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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Heidelbeeren (Blaubeeren), roh (bio?)

Rohe Heidelbeeren bzw. Blaubeeren (Kulturheidelbeeren, bio?) besitzen ein grosses antioxidatives Potenzial und eine stressmindernde und zellschützende Wirkung.
Wasser 84,2%  93/05/02  LA : ALA
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Genau genommen bezeichnet man nur die aus Europa und Ostasien stammenden Waldheidelbeeren (Vaccinium myrtillus) als Heidelbeeren oder Blaubeeren. In Abgrenzung dazu handelt es sich bei den in Supermärkten erhältlichen rohen Heidelbeeren meist um sogenannte Kulturheidelbeeren nordamerikanischen Ursprungs.

Verwendung in der Küche:

Gekaufte Kulturheidelbeeren oder selbst gesammelte Waldheidelbeeren kann man in der Küche ähnlich verwenden. Waldheidelbeeren schmecken aber aromatischer, sind weniger süss und nicht so gross wie eingekreuzte Kulturheidelbeeren. Alle Heidelbeeren sind nur begrenzt lagerfähig.

Heidelbeeren aus dem Wald sollte man immer gründlich waschen und im Zweifelsfall kochen, da sie mit Eiern des Fuchsbandwurms infiziert (sehr selten) sein könnten.1

Heidelbeeren sind ein leckerer Rohkost-Snack für zwischendurch und schmecken frisch im Obstsalat, Müsli oder Smoothie. Heisse Heidelbeeren serviert man zu Eis, Pfannkuchen, Crêpes oder (Pflanzen-)Milchspeisen. Aus den Beeren lassen sich leckere Konfitüren, Gelees und Säfte herstellen oder man verwendet sie für Heidelbeerkompott, Heidelbeereis, Rote Grütze, Heidelbeer-Tiramisu und andere Desserts. Auch in Muffins, Heidelbeerkuchen, Torten oder als Füllung in Hefeklössen begeistern die dunklen Beeren.

Heidelbeeren sind Bestandteil des glutenfreien und roh-veganen Erb-Müeslis. Es enthält ausserdem energiespendende Bananen, Zitrusfrüchte mit viel Vitamin C und ballaststoffreiche Äpfel sowie Pseudogetreide (Pseudocerealien), Samen und Goldhirse. Probieren Sie auch die Variante Erb-Müesli plus Haferflocken!

Veganes Rezept für Heidelbeer-Muffins:

Zunächst 250 g (Vollkorn-)Mehl sowie 100 g gemahlene Mandeln mit 1 TL Backpulver, etwas Echter Vanille sowie 80 g Vollrohrzucker und einer Prise Salz vermischen. Eine zerdrückte Banane sowie 150 ml Haferdrink, 70 ml Rapsöl und den Saft einer halben Orange dazugeben und alle Zutaten zu einem glatten Teig verrühren. Als Letztes 200 g frische Heidelbeeren vorsichtig unterheben. Den Teig in Muffinförmchen verteilen und im vorgeheizten Backofen bei 180 °C Ober-/Unterhitze ca. 25 min backen.

Rezept für Heidelbeer-Tee:

Heidelbeertee bekommt man in der Drogerie oder Apotheke und bereitet ihn gemäss Packungsbeilage zu. Für eine Tasse Tee lässt man 1-2 EL getrocknete Heidelbeeren 10 min lang kochen und seiht die Beeren anschliessend ab.2

Einkauf - wo kaufen?

Kulturheidelbeeren sind in Europa ganzjährig im Handel. Früchte aus europäischer bzw. nordafrikanischer Ernte kommen im April aus Spanien oder Marokko, Anfang Juni aus Frankreich und Ende Juni bis Ende Oktober aus weiterer lokaler Produktion (z.B. aus Deutschland, Polen, Italien, den Niederlanden). Im Winterhalbjahr versorgen Luftfrachtsendungen aus Chile, Argentinien und Uruguay den europäischen Markt.1

Man kann Kulturheidelbeeren in biologischer bzw. konventioneller Qualität in Supermärkten wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka oder Hofer, aber auch im Reformhaus, im kleineren Bio-Laden und in Bio-Supermärkten wie Denns oder Alnatura kaufen. Während der mitteleuropäischen Saison von Ende Juni bis Ende Oktober erhält man Heidelbeeren auf dem Wochenmarkt, direkt beim Bauern, über eine Abo-Kiste (Grüne Kiste) oder kann sie auf Selbstpflückanlagen sammeln.

Wilde europäische Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus L.) sind meist tiefgefroren im Handel oder online erhältlich.

Wild zu finden - Saison:

Waldheidelbeeren kann man in den gemässigten bis nordischen Zonen Eurasiens sowie in Nordamerika bis in Höhenlagen von über 2'000 m wild sammeln. Der sommergrüne Zwergstrauch ist 10-60 cm hoch und stark verzweigt. Im Spätsommer beginnt die Herbstfärbung des Laubs, das im Winterhalbjahr abfällt.3 Verbreitungsschwerpunkte sind Hochmoore, Moorheiden, saure Eichenmischwälder, Nadelwälder, Borstgrasstreifen und Zwergstrauchheiden.4 Die Beeren erkennt man an ihrem blauschwarzen Aussehen und ihrem dunklen Fruchtfleisch.

Auch Kulturheidelbeeren sind vermehrt verwildert an geeigneten Standorten anzutreffen. Je nach Art können diese Halbsträucher Höhen von mehreren Metern erreichen oder auch niedrig wachsende Bodendecker sein. Kennzeichnend sind die krugförmigen Blüten und die blauschwarzen Beeren mit weissem Fruchtfleisch. Die Beeren der Kulturheidelbeere sind deutlich grösser und im Geschmack weniger aromatisch als jene der Waldheidelbeere.5

In Mitteleuropa sind wilde Heidelbeeren ab Anfang Juli bis Anfang September reif und bereit zur Ernte (Saison).

Der typisch weisse Reif auf der Oberfläche von (Kultur-)Heidelbeeren besteht aus mikroskopisch kleinen, in der Fruchtschale gebildeten Wachsteilchen. Diese gelangen mit dem Atmungswasser nach aussen und lagern sich dort ab.5

Lagerung:

Frische Kulturheidelbeeren sollte man im Kühlschrank aufbewahren. Dadurch erhöht sich ihre Lagerfähigkeit stark. Die Beeren lassen sich zudem problemlos einfrieren, wobei sie kaum Qualitätsverluste erleiden. Bei einer Lagerung um 0 °C sind Kulturheidelbeeren sogar bis zu sieben Wochen haltbar. Waldheidelbeeren dagegen sind sehr druckempfindlich und selbst bei 0 °C nur eine Woche haltbar.1

Inhaltsstoffe - Nährwert - Kalorien:

Im Vergleich zu Waldheidelbeeren enthalten Kulturheidelbeeren etwa die doppelte Menge an Zucker, nur die Hälfte an organischen Säuren und auch weniger farbgebende Anthocyane. Mineralstoffe und Vitamine sind in ähnlicher Menge vorhanden. Waldheidelbeeren sind reich an organischen Säuren (u.a. Apfel-, Zitronen-, Wein-, China-, Shikimi-,1 und Chlorogensäure). In den Beeren sind Gerbstoffe (7,6 % in Waldheidelbeeren), Alkaloide (Myrtin), Flavonoide (Hyperosid) und der wasserlösliche Ballaststoff Pektin nachweisbar.4

Der Gehalt an Anthocyanen in Waldheidelbeeren ist abhängig von der Sorte, vom Reifezustand der Beeren und den klimatischen Bedingungen. Die Angaben in der Literatur schwanken deswegen zwischen 3,8 g und 6,0 g pro Kilogramm an frischen Beeren. Waldheidelbeeren enthalten insgesamt 15 verschiedene Anthocyane (u.a. Cyanidin, Delphinidin, Peonidin, Petunidin, Malvidin).6

Die Blätter des Heidelbeerstrauchs enthalten Iridoide4 und das keimtötende (antiseptische) Arbutin, weshalb die Blätter schwach giftig sind.3,7

Welche Vitamine sind in der Heidelbeere? Blaubeeren enthalten 19 µg Vitamin K pro 100 g, was 26 % des Tagesbedarfs abdeckt. Vergleichbare Werte findet man auch in Brombeeren, Avocado und Romanesco. Weitere Beeren sind generell ärmer an Vitamin K (Himbeeren: 7,8 µg; Erdbeeren: 2,2 µg), grünes Gemüse und Kräuter hingegen sind viel bessere Quellen (Mangold: 830 µg; frisches Basilikum: 415 µg). Das fettlösliche Vitamin spielt eine wesentliche Rolle innerhalb des Blutgerinnungssystems.

Detaillierte Angaben zu weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Nährwerten finden Sie in den Tabellen ganz unten. Diesen können Sie z.B. auch die prozentuale Abdeckung des Tagesbedarfs entnehmen.

Verhältnis Omega-6- (LA) zu Omega-3-Fettsäure (ALA) in Beeren:

Beeren und Wildbeeren haben meistens ein sehr gutes Verhältnis zwischen LA (Linolsäure) und ALA (Alpha-Linolensäure). Allgemein haben Beeren einen tiefen Fettgehalt und entsprechend sind die Mengen an Omega-3 und Omega-6 gering. Im Verhältnis zum Gesamtfettgehalt machen die mehrfach ungesättigten Fettsäuren aber einen hohen Anteil aus.

Aus der Alpha-Linolensäure bildet der Körper weitere Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA), die entzündungshemmend wirken, aus der Linolsäure hingegen die entzündungsfördernde Arachidonsäure. Das gute Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 ist ein weiterer Grund dafür, dass die Beeren als sehr gesundes Nahrungsmittel gelten.

Angaben zu einzelnen Werten von ALA und LA (Quelle: USDA, Önwt, Debinet):

Beere (roh)

LA (g/100g)

ALA (g/100g)

Verhältnis LA:ALA

Gesamtfett (g/100g)

Quelle

Sanddornbeere

2,6

1,8

1,5:1

7,1

Önwt

Holunderbeere

0,6

0,5

1:1

1,7

Önwt

Brombeere

0,19

0,4

0,36

0,09

0,3

0,26

2:1

1,25:1

1,3:1

0,34

1,0

1,0

USDA

Önwt

Debinet

Wald Brombeere

0,4

0,3

1,25:1

1,0

Önwt

Preiselbeere

0,2

0,2

1:1

0,5

Önwt

Cranberry

0,3

0,2

1,5:1

0,7

Önwt

Heidelbeere

0,2

0,22

0,2

0,15

1:1

1,5:1

0,6

0,6

Önwt

Debinet

Himbeere

0,25

0,1

0,13

0,1

2:1

1:1

0,46

0,3

USDA

Önwt

Wald Erdbeere

0,1

0,1

1:1

0,4

Önwt

Wald Himbeere

0,1

0,1

1:1

0,3

Önwt

Boysenbeere

0,11

0,08

1,5:1

0,3

Debinet

Schwarze Johannisbeere

0,11

0,07

1,5:1

0,26

USDA

Erdbeere

0,09

0,06

1,5:1

0,21

0,4

USDA

Debinet

Stachelbeere

0,27

0,05

5:1

0,4

USDA

Rote Johannisbeere

0,05

0,04

0,04

0,03

1:1

1,25:1

0,13

0,2

USDA

Debinet

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Heidelbeeren verfügen über ein hohes antioxidatives, also zellschützendes Potenzial - angegeben durch die Oxygen Radical Absorbance Capacity (ORAC), die 25 µmol TÄ/g Frischgewicht beträgt (Trolox-Äquivalent).12,13 Man zählt die Heidelbeeren zu den Früchten mit der höchsten gemessenen stressmindernden Wirkung. Dabei verursacht ein Verdauungsvorgang immer auch Verluste. Man darf also nicht nach In-vitro-Studien gehen.14

Die enthaltenen Farbstoffe (Anthocyane) sind dank ihrer Eigenschaften als Radikalfänger von besonderer Bedeutung und wirken zusammen mit weiteren Flavonoiden stärkend auf das Immunsystem. Mit ihrem antimikrobiellen Effekt unterstützen sie den Körper bei der Abwehr von Viren, Pilzen und Bakterien.1,4,6

Wofür ist die Heidelbeere gut? Heidelbeeren wirken adstringierend (zusammenziehend), harntreibend, entzündungshemmend, ödemprotektiv (kapillarabdichtend), antimutagen (krebshemmend) sowie neuroprotektiv (Nervenzellen und -fasern vor dem Absterben schützend). Zudem verbessern die enthaltenen Anthocyane das Sehvermögen, können den Blutzuckerspiegel senken und die Oxidation der Fett-Protein-Komplexe (Lipoproteinoxidation) im Blut verhindern. Durch die verbesserte Mikrozirkulation des Blutes zu den Augen, zur Haut und zum Nervensystem wirken Anthocyane dem physischen und geistigen Alterungsprozess entgegen.2,7,6

Wissenschaftliche Studien belegen, dass die positiven Auswirkungen von Heidelbeeren auf die Blutgefässe auf die enthaltenen Anthocyane zurückzuführen sind. Diese zirkulieren als Zwischenprodukte des Zellstoffwechsels (Phenolsäuremetaboliten) im Blut. Man stellte fest, dass die Gabe von Anthocyanen bei gesunden Menschen eine Verbesserung der Endothelfunktion (Frühmarker der Entstehung und Entwicklung von Arteriosklerose) mit sich brachte. Mit isolierten Anthocyanen erreichte man eine ähnliche Wirkung wie durch den Verzehr einer entsprechenden Menge an wilden Heidelbeeren (mit vergleichbarem Gehalt an Anthocyanen). Man konnte aufzeigen, dass der tägliche Verzehr von wilden Heidelbeeren innerhalb eines Monats zu Gefässerweiterungen sowie zur Senkung des Blutdrucks führte. Die Ergebnisse der Studien zeigen, dass die in Heidelbeeren enthaltenen Anthocyane als Anthocyan-Stoffwechselprodukte die Haupt-Wirkstoffe mit gefässerweiternden Eigenschaften und im Hinblick auf verbesserte differentielle Genexpression (Zellerneuerung) darstellen.8

Die in Heidelbeeren enthaltenen Pektine gehören zu den wasserlöslichen Ballaststoffen und stellen eine gute Nahrungsquelle für Darmbakterien dar. Durch ihre Vermehrung regen sie die Darmtätigkeit positiv an und erhöhen das Stuhlgewicht. Aufgrund ihres sehr hohen Quellvermögens können Pektine giftige Zersetzungsprodukte von Mikroorganismen im Darm aufnehmen und ausscheiden.1

Frische Heidelbeeren zählen als besonders gesundes Nahrungsmittel zum sogenannten Superfood. Der Begriff Superfood dient allerdings in erster Linie Marketingzwecken. Heute gibt es jedoch zahlreiche wissenschaftliche Belege für die gesundheitlichen Vorzüge der Heidelbeere, welche die Bezeichnung Superfood durchaus rechtfertigen würden.

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Unerwünschte Nebenwirkungen von Heidelbeeren können Überempfindlichkeitsreaktionen, Durchfall (frische Beeren) und Verstopfung (getrocknete Beeren) sein. Zudem verfärben Wald-Heidelbeeren vorübergehend den Mundraum, die Zähne und den Stuhl.2,7

Vorsicht ist bei der Langzeitanwendung der Blätter geboten.4 Die Kommission E, eine selbstständige, wissenschaftliche Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes und des heutigen Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte in Deutschland, rät von Anwendungen mit Heidelbeerblättern ab.2

Informationen zu einer möglichen Infektion der Blaubeeren mit den Eiern des Fuchsbandwurms finden Sie bei der Zutat Himbeeren (Waldhimbeeren), roh.

Verwendung als Heilpflanze:

Blätter und getrocknete Beeren gelten als wirksames Heilmittel gegen Durchfall, was auf den hohen Gerbstoffanteil und die enthaltenen Pektine zurückzuführen ist.1,4 Für die Behandlung verwendet man aber meist nur getrocknete Heidelbeeren, die man als Tee zubereitet oder gekaut mit Flüssigkeit einnimmt.2

Innerliche Anwendungen nimmt man bei Harnwegsinfektionen (Blätter), Blasenentzündungen (Blätter), Ödemen, Anämie, Krampfadern, roten Äderchen, Kreislaufproblemen und Augenbeschwerden vor. Äusserlich kann die Pflanze bei Zahnfleisch-, Mund- und Rachenentzündungen, Hämorrhoiden, Hautproblemen, Gewebsheilung (Beeren) und Verbrennungen (Beeren) helfen.2,4,7

Die in Apotheken und Drogerien erhältlichen Zubereitungen aus Heidelbeeren sind Tees, Kapseln, getrocknete Beeren (Myrtilli fructus siccus oder Myrtilli fructus) und Saft. Heidelbeerblätter (Myrtilli folium) sind mittlerweile weniger gebräuchlich. Kapseln mit dem Wirkstoff "Anthocyanoside aus der Heidelbeere" sind als 'Myrtaven®' im Handel. Dieses Arzneimittel verschreiben Ärzte zur Behandlung von Kapillarbrüchigkeit und veränderter Permeabilität der Blutkapillaren.2

Bei einer Überempfindlichkeit gegenüber Heidelbeeren, bei länger anhaltendem Durchfall, bei Blut im Stuhl, bei Fieber und grundsätzlich bei Durchfall bei Kleinkindern und Säuglingen sollte man die Behandlung mit Heidelbeeren und daraus hergestellten Extrakten mit einem Arzt abklären.2

Vorkommen - Herkunft:

Woher kommt die Heidelbeere? Die nordamerikanischen Wildformen der Kulturheidelbeeren dienten den nordamerikanischen Ureinwohnern als Nahrung. Die Kulturheidelbeere züchtete man um 1900 aus der Amerikanischen Heidelbeere (Vaccinium corymbosum) und weiteren wild vorkommenden Vaccinium-Arten. Seitdem kultivierte man sie stark und heute existieren zahlreiche Sorten der Kulturheidelbeere.5

Die ursprüngliche Heimat der Heidel-, Blau- oder Waldheidelbeere (Vaccinium myrtillus) ist Europa und Ostsibirien. Sie kommt heute in Mittel- und Nordeuropa vor, im Süden nur im Gebirge, in arktischen Tundren, in Ostasien und inzwischen auch in Nordamerika (eingebürgert).1,9

Anbau im Garten:

Heidelbeeren lassen sich im Garten anbauen und benötigen wenig Pflege. Grundsätzlich bevorzugen sie einen vollsonnigen Standort. Als ursprüngliche Moorpflanzen lieben Heidelbeersträucher einen lockeren, humosen und sauren Boden mit einem pH-Wert von etwa 3,5-4,5. Eine Mischung aus Torf, Sand und Rindenmulch von Nadelbäumen sorgt für das saure Milieu. Man sollte die Pflanzen mit einem stickstoffbetonten Dünger aus dem Gartenfachhandel oder mit speziellem Heidelbeer- oder Rhododendrondünger düngen. Kalkhaltige Dünger, aber auch Kompost, sind zu vermeiden. Da Heidelbeeren Flachwurzler sind, ist das Unkraut nur von Hand zu jäten.10

Wann sollte man Blaubeeren schneiden? Heidelbeersträucher sollten etwa 6-8 und maximal dreijährige Triebe haben. Alle 4-5 Jahre führt man einen Verjüngungsschnitt durch und schneidet die älteren Triebe kurz über dem Boden ab.10

In Mitteleuropa kann man Heidelbeeren ab Anfang Juli bis Mitte August ernten. Die Grösse der Kulturheidelbeeren variiert je nach Sorte durchschnittlich zwischen 5-12 mm bis hin zu 30 mm. In jeder Beere stecken 30-80 sehr kleine hellbraune Samen, die zur Fruchtreife keimfähig sind. Nach 14-35 Tagen spriesst die Keimwurzel und nach 3-8 Wochen erscheinen die Keimblätter.5

Anbau - Ernte:

In Europa sind Polen, Deutschland und Spanien wichtige Anbauländer der Kulturheidelbeere. Der Anbau in Chile und Argentinien ermöglicht die ganzjährige Versorgung mit frischen Beeren, dabei handelt es sich um die sogenannten "Off-Season-Früchte". Gemäss Zahlen von Wikipedia umfasste die weltweite Ernte von Kulturheidelbeeren im Jahr 2016 553'000 t. Dabei waren die USA der grösste Heidelbeerproduzent der Welt und brachten 48,7 % der weltweiten Ernte hervor.5,3

Verwechslungsgefahr:

Beim Pflücken von wilden Heidelbeeren besteht die Gefahr einer Verwechslung mit der Rauschbeere (Vaccinium uliginosum), die ebenfalls zur Gattung der Heidelbeeren gehört. Rauschbeeren können psychotrope Substanzen enthalten, die nach dem Verzehr gelegentlich zu Vergiftungserscheinungen führen. Eine Intoxikation ist nur nach dem Verzehr einer grossen Menge an Rauschbeeren (auch Trunkelbeeren, Moorbeeren oder Nebelbeeren genannt) möglich. Ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber der dunkelfleischigen Waldheidelbeere ist das helle Fruchtfleisch der Rauschbeere.11 Auch die Form der Blätter ist unterschiedlich.

Tierschutz - Artenschutz - Tierwohl:

Die Blüten der Heidelbeersträucher sind nektarreich und ihre Blütenformen begünstigen, dass Bienen sich gut festklammern können. Die Blütezeit fällt in die Monate Mai bis Juli und somit spricht man von einer Früh- bis Hochsommertracht. Tracht ist der Oberbegriff für die Nahrung, welche die Bienen eintragen, also Nektar, Pollen und Honigtau. Der Nektarwert der Blüten ist hoch und der Pollenwert mittel (Skala Nektarwert und Pollenwert: kein, gering, mittel, hoch, sehr hoch). Die Beeren dienen als wichtige Zusatznahrung für Vögel wie Häher, Rebhuhn, Auerhuhn, Taube oder Drossel und für Säugetiere wie Maus, Dachs oder Fuchs.9

Allgemeine Informationen:

Heidelbeeren (Vaccinium) sind eine artenreiche Pflanzengattung, zu der 450 bis 500 Vaccinium-Arten gehören, aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae).3

Zu den bekanntesten Arten zählt zum einen die von nordamerikanischen Wild-Heidelbeeren abstammende Kulturheidelbeere, deren Beeren eine dunkle Fruchtschale und weisses Fruchtfleisch besitzen. Die Beeren der in Europa heimischen Heidel-, Blau- oder Waldheidelbeere (Vaccinium myrtillus) weisen hingegen dunkles Fruchtfleisch auf.3,5

Sind Blaubeeren und Heidelbeeren das Gleiche? Die Bezeichnung Blaubeere oder Heidelbeere gilt im engeren Sinn nur für die verbreitetste Art Europas, die Heidel- oder Blaubeere (Vaccinium myrtillus). Im deutschen Sprachgebrauch verwendet man die Bezeichnung Heidel- oder Blaubeere aber allgemein auch für andere Heidelbeerarten, wie z.B. die Kulturheidelbeere.

Sind Blaubeeren Obst? Heidel- oder Blaubeeren zählen, zusammen mit anderen Beeren, zum Beerenobst. Vor allem in den Fruchteigenschaften (weich, klein, rundlich) weisen Beeren Gemeinsamkeiten auf.

Alternative Namen:

Wichtige Alternativnamen für die Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) sind Blaubeere und Waldheidelbeere. Weitere mundartliche und regionale Bezeichnungen sind Besinge, Besing, Schwarzbeere, Mollbeere, Wildbeere, Waldbeere, Bickbeere, Zeckbeere, Moosbeere und Heubeere.3

Kulturheidelbeeren bzw. Kultur-Heidelbeeren bezeichnet man auch als Strauch-Heidelbeeren.

Der englische Name der Blaubeere lautet blueberry, (blue) whortleberry oder (common) bilberry.

Literatur - Quellen:

CLICK FOR: 14 Quellenangaben

  1. Aid Infodienst (Herausgeber). Obst. 15. Auflage. Bonn: 2012. Druckerei Lokay e. K. Reinheim.
  2. Pharmawiki.ch Heidelbeeren.
  3. Wikipedia Heidelbeere.
  4. Fleischhauer SG, Guthmann J, Spiegelberger R. Enzyklopädie. Essbare Wildpflanzen. 2000 Pflanzen Mitteleuropas. 1. Auflage: Aarau: AT Verlag; 2013.
  5. Wikipedia Kulturheidelbeeren.
  6. Ackermann M. Studien zum Verhalten von Anthocyanen aus Heidelbeeren im Humanstoffwechsel – Stabilisierung und Bindung durch Proteine. Dissertation. Würzburg 2010. PDF.
  7. Bown D. Kräuter. Die grosse Enzyklopädie. Anbau und Verwendung. 2. Auflage. München; 2015. Dorling Kindersly.
  8. Rodriguez-Mateos A et al. Circulating anthocyanin metabolites mediate vascular benefits of blueberries: insights from randomized controlled trials, metabolomics, and nutrigenomics. J Gerontol A Biol Sci Med Sci. 2019 Feb 16. pii: glz047.
  9. Kremer, Bruno P. Mein Garten – Ein Bienenparadies. 2. Auflage. Bern; 2018. Haupt Verlag.
  10. Bzfe.de (Bundeszentrum für Ernährung) Kulturheidelbeere.
  11. Wikipedia Rauschbeere.
  12. Haytowith DB, Bhagwat S. USDA Database for the Oxygen Radical Absorbance Capacity (ORAC) of Selected Foods. USDA United States Departement of Agriculture. 2010. PDF.
  13. Ou B, Hunag D, Hampsch-Woodill M et al. Analysis of antioxidant activities of common vegetables employing oxygen radical absorbance capacity (ORAC) and ferric reducing antioxidant power (FRAP) assays: a comparative study. J Agric Food Chem. 2002;50(11).
  14. Yixiang L, Di Z, Yongpei W et al. Stability and absorption of anthocyanins from blueberries subjected to a simulated digestion process. International Journal of Food Sciences and Nutrition. 2013.

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