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Buchbesprechung "China Study" von T. Colin Campbell

China Study zeigt eindrücklich, was wir bei der üblichen Ernährung verbessern können, um Zivilisationskrankheiten zu vermeiden. Wichtiges Buch!

Buch: Die China-Studie, Campbell: weniger tierisches Protein essen, verhindert Krankheiten© CC-by 2.0, Catalina Sparleanu, PhD, Foundation Diet Health Switzerland

Fazit

Ein Saulus mit Renommee wandelte sich zum Paulus. Erdrückende Beweise durch anerkannte Wissenschaftler bringen es auf den Punkt: Viel weniger tierisches Eiweiss ist der wichtigste Schritt um die bekannten Zivilisationskrankheiten zu verhindern. Bis zu einem gewissen Grad sind sogar Heilungen über die Ernährung möglich.

Da die Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie über fast unbeschränkte Mittel verfügt und damit aktiv eine Veränderung hin zu gesundem Essen verhindert, kann man diese Erkenntnis nur durch die vorgetragenen Beweise glauben. Zu gross sind die Verflechtungen von Wirtschaft, Politik, Medien und Gesundheitswesen. Ein gutes Märchen hält sich ewig, die Wahrheit benötigt Einfühlungs- und Denkvermögen.

1. Zusammenfassung

Der Autor schildert uns überzeugend, wie er als Kind und junger Erwachsener auf tierisches Eiweiss schwörte. Auch seine Dissertation ging in diese Richtung. Er wollte der Menschheit helfen, Gesundheit zu fördern, indem er für den Verzehr von mehr Fleisch, Milch und Eiern eintrat. Dazu arbeitete er über Jahre in den Philippinen.

Während zehn Jahren galt dort als Hauptziel, den Kindern durch Selbsthilfegruppen mehr tierisches Eiweiss zukommen zu lassen. Dann entdeckte er: Kinder, die am meisten Protein zu sich nahmen, bekamen am ehesten Leberkrebs!.

Er vernahm aus Indien von Rattenexperimenten, die gleiche Ergebnisse erzielten und als unglaubhaft galten. Die Erfahrungen seines Teams mit Transgenen Mäusen erbrachten das gleiche Resultat: Nicht die Gene entscheidenden, ob ein Mensch einer der zehn führenden Todesursachen zum Opfer fällt, sondern vor allem was er isst.

Gesunder und ungesunder Snack für Unterwegs.© CC-by 2.0, Catalina Sparleanu, PhD, Foundation Diet and Health Switzerland

Das war sein Schlüsselerlebnis:

Die von seinem Team während 27 Jahren durchgeführten Versuche, finanziert von wichtigen nationalen Institutionen, prüften einige der besten wissenschaftlichen Journale noch ein zweites Mal.

Für Wissenschaftler schockierend: eine proteinarme Ernährung hemmte die Krebsentstehung durch Aflatoxin. Die gleiche Ernährung hemmte ein bestehendes Krebswachstum.

Einige Proteine förderten Krebs nicht, doch förderte Casein (Kasein), das zu 87 % in der Milch enthaltene Protein, alle Stadien des Krebswachstums. Pflanzen hingegen lieferten gefahrlose Proteine.

Vier Dekaden biomedizinischen Forschens und Untersuchungsergebnisse langfristiger Studien belegen mit provozierenden Ergebnissen, dass eine angemessene Ernährungsweise Ihr Leben retten kann, schreibt Campbell sinngemäss und zählt auf:

  • Eine Änderung der Ernährungsweise ermöglicht es Diabetikern, ohne Medikation auszukommen.
  • Herzerkrankungen können allein mit Ernährung rückgängig gemacht werden.
  • Brustkrebs korreliert mit der Menge gewisser weiblicher Sexualhormone im Blut, die durch Nahrungsmittel aufgenommen werden.
  • Der Verzehr von Milchprodukten kann das Risiko von Prostatakrebs erhöhen. Antioxidanzien, die in Obst und Gemüse vorkommen, stehen in direktem Zusammenhang mit der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter.
  • Nierensteinen kann mit einer gesunden Ernährungsweise vorgebeugt werden.
  • Diabetes vom Typ I, eine der verheerendsten Erkrankungen, die einem Kind widerfahren kann, steht in direktem Zusammenhang mit den Ernährungspraktiken im Säuglings- und Kleinkindalter.

Dieses Credo entstand nach den ganzheitlichen Untersuchungen an 6'500 ländlich lebenden Chinesen in China aus einer Grosszahl von Provinzen. Zwei Universitäten aus den USA und eine aus China waren beteiligt - unter der Führung des Autors.

Schliesslich erwähnt Campbell, dass die Grenzen zwischen Politik, Regierung, Lebensmittelindustrie, Pharmaunternehmen, Wissenschaft und Medizin im Lauf der Zeit verschwammen. Gerechtigkeit und Gesundheit sind die Verlierer. Da nicht erkannt, ist das gefährlicher als Korruption.

Das Resultat sind gewaltige Mengen an Falschinformationen, für die durchschnittliche amerikanische Konsumenten gleich zweimal bezahlen. Zum einen stellen sie das erforderliche Steuergeld für die Forschung zur Verfügung, zum anderen erbringen sie das Geld für die medizinische Versorgung ihrer grösstenteils vermeidbaren Erkrankungen.

Bemerkungen, Geleitwort und Vorwort

Die Bilder hier dienen zur Auflockerung und zur Unterbringung von eigenen Bemerkungen. Das Buch enthält wenig Bilder aber zahlreiche Tabellen. Die Bilder stammen von Wikipedia, von mir oder sind im Status "Public Domain" bzw. Gemeinfreiheit.

Nach dem Geleitwort, dem Vorwort zur amerikanischen Ausgabe und jenem zur deutschen Ausgabe, je von anderen Autoren geschrieben, folgt die Einleitung durch T. Colin Campbell, in der er seinen Werdegang und seine Motivation erklärt und dabei interessante und wichtige Fakten nennt.

Danach finden wir die vier Buchteile: China Study, Die Überflusserkrankungen, Leitfaden für eine gesunde Ernährung und Warum haben Sie davon nicht schon früher gehört? und ab Seite 375 vier Anhänge: Fragen und Antworten: Der Proteineffekt in Rattenexperimenten, Studiendesign der China Study, die Vitamin-D-Verbindung und Vergleichsdaten, gefolgt vom Index etc. ab Seite 406.

Das Buch beginnt mit einem Geleitwort von Howard Lyman, Autor von "Mad Cowboy". Er respektiert Prof. Dr. T. Colin Campbell wegen seinem Mut und seiner Integrität und erklärt die Problematik, trotz gutem Beweismaterial im Rücken nicht viel gegen den Mainstream (Massengeschmack) anrichten zu können.

Als einige Rinderzüchter Oprah Winfrey verklagten, nachdem sie ihre Absicht bekannt gab, kein Rindfleisch mehr zu essen, galt Lyman als Mitangeklagter.

Das Vorwort zur amerikanischen Ausgabe schrieb John Robbins, Autor von "Ernährung für ein Neues Jahrtausend" bzw. "Reclaiming Our Health and Food Revolution". Robbins betont:

Es ist leichter, einen Schokoriegel, einen Big Mac oder ein Coca-Cola zu finden als einen Apfel. Und Ihre Kinder essen in einer Schulcafeteria, wo man unter Gemüse das Ketchup auf dem Burger versteht.

Dann beschreibt Robbins das Hochglanzmagazin mit dem Titel "Hausarzt: Ihr essenzieller Leitfaden für Gesundheit und Wohlbefinden", das alle Ärzte in den USA von der Akademie für praktische Ärzte gratis erhalten. Da prangen im Überfluss ganzseitige Inserate von McDonald's, Dr. Pepper oder Werbung für Schokoladepudding und Oreo-Kekse. Ähnliches gilt in Europa, möglicherweise aber noch raffinierter. Dies weil von Fertiggerichtherstellern bezahlte Beiträge (PR, Öffentlichkeitsarbeit) erscheinen in welchen so genannte Diätologen die Vorteile von Tütensuppen und Tiefkühlkost hervorheben. Kritische Wissenschaftler der Yale-Universität nennen das toxisches Ernährungsumfeld.

Robbins nennt China Study ein mutiges und weises Buch und umschreibt den Autor als von grosser Bescheidenheit und menschlicher Tiefe. Er würde immer darstellen wie er zu seinen Schlussfolgerungen gekommen ist. Robbins erwähnt einige wichtige und zugleich interessante Aspekte aus seiner Sicht.

Das Vorwort zur deutschen Ausgabe schrieb Dr. Gunter R. Neeb, Idstein. Er praktiziert Chinesische Medizin und ist Gastprofessor.

Neeb schreibt, dass die China Study aus der bisher grössten epidemiologischen Studie zum Thema Ernährung nicht einfach zu glauben wären, da zu ungewohnt, obwohl die im Buch zitierten Belege über hunderte von Substudien sehr überzeugend und glaubhaft seien. Das Resultat sei in mehr als 20 Jahren anhand von Studien an über 10'000 Probanden entstanden.

Er fährt fort: Dort stand zum Beispiel, dass Milchprodukte, vermutlich via IGF-1 (Somatomedin C) vermittelte Zellstimulation, die Teilung von Tumorzellen beschleunigen, während noch immer in der Onkologie den abgemagerten Patienten empfohlen wurde, ihre Eiweisszufuhr mittels konzentrierter Milchprodukte wie Käse und Joghurt zu erhöhen.

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IGF-1 bedeutet eine Art insulinaehnliche Wachstumsfaktoren (IGF-1), auch Somatomedin C (SM-C) genannt.

Nur die englischsprachige Wikipedia orientiert über die Probleme des IGF-1:
"It is now widely accepted that signaling through the IGF-1-like receptor pathway is a significant contributor to the biological aging process in many organisms. ... Reduced IGF-1 signaling is also thought to contribute to the "anti-aging" effects of Calorie restriction. ... The IGF signaling pathway has a pathogenic role in cancer. Studies have shown that decreased levels of IGF lead to decreased growing of existing cancer cells. People with Laron syndrome have also recently been shown to be of much less risk to develop cancer."

Neeb bemängelt das Schönreden dieser Fakten durch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., deren Mitglieder u.a. auch Wirtschaftsverbände sind. Besonders weil Studien auch demonstrieren, dass nicht nur der insulinaehnliche Wachstumsfaktor IGF-1 der Kühe (bovines IGF) ins Blut gelangt, sondern auch die Produktion von humanem (menschlichem) IGF-1 (engl.) durch das Casein (Kasein) der Milch ansteigt. Siehe auch diese Buchbesprechung zur Schädlichkeit von Milch.

Zudem erwähnt Neeb, dass die erklärten Wirkunterschiede zwischen aktivem Vitamin D durch Sonnenlicht und dem üblicherweise extern zugeführten D, (Cholecalciferol und Calcium) bei Brustkrebs und Osteoporose keine Aufklärung für den Konsument nach sich zieht. Dabei vermutet er den Grund in der Tatsache, dass Sonnenlicht kostenlos ist und somit kein Geschäft für die Industrie.

Dr. Neeb stellte wegen dem Buch China Study seine Ernährung auf nahezu vegan um (etwas Fisch) und schwört nun auf die "moderne" Ernährung.

Vegane und vegetarische Gerichte in Vitrine, Wikipedia Vegetarism,© Public Domain, Zeetz Jones, Wikipedia

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Die Leber bindet die Speicherform Calcidiol (25(OH)Vitamin-D3) an das Vitamin-D-bindende Protein (DBP), was die Niere in den Wirkstoff 1α,25(OH)2 Vitamin D3 aktiviert. Die mittel- bis längerfristige Vitamin-D-Versorgung lässt sich am besten über den Blutspiegel des 25(OH)Vitamin D3 bestimmen. Im Blut weist das gebundene Calcidiol eine Halbwertszeit von ca. 19 Tagen auf. Der 25(OH)Vitamin-D3-Spiegel im Blut betont die Versorgung der letzten drei bis vier Monate, während der Vitamin- D3-Spiegel nur die Versorgung der letzten Stunden bis Tage offen legt.

Der Mensch deckt Vitamin D am besten mit Sonne ab. In nördlichen Ländern erfolgt das zu wenig. In 100 g Nahrung befinden sich bei Matjeshering 27 µg, Lachs 16 µg, Kalbfleisch 3,8 µg, Avocado 3,43 µg, Champignons 1,9 µg. Bei Vitamin D3 entspricht 1 IE ≙ 0,025 µg Vitamin D3 ≙ 65,0 pmol. IE oder I.E. heisst Internationale Einheit (international unit = IU). IE ist meist eine willkürlich gewählte, reproduzierbare Dosierung der Präparate anhand ihrer Wirkung und nicht ihrer Stoffmenge. Die Weltgesundheitsorganisation definiert sie.

Persönliche Bemerkungen

Weil so konträr zu den Informationen der Nahrungsmittelindustrie, Regierung, Medizin etc. ist das nur zu akzeptieren, wenn man schon entweder das erkannt hat oder das Buch mit den erdrückenden Beweisen von Studien zahlreicher führender Wissenschaftler wirklich liest.

Die Einleitung von gut 8 Seiten Länge ist durch einige Aussagen interessant – wie: Aber die wahre Wissenschaft wird unter einem Wirrwar von unsachlichen oder sogar gesundheitsgefährdenden Informationen begraben – verursacht durch Pseudowissenschaft, Modediäten und Propaganda der Nahrungsmittelindustrie.

Die Erkenntnisse sind umfassend

Der Hauptautor hat seinen guten Namen nicht wegen dem Buch oder seiner Arbeit in China. Nein umgekehrt, er bekam diese wichtige und grosse Aufgabe wegen seiner Reputation, seiner Integrität und seiner Fähigkeiten. Man kann das Buch nicht mit dem eines Autors vergleichen, der sich durch eine eigene Ansicht einen Namen machte, denn hier schreibt jemand mit grosser fachlichen und menschlichen Glaubwürdigkeit. Das Buch zeigt 708 Quellenverweise, jeweils am Ende eines Kapitels angeordnet.

Weil zu den Schlussfolgerungen gute und überzeugende Beweise nötig sind, musste mein Text eine unübliche Länge annehmen. Auch die Erkenntnisse sind umfassend.

Mit dem Namen Campbell adressiere ich beide Autoren, Vater Prof. Dr. T. Colin Campbell (Ph.D. in Ernährung, Biochemie und Mikrobiologie) und Sohn, Dr. med. Thomas M. Campbell II. Normalerweise schreibe ich in der Einzahl, doch an gewissen Stellen mit Dres. und in Mehrzahl, um zu verdeutlichen, dass es zwei Autoren sind.

Bei Wikipedia gibt es einen Eintrag für China-Cornell-Oxford Project in englisch, doch nicht in deutsch.

Die Buchbesprechungen zu "Salt Sugar Fat" von Michael Moss über amerikanische und zu "Lügen Lobbies Lebensmittel" über Verhältnisse in der EU behandeln die Problematik bei den jüngeren Lesern mit hohem Konsum von Fertigprodukten wie Convenience Food oder gar Junkfood.

Eine Buchbesprechung über Zusatzstoffe in der Nahrung finden Sie zu "Die Ernährungslüge".

Die Allgemeinheit isst ungesund, was sich in der grossen Anzahl von Zivilisationskrankheiten zeigt, die meistens erst nach Jahrzehnten auftreten, ähnlich wie beim Tabakrauchen.

Dieses Buch jedoch adressiert sich an den "westlichen Normalverbraucher", der vermutlich meint, gesund zu essen.

Die Gefahr besteht darin, dass wir eine Verschlechterung unseres Zustandes nicht wahrnehmen, weil sie über Jahrzehnte schleichend daherkommt. Zudem orientieren wir uns an den Mitmenschen, was richtig oder gesund sei. Die Zivilisationskrankheiten betrachten wir als normale Erscheinung.

Grafik: Kalorien im Essen der Weltbevölkerung, Vergleich 1961 - 2001.© CC0, Lokal_Profil, Wikipedia

2. Buchbesprechung

Prof. Dr. Campbell weist darauf hin, dass er beinahe fünfzig Jahre (zuletzt) auf höchster Ebene Teil des Systems gewesen sei und nun beschreibt, warum wir da stehen, wo wir uns befinden. Er zählt 14 wichtige Punkte auf wie:

  • Synthetische Chemikalien in der Umwelt und in Nahrungsmitteln bilden nicht die Hauptursache für Krebs.
  • Nicht die Gene entscheidenden, ob ein Mensch einer der zehn führenden Todesursachen zum Opfer fällt.
  • Durch die vermittelten Hoffnungen auf hochwirksame Arzneimittel (nicht immer Heilmittel) lassen wir die richtigen Lösungsansätze ausser Acht.
  • Zwanghaftes Kontrollieren der Aufnahme von Nährstoffen, wie z.B. Omega-3-Fettsäuren, führt nicht zum Ziel.
  • Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel gewährleisten keinen langfristigen Schutz gegen Erkrankung.
  • Medikamente und operative Eingriffe heilen nicht die Krankheiten, an denen die meisten Amerikaner sterben.
  • Ihr Hausarzt weiss wahrscheinlich nicht, was Sie brauchen, um so gesund wie nur möglich zu sein. (S. 2)

Vier Dekaden biomedizinischen Forschens und Untersuchungsergebnisse langfristiger Studien belegen mit provozierenden Ergebnissen, dass eine angemessene Ernährungsweise Ihr Leben retten kann, schreibt Prof. Dr. Campbell sinngemäss und zählt auf:

  • Eine Änderung der Ernährungsweise ermöglicht es Diabetikern, ohne Medikation auszukommen. Herzerkrankungen können allein mit Ernährung rückgängig gemacht werden. Brustkrebs korreliert mit der Menge gewisser weiblicher Sexualhormone im Blut, die durch Nahrungsmittel aufgenommen werden.
  • Der Verzehr von Milchprodukten kann das Risiko von Prostatakrebs erhöhen. Antioxidanzien, die in Obst und Gemüse vorkommen, stehen in direktem Zusammenhang mit der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter. Nierensteinen kann mit einer gesunden Ernährungsweise vorgebeugt werden. Diabetes vom Typ I, eine der verheerendsten Erkrankungen, die einem Kind widerfahren kann, steht in direktem Zusammenhang mit den Ernährungspraktiken im Säuglings- und Kleinkindalter. (S. 3)

Eine angemessene Ernährung ist die mächtigste Waffe gegen Erkrankungen

Redaction comment

Auf Grund meiner eigenen Erfahrung mit anderen Personen, die sich umstellten und meiner Frau und mir, bestätige ich die zwei ersten und die vierte hier zitierte Aussage voll. Es wäre "so einfach". "Zu einfach" würden wohl die meisten Ärzte noch immer erwidern.

Hinter ihrer Reaktion steckt meist nicht der Gedanke, dass sich damit kein Geld verdienen lässt, sondern Unkenntnis. Die Ausbildung zum Arzt beinhaltet kein vertieftes Wissen über Erkenntnisse der Ernährungslehre. Abgesehen davon sind diese stark durch die Nahrungsmittelindustrie bestimmt.

Ein verantwortungsvoller Arzt müsste nach Lektüre von China Study oder dieses Textes zumindest Patienten aufklären, was sie selbst unternehmen sollten. Das gälte als ein begleitender Zusatz (adjuvante Therapie) zu seiner Behandlung. Wenn die Patienten nichts davon wissen wollen, tat er immerhin sein Möglichstes.

Die Ergebnisse von hunderten von Studien beweisen, dass eine angemessene Ernährung die mächtigste Waffe gegen Erkrankungen ist, sagt die China Study nun aus.

Campbell erläutert uns auch warum sich Fehlinformationen oder gar Desinformationen hartnäckig halten. Er meint, dass die Hälfte der Amerikaner an einem Gesundheitsproblem leidet, das die wöchentliche Einnahme eines verschreibungspflichtigen Arzneimittels erfordert. Hundert Millionen Amerikaner würden einen erhöhten Cholesterinspiegel aufweisen.

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Ich meine, dass wir dieser Situation auch in Europa entgegensteuern. Ein solches Buch erreicht nicht die Masse. Nicht ein mal die Erkenntnisse daraus erreichen die Masse. Und auch wenn, wäre das Abwinken die Regel. Diese Informationen kommen somit nur einem ganz kleinen Teil der Bevölkerung zugute. Vor allem muss das Bedürfnis vom Leser aus vorhanden sein, so etwas zu lesen, eine typische Holschuld und nicht Bringschuld. Trotzdem setze ich mich dafür ein.

Kühe in Intensivhaltung, Melkkarussell, Weiterverarbeitung.© CC-by 2.0, Wikipedia - Elmist, Gunnar Richter, Mattinbgn, Foundation Diet and Health Switzerland

Persönliche Transformation

Dres. Campbell schreiben auf Seite 3: Ich ass einfach, was jeder andere auch ass: das, wovon man mir sagte, es sei gutes Essen. Wir alle essen, was schmackhaft oder praktisch ist, oder das, was uns unsere Eltern an Vorlieben mitgegeben haben.

Er wuchs in einem Milchviehbetrieb auf. Milchproduktion bildete die Existenz. Seine Dissertation an der Cornell-Universität handelte von besseren Methoden für ein schnelleres Wachstum von Kühen und Schafen. Er wollte der Menschheit helfen, Gesundheit zu fördern, indem er für den Verzehr von mehr Fleisch, Milch und Eiern eintrat.

Der Autor war der letzte Hochschulabsolvent von Professor Clive Maine McCay (1898-1967). Clive McCay war bekannt durch seine Rattenversuche mit besonders wenig Nahrung. Diese Ratten bekamen ein signifikant längeres und aktives Leben. Dies im Vergleich mit Ratten, die beliebig Nahrung aufnehmen durften. Das Gleiche passierte bei Hunden. McCay starb an einer schweren Krankheit.

Am Massachusetts Institute of Technology (MIT) untersuchte er in der Folge warum Millionen Küken wegen einer unbekannten toxischen Chemikalie im Futter starben und entdeckte dabei Dioxin als Ursache (Polychlorierte Dibenzodioxine und Dibenzofurane), die wohl giftigste chemische Verbindung.

Siehe auch diese spannende Geschichte über das Sevesounglück und etwas über die Ukraine und Wiktor Juschtschenko. So ist und handelt "der Mensch".

Danach untersuchte er in den Philippinen das ungewöhnlich hohe Auftreten von primärem Leberkrebs bei dortigen Kindern. Während zehn Jahren galt als Hauptziel dieser Entwicklungshilfe, den Kindern durch Selbsthilfegruppen mehr tierisches Eiweiss zukommen zu lassen. Dann entdeckte er:

Kinder, die am meisten Protein zu sich nahmen, bekamen am ehesten Leberkrebs!. (S. 5)

Er vernahm aus Indien von Rattenexperimenten. Ratten erhielten krebserregendes Aflatoxin. Eine Gruppe bekam 20 % Protein in der Nahrung, die andere nur 5 % - beide mit gleichem Anteil Aflatoxin. Das Ergebnis: Alle Ratten mit 20 % Protein entwickelten Leberkrebs. Bei der Gruppe mit 5 % tauchte kein Fall von Krebs auf! Das stand im Widerspruch zu allem, was er vorher gelernt hatte. Diese ketzerischen Resultate bildeten sein Schlüsselerlebnis.

Seine während 27 Jahren durchgeführten Versuche, finanziert von wichtigen nationalen Institutionen prüften einige der besten wissenschaftlichen Fachzeitschriften noch ein zweites Mal.

Für Wissenschaftler schockierend: eine proteinarme Ernährung hemmte die Krebsentstehung durch Aflatoxin. Die gleiche Ernährung hemmte ein bestehendes Krebswachstum.

Einige Proteine förderten Krebs nicht, doch förderte Casein (Kasein), das zu 87 % in der Kuhmilch enthaltene Protein, alle Stadien des Krebswachstums. Die gefahrlosen Proteine lieferten Pflanzen.

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Wiederum bestätige ich seine Erkenntnisse auf Grund meines eigenen Lebens und das einiger anderer. Meine Lebenserwartung betrug 1978 ganze 2,6 Jahre. Doch für eine solch kurze Lebenserwartung wollte ich nicht Operation und Chemotherapie, sondern mit einer totalen Lebensumstellung einen anderen Versuch starten.

Gerechtigkeit und Gesundheit bleiben auf der Strecke

Schliesslich erwähnt Dr. Campbell, dass die Grenzen zwischen Politik, Regierung, Lebensmittelindustrie, Pharmaunternehmen, Wissenschaft und Medizin im Lauf der Zeit verschwammen. Sie bilden bestenfalls ein Mischmasch ab zwischen der Gewinnerzielung und dem Wohl der Gesellschaft.

Gerechtigkeit und Gesundheit bleiben auf der Strecke. Die Probleme sind viel subtiler als etwa Korruption und darum auch viel gefährlicher.

Das Resultat sind gewaltige Mengen an Falschinformationen, für die durchschnittliche amerikanische Konsumenten gleich zweimal bezahlen. Zum einen stellen sie das erforderliche Steuergeld für die Forschung zur Verfügung, zum anderen erbringen sie das Geld für die medizinische Versorgung ihrer grösstenteils vermeidbaren Erkrankungen. (S. 8)

Teil 1: China Study

Eigentlich entspricht nur gerade das Kapitel "Lektionen aus China" mit 43 Seiten dem Thema China Study. Davor erfahren wir Interessantes aus seinem Leben, was auch zeigt, wie Campbell sich vom Saulus zum Paulus im biblischen Sinn wandelte, eine Wandlung, die nur wenig Menschen zu vollziehen imstande sind. Alles andere dient den Erkenntnissen aus der China Study und den Gründen, warum es an der praktischen Umsetzung noch immer fehlt.

2.1. Probleme, die wir haben – Lösungen, die wir brauchen (S. 13)

Campbell belegt mit Grafiken, dass ein Mann mit 47 % Wahrscheinlichkeit an Krebs erkrankt und eine Frau mit 38 %. Die Mortalität (Sterblichkeit) aus diesen Gründen nahm zwischen 1972 und 1992 eher zu als ab, doch ist erkennbar wie der adipöse (BMI =>30) Bevölkerungsanteil von 1976 bis 1999 sich mehr als verdoppelte. Allein wegen Diabetes betrug der jährliche Aufwand um 100 Milliarden $. Er weist auf Studien hin, die belegen, dass eine gesunde Ernährungsweise koronare Herzkrankheiten nicht nur verhindert, sondern auch zu einem Teil zurückbildet. (S. 16)

Dabei laufen die Heilungskosten aus dem Ruder. Sie betrugen in den USA 1997 eine Billion Dollar, das sind tausend Milliarden, oder pro Kopf 3'912 Dollar. Das ist mehr als doppelt so viel pro Kopf wie in Japan (1'760 Dollar), dem Land mit der höchsten Lebenserwartung, wenn wir von Kleinststaaten wie Monaco absehen. Deutschland stand dann bei 2'364 Dollar.

Verglichen mit Daten der OECD von 2009 steigerten sich die Gesundheitskosten in den USA auf 7'290 Dollar pro Kopf, Deutschland 3'588, Österreich 3'763 und die Schweiz auf 4'417 Dollar pro Kopf. (S. 404)

Die Kosten stiegen auch gemessen am Bruttonationaleinkommen (BNE, bis 1999 Bruttosozialprodukt, BSP, genannt) stark und betragen in den USA 2009 16 %. Besonders die USA rechnet mit weiteren rapiden Steigerungen.

Koronararterienverschluss und Atkins-Diät

Campbell erzählt kurz aus seiner Jugend auf dem Bauernhof, vom Herzinfarkt, den sein Vater mit 61 erlitt und seines Vaters Tod mit 70 an Koronararterienverschluss.

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Übrigens lebte Dr. Robert Atkins mit seiner auf Fleisch basierten Atkins-Diät auch nur ein Jahr länger als der Vater von Campbell. Er starb im 2003 im Alter von 71 an den Folgen eines Hirnschlags. Gemäss Wikipedia litt Atkins vorher unter einer längeren Krankheitsgeschichte, darunter ein Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz und Bluthochdruck. Sein Beruf: Kardiologe!

Die erste Welle von Versprechen zur Gewichtsreduktion der 1970er Jahre

Campbell geht auf die erste Welle von Versprechen zur Gewichtsreduktion der 1970er Jahre ein, was mit einem Proteingetränk begann. Daran starben in kurzer Zeit gegen 60 Frauen während dieser Diät (Lebenserwartung). Darauf erschienen ähnliche Anpreisungen wie Dr. Atkins Diät, Protein Power, South-Beach-Diät etc., die immer wieder zu gefährlichen Gesundheitsstörungen führen. (S. 20)

Der Autor nennt auch "Der neue Zucker-Knacker", "Das Optimum" oder die "Vier-Blutgruppen-Diät" als Beispiel der Verwirrungen, die der Konsument erleiden muss, wenn er sich für eine bessere Ernährung interessiert. Dabei bedauert er, dass auch die Wissenschaftler sich auf Details konzentrieren, wie auf extrem spezielle Nahrungsmittelkomponenten, statt die grösseren Zusammenhänge zu beachten.

Die Folgen: Widersprüche (Falsifikationismus), irreführende Modediäten (engl. Food faddism) und Verunsicherung der Konsumenten.

Für ihn verkörpern solche Modediäten und die Betonung von einzelnen Nahrungsbestandteilen wie z.B. Vitamin E oder Kalziumpräparate das Schlechteste aus Medizin, Wissenschaft und Massenmedien.

Prof. Dr. T. Colin Campbell betont: Ich begann nicht mit vorgefassten Meinungen philosophischer oder sonst einer Art, um den Wert einer Ernährungsweise auf pflanzlicher Basis zu beweisen. Ich begann am anderen Ende des Spektrums: als fleischliebender Milchbauer im Privatleben und etablierter Wissenschaftler im Berufsleben. Ich pflegte sogar die Ansichten von Vegetariern zu beklagen, als ich Nahrungsmittelbiochemie in Vorklinikkursen unterrichtete. (S. 22)

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