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Avocado, roh (bio?)

Die Avocado isst man meistens roh. Dabei ist Bio-Qualität vorzuziehen. Drücken Sie Avocados nie mit dem Finger, sonst entwickelt sie Faulstellen
73,2%
Wasser
34
Makronährstoff Kohlenhydrate 33.86%
/08
Makronährstoff Proteine 7.94%
/58
Makronährstoff Fette 58.2%
Ω-6 (LA, 1.7g)
Omega-6-Fettsäuren wie Linolsäure (LA)
 : Ω-3 (ALA, 0.1g)
Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure (ALA)
 = 15:1

Verhältnis Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren soll insgesamt 5:1 nicht überschreiten. Link zu Erklärungstext.

Hier essentielle Linolsäure (LA) 1.67 g zu essentieller Alpha-Linolensäure (ALA) 0.11 g = 15:1.
Verhältnis Total Omega-6- = 1.69 g zu Omega-3-Fettsäuren Total = 0.11 g = 15:1.
Im Durchschnitt benötigen wir pro Tag je ca. 2 g LA und ALA, aus denen ein gesunder Körper auch EPA und DHA etc. herstellt.
Lebensmittelpreise
Saison 
Übersee: 1.1.-31.12.
28.01.23100 g0,74
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Bio0,89
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Piktogramm Nährstofftabellen

Die Avocado (Persea americana Mill.) hat einen hohen Fettgehalt und trägt wegen der Konsistenz ihres Fruchtfleisches den Übernamen "Butterfrucht".

Verwendung von Avocado in der Küche:

Avocados sind birnenförmige Früchte, deren Schale je nach Sorte grün bis violett-schwarz sein kann. Das Fruchtfleisch einer reifen Avocado ist gelb bis grün mit buttrig weicher Konsistenz. Die Frucht schmeckt cremig-nussig. Die Schale und der golfballgrosse Kern im Inneren sind nicht essbar. Die bei uns am häufigsten konsumierten Sorten sind "Hass" deren Schale dunkelgrün bis fast schwarz sein kann und eine raue Oberfläche aufweist. Sie hat oft die etwas grössere, grüne "Fuerte" verdrängt. Wir verwenden den Begriff Avocado für beide Sorten.

Kann man Avocado roh essen? Avocados isst man meist roh. Man sollte sie nicht kochen, da sie sonst bitter schmecken. Zusammen mit warmen Speisen kann man sie jedoch problemlos servieren. Das wohl bekannteste Rezept mit Avocado ist eine Guacamole. Traditionell püriert man die Avocado zusammen mit Limettensaft und gibt dazu gehackte rote Zwiebeln, Knoblauch und getrocknete Chili-Paprika. Eine fruchtige Variante ist Erdbeer-Mango-Guacamole. Avocado ist eine leckere und reichhaltige Ergänzung zu Kopfsalat, Eisbergsalat oder Bataviasalat und schmeckt zu jeglicher Art von Rohkost wie Tomate, Gemüsepaprika oder Gurke. Man kann aus Avocado leicht auch ein ölfreies Dressing herstellen. Die Avocado ist eine beliebte Zutat für Smoothies und im asiatischen Raum zudem für Milchshakes. Dank der buttrigen Konsistenz verwendet man Avocado gerne auch in Desserts, beispielsweise für eine rohe Schokoladencrème. Immer beliebter ist die Verwendung von Avocado als Butterersatz beim Backen.

Veganes Rezept für Avocado-Pesto:

Zutaten (für 4 Personen): 2 Avocados, 1-2 Knoblauchzehen, 30 g frisches Basilikum, 2 EL Zitronensaft, 3 EL Hefeflocken, schwarzer Pfeffer.

Zubereitung: Avocados halbieren und Fruchtfleisch mit Löffel auskratzen. Schale von Knoblauchzehen abziehen. Basilikum waschen und gut abtropfen lassen. Avocado-Fruchtfleisch, Knoblauch, Basilikum, Zitronensaft sowie Hefeflocken in einen Mixer geben und glatt pürieren. Mit Pfeffer abschmecken. Gegebenenfalls kann man etwas Trinkwasser zugeben, falls die Masse zu trocken sein sollte.

Zwei Wege, um die Avocado zu essen

Zum Essen der Avocado wartet man am besten den perfekten Reifegrad ab, da sie weder zu hart noch überreif geniessbar ist. Siehe dazu das Kapitel "Lagerung - Wann ist eine Avocado reif". Man schneidet die Avocado in der Mitte bis zum Kern ein, umrundet diesen und teilt die Avocado in zwei Hälften. Dann kann man sie auslöffeln und vorher z.B. mit etwas Salz und Pfeffer, Zitronensaft, Senf oder Honig würzen. Dabei sollte man auf punktuell verfärbte Stellen achten und sie gegebenenfalls grosszügig ausstechen. Sind zu grosse Teile der Avocado dunkel verfärbt oder ist sie sehr faserig und riecht unangenehm, sollte man sie nicht mehr verzehren.

Ist die Avocado schon recht weich oder hat sie leichte Druckstellen bekommen, lohnt es sich, zuerst die Haut abzuziehen. Die Faulstellen zeigen sich dann meist direkt unter der Schale und man kann sie einfach entfernen. Hier muss man jedoch zudem auf Faulstellen beim Stein im Inneren der Avocado achten. Auf diese Weise kann man die Avocado in Scheiben oder Würfel schneiden und ansprechend anrichten. Einige Spritzer Zitronen- oder Limettensaft verhindern, dass sich das Avocadofruchtfleisch braun verfärbt.

Vegane Rezepte mit Avocado finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben" (ganz unten oder nebenan).

Einkauf - wo Avocados kaufen?

Avocados findet man bei grossen Supermarktketten wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Billa, Rewe, Edeka oder Hofer häufig im Sortiment, gelegentlich zudem in kontrolliert biologischer Qualität (Bio-Qualität). Auch in Bio-Supermärkten wie Denn's Biomarkt oder Alnatura kann man oft Avocados kaufen. Wie viele tropische Früchte haben auch Avocados fast das gesamte Jahr hindurch Saison und sind ganzjährig im Supermarkt-Sortiment zu finden. In Südafrika und Kenia startet die Saison im März. Ab August erntet man in Mexiko, ab Oktober in Israel und ab November bis April/Mai in Spanien.3,5

Die Verfügbarkeit von Avocados in den genannten Supermärkten ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Bei Interesse klicken Sie auf unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder (oben unter dem Zutatenbild). Dort finden Sie aktuelle Preise aus verschiedenen Supermärkten und deren Preisentwicklung.

Wild zu finden:

Wilde Exemplare des Avocadobaums (Persea americana) finden sich auch heute noch in Mexiko und Zentralamerika.7

In Mittelamerika wächst zudem die Coyo-Avocado (Persea schiedeana), eine wilde Verwandte der Avocado. Sie ist sehr fettreich (24-36 % Ölgehalt) und weist ein helles, cremefarbiges Fruchtfleisch auf. Erntezeit ist von Mai bis August. Die Coyo konsumiert man vor allem in ihrem Anbaugebiet in den höheren Lagen Mittelamerikas.10

Lagerung:

Avocados sollte man am besten in hartem Zustand kaufen und sie zu Hause Essreife annehmen zu lassen, was man auch nachreifen nennen kann. Der Grund dafür ist, dass viele Menschen bei Kauf einer Avocado die Schale eindrücken, um die Härte festzustellen, und sie dann Faulstellen entwickelt. Man sollte sie nicht mit den Fingern drücken, sondern die nahe Umgebung des Stiels optisch prüfen oder dort mit ganz leichtem Druck der ganzen Hand Härte spüren - oder eben nicht, wenn man sie am selben Tag essen möchte. Noch nicht essreife, ganze Avocados sollte man bei Zimmertemperatur aufbewahren. Zumindest bei der Sorte Hass kann man für maximal drei bis vier Tage Vorrat einkaufen. Aufgeschnittene oder halbe Avocados kann man in einer Frischhaltebox für 1-2 Tage im Kühlschrank aufbewahren.4 Dabei am besten die Hälfte mit dem Kern aufbewahren, da dieser das Fruchtfleisch vor Oxidation schützt, oder mit Zitronensaft beträufeln.

Wann ist eine Avocado reif? Wenn die Schale beim Stiel auf Druck leicht nachgibt, ist die Avocado zum Verzehr geeignet. Besser als der Drucktest, der zu Verfärbungen und schliesslich Verfaulung des Fruchtfleisches führt, ist die Beurteilung der Farbe unter dem Stiel. Kann man den Stielansatz leicht entfernen und ist die Farbe darunter gelblich-grün, so ist die Avocado reif. Ist sie braun, dann ist die Avocado meist überreif.4 In den Supermärkten ist der Stiel oft entfernt und man kann diese Stelle einfach prüfen. Eine reife Avocado erkennt man auch am Geruch. Riecht die Avocado säuerlich, leicht chemisch oder gar ranzig, ist sie bereits verdorben. Mit etwas Erfahrung lernen Sie dazu.

Wie kann man Avocados nachreifen lassen? Dazu die Avocado in Zeitungspapier wickeln und bei Zimmertemperatur aufbewahren. Zusätzlich kann man eine Banane oder einen Apfel dazulegen. Die Früchte strömen das Reifegas Ethylen ab, was die Nachreifung der Avocado beschleunigt.4 Hat man eine unreife Avocado aufgeschnitten, kann man das Fruchtfleisch mit Zitronensaft bestreichen, die Hälften wieder zusammensetzen und mit einem Gummiband vorsichtig fixieren. Das Nachreifen der Avocado benötigt meist 2-3 Tage.4

Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien:

Rohe Avocado enthält 160 kcal pro 100 g. Der Kohlenhydratanteil beträgt 8.5 g/100g, wobei davon 6.7 g Ballaststoffe und nur 0.66 g Zucker sind.1

Wie viele Proteine hat eine Avocado? 100 g Avocado beinhalten 2 g Protein. Dies ist im Vergleich mit anderen Lebensmitteln gering - etwa getrockneten Kürbiskernen oder getrockneten Steinpilzen mit 30 g/100 g Protein.1

Der Fettgehalt der Avocado ist mit 15 g/100g recht hoch - einer der höchsten Fettgehalte aller bekannten Obst- und Gemüsearten - und ist vergleichbar mit Kokosfleisch, dessen Fettgehalt bei 33 g/100g liegt.1 Sie enthält zwar mehrfach ungesättigte Fettsäuren, jedoch ist das Fettsäurenverhältnis (Omega-6:Omega-3 bzw. LA:ALA) mit 15:1 ungünstig. Sie beinhaltet mehr entzündungsfördernde Omega-6-Fettsäure (LA) als entzündungshemmendes Omega-3 (ALA). Gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) sollte der Wert im Durchschnitt 5:1 (LA:ALA) nicht überschreiten. Korrigieren kann das z.B. das Erb-Müesli.

Mit 81 µg/100g enthält die Avocado reichlich Folat (Folsäure). Dies entspricht 41 % des Tagesbedarfs. Im Durchschnitt weist eine Avocado ohne Kern ein Gewicht von 200 g auf. Eine ganze Avocado deckt somit fast den Tagesbedarf an Folat ab. Einen ähnlichen Folat-Gehalt haben Wirsing und Gartenkresse: beide 80 µg/100g. Sehr folathaltige Nahrungsmittel sind Mungbohne (625 µg/100g) und Kichererbsen (557 µg/100g).1

Enthält eine Avocado Vitamin K bzw. Vitamin K2? In 100 g Avocados stecken zudem 21 µg/100g Vitamin K, was 28 % des Tagesbedarfs entspricht. Dieses jedoch nur in Form von Vitamin K1 und nicht als Vitamin K2. Ähnliche Werte weisen Brombeeren und Heidelbeeren mit 20 µg bzw. 19 µg/100g auf. Möchte man mehr Vitamin K essen, lohnt sich eine Salat-Kombination mit Kopfsalat oder Römersalat, die beide 102 µg/100g enthalten.1 Sehr hohe Vitamin K-Werte haben roher Grünkohl (705 µg/100g) und Mangold (830 µg/100g). Dies entspricht 940 % und 1107 % der empfohlenen Tagesdosis.1 Die Resorptionsquote liegt bei 20-70 % (Aufnahmequote des Vitamins im Körper). Toxische Eigenschaften durch Vitamin K aus Nahrungsmitteln sind nicht bekannt.2

Der Gehalt an Kalium beträgt 485 mg/100g. Dies deckt 24 % des Tagesbedarfs ab. Ähnliche Werte weisen roher Grünkohl (491 mg/100g) und roher Spinat (558 mg/100g) auf. Gute Kalium-Quellen sind Hülsenfrüchte und Nüsse, beispielsweise Mandeln (733 mg/100g) oder Kichererbsen (718 mg/100g), dies entspricht 37 % bzw. 36 % des Tagesbedarfs.1

Enthalten Avocados Vitamin D? Einige Websites führen Vitamin D als Bestandteil von Avocados auf, laut USDA ist jedoch kein Vitamin D in Avocados enthalten.1

Die gesamten Inhaltsstoffe von Avocados, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen im CLICK FOR unter dem Bild.

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

In sehr seltenen Fällen kann es zu einer allergischen Reaktion ausgelöst durch Avocado-Konsum oder -Kontakt kommen. Menschen mit einer Avocado-Allergie reagieren häufig auch auf Latex (sog. Latex-Frucht-Syndrom).19

Häufiger ist eine Unverträglichkeit der Frucht, die im Darm aufgrund von bestimmten fehlenden Verdauungsenzymen entsteht. Auch bei einer Fruktose-Intoleranz sollte man Avocados meiden. In beiden Fällen treten Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Müdigkeit, vermehrtes Schwitzen nach dem Essen oder auch Erkältungssymptome sowie Hautreizungen auf.20

Das Aufschneiden von Avocados führt so oft zu Schnittverletzungen an den Händen, dass das Phänomen als 'Avocado-Hand' bekannt ist.14 Wie schneide ich eine Avocado richtig? Die Avocado auf ein Brett legen und oben mit der Hand fixieren. Mit einem Messer die Avocado vertikal rund um den Kern herum in zwei Hälften teilen. Messer weglegen. Beide Hälften gegeneinander drehen, bis sich eine Avocadoseite von dem Kern der Avocado löst. Den Kern am besten mit einem Löffel herauslösen. Anschliessend das Fruchtfleisch mit einem Löffel rund um die Schale rauslösen oder die Schale abziehen. Alternativ kann man die Hälften auch mit einem Messer mehrfach längs und quer bis zur Schale einschneiden. Danach die Avocado-Hälfte umstülpen, sodass sich die einzelnen Würfel aus der Schale lösen.

Man sollte die Avocado vor dem Aufschneiden waschen, damit keine Keime oder Pflanzenschutzmittelrückstände von der Schale ins Fruchtfleisch gelangen. Eine Untersuchung 2019 wies bei 71 % der Avocados Pflanzenschutzmittelrückstände nach.6

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Ersetzt man gewisse Lebensmittel durch Avocados, wirkt sich dies positiv auf die Gesundheit aus. Personen, die Milch- und Käseprodukte sowie Fleisch durch Avocados ersetzten und somit mehr als zwei Avocados pro Woche assen, wiesen seltener Herzkreislauferkrankungen und koronale Herzkrankheiten auf, als Personen, die keine Avocados essen.15 Regelmässiger Avocadoverzehr vermindert auch das Risiko für das metabolische Syndrom.21 Als Teil einer fettreduzierten, cholesterinarmen Diät kann der Verzehr von Avocados zu einer Senkung des LDL-Cholesterins und einer Erhöhung des HDL-Cholesterins führen17. Eine Studie von 2018 zeigte ausserdem, dass die Aufnahme von einer halben bis ganzen Avocado zu einer Mahlzeit die Glukosespiegel und Insulinspiegel nach dem Essen senken kann.22 Erste Studien legen zudem nahe, dass die in der Avocado enthaltenen bioaktiven Carotinoide das Zellwachstum von Krebszellen verlangsamen können.23

Vorkommen - Herkunft - Ökologie:

Ursprünglich fand man den Avocadobaum (Persea americana Mill.) in Mittelamerika, vor allem in Mexiko mit der Art "Mexican", die kleinfruchtig und anspruchslos ist, sowie Frost bis -6°C verträgt. Die "Guatemalian" ist grossfruchtig, dick und rauschalig, mit relativ kleinem Kern und Frosttoleranz bis -4,5°C. Die dritte ursprüngliche Art, "West Indian", ist ebenfalls grossfruchtig, aber mit ledriger, glatter Schale und grossem Kern und benötigt tropisches Klima mit max. -2°C Frost. In den drei Ursprungsregionen wachsen noch heute wilde Exemplare dieser Arten.18

Von dort aus verbreitete sich der Anbau mit gekreuzten und gezüchteten Avocadobäumen nach Südamerika und ab Ende des 18. Jahrhunderts in die USA. In den 1940er-Jahren pflanzte man in Andalusien die ersten Bäume. Später kultivierte man die Avocado auch in Portugal, Israel, der Türkei sowie auf Sizilien und Kreta.

Heute baut man die Avocado mit mehr als 400 Sorten vor allem in den Tropen und Subtropen an. Hauptanbaugebiete waren 2020 laut der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) Mexiko (2'393'849 t), Kolumbien (876'754 t), die Dominikanische Republik (676'373 t) und Peru (660'003 t).8 Hauptimporteure waren 2020 die USA, Niederlande, Spanien, Frankreich und Deutschland.8

Anbau im Garten oder als Topfpflanze:

Avocadobäume finden sich vorwiegend in den tropischen und subtropischen Klimazonen. In gemässigten Klimazonen sind Avocadobäume als Zimmer- oder Balkonpflanzen beliebt. Selbst Früchte ernten zu können, ist jedoch schwierig, denn die Bäume können oft nicht gross genug wachsen und die Sommer in Mitteleuropa sind zu kurz sowie nicht warm genug. Hinzu kommt die komplizierte Bestäubung der Blüten (s. folgendes Kapitel).12

Anbau - Ernte:

Avocadobäume benötigen vier bis zehn Jahre, bis sie die ersten Blüten entwickeln. Avocados sind Zwitter, d.h. sie haben männliche und weibliche Blüten. Die Avocadobäume können sich jedoch nicht selbst bestäuben, sondern sind auf die Fremdbefruchtung durch einen anderen Baum angewiesen. Die Fruchtbildung erschwert sich zudem dadurch, dass Staubgefässe und Narben zeitlich versetzt aufgehen. Somit kommt es nur bei jeder 5000sten Blüte zu einer Fruchtbildung.11

Nach acht bis zehn Monaten hat sich aus der befruchteten Blüte eine Frucht gebildet.16 Avocados erntet man immer unreif, da reife Avocados innerhalb von wenigen Tagen verderben. Man lässt sie während des Transports bzw. im Lager nachreifen. Besser ist es jedoch, noch harte Avocados zu kaufen und sie nach dem Kauf nachreifen zu lassen. Zu früh geerntete Avocados reifen nicht richtig nach, sondern verfaulen.

Ökologische Aspekte:

Der Avocado-Anbau steht in der Kritik, da man für Plantagen oft illegal Wälder abholzt und er hohe Mengen an Wasser benötigt, was in trockenen Regionen zu Grundwasserproblemen führen kann. Durchschnittlich benötigt die Pflanze 1000 l Wasser pro 1 kg Avocado. Im Vergleich zu Fleisch- und Milchprodukten sowie Kaffee ist dies jedoch wenig. In den Ursprungsgegenden und vielen weiteren Anbaugebieten reicht der Pflanze das natürlich vorkommende Regenwasser. Das Problem ist der Mensch, der Avocados aus lukrativen Gründen an Stellen anbaut, wo die sie zusätzliches Wasser (d.h. Trinkwasser) benötigen. Bei langen Transportwegen aus Übersee in Reifekammern (in den Schiffen) und durch viel Verpackungsmaterial geschützt verschlechtert sich die Ökobilanz der Avocado.13 Daher sind bio-zertifizierte Früchte mit kürzerem Transportweg - etwa aus dem Mittelmeergebiet - oft die bessere Wahl.

Allgemeine Informationen:

Die Avocado ist eine Beere des Avocadobaumes (Persea americana Mill., syn. Persea gratissima C.F. Gaertn). Dieser gehört zur Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae). Beim Kern der Avocado handelt es sich um einen Samen. Es gibt verschiedene Sorten, die bekanntesten sind Fuerte (birnenförmig, mit grüner, dünner Schale) und Hass (dunkelgrüne bis schwarze, runzelige Schale, mit gelbem Fruchtfleisch).

Eine Besonderheit ist die kernlose Avocado, auch Avocadito, Cocktail- oder Mini Avocado genannt. Diese entsteht aus unbefruchteten Blüten, hauptsächlich der Sorte Fuerte. Die Frucht ist klein und hat eine dünne Schale, aus der man das Fruchtfleisch leicht herausdrücken kann.9

Alternative Namen:

Avocados nennt man auch Butterfrucht, Butterbirne, Avocadobirne oder Alligatorbirne, früher gelegentlich Abacata oder Abacate. Die Bezeichnung Persea bezieht sich auf den Baum wie auch die Frucht. Spanisch nennt man sie aguacate, auf Französisch avocat.

Stichworte zur Verwendung:

Neben der Verwendung als Nahrungsmittel verwendet man Avocadoöl in der Kosmetikindustrie.

Literaturverzeichnis - 23 Quellen

  1. USDA United States Department of Agriculture.
  2. Biesalski HK, Grimm P. Taschenatlas der Ernährung. Stuttgart: Georg Thieme Verlag; 2015, 6. Auflage.
  3. Bivano.com. Die Avocado – Wissenswertes rund um Herkunft und Saison.
  4. Springlane.de. Avocado: Wie du sie schälst, schneidest, zubereitest und länger frisch hältst.
  5. Plantura.garden. Avocadopflanze: Steckbrief, Sorten & Überwinterung.
  6. Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Pflanzenschutzmittelrückstände in Avocado. 2019.
  7. Haofeng Chen et al. Tracing the Geographic Origins of Major Avocado Cultivars. Journal of Heredity. 2009;100(1): 56–65.
  8. FAOSTAT Food and Agriculture Organization of the United Nations. Avocados (2020).
  9. Avocado-Magazin.de. Avocado - Alles rund um die beliebte Frucht.
  10. Bost J. Persea schiedeana: A High Oil “Cinderella Species” Fruit with Potential for Tropical Agroforestry Systems. Sustainability. 2014;6(1): 99-111.
  11. Gartenjournal.net. Avocado – Blüte ist in mitteleuropäischen Breitengraden selten.
  12. Gartenjournal.net. So ziehen Sie selber ein Avocadobäumchen aus dem Samen.
  13. Plantura.garden. Wie nachhaltig sind Avocados wirklich?
  14. Farley KX, Aizpuru M et al. Avocado-related knife injuries: Describing an epidemic of hand injury. Am J Emerg Med. 2020 May;38(5): 864-868.
  15. Pacheco LS et al. Avocado Consumption and Risk of Cardiovascular Disease in US Adults. J Am Heart Assoc. 2022 Apr 5;11(7): e024014.
  16. Mein-schöner-garten.de. Avocadobaum.
  17. Wang L, Bordi PL et al. Effect of a moderate fat diet with and without avocados on lipoprotein particle number, size and subclasses in overweight and obese adults: a randomized, controlled trial. J Am Heart Assoc. 2015 Jan 7;4(1): e001355.
  18. Rehm/Espig: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: 189.
  19. Abrams EM, Becker AB, Gerstner TV. Anaphylaxis related to avocado ingestion: a case and review. All Asth Clin Immun. 2011 Jun 7;12.
  20. Happy-blood.de. Avocado Unverträglichkeit & Allergie.
  21. Weickert MO, Pfeiffer AFH. Metabolic Effects of Dietary Fiber Consumption and Prevention of Diabetes. The Journal of Nutrition. J Nutr. 2008 Mar;138(3):439-42.
  22. Park E, Edirisinghe I, Burton-Freeman B. Avocado Fruit on Postprandial Markers of Cardio-Metabolic Risk: A Randomized Controlled Dose Response Trial in Overweight and Obese Men and Women. Nutrients. 2018 Sep 12;10(9):1287.
  23. Lu QY, Arteaga JR, Zhang Q et al. Inhibition of prostate cancer cell "growing" by an avocado extract: role of lipid-soluble bioactive substances. J Nutr Biochem. 2005 Jan;16(1):23-30.

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