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Chinakohl (roh, bio?)

Chinakohl ist kalorienarm und roh als Salat oder gekocht in Suppen und Wokgerichten beliebt. Bio-Qualität?
Wasser 94,4%  70/26/04  LA : ALA
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Chinakohl (Brassica rapa subsp. pekinensis) kann man vielseitig zubereiten. Sowohl roh als auch kurz gekocht ist Chinakohl bekömmlich. Bio?

Verwendung von Chinakohl in der Küche:

Chinakohl besitzt grosse, zarte Blätter ohne Strunk und schmeckt angenehm frisch mit einem dezentem Kohlaroma. Chinakohl ist geschmacksmilder als andere Kohlsorten und daher auch etwas für Kohlmuffel. Es gibt nebst der gängigen, gelbgrünen Variante auch eine Sorte mit violetten Blättern. Chinakohl kann man roh essen, dünsten, dämpfen, braten, schmoren und backen. Wer ihn nicht als Rohkost verspeist, sollte darauf achten, dass seine Garzeit nie länger als ca. 5-7 Min. beträgt - ansonsten verliert er seine Knackigkeit und viele seiner Chinakohl-Nährstoffe.

Kann man Chinakohl roh essen und ist Chinakohl Rohkost? Chinakohl kann man wie fast jeden Kohl roh essen. Roh macht sich Chinakohl wunderbar als Salat. Auch mit Dressing vermischt bleiben seine Blätter für Stunden knackig, was ihn beliebt für Picknicks und Grillabende macht. Man kann ihn roh zudem als Rohkost-Snack mit verschiedenen Dips geniessen oder zum Sandwich hinzufügen, um diesem eine leichte Knackigkeit zu verleihen.

Chinakohl ist in der asiatischen Küche allgegenwärtig. Er ist bestens geeignet für asiatische Wokgerichte und verschiedenste Curries. Zudem schnippelt man ihn in Thailand in Nudelsuppen. In Korea verwendet man Chinakohl zur Zubereitung der berühmten Gerichte Kimchi (eingelegter, fermentierter Kohl mit scharfen Gewürzen) und Bibimbap (Reisgericht mit Gemüse).

Kurz angedünsteter oder angebratener Chinakohl ergibt eine schnelle und schmackhafte Beilage für allerlei vegetarische und vegane Gerichte. Mit Chinakohl lassen sich auch köstliche Eintöpfe, Aufläufe, Suppen, Gemüsepfannen, Pilzpfannen und Gratins zubereiten. Die Blätter eignen sich zudem sowohl als Hülle als auch als Füllung für Kohlrouladen, die man im Ofen überbacken kann. Auch als Inhalt von Wraps, Frühlingsrollen und Gyoza (japanische Teigtaschen) ist Chinakohl hervorragend geeignet.

Veganes Rezept für einen sommerlichen Chinakohl-Salat:

Zutaten (für 2 Personen): 1 Chinakohl (bio), 250 g Aprikosen, 250 g Champignons, 125 g Räuchertofu, 1 Zwiebel, 1 EL Rapsöl, Saft einer Orange, wenig Agavensirup, Salz und Pfeffer, etwas Sojasauce, wenig Petersilie.

Zubereitung: Chinakohl waschen und in Stücke schneiden. Aprikosen waschen, entsteinen und in Scheiben schneiden. Champignons säubern und ebenfalls in Scheiben schneiden. Zwiebel schälen und in Streifen schneiden. Tofu in dünne Streifen schneiden. Für das Dressing Rapsöl, Orangensaft und Agavensirup vermischen und mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken. Tofu in einer Pfanne kurz anbraten. Zwiebel und Champignons ebenfalls kurz anbraten und mit etwas Sojasauce würzen. Alle Zutaten in eine grosse Schüssel geben, Dressing hinzufügen und alles gut vermengen. Den veganen Salat mit frischer Petersilie anrichten und servieren.

Vegane Rezepte mit Chinakohl finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben" (ganz unten oder nebenan).

Einkauf - wo Chinakohl kaufen?

Viele Supermärkte (z.B. Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer) bieten Chinakohl ganzjährig an, meist auch in Bio-Qualität (bio). Bei Bio-Supermärkten (z.B. Alnatura, Denn's Biomarkt) findet man Chinakohl ebenfalls aus biologischem Anbau (bio). Lokal und ganz frisch kauft man ihn auf Wochenmärkten.

Lagerung:

Im Gemüsefach des Kühlschranks gelagert sollte der frisch gekaufte Chinakohl bis zu einer Woche haltbar sein. Wer den Kohl selbst angebaut und im Spätherbst samt Wurzelballen geerntet hat, sollte ihn in ein feuchtes Papier einwickeln und kühl lagern. So sollte er sich bis zum Frühjahr halten. Man kann Chinakohl auch einfrieren. Dazu sollte man ihn waschen, klein schneiden, kurz in kochendem, leicht gesalzenem Wasser blanchieren, anschlissend mit kaltem Wasser abschrecken und in angemessenen Portionen in gut verschliessbare Beutel füllen.

Chinakohl: Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien:

Chinakohl (roh) ist mit 16 kcal/100g und 0,2 g/100g Fett sehr fett- und kalorienarm. Ballaststoffe (1,2 g/100g) und Proteine (1,2 g/100g) sind ebenfalls eher wenig vorhanden.1

Der Kohl ist reich an Vitamin K (43 µg/100g; 57 % des Tagesbedarfs). Ähnlich viel ist in Pak-Choi (46 µg/100g) und Rotkohl (38 µg/100g) enthalten. Mangold beinhaltet mit 830 µg/100g besonders viel Vitamin K.1

Zudem steckt 79 µg/100g Folat in rohem Chinakohl (40 % des Tagesbedarfs). Wirsing (80 µg/100g) und Kopfsalat (73 µg/100g) weisen ähnliche Gehalte auf. Rohe Mungbohnen enthalten mit 625 µg/100g ca. das 8-fache an Folat.1

Der Gehalt an Vitamin C des Chinakohls beträgt 27 mg/100g (34 % des Tagesbedarfs). Dieser ähnelt demjenigen von Spinat (28 mg/100g) und Mangold (30 mg/100g). Bedeutend mehr Vitamin Aist in gelben Gemüsepaprika zu finden (184 mg/100g).1

Des Weiteren enthält Chinakohl Vitamin B6 (Pyridoxin), Kalium und Calcium in nennenswerten Mengen.1

Die gesamten Inhaltsstoffe von Chinakohl, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen im CLICK FOR unter dem Zutatenbild.

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Ist Chinakohl gesund? Chinakohl ist ein aufgrund weniger Kohlenhydrate, Fette und Eiweisse kalorienarmes Lebensmittel. Er liefert jedoch eine nennenswete Menge an Vitamin C und Beta-Karotin (Provitamin A).2 Im Unterschied zu anderen Kohlsorten ist Chinakohl leichter verdaulich und daher für Menschen mit empfindlicheren Mägen ebenfalls geeignet.

Wie anderen Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler sagt man dem Chinakohl antikarzinogene Eigeschaften nach.2 Neuere Forschungen haben gezeigt, dass der regelmässige und langfristige Verzehr von rohem Kreuzblütlergemüse das Krebsrisiko senken kann.3 Des Weiteren können sich Gemüse der Kreuzblütler positiv auf die Heilung von Krankheiten wie Schlaganfälle, Arteriosklerose, Diabetes, Arthritis und Altersschwächen auswirken und besitzen antibakterielle Eigenschaften.4

Im Chinakohl sind ausserdem Antioxidantien enthalten, die die Fähigkeit besitzen, reaktive Sauerstoffspezies zu verhindern, welche ansonsten oxidative Schäden verursachende pathologische Störungen wie Entzündungen und Atherosklerose auslösen könnten. Laut einer Studie ist davon auszugehen, dass eine längere Einwirkung von Sonnenlicht zu einem höheren Gehalt und einer Diversität an Antioxidantien führt.5

Ist Chinakohl roh essbar und gesund? Am meisten von den Nährstoffen des Chinakohls profitiert man, wenn man ihn als Rohkost verzehrt.

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Die Bioakkumulation von Schwermetallen in Gemüse stellt ein Risiko für die menschliche Gesundheit dar. Die Forscher einer Studie vermuteten, dass Chinakohl mit einem erhöhten Kupfergehalt, der keine sichtbaren Schadenssymptome aufweisen müsse, möglicherweise eine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen könnte und man daher den Anteil an Kupfer im Chinakohl im Auge behalten sollte.6 Auch eine Reduzierung der Cadmium-Akkumulation im Chinakohl strebt man an.7

Chinakohl akkumuliert zudem auch Nitrat in seinem Gewebe. Studien haben gezeigt, dass eine Nitratbelastung mit einem Risiko einer Krebserkrankung korreliert. Das Ausmass der Nitratakkumulation in Gemüse hängt von einigen Faktoren ab. Einer der wichtigsten Faktoren ist die Anwendung chemischer Stickstoffdünger. Die richtige Anwendung von Düngemitteln oder der Verzicht kann die Nitratakkumulation in Gemüse signifikant reduzieren.8

Volksmedizin - Naturheilkunde:

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) verwendet man Chinakohl als harntreibendes und verdauungsanregendes Mittel. Sein frischer Saft soll zudem bei Husten helfen.9

Vorkommen - Herkunft - Ökologie:

Chinakohl entstand vermutlich aus einer Kreuzung von Pak Choi (Senfkohl) mit einer Speiserübe.10 Mit den europäischen Kohlarten, die auf eine Wildform (Brassica oleracea var. silvestris) zurückgehen, ist er deshalb nur entfernt verwandt. Wie der Name andeutet, stammt der Chinakohl ursprünglich vermutlich aus China, wo man ihn erstmals im 5. Jahrhundert kultivierte.Nach Europa kam er viel später, nämlich gegen Anfang des 20. Jahrhunderts. Die grössten Anbaugebiete Asiens liegen in China, Korea, Japan und Taiwan. In Europa baut man ihn hauptsächlich in Italien, Spanien, Österreich, Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz an.11

Anbau im Garten oder als Topfpflanze:

Für den Anbau von Chinakohl benötigt es einen windgeschützten, sonnigen bis halbschattigen Standort mit lockerem, gehaltvollem Boden. Man sollte darauf achten, dass auf dem ausgewählten Boden vorher keine anderen Kohlsorten gewachsen sind, da man Kohlhernie vermeiden möchte. Die Aussaat sollte Ende Juli erfolgen. Der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen sollte ca. 30 cm betragen. Chinakohl benötigt viel Wasser. Daher immer gut giessen, Staunässe jedoch unbedingt vermeiden. Wenn der Kopf ganz geschlossen ist, kann man Chinakohl ernten. Dies passiert hauptsächlich im Oktober. Man schneidet den Kopf nah am Boden ab. Falls nötig entfernt man die äussersten Blätter. Eine frühere Ernte ist ebenfalls möglich, da Chinakohl immer wieder nachtreibt und man später noch weitere Blätter ernten kann. Möchte man Chinakohl einlagern, empfiehlt es sich, ihn mitsamt dem Wurzelballen zu ernten.12

Anbau - Ernte:

Um Ernten im Frühsommer zu ermöglichen, setzt man Anfang Mai Pflanzen in Gewächshäusern an, härtet diese ab und setzt sie darauf innerhalb eines Monats nach der Aussaat ins Freie, von Hand oder auch maschinell. Eine Direktsaat ist ab Ende April auch möglich. Um dabei Arbeits- und Saatgutkosten zu sparen, verwenden einige grössere Anbauer Einzelkornsämaschinen. Nach ca. 60-95 Tagen (je nach Sorte) ist Chinakohl reif. Man erntet ihn grundsätzlich von Hand.13

Ökologische Aspekte:

Eine über Generationen gleichbleibende Qualität der Chinakohle zu erreichen, erweist sich im biologischen Anbau als schwierig. Bio-Chinakohl (bio) ist trotzdem hochwertiger, da man beim Anbau auf chemische Düngung und synthetische Pflanzen und Insektenschutzmittel verzichtet. Neue stickstoffreiche, pflanzliche Dünger sollen im Bio-Anbau für frühe Ernten im September sorgen.10

Allgemeine Informationen:

Chinakohl (Brassica rapa subsp. pekinensis) ist eine Gemüsepflanze der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Die festen, ovalen bis zylindrischen Köpfe mit ihren meist gelbgrünen Blättern haben ein Gewicht von ca. 1-3 kg.

Es gibt viele Cultivare von Chinakohl. In China unterscheidet man vor allem zwischen zwei Arten von Chinakohl: Baak Choi (weisses Gemüse) und Lung Nga Paak (Zahn des weissen Drachen). Die Sorte, die man in in Europa vorwiegend anbaut, stammt von Lung Nga Paak ab.11

Alternative Namen:

Chinakohl nennt man auch Pekingkohl, Japankohl, Selleriekohl, Blätterkohl und Kochsalat. Auf Chinesisch bezeichnet man Chinakohl als Pe-Tsai. Falsche Schreibweisen wie z.B. China Kohl roh schleichen sich ein.

Im Englischen sind die Bezeichnungen Chinese cabbage und Napa cabbage gängig.

Literatur - Quellen:

CLICK FOR: 13 Quellenangaben

In der Wissenschaft ist Wikipedia (wiki) als Quelle umstritten, auch weil bei Wikipedia Angaben zur zitierten Literatur bzw. zu Autoren häufig fehlen oder nicht verlässlich sind. Unsere Piktogramme für Nährwerte enthalten kcal.

  1. USDA United States Department of Agriculture.
  2. Roger JDP. Heilkräfte der Nahrung. Advent-Verlag: Zürich. 2006: 182-187.
  3. Wang T, Li C, Liu Y, Li T, Zhang J, Sun Y. Inhibition effects of Chinese cabbage powder on aflatoxin B1-induced liver cancer. Food Chem. 2015;186:13–9.
  4. Lee D, Jeon D, Park SG, Arasu M, Al-Dhabi N, Kim SC, u. a. Effect of cold storage on the contents of glucosinolates in chinese cabbage (Brassica rapa l. Ssp. Pekinensis). South Indian Journal of Biological Sciences 2015;1(1);38-42.
  5. Seong G-U, Hwang I-W, Chung S-K. Antioxidant capacities and polyphenolics of Chinese cabbage (Brassica rapa L. ssp. Pekinensis) leaves. Food Chem. 2016;199:612–8.
  6. Xiong Z-T, Wang H. Copper toxicity and bioaccumulation in Chinese cabbage (Brassica pekinensis Rupr.). Environmental Toxicology. 2005;20(2):188–94.
  7. Mi B, Liu F, Xie L, Zhou H, Wu F, Dai X. Evaluation of the uptake capacities of heavy metals in Chinese cabbage. Ecotoxicol Environ Saf. 2019;171:511–7.
  8. Zhong W, Hu C, Wang M. Nitrate and nitrite in vegetables from north China: content and intake. Food Addit Contam. 2002;19(12):1125–9.
  9. Therapeutika.ch Kohl, Chinakohl.
  10. Pini U. Das Bio-Food Handbuch. Ullmann Verlag: Potsdam; 2014: 137.
  11. Terranova-verlag.de Gemüse aus dem Reich der Mitte.
  12. Meine-ernte.de Chinakohl.
  13. Omafra.gov.on.ca Chinese Cabbage Production in Southern Ontario.
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