Inhaltsverzeichnis
| Wir bieten wissenschaftlich fundierte Informationen zu Gesundheit, Ernährung und Nachhaltigkeit – unabhängig von Sponsoren, Lebensmittelindustrie oder Herstellern von Nahrungsergänzungsmitteln. Hier erfahren Sie mehr: unsere Mission. |
Weisse Bohnen sind eine Variante der Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) und enthalten viele Ballaststoffe und Proteine. Roh sind sie schädlich. Im Handel gibt es sie oft in Bio-Qualität.
Verwendung in der Küche
Die nierenförmigen, weiss bis cremefarbenen Bohnen sind eng verwandt mit den roten Kidney-Bohnen.
Da sie im rohen Zustand aufgrund des enthaltenen Lektins giftig sind, weichen Sie diese vor dem Verzehr immer ein und kochen oder keimen sie anschliessend. Details dazu finden Sie unter dem Link "Phytinsäure bzw. Phytat und das Einweichen oder Keimen".
Als pflanzliche Proteinquelle sind sie idealer Bestandteil von herzhaften Suppen oder Eintöpfen und eignen sich hervorragend für Bratlinge, Falafel oder Bohnenmus. Die bekannten "Baked Beans", in Tomatensauce gebackene weisse Bohnen, geniessen die Menschen in Grossbritannien gerne zum Frühstück. Auch in frischen Salaten schmecken die gekochten weissen Bohnen hervorragend.
Neben Protein liefern weisse Bohnen reichlich Kohlenhydrate, wovon etwa 30 % auf Amylose entfallen. Diese spezielle Stärke dient in der Lebensmittelindustrie häufig als Bindemittel, Verdickungsmittel und Stabilisator.24
Veganes Rezept für mediterranen Salat mit weissen Bohnen
Zutaten (für 4 Personen): 500 g weisse Bohnen, 1 rote Zwiebel, 200 g Cherry-Tomaten, 1 rote Gemüsepaprika, 1 Salatgurke, 10-15 schwarze Oliven (entsteint), 1 EL Kapern, 1 Bund Petersilie, 1 Bund Minze. Dazu passt eine ölfreie Vinaigrette (Salatsauce) mit Walnüssen und Orangensaft.
Zubereitung: Weisse Bohnen kochen und abkühlen lassen (Link zur Zubereitung). Zwiebeln schälen und fein hacken. Cherry-Tomaten, Gemüsepaprika und Salatgurke waschen und Gemüsepaprika und Salatgurke in kleine Würfel schneiden. Diese zusammen mit den weissen Bohnen in eine grosse Schüssel geben. Oliven und Kapern dazugeben. Petersilie und Minze bei Bedarf waschen, fein hacken und unter die Masse mischen.
Vegane Rezepte mit weissen Bohnen finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".
| Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen: Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler. |
Einkauf - Lagerung
Rohe weisse Bohnen sind mehrheitlich in getrockneter Form erhältlich, teilweise in Bio-Qualität. Sie finden sich ganzjährig im Sortiment.
In grossen Supermarktketten wie Coop, Migros, Spar, Rewe, Edeka oder Hofer sind sie gelegentlich erhältlich. Andere Supermärkte wie Aldi, Denner, Volg, Lidl und Billa haben sie selten im Angebot. Weisse Bohnen gibt es auch in Bio-Supermärkten wie Denn's Biomarkt oder Alnatura oder in Reformhäusern. Häufiger zu finden, sind gekochte weisse Bohnen in Dosen oder Gläsern.
Die Erntezeit für weisse Bohnen im DACH-Raum reicht von Ende Juli bis Ende August.7 In wärmeren Regionen wie Äthiopien liegt die Saison je nach Sorte hingegen zwischen Ende September und Ende Oktober.19
Die Verfügbarkeit von weissen Bohnen ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.
Tipps zur Lagerung
Getrocknete weisse Bohnen lassen sich in fest verschlossenen Gläsern oder Dosen, sowie in der Originalverpackung trocken gelagert für ein bis zwei Jahre aufbewahren.3
Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien
Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.
Rohe weisse Bohnen (bio) enthalten 333 kcal pro 100 g. Sie sind mit ihren 15 g/100g sehr ballaststoffreich. Pro 100 g Bohnen sind 23 g Protein und 60 g Kohlenhydrate enthalten. Der Fettgehalt ist mit 0,85 g/100g gering.1
Weisse Bohnen enthalten mit 388 µg/100g reichlich Folat (Folsäure). Beim Kochen verringert sich der Gehalt jedoch auf 102 µg/100g, was noch 51 % des Tagesbedarfs entspricht. Einen höheren Folatgehalt haben gekochte Kidney-Bohnen (130 µg), gekochte schwarze Bohnen (149 µg), sowie gekochte Linsen (181 µg).1
Die proteinreichen Bohnen enthalten alle acht essenziellen Aminosäuren. Reichlich vorhanden sind Tryptophan und Threonin mit 0,28 g bzw. 0,98 g pro 100g. Dies entspricht 112 % bzw. 106 % des Tagesbedarfs. Der Gehalt verringert sich jedoch beim Kochen auf 0,10 g bzw. 0,35 g pro 100 g.1
Kalium ist mit 1795 mg/100g ebenfalls reichlich vorhanden. Dieses geht beim Waschen und beim Kochen jedoch im Wasser verloren, weshalb gekochte weisse Bohnen nur noch rund 391 mg/100g davon enthalten. Ackerbohnen weisen mit 1062 mg/100g ebenfalls reichlich Kalium auf. Im Gegensatz zu weissen Bohnen lassen sich Ackerbohnen in kleinen Mengen auch roh verzehren. Reichlich Kalium findet sich auch in gekochten Sojabohnen (515 mg), Spinat (558 mg) und Feldsalat (459 mg). Die Banane, die oft als gute Kaliumquelle gilt, hat hingegen nur 358 mg/100g.1
Das Spurenelement Mangan ist mit 1,8 mg/100g enthalten. Dies entspricht 90 % des Tagesbedarfs. Gekochte weisse Bohnen weisen noch 0,52 mg/100g auf. Mehr Mangan ist in gekochten Kichererbsen (0,99 mg/100g) und gekochten Sojabohnen (0,82 mg/100g) enthalten.1 Besonders viel Mangan enthalten Nüsse wie z.B. Pinienkerne (8,8 mg/100g) und Haselnüsse (6,2 mg/100g).
Die gesamten Inhaltsstoffe von weissen Bohnen, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.
Wirkungen auf die Gesundheit
Weisse Bohnen sind reich an Proteinen und Ballaststoffen. Dies trägt zu einem niedrigen glykämischen Index bei. Ballaststoffe fördern die Verdauung und regulieren die Darmtätigkeit. Die Proteine enthalten essenzielle Aminosäuren wie Lysin, Leucin und Valin. Da Getreide vergleichsweise wenig Lysin liefert, ergänzen sich Bohnen- und Getreideproteine hinsichtlich ihres Aminosäureprofils und tragen zu einer ausgewogenen Proteinzufuhr bei. Weisse Bohnen enthalten zudem 67–75 % Kohlenhydrate, überwiegend Stärke mit typischerweise etwa 30 % Amylose. Das Protein Phaseolamin, ein α-Amylase-Hemmer, kann die Stärkeverdauung verlangsamen und dadurch möglicherweise die Blutzuckerregulation und Gewichtsregulation unterstützen. Insgesamt kann diese Nährstoffkombination das Risiko für Typ-2-Diabetes senken. Lipide machen etwa 2 % der Zusammensetzung von weissen Bohnen aus. Der hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren trägt zu möglichen kardiovaskulären gesundheitlichen Vorteilen bei.13,14,15,23,24,29
Der hohe Gehalt an resistenter Stärke und Ballaststoffen liefert Darmbakterien Substrat für die Fermentation. Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren (SCFA), die den pH-Wert im Dickdarm senken und dadurch das Wachstum potenziell krankheitserregender Bakterien hemmen können. Dies unterstützt die Darmgesundheit und kann zur Darmkrebsprävention beitragen. Die Fermentation verbessert zudem die Bioverfügbarkeit bestimmter Mineralstoffe wie Eisen und Zink. Weisse Bohnen enthalten Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Calcium, Eisen und Mangan.24,29
Weisse Bohnen enthalten reichlich Folat. Folsäure ist die synthetische Form von Vitamin B9, während Folat natürlicherweise in Lebensmitteln vorkommt. Beide spielen eine zentrale Rolle bei der DNA- und RNA-Synthese, der Proteinbildung sowie dem Aminosäurestoffwechsel. Zur Prävention ist eine tägliche Aufnahme von 400-550 μg Folsäure ab der Zeit vor der Empfängnis und während der Schwangerschaft empfohlen. Eine ausreichende Folatversorgung rund um die Empfängnis und in der frühen Schwangerschaft senkt das Risiko von Neuralrohrdefekten beim Embryo.10,28
Die Studienlage zu Folsäure und Krebsrisiko ist widersprüchlich. Insgesamt deutet die Datenlage auf eine mögliche Schutzwirkung einer ausreichenden Folatversorgung bei der Krebsentstehung, wie Leukämie, Kopf-Hals-, Speiseröhren-, Lungen-, Darm-, Brust- und Eierstockkrebs hin. Bei bestimmten Tumorvorstufen kann eine hohe Folatzufuhr die Tumorprogression begünstigen. Auch bei starken RaucherInnen sind mögliche ungünstige Wechselwirkungen beschrieben. Für hohe Folsäuredosen nach bereits vorhandenen Tumorvorstufen bleibt die Wirkung dagegen unklar.11,12
Sekundäre Pflanzenstoffe
Viele gesundheitliche Wirkungen von weissen Bohnen kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen. Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.
Weisse Bohnen enthalten u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:24,25,27,29
- Isoprenoide: Triterpene: Steroide (Beta-Sitosterol, Campesterol, Fucosterol, Lanosterol), Saponine
- Polyphenole: Phenolsäuren: Hydroxybenzoesäuren (Gallussäure, Vanillinsäure, Protocatechinsäure); Hydroxyzimtsäuren (Ferulasäure, Kaffeesäure, Sinapinsäure, p-Cumarsäure); Flavonoide: Flavonole (Kaempferol, Quercetin, Myricetin), Flavanole (Catechin, Epicatechin, Gallocatechin), Flavone (Apigenin), Anthocyane (Peonidin, Cyanidin, Delphinidin, Delphinidin-Derivate, Malvidin, Petunidin, Pelargonidin, Cyanidin-Derivate); Tannine (Proanthocyanidine)
- Sonstige Pflanzenstoffe (inkl. Protease-Inhibitoren): Phytinsäure; Lektine
Verschiedene In-vitro- und In-vivo-Studien bestätigen antioxidative Wirkungen von weissen Bohnen aufgrund der enthaltenen Polyphenole. Die phenolischen Verbindungen unterscheiden sich je nach Färbung der Samenschale und Sorte der Bohnen. Schwarze Bohnen weisen in der Regel die höchsten Anthocyangehalte auf.27
Die phenolischen Verbindungen der Bohnen können zu den antidiabetischen, kardioprotektiven und antikanzerogenen Eigenschaften beitragen. Ein regelmässiger Bohnenverzehr steht in Beobachtungsstudien mit einem geringeren Erkrankungsrisiko in Zusammenhang: Bei mindestens zweimal wöchentlichem Verzehr sinkt das Risiko für Darmkrebs um bis zu 47 %, für Prostatakrebs um etwa 22 % und für Brustkrebs um etwa 67 %. Mindestens drei Portionen pro Woche stehen mit einem um etwa 35 % geringeren Diabetesrisiko in Zusammenhang. Bei mindestens vier Portionen pro Woche zeigt sich zudem ein um 22 % geringeres Risiko für koronare Herzerkrankungen und ein um 11 % geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.27
Für weise Bohnen gibt es Hinweise auf entzündungshemmende Effekte sowie günstige Wirkungen auf Cholesterin- und Blutfettwerte. Zudem können sie die Entstehung und das Wiederauftreten adenomatöser Polypen beeinflussen und dadurch möglicherweise zur Darmkrebsprävention beitragen.27 Steroide kommen u.a. in Nüssen, Pflanzenölen, Samen, Getreide und Bohnen vor. Aufgrund ihrer strukturellen Ähnlichkeit zu Cholesterin besitzen sie potenziell antikarzinogene und antiatherogene Eigenschaften. Als mögliche Mechanismen gelten die Hemmung des Zellzyklus, die Auslösung der Apoptose und die Verringerung von oxidativem Stress.24
Wie andere Hülsenfrüchte enthalten weisse Bohnen jedoch auch antinutritive Faktoren, darunter Phytate (Phytinsäure), Tannine, Lektine, Enzyminhibitoren (z. B. Trypsininhibitoren und Amylaseinhibitoren) sowie Saponine. Diese Stoffe können die Aufnahme verschiedener Makro- und Mikronährstoffe beeinträchtigen. Dadurch können sie die Mineralstoffaufnahme und die Proteinverdaulichkeit von Lebensmitteln reduzieren.24
Durch eine gezielte Verarbeitung lassen sich diese Stoffe deutlich reduzieren oder inaktivieren. Zu den am häufigsten eingesetzten Verfahren zur Reduktion oder Entfernung dieser Verbindungen zählen Erhitzen, Extrusionskochen, Mahlen, Schälen, Einweichen, Keimung, Fermentation und konventionelles Kochen. Dies verbessert sowohl die Bioverfügbarkeit der Nährstoffe als auch den Geschmack und die Bekömmlichkeit der Bohnen.24 Lesen Sie mehr dazu im Artikel über die Phytinsäure.
Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen
Wie alle Sorten der Gartenbohne sind weisse Bohnen im Rohzustand schädlich, da sie eine hohe Aktivität des giftigen Lektins Hämagglutinin aufweisen.24 Der Verzehr von rohen oder nicht ausreichend gekochten Hülsenfrüchten kann Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall verursachen.26
Wie andere Hülsenfrüchte können Bohnen aufgrund der enthaltenen Mehrfachzucker zu Blähungen führen. Informationen dazu finden Sie unter der Zutat Bohnen, weiss, gekocht, ohne Salz (Alubia).
Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl
Hülsenfrüchte wie Bohnen, Kichererbsen, Sojabohnen, Linsen und Erbsen gelten aufgrund des hohen Eiweissanteils und der Ballaststoffe als gesunde pflanzliche Proteinquelle. Sie weisen eine deutlich bessere Umweltbilanz auf als Milch- und Fleischprodukte.16
Der Konsum pflanzlicher Proteine und entsprechender Fleischersatzprodukte schont Umwelt und Klima, da die Tierhaltung erhebliche Kalorienverluste verursacht: Für die Erzeugung tierischer Kalorien ist ein Vielfaches an pflanzlicher Futterenergie erforderlich.16
Ihr ökologischer Fussabdruck fällt aus mehreren Gründen geringer aus. Für die Herstellung von 100 g Pflanzenprotein ist durchschnittlich sechs- bis siebenmal weniger landwirtschaftliche Fläche nötig als für 100 g Fleischprotein.16
Der Wasserfussabdruck ist ebenfalls geringer. Die Produktion von Hülsenfrüchten benötigt beispielsweise sechsmal weniger Wasser als die Erzeugung der gleichen Menge Rindfleisch.17 Auch in Bezug auf CO2-Emissionen schneiden Hülsenfrüchte, wie Bohnen, besser ab als Fleisch. Die Erzeugung von einem Kilo Bohnen oder Erbsen emittiert laut dem Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU) etwa 0,8 bis 1,3 kg CO2eq, bei der gleichen Menge Schweinefleisch sind es durchschnittl. 4,6 kg CO2eq, bei Rindfleisch sogar 13,6 kg CO2eq.18 Mehr Informationen dazu finden Sie unter Grundwissen.
Der Anbau von weissen Bohnen bringt zudem ökologische Vorteile mit sich. Die Pflanzen binden Stickstoff im Boden, was den Bedarf an chemischen Düngemitteln reduziert. Ihre kurze Wachstumszeit und der vergleichsweise geringe CO2-Fussabdruck unterstützen die Vielseitigkeit im Anbau sowie die Bodengesundheit.24
Beim Einkauf empfiehlt sich der Griff zu regionalen Produkten aus biologischem Anbau, da die biologische Landwirtschaft u.a. auf synthetische Schädlingsbekämpfungsmittel verzichtet. In der konventionellen Landwirtschaft kommen beim Anbau von Hülsenfrüchten oft grosser Mengen von Herbiziden (beispielsweise Glyphosat) zum Einsatz – nicht nur zur Unkrautbekämpfung, sondern auch bei der Sikkation. Bei dieser Methode sprüht man Herbizide kurz vor der Ernte gezielt auf, um die Nutzpflanze auszutrocknen und die Feldfrucht schneller reifen zu lassen.21 Diese Praxis dient vor allem in Ländern mit kurzer Wachstumsperiode (wie Kanada) oder als zeitsparende Massnahme.20 Entsprechend kann es auch im Endprodukt zu einer erhöhten Konzentration dieser Mittel kommen, insbesondere bei Hülsenfrüchten oder Getreide.21,20
Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?
Tierschutz - Artenschutz
In den letzten Jahren führten die zunehmende Industrialisierung der Lebensmittelproduktion und der globale Transport von Lebensmitteln dazu, dass energie- und fettreiche, stark verarbeitete Produkte leicht verfügbar sind. Gleichzeitig geraten lokale, saisonale und ballaststoffreiche pflanzliche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte oft in den Hintergrund.8
Eine pflanzenbetonte Ernährung stellt eine sinnvolle Alternative dar. Wenn wir Fleisch durch pflanzliche Proteine wie weisse Bohnen oder andere Hülsenfrüchte ersetzen, profitieren Umwelt, Tiere und Menschen. Hülsenfrüchte liefern hochwertige Proteine, wichtige Mikronährstoffe und bioaktive Pflanzenstoffe. Mehr pflanzliche Lebensmittel auf dem Teller tragen dazu bei, die Umwelt zu schonen, das Tierwohl zu schützen und die Gesundheit zu fördern.8
Weltweites Vorkommen - Anbau
Ursprünglich stammt die Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) aus Mittelamerika und der Andenregion von Südamerika. Bisher ging man von zwei Kultivierungszentren aus, jedoch zeigen neuere Untersuchungen die Erstdomestizierung der Gartenbohne in Mexiko und den erst späteren Anbau in den Andenregionen.4 Im 16. Jahrhundert gelangte die Gartenbohne nach Europa. Durch den Anbau von Sorten aus Mittel- und Südamerika bildeten sich über die Jahrhunderte in Europa durch Hybridisierung eigene Sorten heraus.9
Nordamerika ist heute der weltweit grösste Produzent von weissen Bohnen, wobei Kanada rund 42 % der Gesamtproduktion stellt – allen voran die Provinzen Ontario und Manitoba. Kanada zählt zudem zu den wichtigsten Exporteuren weltweit.24
Im Gegensatz dazu ist die Produktion von weissen Bohnen in Brasilien trotz einer hohen allgemeinen Bohnenproduktion (2,84 Mio. Tonnen im Jahr 2022) sehr gering. Brasilien muss daher jährlich zwischen 10'000 und 15'000 Tonnen weisse Bohnen importieren, hauptsächlich aus Argentinien (2019: rund 12'000 Tonnen).24
Der internationale Handel erfasst die einzelnen Gartenbohnensorten meist nicht getrennt. Laut FAOSTAT lag die weltweite Gesamterzeugung getrockneter Bohnen im Jahr 2020 bei 27,4 Millionen Tonnen.2
Wild zu finden
Verwilderte und wilde Formen der Gartenbohne finden sich in Mittel- und Südamerika, wo die kultivierte Gartenbohne ursprünglich herkommt.4 Eine wilde Stammform, die Phaseolus aborigineus Burk., kommt beispielsweise heute noch in Venezuela, Kolumbien, Peru, Bolivien und Argentinien vor.5,6
Anbau - Ernte
Für den Anbau weisser Bohnen eignen sich vollsonnige Standorte mit gut durchlässigen, mässig nährstoffreichen Böden und einem pH-Wert von 6,0–7,0. Säen Sie die Bohnen nach dem letzten Frost aus, sobald die Bodentemperatur konstant mindestens 16 °C erreicht. Legen Sie die Samen 3–5 cm tief mit einem Abstand von 10–15 cm und einem Reihenabstand von 45–60 cm in den Boden. Unter optimalen Bedingungen keimen die Samen innerhalb von 7–10 Tagen bei Temperaturen zwischen 18 und 29 °C. Das Saatgut bleibt etwa 3 bis 4 Jahre keimfähig.7
Weisse Bohnen wachsen als kompakte Buschtypen mit einer Höhe von 30 bis 45 cm und benötigen in der Regel keine Rankhilfe. Als Leguminose fixiert die weisse Bohne mithilfe von Rhizobium-Bakterien Stickstoff aus der Luft und benötigt daher in der Regel keinen zusätzlichen Stickstoffdünger.7
Giessen Sie mässig und vermeiden Sie Staunässe sowie Überkopfbewässerung. Nach dem Anwachsen sind die Pflanzen relativ trockenheitstolerant. Die Reife als Trockenbohne erreichen Navy Beans nach etwa 85–95 Tagen. Lassen Sie die Hülsen an der Pflanze vollständig trocknen und ernten Sie sie, sobald die meisten Hülsen braun und papierartig sind.7
Als Nachbarpflanzen eignen sich insbesondere Mais, Kürbis und Karotten. Vermeiden Sie hingegen die direkte Nachbarschaft zu Zwiebeln, Knoblauch und Fenchel.7
Weiterführende Informationen
Weisse Bohnen sind eine Variante der Gartenbohne (Phaseolus vulgaris). Diese gehört zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae). Weisse Bohnen (im Englischen "Navy Beans") verdanken ihren Namen der Tatsache, dass sie im 19. Jahrhundert zur Ernährung der US-amerikanischen Marine gehörten. Sie sind klein, haben eine weisse Schale und eine ovale Form.27
Alternative Namen
Es gibt verschiedene Sorten weisser Bohnen. Zu den bekanntesten zählen Cannellini, Soisson, Alubia und Gigantes. Im englischsprachigen Raum sind sie unter den Bezeichnungen "white beans" und "navy beans" bekannt.
Teilweise findet sich die Bezeichnung "weisse Bohne" auch für Dicke Bohnen (Ackerbohnen). Dabei handelt es sich aber nicht um eine weitere Sorte der Gartenbohne, sondern diese gehört zur Gattung der Wicken.
Literaturverzeichnis - 28 Quellen (Link zur Evidenz)
| 1. | ● Website | USDA United States Department of Agriculture. |
| 2. | ● Website | FAOSTAT Food and Agriculture Organization of the United Nations. Beans, dry (2020). |
| 3. | ● Website | Bundeszentrum für Ernährung. Lebensmittellagerung im Haushalt (PDF). 2020. |
| 4. | * molekulargenetische / populationsgenetische Studie DOI: 10.1073/pnas.1108973109 Study: weak evidence | Bitocchi E, Nanni L et al. Mesoamerican origin of the common bean (Phaseolus vulgaris L.) is revealed by sequence data. Proc Natl Acad Sci U S A. 2012;109(14):E788-96. |
| 5. | ● Website | Uni-giessen de: Phaseolus-Bohne, Gartenbohne, Gewöhnliche Bohne (Phaseolus vulgaris L.). |
| 6. | * wissenschaftlicher Forschungsartikel Study: weak evidence | Berglund-Brücher O, Brücher H. The South American Wild Bean (Phaseolus aborigineus Burk.) as Ancestor of the Common Bean. Economic Botany. 1976;30(3):257-272. |
| 7. | ● Erntefenster 25. Juli – 24. Aug. Website | plotmygarden com: Weisse Bohne (Navy Bean). |
| 8. | * In recent years, with the lengthening and diversification of the food chain, refined foods rich in fats are easily accessible due to the increase of industrial processing and transport over long distances (1). This has led to a shift in the way of local and seasonal foods, especially fiber-rich plant foods, as well as an increase in energy-dense processed foods high in refined starches, sugars, saturated fats, and salt (1, 2). [..] Changing eating habits and consequently the food supply towards sustainable models, and reorienting food production and distribution might create significant human and planetary health benefits. Many studies have further shown that substituting protein-rich plant food for meat is beneficial from both an environmental animal welfare and human health point of view (12–17). The consumption of plant-based proteins from legumes, such as common beans, is increasing on a global basis, and represent a sustainable, and healthier option than animal-based proteins (18). Therefore, in plant-based diet formulations, it is necessary to insert sources of high quality and quantity of protein and major micronutrients (19). Narratives Review DOI: 10.3389/fnut.2024.1385232 | Lisciani S, Marconi S et al. Legumes and common beans in sustainable diets: nutritional quality, environmental benefits, spread and use in food preparations. Front Nutr. 2024;11:1385232. |
| 9. | * experimentelle genetische Originalstudie zur Domestikationsgeschichte der Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) DOI: 10.1007/s00122-010-1353-2 | Angioi SA, Rau D et al. Beans in Europe: origin and structure of the European landraces of Phaseolus vulgaris L. Theor Appl Genet. 2010;121(5):829-843. |
| 10. | ● Die EFSA hat für alle Altersgruppen ≥ 15 Jahren einen Zufuhrreferenzwert von 330 µg FÄ pro Tag abgeleitet; für Schwangere und Stillende empfiehlt sie 600 bzw. 500 µg FÄ pro Tag Die D-A-CH-Gesellschaften haben für Jugendliche ≥ 13 Jahren und für Erwachsene Empfehlungen für die Zufuhr von Folatäquivalenten (FÄ) in Höhe von 300 µg pro Tag abgeleitet. Für Website | BfR Bundesinstitut für Risikobewertung. Aktualisierung (2024): Höchstmengenvorschläge für Folsäure in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln. 2024. |
| 11. | * Folic acid plays a crucial role in diverse biological processes, notably cell maturation and proliferation. Here, we performed a literature review using articles listed in electronic databases, such as PubMed, Scopus, MEDLINE, and Google Scholar. In this review article, we describe contradictory data regarding the role of folic acid in cancer development and progression. While some studies have confirmed its beneficial effects in diminishing the risk of various cancers, others have reported a potential carcinogenic effect. The current narrative review elucidates these conflicting data by highlighting the possible molecular mechanisms explaining each point of view. Further multicenter molecular and genetic studies, in addition to human randomized clinical trials, are necessary to provide a more comprehensive understanding of the relationship between folic acid and cancer. Study: weak evidence | Thabet RH, Alessa REM, Al-Smadi ZKK, Alshatnawi BSG, Amayreh BMI, Al-Dwaaghreh RBA, u. a. Folic acid: friend or foe in cancer therapy. J Int Med Res. Januar 2024;52(1):03000605231223064. |
| 12. | * Water-soluble B vitamins, mainly obtained through dietary intake of fruits, vegetables, grains, and dairy products, act as co-factors in various biochemical processes, including DNA synthesis, repair, methylation, and energy metabolism. These vitamins include B1 (Thiamine), B2 (Riboflavin), B3 (Niacin), B5 (Pantothenic Acid), B6 (Pyridoxine), B7 (Biotin), B9 (Folate), and B12 (Cobalamin). Recent studies have shown that besides their fundamental physiological roles, B vitamins influence oncogenic metabolic pathways, including glycolysis (Warburg effect), mitochondrial function, and nucleotide biosynthesis. Although deficiencies in these vitamins are associated with several complications, emerging evidence suggests that excessive intake of specific B vitamins may also contribute to cancer progression and interfere with therapy due to impaired metabolic and genetic functions. This review discusses the tumor-suppressive and tumor-progressive roles of B vitamins in cancer. It also explores the recent evidence on a comprehensive understanding of the relationship between B vitamin metabolism and cancer progression and underscores the need for further research to determine the optimal balance of B vitamin intake for cancer prevention and therapy. Narrative Übersichtsarbeit Study: weak evidence | Frost Z, Bakhit S, Amaefuna CN, Powers RV, Ramana KV. Recent Advances on the Role of B Vitamins in Cancer Prevention and Progression. IJMS. 25. Februar 2025;26(5):1967. |
| 13. | * Narratives Review DOI: 10.1038/s41575-020-00375-4 Study: weak evidence | Gill SK, Rossi M et al. Dietary fibre in gastrointestinal health and disease. Nat Rev Gastroenterol Hepatol. 2021;18(2):101-116. |
| 14. | * The escalating global prevalence of obesity underscores the need for effective and sustainable nutritional interventions. Functional foods, especially white kidney beans (Phaseolus vulgaris), show a promising avenue to link fundamental biochemical insights with clinically feasible interventions, supporting their potential as an adjunct dietary strategy for managing and preventing obesity. This review critically examines the mechanistic roles of white kidney bean in weight regulation, which includes suppression of starch digestion, attenuation of postprandial glycemia, modulation of appetite and satiety, and hypolipidemic effects. Clinical and preclinical evidence supports the potential of white kidney bean as a nutraceutical for metabolic health, demonstrating consistent reductions in body fat mass, glycemic excursion, and overall weight. Nevertheless, significant limitations persist, including heterogeneity in trial designs, absence of dose standardization, and inadequate long-term safety assessments. Furthermore, this review addresses food fortification, advancements in supplement formulation, and cooking techniques that enhance both consumer acceptability and the bioactivity of white kidney bean (WKB), along with the significance of regulatory standards to ensure safety and quality. Future research should integrate clinical, molecular and food technology methods to improve the translation of experimental findings into precision nutritional strategies for obesity management. Narrative Übersichtsarbeit Study: weak evidence | Muzaffar H, Jehangir M, Hu J, Yu Y, Yu M, Hu Y. Therapeutic Potential of White Kidney Beans (Phaseolus vulgaris) for Weight Management. Foods. November 2025;14(22):3940. |
| 15. | * eine klinische Interventionsstudie (randomisierte kontrollierte Studie, RCT) mit einer Sekundäranalyse der Daten DOI: 10.1093/jn/nxz117 Study: strong evidence | Miketinas DC, Bray GA et al. Fiber Intake Predicts Weight Loss and Dietary Adherence in Adults Consuming Calorie-Restricted Diets: The POUNDS Lost (Preventing Overweight Using Novel Dietary Strategies) Study. J Nutr. 2019;149(10):1742-1748. |
| 16. | ● Aus Umweltsicht sind pflanzliche Proteine und entsprechende Fleischersatzprodukte die besten Alternativen zu Fleisch. Dies liegt vor allem daran, dass die sogenannte Veredelung wegfällt. Gemeint ist damit die Erzeugung tierischer Produkte durch Verfütterung pflanzlicher Produkte. Dabei gehen viele Kalorien verloren, da mehr pflanzliche Kalorien eingesetzt werden, als Kalorien bei den tierischen Produkten entstehen. Im Ergebnis ist deutlich weniger landwirtschaftliche Fläche für die Erzeugung von Fleischersatzprodukten nötig. Beispielsweise braucht man für die Produktion von 100 Gramm fleischlichen Proteins sechs- bis siebenmal mehr landwirtschaftliche Fläche als für die Produktion von 100 Gramm Sojaprotein Website | WWF. Die Proteinfrage: Von pflanzlichen Alternativen bis hin zu Insekten. 2021. |
| 17. | ● Ein Kilogramm Rindfleisch enthält rund 700 Gramm Wasser. Doch eine ungleich grössere Menge steckt in der Produktion des Fleischs. Dieses sogenannte virtuelle Wasser ist die Menge, die über den gesamten Herstellungsprozess anfällt. Im globalen Durchschnitt sind es über 15.400 Liter pro Kilogramm Rindfleisch. In einigen Fällen werden noch weitaus höhere Zahlen genannt. Als Proteinquelle ist das Muskelgewebe eines Rindes somit sehr ineffizient, allein was den Bedarf an Wasser betrifft: Er ist sechsmal so hoch wie bei Hülsenfrüchten. Website | Albert-Schweitzer Stiftung. Das steckt hinter einem Kilogramm Rindfleisch. 2016. |
| 18. | ● Website | Reinhardt G, Gärtner S et al. Ökologische Fussabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland. Institut für Energie - und Umweltforschung Heidelberg. 2020. |
| 19. | * Depending on the maturity of the varieties, harvesting was done from the end of September and of October 2019 at Libokemkem and Simada, respectively. Border rows were harvested as a grain and the central rows for the measurement of the data. Finally, the harvested product from the central rows was sun-dried, threshed and measurements were made for grain yield and one hundred seed weight. Experimentelle Feldstudie DOI: 10.1016/j.heliyon.2021.e08610 | Amare K, Kassahun A. Participatory variety selection for released white common bean varieties in South Gondar Zone, Ethiopia. Heliyon. 2021;7(12):e08610. |
| 20. | * Narratives Review DOI: 10.1016/j.foodcont.2019.106710 Study: weak evidence | Xu J, Smith S et al. Glyphosate contamination in grains and foods: An overview. Food Control. 2019;106:106710. |
| Wir haben Studien und Bücher zu Ernährung und Gesundheit nach folgenden 3 Evidenz-Kategorien markiert: grün=starke Beweiskraft, gelb=mittlere, violett=schwache. Die restlichen Quellen sind grau markiert. Eine ausführliche Erklärung finden Sie in unserem Beitrag: Wissenschaft oder Glaube? So prüfen Sie Publikationen. | ||
- Amanda Gabriel, Dr. phil. (Hauptautor:in)
- Ranin Huemer BSc, Ernährungswissenschaftlerin (Autor:in)
- Katharina Hofer, MSc Ökologische Landwirtschaft (Prüfer:in)













Kommentare