Inhaltsverzeichnis
Frischer Rosmarin (Salvia rosmarinus) ist ein charakteristisches Gewürz der mediterranen Küche. Die als Meertau bezeichnete Heilpflanze hilft u.a. gegen Verdauungsbeschwerden.
Verwendung in der Küche
Frischer Rosmarin ist ein aromatisches Kraut mit nadeligen, dunkelgrünen Blättern, die vom Rosmarinstrauch stammen. Er ist in der französischen, spanischen und italienischen Küche sehr beliebt. In englischen sowie in Küchen der Balkan- und Kaukasusländer, der USA und Mexikos ist Rosmarin ein wichtiger Aromaspender. Die Verwendung von Rosmarin ist ganz unterschiedlich: frisch vom Strauch, getrocknet, in verschiedenen Lösungsformen und als Pulver. Sowohl die Blüte ist essbar. Frische, rohe Nadeln schmecken aromatisch-bitter, riechen würzig-kieferähnlich und verursachen im Mund ein leicht zusammenziehendes Gefühl.
Rosmarin würzt (vegane) Kräuterbutter, Pilze (wie Steinpilz, Kräuterseitlinge), Gemüse (z.B. Karotten, Zucchini, Paprika), Füllungen, Eintöpfe, Saucen, Salate, Kartoffeln, Teigwaren, Marinaden, Pizzas oder Suppen. Geringe Mengen passen gemahlen zu Marmelade, Gelee (z.B. Apfelgelee mit Rosmarin) oder Gebäck. Mit den Blüten garniert, sind Rohkostsalate ein echter Hingucker.
Was kann man mit frischem Rosmarin machen? Rohe Rosmarin-Zweige verleihen als Ganzes in Essig, Wein oder Öl eingelegt, Saucen und Dressings eine feine Rosmarinnote. Aus frischem Rosmarin, Limetten oder Zitronen und Zucker ist ein erfrischender Sirup machbar. Beim Grillen gibt ein frischer Rosmarin-Zweig auf der Glut dem Grillgut ein besonderes Rauch-Aroma. Maiskolben, Auberginen, Süsskartoffeln und Zwiebeln direkt auf Rosmarinzweige aufgespiesst, erspart das Einreiben mit dem Gewürz.
Rosmarin ist neben Bohnenkraut und Thymian ein unentbehrlicher Bestandteil der bekannten Kräutermischung "Herbes de Provence". Häufig enthalten die Mischungen Lavendel, Oregano und Majoran, gelegentlich Basilikum, Estragon, Fenchelsamen, Kerbel, Lorbeer oder Wacholderbeeren und selten Liebstöckel, Petersilie oder Salbei. Gut kombinierbar ist Rosmarin zudem mit Knoblauch, Kümmel und Zwiebeln.
Veganes Rezept für Paprika-Rosmarin-Dip
Zutaten (für 4 Portionen): 100 g Sonnenblumenkerne, 3 EL Sonnenblumenöl, 100 ml Wasser, 1 rote Gemüsepaprika, 2 TL Tomatenmark, 2 EL Apfelessig, 2 TL Paprikapulver (edelsüss), 2 TL Rosmarin (frisch), Salz und Pfeffer.
Zubereitung: Sonnenblumenkerne in einem Hochleistungsmixer zu Mus mixen, Öl und Wasser hinzufügen, nochmals pürieren. Ein Drittel des Paprikas würfeln und den Rest mit den anderen Zutaten nochmals in den Mixer geben und zu einer cremigen Masse mixen. Vor dem Servieren die Paprika-Würfel unterheben.
Veganes Rezept für pikante Törtchen mit frischem Rosmarin
Zutaten (für 2 Personen): 100 g Jasminreis, 100 g Dinkel, 1 EL Rapsöl, 2 Zehen Knoblauch und 2 frische Zweige Rosmarin.
Zubereitung: Für die gesunden, pikanten Reis-Dinkel-Törtchen zunächst den Basmatireis (ca. 10 Min.) und den Kochdinkel (ca. 30 Min.) in Salzwasser garen. Während der Garzeit das Rapsöl in einer Pfanne schonend mit Knoblauch, frischem Rosmarin, Salz und Pfeffer aromatisieren. Schichtweise den heissen, gekochten Dinkel und den Basmatireis in kleine, runde Formen füllen und die einzelnen Schichten festdrücken. Anschliessend die Törtchen auf Teller stürzen und das warme Öl mit den Kräutern darüber träufeln.
Als Beilage passen Spinat aus Bärlauch, Mangold, Gemüsespinat, Guten Heinrich, Portulak, Grünkohl, Brennnesseln oder Giersch. Dafür die gewaschenen Blätter grob zerkleinern und sie kurz bei mittlerer Temperatur andünsten, bis sie zusammenfallen. Zum Schluss die Spinat-Zubereitung nach Vorliebe mit Salz, Pfeffer, Gundermann oder Knoblauchsrauke abschmecken.
Teezubereitung
Für Rosmarintee 1-2 Teelöffel Rosmarinblätter mit 250 ml kochendem Trinkwasser übergiessen und den Kräuteraufguss 10-15 Min. ziehen lassen.
Eine bewährte und bekannte Teemischung für einen entkrampfenden Beruhigungstee enthält 30 g Melissenblätter, 20 g Angelikawurzel, 20 g Hopfenzapfen, 10 g Rosmarin, 10 g Lavendelblüten und 10 g Kamillenblüten.2
Bei Schwangerschaft ist von Rosmarintee abzuraten.1
Vegane Rezepte mit frischem Rosmarin finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".
| Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen: Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler. |
Einkauf - Lagerung
Frischer Rosmarin ist durch Import ganzjährig in Rohkostqualität aus biologischem bzw. konventionellem Anbau bei den Supermärkten Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer und Billa oder in Bio-Supermärkten wie Denn's Biomarkt oder Alnatura zu finden. Alternativ gibt es das Küchenkraut im Gartenfachhandel (als Topfpflanze), direkt beim Bauern, auf dem Wochenmarkt oder bei Abo-Gemüsekisten. Weist frischer Rosmarin braune Spitzen auf, empfehlen wir, diesen nicht mehr zu verwenden.
Handelsformen sind neben frischem Rosmarin die getrockneten nadelförmigen Blätter, von ätherischem Öl weitgehend befreiter Rosmarinextrakt, ätherisches Rosmarinöl sowie Rosmarin-Oleoresin (Blattextrakt).3
Die Verfügbarkeit von frischem Rosmarin ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.
Tipps zur Lagerung
Frische Rosmarinblätter halten einige Tage im Kühlschrank. Zur längerfristigen Lagerung ist schnelles, schonendes Trocknen der frischen Rosmarinblätter ideal. Dabei sind Trocknungstemperaturen über 35 °C zu vermeiden, um das ätherische Öl weitgehend zu erhalten.1
Kunststoffbehälter sind ungeeignet zur Aufbewahrung von Rosmarin, da sie das ätherische Öl negativ beeinflussen.3 Getrocknete Rosmarinblätter vor Feuchtigkeit und Licht geschützt in gut schliessenden Glas-, Porzellan- oder Metallbehältern aufbewahren. So sind die Blätter einige Jahre ohne wesentlichen Aromaverlust haltbar. Gemahlen verliert Rosmarin rasch sein Aroma.
Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien
Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.
Realitätsnah zeigen wir Ihnen hier die Inhaltsstoffe von Gewürzen und Kräutern pro 1 g (statt pro 100 g wie üblich).
Pro 1 g enthält frischer Rosmarin 1,3 kcal, 0,2 g Kohlenhydrate, 0,03 g Eiweiss und 0,06 g Fett.4
Folat, Eisen und Mangan sind die wichtigsten essenziellen Nährstoffe, die frischer Rosmarin anbietet. Jedoch tragen sie und die Makronährstoffe wegen der kleinen Verzehrmenge nicht wesentlich zur Deckung des jeweiligen Tagesbedarfs bei. Weitaus wichtiger für den Gesundheitswert sind die sekundären Pflanzenstoffe in dieser Zutat, die in Spuren wirken können. Obwohl alle Kräuter und Gewürze sehr viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe mitbringen, verzichten wir hier bewusst auf das substanzlose Modewort Superfood.
Rosmarin (Rosmarinus officinalis) besitzt 1-2,5 % ätherisches Öl. Nach dem Europäischen Arzneimittelbuch müssen Rosmarinblätter (Rosmarini folium - Pl. R. folia) mindestens 1,2 % ätherisches Öl aufweisen. Das Öl ist in den Drüsenschuppen auf den Blättern lokalisiert. Unterschiede bestehen zwischen Ölen spanischer, marokkanischer bzw. tunesischer Herkunft.3
Die gesamten Inhaltsstoffe von frischem Rosmarin, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.
Wirkungen auf die Gesundheit
Viele gesundheitliche Wirkungen von Rosmarin sind auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückzuführen.
Sekundäre Pflanzenstoffe
Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.
Frischer Rosmarin enthält u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:9,16,19
- Isoprenoide: Monoterpene (Eucalyptol, Kampfer, α-Pinen, Beta-Pinen, Camphen, Borneol, Limonen); Diterpene (Carnosinsäure, Carnosol, Rosmanol); Triterpene (Oleanolsäure, Ursolsäure, Betulinsäure); Tetraterpene: Carotionide: Carotine (Beta-Carotin), Xanthophylle (Lutein, Zeaxanthin)
- Polyphenole: Phenolsäuren: Hydroxybenzoesäuren (Vanillinsäure), Hydroxyzimtsäuren (Rosmarinsäure, Kaffeesäure, Chlorogensäure, Ferulasäure); Flavonoide: Flavonole (Isorhamnetin, Pectolinarigenin), Flavanole (Gallocatechin), Flavanone (Naringin, Hesperidin, Hesperitin), Flavone (Cirsimaritin, Diosmin, Diosmetin, Genkwanin, Luteolin, Apigenin, Hispidulin)
R. officinalis enthält überwiegend phenolische Verbindungen, insbesondere aus Di- und Triterpenen sowie ätherischen Ölen, die aromagebend sind. Carnosol und Carnosinsäure zählen zu den wichtigsten Antioxidantien in Rosmarin. Sie neutralisieren freie Radikale, hemmen die Lipidperoxidation (Schädigung von Zellmembranen) und fördern körpereigene antioxidative Enzyme (Superoxidismutase, Glutathionperoxidase). Zusätzlich binden die enthaltenen Antioxidantien Metallionen wie Eisen und reduzieren dadurch oxidativen Stress.16,19
Carnosol zeigt entzündungshemmende, antiproliferative sowie organprotektive Effekte, insbesondere für Leber und Niere. Ethanolextrakte von Rosmarin zeigen gastroprotektive Effekte und können Magengeschwüre hemmen. Ursolsäure wirkt zytotoxisch gegenüber Tumorzellen, kann die Knochenbildung regulieren, den Harnsäurespiegel senken, Apoptose fördern und eine Rolle im Diabetes-Management sowie bei der Gewichtskontrolle spielen. Rosmarinsäure zeigt neuroprotektive und angstlösende Effekte, indem sie Enzyme hemmt, die Neurotransmitter abbauen. Tier- und Zellstudien deuten auf mögliche Effekte auf Gedächtnisleistung und neuronalen Schutz hin. Rosmarinextrakte können zudem den Blutdruck regulieren.19
Eucalyptol und weitere Bestandteile des ätherischen Öls wirken antimikrobiell, biofilmhemmend und teilweise analgetisch. Rosmarinöl reduziert in Studien Bakterien und Lebensmittelkeime, darunter Escherichia coli, Staphylococcus aureus, Bacillus cereus, Clostridium perfringens, Salmonella choleraesuis sowie Vertreter der Enterobacteriaceae. Insgesamt zeigt Rosmarin ein breites pharmakologisches Potenzial, dessen Wirkung auf dem Zusammenspiel aller Verbindungen beruht. Für eine sichere Bewertung in der klinischen Anwendung sind weitere kontrollierte Humanstudien erforderlich.19
Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen
Nach der Einnahme von grösseren Mengen an Rosmarinöl können Nebenwirkungen wie Magen-, Darm- und Nierenreizungen auftreten.1 Für die endgültige Bewertung der Toxizität von Rosmarinextrakten oder ätherischen Ölen ist ein Verständnis für die Toxizitätsmechanismen erforderlich. Langzeitauswirkungen auf verschiedene Gewebe im Menschen sind zu erforschen. Tierversuche kamen bisher zu unterschiedlichen und teils widersprüchlichen Ergebnissen in Bezug auf den negativen Einfluss von ätherischem Rosmarinöl und Rosmarinextrakten auf Fruchtbarkeitsmechanismen. Zudem kann es zu Wechselwirkungen mit bestimmten Arzneimitteln kommen.17
Bei Gallenwegbeschwerden und Lebererkrankungen sollten Patienten Rosmarinblätter oder Rosmarinöl nur unter ärztlicher Aufsicht einnehmen. Schwangere sollten von der innerlichen Einnahme von Zubereitungen aus Rosmarinblättern absehen, da Komponenten des ätherischen Öls Nebenwirkungen hervorrufen können.3
Verwechslungsgefahr
Verwechseln Sie Echten Rosmarin (Rosmarinus officinalis) nicht mit der stark giftigen Rosmarinheide (Rosmarienheide oder Lavendelheide: Andromeda polifolia). Als wichtige Unterscheidungsmerkmale dienen die bis zu 3 cm langen Blätter der Rosmarinheide (also etwas länger als diejenigen des Rosmarins), ihre kugelige Blütenkrone (Rosmarinblüten sind zweilippig und glockig) sowie ihre Frucht, die eine Kapsel ist (Rosmarin besitzt als Frucht eine Klause mit vier Samen).11
Auf der Nordhalbkugel ist die Rosmarinheide in Eurasien und Nordamerika in Heide- und Moorlandschaften weit verbreitet.
Verwendung als anerkannte Heilpflanze
Arzneilich verwendete Pflanzenteile sind die Blätter (Rosmarini folium) und das daraus gewonnene Rosmarinöl (Rosmarini aetheroleum).1
HMPC (Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel), ESCOP (Dachverband nationaler europäischer Gesellschaften für Phytotherapie) und die Kommission E (Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel) kennen Rosmarin als pflanzliche Arzneidroge an.3
Innerliche Anwendungsgebiete sind bei Verdauungsbeschwerden und leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden v.a. zur Verbesserung der Leber- und Gallenfunktion. Äusserlich hilft Rosmarin zur unterstützenden Therapie von rheumatischen Erkrankungen, bei Kreislaufbeschwerden sowie als leichtes Antiseptikum zur Förderung der Wundheilung. Das Öl dient als Badezusatz oder zum Einreiben bei leichten Muskel- und Gelenkschmerzen.3
Die Tagesdosis für die innerliche Anwendung beträgt 4-6 g Rosmarinblätter oder 10-20 Tropfen ätherisches Öl. Für die äusserliche Anwendung im Vollbad sind 50 g Rosmarinblätter ideal. In halbfesten und flüssigen Zubereitungen kommen 6-10 % ätherisches Öl.7
Volksmedizin - Naturheilkunde
In den Schriften zur Medizin der Antike findet Rosmarin nur wenig Erwähnung. Eine grössere Rolle spielte Rosmarin ab dem Mittelalter. Indikationen beschreibt der vom 4. bis zum 12. Jh. in der nordeuropäischen Medizin massgebliche Pseudo-Apuleius (Apuleius Platonicus oder Apuleius Barbarus).8 Später findet die Arzneipflanze 1435 im umfassenden Kräuterlexikon Leipziger Kräuterkunde Erwähnung. Rosmarin half als Anregungs- und Stärkungsmittel bei Schwächezuständen, Erschöpfung und Schmerzen.8 Als der Priester, Hydrotherapeut und Naturheilkundler Sebastian Anton Kneipp im 19. Jahrhundert dem Rosmarin seinen Segen gab, beherrschte diese Heilpflanze die Volksmedizin im deutschsprachigen Raum.1
Aktuelle Indikationen in der Erfahrungsheilkunde sind während der Genesung gegeben, aber auch bei koronarer Herzkrankheit, chronischen Lebererkrankungen sowie zur Steigerung des Appetits und der Magensaftsekretion.7
In der Volksmedizin hat Rosmarin bei Kopfschmerzen, Migräne, unregelmässigen Regelblutungen oder Menstruationsbeschwerden eine grosse Bedeutung. Rosmarinwein galt als potenzsteigernd und kreislaufanregend. In Brasilien hilft Rosmarin bei entzündlichen Erkrankungen sowie Atemwegserkrankungen wie Husten und Bronchitis. In der türkischen Volksheilkunde sind wässrige Rosmarinextrakte zur Behandlung von Diabetes mellitus üblich. Äusserlich wirken Rosmarinzubereitungen bei schlecht heilenden Wunden und Ekzemen.15
Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl
Der ökologische Fussabdruck eines Lebensmittels hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Die meisten CO2-Emissionen aus unserer Ernährung entstehen hierbei in der Landwirtschaft. Für Rosmarin beläuft sich der CO2-Fussabdruck aus der Landwirtschaft auf ungefähr 0,31 kg CO2eq/kg und aus dem Transport auf 0,13 kg CO2eq/kg.18 Diese Werte sind ähnlich wie bei Schnittlauch mit 0,37 kg CO2eq/kg oder Petersilie mit 0,40 kg CO2eq/kg.20 Zur Einordnung: Der CO2-Fussabdruck von Gemüse liegt durchschnittlich bei ca. 0,35 kg CO2eq/kg, von Weizen bei 0,6 kg CO2eq/kg und von Fleisch bei 9,42 kg CO2eq/kg.18
Es ist bekannt, dass Rosmarin eine sehr trockenheitstolerante Pflanze ist, die mit einem jährlichen Wasserverbrauch von 4500 bis 5500 m3 pro Hektar in einer Wachstumsperiode auskommt.14 Der Wasserfussabdruck von frischem Rosmarin liegt im Durchschnitt bei 230-250 l/kg, Gemüse hat einen durchschnittlichen Wasserverbrauch von 322 l/kg.21
Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?
Tierschutz - Artenschutz
Rosmarin dient Bienen hauptsächlich während der Monate Mai bis September (Sommertracht) als Nahrung.1 Tracht ist der Oberbegriff für die Nahrung, welche die Bienen eintragen, also Nektar, Pollen und Honigtau. Der Nektarwert von Rosmarin ist hoch und der Pollenwert gering (Skala Nektarwert und Pollenwert: kein, gering, mittel, hoch, sehr hoch). Die beiden Werte dienen als Richtwerte und Entscheidungshilfe bei bienen- und insektenfreundlichen Neupflanzungen und Gartenarbeiten.6
Zu den intensiven Besuchern der Rosmarinblüten zählen Hautflügler und gelegentlich Nachtfalter.6
Weltweites Vorkommen - Anbau
Rosmarin kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, von wo aus er sich in andere Regionen der Welt als Zier- und Heilpflanze ausbreitete. Aufgrund seiner Anpassungen hält Rosmarin Trockenperioden und warme Bedingungen aus und gedeiht auf verschiedensten Bodenarten (trocken, sandig, felsig etc.). In Europa erfolgt der Anbau hauptsächlich in Regionen mit warmem Klima, wobei er auch in gemässigt humiden bis subtropischen, semiariden sowie humiden Regionen wächst. Rosmarin floriert in Landschaftsformen wie den unteren Bergregionen und feuchten Wäldern Kolumbiens, den trockenen Tälern Boliviens und den felsigen Hügeln auf Bermuda.19 Nördlich der Alpen kommt Rosmarin hauptsächlich in Gärten vor.1
Wild zu finden
Im westlichen und zentralen Mittelmeerraum wächst Rosmarin wild an trockenen, sonnigen Hängen, auf Kalkgestein, in lichten Gebüschen und an Waldsäumen.6 Dort blüht die typische Mittelmeerpflanze schon im Januar, weiter nördlich von März bis Juli. Im östlichen Mittelmeerraum existiert die Pflanze seit der Antike. Dort tritt der sogenannte Meertau gelegentlich verwildert und manchmal bestandsbildend auf.10
Echter Rosmarin ist ein vielgestaltiger, aromatischer, immergrüner Halbstrauch, der Wuchshöhen von 0,5 bis 2 m erreicht. Die aufrechten und zum Teil niederliegenden Zweige tragen zähe, stumpfe, nadelähnliche Blätter mit einer Länge von bis zu 2,5 cm. Die röhrigen, zweilippigen Blüten sind blass- bis dunkelblau, selten rosa oder weiss und im oberen Teil der Zweige in Scheinquirlen angeordnet. Die Frucht zerfällt in vier braune Klausen.1,5
Die Arzneidroge stammt zum Teil aus Wildsammlung.15
Anbau im Garten
Für den Eigenbedarf ist der Anbau von Rosmarin ganzjährig als Zier- und Gewürzpflanze möglich.1,5,6 Rosmarin benötigt vollsonnige Standorte mit durchlässiger und neutraler Erde und verträgt pH-Werte zwischen 5 und 8.5 Der ideale Bereich liegt zwischen 6 und 7,5.19
Kalte, nasse Winter und Fröste über einen längeren Zeitraum verträgt Rosmarin nicht. Ab Temperaturen von -3° C wächst er nicht mehr. In kalten Regionen benötigt er draussen geschützte Stellen oder die Überwinterung als Topfpflanze drinnen.5 Nördlich der Alpen ist Rosmarin in wärmeren Lagen, z.B. in Weinbaugebieten, meist winterfest.6,19
Die Ernte der Laub- und Blütenspitzen erfolgt bevorzugt im Frühjahr und Frühsommer. Um einen buschigen Wuchs zu fördern, ist das Zurückschneiden der Pflanze nach der Blüte ratsam. Im Topf erreicht Rosmarin eine Höhe von 60 bis 180 cm. Das Vermehren ist durch Frühjahrsaussaat oder halbverholzte Stecklinge möglich. Nach dem Anwachsen - sobald sich das Wurzelsystem im Boden etabliert hat - ist Rosmarin trockenheitstolerant. Rosmarin besitzt das Potenzial, sich durch Samen und Stecklinge zu regenerieren.5,15
Rosmarin ist eine sehr formenreiche Art. Bekannte Sorten sind u.a. 'Aureus', 'Benenden Blue', 'Blue Boy', 'Fota Blue', 'Gorizia', 'Golden Rain'. Niederliegende oder halb niederliegende Sorten wie 'Prostratus' sind gut für Topf- und Ampelkultur geeignet. Alle Sorten sind roh essbar.15
Zu kaufen sind Rosmarinpflanzen als Setzling oder als Zierpflanze im Gartenfachhandel und Baufachhandel.
Weiterführende Informationen
Rosmarinus officinalis zählte zur Gattung Rosmarinus aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Zu Rosmarinus officinalis gehörten die drei Unterarten R.o. ssp. officinalis, R.o. ssp. palaui und R.o. ssp. valentinus. Diese Unterarten bzw. Varietäten fasst man laut neueren Forschungen nun unter dem Namen Salvia rosmarinus Spenn. in der Gattung Salvia zusammen. Salvia rosmarinus hat Rosmarinus officinalis auf den Platz eines Synonyms verdrängt.12,13
Die Bezeichnung Rosmarin stammt vom lateinischen "ros = Tau" und "mare = Meer", woraus sich der Name "Meertau" ergibt. Eine ältere Deutung der Namensherkunft bezieht sich auf den griechischen Begriff "rhops myrinos = wohlriechender Strauch", was sich auf die aphrodisierende Wirkung der Pflanze bezieht.15
Alternative Namen
Alternativnamen für Rosmarin sind Anthoskraut, Brautkleid, Gedenkemein, Hochzeitsbleaml, Kid, Kranzkraut, Kranzenkraut, Meertau, Mariae Reinigungskraut, Rosmarein, Röselimarie und Weihrauchkraut.1,15 Schreibweisen wie Rozmarin und Rosmarien sind möglich. Rozmarin heisst das Gewürz vor allem in Rumänien oder Rožmarin in Slowenien.
Im Englischen heisst Rosmarin rosemary oder anthos, auf Spanisch romero - und Rosmarin (frisch) ist dort als romero fresco oder romero (hierba) bekannt.
Der Drogenname für die Rosmarinblätter lautet "Rosmarini folium", für das Rosmarinöl "Rosmarini aetheroleum".
Sonstige Anwendungen
Rosmarin gilt seit der Antike als aphrodisierende Pflanze, die für Liebe und Fruchtbarkeit steht. Die Herstellung von Salben, Parfüms oder anderen Extrakten sollte eine wundersame Wirkung erzielen. Das Kraut diente vermutlich der Geruchsüberdeckung bei Leichenverbrennungen oder bei Grabzugaben.15 Griechische Gelehrte schmückten sich mit Kränzen aus Rosmarin bei Prüfungen, um ihre Konzentration zu steigern.5 Rosmarinöl und Rosmarinextrakte verwendet man heute und damals bei Haarausfall.15 Als Bad wirkt Rosmarin belebend, weshalb es abends eher zu meiden ist.1 Phytopharmaka-Produkte mit Rosmarin sind z.B. Rosmarin-Fluidextrakte, Tonikum, Schmerz- und Rheumasalben, Muskelcremes oder Rosmarinöl, das in Salben, Ölen, Seifen und Shampoos enthalten ist.3
Literaturverzeichnis - 21 Quellen (Link zur Evidenz)
| 1. | ● Book: weak evidence | Pahlow M. Das grosse Buch der Heilpflanzen. Gesund durch die Heilkräfte der Natur. 8. Auflage. Hamburg; 2019. Nikol Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG. |
| 2. | ● Book: moderate evidence | Niederegger O, Mayr C. Heilpflanzen der Alpen. Gesundheit aus der Natur von A bis Z. Innsbruck; 2006. Tyrolia-Verlag. |
| 3. | ● Book: strong evidence | Blaschek W. (Herausgeber). Wichtl – Teedrogen und Phytopharmaka. Ein Handbuch für die Praxis. 6. Auflage. Stuttgart; 2016. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH. |
| 4. | ● Website | USDA (United States Department of Agriculture). Nährwerttabellen. |
| 5. | ● Book: weak evidence | Bown D. Kräuter. Die grosse Enzyklopädie. Anbau und Verwendung. 2. Auflage. München; 2015. Dorling Kindersly. |
| 6. | ● Book: moderate evidence | Kremer BP. Mein Garten – Ein Bienenparadies. 2. Auflage. Bern; 2018. Haupt Verlag. |
| 7. | ● Book: strong evidence | Schilcher H, Kammerer S, Wegener T. Leitfaden Phytotherapie. 3. Auflage. München; 2007. Elsevier GmbH. |
| 8. | ● Book: weak evidence | Gerhard I, von Ganski N. Die neue Pflanzenheilkunde für Frauen. 1. Auflage. München; 2011. Verlag Zabert Sandmann GmbH. |
| 9. | * Rosemary is considered as a powerful cardiac stimulant, a strong antiseptic, antispasmodic, carminative, emmenagogue, and nervine tonic, and is used to cure arthritis, dandruff, and skin diseases [3,4]. Laboranalyse in wissenschaftlichem Journal
DOI: 10.3390/molecules25204599 Study: weak evidence | Sharma Y, Velamuri R, Fagan J, Schaefer J. Full-spectrum analysis of bioactive compounds in rosemary (Rosmarinus officinalis L.) as influenced by different extraction methods. Molecules. 2020;25(20):4599. |
| 10. | ● Book: moderate evidence | Oberdorfer E. Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart (Hohenheim); 2001. Eugen Ulmer Verlag. |
| 11. | ● Book: strong evidence | Fleischhauer SG, Guthmann J, Spiegelberger R. Enzyklopädie. Essbare Wildpflanzen. 2000 Pflanzen Mitteleuropas. 1. Auflage. Aarau; 2013. AT Verlag. |
| 12. | * Molekulare phylogenetische Originalstudie (Primärforschung) DOI: 10.12705/661.7 | Drew BT, González-Gallegos JG et al. Salvia united: The greatest good for the greatest number. Taxon. 2017;66(1):133–145. |
| 13. | * Plastomische Vergleichsstudie (Primärforschung) DOI: 10.1016/j.pld.2020.07.004 | Wu H, Ma PF et al. Comparative plastomic analysis and insights into the phylogeny of Salvia (Lamiaceae). Plant Diversity. 2020;43(1):15-26. |
| 14. | * Rosemary is one of the most drought tolerant plants with an annual consumption of 4500 to 5500 m3 of water per hectare in a growth period. Also, a mild stress – 60 % of the field capacity- would be produced the optimum production of this plant. Experimentelle Feldstudie DOI: 10.1016/j.indcrop.2019.111893 | Abbaszadeh B, Layeghhaghighi M et al. Improving water use efficiency through drought stress and using salicylic acid for proper production of Rosmarinus officinalis L. Industrial Crops and Products. 2020;144:111893. |
| 15. | ● Book: moderate evidence | Bäumler S. Arzneipflanzenporträts. 3. Auflage. München: Elsevier; 2021. |
| 16. | * Rosemary (Rosmarinus officinalis L.) is a widely consumed aromatic plant that 33 belongs to the Lamiaceae family. Fresh and dried leaves are frequently used in traditional 34 Mediterranean cuisine and in folk medicine. 35 Scope and Approach: For this study, an extensive bibliographic review on rosemary was 36 carried out, including its main uses, components (both nutrients and bioactive), biological 37 activities, interactions with drugs and potential applications. 38 Key Findings and Conclusions: The nutrient composition of rosemary reveals a great amount 39 of vitamins and minerals. The most well studied bioactive compounds are carnosic acid, 40 carnosol, caffeic acid and its derivative, rosmarinic acid. The levels on bioactive compounds 41 depend on many factors, such as the variety, plant part, edafoclimatic conditions, drying 42 conditions (if applied) and extraction and analysis methods. Numerous biological activities of 43 rosemary are recognized including antioxidant, antibacterial and antifungal, anti-cancer, anti44 inflammatory, among others. Therefore it has a vast range of industrial applications such as 45 food and food packaging, pharmaceutical, perfumery and cosmetics industries. Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal DOI: 10.1016/j.tifs.2015.07.015 Study: weak evidence | Ribeiro-Santos R, Carvalho-Costa D et al. A novel insight on an ancient aromatic plant: The rosemary (Rosmarinus officinalis L.). Trends in Food Science & Technology. 2015;45(2):355-368. |
| 17. | * The study evaluating the hepatotoxicity of carnosic acid revealed dose-dependent hepatotoxic effects and inhibitory effects on specific cytochrome P450 enzymes, suggesting the possibility of drug interactions...However, research on the toxicity of rosemary essential oil found that it may decrease cell viability, alter development and reproduction in C. elegans, upregulate oxidative stress-related genes, and irritate mucosal membranes. Finally, investigations on rosemary extract in rats revealed inconsistent results on reproductive parameters, with greater dosages having a negative impact on male reproductive systems and female fertility... These findings underline the necessity of taking into account the concentration or dosage of rosemary extracts and essential oils when evaluating their effects. They also emphasize the need for more study to fully understand the toxicity mechanisms, examine the long-term effects, and assess the effects on various tissues and species, including humans. Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal DOI: 10.1007/s00210-024-03336-9 Study: weak evidence | Ghasemzadeh Rahbardar M, Hosseinzadeh H. Toxicity and safety of rosemary (Rosmarinus officinalis): a comprehensive review. Naunyn-Schmiedeberg’s Arch Pharmacol. 2024. |
| 18. | ● Website | Greenpeace ch: Alles, was du fürs Klima essen kannst. 2022. |
| 19. | * Rosmarinus officinalis is native to the Mediterranean region from where it gradually spread to other regions of the world...It can withstand dry spells, warm conditions and thrive across many soil textures ranging from poor, dry, sandy and rocky soil formats (Mesoamericana, 2014). Now, these plant species are cultivated across the world across many agricultural locations in the form of ornamental and aromatic plants (Kadri et al., 2011; Alavi et al., 2021). Rosemary has adapted to various growing conditions in Europe and is mainly cultivated in regions harboring a warm atmosphere. It also survives in various land types as in lower mountain and/or humid forests in Colombia, dry valleys in Bolivia (Jørgensen, Nee, & Beck, 2014) and rock hill places in Bermuda... Rosemary grows to a length of 2-6 ft with a dia of 2-5 ft in potted condition. It can be easily grown in sandy, slightly acidic and well-drained soil in lengthy spells of sunshine (Missouri, 2016). They propagate by semi-heartwood cuttings during the summer months and tolerate drought once growth has set in...R. officinalis need some environmental requirements to adjust its growth in tropical and temperate areas with warm summer and moderate dry winters. It can also bear seaside effects inundated with sandy and loamy well-drained soil with acidic, basic and neutral pH ranges. The range of pH sensitivity is 4.5 to 8.3, with a desirable range between 6 and 7.5. ..t is subjected to fog and salt spray in Mediterranean calcareous soil, dry, sunny hilly areas and near coasts. Rosemary can tolerate slight winters but cannot grow at temperatures below – 3 °C. Once root systems get established in the soil, it becomes drought tolerant (De Guzman and Siemonsma, 1999). Rosemary has been intentionally spread for cultivation purposes from the native region to other regions as an ornamental and medicinal plant. Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal DOI: 10.1016/j.sajb.2021.09.026 Study: weak evidence | Aziz E, Batool R et al. Rosemary species: a review of phytochemicals, bioactivities and industrial applications. South African Journal of Botany. 2022;151(Part B):3-18. |
| 20. | ● Parsley 0,40 Chives 0,37 Website | CONCITO. The Big Climate Database, version 1. Parsley, Chives. 2021. |
| 21. | * Siehe Fig. 2 Rosemary DOI: 10.1016/j.jclepro.2019.06.065 | Litskas V, Chrysargyris A, Stavrinides M, Tzortzakis N. Water-energy-food nexus: A case study on medicinal and aromatic plants. Journal of Cleaner Production. 2019;233:1334–1343. |
| Wir haben Studien und Bücher zu Ernährung und Gesundheit nach folgenden 3 Evidenz-Kategorien markiert: grün=starke Beweiskraft, gelb=mittlere, violett=schwache. Die restlichen Quellen sind grau markiert. Eine ausführliche Erklärung finden Sie in unserem Beitrag: Wissenschaft oder Glaube? So prüfen Sie Publikationen. | ||











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