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Erdnussbutter, auch Erdnussmus genannt, entsteht durch das Mahlen von meist gerösteten Erdnüssen (Arachis hypogaea). Viele der im Handel erwerbbaren Produkte sind daher nicht roh sowie mit pflanzlichem Fett, Salz und Zucker angereichert. In Bio-Qualität erhältlich.
Verwendung in der Küche
Erdnussbutter bzw. Erdnussmus ist das Mus aus gemahlenen Erdnüssen. Bei kommerziell erhältlichen Produkten erfolgt vor dem Mahlen meist eine Röstung der Erdnüsse, weshalb diese Produkte nicht mehr als Rohkost gelten. Wer rohe Erdnussbutter möchte, stellt sie am besten selbst her (siehe Kapitel "Eigene Zubereitung"). Erdnussbutter gibt es in den Varianten grobkörnig (crunchy, chunky) oder fein (smooth, creamy). Die grobkörnige Variante enthält noch Erdnuss-Stückchen, da die Erdnüsse weniger stark gemahlen sind als bei der feinen Variante. Ob grobkörnig oder fein, hochwertige Erdnussbutter ohne Salz und Zucker entfaltet ein intensives, unverwechselbares nussiges Aroma nach Erdnüssen und hat eine dicke, zähe Konsistenz.
Wo findet Erdnussmus Verwendung? Häufig kennt man Erdnussbutter als Brotaufstrich. Eines der wohl berühmtesten amerikanischen Erdnussbutter-Gerichte ist das "Peanut Butter and Jelly Sandwich" - also Erdnussmus und Konfitüre (Fruchtmarmelade).
Das Nussmus ist besonders in der süssen Küche beliebt, wie z.B. bei der Herstellung von Back- und Süsswaren, Desserts sowie Frühstücksgerichten. Mit ihm lassen sich Kuchen, Torten, Cupcakes, Cookies, Eiscremes und Pralinen - wie z.B. die populären "Peanut Butter Cups" - herstellen. Auch über Pfannkuchen, als Shake (z.B. mit dunkler Schokolade und Kirschen) oder im Porridge schmeckt das Mus hervorragend. Feine Snacks sind Erdnussbutter enthaltende Riegel, mit Erdnussbutter übergossenes Popcorn und in Erdnussmus getunkte Früchte (z.B. Bananen oder Äpfel).
Doch auch zum Kochen lässt sich Erdnussmus wunderbar einsetzen. Welche Gerichte mit Erdnussmus gibt es? In vielen asiatischen Ländern ist es eine beliebte Zutat in Wok-Gerichten, Currys und für marinierte Tofu-Spiesse. Auch in einigen afrikanischen Gerichten ist die Erdnussbutter ein wichtiger Bestandteil. Ein mit Erdnussbutter zubereiteter Gemüse-Eintopf (z.B. mit Kichererbsen, Kürbis und Spinat, oder mit Tomaten und Kidneybohnen) oder veganes Gulasch (z.B. Malischer Gulasch) ist sehr empfehlenswert. Das Mus eignet sich auch gut zum Verfeinern von Saucen, Salatdressings (z.B. für den Thai Mango-Salat) und Suppen (z.B. Süsskartoffel-Erdnuss-Suppe) oder als Apéro-Dip für Gemüse.
Eigene Zubereitung
Lässt sich Erdnussmus selbst herstellen? Für eine Erdnussbutter in Rohkostqualität (ohne Zucker und Salz) empfehlen wir, diese selbst herzustellen. Die einzigen Erdnussbutter-Zutaten, die Sie dafür brauchen, sind rohe Erdnüsse (mit oder ohne Haut). Zerkleinern Sie dazu die benötigte Menge der ungerösteten Nüsse in einem Hochleistungsmixer ca. 1 Minute lang. Danach schaben Sie die Masse mit einem Schaber von den Seitenwänden des Mixers und mixen alles nochmals. Wiederholen Sie diesen Vorgang so oft, bis Sie die gewünschte Konsistenz (grobkörnig oder fein) erreicht haben. Möchten Sie ein etwas flüssigeres Ergebnis, können Sie etwas rohes Erdnussöl hinzufügen.
Veganes Rezept für westafrikanischen Erdnusseintopf
Zutaten (für 4 Personen): 1 Zwiebel, 4 Knoblauchzehen, 1 Stück Ingwer (ca. 2 cm), 2 Süsskartoffeln, 1 EL Rapsöl, 1 TL Kreuzkümmel (gemahlen), ¼ TL Pfeffer, 4 EL Erdnussbutter ohne Salz (bio), 1 TL Tomatenmark, 1 L Gemüsebrühe, 100 g Basmatireis, ½ Bund Koriander.
Zubereitung: Zwiebel, Knoblauchzehen und Ingwer schälen und klein hacken. Süsskartoffel schälen und in Scheiben schneiden (ca. 1 cm). In einer mit Rapsöl erhitzten Pfanne Zwiebel, Knoblauch und Ingwer ca. 2 Min. anbraten. Süsskartoffeln mit Kreuzkümmel und Pfeffer hinzufügen und ca. 5 Min. anbraten. Erdnussbutter, Tomatenmark und Gemüsebrühe dazugeben und gut verrühren. Mit Deckel auf höchster Stufe zum Aufkochen bringen und folgend bei mittlerer Hitze ca. 15-20 Min. köcheln lassen, bis die Süsskartoffeln gar sind. Währendessen Basmatireis nach Packungsanweisung kochen. Koriander abspülen, trocken schütteln und klein hacken. Nach Ablauf der Kochzeiten Basmatireis und den veganen Erdnusseintopf auf Tellern anrichten und mit etwas Koriander bestreuen. Wer möchte, kann die Portionen mit etwas Sojajoghurt als Topping anrichten.
Vegane Rezepte mit Erdnussmus (roh) finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".
| Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen: Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler. |
Einkauf - Lagerung
Erdnussbutter, sowohl grobkörnig als auch fein, finden Sie in den meisten Supermärkten (z.B. Coop, Migros, Denner, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Billa) ganzjährig, in anderen Supermärkten (z.B. Volg, Hofer) gelegentlich. Auch Bio-Supermärkte (z.B. Alnatura, Denn's Biomarkt) haben beide Varianten - in Bio-Qualität - im Angebot.
Ist Erdnussbutter gleich Erdnussmus bzw. Erdnussmus gleich Erdnussbutter? In den Vereinigten Staaten muss Erdnussbutter mindestens 90 % Erdnussbestandteile enthalten und darf nicht mehr als 55 % Fett aufweisen. Als Zusätze sind Würzmittel und Stabilisatoren erlaubt.3 In der EU gibt es keine Vorgaben zum Fett- und Erdnussanteil. Teilweise erfolgt jedoch eine Unterscheidung zwischen Erdnussmus und Erdnussbutter. Während Erdnussmus möglichst zu 100 % aus Erdnüssen besteht, können in der Erdnussbutter auch weitere Zutaten wie Salz, Zucker und pflanzliche Fette enthalten sein. Im herkömmlichen Sprachgebrauch finden die beiden Begriffe (Erdnussbutter und Erdnussmus) jedoch meist ohne Differenzierung Verwendung.2
Gibt es Erdnussbutter ohne Zusätze? Achten Sie beim Kauf auf eine gute Qualität: also Erdnussbutter mit einem Erdnussanteil von 100 % (oder mindestens 90 %) und keinen bis sehr wenigen Zusätzen wie z.B. Stabilisatoren, Zucker, Salz oder anderen pflanzlichen Fetten. Für eine rohe Erdnussbutter ohne Salz und weitere Zusätze empfehlen wir die "Eigene Zubereitung".
Die Verfügbarkeit von Erdnussbutter ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.
Tipps zur Lagerung
Wie lange hält sich Erdnussmus? Nach dem Öffnen bleibt Erdnussbutter bei Zimmertemperatur etwa 6 Monate haltbar. Wer die Erdnussmus-Haltbarkeit verlängern will, lagert sie im Kühlschrank. Die Konsistenz ist dann etwas fester und weniger cremig. Selbst hergestellte Erdnussbutter ohne Zusätze hält sich in einem fest verschlossenen Glas im Kühlschrank ca. 2 bis 4 Wochen.
Kann Erdnussbutter verderben? Erdnussbutter verdirbt häufig durch Verunreinigungen von aussen, die beispielsweise mit einem Löffel in das Glas gelangen.
Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien
Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.
Die Inhaltsstoffe hängen vom spezifischen Produkt ab. Die Erdnussbutter-Nährstoffe sind mit denen von gerösteten Erdnüssen vergleichbar, da sie zum grössten Teil aus ihnen besteht.
Grobkörnige Erdnussbutter ohne Salz enthält 589 kcal pro 100 g. Mit 24 g Protein pro 100 g (48,1 % des Tagesbedarfs) weist sie einen hohen Proteingehalt auf. Die Aminosäuren Tryptophan, Phenylalanin, Leucin und Threonin sind besonders gut vertreten. Der Proteingehalt ist mit dem von Mandelmus vergleichbar. Der Kohlenhydratgehalt liegt bei 22 g/100g, der Ballaststoffgehalt bei 8 g/100g.1
Der Fettgehalt von Erdnussbutter ist mit 50 g/100g sehr hoch und entspricht 71,3 % des Tagesbedarfs. Davon entfallen 7,6 g auf gesättigte Fette. Erdnussbutter besitzt mit 175:1 ein sehr schlechtes Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren (LA:ALA).1 Idealerweise liegt das durch die Ernährung angestrebte Verhältnis bei 1:1 bzw. <5:1, um die Gesundheit zu schützen. Japaner weisen als einzige Bevölkerungsgruppe ein ideales Verhältnis von 2:1 bis 4:1 auf.18,19 In westlichen Gesellschaften ist der Verzehr von Omega-6 deutlich höher als der von Omega-3; so liegt der Verzehr von Omega-6 in den Vereinigten Staaten 10- bis 30-mal höher als der von Omega-3.18
Erdnussbutter ist reich an Biotin (ex Vitamin B7): 67 µg/100 g – das macht 134 % des Tagesbedarfs aus. Ähnlich viel weisen rohe Haselnüsse auf. Mehr ist in Bierhefe mit 115 µg/100g vorhanden - davon kommen jedoch nur kleine Mengen zum Einsatz.1
In 100 g grobkörniger Erdnussbutter sind 1,8 mg Mangan vorhanden (90 % des Tagesbedarfs). Weniger ist in Cashew-Butter (0,82 mg/100g) und Kokosmus (1,3 mg/100g), mehr in Mandelbutter (2,1 mg/100g) enthalten. Deutlich höher sind die Mangan-Gehalte von Haselnüssen (6,2 mg/100g) und Pekannüssen (4,5 mg/100g).1
Erdnussbutter (grobkörnig) weist 14 mg Niacin (ex Vitamin B3) pro 100 g auf (86 % des Tagesbedarfs). Dieser Gehalt lässt sich mit demjenigen von Weizenkleie vergleichen. Mandelbutter (3,2 mg/100g), Kokosmus (1,9 mg/100g) und Cashew-Butter (1,6 mg/100g) enthalten wesentlich geringere Mengen.1
Die gesamten Inhaltsstoffe von Erdnussbutter (grobkörnig), die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.
Wirkungen auf die Gesundheit
Ist Erdnussmus gesund? Erdnussmus kann in geringen Mengen (und für eine kurze Zeit) für Menschen mit einem erhöhten Kalorienbedarf (wie z.B. Sportler, schwangere und stillende Frauen) nützlich sein. Aber es ist zu beachten, dass auch kleine Mengen einen sehr hohen Energiegehalt haben.
Eine 6-monatige randomisierte Studie mit 120 älteren Erwachsenen (Durchschnittsalter 76 Jahre) zeigte, dass der tägliche Verzehr von 43 g Erdnussbutter die Leistung beim Aufstehen vom Stuhl (five times sit-to-stand test, also die Zeit für fünf aufeinanderfolgende Aufstehbewegungen) und die Muskel-Power (Beinpower) verbesserte. Bei Gehgeschwindigkeit, Muskelkraft sowie Muskel- und Fettmasse gab es keine signifikanten Änderungen.20
Die Ergebnisse einer Studie von 2002 deuten darauf hin, dass ein regelmässiger Verzehr von Erdnüssen und Erdnussbutter das Risiko für Typ-2-Diabetes bei Frauen senken kann. Um eine erhöhte Kalorienzufuhr zu vermeiden, empfehlen die Autoren der Studie den regelmässigen Verzehr von Nussprodukten als Ersatz für den Verzehr von raffinierten Getreideprodukten.4
Sekundäre Pflanzenstoffe
Viele gesundheitliche Wirkungen von Erdnussbutter kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen. Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.
Erdnussbutter enthält u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:17
- Polyphenole: Flavonoide: Flavanole (Catechin, Epicatechin), Flavonole (Quercetin-3-O-β-d-Glucosid, Kaempferol 3-O-Glucosid, Rutin), Stilbene (Resveratrol); Phenolsäuren: Hydroxybenzoesäuren (Protocatechinsäure, Gentisinsäure, Vanillinsäure), Hydroxyzimtsäuren (Kaffeesäure, p-Cumarsäure, m-Cumarsäure, o-Cumarsäure, Ferulasäure, Isoferulasäure, Sinapinsäure)
Die in Erdnussbutter nachgewiesenen Polyphenole (wie Flavonoide, Stilbene und Phenolsäuren) sind als starke Antioxidantien bekannt, die zellschützende Eigenschaften im Körper besitzen.17
Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen
Erdnüsse weisen ein hohes allergisches Potenzial auf. Dies liegt daran, dass Erdnüsse eine Vielzahl an Allergenen bzw. Proteinen besitzen. Symptome einer Erdnussallergie können sich auch beim Kontakt mit sehr geringen Mengen, in schweren Fällen bei Spuren in der Luft oder beim Hautkontakt zeigen. Die Symptome reichen je nach Stärke der Allergie von Nesselsucht über Atembeschwerden bis zu einem anaphylaktischen Schock. Bei bekanntem Risiko muss ein Allergiker Erdnuss-Produkte gänzlich meiden. Erdnüsse müssen als Allergen gekennzeichnet sein, auch wenn sie nur in Spuren vorkommen. Interessant ist, dass geröstete Erdnüsse mit höherer Wahrscheinlichkeit zu einer Erdnussallergie führen als rohe Erdnüsse, wie eine Studie von 2014 belegt. Beim Rösten kommt es zu einer Veränderung der Erdnussproteine, die in dieser Form beim Immunsystem eine höhere Alarmbereitschaft auslösen.5
Eine randomisierte Studie mit 73 Kindern im Alter von 4–14 Jahren mit Erdnussallergie untersuchte, ob eine orale Immuntherapie mit handelsüblicher Erdnussbutter die Verträglichkeit von Erdnussprotein verbessert. Das Ergebnis: Nach der Behandlung schafften es alle behandelten Kinder, eine grosse Testmenge von 9043 mg Erdnussprotein (etwa mehrere Teelöffel Erdnussbutter) zu essen, ohne allergisch zu reagieren. In der Vergleichsgruppe, die Erdnüsse weiterhin komplett gemieden hatte, gelang dies nur 3 von 30 Kindern. Selbst nach einer 8-wöchigen Pause blieb die Verträglichkeit bei den meisten behandelten Kindern erhalten – und das ohne schwerwiegende Nebenwirkungen.21
Ist Erdnussbutter ungesund? Erdnussmus ist aufgrund seines hohen Fett- und Kaloriengehalts nicht geeignet für Diäten zur Gewichtsreduktion. Die oftmals zugefügten Stoffe wie Zucker, Salz und Fette sind ebenfalls nicht gesundheitsfördernd. Mehr zum Thema Salz, Zucker und Fett in Bezug auf die Gesundheit finden Sie bei der Buchbesprechung "Salt Sugar Fat".
Erdnussbutter und generell Erdnüsse haben zudem ein sehr ungesundes Omega‑6:Omega‑3‑Fettsäurenverhältnis. Das bedeutet: Die enthaltenen Fette weisen hohe Mengen an Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure; LA) und kaum Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure; ALA) auf. Übermässige Mengen an mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren und ein sehr hohes LA:ALA-Verhältnis fördern die Entstehung von zahlreichen Krankheiten - darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs sowie Entzündungs- und Autoimmunkrankheiten.15 Nach wie vor gilt ein Verhältnis von maximal 5:1 (LA:ALA) als erstrebenswert. Anstelle eines Verhältnisses spricht sich die Eidgenössische Ernährungskommission (EEK) inzwischen für absolute Zufuhrmengen aus und empfiehlt für mehrfach ungesättigte Fettsäuren Werte von 2,5-9 % (Omega-6-Fettsäuren) bzw. von 0,5-2 % (Omega-3-Fettsäuren) des Tagesenergiebedarfs. Dies entspricht maximal 20 g pro 2000 kcal (Omega-6-Fettsäuren) bzw. 1-4,4 g pro 2000 kcal (Omega-3-Fettsäuren).16 Mehr zum Thema Fettsäuren, auch in Bezug auf die Ernährungsform (vegan, vegetarisch, Mischkost), können Sie im Artikel Mandelbutter, ungesalzen (roh?, bio?) nachlesen.
Anmerkung: Die Mandelbutter ist aufgrund ihrer Nährwerte der Erdnussbutter vorzuziehen. Sie besitzt nur etwa die Hälfte an gesättigten Fettsäuren - und dies trotz leicht grösserem Gesamtfettgehalt. Zudem weist sie wesentlich mehr Calcium, Kalium, Eisen, Mangan und Ballaststoffe auf und enthält mehr als das Dreifache an Vitamin E.1
Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl
Der CO2-Fussabdruck von Erdnussbutter ist von mehreren Aspekten abhängig, etwa der Anbauweise, dem Herkunftsland der Erdnüsse, dem Transport und der Verpackungsart. In einem Bericht zu den ökologischen Fussabdrücken ausgewählter Lebensmittel in Deutschland ist der Wert für 1 kg Erdnussbutter mit 2 kg CO2eq angegeben.10 In der Carboncloud liegt der Wert für Grossbritannien bei 1,63 kg CO2eq/kg.14 Einen grossen Einfluss auf den ökologischen Fussabdruck hat der Stromverbrauch während der Verarbeitung und Verpackungsherstellung, aber auch die Transportwege spielen eine wichtige Rolle.11
Der Wasserfussabdruck zur Herstellung von 1 kg geschälten Erdnüssen liegt bei 4381 Litern.12 Aufgrund der zusätzlichen Produktionsprozesse und des benötigten Verpackungsmaterials für Erdnussbutter ist dieser Wert vermutlich noch höher.
Erdnüsse zählen, wie unter anderem auch Sojabohnen und Erbsen, zu den Hülsenfrüchten und sind in der Lage, für die Landwirtschaft bedeutenden Stickstoff im Boden zu binden. Dadurch können sie die Bodenfruchtbarkeit verbessern, da dieser Nährstoff später anderen Pflanzen zur Verfügung steht.6
Die Erdnussindustrie produziert grosse Mengen Biomüll, der sich potenziell für die Herstellung von Biokraftstoff eignet. Die CO2-Reduzierung, die sich durch die Nutzung von Erdnussschalen ergäbe, ist besonders für China, Indien und Nigeria bedeutend.13
Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?
Tierschutz - Artenschutz
Erdnusshäute, die bei der Verarbeitung von Erdnüssen unter anderem in Erdnussbutterwerken anfallen, eignen sich als Futtermittel für Nutztiere. Zudem dienen Erdnusshäute zur Geruchsreduzierung in Schweineställen und Legehennenställen. Die jährliche Produktion von Erdnusshäuten in den USA liegt je nach Erdnussernte und -verwertung schätzungsweise bei 20'000 bis 30'000 Tonnen.22
Weltweites Vorkommen - Anbau
Die Inkas und Azteken verarbeiteten Erdnüsse zu einer Paste, weshalb sie als "Erfinder" einer ersten Form von Erdnussmus gelten können. Die moderne Erdnussbutter, ihr Herstellungsverfahren und die zur Herstellung verwendeten Geräte sind mindestens drei Erfindern zu verdanken. Im Jahr 1884 liess Marcellus Gilmore Edson aus Kanada Erdnusspaste patentieren, das Endprodukt aus dem Mahlen gerösteter Erdnüsse zwischen zwei erhitzten Oberflächen. 1895 patentierte Dr. John Harvey Kellogg (der Erfinder vom Kellogg's Müsli) ein Verfahren zur Herstellung von Erdnussbutter aus rohen Erdnüssen. Er vermarktete sie als nahrhaften Eiweissersatz für Menschen, die kaum feste Nahrung kauen konnten. Im Jahr 1903 liess Dr. Ambrose Straub aus St. Louis (Missouri) eine Maschine zur Herstellung von Erdnussbutter patentieren.7
Heute ist Erdnussbutter vor allem in Nordamerika (USA, Kanada), aber auch in Teilen Asiens (Philippinen, Indonesien), Europas (Niederlande, Vereinigtes Königreich), Australien und Südafrika sehr beliebt.
Die grosse Beliebtheit zeigt sich auch in den Konsumzahlen: Im Jahr 2018 stieg der weltweite Konsum von Erdnüssen auf 42,6 Millionen metrische Tonnen, wobei die Menschen mehr als die Hälfte davon als Erdnussbutter verzehrten.17 Allein in den USA landen sogar über 60 % der verzehrten Erdnüsse in Form von Erdnussbutter auf dem Tisch.23
Anbau - Ernte
Alle Informationen zum Anbau und zur Ernte von Erdnüssen finden Sie im dazugehörigen Artikel "Erdnüsse". Dort erfahren Sie unter anderem mehr über die Keimung und Wachstumsbedingungen der Erdnusspflanze, den geeigneten Standort und Boden, die Bewässerung sowie Trocknung und Verarbeitung.
Industrielle Herstellung
Wie lässt sich Erdnussbutter herstellen? Der Herstellungsprozess beginnt mit dem Schälen der Erdnüsse, dem Sortieren nach Grösse und dem Aussortieren von qualitativ minderwertigen Exemplaren. Für ein hochwertiges Mus kommen in erster Linie grosse Nüsse zum Einsatz. Durch das Rösten von ca. 45 Min. bei 160 °C reduziert sich der Wassergehalt auf ca. 1 %. Nach dem Abkühlen kommen die Erdnüsse in eine Mühle. In mehreren Schritten mahlt diese die Nüsse zu einer Paste mit der gewünschten Struktur. Währenddessen fügt der Hersteller Zusätze wie Salz, Zucker und andere Gewürze zur Geschmacksabrundung sowie Stabilisatoren wie gehärtete pflanzliche Fette oder Öle zur Verhinderung der Entmischung des Erdnussöles und der festen Erdnussmasse hinzu.8 Zum Schluss folgt das Abfüllen der Erdnussbutter in sterile Gläser.9
Ein Grossteil der im Handel erhältlichen Erdnussbutter besteht aus gerösteten Erdnüssen, um die Haltbarkeit sicherzustellen und zu verlängern. Da die rohe Erdnuss einen höheren Wasseranteil aufweist, ist sie anfälliger für Schimmel.
Weiterführende Informationen
Botanisch gesehen zählen Erdnüsse (Arachis hypogaea) zu den Hülsenfrüchten, aber aus ernährungsphysiologischer Sicht gelten sie als Nüsse.17
In den USA ist die Erdnussbutter besonders beliebt und hat sogar ihren eigenen Nationalfeiertag erhalten: Am 24. Januar feiern die Amerikaner Erdnussbutter-Tag.
Alternative Namen
Im deutschen Sprachgebrauch gelten die Bezeichnungen Erdnussmus, Erdnusscreme und Erdnusspaste als Synonyme für Erdnussbutter. Falsche Schreibweisen (z.B. Erdnuss Mus, Erdnusmus) schleichen sich ein.
Im Englischen bezeichnet "chunky peanut butter" oder "crunchy peanut butter" eine grobkörnige Variante der Erdnussbutter.
Literaturverzeichnis - 23 Quellen (Link zur Evidenz)
| 1. | ● Website | USDA United States Department of Agriculture. |
| 2. | ● Website | Erdnussbutter org: Erdnussmus. 2017. |
| 3. | ● Website | Fda.gov Food Standard Innovations: Peanut Butter's Sticky Standard. |
| 4. | * Prospektive Kohortenstudie DOI: 10.1001/jama.288.20.2554 Study: moderate evidence | Jiang R, Manson JE et al. Nut and peanut butter consumption and risk of type 2 diabetes in women. JAMA. 2002;288(20):2554–2560. |
| 5. | * Tierexperimentelle Studie (in vivo) DOI: 10.1016/j.jaci.2014.07.032 Study: weak evidence | Moghaddam AE, Hillson WR et al. Dry roasting enhances peanut-induced allergic sensitization across mucosal and cutaneous routes in mice. J Allergy Clin Immunol. 2014;134(6):1453–1456. |
| 6. | * In addition, the involvement of peanut in biological nitrogen fixation is highly significant. Narratives Review DOI: 10.1111/1541-4337.12383 Study: weak evidence | Akram NA, Shafiq F et al. Peanut (Arachis hypogaea L.): A Prospective Legume Crop to Offer Multiple Health Benefits Under Changing Climate. Comprehensive Reviews in Food Science and Food Safety. 2018; 1325-1338. |
| 7. | ● The earliest reference to peanut butter can be traced back to the Ancient Incas and the Aztecs who ground roasted peanuts into a paste. However, modern peanut butter, its process of production and the equipment used to make it, can be credited to at least three inventors. In 1884 Marcellus Gilmore Edson of Canada patented peanut paste, the finished product from milling roasted peanuts between two heated surfaces. In 1895 Dr. John Harvey Kellogg (the creator of Kellogg’s cereal) patented a process for creating peanut butter from raw peanuts. He marketed it as a nutritious protein substitute for people who could hardly chew on solid food. In 1903, Dr. Ambrose Straub of St. Louis, Missouri, patented a peanut-butter-making machine. Website | Nationalpeanutboard org: Who Invented Peanut Butter? 2023. |
| 8. | ● Website | Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Aflatoxine in Erdnussbutter - Untersuchungsergebnisse 2008. 2012. |
| 9. | ● Website | MOFPI Ministery of Food Processing Industries - Government of India. Processing of Peanut Butter. 2022. |
| 10. | ● Website | Reinhardt G, Gärtner S et al. Ökologische Fussabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland. Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg. 2020. |
| 11. | * unt of GHG to the system (1.01 kg CO2e), followed by Lebenszyklusanalyse (LCA) DOI: 10.13031/trans.57.10703 | McCarty JA, Sandefur HN et al. Life Cycle Assessment of Greenhouse Gas Emissions Associated with Production and Consumption of Peanut Butter in the U.S. Transactions of the ASABE. 2014;57(6):1741-1750. |
| 12. | ● Tabelle 13.3. Buchkapitel DOI: 10.1016/B978-0-12-802778-3.00013-5 Book: moderate evidence | Sandefur HN, McCarty JA et al. Peanut Products as a Protein Source: Production, Nutrition, and Environmental Impact. In: Sustainable Protein Sources. Elsevier; 2017. S. 209–221. |
| 13. | * The CO2 reduction that would result from the use of peanut shells as an energy source has been evaluated and the 10 countries with the highest CO2 savings are: China (18.22 kt), India (4.08 kt), Nigeria (1.88 kt), Myanmar (0.83 kt), Argentina (0.64 kt), Chad (0.44 kt), Senegal (0.37 kt), United Republic of Tanzania (0.90 kt) and the United States (1.30 kt). If we compare between the savings in CO2 emissions and the total emissions produced in each country per thousand, the 10 countries with the greatest savings in CO2 emissions in relation to their total emissions are: Chad (0.60‰), Central African Republic (0.22‰), Mali (0.20‰), Malawi (0.17‰), Niger (0.10‰), Gambia (0.09‰), Guinea-Bissau (0.08‰), United Republic of Tanzania (0.07‰), Sudan (0.07‰), and Guinea (0.07‰). Experimentelle Laborstudie DOI: 10.3390/su10093254 | Perea-Moreno MA, Manzano-Agugliaro F et al. Peanut Shell for Energy: Properties and Its Potential to Respect the Environment. Sustainability. 2018;10(9):3254. |
| 14. | ● Live footprint: 1.63 kg CO₂e/kg Website | Carboncloud: Peanut butter. 2026. |
| 15. | * "Excessive amounts of omega-6 polyunsaturated fatty acids (PUFA) and a very high omega-6/omega-3 ratio, as is found in today's Western diets, promote the pathogenesis of many diseases, including cardiovascular disease, cancer, and inflammatory and autoimmune diseases, whereas increased levels of omega-3 PUFA (a low omega-6/omega-3 ratio) exert suppressive effects." Narratives Review DOI: 10.1016/S0753-3322(02)00253-6 Study: weak evidence | Simopoulos AP. The importance of the ratio of omega-6/omega-3 essential fatty acids. Biomedicine & Pharmacotherapy. 2002;56(8):365–379. |
| 16. | ● "Die Zufuhrempfehlungen für die mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Polyunsaturated fatty acids; PUFA) werden mit einem breiteren Bereich (2.5-9% des Tagesenergiebedarfs für n-6 Fettsäuren, 0.5-2% für n-3 PUFAs) angegeben." "Empfehlung für die Aufnahme von n-6 Fettsäuren: Ihre Zufuhr sollte gemäss ISSFAL 2.0% (31) und gemäss Bericht einer FAO/WHO Konsultation ca. 2.5 % bis max. 9 % der Energie (6), entsprechend maximal 20 g pro 2000 kcal bzw. 8400 kJ betragen." "Empfehlung für die Aufnahme von n-3 Fettsäuren beträgt ca. 0.7 % (Bereich 0.5 - 2.0% (6)) der Tagesenergie, dies entspricht 1 - 4.4 g pro 2000 kcal bzw. 8400 kJ." Website | Bundesamt für Gesundheit. Fette in der Ernährung: aktualisierte Empfehlungen der Eidgenössischen Ernährungskommission. 2013. |
| 17. | * "Table 5. Polyphenol content of whole peanuts and peanut butter." Peanuts (Arachis hypogaea) are botanically classified as legumes, but from a nutritional point of view they are regarded as nuts [1]. In 2018, the global consumption of peanuts increased to 42.6 million metric tons, with over half consumed as peanut butter. The worldwide popularity of these edible seeds is due to their flavor, nutritional contribution, and affordability. Langzeit-Interventionsstudie (randomisierte kontrollierte Studie) DOI: 10.3390/antiox11020423 Study: strong evidence | Parilli-Moser I, Domínguez-López I et al. Effect of Crushing Peanuts on Fatty Acid and Phenolic Bioaccessibility: A Long-Term Study. Antioxidants. 2022;11(2):423. |
| 18. | * n most Indian consumers, the n-6/n-3 intake ratio is equal to 1/30-70, but the ideal ratio is 1/5-10 to protect human health. Japanese are the only people who take an ideal ratio of 1/2-4 and this is due to their consumption of seafood (Aleksandra et al. 2009). In communities in the west, consumption of ω6 is much higher than that of ω3; such that in the United States, consumption of ω6 is 10–30 times more than that of ω3. Nutritional scientists suggest the 2:1 to 4:1 n-6/n-3 ratio, which indicates a high consumption of seafood. Narratives Review DOI: 10.1002/fsn3.121 Study: weak evidence | Abedi E, Sahari MA. Long-chain polyunsaturated fatty acid sources and evaluation of their nutritional and functional properties. Food Sci Nutr. 2014;2(5):443–463. |
| 19. | * In contrast, the traditional Japanese diet has been Letter to the Editor (wissenschaftlicher Kommentar) DOI: 10.1038/sj.ejcn.1601970 Study: weak evidence | Tokudome S, Ichikawa Y et al. The Mediterranean vs the Japanese diet. Eur J Clin Nutr. 2004;58(9):1323. |
| 20. | * Results Conclusion Randomisierte kontrollierte Studie (RCT) DOI: 10.1002/jcsm.70221 Study: strong evidence | Feyesa I, Hettiarachchi J et al. Effects of Peanut Butter Supplementation on Older Adults' Physical Function: A 6-Month Randomised Controlled Trial. J Cachexia Sarcopenia Muscle. 2026;17(1):e70221. |
| Wir haben Studien und Bücher zu Ernährung und Gesundheit nach folgenden 3 Evidenz-Kategorien markiert: grün=starke Beweiskraft, gelb=mittlere, violett=schwache. Die restlichen Quellen sind grau markiert. Eine ausführliche Erklärung finden Sie in unserem Beitrag: Wissenschaft oder Glaube? So prüfen Sie Publikationen. | ||
- Sina Sohneg, MSc Nachhaltige Entwicklung (Hauptautor:in)
- Ranin Huemer BSc, Ernährungswissenschaftlerin (Autor:in)
- Katharina Hofer, MSc Ökologische Landwirtschaft (Prüfer:in)











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