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Meerrettich, roh (bio)

Entdecken Sie vielseitige Verwendungsmöglichkeiten von Meerrettich in der Küche, die allfällige Saison, Preise und gesundheitliche Vorteile. Erfahren Sie mehr über wichtige Nährstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Anbau und Ökobilanz.

Die von uns zusammengetragenen Informationen zu der Zutat entsprechen dem Standard der USDA Datenbank.
75%Wasser 87Makronährstoff Kohlenhydrate 87.21%/11Makronährstoff Proteine 11.43%/01Makronährstoff Fette 1.36% 

Die drei Verhältniszahlen zeigen den prozentualen Gewichtsanteil der Makronährstoffe (Kohlenhydrate / Proteine / Fette) der Trockensubstanz (exkl. Wasser).  In der Sprache Englisch sind Ballaststoffe als Bestandteil des Kohlenhydrat-Anteils gerechnet. Die Umrechnung von Gewicht in kcal erfolgt nach dem von der USDA verwendeten "Atwater system". 

Davor ersehen Sie den Wasseranteil, gerundet auf ganze %.

Ω-6 (LA, 0.1g)Omega-6-Fettsäuren wie Linolsäure (LA) : Ω-3 (ALA, 0.1g)Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure (ALA) = 0:0

Verhältnis Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren soll insgesamt 5:1 nicht überschreiten. Link zu Erklärungstext.

Werte sind zu klein, um relevant zu sein.

Meerrettich (Armoracia rusticana), auch Kren genannt schmeckt am besten roh und frisch gerieben. Seine Schärfe kommt besonders gut in Sossen oder Dips zur Geltung.

Verwendung in der Küche

Kann man Meerrettich roh essen? Bevorzugen Sie die beige-weisse, längliche Meerrettichwurzel roh. So kommen der typisch scharfe Geschmack und beissende Geruch am besten zur Geltung. Erhitzen zerstört die hitzeempfindlichen Vitamine und Senföle, was den Geschmack verändert.

Muss man Meerrettich schälen? Nach dem Waschen ist die Schale mit einem scharfen Küchenmesser oder Sparschäler abzuschälen, da die äussere Schicht etwas bitter schmecken kann und deren faserige Struktur das Reiben erschwert. Zudem können noch Erntereste an der Schale sein. Nach dem Reiben der nun weissen Wurzel mit einer Küchenreibe helfen etwas Zitronensaft oder Essig, um die weisse Farbe zu erhalten. Die ätherischen Öle verflüchtigen rasch, weshalb die geriebene Wurzel möglichst schnell zu verwenden ist. Gut schmeckt der geriebene Meerrettich als Gewürz in Sossen, Dips und zu Gerichten, die etwas Schärfe vertragen.

Bekannt ist Meerrettich in Kombination mit Roter Bete, in Salat oder in einer Suppe. Zum Binden einer Meerrettichsuppe passen Kartoffeln, verfeinert mit veganer sauren Sahne.

Ein veganer Meerrettich-Aufstrich schmeckt mit Apfel oder Reis als Grundzutat, es gibt auch Rezepte mit Cashew-Nüsse als Basis. Wagen Sie einen Versuch mit den gesünderen Walnüssen.

Meerrettich verfeinert Salate wie Kartoffelsalat oder eine kräftige Salatsauce mit seiner würzigen Schärfe. Oder Sie probieren den veganen Sauerkrautsalat mit Karotte und Apfel.

Meerrettich schmeckt hervorragend mit veganem Lachs, dessen Grundzutat Karotten sind. Vollkornbrot, Kapern und Zwiebel ergänzen das Gericht.

Auch die Meerrettichblätter bereichern Rohkost-Gerichte, etwa als veganes Pesto aus frischen Meerrettichblättern. Gekocht schmecken sie als Spinat oder zum Ofengemüse.

Veganes Rezept für Feldsalat mit Meerrettich

Zutaten (für 2 Personen): 2 rote Beten (gekocht), 125 g Feldsalat (roh, bio), 50 g Walnüsse (roh, bio), 2 EL geriebene Meerrettichwurzel (roh, bio), 50 g Tofu (bio), 2 EL Sojasosse (bio), 4 EL Apfelessig (bio), 4 EL Walnussöl (bio), 1 TL Senf (bio), 1 EL Honig (bio), Salz und Pfeffer.

Zubereitung: Tofu in kleine Würfel schneiden, goldbraun anbraten und mit Sojasosse ablöschen. Wenn der Tofu die Sojasosse vollständig aufgenommen hat, beiseitestellen. Nun die gekochten roten Rüben schälen und in feine Scheiben hobeln. Apfelessig, Walnussöl, Senf, Honig, Salz und Pfeffer in ein kleines Schraubglas geben und gut schütteln. Die Rüben mit dem Feldsalat anrichten und fein geriebenen Meerrettich darüber verteilen. Zum Schluss mit Walnüssen, Tofu-Würfeln und Dressing garnieren.

Vegane Rezepte mit Meerrettich finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".

Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen:
Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler
.

Einkauf - Lagerung

Saison hat der Meerrettich von Oktober bis Januar. Dann findet man ihn bei Grossverteilern wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer, Billa oder in Biomärkten (Denn's Biomarkt, Alnatura). Auch saisonale Biokisten und Wochenmärkte haben Meerrettich zur Saison im Sortiment.

Bevorzugen Sie unverpackten, frischen Meerrettich aus biologischer Landwirtschaft. Meerrettich im Glas ist zwar ganzjährig verfügbar, enthält aber meist Öl (Rapsöl), Speisesalz, Zitronensäure, Kaliummetabisulfit, Schwefeldioxid, Sulfite und andere Zusatzstoffe.

Die Verfügbarkeit von Meerrettich ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.

Wild zu finden

Meerrettich wächst wild (Wilder Kren) in Europa und Asien an feuchten Wiesen, in der Nähe von Bächen und Flüssen.12 Alle Teile des Meerrettichs sind essbar. Die Blätter erscheinen von März bis Mai, während die Wurzeln von September bis in den Winter Saison haben.

Tipps zur Lagerung

Zum Aufbewahren ist die frische Wurzel zu reinigen. In Papier eingeschlagen und im Gemüsefach des Kühlschranks gelagert, hält er bis zu vier Wochen. Geriebener Meerrettich behält im Tiefkühler Schärfe und Aroma, wenn er portionsweise eingefroren vorliegt.13

Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien

Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.

100 g Meerrettich haben 78 kcal. Die Wurzel besteht zu 75 % aus Wasser und beinhaltet kaum Fett, 19 g/100g Kohlenhydrate und 2,5 g/100g Eiweiss.1

Meerrettich enthält mit 628 mg/100g sehr viel Magnesium. Das ergibt 167 % des Tagesbedarfs, wenn man 100 g isst. Weizenkleie hat ähnliche Werte, ungeschälte Hanfsamen haben mit 700 mg/100g noch etwas mehr. 1

Der Gehalt an Vitamin C ist mit 114 mg/100g sehr hoch. 100 g liefern damit 143 % des Tagesbedarfs. Man isst aber selten 100 g Meerrettich. Ein realitätsnäheres Mass ist ein Esslöffel (15 g) Meerrettich. Diese Menge enthält ca. 17 mg Vitamin C, was immer noch 21 % des Tagesbedarfs entspricht. Der Wert pro 100 g ist vergleichbar mit dem von Sauerampfer oder Grünkohl. Noch mehr Vitamin C hat die Knoblauchsrauke (261 mg/100g).1

Zudem hat Meerrettich nennenswerte Mengen an Kalium: 628 mg/100g machen 31 % des Tagesbedarfs aus. Vergleichbar mit Tamarinde oder Mexikanischem Drüsengänsefuss. Viel mehr haben ungeschälte Hanfsamen mit 1200 mg/100g.1

Die gesamten Inhaltsstoffe des Meerrettichs, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.

Wirkungen auf die Gesundheit

Meerrettichwurzel liefert relevante Mineralstoffe wie Calcium, Natrium, Kalium, Magnesium und Zink.5,10

Sekundäre Pflanzenstoffe

Viele gesundheitliche Wirkungen von Meerrettich kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen. Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.

Meerrettich enthält u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:5,9,10

  • Polyphenole: Phenolsäuren: Hydroxybenzoesäuren (Protocatechinsäure, Gallussäure, Syringinsäure, p-Hydroxybenzoesäure), Hydroxyzimtsäuren (Kaffeesäure, Sinapinsäure, Ferulasäure, p-Cumarsäure, Chlorogensäure); Flavonoide: Flavonole (Quercetin, Kaempferol-Derivate, Isorhamnetin), Flavanole (Epicatechin, Catechin)
  • Organische schwefelhaltige Verbindungen: Aliphatische Glucosinolate (Gluconasturtiin, Sinigrin); Isothiocyanate (2-Phenylethylisothiocyanat, Allylisothiocyanat)
  • Weitere organische Verbindungen: Cumarine (Aesculin, Scopoletin)

Meerrettich enthält v.a. Glucosinolate (Senfölglycoside), die Kreuzblütlern wie Brokkoli, Rettich, Kohl, Senf und Radieschen enthalten. Enzymatische, thermische oder chemische Abbauprozesse wandeln die Glucosinolate - v.a. Sinigrin und Gluconasturtiin - durch das Enzym Myrosinase in Isothiocyanate (ITC) um.5,17 Allylisothiocyanat (AITC) und Phenylethylisothiocyanat (PEITC) bilden die zentralen Isothiocyanat-Komponenten im Meerrettich. Während AITC sowohl in Meerrettich als auch in Wasabi vorkommt, ist PEITC ausschliesslich im Meerrettich enthalten und trägt damit vermutlich zum Geschmacksunterschied zwischen beiden Pflanzen bei. AITC macht etwa 78 % der gesamten ITCs aus und ist für den scharfen, tränenreizenden Geruch und Geschmack der Meerrettichwurzel verantwortlich.10,14 Gefriertrocknung erhält den höchsten Anteil an Gesamtpolyphenolen und Flavonoiden.5

Insgesamt zeigt Meerrettich in experimentellen Studien eine hohe antioxidative Kapazität sowie antimikrobielle Effekte, u.a. gegen Escherichia coli, Salmonella typhimurium, Staphylococcus aureus, Streptococcus mutans, Bacillus cereus, Vibrio parahaemolyticus, Listeria monocytogenes, Helicobacter pylori sowie gegen verschiedene Schimmelpilze. Helicobacter pylori gilt als Risikofaktor für die Entstehung von Magenkrebs. Studien assoziieren Isothiocyanate (ITCs) mit einem verringerten Risiko für Lungen- und Darmkrebs. ITCs wirken über mehrere komplementäre Mechanismen, darunter die Entgiftung von Karzinogenen, die Induktion von Apoptose, die Hemmung der Zellproliferation sowie die Modulation entzündlicher und metastasebezogener Prozesse. Meerrettich enthält besonders hohe Mengen an Glucosinolaten, etwa zehnmal mehr als Brokkoli, sodass kleine Portionen ernährungsphysiologische Relevanz entfalten. Studiendaten deuten zudem auf gastroprotektive sowie möglicherweise lipidmodulierende Effekte hin, deren Mechanismen bislang vollständig geklärt bleiben.5,8,9,10,14,16,17

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen

Das Senföl Isothiocyanat aus der Meerrettichwurzel kann in unverdünnter Form giftig wirken. Als Gewürz gilt die Obergrenze bei 20 g der Wurzel täglich. Vereinzelt kommt es zu allergischen Reaktionen.11

Die Schärfe des Meerrettichs hat eine schleimhautreizende Wirkung. Daher sollte eine Anwendung als Heilpflanze nicht länger als 4 bis 6 Wochen dauern.2 Kontraindiziert, das heisst nicht empfohlen, ist eine Anwendung bei Kindern unter vier Jahren, bei Magen-Darm-Geschwüren und Nierenentzündungen.18

Verwendung als anerkannte Heilpflanze

Die Kommission E erkennt die Meerrettichwurzel als Arzneipflanze an und empfiehlt die Anwendung bei Katarrhen (Entzündungen) der oberen Luftwege als Fertigarzneimittel oder Frischpflanzenpresssaft. Meerrettich in Kombination mit dem Kraut der Kapuzinerkresse hilft auch bei Entzündungen der ableitenden Harnwege (Harnwegsinfektionen). Eine äusserliche Anwendung zeigt auch bei leichten Muskelschmerzen Wirkung, da die hyperämisierende Komponente Wärme erzeugt und die lokale Durchblutung anregt. Eine Anwendung als Teeaufguss ist nicht empfohlen.18

Volksmedizin - Naturheilkunde

Meerrettich hat eine lange Tradition als Gewürz und Medizinalpflanze und findet vor allem in Osteuropa und Russland auch heute noch Anwendung. Aufgrund seiner Wirksamkeit gegen viele Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bronchitis, Husten, Nasennebenhöhlenentzündung, Harnblasenentzündung, Parodontitis, Rheuma, Anämie, Gastritis, Schmerzlinderung bei Ischias, Entzündungen der Haut, Wundheilung und Skorbut, bezeichnete man ihn als das 'Penicillin der Bauern'.7,14,15

Zudem verwendet man ihn bei Brust- und Bauchschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Blähungen, hartnäckigem Husten, Natternbissen, Pilzvergiftungen, Entzündungen des Rachen- und Mundraums, Mundfäule, Otitiden (Entzündung der äusseren Haut des Gehörgangs), Hämatomen, Wasser- und Gelbsucht, Leber- und Gallenwegserkrankungen, Muskelschmerzen, Gicht und Zahnschmerzen.2

Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl

Da der Meerrettich eine sehr genügsame Pflanze mit geringen Ansprüchen an seine Umgebung ist, ist er in vielen Regionen Europas kultivierbar. Dadurch fallen die Transportwege sehr gering aus und auch der ökologische Fussabdruck ist niedrig. Konkrete Zahlen für den CO2-Fussabdruck von Meerrettich gibt es kaum.

Um seinen Garten oder Balkon ökologischer und vielfältiger zu gestalten, kann man Meerrettich auch selber anpflanzen. Jedoch ist die rasche Ausbreitung von Meerrettich im Garten oder in der Landschaft zu beachten. Dies kann einen invasiven Charakter annehmen und ist schwer zu entfernen. Um dieses Szenario zu vermeiden, kann man Meerrettichpflanzen in einem Container oder einem erhöhten Beet anbauen, um das Wachstum zu begrenzen bzw. leichter zu kontrollieren. Hier bietet die Pflanze eine Nahrungsgrundlage für Bienen, kann die Insekten- und Bestäubervielfalt erhöhen und Nährstoffe recyceln.14

Weltweites Vorkommen - Anbau

Die Kultivierung von Meerrettich erfolgt seit über 2000 Jahren in Westasien und seit weniger als 2000 Jahren in Osteuropa.3 Heute betreiben viele Regionen weltweit den Anbau der Pflanze.

Anbau - Ernte

Der Meerrettich ist eine sehr dekorative Pflanze mit dunkelgrünen, lanzettlichen, bis zu 1,5 m langen Blättern. Sie haben einen gezähnten bis stark gekerbten Rand. Von Mai bis Juli entstehen die wohlriechenden, vierzählig beblätterten, weissen Blüten des Meerrettichs. Die Früchte, kugelige bis eiförmige Schoten, erscheinen gefüllt mit glatten Samen. Meerrettich ist winterhart bis -50 °C. Die kräftige Pfahlwurzel kann bis zu 50 cm erreichen.2 In kühleren Regionen braucht Meerrettich kaum Pflege, am besten wächst er in voller Sonne oder im Halbschatten. Obwohl Meerrettich beinahe in jedem Boden gedeiht, braucht er für optimales Wachstum einen durchlässigen Boden. Die dürretolerante Pflanze hat wenige Schädlinge und ist sehr ausdauernd.7 Glucosinolate fungieren als Frassschutz der Pflanze. Doch einige Insekten, wie Kohlweissling oder Kohlblattlaus, nutzen das Senföl als Futteranreiz, weil ihre Physiologie an diese Verbindung angepasst bleibt.2

Man kann Meerrettich im Topf auf dem Balkon oder als Dauergemüse im Garten kultivieren. Für besonders gerade, lange Meerrettich-Stangen, dient zur Pflanzung ein Hügelbeet. Zwischen April und Mai setzt man darin die 30-40 cm langen und etwa 1 cm starken Wurzelenden (Seitentriebe der Wurzeln) in einem 30-Grad-Winkel, im Abstand von 30 cm. Bei der Ernte der Hauptwurzel im Spätherbst nimmt man die Seitentriebe ab und bewahrt sie in feuchtem Sand, bis zur nächsten Gartensaison im Frühjahr auf.6

Im gewerblichen Anbau erfolgt die Ernte der Meerrettichwurzeln im Oktober und November nach dem Absterben der Blätter.4 Eine Ernte ist aber bis Januar möglich, sofern der Boden frostfrei ist.

Weiterführende Informationen

Der Meerrettich gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und zur Gattung Amoracia, deren bekannteste drei Arten sind: A. rusticana, A. macrocarpa und A. sisymbrioides.

Wasabi (Eutrema japonicum), bekannt als Japanischer Meerrettich (Wassermeerrettich), zählt auch zu den Kreuzblütlern und ist in der japanischen Küche ein sehr beliebtes, scharfes Gewürz.

Alternative Namen

Im deutschen Sprachraum nennt man den Meerrettich auch Scharfwurzel, Beisswurzel, Bauernsenf, Chren, Fleischkraut, Kren, Koren, Krien, Pfefferwurzel, Pferderettich oder Waldrettich. Auf Englisch heisst er horseradish.

Die Arzneidroge verwendet die Bezeichnung Armoraciae radix.

Lateinische Synonyme für Armoracia rusticana sind A. lapathifolia oder Cochlearia armoracia.

Sonstige Anwendungen

Der Meerrettich findet auch Anwendung in der biologischen Landwirtschaft, als sogenannte Biofumigation (Fungizid, Pestizid).9,15

Die biotechnologische Analytik nutzt die Meerrettichperoxidase als Reporterenzym. Das Enzym löst bei Kontakt mit bestimmten Stoffen eine gut messbare Farbreaktion aus.10

1.

Website

ÖNWT Österreichische Nährwerttabelle.

2.

Buch

Book: moderate evidence

Bäumler S. Heilpflanzenpraxis Heute: Arzneipflanzenporträts. 3. Auflage. München: Elsevier. 2021.

3.

Online- Buch S. 553

Book: weak evidence

Candolle A de. Der Ursprung der Culturpflanzen: F.A. Brockhaus. 1884.

4.

Buch

Book: weak evidence

Heistinger A. Das grosse Arche Noah Bio-Gemüsegartenbuch. Innsbruck: Loewenzahn Verl. 2010.

5.*

The present study aimed to comprehensively characterize the physicochemical, nutritional, and functional properties of Armoracia rusticana leaves and roots, with a focus on their potential as sources of bioactive compounds. Quality parameters (color, moisture, titratable acidity, pH), macronutrient (proteins, fats, carbohydrates, fibers) and micronutrient (minerals, vitamins) content were determined. Polyphenolic profiles were evaluated using HPLC-DAD in two types of extracts: methanol–water (1:1, v/v) and deionized water. Flavonols (quercetin, kaempferol, myricetin), hydroxybenzoic acids (p-hydroxybenzoic, vanillic, caffeic), and hydroxycinnamic acids (chlorogenic, p-coumaric, rosmarinic) were identified. Freeze-drying proved effective in preserving thermolabile compounds, such as vitamin C (299.78 mg/100 g) and polyphenols (107.14 mg/100 g). Antioxidant capacity of the leaf extracts ranged between 74.52% and 76.90%, while pigment quantification revealed high levels of chlorophyll a (360.7 mg/100 g), chlorophyll b (110.03 mg/100 g), and total carotenoids (72.35 mg/100 g). FTIR spectroscopy was employed to assess molecular structures and functional group composition. Overall, the results support the valorization of A. rusticana leaves—an underutilized plant part—alongside roots, for applications in functional foods and nutraceutical development.

Laborstudie (analytisch-chemische Charakterisierung) in wissenschaftlichem Journal

DOI: 10.3390/ijms26199462

Study: weak evidence

Șuian B, Amariei S, Petraru A. Comprehensive Characterization of Armoracia rusticana Roots and Leaves: Physicochemical Properties, Functional Potential, and Nutritional Composition. IJMS. 2025;26(19):9462. 

6.

Buch

Book: weak evidence

Koehler H, Wettstein H. Das praktische Gartenbuch: Ein moderner Ratgeber für alle Jahreszeiten. Wien: Kremayer & Scheriau. 1967.

7.

Buch

Book: weak evidence

Krause A, Stieler T. Kruut - Wildpflanzen im Alltag. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG. 2022.

8.*

Horseradish, Armoracia rusticana (AR) is a perennial edible plant of the Brassicaceae (Mucete et al. 2006), that containing isothiocyanates (ITCs) (Stephens 2015), responsible for antibacterial, bacteriostatic and antifungal properties (Conaway et al. 2002). Antimicrobial effects are reported against human pathogens (Escherichia coli O157:H7, Listeria monocytogenes, Salmonella typhimurium, Sthaphylocossus aureus and Vibrio parahaemolyticus) (Luciano et al. 2008), together with bactericidal activity (Shin et al. 2010; Park et al. 2013). Various studies attested the beneficial effects of plant extract, in substitution to synthetic compounds, also in fish welfare and quality of seafood (Messina et al. 2015; Messina et al. 2016; Guardiola et al. 2017) but, to the best of our knowledge, no studies have been reported, on AR. The aim of this paper was to study the bioactivity of AR, mainly related to its antioxidant properties, by using two in vitro systems, to attest antimicrobial and antioxidant power.

Experimentelle Studie in wissenschaftlichem Journal

DOI: 10.1080/14786419.2018.1517121

Study: weak evidence

Manuguerra S, Caccamo L, Mancuso M, Arena R, Rappazzo AC, Genovese L et al. The antioxidant power of horseradish, Armoracia rusticana, underlies antimicrobial and antiradical effects, exerted in vitro. Nat Prod Res 2020; 34(11):1567–1570.

9.*

Horseradish (Armoracia rusticana, G. Gaertn, B. Mey. and Scherb.) is perennial plant from Brassicaceae family that is cultivated for its aromatic, fleshy root. Horseradish root possesses intense and opulent taste that produces the feeling of cooling during consumption due to the presence of sulfur compounds called glucosinolates (GSLs) [1][2][3][4]. Epidemiological and pharmacological studies have shown that GSLs and their degradation products–isothiocyanates (ITC), may reduce the risk of developing cancer in humans [5]. The most commonly found natural ITC is allyl isothiocyanate (AITC) i.e. "burning oil" [6] that is derived from sinigrin-GSL abundant in Brassicaceae family especially in mustard, horseradish and wasabi [7]. Agneta et al. [8] detected 16 different GSLs in horseradish juice.

Experimentelle Studie in wissenschaftlichem Journal

DOI: 10.2298/VSP190212123P

Study: weak evidence

Petrovic V, Cetojevic-Simin D, Milanovic M, Vulic J, Milic N. Polyphenol rich horseradish root extracts and juice: In vitro antitumor activity and mechanism of action. VSP. 2021;78(7):745–54. 

10.*

Bactericidal effect against HeUcobacter pylori, Escherichia coli. Salmonella typhimurium, Staphylococcus aureus. Streptococcus mutans. Pénicillium notatum. Bacillus cereus, and Vibrio parahaemolyticus was reported at AITC concentration of 3.8-16.7 ji.M,*''^"^^' with an activity that was 7.8-20.5 times less than that of PEITC.*"' Therefore, ITCs possess antibacterial effect against several bacteria, which may be related to anticarcinogenic effects such as against Helicobater pylori, one possible cause of stomach cancer.

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

DOI: 10.1080/87559129.2013.790047

Study: weak evidence

Nguyen NM, Gonda S, Vasas G. A Review on the Phytochemical Composition and Potential Medicinal Uses of Horseradish (Armoracia rusticana) Root. Food Reviews International 2013; 29(3):261–275.

11.

Nebenwirkung durch die Senföle

Das Senföl Isothiocyanat kann bei innerer Anwendung Magen-Darm-Beschwerden auslösen. In höherer Konzentration sind diese Inhaltsstoffe sogar giftig. 

Das unverdünnte ätherische Öl aus der Wurzel muss als Gefahrstoff angesehen werden.

Meerrettich sollte auch als Gewürz nur mässig verwendet werden. Es wird empfohlen, keine grösseren Mengen der Heilpflanze zu verzehren (maximal 20 Gramm pro Tag). 

Vereinzelt sind allergische Reaktionen auf Senföle bekannt geworden.

Website

Phytodoc de. Welche Nebenwirkungen hat Meerrettich?

12.

Buch

Book: weak evidence

Schaad X, Seiters N. Wilde Superfoods im Winter: Nahrungs- und Heilpflanzen finden & verwerten. 1. Auflage. Norderstedt: BoD – Books on Demand; 2019. (Mit wilden Superfoods durch das Jahr; Bd. 1).

13.

Buch

Book: weak evidence

Vilgis T, Vierich T. Aroma - Die Kunst des Würzens: Kreativküche für Food-Pairing & Food-Completing. 5. Auflage. Berlin: Stiftung Warentest; 2020.

14.*

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

DOI: 10.3390/horticulturae7070167

Study: weak evidence

Walters S. Horseradish: A Neglected and Underutilized Plant Species for Improving Human Health. Horticulturae 2021; 7(7):167.

15.*

Horseradish with its characteristic strong and bitter taste has a long tradition of use as a spice and medicinal plant (9,11), and various myths are connected to the plant

The tradition to use the plant for medicinal purpose against headache, high blood pressure, bronchitis, and cough is still applied in countries like Bulgaria, Romania, and some part of Russia (53).

Using isothiocyanate as a fungicide against the Saprolegnia parasitica may be a safe and environmental friendly alternative method (27).

Narratives Review

DOI: 10.1080/10496475.2011.595055

Study: weak evidence

Wedelsbäck Bladh K, Olsson KM. Introduction and Use of Horseradish (Armoracia rusticana) as Food and Medicine from Antiquity to the Present: Emphasis on the Nordic Countries. Journal of Herbs, Spices & Medicinal Plants 2011; 17(3):197–213.

16.*

Cyclooxygenase and human tumor cell growth inhibitory extracts of horseradish (Armoracia rusticana) and wasabi (Wasabia japonica) rhizomes upon purification yielded active compounds 1-3 from horseradish and 4 and 5 from wasabi rhizomes. Spectroscopic analyses confirmed the identities of these active compounds as plastoquinone-9 (1), 6-O-acyl-â-D-glucosyl-â-sitosterol (2), 1,2-dilinolenoyl3-galactosylglycerol (3), linolenoyloleoyl-3-â-galactosylglycerol (4), and 1,2-dipalmitoyl-3-â-galactosylglycerol (5). 3-Acyl-sitosterols, sinigrin, gluconasturtiin, and phosphatidylcholines isolated from horseradish and R-tocopherol and ubiquinone-10 from wasabi rhizomes isolated were inactive in our assays. At a concentration of 60 µg/mL, compounds 1 and 2 selectively inhibited COX-1 enzyme by 28 and 32%, respectively. Compounds 3, 4, and 5 gave 75, 42, and 47% inhibition of COX-1 enzyme, respectively, at a concentration of 250 µg/mL. In a dose response study, compound 3 inhibited the proliferation of colon cancer cells (HCT-116) by 21.9, 42.9, 51.2, and 68.4% and lung cancer cells (NCI-H460) by 30, 39, 44, and 71% at concentrations of 7.5, 15, 30, and 60 µg/mL, respectively. At a concentration of 60 µg/mL, compound 4 inhibited the growth of colon, lung, and stomach cancer cells by 28, 17, and 44%, respectively. This is the first report of the COX-1 enzyme and cancer cell growth inhibitory monogalactosyl diacylglycerides from wasabi and horseradish rhizomes.

Experimentelle Studie in wissenschaftlichem Journal

DOI: 10.1021/jf048264i

Study: weak evidence

Weil MJ, Zhang Y, Nair MG. Tumor cell proliferation and cyclooxygenase inhibitory constituents in horseradish (Armoracia rusticana) and Wasabi (Wasabia japonica). J Agric Food Chem 2005; 53(5):1440–1444.

17.*

However, it is also known that under certain conditions hydrolysis of GS may lead to non-ITC products, including thiocyanates, nitriles, epithionitriles, indoles, and oxazolidine-2-thiones. Extensive information on myrosinase, GS hydrolysis, and product formation is available elsewhere [1], [2], [3], [4], [5], [6]. Moreover, GS that escape the plant myrosinase may be hydrolyzed in the intestinal tract, as the microflora are known to possess myrosinase activity [6], [7], [8]. Although at least 120 different GS have been identified in various plants [1], the majority of which likely produce ITCs, only a small number of ITCs may be commonly consumed by humans. Cruciferous vegetables are the principle dietary source of ITCs, but the types of crucifers frequently consumed by humans are limited. Examples of popular crucifers that are particularly rich in certain ITCs include mustard and horseradish—allyl-ITC (AITC) [9], watercress—phenethyl-ITC (PEITC) [10], dikon—dehydroerucin [1], [11], and broccoli and broccoli sprouts—sulforaphane (SF) [12], [13] (see Fig. 2 for chemical structure).

Narrative Übersichtsarbeit in wissenschaftlichem Journal

DOI: 10.1016/j.mrfmmm.2004.04.017

Study: weak evidence

Zhang Y. Cancer-preventive isothiocyanates: measurement of human exposure and mechanism of action. Mutat Res 2004; 555(1-2):173–190.

18.

In Kombination mit Kapuzinerkressenkraut durch klinische Studien belegte Anwendungs­gebiete (Zulassung): zur Besserung der Beschwerden bei akuten ent­zündlichen Er­krankungen der Bronchien, Neben­höhlen und ableitenden Harnwege.

Teeaufguss: Meerrettichwurzel sollte nicht als Teeaufguss eingenommen werden. Als Tagesdosis werden 20 g der frischen Wurzel empfohlen, Meerrettichpulver ca. 1 g pro Tag. Zubereitungen müssen in ihrer Dosierung entsprechend angepasst werden.
Kommission E: Meerrettichwurzel: innerlich und äusserlich bei Katarrhen der Luftwege, innerlich unterstützend bei Infektionen der ableitenden Harnwege; äusserlich zur hyper­ämisierenden Behandlung bei leichten Muskelschmerzen.

Bei Vorliegen von Magen- oder Darmgeschwüren und Nierenentzündung darf Meer­rettichwurzel nicht eingenommen werden. Bei Kindern unter 4 Jahren darf Meerrettich­wurzel nicht angewendet werden.

Nebenwirkungen

Magen-Darm-Beschwerden sowie allergische Reaktionen und Schleimhautreizungen können auftreten.

Website

Arzneimittellexikon info. Meerrettich.

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