Inhaltsverzeichnis
Knollensellerie (Apium graveolens var. rapaceum) ist eine Kulturform des wilden Sellerie. Hauptsächlich findet die Wurzel (Knolle) Verwendung in der Küche, doch auch das Blattgrün eignet sich hervorragend zum Verzehr. Bio-Knollensellerie kann man auch gut roh zubereiten.
Verwendung in der Küche
Die Wurzel des Knollenselleries (bzw. der Knollensellerie) ist rundlich bis rübenförmig und kann ein Gewicht von bis zu 1 kg erreichen. Die Schale ist gelblich-weiss bis grau-braun und hat ein warziges Erscheinungsbild. Das Fruchtfleisch ist weiss bis beigefarben, fest und faserig. Knollensellerie (Wurzelsellerie, Zeller) schmeckt aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle würzig und etwas herb. Je älter das Wurzelgemüse ist, desto intensiver ist der Geschmack.
Traditionell kommt das typische Wintergemüse gegart als Gemüsezutat in herzhaften Suppen, Schmorgerichten, Eintöpfen, Aufläufen und Saucen (z.B. in veganen Bratensaucen, veganer Bolognese) zum Einsatz. Auch als Beilage oder in einer gemischten Gemüsepfanne schmeckt Knollensellerie hervorragend. Zusammen mit Kartoffeln lässt sich Wurzelsellerie wunderbar zu einem Püree verarbeiten. Zudem lässt er sich als Ganzes im Ofen backen oder zu "Pommes" verarbeiten. Für ein beliebtes Rezept bereiten Sie aus Knollensellerie vegane Schnitzel zu (paniert).
Kann ich Knollensellerie roh essen? Sie können Sellerie problemlos roh verzehren - so kommt das Aroma der Sellerieknolle (Selleriewurzel) richtig zur Geltung. Wurzelsellerie geniessen Sie als Rohkost in verschiedensten Salaten, z.B. zusammen mit Karotten. Besonders lecker schmeckt er auch kombiniert mit Früchten, wie etwa Äpfeln, Birnen, Ananas, Mandarinen, Trauben - ebenso in Säften und Smoothies. Auch Stangensellerie können Sie bedenkenlos roh geniessen.
Muss ich Knollensellerie schälen? Die Aussenhaut der Sellerieknolle ist oft hart. Am besten entfernen Sie sie vor der Zubereitung. Bei jungen Knollen bzw. für Saucen, Suppen oder Fonds ist das nicht nötig. Besonders bei Bio-Qualität bürsten Sie das Gemüse gut unter fliessendem Wasser oder im Wasserbad ab. Geschälte Knollen verfärben sich schnell. Durch Beträufeln der rohen Sellerieknolle mit Zitronensaft und Zufügen von Essig oder Zitronensaft zum Kochwasser vermeiden Sie dies.
Rohe Blätter des Knollenselleries, die jenen der Petersilie ähneln, können Sie hervorragend zum Würzen von Speisen nutzen.
Veganes Rezept für Knollensellerie-Salat
Zutaten (für 4 Personen): ½ Knollensellerie (roh, bio), 2 Äpfel, 2 Mandarinen, 20 g Walnüsse, 1 TL Zitronensaft, 2 EL vegane Mayonnaise, 2 EL veganer Sauerrahm, 5 EL vegane Sahne (z.B. Hafersahne), etwas Salz und Pfeffer.
Zubereitung: Sellerieknolle schälen und halbieren. Äpfel waschen, vierteln und Kerngehäuse entfernen. Knollensellerie und Äpfel mit einer Gemüseraspel grob in eine Salatschüssel raspeln. Ein paar Tropfen Zitronensaft darüber geben, um eine Braunverfärbung zu verhindern. Walnüsse grob hacken. Mandarinen schälen und die Fruchtschnitze voneinander trennen. Für das Dressing vegane Mayonnaise, veganen Sauerrahm und vegane Sahne verrühren und mit etwas Salz und Pfeffer würzen. Dressing über Zeller und Äpfel geben. Walnüsse und Mandarinen hinzufügen und den veganen Waldorfsalat servieren.
Vegane Rezepte mit Knollensellerie finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".
| Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen: Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler. |
Einkauf - Lagerung
Supermärkte wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer und Billa bieten rohen Knollensellerie meist ganzjährig an, häufig auch in Kombination mit anderen Gemüsesorten, z.B. verpackt als Suppengemüse. Knollensellerie in Bio-Qualität finden Sie zudem in Bio-Supermärkten (z.B. Alnatura, Denn's Biomarkt). Auf Wochenmärkten können Sie besonders frischen und lokalen Wurzelsellerie erwerben.
Die Verfügbarkeit von Knollensellerie ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.
Wild zu finden
Die Wildform des Selleries kommt weltweit vor und wächst auf feuchten, salzhaltigen Böden an Küsten sowie in Marschen, Sümpfen, auf feuchten Wiesen und an Gräben.1,2 Bereits im 7. bis 9. Jahrhundert v. Chr. ist Wildsellerie an archäologischen Fundstätten nachgewiesen, unter anderem im Heraion von Samos und in Kastanas in Griechenland.17
Tipps zur Lagerung
Knollensellerie ist im Gemüsefach des Kühlschranks bei richtiger Lagerung, also in ein feuchtes Tuch eingewickelt, bis zu zwei Wochen haltbar. Die Verderblichkeit beschleunigt sich bei einer Lagerung neben nachreifendem Obst. Der Knollensellerie selbst zählt nicht zu den klimakterischen Pflanzen, reift also nicht nach. Zum Einfrieren schneiden Sie den Knollensellerie am besten in Stücke und verpacken ihn luftdicht. Roh eingefroren, lässt sich Zeller bis zu sechs Monate im Tiefkühler lagern, gekocht eingefroren bis zu drei Monate.13
Frischer Knollensellerie ist trocken und fest. Ein Anzeichen für seinen Verfall sind dunkelbraune Stellen und, wenn er auf Fingerdruck nachgibt.
Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien
Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.
Roher Knollensellerie weist mit 42 kcal/100g einen geringen Energiegehalt auf. Er enthält 9,2 g Kohlenhydrate, 1,5 g Proteine, 1,8 g Ballaststoffe und einen sehr geringen Fettgehalt von 0,3 g pro 100 g. Im Vergleich zum niedrigen Kalorienbedarf deckt er den Tagesbedarf an Proteinen zu 3 % und an Ballaststoffen zu 7,2 %.3
Die Sellerieknolle enthält zahlreiche wertvolle Vitamine und Nährstoffe. Mit 41 µg Vitamin K pro 100 g deckt sie bereits 55 % des Tagesbedarfs. Ähnlich viel Vitamin K steckt in Rotkohl und Chinakohl. Während Mangold mit 830 µg/100g mehr als das 20-fache liefert.3
Auch Mineralstoffe weist Wurzelsellerie auf: 100 g decken jeweils 15 % des Tagesbedarfs an Phosphor und 16 % an Kalium.3
Knollensellerie enthält zudem 0,16 mg Vitamin B6 (Pyridoxin) pro 100 g - das entspricht 12 % des Tagesbedarfs. Kohlrabi und Karotten weisen ähnliche Gehalte auf. Mit 1,7 mg/100g enthalten Pistazien (roh) besonders viel Vitamin B6.3
Der Gehalt an Vitamin C (Ascorbinsäure) in der Sellerieknolle beträgt 8 mg/100g (10 % des Tagesbedarfs). Dieser ähnelt demjenigen von Rhabarber und Schalotten. Bedeutend mehr Vitamin C ist im gelben Gemüsepaprika (184 mg/100g) zu finden.3
Die gesamten Inhaltsstoffe von Knollensellerie, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.
Wirkungen auf die Gesundeit
Knollensellerie oder Staudensellerie? Bei den Mikronährstoffen weist Knollensellerie durchgehend höhere Gehalte an B-Komplex-Vitaminen sowie an den Vitaminen C und K auf. Auch bei den Mineralstoffen enthält Knollensellerie im Vergleich zu Stangensellerie höhere Mengen an Magnesium, Kalium, Natrium und Zink.12
Beide Gemüsearten liefern wertvolle Nährstoffe. Knollensellerie stellt jedoch eine konzentriertere Quelle verschiedener Inhaltsstoffe dar, während der geringere Kaloriengehalt von Stangensellerie Vorteile für Menschen bietet, die auf ihr Gewicht achten.12
Ist Knollensellerie gesund? Knollensellerie zeichnet sich besonders durch seinen Gehalt an Vitamin K, B6 und C aus. Das enthaltene Vitamin K spielt eine entscheidende Rolle bei der Blutgerinnung, schützt die Knochenstruktur und senkt das Risiko für Oberschenkelhalsbrüche.12
Vitamin B6 stärkt das Immunsystem und unterstützt die Regulierung des Blutdrucks. Vitamin C wirkt als starkes Antioxidans und schützt die Gesundheit auf vielfältige Weise. Es unterstützt die Knochenregeneration, senkt den Blutdruck und reduziert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zudem spielt es eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung von Krebs sowie bei der Therapie von Sepsis (Blutvergiftung).12
Da auch Sellerieknollen insgesamt sehr wenig Kalorien enthalten, eignet sich das Gemüse hervorragend für eine Ernährungsumstellung und unterstützt effektiv beim Abnehmen.
Sekundäre Pflanzenstoffe
Viele gesundheitliche Wirkungen von Knollensellerie kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen. Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.
Knollensellerie enthält u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:26
- Polyphenole: Phenolsäuren: Hydroxyzimtsäuren (Kaffeesäure, Chlorogensäure, Cryptochlorogensäure, Neochlorogensäure (Kaffeoylchinasäure), Coumaroylchinasäure, Feruloylchinasäure, Ferulasäure); Flavonoide: Flavone (Cynarosid, Apiin, Luteolin-7-O-Glucosid, Apigenin)
- Weitere organische Verbindungen: Cumarine (Aesculin, Scopoletin, Citropten, Bergapten, Isopimpinellin, Imperatorin, Esculin)
Die im Knollensellerie enthaltenen Phenolsäuren, Flavone, Flavonole und Antioxidantien unterstützen die Senkung von Cholesterinwerten, Blutdruck sowie Blutzuckerspiegel. Damit eignet sich das Gemüse hervorragend für Diabetiker.4,5 Insbesondere das enthaltene Luteolin weist antidiabetische sowie antiadipöse Wirkungen auf. Es reduziert das Körpergewicht, lindert Entzündungen im Fettgewebe und verbessert die Insulinresistenz.5
Lesen Sie in unserem Artikel, wie eine pflanzliche Ernährung Typ-2-Diabetes vorbeugt.
Darüber hinaus schützen bioaktive Phthalide vor Krebs,7 während die alkalischen Mineralsalze überschüssige Säuren im Körper neutralisieren. Aufgrund der harntreibenden Wirkung der ätherischen Öle lässt sich Sellerie gezielt bei Ödemen, Nierensteinen und Gicht einsetzen.4
Generell weist Sellerie antimykotische, antibakterielle, entzündungshemmende sowie antioxidative Eigenschaften auf. Zudem kann Sellerie zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gelbsucht, Leberkrankheiten und rheumatischen Erkrankungen beitragen.6
Auch die Selleriesamen besitzen medizinischen Nutzen, beispielsweise bei der Behandlung von Bronchitis, Asthenopie, Asthma, Erbrechen und Fieber.6
Die in Sellerie enthaltenen Psoralene sind Wirkstoffe, die bei einigen Menschen eine erhöhte Lichtempfindlichkeit auslösen können.4 Hingegen können diese Psoralene in speziellen Therapien bei Hautkrankheiten (z.B. Schuppenflechte = Psoriasis vulgaris) die Haut auch schützen, die sonst von stark juckenden Entzündungen betroffen ist.15
Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen
Ist Sellerie roh giftig? Sellerie ist roh sehr schmackhaft und ungiftig, aber eines der 14 Hauptallergene. Daher ist er in der EU zwingend zu kennzeichnen.8 Häufig treten kombinierte Allergien von Sellerie und Birken- oder Beifusspollen auf (z.B. Birken-Beifuss-Sellerie-Syndrom oder Sellerie-Karotten-Beifuss-Gewürz-Syndrom). Leichte, lokale Reaktionen in der Mundhöhle bis hin zu schweren, systemischen Reaktionen (z.B. Anaphylaktischer Schock) sind mögliche allergische Reaktionen auf Sellerie. Da sich Sellerieallergene weitgehend als hitzeresistent erwiesen haben, sollten Personen, die sensibel auf Sellerie reagieren, generell auf Sellerie-Produkte verzichten.9
Die oben genannten Psoralene sind hitzestabile, phototoxisch wirkende Pflanzenstoffe, die zu den Furocumarinen zählen. Beim Verzehr grösserer Portionen furocoumarinhaltiger Gemüsearten wie Pastinaken, Petersilie oder Sellerie (z.B. gekocht 450 g) zeigt empfindliche Haut nach Sonneneinstrahlung unter Umständen akute phototoxische Reaktionen. Daraus resultieren Entzündungen mit Juckreiz und Rötungen. Da der Gehalt dieser Stoffe stark schwankt, existieren keine genauen Mengenempfehlungen.16 Lange Zeit galt die Annahme, dass nur Sellerie, der mit dem Pilzparasiten "pink-rot" infiziert ist, diese Reaktionen auslöst, da die Infektion eine erhöhte Produktion von Furocumarinen induziert. Heute steht fest: Auch speziell gezüchtete, pilzresistente Sorten enthalten erhöhte Mengen an Furocoumarinen.10
Verwechslungsgefahr
Die Erscheinung und der Geruch des Selleries ähneln dem Wasserschierling (Gift-Wasserschierling, Wüterich, Cicuta virosa) und der Gelben Rebendolde (Safranrebendolde, Giftige Rebendolde, Oenanthe crocata); beide sind ebenfalls Vertreter der Doldenblütler. Eine Verwechslung mit diesen giftigen Pflanzen gilt es unbedingt zu vermeiden.8
Volksmedizin - Naturheilkunde
In der Volksmedizin kommt der appetitanregende, verdauungsfördernde und harntreibende Sellerie2 gerne als Salat oder frisch gepresster Saft zum Einsatz. Bei Nervenschwäche, chronischen Lungenleiden, Rheuma und Gicht empfiehlt sich Sellerietee.1
In der traditionellen Medizin gilt Sellerie besonders als Mittel gegen Bluthochdruck.11
Bereits im Mittelalter schrieb die Heilkunde der Pflanze eine aphrodisierende und potenzsteigernde Wirkung zu. Noch heute sind einige Menschen davon überzeugt, obwohl wissenschaftliche Beweise dafür fehlen.2,8
Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl
Gemüse hat generell einen besseren CO2-Fussabdruck als tierische Produkte und unter den Gemüsesorten hat Wurzelgemüse eine besonders gute Ökobilanz.22 Deutscher Knollensellerie ist extrem klimafreundlich: Direkt nach der Ernte auf dem Feld liegt sein CO2-Fussabdruck bei nur 0,09 kg CO2eq/kg (CarbonCloud).23 Das IFEU-Institut gibt den durchschnittlichen Wert inklusive Transport und Lagerung im Handel mit 0,2 kg CO2eq/kg an.19
Wir konnten keine genaue Berechnung zum Wasserfussabdruck von Knollensellerie finden. Für einen ungefähren Eindruck: Der globale durchschnittliche Wasserfussabdruck (WF) von Gemüse beträgt 322 l/kg (grünes, blaues und graues Wasser). Wurzelgemüse hat zwar einen WF von 387 l/kg, dieser Wert setzt sich aber hauptsächlich aus Regenwasser zusammen; auch das Verhältnis von WF/kcal ist im Vergleich zum durchschnittlichen Gemüse besser.20
Das FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) erstellte 2009 in Österreich Lebenszyklusanalysen (LCA) verschiedener Bio-Produkte. Diese LCAs verglichen die ForscherInnen mit den konventionellen Äquivalenten. Bio-Gemüse verursachte 10-35 % weniger CO2-Emissionen (bezogen auf 1 kg Produkt).21
Obwohl Pestizide für die Landwirtschaft Vorteile bringen, gilt es, die negativen Konsequenzen für die Umwelt unbedingt zu beachten. Oftmals reichern sich Pestizide in der Natur an und sind schwer abbaubar. Sie verschmutzen direkt und indirekt Luft, Wasser, Boden und ganze Ökosysteme. Dadurch stellen sie eine Gefahr für die Gesundheit aller Lebewesen dar.25
Der Einsatz von chemisch-synthetischen Mitteln und Pestiziden ist im biologischen Anbau verboten.24 Greifen Sie daher nach Möglichkeit zu Bio-Knollensellerie.
Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?
Tierschutz - Artenschutz
Knollensellerie ist auch für Insekten interessant: Die Blüten sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Dazu zählen Honigbienen und andere behaarte Insekten. Für die Saatgutgewinnung spielen diese Bestäuber eine wichtige Rolle.27
Weltweites Vorkommen - Anbau
Seit über zwei Jahrhunderten bauen Menschen Knollensellerie vor allem in Nord- und Osteuropa an. Länder wie die Niederlande, Frankreich, Deutschland, Belgien und Grossbritannien nehmen dabei eine führende Rolle bei der Zucht und Weiterentwicklung ein. Schon in der antiken Literatur – zum Beispiel in Homers Odyssee um 850 v. Chr. – taucht die Pflanze unter dem Namen "Selion" auf. Im Jahr 1623 tauchte Knollensellerie in Frankreich erstmals offiziell als Nahrungspflanze auf. Zudem beschrieben französische und Schweizer Botaniker um 1600 die Pflanze sehr genau, was ihren Nutzen als Nutzpflanze stark steigerte.12
Anbau im Garten
Jungpflanzen von Knollensellerie ziehen Sie am besten in einem warmen Gewächshaus oder auf einer Fensterbank vor. Beginnen Sie ab März mit dem Aussäen der Samen, dauert die Anzucht etwa sechs bis acht Wochen. Sind die Sämlinge gross genug, pikieren Sie diese und setzen sie in grössere Töpfe oder Kisten. Sobald die Jungpflanzen gut bewurzelt sind und keine Spätfröste mehr drohen, pflanzen Sie diese nach draussen ins Beet.13
Wurzelsellerie ist ein Starkzehrer, der einen humusreichen Lehmboden, aber mit genügend Sand verlangt. Der Boden sollte feucht und gut gelockert sein. Vor dem Auspflanzen mischen Sie etwas Kompost unter. Setzen Sie die Jungpflanzen möglichst hoch in die Erde (ca. die gleiche Höhe, wie die Pflanzen im Anzuchtbeet hatten). Das fördert eine gute Knollen-Ausbildung. Der Boden ist während der Kultur regelmässig zu lockern und die Pflanzen benötigen vor allem von Mitte August bis Anfang Oktober viel Wasser. Ab Oktober können Sie die Knollen ernten.13
Für frühe Ernten (Ende Mai) erfolgt der Anbau von Knollensellerie mit Aussaat im Januar im Gewächshaus. Für Ernten im Sommer und Herbst setzen Sie vorgezogene Pflanzen zwischen den Eisheiligen (Mitte Mai) und Ende Juni ins Freiland. Erzeuger regulieren die Grösse der Sellerieknolle über die Pflanzzeiten. Der Ertrag kann 30-35 Tonnen pro Hektar erreichen.14
Weiterführende Informationen
Der botanische Gattungsname "Apium" leitet sich vom lateinischen Wort apis ("Biene") ab und weist darauf hin, dass die kleinen weissen Blüten Bienen anziehen. Der Artname "graveolens" bedeutet "stark duftend". Apium graveolens stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und geht auf Wildformen zurück, die in den Bergregionen Südasiens sowie in Feuchtgebieten Nordafrikas und Europas vorkommen.11
Die Zuchtform Knollensellerie (Apium graveolens var. rapaceum) ist eine Varietät des Echten Selleries (Apium graveolens) aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae)26– genau wie Staudensellerie (Apium graveolens var. dulce) und Schnittsellerie (Apium graveolens var. secalinum).11
Das Wurzelgemüse ist somit mit Karotten, Fenchel, Kümmel, Pastinaken und Wurzelpetersilie verwandt. Die letzten beiden sind dem Knollensellerie nicht nur botanisch, sondern auch geschmacklich sehr ähnlich.2
Knollensellerie entwickelt ein halb unterirdisch wachsendes Speicherorgan, an dem Hauptwurzel, Hypokotyl und gestauchte Sprossachse beteiligt sind. Somit handelt es sich eigentlich um eine Rübe. Da der grösste Teil des Speicherkörpers jedoch auf den Sprossabschnitt fällt, ist die Bezeichnung Knolle auch nicht ganz falsch.18
Nebst dem Wurzelsellerie sind die beiden Varietäten Staudensellerie und Schnittsellerie in der Küche von Bedeutung. Beim Staudensellerie stehen vor allem die Stangen auf dem Speiseplan, während beim Schnittsellerie Blätter und Stiele Verwendung finden.
Alternative Namen
Knollensellerie ist auch unter den Bezeichnungen Wurzelsellerie (Selleriewurzel), Knaufsellerie, Zeller, Merk oder Eppich (allgemein für Sellerie) bekannt.
Falsche Schreibweisen wie z.B. Knollenselerie, Knollensellerie Gemüse, Knollesellerie, Knollselerie, Knollenseleri, Knolle Sellerie, Knollen Sellerie, Knollen Selerie, Knollen Selleri, Knollensellwrie, Knollenselleriw, Knollenswllerie, Kollensellerie, Knollenseller, Knollenselleri, Zeller Gemüse etc. schleichen sich ein - auch in Suchkombinationen wie Sellerie Knolle roh essen?.
"Sellerie" lässt sich im Deutschen sowohl in der maskulinen als auch in der femininen Form verwenden: "der Sellerie" und "die Sellerie".
Im Englischen heissen Knollensellerie unter anderem celeriac, celery root, knob celery oder turnip-rooted celery. Im Spanischen bedeutet "bulbo de apio" Sellerieknolle und "apionabo" (apio nabo) Sellerie. Im Französischen sind "céleri-rave", "céleri-navet" und "céleri pansu" gebräuchliche Bezeichnungen. Céleri racine ist eine Suchkombination, aber keine korrekte Bezeichnung.
Literaturverzeichnis - 27 Quellen (Link zur Evidenz)
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| 3. | ● Website | USDA United States Department of Agriculture. |
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| 11. | * This plant is used in the folk system of The most important botanical cultivars of Apium graveolens is native to the Mediterranean Apium graveolens probably originate in Narratives Review Study: weak evidence | Khalil A, Nawaz H et al. Value added products, chemical constituents and medicinal uses of celery (Apium graveolens L.)–A review. Int J Chem Biochem Sci. 2015;8:40-48. |
| 12. | * For over two centuries, celeriac has been traditionally cultivated in northern and eastern Europe, with the Netherlands, France, Germany, Belgium, and the United Kingdom playing a leading role in its breeding and development (Bruznican et al., Citation2020). Celeriac, historically referred to as “Selion”, has been noted in ancient literature, including Homer’s Odyssey circa 850 BC. It was first recorded as a food plant in France in 1623. Additionally, French and Swiss botanists around 1600 AD provided detailed descriptions of celeriac, which subsequently gained importance as a crop. In terms of micronutrients, celeriac consistently had higher concentrations of B-complex vitamins, as well as vitamins C and K. Mineral composition analysis revealed that celeriac contained elevated levels of several essential minerals, including magnesium, potassium, sodium, and zinc, compared to celery. While both vegetables offered valuable nutritional contributions, celeriac presented a more concentrated source of various nutrients. However, the lower caloric content of celery may have been advantageous for individuals focused on weight management. Vitamin K is essential for blood clotting, bone health, and fracture prevention, playing a crucial role in maintaining skeletal integrity and reducing the risk of hip fractures (Cockayne et al., Citation2006; Moore et al., Citation2020). Vitamin B6 enhances immune function and reduces blood pressure (Kumrungsee et al., Citation2020; Stach et al., Citation2021). Vitamin B6 supports immune function and has been associated with blood pressure regulation. Furthermore, vitamin C is a vital nutrient for human health, serving as a powerful antioxidant (Wong et al., Citation2020). It is important for preventing and treating cancer, treating sepsis, promoting bone regeneration, lowering blood pressure, and reducing the risk of cardiovascular diseases. Narratives Review DOI: 10.1080/19476337.2025.2502537 Study: weak evidence | Kwak SA, Lee JJ et al. Celeriac: a comprehensive exploration of nutritional value, sustainability, and global market trends through food upcycling. CyTA - Journal of Food. 2025;23(1):2502537. |
| 13. | ● Website | Mein-schoener-garten de: Knollensellerie. 2024. |
| 14. | ● Book: moderate evidence | Sachweh U. Der Gärtner. Band 3: Baumschule, Obstbau, Samenbau, Gemüsebau. 2. Auflage. Ulmer: Stuttgart. 1986/1989:222. |
| 15. | * Phototherapy is now one of the most common treatment options for psoriasis—with nbUVB and psoralen ultraviolet A (PUVA) as the most widely used applications.9, 10 Clinical studies have also demonstrated the efficacy of phototherapy as one of the most effective treatment options, especially for patients with widespread disease who have moderate to severe psoriasis.11 Although phototherapy is now recognized as one of the efficacious treatment options for psoriasis, the biological mechanisms by which phototherapy improves psoriasis are only now becoming understood. Narratives Review DOI: 10.2310/7750.2012.11124 Study: weak evidence | Wong T, Hsu L et al. Phototherapy in psoriasis: a review of mechanisms of action. J Cutan Med Surg. 2013;17(1):6-12. |
| 16. | ● Website | BfR Bundesinstitut für Risikobewertung. Zwischen gesund und giftig - Pflanzeninhaltsstoffe auf dem Prüfstand. 12/2007. |
| 17. | * The precise origin of celery remains uncertain due to the widespread distribution of wild celeries. However, numerous studies indicate that it likely originated in the Mediterranean region (Malhotra, 2006; Megaloudi, 2005; Quiros, 1993). Wild celeries have been discovered in archaeological sites dating back to the 7th–9th centuries B.C., including the Heraion of Samos and Kastanas in Greece (Megaloudi, 2005). Genomische Forschungsstudie DOI: 10.1111/pbi.14551 | Lai E, Guo S et al. Genome of root celery and population genomic analysis reveal the complex breeding history of celery. Plant Biotechnol J. 2025;23(3):946-959. |
| 18. | ● Book: moderate evidence | Lieberei R, Reisdorff Ch. Nutzpflanzenkunde. Georg Thieme Verlag KG: Stuttgart. 2007. |
| 19. | ● Website | Reinhardt G, Gärtner S et al. Ökologische Fussabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland. Institut für Energie - und Umweltforschung Heidelberg. 2020. |
| 20. | * Table 2. .Global average water footprint of 14 primary crop categories. Period: 1996–2005. Untersuchung zum Wasserverbrauch von Lebensmitteln DOI: 10.5194/hess-15-1577-2011 | Mekonnen MM, Hoekstra AY. The green, blue and grey water footprint of crops and derived crop products. Hydrol Earth Syst Sci. 2011;15(5):1577–1600. |
| Wir haben Studien und Bücher zu Ernährung und Gesundheit nach folgenden 3 Evidenz-Kategorien markiert: grün=starke Beweiskraft, gelb=mittlere, violett=schwache. Die restlichen Quellen sind grau markiert. Eine ausführliche Erklärung finden Sie in unserem Beitrag: Wissenschaft oder Glaube? So prüfen Sie Publikationen. | ||
- Sina Sohneg, MSc Nachhaltige Entwicklung (Hauptautor:in)
- Ranin Huemer BSc, Ernährungswissenschaftlerin (Autor:in)
- Michael Weber, Eidg. dipl. Apotheker, MSc Infektionsbiologie (Prüfer:in)
- Katharina Hofer, MSc Ökologische Landwirtschaft (Prüfer:in)

















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