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Das Erb-Müesli, ein besonders gutes Frühstück Müsli, Muesli

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Das Erb-Müsli, ein besonders gesundes Frühstück, ist eine starke Abwandlung des Schweizer Birchermüslis. Vegan (ohne Milch), gekeimte oder gemahlene Samen etc.

Zwei Schalen fertiges "Erb-Müesli" auf Holztisch - Schriftzug "ein besonders gesundes Frühstück".© CC-by-sa 4.0, Ernst Erb, Foundation Diet Health Switzerland
Das Rezept für das glutenfreie Erb-Müesli finden Sie hier.

Vorwort

Bevor Sie sich für den Hintergrund des speziellen Müeslis interessieren, sollten Sie sich das

Das Erb-Müesli ist speziell entwickelt, um einige Ernährungsfehler im Verlauf des Tages zu kompensieren. Gemäss Dr. med. Michael Greger u.a. neigen Veganer und Vegetarier, die sich über ihre Ernährung nicht gut informieren, ebenso, wenn nicht sogar stärker als die Fleischesser, zu Erkrankungen und haben keine bessere Gesundheit bzw. Lebenserwartung als diese. Eine Erkenntnis, die seit der Jahrhundertwende im englischsprachigen Raum bekannt ist: Wir bekommen vor allem ein falsches Verhältnis zwischen den essentiellen (essenziellen) Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren. Aber auch andere Defizite entstehen leicht. Siehe "Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler".

Schauen Sie sich die Inhaltsstofftabellen beim Rezept (im CLICK FOR) an - vor allem die dritte Tabelle. Hier aber finden Sie die besondere Berücksichtigung der Defizite - ausser für Vitamin B12, das Sie als VeganerIn oder VegetarierIn oder als älterer Mensch supplementieren sollten. Für alle Menschen ist - je nach Gegend und Verhalten - wegen mangelnder Sonnenexposition auch Vitamin D3 problematisch.

Mit dem Erb-Müesli haben Sie einen grossen Anteil an allen essentiellen Proteinen schon beim Frühstück erhalten. Genug Vitamin A und weitere Vitamine bekommen Sie von Gemüse wie Karotten, Grünkohl und Spinat, aber auch von Früchten. Siehe auch Vitamin K und Vitamin E. Mit diesem Müesli können Sie sich kaum einseitig ernähren, ausser, Sie seien sonst extrem im Essverhalten. Es bringt das, was Sie als Grundlage für den Tag benötigen.

1. Warum ist das Erb-Muesli besonders gesund?

Ein Design Food ist meist das Gegenteil von dem, was dieses Müesli ausmacht: Es enthaltet naturnahe vegane Rohkost, also laktosefrei, aber auch glutenfrei. Und doch ist das Erb-Müesli mit klaren Zielen entwickelt. Es hat vier Ziele zu erfüllen:

  1. Inhaltlich besonders gesund: Das bedeutet, dass es möglichst alles abdecken muss, was besonders in der normalen westlichen Ernährung zu spärlich vorhanden ist. Zudem muss es das Verhältnis zwischen Omega-6-Fettsäuren und Omega-3-Fettsäuren in den gesunden Wert bringen. Nur bei Verwendung zahlreicher Zutaten, die sich gegenseitig ergänzen, ist das naturnah abzudecken.
  2. Naturnah, roh und frisch: Das heisst eigens zubereiten, ohne konservierte oder erhitzte Zutaten, also z.B. ohne handelsübliche Haferflocken oder andere Flocken, sondern quasi nur mit "lebendigen, vitalen" Zutaten.
  3. Dennoch einfach kauf- und zubereitbar: So zahlreiche Zutaten wie die 7 Samen bzw. Pseudogetreide benötigen gleiche Mischverhältnisse, sodass man einen Vorrat an "lebendiger Nahrung" vorbereiten kann. Alle Zutaten muss man in üblichen Läden über das ganze Jahr hinaus kaufen können.
  4. Schmackhaft: Als quasi "tägliches Brot" muss es immer wieder schmecken und leicht verdaulich sein. Auch Kinder müssen es mögen.

1.1 Inhaltlich besonders gesund

Wenn man sich über die Ernährung orientiert, fallen einem die ach so gesunden Wundermittel auf, die man "Powerfood", Design Food, Functional Food, Novel Food nennt, oder solche, die einen "magischen Inhaltsstoff" betonen. Meist sind das unnatürliche Fertigprodukte - und dieses Müesli ist das Gegenteil davon.

"Was fehlt denn der normalen westlichen Ernährung oder wovon hat sie zu viel?" Muss die erste Frage sein, denn offensichtlich erleiden zu viele Menschen sogenannte Zivilisationskrankheiten, für die es drei Hauptursachen gibt: Rauchen, falsche Ernährung, mangelnde Bewegung. Seltener sind es auch Alkoholmissbrauch oder Drogen.

Mischköstler (Omnivoren), Vegetarier und Veganer können sich über Jahrzehnte falsch ernähren, ohne dass "etwas passiert", wenn sie entsprechende Gene haben. Erst später zeigen sich die Schäden und dies je nach genetischer Disposition und sonstigem Verhalten: als Bluthochdruck, Diabetes Mellitus Typ 2, Herz- und Gefässkrankheiten, bestimmte Krebsarten und Hauterkrankungen und psychiatrische Erkrankungen bzw. Störungen, Übergewicht, Gicht, Müdigkeit, Abnahme der Vitalität und der geistigen Regsamkeit etc. Aber das gilt leider alles als "normal", weil es die Mehrheit betrifft.

Dabei bekommen Omnivoren meist zu viel Protein (Aminosäuren), die falschen Fette (Fettsäuren, Lipide) und leichtverdauliche Kohlenhydrate aus Getreide, Kartoffeln etc., ganz abgesehen von Junk-Food. Vegetarier und Veganer zeigen oft ein noch schlechteres Verhältnis zwischen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren.

Das alles kann man nicht mit Power Food wettmachen, sondern man benötigt eine Kompensation von Vitaminen, hochungesättigten Fettsäuren, essentiellen Aminosäuren und gewissen Mineralstoffen. Gar nicht so einfach, das in einer - immer wieder gleichen Mahlzeit zu realisieren!

1.2 Warum naturnah, roh und frisch?

Es ist bewiesen, dass Samen während Hunderten von Jahren ihre Keimfähigkeit erhalten können, wenn sie artgerecht gelagert sind. Mit einem 2000 Jahre alten Dattelkern hatte man sogar die sogenannte Judäische Dattelpalme wieder wachsen lassen. Quetscht man aber einen Keim, dann ist er nicht mehr widerstandsfähig. Darum muss man z.B. Haferflocken pasteurisieren, damit sie länger als ein paar Tage haltbar sind. Sonst zerlegen Pilze und Bakterien als Destruenten diese wieder in anorganische Bestandteile. Dabei erwischt es vor allem die wertvollsten Bestandteile zuerst.

Das Müesli soll uns aber auch sekundäre Pflanzenstoffe bringen, also Phytochemikalien oder Phytamine. Das sind Alkaloide, gewisse Aminosäuren, phenolische Verbindungen (wie einfache Phenole, Polyphenole, Xanthone, Phenylpropanoide, Stilbene und ihre Glykoside) sowie isoprenoide Verbindungen (wie Terpene, Steroide und ihre Glykoside, Carotinoide) und Speicherlipide. Meist sind es Abwehrstoffe der Pflanzen.

Wikipedia nennt tabellarisch 12 Bedeutungen für den Menschen wie Senkung des Blutdrucks, Regulierung des Blutzuckerspiegels (Phytin in Samen), Bekämpfung von Bakterien (Phenolsäuren in Früchten), Entzündungshemmung (Saponine, Flavonoide), Senkung des Cholesterins (Phytosterine, z.B. in Sesam, Saponine), Anregung des Immunsystems (Polysasccharide), Hemmung der Krebsentstehung (z.B. Proteaseinhibitoren), antioxidative Wirkung (Flavonoide, Liponsäure) etc.

Unter "2. Was zeichnet dieses Müesli aus?" finden Sie mehr Informationen zu den Inhaltsstoffen der Samen.

1.3 Einfach kauf- und zubereitbar

Alle Müesli-Zutaten sind rein pflanzliche Samen und Früchte, die es wohl in den meisten Industriestaaten während des ganzen Jahres gibt. Bei den Beeren trifft die Aussage nicht auf alle Länder zu. Man kann aber durchaus gefriergetrocknete Beeren kaufen. Gefriertrocknung bzw. Lyophilisierung resp. Sublimationstrocknung belässt die ganze Struktur und Zusammensetzung und gilt als das beste Konservierungsverfahren. Nach dem Einbringen ins Müesli hat man nicht die gewohnt festen Beeren, aber deren Inhaltsstoffe sind da.

Alternativ gibt es gewisse getrocknete Beeren anderer Art, die vorübergehend andere Werte bringen, was für den Organismus nicht schlecht ist.

Damit das Müesli einfach zuzubereiten ist, enthält es von jedem Pseudogetreide bzw. Samen die gleiche Menge. Zu jedem Samen kann man die Werte aufrufen: So stellt man eine grosse Andersartigkeit jedes Samens fest. Weiss man, dass dem Körper ein gewisser Stoff fehlt, kann man diesen Samen z.B. verdoppeln. Jedenfalls kauft man die Samen einzeln und schüttet eine Vorratsmenge in einer Schüssel zusammen, vermischt von Hand etwas und gibt das Gemisch in verschliessbare Glasbehälter.

So ist die Tagesmenge ganz einfach in die elektrische Kaffeemühle zu schütten. Die Menge muss nicht genau stimmen. Dazu kann man gewisse Gewürze ideal mit den Samen zerkleinern, wie z.B. Anis oder auch Sternanis etc.

1.4 Immer schmackhaft

Natürlich erlebt jeder Mensch andere Geschmacksempfindungen, doch gibt es einige Gewürze, die passen. So ist verwunderlich, dass sogar das nachträgliche Aufstreuen von Kurkuma plus etwas frisch geriebener schwarzer Pfeffer sehr gut zum Müesli passen. Bald hat man raus, was einem und den Mitessern besonders schmeckt. Ein Trick dabei ist, hin und wieder auch Hafer frisch zu quetschen und dazuzugeben. Dafür gibt es Hilfsmittel von einfachen Handquetschen bis zu elektrischen Maschinen. Nur sogenannter Spriesshafer ist aber echt Rohkost. Siehe bei der Zutat Hafer.

Das Grundrezept lässt sich auch mit beliebigen Fruchtstücken erweitern - oder man nimmt sie als Ersatz für die Beeren. Natürlich ist es empfehlenswert, auf biologische Qualität der Zutaten zu achten, sofern das möglich ist.

2. Was zeichnet dieses Müesli aus?

Die Samen wachsen meist auf weniger ausgelaugten Böden, als das bei Getreide der Fall ist. Einige lassen sich auch nicht derart domestizieren. Die spezielle Zusammenstellung der Samen hat verschiedene Gründe:

Fettsäuren:

Der Gehalt an der essentiellen Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (ALA) deckt den gesamten Tagesbedarf ab. Dies ist wichtig, weil viele fetthaltige Zutaten normalerweise fast kein ALA (Omega-3) mitbringen, sondern Linolsäure (LA, Omega-6). Und zwar in einer Menge, die den Körper belastet, wenn zu wenig ALA vorhanden ist. Vergleichen Sie z.B. die beliebte Cashewnuss mit etwa 50-mal mehr LA als ALA. Da ist es kein Wunder, wenn der Körper Entzündungen entwickelt, denn die beiden Stoffe stehen bei den Wirkorten in direkter Konkurrenz. ALA, also pflanzliches Omega-3, im Körper gewandelt als EPA und DHA für die Unterdrückung von Entzündungen und LA, im Kérper gewandelt zu AA als Entzündungsförderer. Beide "Wirkprinzipien" besetzen die gleichen Rezeptoren im Körper.

Aminosäuren:

Trotz der Zusammensetzung 80/10/10 (Kohlenhydrate, Fette, Proteine) sind alle klassisch-essentiellen acht Aminosäuren in dem Mass vorhanden, wie der Kalorienanteil es verlangt. Die Hälfte von ihnen hat deutlich höhere Werte, bis zum zweieinhalbfachen Wert im Fall von Tryptophan. Die essenziellen Aminosäuren sind gut vertreten, denn der Gesamtgehalt an Protein von 8,6 g pro Portion entspricht etwa dem Kalorienanteil. Man weiss heute, das der Körper eigentlich nur Lysin und Threonin irreversibel transaminiert und darum nur diese zwei egentliche essenzielle Aminosäuren sind.

Es gilt als erwiesen, dass wir in der westlichen Welt aber ohne Junk-Food eigentlich zu viel Proteine zu uns nehmen, doch wer ein Defizit hat, kann z.B. mit 100 Gramm Lupinenmehl, Linsen oder Bohnen den ganzen Tagesbedarf an Lysin und Threonin abdecken. Natürlich auch mit zahlreichen anderen Lebensmitteln, wie dieser Nährstoffvergleich für Zutaten zeigt. Sie können zumindest alle essenziellen Nährstoffe wählen.

Vitamine:

Das Vitamin C ist fast in doppelter Menge eines Tagesbedarfs vorhanden und fehlt in der üblichen Kost eher. Folat (Folsäure, Vitamin B9 resp. B11) erhalten wir in der dreifachen Menge gemessen an den Kalorien, was auch wieder den erklärten Mangel in der Normalkost kompensiert. In grosser Menge liefert das Erb-Müesli auch Vitamin B6 (Pyridoxin), Thiamin (Vitamin B1) und in durchschnittlichen Mengen Riboflavin (Vitamin B2), Niacin (Vitamin B3) und Pantothensäure (Vitamin B5).

Gemüse ergänzen die leicht schwächere Versorgung durch Vitamin K und die schwache Versorgung durch Vitamin E und Vitamin A. Für Vitamin A sind Paprika, Karotten, Brokkoli, Süsskartoffel, Spinat, Grünkohl etc. zuständig, jedoch auch Goji-Beeren. Goji-Beeren bekommt man auch immer getrocknet und sie sind z.B. anstelle von Heidelbeeren eine gute Alternative. Vitamin E bringen vor allem Hanfsamen, Sonnenblumenkerne, Mandeln, Haselnuss, Kräuter und weitere Nüsse. Vitamin K liefern die pflanzlichen Gewürze (Kräuter), aber auch Grünkohl, Spinat, Blattkohl etc.

Mineralstoffe:

Alle Mengenelemente sind überdurchschnittlich hoch abgedeckt. Das gilt auch für die Spurenelemente Mangan, Kupfer und Eisen. Zink und Selen sind gerade knapp abgedeckt. Für Zink sorgen bei Veganern Sojamehl, Haferflocken, Paranüsse, Weizenkeime, Walnüsse, Pekannüsse, Mais, Pilze und Hefe sowie Linsen. Für Selen genügen zwei Paranüsse pro Tag. Man kann auch drei bis vier pro Tag nehmen, doch sechs pro Tag wären mit der Zeit giftig für den Körper (starke Überversorgung).

Nahrungsfasern:

Amarant (Inkakorn, Perureis), Quinoa (Gold der Inkas) wie auch die Chia-Samen (Maya) geben uns viel Nahrungsfasern. Aber auch die anderen Samen wie Buchweizen, ursprünglich aus China, Sesam, ursprünglich aus dem nordwestlichen Indien, Hirse, seit einigen tausend Jahren auch in kälteren Gegenden angebaut, sorgen dafür, dass wir alle Stoffe sehr langsam verdauen und kein Kohlenhydratschub und damit Hunger entsteht. Dazu bringen Leinsamen (Flachs) mit Ursprung Iran viel Schleimstoffe (aus der Epidermis).

Sekundäre Pflanzenstoffe:

Generell dienen die sekundären Pflanzenstoffe den Pflanzen zur Abwehr von Fressfeinden. Andererseits haben sie auch sehr positive Effekte auf den Menschen. Wie bei allem: nebst negativen Effekten. So enthalten Leinsamen an sekundären Inhaltsstoffen auch die cyanogenen Glykoside Linamarin und Lotaustralin. Darum wäre eine massive Heraufsetzung der Menge von Nachteil.1

Phytinsäure
Die Phytinsäure bindet für die Pflanzen vor allem die Mineralstoffe Calcium, Zink, Eisen, Magnesium und Mangan. Dazu kommt eine Komplexbildung bei Nahrungsproteinen und die Hemmung gewisser Enzyme wie Pepsin und Trypsin. Doch behindert Phytinsäure durch Chelatbildung auch die Eisenoxidation, was das Darmkrebsrisiko senkt. Auch gegen Prostata-, Brust- und Bauchspeicheldrüsenkrebs scheint die Phytinsäure positive Wirkungen zu zeigen.2,3

Durch die Säure, das viele Vitamin C und das Wasser der ausgepressten Zitrusfrüchte entsteht beim Erb-Müesli ein enzymatischer Um- bzw. Abbau. Zitronensäure verbessert zudem die Aufnahme von Mineralien bei Anwesenheit von Phytinsäure wesentlich.

Will der Samen keimen, muss seine Phytase diesen Abbau bewirken. Das passiert ansteckend besonders rasch beim Buchweizen - mit ein Grund, ihn in der Mischung zu haben. Siehe auch den Text Phytinsäure bzw. Phytat und das Einweichen oder Keimen.

Die Zeit reicht nicht für einen vollständigen Abbau (was sowieso falsch wäre). Weiterer Abbau erfolgt beim Kauen und bei der Verdauung. Bei Rohkost kann der Körper so Phytate insgesamt zu 37 - 66 % abbauen, nicht aber bei Kochkost (0 - 28 %).4,5,6

Phytinsäure hat 6 Phosphatgruppen am Inositolring (IP6) und eine nach der anderen fällt ab. Schon bei IP4 ist die Zinkaufnahme praktisch nicht gestört und IP2 oder IP1 stören auch die Eisenaufnahme nicht mehr etc.

Beim Einweichen lösen sich ausserdem die schwer verdaulichen Kohlenhydrate (wie der Mehrfachzucker Raffinose und die zur Raffinose-Familie gehörenden Saccharide Stachyose und Verbascose) zum Teil heraus. Der Dünndarm kann die Raffinose (Fruktose, Glukose und Galaktose) nur in geringem Umfang spalten und resorbieren. Für die Galaktose fehlen uns entsprechende Enzyme.

Saponine
Im Erb-Müesli können vor allem Sesam und der Zusatz von Hafer oder Haferflocken Saponine beisteuern.16 Auch Quinoa enthält Saponine, allerdings stecken diese im Gegensatz zum Hafer grösstenteils in der Schale; und Quinoa kommt praktisch nur geschält in den Handel.

Bei den Saponinen handelt es sich um eine hochdiverse Stoffgruppe aus Glykosiden von Triterpenen oder Steroiden, die aufgrund von gleichzeitig vorliegenden lipophilen und hydrophilen Strukturen amphiphile Eigenschaften besitzen.10 Aufgrund dessen setzt man Saponine als natürliche Tenside in Reinigungsprodukten für die Körperpflege ein, wie z.B. in Schaumbädern, Duschgels, Flüssigseifen, Shampoos und Zahnpasten.11

Die Eigenschaften der Saponine sind Gegenstand kontroverser Diskussionen. Einerseits gibt es Hinweise auf eine Toxizität, die sich aber vorwiegend bei intravenöser Applikation (hämolytische Reaktionen) oder aber für Fische und Wiederkäuer gezeigt hat.12,13 Auf der anderen Seite liegen Berichte zu zahlreichen nützlichen pharmakologischen Eigenschaften vor: Die Wirkungen gehen von antimykotisch (gegen Pilzerkrankungen), insektizid und anthelminthisch (gegen Würmer) über zytotoxisch (zellschädigend gegen Leukämie- und Brustkrebszelllinien), entzündungshemmend und immunstimulierend bis zu hypocholesterinämisch (den Blutcholesterinspiegel senkend) und hypoglykämisch (den Blutzuckerwert senkend).14, 11,15 Eine klare Zuordnung der dieser Eigenschaften ist durch die grosse Vielfalt der Stoffgruppe und die Vielzahl an In-vitro-Experimenten erschwert.

Es gibt mehrere Parameter, die nachweislich einen Einfluss auf den Saponingehalt haben. Dazu zählen u.a. der pH-Wert, Einweich- Erhitzungs- und Oxidationsprozesse (daher empfehlen wir das kurze Einweichen der gemahlenen Samen im Orangen- und Zitronensaft). Doch wie stark der effektive Verlust (in %) ist, ist abhängig von den Rahmenbedingungen und der chemischen Zusammensetzung der jeweiligen Saponin-Sorte.

Antioxidantien
Wir bedienen uns des natürlichen Antioxidans mit physiologischer Bedeutung als Radikalfänger in der Form von Vitamin E (Tocopherole). Als Reduktionsmittel dient im Müesli der überaus grosse Anteil an Vitamin C. Dies wegen des sehr niedrigen Redox-Potentials.

Das Reduktionsmittel Glutathion baut unser Körper aus den im Müesli reichlich angebotenen Aminosäuren L-Glutaminsäure, L-Cystein und Glycin. Cystein (Cystin) baut der Körper auch aus Methionin, doch bietet das Müesli viel Cystein direkt an. Die zahlreichen Wirkungen von Cystein sind bei Wikipedia gut beschrieben.

In der Schale des Apfels befinden sich viele Flavonoide, weshalb wir den Apfel im Müesli nicht schälen. Höhere Flavonoidaufnahme verringert die Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Studien (Stand 2016) untermauern auch eine direkte Wirkung gegen Krebs bzw. dessen Entstehung.7,8

Flavonoide zeigen aber auch antiallergische und antiphlogistische Wirkung, antivirale und antimikrobielle Wirkung, antioxidative Wirkung, antiproliferative und antikanzerogene Wirkung. Das nutzt die Pharma-Industrie u.a. auch für Venenmittel als Reinstoff.9 Es wären noch einige weitere sekundäre Pflanzenstoffe zu erklären, doch sprengt das den Umfang.

3. Hintergrund zum Erb-Müesli (Müsli, Muesli)

Bedingt durch einen praktisch unheilbaren Krebs bekam ich 1978 eine durchschnittliche statistische Lebenserwartung von nur noch zweieinhalb Jahren prognostiziert. Zu diesem Schluss kam eine prospektive Kohortenstudie, die mir Professor Karl Lennert, damals tätig in der Lymphomforschung in Kiel, persönlich zustellte. Heute nennt man diese Krebserkrankung Mantelzelllymphom (MCL, mantle cell lymphoma) - mit immer noch ähnlicher Prognose.

Früher galt dies als zentrozytisches Lymphom, als ein seltenes B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom, mit der typischen, schlechten Prognose. Zwei Gewebeentnahmen im Abstand von zwei Wochen, untersucht in vier Instituten, bestätigten meine Krankheit eindeutig. Die Beweise dafür und die weiteren Details über mein Vorgehen inkl. Resultaten finden Sie hier.

Wegen der kurzen Lebenserwartung (auch mit der besten Behandlung) lehnte ich die empfohlene Behandlung vollständig ab. Nachdem ich den Verlauf und die Chancen gründlich studiert hatte, entschied ich mich, einen eigenen Weg zu gehen, um der Krankheit entgegenzuwirken. Heute kann in seltenen Fällen eine Knochenmark- bzw. Stammzelltransplantation das Leben retten.

Im Alter von 41, mit 5 Kindern, hatte ich nur die Wahl eines sehr frühen Todes oder einer Alternative. Ich habe mich nicht selbst mit Hoffnungen getäuscht, sondern den eigenen Weg kompromisslos eingeschlagen - und dabei nicht an einen Erfolg geglaubt, aber an eine Möglichkeit.

Meine Frage war: Warum nehmen Zivilisationskrankheiten zu und treten immer früher auf, vor allem Krebs? Die Antworten würden uns in diesem Beitrag zu weit führen. Sie finden auf dieser Website (diet-health.info) weitere, wissenschaftlich basierte Texte darüber.

Zum Glück zeigte sich bei mir eine Thrombozytopenie (zu wenig Thrombozyten bzw. Blutplättchen), die nur bei einem Sechstel der Patienten auftritt. So konnte ich die Krankheit von Zeit zu Zeit durch Ausführen eines einfachen Bluttests überwachen. Ich war mit Stufe 3a (Staging durch Professor G. Martz, Universitätsspital Zürich) diagnostiziert.

Mein Fazit war: Nur Rohkost zu mir zu nehmen wie alle anderen Spezies (die sich Krankheiten in der freien Wildbahn eigentlich nicht leisten können) - und das nur vegan, also ohne tierische Produkte wie Milchprodukte, Eier, Fleisch, Fisch etc.

Das Hauptproblem dabei war, dass ich Brot so gerne hatte. Ich musste eine gute Alternative finden.

Zutaten (ausser Bananen) und Geräte zur Herstellung des "Erb-Müesli" auf Holztisch.© CC-by-sa 4.0, Ernst Erb, Foundation Diet Health Switzerland

Sehr strikte vegane Rohkosternährung

Strikte vegane Rohkost ass ich zu 100 % während 7 Jahren, mehr als die Hälfte der Zeit in Teneriffa, wo ich den biologischen Anbau von Bananen entwickelte und diese in den 80er Jahren (via Bio-Grosshändler Schwarzbrot in Hamburg) nach Deutschland exportierte. Meine Thrombozyten fielen bis im Juni 1979 auf 102 tausend, danach in abnehmendem Tiefflug bis auf 72 tausend, um sich dann nach und nach zu erholen und (tiefe) Normalwerte anzunehmen.

Betonen möchte ich, dass ich meinen Weg bei Krebs niemandem empfehle!

Zur Vorbeugung gegen Krebs und andere Zivilisationskrankheiten empfehle ich aber, möglichst vegan zu leben, wenn möglich mit viel Rohkost, solange man noch gesund ist.

Endlich hat auch das weltweit sehr anerkannte Buch des hochdotierten Professors (T. Colin Campbell, USA) über eine riesige wissenschaftliche Untersuchung den Beweis erbracht, dass diese Lebensweise sehr effizient vor Krankheiten schützt: China Study. Den Titel gibt es seit 2011 auch in Deutsch. Siehe die Buchbesprechung hier. Noch wichtiger ist die Buchbesprechung über Milch und Milchprodukte.

Herkömmliches und nicht so gesundes Muesli mit Hüttenkäse - in Schüssel auf Holztisch.© Public Domain, Markus Kuhn, Wikipedia

Das ist kein Erb-Müesli: völlig unnötiger und unpassender Hüttenkäse sowie gekaufte Haferflocken.

Zudem nimmt man für das Erb-Müesli mehrere Samen, die man frisch zubereitet.

Den Fruchtsaft stellt man frisch mit einer "Zitronen-Pressreibe" her und mischt die Pulpe (Fruchtfleisch) bei. Damit gelangen die Kohlenhydrate nur allmählich ins Blut und es entsteht kein Heisshunger.

3.1 Erb-Müesli mit kurz gekeimtem Getreide

Es gibt das bekannte Birchermüesli (Müsli auf Hochdeutsch), doch das basiert auf Milch, kam für mich also nicht in Frage.

Mein erstes Müesli basiert auf ca. 35 g nur während 24 Stunden gekeimtem Getreide, ohne Weizen und Roggen, da diese Getreidesorten viel Gluten enthalten.

Dazu kommen Samen, frisch gequetscht oder gemahlen. Spriesskorn ist aber nicht überall erhältlich und nicht jedermann möchte die Arbeit (mit Biosnacky) damit verrichten. Dann dient die Variante 2.

3.2 Erb-Müesli ohne Keimen

Zwei Geräte sind notwendig:
1) Zitrus-Reibepresse. Damit bewegt man die halbierte Zitrusfrucht auf einer Art Reibe hin und her. Zu empfehlen ist aber eine Zitrus-Reibepresse mit Elektromotor, der die abwechselnde Bewegung (links- und rechtsdrehend) ausführt.

Reines Pressen sollte man nie verwenden, da sonst der Fruchtzucker zu schnell ins Blut kommen kann (Zitronenpresse, Zitruspresse).

2) Getreidequetsche, z.B. Dr. Schnitzer's Stein Flocker, doch empfehle ich auch hier eine elektrische Maschine, wie z.B. Komo Flocman.

Grundlage pro Person:

  • 35 g Getreidemischung (Hauptgetreide)
  • 25 g der Samen,
  • eine Orange,
  • eine halbe Zitrone,
  • eine Banane
  • einen grösseren Apfel (oder 1 1/2 kleine).

Unser aktuelles Rezept finden Sie unter Erb-Müesli - laktosefrei und glutenfrei oder, mit Haferflocken aus keimfähigem Hafer angereichert, unter Erb-Müesli plus Haferflocken.

CLICK FOR: Getrocknete Bananen

Aufkleber für getrocknete Bio-Bananen aus Teneriffa der Firma Bio-Finca SA aus den 1980er Jahren.© CC-by-sa 2.0, Ernst Erb, Bio-Finca SA

Mit Sonnenenergie (durch Erzeugung von Warmwasser) lassen sich in einem zweiten Kreislauf dank Steuerung über die Temperatur getrocknete Bananen erzeugen.

Im Beitrag Erste Bio-Bananen aus Teneriffa, die 20 Bananenbriefe erfahren Sie Details über Aufbau und Betrieb des Bananenanbaus in Tenerife.

Bei getrockneten Früchten kommt es sehr darauf an, dass das Trocknen mit konstanter Temperatur von max. 42 Grad erfolgt.

Ich hatte absichtlich Muster in die Schweiz mitgenommen und erst 20 Jahre nach deren Erstellung verzehrt. Bei guter Lagerung schmecken solche getrockneten Bananen noch prima.

So war es auch beim eigenen Bienenhonig, bei dem der Wassergehalt auch entscheidend ist, da Honig sonst rasch kristallisiert oder im umgekehrten Fall zu gären beginnt.

Redaction comment

Achtung: Den Betrieb habe ich stillgelegt, denn ich musste ja Milchkühe (75) halten, damit wir unseren eigenen Mist produzieren konnten - und da erkannte ich, dass auch besonders freie Haltung nicht wirklich tiergerecht ist, vor allem wegen den Hochlseistungstieren. Die Firma Schwarzbrot in Hamburg gibt es nicht mehr.

Mischung:

Diese steht bei uns in einem grossen Glas bereit.

Bei meiner älteren Müesli-Version betrug das Hauptgetreide, meist Hafer, 50 %, gemischt z.B. mit je 10 % Gerste, Dinkel, Sesam und (wichtig) Leinsamen. Dazu kam etwas Hirse, Quinoa und Buchweizen.

Als Hauptgetreide könnte man auch die beiden anderen, Gerste oder Dinkel nehmen - oder Roggen, doch der Geschmack von Hafer ist besonders köstlich.

Heute setze ich auf eine frisch gemahlene Körnermischung (Kaffeemühle), die man optional mit frisch gequetschten Haferflocken verfeinern kann. Mit den Inhaltsstoffberechnungen konnte ich ein Optimum erreichen.

Warum frisch quetschen? Gekaufte Haferflocken sind erhitzt und eigentlich nicht mehr roh, da sonst Bakterien und Pilze das tote Korn wieder in Nahrung für Pflanzen umwandeln würden (Mineralisierung). Weitere Erklärungen dazu siehe weiter unten. Das keimfähige (lebendige) Korn verhindert den Befall durch Destruenten aber über Jahrhunderte, wenn richtig gelagert.

Zubereitung:

  • "Körnermischung" quetschen / frisch mahlen und in Schüssel geben.
  • Die Orangen und Zitrone(n) zu Saft reiben und mit dem Fruchtfleisch (wichtig) in die Schüssel geben.
  • Banane(n) und Äpfel klein schnetzeln, Äpfel mit Schale verwenden (wenn möglich Bio oder gut waschen). Die Abwehrkräfte sind in der Schale!
  • Bei diesem Verhältnis wird der Saft von der gemahlenen / gequetschten Körnermischung aufgesogen.

Weitere Zutaten:

Je nach Saison kommen Lieblingsfrüchte dazu, wie beispielsweise Beeren (Beerenobst), Ananas, wenig Trauben (Weintrauben - wegen Traubenzucker (Glucose) nur wenig) etc.

Würzungen möglich:

Man kann das Müesli zusätzlich würzen, doch Gewürze nicht mischen, sondern pro Tag abwechseln, z.B. mit Zimt, Vanille, Echtem Sternanis, frisch geraffeltem Ingwer (Ingwerwurzel, Immerwurzel, Imber, Ingber) etc.
Wer nicht absolute Rohkost nehmen will, kann z.B. etwas (ein Esslöffel) Preiselbeer- oder Hagebutten-Konfitüre beigeben oder Agavendicksaft. Denn Kinder benötigen mehr Süssigkeit. Bei Erwachsenen rate ich dringend davon ab.

Kalorien:

Das Müesli sättigt eigentlich den ganzen Tag, da die Stoffe im Gegensatz zu Teigwaren oder Weissbrot langsam ins Blut gelangen. Dazu verhelfen auch die zahlreichen Ballaststoffe darin. Es kann kein Heisshunger entstehen.

Wer aber zunehmen will, schnetzelt z.B. (getrocknete) Datteln dazu oder Nüsse (Nussfrüchte), getrocknete Weinbeeren (Rosinen, Sultaninen, Korinthen, Zibeben) - gesund (sehr stark eisenhaltig) sind auch Mandeln, die wir allerdings separat essen. In grösseren Mengen bieten sie ein schlechtes Verhätnis zwischen Omega-6 und Omega-3.

Dazu tranken wir früher noch ein Glas frisch gepressten Orangensaft. Seit Jahren verzichten wir aber gänzlich auf diesen Schub an Kohlenhydraten, weil doch eine Gefahr besteht, dass der Körper damit überlastet ist und Diabetes entstehen könnte. Schliesslich kommt das pur, was die Natur so nicht vorgesehen hat. Gekaufter Orangensaft ist regelmässig sowieso nicht zu empfehlen, da dieser Zucker nicht mehr durch Zellen umhüllt ist und dadurch zu schnell ins Blut gelangt. Das gilt auch für Smoothies als Dauerernährung!

Ein neues Lebensgefühl

Natürlich trinken wir keinen Kaffee oder Schwarztee - und rauchen nicht. Man bekommt ein sehr gutes Lebensgefühl und "Power" (fit statt fett) mit unserer Ernährung, sodass man gerne auf Kaffee oder Schwarztee verzichtet.

Andrew Oswald von der University of Warwick hat mehr als 100 Studien erarbeitet und kommt zum Schluss, dass schon drei bis vier Portionen Früchte und Gemüse täglich die Stimmung mehr heben als eine Verdoppelung des Einkommens. Es gibt grosse Unterschiede zwischen Lebensmitteln, Nahrungsmitteln oder gar Junkfood (wie z.B. Fruktosesirup!).

CLICK FOR: Kohlenhydrate und Verwechslungen

Seit wenigen Jahrzehnten fasst man gewisse Lebensmittel wie Teigwaren inkl. Pizza und Brot als Kohlenhydrate zusammen.

Das ist eine Unsitte, da dann Menschen glauben, dass man alles weglassen soll, was Kohlenhydrate enthält, wenn es z.B. darum geht, abzunehmen.

Dabei sollte die Warnung nur die reinen Kalorienträger mit wenig anderen Stoffen wie Vitaminen etc. treffen oder Nahrungsmittel, in denen die Kohlenhydrate "offenliegen". Das wären z.B. Süssgetränke (Limonade) und industriell hergestellte Fruchtsäfte.

Die Verwechslung geht soweit, dass mich ein junger Arzt fragte: Woher nehmen Sie denn die Kohlenhydrate, wenn Sie keine Teigwaren essen? Kein Witz!

Für die Gesundheit sind Kohlenhydrate nicht so wichtig, sondern die Begleitstoffe der natürlichen Kohlenhydratträger. Doch sollten sie möglichst in den natürlichen Zellen, also den Ballaststoffen, eingeschlossen sein.

Kohlenhydrate in Gemüse und Früchten sind das, was der Körper eigentlich wünscht.

Kohlenhydrate spielen neben ihrer zentralen Rolle als physiologischer Energieträger eine wichtige Rolle bei biologischen Signal- und Erkennungsprozessen. Ein erfahrener Arzt kann nur warnen vor sog. Low-Carb-Diäten.

Da die Nahrungsmittelindustrie interessiert ist, möglichst viel Fertigprodukte umzusetzen, die meist zu viel Salz, Zucker und Fett enthalten - und sie auch das Geld haben, um Studien zu finanzieren - ist die wissenschaftliche Faktenlage umstritten.

Siehe aber den Film Gabel statt Skalpell von Lee Fulkerson - evtl. auf YouTube. Und bei uns mit Klick hier dieses Video: "The Game Changers".

3.3 Das glutenfreie Erb-Müesli

Gluten bereitet manchen Menschen Probleme. Da die Brotgetreide Weizen (Link industrielastig!) und Roggen auf immer mehr Gluten-Gehalt gezüchtet sind, um besser herstellbare Brote zu erreichen, und auch der Konsum von Teigwaren sehr zugenommen hat, gibt es mehr und mehr Menschen, die an Zöliakie (einheimische Sprue), Glutensensitivität (Glutenüberempfindlichkeit), asymptomatischer Zöliakie oder Dermatitis Herpetiformis Duhring leiden. Zudem kommen aber noch "gewöhnliche" allergische Reaktionen vor.

In der Medizin ist umstritten, ob auch gesund scheinende Menschen von glutenfreier Ernährung profitieren - und gleichzeitig gibt es den Ausdruck "silente bzw. asymptomatische Zöliakie".

Also ein Widerspruch: Man weiss oft erst zu spät, ob einem Gluten schadet oder nicht. Deshalb verwenden wir seit längerer Zeit glutenfreie Getreide- und Pseudogetreidesorten zur Herstellung.

Reis, Wildreis und Mais eignen sich nicht gut für das Müesli. Es eignen sich:

Hirse (Sorghum bzw. Sorghumhirse, Mohrenhirse) und Quinoa (Inkareis, Reismelde, Inkakorn, Andenhirse, Reisspinat, Perureis), die wir 24 Std. keimen oder mit der elektrischen Kaffeemühle mahlen. Gerne verwenden wir 3-farbige Quinoa. Ebenso mahlen wir Leinsamen (bildet die absolut reichste Quelle an Omega-3-Fettsäuren), Sesam und Buchweizen.

Sehr klein, aber auch brauchbar sind Amarant (Amaranthus, Fuchsschwanz, Amaranth, Garten-Fuchsschwanz, Kiwicha) oder Teff (Zwerghirse). Teff stammt aus Äthiopien und ist sehr reich an essentiellen Fettsäuren. Sogar Samen vom Weissen Gänsefuss (Weiss-Gänsefuss, Chenopodium album) wären geeignet, wie man in Indien erfahren kann.

Hafer (eigentlich Saat-Hafer bzw. Echter Hafer, Avena sativa) kann durch die Verarbeitung mit gleichen Maschinen wie Weizen oder Roggen Spuren von Gluten aufweisen, doch ist das nur ein Problem für Personen, die an Zöliakie leiden. Für Zöliakiepatienten gibt es sog. "gf Hafer", also garantiert glutenfreien Hafer, doch reagieren einige Zöliakie-Betroffene auch auf das Avenin im Hafer (Oat sensitivity). Das ist ein Glutelin wie beim Reis das Oryzenin oder beim Mais das Zeanin, bei der Gerste das Hordenin etc.

Sehr empfehlen kann ich als Zusatz oder als Abwechslung das Mitmahlen von ungeschälten Hanfsamen.

Hafer eignet sich für Geschmacksabwechslungen, falls die immer wieder verschiedenen Früchte das nicht schon genügend tun. Oben sind noch Gewürze vermerkt. Von Natur aus glutenfrei sind Reis, Mais, Soja, Kichererbsen und Kastanien (Maroni) und die erwähnten: Hirse, Quinoa, Amaranth, Buchweizen, Teff.

Von Natur aus glutenhaltig sind Weizen (Glutenin), Roggen, Gerste, Dinkel, Urdinkel, Grünkern, Emmer, Triticale, Einkorn und Kamut (Khorasan Weizen).

CLICK FOR: Warum sollten Sie fertige Haferflocken nicht verwenden?

Haferflocken als solche sind sicher zu empfehlen, Wikipedia über Haferflocken: Haferflocken sind ein Grundnahrungsmittel, das aus Saat-Hafer hergestellt wird. Sie enthalten einen hohen Anteil an Kohlenhydraten (≈70 %), Eiweiß (≈15 %), einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, an löslichen Ballaststoffen (≈10 g/100 g), an Glucanen, wie zum Beispiel dem Schleimstoff Lichenin, Vitamin B1, Vitamin B6 und Vitamin E, Zink, Eisen, Calcium, Magnesium und Phosphor. Das im Hafer enthaltene Beta-Glucan kann den Cholesterinspiegel senken und hat positive Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel.

Doch gekaufte Haferflocken sind vielfältig behandelt, unter anderem, damit sie nicht schnell vergammeln. Sie sind nicht roh: Nach der Reinigung des Rohgetreides werden die Haferkörner mehrere Stunden lang zunächst in Dampf, dann mit trockener Hitze (Darre) behandelt. Bei dieser Behandlung bildet sich das typische nussartige Aroma der späteren Haferflocken. Durch die Hitze wird auch die Aktivität bestimmter Enzyme (Lipasen) geschwächt, die sonst später bei der Lagerung einen ranzigen, bitteren Geschmack verursachen würden. Die Spelzen lockern sich im Trocknungsverfahren und können in einem Trommelschäler oder Fliehkraftschäler (früher: zwischen Mahlsteinen in einem Gerbgang) leicht abgetrennt werden. Nach dem Schälvorgang werden die nun geschälten Haferkörner maschinell auf einem Paddy-Tischausleser ausgelesen. Die geschälten Haferkörner gehen auf einen Grützeschneider, in welchem sie zerkleinert werden. Ihre endgültige Form erhalten die Flocken auf einem Flockierstuhl, in dem die Haferkerne unter großem Druck zwischen zwei Glattwalzen plattgedrückt werden.

Redaction comment

Ich kann nicht nachvollziehen, dass das nussartige Aroma bei selbst und frisch gequetschten Körnern fehlen sollte.

Auch geht aus dem Wikipedia-Text nicht hervor, dass die Flocken anschliessend leicht geröstet werden, wie man im englischen Text über rolled oats lesen kann: "Rolled oats are traditionally oat groats that have been de-husked, steamed and then rolled into flat flakes under heavy rollers before being stabilized by being lightly toasted. ... Rolled oats that are sold as oatmeal usually, but not always, have had the tough bran removed. They have often, but not always, been lightly baked or pressure-cooked or "processed" in some fashion." Lesen Sie dazu unsere Zutat Haferflocken (roh?, bio?).

Elektrische Zitruspresse bzw. Zitrusreibe, rechts Biosnacky zum Keimen. Es geht auch ein einfacher.© CC-by 2.0, Ernst Erb

Links: Elektrische Zitruspresse bzw. "Zitrusreibe", um rasch frisch gepressten Orangensaft herstellen zu können, wobei man auch die Pulpe mitgibt.

Rechts: Ein Biosnacky, ein kleines Gerät zum Keimen oder Ankeimen von Samen, insbesondere Getreide. Es gibt aber ganz verschiedene Methoden und Geräte für das Keimen.

Für das Müesli sollten wir lediglich 24 Stunden keimen lassen. Hat man das neue Laden vergessen, dann reichen für Hafer auch 12 Stunden.

3.4 Ein trauriges Ende für meine Rohkost

Feuer und Flammen als Sinnbild für seelischen Stress. Destruktion: Es fällt alles zusammen.© CC-by-sa 2.0, Ernst Erb
Das ist ein Sinnbild für den Text am Ende dieses Themas, nicht des Anfangs.
Wie es 1997 innerlich für mich ausgesehen hat, konnte ich in jenem Jahr auch fotografisch festhalten.

Eine solche seelische Zerstörung kann einen Krebs entstehen lassen, der sich meist erst nach Jahren manifestiert. Diese Situation erlebte ich 1997 das zweite Mal und beide Male endete das bei mir mit Krebs.

Im Jahr 1985, nach sieben Jahren strikter veganer Rohkosternährung, lernte ich an meinem Wohnsitz in Teneriffa eine Frau kennen, mit der ich eigentlich gerne zusammenleben wollte. Doch rauchte sie sehr stark und ich erklärte ihr, dass ein Zusammenleben deshalb nicht in Frage kommt. Sie gab aber das Rauchen sofort vollständig auf, wollte mich jedoch bekochen. Diesen Kompromiss ging ich ein. Unsere beiden Kinder wurden 1987 und 1988 geboren. Aber: Im Jahr 1990 hatte man bei Ihr (wir wollten in Australien leben und mussten Gesundheitstests bestehen) Brustkrebs diagnostiziert.

Als Anzeichen von Metastasen kamen, versuchte sie etwas inkonsequent, auf Rohkost umzustellen. Wir wohnten auf Rigi-Kaltbad. Sie benötigte aber ihren täglichen Kaffee. Kaffee ist jedoch ein typisches Produkt mit Maillard-Molekülen. Leider fand ich keinen Wikipediaeintrag auf Deutsch zum Problem der dadurch entstehenden schädlichen AGEs, sondern nur den englischen über advanced glycation endproducts (AGE). Auf Deutsch gibt es aber den Beitrag zur Glykation.

CLICK FOR: AGEs

AGEs sind Stoffe, die eine Rolle bei der Entwicklung oder Verschlimmerung von vielen degenerativen Erkrankungen wie Diabetes, Arteriosklerose, chronischer Niereninsuffizienz und Alzheimer-Krankheit eine Rolle spielen können.

Diese schädlichen Verbindungen können fast jede Art von Zelle und Molekül im Körper beeinflussen und man nimmt an, dass sie einen Faktor bei der Alterung und bei einigen altersbedingten chronischen Krankheiten bilden.

Besonders Raucher sind damit belastet und Röstprodukte wie Kaffee sind voll davon - wie auch das Braten und Backen sie fördert.

1997 verliebte sich Margot in einen Kaffee-Partner und verliess uns. Kurze Zeit später musste sie erfahren, dass der Partner mit einer anderen Frau zusammenlebt. Vor die Wahl gestellt, hat er die Beziehung mit Margot beendet. Daraufhin hat sich der Krebs explosionsartig ausgebreitet und Margot starb 1999 bei uns via Organisation Exit.

3.5 Ein neuer Start

Zu dieser Zeit haben Kathrin und ich, also meine jetzige Frau, eine Patchworkfamilie (Stieffamilie) gegründet, denn ihre Kinder hatten ihren Vater verloren.

Kathrin und ich, um das Jahr 2000. (Aus einem Bild von nur 282 Pixeln vergrössert)© CC-by-sa 2.0, Ernst Erb

Kathrin und ich im Jahr 2000. Das Foto stammt aber von einem zu kleinen Bild (vergrössert von 282 auf 933 Pixel).

Die Patchwork-Familienzeit war sehr schwierig für uns, denn die Kinder waren traumatisiert.

Das Ganze belastete mich seelisch so stark, dass ich ein Prostataproblem bekam: Am 23.11.2000 ein PSA von 18,4 (Prostataspezifisches Antigen) und freies PSA von 0,79, also Quotient fPSA/PSA von 0,04! Der Urologe empfahl mir die totale Prostataentfernung (Prostatektomie), nachdem sicher war, dass nicht Bakterien im Spiel waren. Bei späterer Untersuchung zeigte sich zudem ein primärer Blasenkrebs (Papillom).

Operation und Behandlungen hatte ich in beiden Fällen abgelehnt, um mit Kathrin wieder auf Rohkost zu gehen. Resultat: Am 23.1.2003 hatte ich einen PSA-Wert von 2.04. Das Papillom blieb stabil bzw. verkleinerte sich etwa zur Hälfte, verschwand aber nicht ganz.

Ich bin nicht mehr so strikt wie in der Zeit der Todesangst, also essen wir auswärts auch gekochte Nahrung. Zum Verlauf der Krankheit würde man sagen: "wie ein Wunder". Trotzdem kann ich mein Vorgehen ausdrücklich nicht empfehlen!

Veganer Frischgemüsesalat auf einem Teller: Avocado, Lauch, Fenchel, Zichorie, gelbe Paprika etc.© CC-by-sa 2.0, Ernst Erb

Eines unserer typischen Essen ist ein Gemüsesalat - immer etwas anders und mit anderen Geschmacksnoten.

Das Essen hier enthält Avocado, Lauch, Fenchel, Chicorée (Brüsseler Salat), gelbe Paprika, einige Rosinen und Apfelessig.

Mit dieser kurzen Geschichte über mich will ich zeigen, dass emotionale Schmerzen und Leiden zu schweren Erkrankungen führen können. Ich habe versucht, das Beste daraus zu machen, und ich begann 1999 eine Website für Radiosammler. Das Portal ist nun weltweit das grösste seiner Art und zeigt mehr als 300'000 verschiedene Modelle.

Ende 2013 begann ich diese Seite "diet-health.info", um wissenschaftlich basierte Informationen über einen gesunden Lebensstil zu schaffen. Das soll der Dank sein, dass ich trotz tödlicher Krankheiten (1978. 2000) und verschiedenen Problemen im Leben einen positiven Weg beschreiten durfte.

2014 lernte ich joggen, trainierte mit 78 während 3,5 Monaten - und rannte im Herbst zusammen mit meinem Sohn Frank Ramon einen Halbmarathon. 2016, an meinem 80. Geburtstag, marschierte ich vom Bahnhof Luzern an den Hauptbahnhof Zürich. Siehe das YouTube-Video. Das sind immerhin 55 km mit zwei Höhen dazwischen. Das Ersteigen des Pilatus, also 1600 m in die Höhe in schwierigem, weil nassen Gelände, einige Wochen darauf, bereitete mir allerdings etwas Mühe. Kathrin und ich pausierten während 30 Minuten und assen etwas. Die Muskeln waren es nicht gewohnt. Grund: Ich sitze täglich während mehr als 10 Stunden hinter dem Computer ...

Das erwähne ich lediglich um zu zeigen, was gesunde Ernährung kann - und füge an, das ich mit Alter 83 im Oktober 2019 von Meggen auf Rigi Kulm wanderte und über den Umweg über Bärenzingel, um meinem sportlichen jüngeren Begleiter und Schwiegersohn (Dani Bucher) meinen früheren Wohnort zu zeigen - über Bärenzingel, Rigi-Kaltbad, Känzeli und entlang der Seebodenalp wieder zurück nach Meggen zu marschieren. Das waren um die 60 Leistungskilometer mit Start um 08:21 - zurück 17:45 mit 36 km und 1738 m hoch und runter.

4. Literatur - Quellen:

CLICK FOR: 16 Quellenangaben

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  2. Verghese M., Rao D., Chawan C., Walker L., Shackelford L., Anticarcinogenic effect of phytic acid (IP6): Apoptosis as a possible mechanism of action. LWT Food Science and Technology 2006;39,1093–1098
  3. Somasundar P., Riggs D, Jackson B., Cunningham C., Vona-Davis L., McFadden D. Inositol hexaphosphate (IP6): a novel treatment for pancreatic cancer. Journal of Surgical Research. 2005;126,199–203
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  6. Gibson R., Bailey K., Gibbs M., Ferguson E. A Review of Phytate, Iron, Zinc, and Calcium Concentrations in Plant-Based Complementary Foods Used in Low-Income Countries and Implications for Bioavailability . Food and Nutrition Bulletin 2010;31 (2): 134-146.
  7. Watzl B, Rechkemmer G: Basiswissen aktualisiert: Flavonoide. In: Ernährungs-Umschau. Band 48, Nr. 12, 2001 (ernaehrungs-umschau.de)
  8. Klappan A.: Einfluss des Flavonoids Quercetin auf den mTOR-Signalweg von Zervix- und Mammakarzinomzellen. München 2014, DNB 1048361322, urn:nbn:de:bvb: 19-165609 (Dissertation, LMU München)
  9. Hänsel R, Sticher O (Hrsg.): Pharmakognosie. Phytopharmazie. 9. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-642-00962-4, S. 1098–1152.
  10. Kitagawa I, Wang KH, Taniyama T, Yoshikawa M: Saponin and sapogenol. XLI. Reinvestigation of the structures of soyasapogenols A, B, and E, oleanene-sapogenols from soybean. Structures of soyasaponins I, II, and III. Chem Pharm Bull 1988;36: 153–161.
  11. Marrelli M, Conforti F, Araniti F, Statti GA. Effects of Saponins on Lipid Metabolism: A Review of Potential Health Benefits in the Treatment of Obesity. Molecules. 2016;21(10).
  12. Cannon J.G., Burton R.A., Wood S.G., Owen N.L. Naturally occurring fish poisons from plants. J. Chem. Educ. 2004;81.
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