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Buchbesprechung "Salt Sugar Fat" von Michael Moss

Es gibt keinen Weg aus dem Dilemma Fast-Food, ausser man begeht ihn selbst. Das schafft nur eine intelligente Minderheit, die auch über das nötige Geld verfügt.

Abbildung Buch "Salt Sugar Fat", rechts davon Text: Für die Buchbesprechung bzw. Abstrakt.© CC-by-sa 2.0, Catalina Sparleanu, PhD, Foundation Diet Health Switzerland

Fazit

Es führt kein Weg aus dem Fast-Food-Dilemma, ausser Sie begehen ihn selbst. Das schaffen nur naturnah lebende Menschen und eine intelligente Minderheit, die auch über das nötige Geld verfügt.

Allerdings können nicht informierte Veganer noch grössere Ernährungsfehler begehen. Darum ist der Text im Link wichtig:

Junk Food ist fast überall erhältlich, besonders billig, benötigt keine oder wenig Vorbereitung, ist besonders schnell und „easy“ zu essen.

Die meisten Fertigprodukte sind also bequem, besonders schmackhaft, billig und „cool“, manchmal auch "funny“. Zwei weitere Gründe lassen viele Menschen nicht von Fertigessen los: Sie bekommen nachher rasch wieder Hunger und Fast Food trifft ihr höchstes Glücksgefühl: Enjoy!

Michael Moss, weitere kritische Journalisten sowie verschiedene Wissenschaftler sagen eine Katastrophe mit den explodierenden Gesundheitskosten voraus. Solange diese nicht in genügendem Mass eingetroffen ist, erfolgt wegen der politischen Verstrickungen keine griffige Massnahme.

Siehe unten den Text 2.1 Die „Geheimsitzung“ von 1999, der ein MUSS bedeutet, wenn man das Dilemma verstehen möchte. Für Leser mit Interesse an einer Vertiefung des Themas habe ich Links zu Wikipedia gesetzt. Sie finden da auch spannende Lektüre – z.T. in Englisch, was mit "engl." vermerkt ist. Wikipedia in anderen Sprachen als englisch zeigen eher Industrie-beeinflusste Meinungen.

1. Zusammenfassung

Viele Menschen nehmen an, dass das Thema Lebensmittelsicherheit bzw. Food safety durch den Staat gut geregelt ist. Die Gesetze sind für den Konsumenten aber sehr unvollständig geregelt. Wie die Nahrungsmittelindustrie die Gesetzgebung in der Hand hat, beweist dieses Buch mit überzeugenden Beispielen. Resultat: Die nicht besonders gut informierten Menschen sind Spielball der Interessen.

Über den Autor und persönliche Bemerkungen

Michael Moss, Gewinner des Pulitzer-Preis 2010 in der Kategorie Hintergrundberichterstattung. Vor dem Preis erreichte er zwei Mal das Final. Er arbeitete während der Entstehungszeit des Buches als Journalist bei The New York Times. Auch erhielt er einen Gerald Loeb Award für Food Safety (engl. unter "Work") und eine Belobigung durch den Overseas Press Club (OPC). Hier die OPC-Seite und die der USA. Moss unterrichtete zudem bei der Columbia School of Journalism als Adjunkt Professor.

Er schrieb auch:

  • “Palace Coup”
  • "New York Times" Magazine: "The Extraordinary Science of Addictive Junk Food"
  • und den Blog in "The Huffington Post" unter "Salt Sugar Fat".
Redaction comment

Einige Jahre vor diesem Buch entstand das deutschsprachige Buch Lügen Lobbies Lebensmittel, das vor allem die Verhältnisse in Europa beschreibt. Bitte für die Buchbesprechung den Link klicken.

Die von mir im Text eingestreuten Bilder dienen zur Auflockerung und zur Unterbringung von eigenen Anmerkungen. Das Buch zeigt keine Bilder. Hier stammen sie von Wikipedia, sind selbst aufgenommen oder sind "Public Domain". Beiträge bei Wikipedia sind oft nicht objektiv. Es schreiben auch Leute im Auftrag von Interessenvertretern, eine Gegendarstellung ist dann oft nicht möglich.

Jedes Bild lässt sich auch gross klicken - und danach können Sie auch alle Bilder direkt einsehen.

Nach dem Prolog: "The company jewels" folgen 3 Buchteile: Sugar (6 Kapitel), Fat (5 Kapitel) und Salt (3 Kapitel).

Die Reihenfolge der Themen stimmt nicht mit dem Titel überein. Auf Seite 331 finden wir einen Epilog, also ein Nachwort: "We’re hooked on inexpensive food". Wie in US-Büchern eher üblich, kommen zahlreiche Anerkennungen (ab S. 349), Angaben zu den Quellen (ab S. 353) und Notizen (ab S. 357). Danach ab Seite 417 die Literatur Referenzen und ein Sachindex von Seite 423-446.

Dass der absolut liberale Gedanke: „Jeder ist für sich selbst verantwortlich“ für einen Grossteil der Bevölkerung nicht gilt, widerspiegelt die Gesellschaft selbst.

Das Buch zeichnet eine kritische Geschichte der Nahrungsmittelmultis. Das inklusive deren Macher, der Forschung, der Produktentwicklung, der Fabrikation und des Marketings. Dabei streut Moss immer wieder die Folgen für die Bevölkerung ein.

Salt Sugar Fat ist kein Sachbuch, das stringent mit einem rein sachlichen roten Faden arbeitet, sondern eher ein Roman. Im Buch ist zeitlich, örtlich und sachlich alles miteinander verwoben – es erinnert an ein Eintopfgericht.

Trotzdem: Salt Sugar Fat ist das beste Buch, das ich je über die Problematik der populären Fertiggerichte (auch Pizzas) bzw. der industriell hergestellten Nahrung gelesen habe.

Für alle, die solchen Nahrungsmitteln aus dem Weg gehen, dient das Buch als Bestätigung. Die Anderen lesen vermutlich keine solchen Bücher. Wenn doch, dann steht ein harter Kampf gegen das eigene Emotionalgehirn bzw. Limbische System und den Mandelkern bevor (Amygdala, Emotion). Leider entwickeln die meisten Menschen Resignation – schon vor einem Versuch, das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen.

Moss erklärt eindrücklich wie das Hirn auf Reize reagiert. Die Industrienahrung ist für grössten Umsatz geschaffen und nützt die Tatsache der Süchtigkeit absolut gekonnt aus. Er beschreibt Versuche mit Salz, die zeigen, wie schon im Mutterleib und in den ersten Monaten nach der Geburt falsche Programmierung möglich ist. Aber wir können da auch wieder heraus kommen, wie die Beschreibung eines Versuches weiter unten demonstriert. Das dauert allerdings drei Monate und benötigt viel Willenskraft.

Spiegel Titelblatt Ausgabe 10, 4. März 2013: Die Suchtmacher.© CC-by-sa 2.0, Der Spiegel 10/2013

Der Spiegel bringt in der Ausgabe 10/2013 das Thema mit dem Fronttitel Die Suchtmacher und im Netz mit dem Titel Die Menschen-Mäster und Untertitel:

Mit viel Fett, Salz und Zucker macht die Lebensmittelindustrie ihre Produkte attraktiv und ihre Kunden süchtig. Kritiker vergleichen die Gesundheitsrisiken der Fresslust mit den Gefahren von Alkohol und Tabak.

Siehe auch Lebensmittelklarheit.de.

Die Suchtmacher

Der Artikel spricht auch die im UK erfolgreich eingeführte Ampel-Lösung an. Dabei zeigt sich ein rotes, gelbes oder grünes Feld als direktes optisches Signal - nebst den Inhaltsangaben.

Die deutsche Politikerin Ilse Aigner stellte sich gegen eine solche Lösung. Sie verlagerte das Problem auf die EU. Dort bombardierten Verbände und Konzerne die Parlamentarier mit Anrufen, E-Mails und Positionspapieren und gewannen damit.

Der europäische Interessenverband Lebensmittelindustrie soll für diese Kampagne eine Milliarde Euro ausgegeben haben.

Wer die Zahlen der vergangenen Jahre analysiert und in die Zukunft rechnet, weiss, was auf die Gesellschaft zukommt. Die Fakten liegen nun auf dem Tisch. Nicht Essstörungen sind das Thema, sondern die Masse von falsch essenden Personen. Den meisten Menschen fehlen Aufklärung, Bildung und Finanzen.

Im Februar 2013 veröffentlicht Studienleiter Robert Moodie im Fachblatt The Lancet folgende Feststellung. Moodie lehrt an der australischen University of Melbourne.

Die Hoffnung, dass Konzerne freiwillig auf gesündere Produkte setzen, sei etwa so, als beauftragen wir Einbrecher, Türschlösser zu installieren.

Korrigierende Gesetze und Massnahmen fehlen. Sie sind wegen dem Industrie-Politik-Filz noch nicht möglich. Persönliches Leid und Gesundheitskosten müssen dazu viel weiter steigen.

Persönliche Bemerkungen

Dieses Buch habe ich gelesen, weil unser Flugzeug auf dem Flug vom 19. April 2013 von Richmond nach Dallas wegen Brandgeruch umkehrte und wir einen Tag auf dem Flughafen bleiben mussten. Was für ein Zufall! Meine Frau und ich übernachteten an 40 verschiedenen Orten der USA und sprachen mit zahlreichen Menschen. Danach wollte ich diese Aufklärungsarbeit für ein Leben voller Aktivität und Gesundheit endlich anpacken. Dies obwohl zahlreiche Publikationen bestehen, denn die sind oft zu einseitig, unvollständig oder gar irreführend.

Bei Salt Sugar Fat wäre mir lieber gewesen, wenn Moss die ganzen Geschichten um und über Firmen und Personen separat und mit einer zeitlichen Folge oder einer bestimmten Thematik folgend, abgehandelt hätte. Angeboten hätten sich z.B. die Themen Politik und Beeinflussung, die Firmen selbst, die Forschung bezüglich Wirkung der Inhaltsstoffe, Produkte, Konsumenten, ihre Bedürfnisse und Wünsche sowie Zukunftsaspekte.

Die Kapitel Salz, Zucker und Fett konnte der Autor sowieso nicht trennen. Ich finde: "Zu viel ist ineinander gewoben". So ist auch diese dem Buch folgende inhaltliche Beschreibung nicht so einfach zu erfassen.

Trotz der zu grossen Komplexität ist das Buch spannend und gibt tiefe Einblicke in die Verführer und die Verführten. Wir erkennen, dass auch die Verführer durch den menschlichen Charakter Verführte sind. Sie brachten z.T. bedenkenlos, unbewusst oder bewusst, eine ganze Gesellschaft in grosse gesundheitliche Probleme.

Darum schreiben auch viele Autoren bei industriell hergestellten Produkten nicht von Lebensmitteln, sondern von Nahrungsmitteln, weil sie das Leben verkürzen, statt den Bedürfnissen eines gesunden Lebens zu entsprechen.

2. Buchbesprechung

Michael Moss beginnt sein Buch mit der Beschreibung einer denkwürdigen Geheimsitzung vom 8. April 1999, an der die wichtigsten Topmanager (CEO‘s) der Giganten der Nahrungsmittelbranche zusammen kamen. Einige dieser 11 Männer kontrollierten zusammen 700'000 Mitarbeiter und einen Umsatz von 280 Milliarden Dollar.

Danach erklärt Moss mit den drei Buchteilen über Zucker, Fett und Salz warum die Nahrungsmittelindustrie zum Teil diese und andere Zusätze einsetzen muss, um die Haltbarkeit zu erreichen – und um Marktanteile zu erobern.

Das Vorgehen der Industrie bei Forschung, Entwicklung, Produktion, Marketing und Vertrieb beschreibt Moss an gewissen Stellen im Detail. Er führte zahlreiche Gespräche mit Verantwortlichen, ehemalig Verantwortlichen, Behörden- und Regierungsvertretern. So konnte Moss mit umfassendem Insiderwissen über das Dilemma berichten, das uns alle betrifft.

Die "Natur des Menschen" und andere Bücher

Meine Meinung dazu: Wir erkennen, wie so eine Katastrophe ungewollt und doch absehbar zustande kommt, weil der menschliche Charakter so ist, wie er ist. Da und dort fehlen verlässliche Korrekturmechanismen. Diese erschafft die Gesellschaft höchstens dann, wenn etwas zu einer grossen Katastrophe führte.

Und: Keine Verschwörung ist im Gang. Die "Natur des Menschen" wirkt. Diese Natur erkennen idealistische Politiker nicht. Totaler Liberalismus ist eher das Gegenteil von Kommunismus, erzeugt aber bei zu grosser Machtballung schliesslich ähnliche Resultate.

Das interessant geschriebene Buch kann ich jeder Person empfehlen, die englisch liest. Sie finden einige Geschichten über Begebenheiten, Zusammenhänge und Auswirkungen. Leider können Sie nicht einem roten Faden entlang lesen.

  • Anzumerken ist, dass der erwähnte Industrie-Kritiker, Kelly D. Brownell, im August 2003 (Paperback-Auflage 2004) das Buch "Food Fight: The Inside Story of the Food Industry, America’s Obesity Crisis, & What We Can Do About It" (McGraw-Hill, 352 Seiten) veröffentlichte. Mitautorin ist Katherine Battle Horgen. Das Buch erreichte eine bedeutend geringere Resonanz als "Salt Sugar Fat".
  • Auch das Buch "Appetite for Profit: How the food industry undermines our health and how to fight back" von Michele Simon brachte nicht annähernd den Erfolg (2006, Nation Books, 416 Seiten).
  • Kurz vor "Salt Sugar Fat" von Moss erschienen andere Bücher ohne diese grosse Resonanz und Anerkennung. Beispiel ist "Food Politics: How the Food Industry Influences Nutrition, and Health, Revised and Expanded Edition" der Expertin (Prof.) Marion Nestle (University of California Press, Oktober 2007, 510 Seiten).

Die Vielzahl an ähnlichen Titeln deutet allerdings darauf hin, dass das Thema zumindest bei interessierten Kreisen brennend ist.

Die „Geheimsitzung“ von 1999

Der damals 55-jährige James Behnke der Firma Pillsbury hatte die Zusammenkunft organisiert. Er vermutete, dass die US-Regierung wegen der ständig zunehmenden Problematik der Fettleibigkeit in der Bevölkerung intervenieren könnte. Dazu fürchtete er, dass die Regierung künftig die Nahrungsmittelindustrie für die steigende Krise des Gesundheitswesens in die Verantwortung ziehen könnte.

An dieser Sitzung ohne Traktanden, Protokoll oder gar Journalisten, nahmen je der oberste Chef (CEO) von diesen acht Konzernen teil: Nabisco, Kraft, General Mills, Procter & Gamble, Coca-Cola, Mars, Pillsbury und Nestlé. Diese Nahrungsmittelgiganten bekämpften und bekämpfen sich hart als Konkurrenten auf dem Markt. Im gleichen Jahr überholte General Mills den grössten Frühstücksflockenhersteller, Kellogg.

Zur Sitzung erschien auch je der CEO der zwei wichtigsten Zulieferer: Cargill (USA): Familienunternehmen mit 134 Milliarden $ Umsatz, zuständig für Kauf, Verarbeitung und Vertrieb von Getreide und Getreideprodukten. Der zweite Zulieferer: Tate & Lyle (UK).

John Cady vom Verband (NFPA) kam wohl erst beim gemeinsamen Abendessen dazu. Anmerkung: Die NFPA heisst heute Food Products Association (Link engl., FPA).

Das Geschäft mit Sucralose der Tate & Lyle gehört seit 2010 der American Sugar Refining Company.

Sucralose

Sucralose ist der Markenname für Trichlorgalaktosaccharose mit 600-mal mehr Süsskraft als Zucker bzw. Kristallzucker (Saccharose) aber ohne Kalorien.

In Kanada seit 1991 zugelassen, in den USA seit 1999 und seit 2004 in der EU.

Der Süssstoff ist als Lebensmittelzusatzstoff E955 schon in zahlreichen Nahrungsmitteln vorhanden.

Die erlaubte Tagesdosis (ADI-Wert, acceptable daily intake) beträgt 15 mg pro kg Körpergewicht. Gewisse Additive sind nicht mit E-Nummer zu deklarieren. Sie sind z.T. auch wenig erforscht bezüglich unerwünschter Wirkungen.

Assugrin Zuckeraustauschstoff: Das ist eine Mischung aus Cyclamat und Saccharin.© CC-by-sa 2.0, Rama, Wikipedia

Siehe: Dispergiermittel, Verdickungsmittel (meist als E-Nummern), Emulgatoren, etc. – siehe weitere unter Additive.

Siehe auch Süssstoffe aus Stevia.

James Behnke, ein Dr. chem. mit langjähriger erfolgreicher Karriere bei Pillsbury und dort seit 1999 zum Sonderberater des CEO berufen, bewies seinen Weitblick, die Gesundheitsprobleme zu sehen. Er erkannte, dass die Industrie das Dilemma bildete. Die Industrie ging bei einigen Erzeugnissen zuerst davon aus, dass sie als gelegentliche Abwechslung dienen, doch der Konkurrenzkampf verbilligte diese Produkte so sehr, dass sie in den Vordergrund rückten. Zudem fand die Industrie durch Forschung einen „Glückseligkeitspunkt“ (bliss point), der die Konsumenten richtiggehend verführte.

Procter & Gamble, Mars Incorporated, Kraft und der Pillsbury Company

Procter & Gamble (P&G, USA), gegründet 1837, ist ein weltweit operierender Konsumgüter-Konzern. P&G beherrscht das Markenmanagement und kommt als Unternehmen praktisch nicht in den Blickwinkel, obwohl P&G quasi die Radiowerbung und frühzeitig auch die Fernsehwerbung als Marketing-Instrument einführte.

P&G sponserte oder produzierte auch moderne Kommunikationsstrategien wie Radio- und TV-Shows, so z.B. 1937 bis 2009 die Springfield Story als längst laufende Soap-Story (Guiness-Buch). RTL brachte Teile davon ab 1986 bis 1999.
Coca-Cola ist weltweit der grösste Softdrinkhersteller und eines der bekanntesten Markenzeichen der Welt. Asa Griggs Candler erwirbt 1888 die Rechte vom Erfinder John Stith Pemberton (1831-1888) und gründet 1892 die Coca-Cola Company.

Mars Incorporated ist uns bekannt vom beliebten Schokoriegel „Mars“. Frank C. Mars beginnt 1911 mit seiner Frau Süsswaren zu produzieren und gründet 1920 die Firma Mar-O-Bar, um den Namen 1922 auf Mars Incorporated (USA) zu ändern und 1923 den Schokoriegel „Milky Way“ auf den Markt zu bringen. Der Sohn, Forrest E. Mars, stellt „Mars“ erstmals 1932 in England her. Im Jahr 2010 beträgt der Jahresumsatz des Konzerns 28 Milliarden $ und er beschäftigt 65 tausend Mitarbeiter. Das Forbes Magazine stufte 2010 Mars als fünftgrösstes US-Privatunternehmen ein. Es war in den USA nicht börsennotiert, doch in der Schweiz.

Nabisco (USA) gehört heute zu Kraft, heute geteilt in Kraft Foods Group (USA) und Mondelēz International (USA). Mondelēz International ist heute nach Nestlé (Schweiz) und PepsiCo (USA) der drittgrösste Nahrungsmittelkonzern der Welt.

Nestlé S.A. ist weltgrösster Nahrungsmittelkonzern. 2011 beträgt der Umsatz ca. 90 Milliarden $ (83,6 Milliarden SFr.) und die Firma beschäftigt 330 tausend Mitarbeiter. Henri Nestlé (1814-1890) gründet die Firma 1866 und bringt 1867 ein Milchpulver für Säuglinge auf den Markt. 1875 verkauft er den erfolgreichen Betrieb an drei Freunde (gemäss Wikipedia, August 2013) – Nestlé selbst erwähnt nur Pierre-Samuel Roussy, seinen Mehllieferanten, als Käufer.

Der Pillsbury Company (ausführlicher, engl.) gehörte damals dem weltweit operierenden Getränkehersteller für Bier und Whiskey (Whisky), Diageo plc. Der britische Contergan-Lizenznehmer, Distillers Company (bzw. DCBL) taufte sich so um.

Ab 2001 gehört Pillsbury der 1866 gegründeten General Mills (Umsatz 2012: 16,7 Milliarden $). General Mills ist für Frühstücksflocken bekannt.

Die Firma führte mit der Daily-Soap Opera "Betty and Bob" 1932 über den Radiosender NBC eine neue Form des Marketings in Form der Seifenoper ein, schreibt Moss.

Gemäss Wikipedia zeigten die der Henkel-Gruppe gehörende Dial Corporation, Procter & Gamble, Colgate-Palmolive und Lever Brothers die ersten Akteure.

Mit "Painted Dreams" erschuf Irma Phillips dieses Genre im Oktober 1930.

Abbildung von "Dicker Schorsch" aus 1904 als Dickleibigkeit noch als Wohlstandszeichen galt.© CC-by-sa 2.0, unknown (PD), Wikipedia + Foundation Diet Health Switzerland

Michael Mudd, damals Vizepräsident von Kraft, erläuterte das Problem der zahlreichen übergewichtigen Jugendlichen in den USA. Dagegen nichts zu unternehmen wäre das Schlimmste, weil es auf die Firmen zurückfällt, meinte er.

Übergewicht und Adipositas

Er bekundete, dass mehr als die Hälfte der Erwachsenen in den USA als übergewichtig gelten. Auch eröffnete er, dass davon 40 Millionen Menschen als fettleibig gelten (Adipositas, bei BMI >30).

Bei Kindern hätte sich die Anzahl mit Übergewicht von 1980 bis 1999 mehr als verdoppelt. Davon seien 12 Millionen fettleibig.

Mudd erklärte, dass die Sozialkosten so auf 40 bis 100 Milliarden $ wachsen. Zusätzlich demonstrierte er die grosse Zunahme von Diabetes mellitus (Volksmund „Zuckerkrankheit“) und Koronaren Herzkrankheiten, Arteriosklerose, Herzinfarkt, Arterielle Hypertonie (Volksmund „Bluthochdruck“), Galle-Leber-Probleme, Arthrose, Brustkrebs, Kolorektales Karzinom (Darmkrebs) und Endometriumkarzinom (Gebärmutterschleimhautkrebs).

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Heute ist Übergewicht ein globales Problem. Selbst in China übernahmen die Menschen unser Essen und Essverhalten. Noch zeigt China im Vergleich mit "dem Westen" kleine Zahlen bezüglich echter Fettleibigkeit, also BMI > 30.

Gemäss Wikipedia, Grafik für 2005 über Fettleibigkeit für 30 Länder (ohne China!) finden sich in Japan und Korea 3,2 % gefolgt von der Schweiz 7,7 % und auf weiteren Rängen Österreich 9,1 % (Rang 6) und Deutschland 12,9 % (17).

Die Spitzenreiter mit mehr als 20 % sind Neuseeland, Australien, Griechenland, Slowakei, UK, Mexico (24,2 %) und die USA mit 30,6 %. Mexiko kann die USA bald übertreffen, falls nicht schon geschehen.

Mudd unterstrich, dass Walter C. Willett, Chef vom Harvard’s Department of Nutrition, unter dem Titel „Fett“, schon auf die industrielle Nahrungsherstellung als Ursache für diese Fettleibigkeit hinweist. Genannt sind u.a. auch Zucker als Stärke aus erhitzten Getreideprodukten und Trans-Fettsäuren.

Die Gefahr, dass die Firmen die Allianzen verlieren

Mudd betont die Gefahr, dass die Firmen die Allianzen mit der American Heart Association (AHA) oder der American Cancer Society (ACS) verlieren.

Zudem warnte er: Obwohl das Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten (USDA) von den anwesenden Firmen sehr viel Geld erhalte, führe das Problem bald dazu, dass der USDA-Chef die Hand beisse, die ihn füttere. Die allgegenwärtigen, billigen, sehr gut schmeckenden, supergrossen und energiereichen Nahrungsmittel und Getränke kehrten die vom Staat empfohlene Nahrungspyramide um.
Anmerkung: Die englischsprachigen Links zu, AHA und ACS und USDA enthalten viel mehr Information als die Links weiter oben.

Mudd warnte sogar, dass Kelly D. Brownell, ein bekannter Kritiker der Nahrungsmittelindustrie, auf die Verbindungen zur Tabakindustrie zeige. Das sei so problematisch, weil Anwälte die Zigarettenindustrie zu grossen Strafen und Restriktionen zwangen. Nun könnten die gleichen Anwälte auf das Problem Fettleibigkeit weisen.

Zuletzt erläutert er Wege, das Problem zu umgehen. Die Industrie selbst solle die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Fettleibigkeit untersuchen und sich schliesslich selbst bei Zugaben von Salz, Zucker und Fett beschränken. Dabei wollte Mudd auch das Marketing für Kinder ändern lassen. Die Industrie solle einen Teil der Lösung bilden, statt das Problem, betonte er abschliessend.

Danach richteten sich alle Augen auf den CEO von General Mills, Stephen W. Sanger (1946-, ex Procter & Gamble), weil seine Firma damit am meisten zu verlieren hätte. Durch seine besonderen Ausbeuten (exploits) in den Supermärkten hatte er den Rest der Branche beeindruckt. Unter seiner Leitung eroberte General Mills die Supermärkte mit Convenience Food, also „bequemer Nahrung“.

"Sprechen wir nicht über Ernährung, sondern über Geschmack !"

Sanger wirkte wütend und erinnerte daran, dass die Konsumenten wankelmütig (fickle) seien wie ihre Elfenbeinturm-Rechtsanwälte, mit Höhen und Tiefen. Die Konsumenten debattieren zwar mal über Zucker, dann wieder über Fett oder Salz, doch meistens kaufen sie das, was sie am besten mögen. Die menschliche Gesellschaft sage:

Sprechen wir nicht über Ernährung, sondern über Geschmack – und wenn die Produkte gut sind, dann wollen wir diese und nicht solche, die schlechter schmecken.

Dabei erinnert er, dass die Industrie noch nach jeder Negativ-Schlagzeile, wie z.B. über die Trans-Fette, die Sache wieder in den Griff bekommen habe. Er schreite voran und pfeife seine Mitarbeiter nicht zurück. Seine anwesenden Kollegen sollen das Gleiche tun. Nicht alle teilten wohl diese Aussage, doch sie wirkte bequem. Das trug Sanger so kraftvoll und überzeugend vor, dass seine Worte auch das Schlusswort der Versammlung bildeten.

Auch später sah Sanger seine Haltung als richtig an. Sein Argument: Die Firma bietet gleichzeitig gesunde Ersatzprodukte an. Später fabrizieren diese Firmen mit noch mehr Salz, Zucker und Fett.

Weiterer Druck aus Publikum und Regierungskreisen erreichte gewisse kleine Korrekturen, die vor allem für Kindernahrung dringend waren.

Mit den fettigen S’more-Produkten von Hershey gab es noch eine Eskalation. Daryl Brewster, CEO von Nabisco, erwähnte gegenüber Michael Moss, dass er wegen Hershey praktisch gezwungen war, mehr Fett einzusetzen, um den „Glückseligkeitspunkt“ (bliss point) zu treffen. Nur so konnte Nabisco wieder Marktanteile zurückgewinnen.

Food fight

Beispiel Oreo: Twist, Lick, Dunk (drehen, schlecken, eintauchen) bildete 2011 den neuen Slogan für Indien, wo die Firma neu Fuss fasste. Kraft benutzte den Slogan „slam dunk“, also schlemmen und eintauchen, der eigentlich einen Basketball-Wurf beschreibt.

Erst nach fünf Monaten Recherche und zahlreichen Interviews konnte Moss die Geschichte um diese Geheimsitzung herauskitzeln. Er setzt sie richtigerweise an den Beginn seines Buches, weil sie typisch für die ungebremste Industrie ist. In den Firmen ist Erfolg fast um jeden Preis gefordert. Menschen mit Bedenken über schlechte Auswirkungen der Ernährung sind da verloren. Eine Firma darf sich nicht ruinieren.

Amazon title page: Eat, Drink, and Weigh Less, Mollie Katzen and Walter Willett, M.D.© CC-by-sa 2.0, Hachette Books, Amazon
Walter C. Willett schrieb u.a. das Buch "Eat, Drink, and Weigh Less: A Flexible And Delicious Way To Shrink Your Waist Without Going Hungry", zusammen mit Mollie Katzen. Heute ist das Buch ein Reprint von 2007 (307 Seiten).

Katzen veröffentlichte ihr erstes Kochbuch, "The Moosewood Cookbook" im Jahr 1977. Sie pflegt Vegetarismus.

'Eat, Drink, And Be Healthy: The Harvard Medical School Guide to Healthy Eating'", 2003, ist ein weiteres Werk von Willet. Eine grosse Anzahl anderer Bücher demonstriert das Problem.

Kelly D. Brownell veröffentlichte 1994 "The LEARN program for weight control: Lifestyle, exercise, attitudes, relationships, nutrition" (226 Seiten). 2004 ist das Buch bereits in der 10. Ausgabe erhältlich, als Taschenbuch, aber viel zu teuer.

Zusammen mit Katherine Battle Horgen verlegte Brownell im Jahr 2004 bei McGraw-Hill das Buch "Food Fight: The Inside Story of The Food Industry, America’s Obesity Crisis, and What We Can Do About It" als Taschenbuch (356 Seiten).

Auch er veröffentlichte weitere Bücher, z.T. mit Co-Autoren. Sind keine Buchempfehlungen, da zu "konventionell".

ZUCKER

Michael Moss erzählt uns an Hand von viel Insiderwissen, wie die Industrie ermittelt, welchen Anteil an Zucker, Salz und Fett ein Produkt aufweisen muss, um besondere Impulse in unserem Gehirn auszulösen.

2.1. Exploiting the Biology of the Child (p. 3)

Dieser sogenannte „bliss point“, übersetzt als „Glückseligkeits Punkt“, ist je nach Alter und Mensch verschieden. Kleine Kinder benötigen eine Zusammensetzung mit wesentlich mehr Zucker, damit das Produkt das höchste Verlangen trifft.

Dies erarbeitete die Nahrungsmittelindustrie mit ausgeklügelten Versuchen – vor allem über das staatliche Institut Monell Chemical Senses Center.

Gustatorische Wahrnehmung

Wissenschaftler der Princeton University lernten, dass Ratten klappernde Zähne bekommen, wenn sie ihnen über eine gewisse Zeit eine Diät mit reichlich Zucker geben und die Tiere danach auf normale Nahrung umstellen. (S. 6)

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Anmerkung: Bei Katzen hingegen finden wir kein Organ um Zucker zu schmecken. Trotzdem lieben einige Schokolade, denn da kommen weitere Geschmacksstoffe vor.

2001 fanden Forscher bei Monell heraus, dass das Protein-Molekül TIR3 in den Geschmacksknospen für die Erkennung der Süsse verantwortlich ist. Das Erlebnis heisst Gustatorische Wahrnehmung.

Erst später erkannten Forscher, dass sich solche Zuckersensoren auch im Verdauungstrakt befinden.

2009 entdeckte die Gruppe um Robert Margolskee, dass die Zuckergeschmack-Rezeptoren im Hirn auch auf Marihuana (Gras) reagieren, weil Zucker eine chemische Schwester zu THC (Tetrahydrocannabinol) ist.

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Anmerkung: Der Eintrag bei Wikipedia über Monell bringt 12 wichtige Erkenntnisse für die Nahrungsmittelindustrie.

MOSS schreibt, dass die Hälfte des Jahresbudgets für Monell von 17,5 Millionen $ durch den Staat getragen ist. Die andere Hälfte sind Zuwendungen, aber auch Aufträge von PepsiCo, Coca-Cola, Kraft, Nestlé, Philip Morris etc. (Seite 7).

Monell habe Forschung finanziert, damit Zigaretten in ein positives Licht kommen. MOSS beschreibt auch Tests mit Kindern, um deren „Punkt des höchsten Lustgefühls“ zu finden. Damit konnte die Industrie besonders begehrte Kindernahrung entwickeln.

Kinder, die besonders Süsses verlangen

Moss startet seine Geschichte um Zucker mit dem Verlangen der Kinder, die besonders Süsses verlangen. Grund: Die Muttermilch ist sehr süss. Die Süsse erkennen Kinder vom ersten Tag an, Salz hingegen erst im Alter von vier bis sechs Monaten. Danach steigert Salz das Verlangen nach Süssem. Aber auch Afro-Amerikaner verlangen süssere Speisen als der Normalverbraucher.

Im Detail erläutert uns Moss wie bei Monell im grossen Stil Untersuchungen mit Kindern und Erwachsenen ablaufen und welche Erkenntnisse die Nahrungsindustrie daraus zieht.

Besuche bei einzelnen Mitarbeitern des staatlichen Instituts Monell brachten das nötige Wissen.

Moss erklärt wie raffinierte Stärke durch die Amylase sofort wirkt und den Zuckerreiz auslöst.

Stark raffinierte Stärke wirkt schneller und eindringlicher. "Immediate pleasure" ist angezeigt und die Amylase funktioniert auch als Analgetikum, verdrängt also Schmerzempfinden. (S. 15)

Die Amylase ist das erste entdeckte Enzym überhaupt. Der Entdecker, Chemiker Anselme Payen, nannte das im Jahr 1833 Diastase.

In den 1980er Jahren erkannte eine Mehrheit, dass der erhöhte Konsum von Süssem mit der Zeit Zahnzerfall, Herzkrankheiten, Diabetes etc. verursachen kann. Nun konnten die Behörden aber nicht mehr an die Hausfrau appellieren, denn zwei Drittel der Nahrung bestand schon aus Industrieprodukten.

Aufruf

Die US-Senatoren George McGovern, Bob Dole, Walter Mondale, Ted Kennedy und Hubert Humphrey veröffentlichten einen Aufruf und gaben Anleitungen für bessere Ernährung. Unterstützung erhielten sie von Mark Hegsted und Michael Jacobson vom MIT und von Ralph Nader. Mit zwölftausend Unterschriften versuchten sie ein Verbot von Werbung für ungesunde Esswaren in TV-Kindersendungen zu erreichen. (S. 17)

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Ralph Nader erhält 1965 mit seinem Buch Unsafe at Any Speed erstmals grosse Bekanntheit. 1999 bekommt er für das Buch den Rang 38 der 100 besten Beispiele von gutem Journalismus des 20ten Jahrhunderts. Nader setzte sich stark für die Ökologie und den Verbraucherschutz ein und bekam einen hohen Bekanntheitsgrad.

Bei Monell fand Michael Tordoff heraus, dass gesüsste Getränke Hunger auslösen. Das Resultat blieb das gleiche, sowohl mit künstlichem Süssstoff, als auch mit Fruktosezusatz.

Monell versuchte ein Getränk zu entwickeln, mit dem Konsumenten abnehmen. Alle Versuche von 1987 schlugen fehl. Zudem: wenn das Getränk Fruktose enthielt, nahmen die Testpersonen in drei Wochen nahezu ein Pfund zu.

Julie Menella stellte fest, dass wenn sie Kinder solches "Soda" trinken liess, diese dann allgemein mehr Süsses essen oder trinken wollten.

Süsse ist ein Trojanisches Pferd, das uns Übergewicht bringt

Karen Teff studierte 2006 bei Monell wie Infusionen von Glucose wirken. Die Infusionen veränderten das Essverhalten nicht. Die Probanden nahmen zu. (S. 21)

Die USA führen die Liste der Übergewichtigen an. Und: Zwischen 2006 und 2008 sind dort die Übergewichtsraten bei Kindern im Alter von sechs bis elf Jahren von 15 auf 20 % gestiegen!

Auch die Bäckereien setzten das Wissen über das Suchtmittel Süsse geschickt um.

Als "normal" finden wir nun folgende Zugaben: Maissirup (Glucose-Fructose-Sirup), HFCS (engl., high fructose corn sirup), Glucose (Glukose, Clucose, Traubenzucker, alt = Dextrose), Invertzucker (Invertine, Trimoline), Malz, Melasse, Honig und Zucker (Saccharose).

Aber auch Isoglukose. Das ist Glukosesirup, Clucosesyrup, früher Glykosesirup, Stärkesirup, Bonbonsirup, heute eigentlich Maissirup.

Die Zugabe kann als Granulat, Puder (Pulver) und/oder Flüssigkeit erfolgen.

Bei den Backwaren ergibt sich da noch die Maillard-Reaktion. Diese bewirkt noch mehr Lustgefühle beim Essen – und schon vorher.

Die Produkt-Eigenschaft "unwiderstehlich" ist gesucht.

2.2. How Do You Get People to Crave? (p. 25)

Am Beispiel von John Lennon, The Beach Boys, ZZ Top und Cher demonstriert MOSS die Abhängigkeit exemplarisch.

Alle wollten Dr Pepper, was in England zumindest damals nicht zu finden war. "Dr Pepper" ist ein kohlesäure- und koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk. Charles Alderton erfand das Getränk 1885, also früher als Coca-Cola. Moss thematisiert den Verdrängungskampf zwischen den Firmen Coca-Cola, PepsiCo und Dr Pepper.

Dr Pepper

2004 zog die Firma Dr Pepper den bekannten Nahrungsmittelberater, Howard Moskowitz, New York, zu. Er formulierte das Getränk auf maximalen "bliss point" um und wandelte verschiedenste Fertig-Esswaren in unverständlich hohe Verkaufsschlager um.

Moskowitz entwickelte davor mathematische Methoden, um den Punkt der höchsten Glücksgefühle je nach den Inhalten eines Produkts zu bestimmen. Nebst dem Geschmack spielen auch Farbe, Geruch und Verpackung eine Rolle. Wahrscheinlich aber auch die Textur.

Wir erfahren den Werdegang von Moskowitz, den er Moss 2010 im Gespräch schilderte.

Die ersten Aufgaben des Harvard Absolventen Moskowitz bestanden darin, für das Militär in Natick jahrelang haltbare Fertig-Nahrungsmittel (MRE, engl.) zu entwickeln. MRE sollten zudem zum Essen anreizen, denn Kämpfern im Krieg vergeht der Appetit. Sie beginnen zu schwächeln.

Er startete 1969 mit seiner Arbeit. Nun dienen "Asian Pepper Steak", "Mexican-style chicken Stew" etc. als Ersatz für die simplen Hamburger in der Field ration In Deutschland heissen fertige Tagesrationen Einmannpackung.

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