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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Korianderblätter, roh

Die roh verwendeten grünen Korianderblätter (Koriander Blätter) duften zitronig-pfeffrig und schmecken säuerlich-scharf, für manch einen unangenehm seifig.
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Der Geschmack von frischen Korianderblättern (Coriandrum sativum, auch bekannt als Asiatische Petersilie oder Schwindelkraut) ist nicht für alle angenehm. Viele empfinden den seifigen, manchmal sogar wanzenartigen Geruch als abstossend. Die rohen Blätter sehen der glatten Petersilie ähnlich, man verwendet sie auch getrocknet. Zudem sind auch Samen und Wurzeln geniessbar.

Verwendung in der Küche:

Rohe Koriander-Blätter dienen als aromatisches Küchengewürz und als appetitliche Dekoration. Die frischen Korianderblätter sollte man unbedingt erst kurz vor dem Servieren den Gerichten beimengen, da sich ihr Aroma sonst sehr schnell verflüchtigt.

Was ist ein Koriander? Das grüne Korianderkraut hat einen ganz spezifischen, unverwechselbaren Geschmack. Es duftet zitronig-pfeffrig und schmeckt erfrischend säuerlich-scharf.

Aus der asiatischen, vorwiegend thailändischen und vietnamesischen Küche ist grüner Koriander kaum mehr wegzudenken. Dort serviert man thailändische Suppen, Reisnudelgerichte, Glasnudelsalate, aber auch Geflügel- und Fischgerichte mit frischem Korianderkraut. Arabische Speisen mit Kartoffeln, Linsen, Kichererbsen oder Sesampasten enthalten fast immer Korianderblätter.

Frisch gehackt kann man die Blätter also in Dips, Pasten, Suppen, Eintöpfe, Currys, Sossen, Salate, gekochtes Gemüse und in Füllungen geben. Oder diese Speisen mit den jungen, grünen Blättern garnieren. Ein Koriander-Pesto ist schnell gemacht und sorgt für Abwechslung.

In Europa, aber auch in der indischen und teilweise in der arabischen Küche, verwendet man häufiger die Samen des Korianders. Früchte (Samen) und Blätter schmecken ganz unterschiedlich und man kann sie nicht 1:1 dosieren.

Rezept für Würzsauce mit Koriander:

1 grüne Paprika, 3 Knoblauchzehen, ½ Bund Korianderblätter, 4 Handvoll Giersch, ½ TL Kreuzkümmel, Öl (Raps- oder Leinsamenöl), Meersalz nach Geschmack. Gemüse und Kräuter kleinschneiden und mit einem Mixer fein pürieren, bis eine pestoähnliche Konsistenz entsteht. Diese vegane Würzsauce schmeckt hervorragend zu rohen Süsskartoffeln und eignet sich als Basis für eine Rohkost-Suppe.1

Einkauf - wo kaufen?

Ausgewählte Supermärkte wie Coop, Migros, Spar, Rewe, Edeka, führen frische Korianderblätter häufig im Sortiment. Andere Supermarktketten wie Denner, Volg, Aldi, Lidl, Hofer etc. haben meist nur Koriandersamen. Gelegentlich können Sie frischen Koriander geschnitten oder als Topfpflanze auf Wochen- oder Kräutermärkten kaufen.

Wild zu finden:

Koriander ist in Gebieten um das Mittelmeer, in Asien und Amerika auch verwildert zu finden. Eine Wildform ist aber nicht bekannt. Nördlich der Alpen wächst er auch in milderen Lagen auf Brachland.3

Lagerung:

Geschnittene frische Korianderblätter sind nicht sehr lange haltbar. Im Kühlschrank können Sie die Stängel ins Wasser stellen und mit einer Plastiktüte abdecken, so halten sie ca. 2-3 Tage.4 Verwelken die Blätter oder bekommen sie eine gelbliche Farbe, ist das Aroma nicht mehr einwandfrei. Wir empfehlen, geschnittene Ware kleingehackt einzufrieren. Man kann die zerkleinerten Blätter auch portionsweise in Eiswürfelbehälter geben und so einfrieren.

Inhaltsstoffe - Nährwert - Kalorien:

Rohe Korianderblätter haben wie alle Gewürze und Kräuter einen sehr geringen Kaloriengehalt (23 kcal/100g). Die Hauptbestandteile sind Kohlenhydrate und Eiweiss. Der Ballaststoffanteil ist verhältnismässig hoch.

Koriander enthält sehr viel Vitamin K: 310 µg/100g ist eine beachtliche Menge und ist mit frischem Basilikum zu vergleichen (415 µg/100g). Der Vitamin-A-Gehalt ist mit 337 µg/100g ähnlich hoch wie bei der Gartenkresse (346 µg/100g), jedoch deutlich tiefer als bei der Karotte (roh: 835 µg) oder beim Broccoli (roh: 800 µg). Korianderblätter haben auch Vitamin C und Folsäure, aber nicht in sehr hohen Konzentrationen.

Bei den Makro-Nährstoffen ist der Kaliumanteil mit 521 mg/100g noch erwähnenswert. Dieser ist mit der frischen Blattpetersilie zu vergleichen (554 mg/100g). Zudem enthalten frische Korianderblätter noch etwas Calcium, Magnesium, Mangan und Eisen.5

Koriander weist ätherisches Öl auf, am meisten davon haben die Samen. In den Blättern stecken auch ätherische Öle, im Vergleich aber nur sehr wenig. Sie bestehen zu 85-95 % aus aliphatischen Aldehyden. Diese Öle finden sowohl in der Naturheilkunde als auch in der Schulmedizin Anwendung.6

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Das ätherische Korianderöl wirkt innerlich angewendet blähungslindernd, verdauungs- und durchblutungsfördernd. Die antibakterielle und fungizide Wirkung ist auf den enthaltenen Hauptbestandteil Linalool zurückzuführen.7

Äusserlich zeigt sich diese antibakterielle Wirkung auf der Haut bei Akne und Pickel.8 Auch als Mundspüllösung wirkt Korianderöl antibakteriell und plaque-reduzierend.9

Studien zur antibakteriellen Wirkung von Korianderöl gegen multiresistente krankheitsauslösende Bakterien (MRSA: Multi-Resistence-Staphylococcus-Aureus) sind noch im Gange.8

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Korianderöl bitte nie pur auf die Haut auftragen, das Öl kann auf unserer Haut extrem reizend wirken. Mögliche Trägeröle sind: gereinigtes Aprikosen- oder Mandelöl. 10 Tropfen Korianderöl in 10 ml Trägeröl sind eine gute Empfehlung.6

Es gibt allergische Reaktionen oder Unverträglichkeitssymptome beim Konsum von Koriander. Diese Reaktionen sind ähnlich wie bei anderen Doldengewächsen.

Auch Kreuzreaktionen sind beim Koriander möglich. Man benennt dies als Beifuss-Sellerie-Gewürz-Syndrom. Das bedeutet, dass Beifusspollen-Allergiker häufig auch auf Sellerie, Karotten, Fenchel, Artischocken, Kamille, Pfeffer, Senf, Dill, Petersilie, Koriander, Kümmel, Anis oder Sonnenblumenkerne reagieren.10

Empfindsame Menschen können bei Kontakt mit dem Pflanzensaft unter Einwirkung von Sonnenlicht auch fotoallergische Hautreaktionen zeigen.

Warum schmeckt Koriander nach Seife? Manche ekeln sich sogar davor, bezeichnen Koriander als äusserst unangenehm und vergleichen seinen Geschmack mit dem Geruch von Wanzen. Diese Abneigung könnte genetisch bedingt sein oder auf der Ähnlichkeit mit dem Aroma von Seife beruhen (die Aldehyde des Korianders kommen so oder ähnlich auch in Seifen vor) - aber man kann den Geschmack auch mögen lernen.11

Volksmedizin - Naturheilkunde:

In der Volksmedizin wendet man ätherisches Korianderöl gegen Fusspilz, zur Entgiftung, bei Blasenentzündungen, gegen Müdigkeit, bei Kopfschmerzen und Muskelverspannungen. Auch bei rheumatischen Schmerzen oder Arthritis wendet man Korianderöl an.

Vorkommen - Herkunft:

Wo kommt der Koriander her? Beheimatet ist Koriander vermutlich im Nahen Osten, dort nutzte man ihn als Gewürz und als Heilpflanze. In der Antike sprach man einerseits von einer Giftpflanze, nutzte sie andererseits aber auch als Heilpflanze bei Pest und Epilepsie.2 Ins Gebiet nördlich der Alpen brachten den Koriander vermutlich die Römer vor über 2000 Jahren mit.3

Kultiviert findet man Koriander beinahe weltweit: in Zentral-, Süd- und Nordamerika - vor allem in Mexiko, aber auch in Afrika, Europa und Asien.12

Anbau - Ernte:

Koriander ist nicht sehr anspruchsvoll, er wächst an halbschattigen und sonnigen Standorten, aber windgeschützt soll es sein. Er liebt einen nährstoffreichen, lockeren Boden mit guter Wasserspeicherfähigkeit.

Die einjährige Kräuterpflanze hat je nach Alter eine sehr unterschiedliche Form. Die jungen Blätter sind rundlich und sehen der glatten Petersilie ähnlich. Ältere Blätter sind typisch fiedrig und deutlich gekerbt. Wie hoch wird Koriander? Die Pflanze erreicht je nach Standort zwischen 30 und 130 cm. Jede Dolde hat fünf weisse bis cremefarbene Kronblätter, die ca. 3-5 rosafarbene bis weisse Blütennarben enthalten.13

Anbau im Garten oder als Topfpflanze:

Im Garten sollte man darauf achten, Koriander nicht neben andere Doldenblütler wie Kerbel oder Petersilie zu pflanzen. Die Erde muss man regelmässig auflockern und jäten. Da die Blätter nach der Blüte an Aroma verlieren, sollte man die Blätter noch davor ernten.13

Verwechslungsgefahr:

Äusserlich kann man die rohen Korianderblätter leicht mit der glattblättrigen Petersilie verwechseln. Koriander nennt man auch Indische oder Chinesische Petersilie. Geruch und Geschmack von Koriander und Petersilie sind aber sehr unterschiedlich und beinahe unverwechselbar.

Tierschutz - Artenschutz - Tierwohl:

Doldenblütler sind geeignete Pflanzen für Schmetterlingsraupen. Insbesondere der Schwalbenschwanz legt die Eier auf Doldenblütler ab, damit die Raupen nach dem Schlüpfen sofort eine geeignete Nahrungsquelle haben.14

Allgemeine Informationen:

Der Echte Koriander (Coriandrum sativum) gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sein Name stammt aus dem Griechischen, wo "kóriandron/koriannon" Wanzendill bedeutet. Im anglo-amerikanischen Raum ist der ursprüngliche Lange Koriander (Eryngium foetidum, auch ein Doldenblütler) heimisch. Diesen nennt man dort Cilantro, Culantro oder Mexikanischen Koriander.15

In der Kosmetikindustrie ist der Echte Koriander für die Parfumherstellung interessant. Mit seinem warmen, aromatischen und würzigen Duft harmonisiert oder rundet man bestimmte Bestandteile ab.

Alternative Namen:

Koriander heisst auch: Arabische Petersilie, Asiatische Petersilie, Chinesische Petersilie, Gartenkoriander, Gebauter Koriander, Gewürzkoriander, Indische Petersilie, Kaliander, Schwindelkorn, Schwindelkraut, Stinkdill, Wandläusekraut, Wanzendill, Wanzenkraut, Wanzenkümmel.

Wikipedia bringt sehr viele Trivialnamen: Böbberli, Calander, Cholinder, Chollantir, Chullantar, Ciriander, Clander, Cölegrase, Colander, Cliander, Coliandur, Collindir, Coreandrencraut, Coriandercrude, Coriandercrut, Corianderkernlein, Corianderkraut, Coriander, Corandern, Coriandre, Corrander, Creander, Galander, Galiander, Goliander, Holenter, Holunter, Holundir, Kalanner, Klanner, Kolander, Kolgras, Koliander, Kolinder, Koller, Krollo, Kullandar, Luopi, Luppi, Pöperli, Rügelikümmi, Wantlusenkrut, Wanzelkraut, Wankendill.16

Literatur - Quellen:

CLICK FOR: 16 Quellenangaben

  1. Volm C. Wild & roh: Die besten Smoothies mit Wildpflanzen. Eugen Ulmer: Stuttgart. 2015.
  2. Delaveau P, Lorrain M, Moriter F, et al. Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Das Beste: Stuttgart. 1978.
  3. Mabey R. Essbare Wildpflanzen, Pilze, Muscheln für die Naturküche. Haupt Verlag: Bern, Stuttgart, Wien. 2013
  4. Quatmann C. Hausbuch der Kräuter. SDK Verlag: Stuttgart: 1990.
  5. USDA United States Department of Agriculture.
  6. Aetherisches-Oel.com Korianderöl.
  7. Rüben C. Antimikrobielle Wirksamkeit von chemischeEinzelkomponenten ätherischer Öle gegenüber ausgewählten Lebensmittelverderbniserregern. Diss. Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. 2009.
  8. Silva F, Ferreira S, Queiroz JA, et al. Coriander (Croiandrum sativum L.) essential oil: its antibacterial activity and mode of action evaluated by flow cytometry. J Med Microbiol. 2011;60(10).
  9. Burghartz J. Korianderöl als Mundspüllösung: Klinische Untersuchung zur antibakteriellen und plaque-reduzierenden Wirkung auf den 4-Tages-Plaque-Aufwuchs. Diss. Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Freiburg. 2010.
  10. Aha! Allergiezentrum Schweiz Kreuzreaktionen.
  11. Eriksson N, Wu S, Do CB, et al. A genetic variant near olfactory receptor genes influences cilantro preference. Cornell University Genomics. 2012.
  12. Seidemann J. World spice plants. Springer. 2005.
  13. Kraeuter-buch.de Koriander.
  14. Naturschutz.ch Nahrungsquellen für Schmetterlinge.
  15. Wikipedia Echter Koriander.
  16. Pritzel GA, Jessen C. Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Cohen Philipp. Hannover 1882.

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