft Vitamine? In 100 g Agavensirup ist 22 µg Vitamin K enthalten (30 % des Tagesbedarfs). Dattelsirup (0,88 µg/100g) weist wesentlich kleinere Mengen des Vitamins auf, Apfeldicksaft (42 µg/100g) beinhaltet etwas mehr. Bedeutend mehr ist mit 778 µg/100g in Gewöhnlichem Löwenzahn zu finden.2
Agavensirup enthält zudem 17 mg Vitamin C pro 100 g (21 % des Tagesbedarfs). Dattelsirup besitzt mit 6,7 mg/100g weniger und Apfeldicksaft mit 52 mg/100g mehr des Vitamins. Honig weist sehr geringe Mengen an Vitamin C auf (0,5 mg/100g). Gelbe Gemüsepaprika beinhaltet mit 184 mg/100g besonders viel Vitamin C.2
Der Gehalt an Vitamin B6 (Pyridoxin) beträgt 0,23 mg/100g (17 % des Tagesbedarfs). Dieser ist am ehesten vergleichbar mit demjenigen vom Süssungsmittel Carobpulver (0,37 mg/100g). Dattelsirup (0,09 mg/100g) und Honig (0,02 mg/100g) enthalten weniger Vitamin B6, Apfeldicksaft (0,63 mg/100g) mehr. Hefeflocken weisen mit 2,9 mg/100g mehr als das 12-fache des Vitamins auf.2
Da Sie Agavensirup nur in kleinen Mengen verzehren sollten, sind die tatsächlich aufgenommenen Vitamingehalte gering.
Agavendicksaft-Zusammensetzung: Agavensirup hat einen hohen Kohlenhydrat-, resp. Zuckergehalt und besteht hauptsächlich aus Fruchtzucker (Fruktose, Fructose; ca. 80 %), gefolgt von Glukose und Spuren von Saccharose und Fructanen (Polysaccharide aus Fruktose; auch Agavine genannt), Nystose und Kestose.1
Die gesamten Inhaltsstoffe von Agavensirup, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.
Wirkungen auf die Gesundheit
Ist Agavensirup gesund? Aufgrund der spezifischen Kohlenhydratzusammensetzung, resp. des hohen Fruktoseanteils, hat Agavendicksaft einen niedrigen glykämischen Index (GI) von zwischen 10 und 19, was bedeutet, dass Agavensirup den Blutzuckerspiegel nur wenig und langsam ansteigen lässt. Im Vergleich: Haushaltszucker liegt bei einem GI von 65. Glucose bildet mit einem GI von 100 die Bemessungsgrundlage des Glykämischen Indexes.3,4
Andere in Agavensirup vorzufindende Verbindungen sind Agavine (Fructane), Reservekohlenhydrate der Agavenpflanze, die aus Fruktosepolymeren und einer einzigen Glukose bestehen, wie z.B. Nystose und Kestose. Sie gelten als präbiotische Substanzen.1
Ist Agavendicksaft gesünder als Honig? Diese Frage ist nicht pauschal beantwortbar. Zwar hat Agavendicksaft einen tieferen GI als Honig, doch enthalten beide viel Zucker. Lesen Sie mehr zu Bienenhonig im dazugehörigen Artikel.
| Auch Zuckeralternativen enthalten viel freien Zucker. |
Sekundäre Pflanzenstoffe
Viele gesundheitliche Wirkungen von Agavensirup kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen. Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.
Agavensirup enthält u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:1,5,12
- Isoprenoide: Triterpene (Saponine)
- Polyphenole: Flavonoide: Flavonole (Quercetin, Kaempferol, Isorhamnetin), Flavanone (Hesperidin), Flavone (Apigenin), Flavanole (Catechin), Anthocyane (Cyanidin)
- Weitere organische Verbindungen: Cumarine (Kumarin)
Agavensirup enthält zwar einige sekundäre Pflanzenstoffe wie phenolische Verbindungen, Flavonoide und Saponine, weist jedoch im Vergleich zu Agavenblattextrakten ein deutlich reduziertes phytochemisches Profil auf. Durch die Verarbeitung (Erhitzung und Hydrolyse) gehen viele empfindliche sekundäre Metabolite verloren oder liegen nur noch in geringen Mengen vor.12
Flavonoide wirken entzündungshemmend, antioxidativ und neuroprotektiv (schützend für Nervenzellen). Sie reduzieren dabei die Bildung von Entzündungsstoffen und bremsen Prozesse, die Entzündungen im Körper und im Gehirn auslösen. Gleichzeitig schützen sie Zellen vor Schäden durch freie Radikale und stärken körpereigene Schutzsysteme, die oxidativen Stress abbauen. Dadurch können sie Entzündungsreaktionen im Gehirn abschwächen und die Funktion von Nervenzellen unterstützen.12
Die Farbe des Agavendicksafts steht dabei im direkten Kontext des Gehalts an solchen Pigmenten mit antioxidativer Wirkung: Dunklere Sirupe weisen eine höhere Konzentration an Phenolen und Proanthocyanidinen und daher eine stärkere antioxidative Wirkung auf.1,5
Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen
Ist Agavensirup ungesund? Agavensirup ist vielerorts wegen seines niedrigen glykämischen Indexes, der aufgrund seines hohen Fruktoseanteils zustande kommt, beliebt, der viel niedriger ist als der von Honig und Haushaltszucker. Agavendicksaft ist jedoch nicht gesünder als Zucker oder andere Süssstoffe.
Jüngste Forschungsergebnisse zeigen, dass übermässiger Fruktosekonsum mit der Anhäufung von Fett in der Leber zusammenhängt. Dies bringt die Forschung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Insulinresistenz und anderen Erkrankungen in Verbindung.1 Von einem übermässigen Verzehr von Agavensirup ist daher abzuraten.
Aufgrund des hohen Gehalts an Fruktose sollten Personen mit einer Fruktoseintoleranz auf den Konsum von Agavendicksaft verzichten.6
Wie auch andere Süssungsmittel ist Agavensirup schädlich für Mundgesundheit und Zähne. Bakterien auf Zahnoberflächen verstoffwechseln Fruktose zu Säure, was zu einem Absinken des pH-Wertes in der Plaque (Zahnbelag) und zur Demineralisierung führt. Auch hier hilft ein moderater Genuss. Nach dem Verzehr süsser Speisen empfehlen wir das Ausspülen des Mundes mit Wasser sowie regelmässiges Zähneputzen. Steigt der pH‑Wert nach etwa 20-30 Minuten infolge der Säureableitung wieder über 5,5, beginnt der Zahnschmelz mit dem Wiederaufbau durch Kalzium und Phosphat aus dem Speichel.7
Volksmedizin - Naturheilkunde
Die Verwendung von konzentriertem Agavendicksaft bei Wundbehandlungen war bei den Azteken weitverbreitet und kommt auch in der Volksmedizin immer noch vor.8
Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl
Der ökologische Fussabdruck eines Lebensmittels hängt von unterschiedlichen Aspekten ab, wie Anbauweise (konventionell/biologisch), Saisonalität, Herkunftsland, Transport und gegebenenfalls Verpackung. Die Produktion und Verarbeitung von oftmals in Monokulturen angebauten Blauen Agaven (Agave tequilana), die u.a. für die Agavensirupherstellung dienen, verursachte 2014 laut Schätzungen 700'000 Tonnen CO2eq. 44 % dieser Treibhausgasemissionen entstanden in der landwirtschaftlichen und industriellen Phase, die restlichen 56 % waren auf die Herstellung der Betriebsmittel (wie Pflanzenschutz- und Düngemittel) sowie Transport und Vertrieb des Produktes zurückzuführen.1
Laut CarbonCloud, einer schwedischen Plattform zur Analyse von Klimabilanzen, beträgt die CO2-Bilanz von Agavensirup in Schweden 1,17 kg CO2eq/kg.11
Zertifizierter Bio-Agavendicksaft ist die nachhaltigste Option auf dem Markt, da die biologische Produktion auf den Einsatz von gesundheits- und umweltschädlichen chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln und Dünger verzichtet.
Wer auf Produkte mit langen Transportwegen verzichten möchte, sollte anstatt Agavensirup aus Mexiko zu regionalen Dicksäften wie Apfeldicksaft oder Birnendicksaft ("Birnel") greifen.9
Trotz umfangreicher Recherche liegen uns keine genauen Daten zum Wasserfussabdruck von Agavensirup vor.
Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?
Tierschutz - Artenschutz
Agaven blühen nur einmal, bevor sie absterben. In der Vergangenheit liessen LandwirtInnen Agavenpflanzen bis zum Blühen reifen, weil sie zu diesem Zeitpunkt auch den meisten Nektar abgeben. Die steigende Nachfrage nach Agavensirup und Tequila (ebenfalls aus Agaven hergestellt) setzte LandwirtInnen unter enormen Druck, genügend Agaven zu liefern. Um Wachstumszyklen zu verkürzen, ernten sie Agaven vor der Blüte. Fledermäusen, zentralen Bestäubern von Agavenpflanzen, geht durch diese Praxis eine wesentliche Nahrungsquelle verloren. Ohne blühende, samenproduzierende Agaven stehen LandwirtInnen zunehmend auf Klone (genetisch identische Ableger) angewiesenen Beständen gegenüber, um die nächste Ernte anzupflanzen. Der Mangel an genetischer Vielfalt erhöht das Krankheitsrisiko der Pflanzen erheblich und gefährdet dadurch das Überleben kulturell bedeutender Agavensorten.10
Weltweites Vorkommen - Anbau
Die Agave (Agave spp.) wächst in trockenen und halbtrockenen Gebieten, angepasst an periodische Wasserversorgungen durch Fotosynthese und Crassulaceen-Säurestoffwechsel. Agaven wachsen vorwiegend in Mittel- und Nordamerika, aber ein grosser Teil der Arten (ca. 55 %) ist in Mexiko beheimatet, dem Ursprung und Zentrum der Agavenvielfalt. Die dort etwa 200 anerkannten Agavenarten kommen über das gesamte Land verteilt vor.13 Sowohl Verzehr als auch sozioökonomische Auswirkungen der Agave gehen auf präkolumbische Zeiten zurück - der hohe Zuckergehalt war damals bekannt.1
Die am häufigsten für die Agavendicksaft-Produktion verwendeten Agavenarten umfassen Agave tequilana (Blaue Agave oder Tequila-Agave), Agave americana (Amerikanische Agave), Agave potatorum, Agave salmiana und Agave atrovirens.1
Industrielle Herstellung
Das Verfahren zur Herstellung von Agavensirup beginnt mit der Ernte reifer 5-7 Jahre alter (meist Blauer) Agaven. Der hohe Kohlenhydratgehalt der Pflanze ist in den Agavenkernen (spanisch: piñas) gespeichert, die (von den Blättern entfernt) ähnlich wie Ananasse aussehen. Eine hochwertige Piña (mit einem Gewicht von bis zu 68 kg) enthält ca. 25-30 % Zucker. Die nächste Phase besteht im Mahlen und Zerkleinern der Kerne, um saftige Fasern zu erhalten. Durch Waschen mit heissem Wasser, Entfernen der Fasern und Filtrieren gelingt die Gewinnung von Agavensaft. Es folgt eine Hydrolyse durch Erhitzen auf etwa 80 °C über 8–12 Stunden vor einer erneuten Filtration. Eine weitere Filtration senkt den Wassergehalt. Danach schliesst eine Vakuumverdampfung bei etwa 90 °C zur Denaturierung der glykosidischen Aktivität an. So entsteht das Endprodukt Agavensirup.1
Mexikanische Richtlinien verbieten die Verwendung von Lebensmittelzusatzstoffen, Zutaten oder Zucker aus anderen Quellen als Agavenpflanzen bei der kommerziellen Herstellung von Agavensirup.1,5 Demnach sollte in einem qualitativ hochwertigen Agavensirup lediglich Agave drinstecken.
Bemerkung: Roher Agavendicksaft entsteht durch Eindicken bei niedrigeren Temperaturen. Für Rohkostqualität darf die Temperatur während dieses Prozesses theoretisch 42 °C nicht überschreiten. Ob ein als roh gekennzeichneter Agavendicksaft tatsächlich einem Rohkostprodukt entspricht, ist, mangels strikter Regelungen für die Kennzeichnung "roh", vielfach zu hinterfragen.
Weiterführende Informationen
Neben Agavensirup gibt es folgende Zuckeralternativen: Apfeldicksaft, Birnendicksaft, Dattelsirup, Ahornsirup, Reissirup, Maissirup, Stevia-Blätter und Carobpulver. Eine andere, nicht für alle VeganerInnen vereinbare Variante ist Bienenhonig.
Alternative Namen
Agavensirup ist auch unter der Bezeichnung Agavendicksaft bekannt. Agavennektar ist ein weiteres Synonym.
Die englischen Begriffe lauten agave syrup, maguey syrup oder agave nectar.
Sonstige Anwendungen
Agaven finden nicht nur in der Lebensmittelproduktion Verwendung, sondern dienen auch als Rohstoff für Fasern, Textilien, Brennstoffe, Kompost, Baumaterialien und Biokraftstoffe.12
Gerade als Rohstoffquelle für Naturfasern haben Agaven in Mexiko und anderen Teilen Nord- und Mesoamerikas eine lange historische und wirtschaftliche Bedeutung. Arten wie Agave fourcroydes dienten in der Maya-Zeit der Faserproduktion und bildeten später die Grundlage einer wachsenden Seil- und Bindemittelindustrie, die im 19. und Mitte des 20. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichte, danach jedoch durch synthetische Fasern stark zurückging. Auch Agave lechuguilla findet bis heute lokale Verwendung zur Fasergewinnung, vor allem in ländlichen Regionen Mexikos.13
Literaturverzeichnis - 13 Quellen (Link zur Evidenz)
| 1. | * "Agave syrup (AS), a food product made from agave plant sap, is a vegan sweetener that has become popular for replacing conventional sweeteners such as sucrose." "made from agave plant sap, particularly Agave salmiana and Agave tequilana, that is, salmiana and blue agave, respectively. Given its low glycemic index and vegan status, this product has become popular as a substitute for traditional sweeteners such as table sugar (sucrose) and honey." "AS is a good source of minerals, vitamins and polyphenols compared to other traditional sweeteners." "Fructose is a sugar present in high contents (approximately 80%) in AS sugars (ASs)." "fructopolysaccharides from agave species, which are known as agave fructans (or agavins), because agavins promote human health. ... Fructans are the main water-soluble carbohydrate in agave species" "are primarily made up of fructose and glucose, with small nystose, kestose and sucrose contents. The prebiotic action of nystose and kestose in ASs increases its functional value." "ASs have a different carbohydrate profile with a higher phytochemical potential compared to other sweeteners because more natural compounds are present that display antioxidant activity." "The color of sweeteners is associated with the content of pigments that possess antioxidant activity. Those with greater antioxidant activity, a higher phenols content and containing pro-anthocyanidins tend to be darker sweeteners." "The carbohydrate content of ASs is high. They comprise mostly fructose (≥60% total soluble solids), followed by glucose and sucrose traces. Such a carbohydrate composition provides ASs with a low glycemic index." "agavins, which are reserve carbohydrates in the agave plant, are formed by fructose polymers and one unique glucose. Nowadays, they are considered to be prebiotic substances and offer several applications." "AS is popular for its low glycemic index (10–27), which is much lower than honey and sucrose, and partially for its carbohydrate pool that contains up to 90% fructose. ... As a result, not as much AS is required to reach a comparable level of sweetness." "Recent research reports that fructose overconsumption is connected to the liver accumulating fat. This is associated with cardiovascular disease, insulin resistance, among other harmful problems." "Agave tequilana can deteriorate local agro-ecosystems for being mono-cropped and requiring huge investments being made in agricultural inputs to obtain high yields. It has been estimated that emissions in the order of 700,000 tons of CO2eq were emitted in 2014 by the agave tequila chain... 44% were directly emitted in agricultural and industrial phases, and the remaining 56% while producing inputs, and transporting and distributing the product. In the agricultural phase, the largest contribution stemmed from using nitrogen fertilizers." "Nectar, which comes as fructans from agave cores (piñas in Spanish), is a principal carbohydrate reserve of agave plants. Grown in arid and semi-arid environments, the Agave genus applies photosynthetic adaptation and a crassulacean acid metabolism to periodic water supply. Such plants prevail in Central and Northern America, but a large proportion of the species (about 55%) are located in Mexico, believed to be the centre of agave’s diversity and origin. Both the consumption and socio-economic impacts of agave originate from pre-Columbian times, given its high sugar content." "commonest agave species used for AS production are A. tequilana, A. americana, A. potatorum, A. salmiana and A. atrovirens." Narratives Review DOI: 10.3390/ijerph19127022 Study: weak evidence | Saraiva A, Carrascosa C et al. Agave syrup: chemical analysis and nutritional profile, applications in the food industry and health impacts. Int J Environ Res Public Health. 2022;19(12):7022. |
| 2. | ● Nährstofftabellen. Website | USDA United States Department of Agriculture. |
| 3. | ● Bei "Food Name" Agave nectar eingeben. Website | Glycemicindex com: Agave Nectar. |
| 4. | * GI: Tabelle 2 "Sucrose" Narratives Review DOI: 10.3389/fnut.2020.00075 Study: weak evidence | Brouns F. Saccharide characteristics and their potential health effects in perspective. Front Nutr. 2020;7:75. |
| 5. | * "Besides, Agave syrups contain significant amounts of antioxidative components and can be considered as an effective source of antioxidant." "Among the Agave syrups, ASS (A. salmiana syrup) showed the highest phytochemical potential due to their higher antioxidant activity, higher content of total phenols, and proanthocyanidins compared to ATS (A. tequilana syrup). In addition, ASS also showed greater homogeneity in the color of the samples. "To produce Agave syrups, plants must be at least 6 years old corresponding to their proximate maturity, as well as their maximum carbohydrates content (Mellado‐Mojica & López, 2013). In the Agave syrups production, the principal agronomic species used are Agave tequilana Weber Blue variety and Agave salmiana displaying differences in carbohydrate content and composition (Bautista, García, Barboza, & Parra, 2001; Mellado‐Mojica & López, 2013, 2015). Mexican standards do not allow the use of any food additive, ingredient, or sugars from sources other than Agave plants in commercial Agave syrups manufacture (NMX‐FF‐110‐SCFI, 2008)." In-vitro-Laborstudie DOI: 10.1002/fsn3.755 Study: weak evidence | Velázquez Ríos IO, González‐García G et al. Phytochemical profiles and classification of Agave syrups using 1H‐NMR and chemometrics. Food Sci Nutr. 2018;7(1):3–13. |
| 6. | * "Agents/circumstances to avoid: Enteral or parenteral exposure to fructose, sorbitol, sucrose, sucralose, and polysorbate, including fructose, fructose-containing oligosaccharides, high-fructose corn syrup, honey, agave syrup, inverted sugar, maple-flavored syrup, molasses, palm or coconut sugar, and sorghum." Study: weak evidence | Gaughan S, Ayres L et al. Hereditary fructose intolerance. In: GeneReviews. University of Washington, Seattle; 1993. |
| 7. | * "Fructose like sucrose is detrimental to oral health. Bacteria on tooth surfaces metabolise fructose to form acid, resulting in a fall in plaque pH and demineralisation. When the pH rises again to above 5.5 due to the dissipation of acid after about 20–30 minutes, enamel can be reformed and repaired with calcium and phosphate released from the saliva." Expertenartikel DOI: 10.1038/sj.bdj.2017.697 | Alternative sugars: Agave nectar. Br Dent J. 2017;223(4):241. |
| 8. | * "This paper is a survey of Aztec wound treatment and a report of a series of antibiotic sensitivity tests designed to test the ability of maguey sap to inhibit bacterial growth as predicted by Aztec usage." ""Wound treatment practices of the Aztecs are discussed. The use of concentrated maguey sap (Agave ssp.) was widely dispersed and has persisted in folk medicine. A possible reason may be that it is effective. Laboratory analysis of maguey syrup indicates that its utilization as a remedy by ancient and modem Mesoamericans could contribute to the healing process of aerobic wound infections." In-vitro-Laborstudie DOI: 10.1016/0378-8741(83)90051-X Study: weak evidence | Davidson JR, Ortiz de Montellano BR. The antibacterial properties of an Aztec wound remedy. J Ethnopharmacol. 1983;8(2):149–161. |
| 9. | ● "Den einzigen bitteren Beigeschmack hat Agavendicksaft nur dank der Umweltbilanz durch Eindampfen und längeren Transport. Skeptiker probieren deshalb lieber andere Dicksäfte von Apfel, Birne (Birnel) oder Traube (Traubensüsse)." "In Mexiko, dem Hauptanbaugebiet der Agave, wird der Saft der Blauen Agave zu Essig oder zum alkoholischen, weinhaften Pulque vergoren und zu Mescal oder Tequila weiterdestilliert." Book: moderate evidence | Pini U. Das Bio-Food Handbuch. Ullmann Verlag: Potsdam; 2014:15-16. |
| 10. | ● "Agave plants bloom only once before dying, and in the past farmers let agave plants mature to this point because this is also when they yield the most nectar. Unfortunately, rising demand for tequila and agave nectar have put those farmers under enormous pressure to supply enough agave. To shorten growing cycles, farmers are killing plants before they bloom, cutting off an important nectar source for bats. The fact that these agaves are no longer flowering and producing seeds means that farmers are increasingly reliant on clones — genetically identical offshoots — to plant the next crop. This lack of biodiversity means the plants are at much greater risk from disease, and also risks the survival of culturally significant, unique agave varieties." Website | Foodprint org: How Sustainable Are Sugar Substitutes? 2020. |
| 11. | ● Live footprint: 1.17 kg CO₂e/kg (2026) Website | Carboncloud: Syrup Agave (Sweden). 2026. |
| 12. | * In Mexico, the genus Agave is of great commercial and cultural importance; several species have been used for centuries as a source of fiber, food, medicine, fuel, shelter, ornament, textiles, compost and alcoholic beverages such as tequila, mezcal and bacanora [4]. More recently, the interest in these species has been growing as potential nutraceuticals, prebiotics, natural sweeteners and biofuels. Reports show anti-inflammatory and anti-neuroinflammatory effects of these species, with flavonoids and saponins being mainly responsible. Neuroinflammation is a brain process that plays a key role in the pathogenesis of various neurodegenerative disorders and its effects contribute greatly to mortality and morbidity worldwide. This can be triggered by mechanisms such as glial reactions that lead to the release of inflammatory and oxidative molecules, causing damage to the CNS. Agave species, besides being an important source of pharmacologically active products and a cultural staple food in Mexico, have the potential to become a sustainable resource for the production of phytopharmaceuticals. Through research, mainly using the leaves, which are usually discarded and considered as by-products, despite possessing a wide variety of components such as saponins, their immense potential as a raw material for the development of new therapeutic resources can finally be implemented to elucidate possible applications in neuroinflammatory conditions. Narratives Review DOI: 10.3390/plants11172208 Study: weak evidence | Herrera-Ruiz M, Jiménez-Ferrer E et al. Potential Use of Agave Genus in Neuroinflammation Management. Plants (Basel). 2022;11(17):2208. |
| 13. | * Fibre production from Agave fourcroydes also has a long history in Mexico. Henequen, sometimes also called sisal, was produced during the Mayan era (Colunga-GarcíaMarín and May-Pat, 1993, 1997; Colunga-GarcíaMarín, 2007). This fibre provided the foundation for a rope and twine industry that expanded in the 1800s and peaked in the mid-1900s (Evans, 2007). After synthetic fibre production began, the Agave fibre industry declined substantially (Evans, 2007; Davis and Long, 2014). Agave lechuguilla also provides fibre materials in Mexico, but is primarily marketed in local rural economies, especially in the region of Coahuila where it borders Tamaulipas and Texas. Most Agave species are native to Mexico, with 75 % of the 200 known species present throughout the country. Narratives Review DOI: 10.1093/aob/mcad072 | Davis SC, Ortiz-Cano HG. Lessons from the history of Agave: ecological and cultural context for valuation of CAM. Ann Bot. 2023;132(4):819-833. |
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- Sina Sohneg, MSc Nachhaltige Entwicklung (Hauptautor:in)
- Ranin Huemer BSc, Ernährungswissenschaftlerin (Autor:in)
- Michael Weber, Eidg. dipl. Apotheker, MSc Infektionsbiologie (Prüfer:in)
- Katharina Hofer, MSc Ökologische Landwirtschaft (Prüfer:in)













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