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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Zimtstange (Stangenzimt, Kaneel)

Die Zimtstange (Stangenzimt, Kaneel) schmeckt dank ihrer ätherischen Öle aromatisch und süss. Siehe auch Zimt, gemahlen.
Wasser 10,6%  94/05/01  LA : ALA
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Die Zimtstange, Zimtrinde oder Zimtröhre (Kaneel, Cinnamomum) verwendet man zur Aromatisierung verschiedenster Speisen. Es gibt zwei Hauptsorten unterschiedlichen Ursprungs, namentlich Cassia- und Ceylon-Zimt, die sich auch von den Inhaltsstoffen her unterscheiden.

Verwendung in der Küche:

In Europa gibt man eine Zimtstange (Stangenzimt), ähnlich wie gemahlenen Zimt, vor allem in süsse Speisen wie Apfelmus, Kompott und Obstsalate. Auch Desserts wie Aufläufe oder Griessbrei kann man hervorragend mit einem Stück Zimtrinde verfeinern. Im Herbst rundet man gekochtes Blaukraut bzw. Rotkraut (Kraut/Kohl/Kabis) mit dem Aroma des Stangenzimts ab. Zur Vorweihnachtszeit gibt man den aromatischen Zimt in Heissgetränke wie Glühwein, Punsch und Tee oder man verfeinert damit Liköre (z.B. Nusslikör). Auch einem Chai-Tee oder Kaffee kann man mit einer Stange Zimt etwas Besonderheit verleihen.

In der vorderorientalischen Küche aromatisiert man auch deftige und scharfe Speisen sowie Fleischgerichte mit Stangenzimt.

Die Zimtrinde kann man ganz mitkochen und vor dem Essen entfernen - oder man reibt die trockene Zimtstange kurz vor dem Servieren über das Gericht. Die billigeren und minderwertigen Varianten mit dickeren Rinden (Cassia-Zimt aus China oder indonesischer Zimt) können beim Kochen einen bitteren Geschmack abgeben.

Rezept für selbst gemachtes Currypulver mit Ceylon-Zimt:

Zutaten: 4 EL Korianderkörner, 1 EL Kreuzkümmelsamen, 2 EL schwarze Pfefferkörner, 12 Kardamomkapseln, 1 gehäufter TL Gewürznelken, 3 Stangen Zimt (Zimtstangen, Ceylon), 10 Curryblätter, 10 Stängel Zitronengras, 1 EL ungekochter Reis, 1 EL Senfkörner.

Alle Zutaten in einer Kaffeemühle oder Gewürzmühle fein zermahlen. Das Currypulver ist kräftig und scharf. Möchte man den Schärfegrad noch erhöhen, kann man Chilischoten hinzufügen.

Rezept für Tee mit Zimtrinde:

Man übergiesst 1 Teelöffel Zimtrinde mit siedendem Wasser und lässt dies ca. 10 Minuten ziehen. Danach nimmt man die Zimtrinde aus dem Teewasser und lässt es abkühlen. Um nicht allzu viele kleine Rindenstücke im Tee zu haben, können Sie ein Teesieb oder ein Teesäckchen benutzen.1

Einkauf - wo kaufen?

Bei Supermarktketten wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer etc. gibt es Zimtstangen (verpackt in kleinen Säckchen aus Plastik, Papier oder Karton) das ganze Jahr über zu kaufen. Meist ist hier der Cassia-Zimt erhältlich. Den besseren, teureren Zimt - Ceylon-Zimt genannt - bieten nur ausgewählte Supermärkte, Reformhäuser, Bio-Läden, Drogerien, manche Apotheken und seriöse Online-Shops an. Steht kein Name auf der Verpackung und findet man die Herkunftsangabe Sri Lanka, dann handelt es sich ebenfalls um Ceylon-Zimt. Beim Kauf von Fair-Trade-Produkten unterstützen Sie ein höheres Einkommen der dortigen Landwirte.

Ceylon-Zimt erkennt man an den dünnen, feinen Schichten, die sich zu einer geschlossenen Stange zusammengerollt haben. Selten sind diese Stangen von beiden Seiten eingerollt: Sie sehen eher aus wie eine Zigarre. Billigere Zimtröhren aus China oder Indonesien sind dicker und rollen sich fast immer von beiden Seiten ein.

Wild zu finden:

Auf der südöstlich von Indien liegenden Insel Sri Lanka sowie im Südwesten Indiens und im Tenasserim-Gebirge in Burma (Birma, heute Myanmar) kommt der Echte Zimtbaum (Cinnamomum verum oder C. zeylanicum) wild vor.

Lagerung:

Um das Aroma optimal zu konservieren, sollte man die Zimtstangen immer lichtgeschützt, trocken und kühl aufbewahren. Luftdicht verschlossene Behälter sind hierfür noch besser. Echter Zimt, der aus mehreren dünnen Schichten besteht, kann sein Aroma sehr lange behalten.

Inhaltsstoffe - Nährwert - Kalorien:

Die hier gezeigten Inhaltsstoffe stammen von der USDA (United States Department of Agriculture). Leider sind keine Herkunftsangaben vorhanden, weshalb wir von einer Mischung der verschiedenen Zimtsorten ausgehen.

Zimt hat pro 100 g 247 kcal. Den Hauptbestandteil machen hier die Kohlenhydrate (81 %) und die darin enthaltenen Ballaststoffe (53 %) aus. Zimt hat nur wenig Eiweiss (4 %) und kaum Fett (1,2 %).2

Durch Destillation lassen sich verschiedene ätherische Öle (1-4 %) lösen. Zudem weist die Rinde Spuren von Zimtaldehyd, Eugenol, Zimtalkohol, Zimtsäure und anderen Phenylpropanen sowie insektizid wirksame Diterpene, Procyanidine, Phenolcarbonsäuren und Schleimstoffe auf.

Ceylon-Zimt hat hohe Mengen an Eugenol und wenig Cumarin (0,004 %, 0,04 g/kg)3. Sein Geschmack ist feiner und milder. Cassia-Zimt hingegen hat viel Cumarin (bis zu 1 %, 10 g/kg)3 und wenig bis kein Eugenol. Deshalb schmeckt Cassia-Zimt kräftiger und leicht süsslich. Mehr Informationen zu Cumarin finden Sie unter "Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen".

Zimt enthält auch eine Reihe an gesunden Makro- und Mikronährstoffen. Allerdings nimmt man, wie bei allen Gewürzen, nur sehr wenig davon zu sich.

Das Spurenelement Mangan steht beim Zimt an erster Stelle, mit 17,5 mg/100g würden 5 g Zimt den täglichen Bedarf an Mangan (1-1,5 mg)4 decken. Diese Dosis ist aber natürlich viel zu hoch. Es soll lediglich veranschaulichen, dass auch Gewürze zur Deckung des täglichen Bedarfs beitragen können. Denn andere Gewürze enthalten deutlich mehr Mangan: Kurkuma, gemahlen, hat 19,8 mg, Safran 28,4 und Gewürznelken haben sogar 60 mg Mangan pro 100g.2

Eisen, auch ein essenzielles Spurenelement, ist im Zimt etwas weniger prominent enthalten, hat aber auch einen nennenswerten Anteil (8,3 mg/100g). Viele Gewürze, Kräuter und Samen haben einen hohen Eisengehalt: Getrockneter Thymian liefert 123 mg und Kürbiskerne 8,8 mg/100g. Aber auch Getreide (Amaranth: 7,6 mg), Hülsenfrüchte (Linsen: 6,5 mg) und Gemüse (Spinat: 2,7 mg) liefern dem Körper gut verwertbares Eisen.2 Der tägliche Bedarf eines erwachsenen Menschen liegt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei 10 mg Eisen.4

Vom Makronährstoff Calcium ist im Zimt sehr viel vorhanden: 100 g Zimt enthalten 1000 mg. Calcium ist wichtig für die Knochenstabilität und die Gesundheit der Zähne. Grünes Gemüse und Kräuter sind hervorragende Calciumquellen: Brennnesselblätter liefern 481 mg, Basilikum 177 mg/100g. Aber auch Nüsse und Samen sind kalziumreich: Sesam hat 975 mg und Mandeln 269 mg/100g.2

Zimt weist auch Anteile an Kalium, Magnesium, Kupfer und Zink auf.2

Zimt enthält sogar Spuren von Vitaminen: Das fettlösliche Vitamin K kommt vorwiegend in grünem Gemüse vor, ist im Zimt zu 31 µg enthalten. Mungbohnensprossen haben mit 33 µg einen ähnlichen Wert, Mangold hat mit 830 µg/100g sehr viel mehr Vitamin K.2

Vitamin E, ein fettlösliches Vitamin, das im Körper als Antioxidans wirkt, ist im Zimt nur zu 15 µg (nicht mg) vorhanden. Nüsse, Gemüse und Früchte haben viel Vitamin E, wie z.B. Mandeln (25,6 mg/100g), Kohl (2,3 mg) und Mango (0,9 mg).2

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Die Zimtrinde half seit der Antike und Frühen Neuzeit gegen Husten, Schnupfen und bei Magenbeschwerden.5 Auch ihre harntreibende, abführende, menstruationsfördernde und blutstillende Wirkung macht man sich bis heute zunutze. Sowohl Zimtöl als auch die gesamte Rinde haben eine antimikrobielle Aktivität, die auf das Zimtaldehyd zurückzuführen ist.6

Zimt, egal ob gemahlen oder ganz, kann den Blutzucker und das LDL-Blutcholesterin sowie die Triglyceridwerte senken und findet deshalb bei Diabetikern regen Anklang.7 Zimt soll auch bei gesunden Menschen einen positiven Effekt auf den Blutzuckerspiegel haben, da er die Magenentleerung verzögert und somit die Glucose nur langsam ins Blut gelangen lässt.8

Zimt hat zudem auch eine wärmende Wirkung, was den Energieverbrauch anhebt. Eine gesunde Ernährung kann in Kombination mit einem regelmässigen Zimtgebrauch die Körperfettreduktion anregen.8

In-vitro-Studien zu Alzheimer zeigten, dass Zimt die Bildung von ungünstigen Ablagerungen im Gehirn blockieren kann und diese auch abbaut.9

Es gibt Studien zu Cassia-Zimt, die aufzeigen, dass das darin enthaltene Cumarin eine Anti-Tumor-Aktivität aufweist. Eine wässrige Lösung aus Cassia-Zimt soll den Zelltod von Gebärmutterhalskrebszellen initiieren.10 Dies steht im Widerspruch zu den unten genannten Gefahren, mit denen man sich in der Wissenschaft - vor allem in Bezug auf Cumarin - auseinandersetzte.

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Wie schädlich ist Zimt? Cassia-Zimt, aber auch indonesischer und vietnamesischer Zimt, enthalten einen hohen Anteil an Cumarin, das in zu grossen Mengen gesundheitsschädlich wirken kann. In industriell verarbeiteten Produkten ist fast ausschliesslich solcher Zimt enthalten. Was ist der gesunde Zimt? Wenn möglich sollte man Ceylon-Zimt bevorzugen.

Cumarin kann in höheren Mengen zu heftigen Kopfschmerzen, Erbrechen, Schwindel und Schlafsucht führen. Bei extrem hohen Dosen löst es eine zentrale Lähmung, Atemstillstand und Koma aus. Bei Tierversuchen gab es Leber- und Nierenschäden sowie den Verdacht auf Krebsentstehung. Allerdings brachten Studien an menschlichen Zelllinien keine derartigen Ergebnisse.11,12

Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (ESFA) und dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) liegt der TDI-Wert (tolerable daily intake) für Cumarin bei 0,1 mg/kg Körpergewicht. Isst ein Kind 6 handelsübliche Zimtsterne oder 100 g Lebkuchen, überschreitet es diesen TDI-Wert. Zimt in Fertigprodukten stammt fast ausschliesslich aus China, Indonesien oder Vietnam. Zimtkapseln, die man Diabetikern anbietet, sind somit auch ein Problem.13

Es gilt zu beachten, dass man früher synthetisches Cumarin als Medikament (bei Venenleiden) oder Aroma in Lebensmitteln und Getränken unbegrenzt einsetzen durfte, daher dieser Grenzwert. Heute weiss man, dass der normale Gebrauch von cumarinhaltigen Gewürzen bei gesunden Menschen keine negativen Auswirkungen hat. Bei Versuchen an Ratten traten Schäden erst nach extremen Überdosierungen auf.

Wie viel Zimt pro Tag? Laut deutschen Behörden ist ein halber Teelöffel gemahlener Zimt täglich (ca. 1,6 g) für gesunde Menschen unbedenklich. Die empfohlene Obergrenze von Cassia-Zimt liegt bei 600 g jährlich (!).

Verwendung als Heilpflanze:

Als Heilpflanze verwendet man die Zimtrinde (Cinnamomi cortex). Die appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung der Zimtrinde als Heildroge hat sich bis heute in der Form von Magentees bestätigt. Bei Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl, Blähungen, Appetitlosigkeit und leichten krampfartigen Schmerzen (z.B. bei der Menstruation) wendet man die Zimtrinde in Form von Tinkturen an.14

Während der Schwangerschaft oder bei Magen- und Darmgeschwüren empfiehlt man diese Droge nicht. Manche Menschen reagieren auf Zimtaldehyd mit allergischen Haut- und Schleimhautreaktionen.

Das ätherische Öl des Zimtbaums gewinnt man mithilfe von Wasserdampf-Destillation aus Blättern oder aus der Rinde. Beide Öle sind sehr hautreizend und man empfiehlt sie nicht während der Schwangerschaft. Die wehenfördernde Wirkung kann aber während der Geburt nützlich sein. Das enthaltene Zimtaldehyd wirkt sich förderlich auf die Progesteronsynthese aus.15

Volksmedizin - Naturheilkunde:

In der Volksmedizin hat sich die Verwendung von Zimt-Tropfen gegen starke Monatsblutungen gehalten. Auch die Mischung von Zimt- und Nelkenöl gegen Zahnschmerzen wendet man eher als Hausmittel an.1

Vorkommen - Herkunft:

Seit dem Altertum kennt und verwendet man Zimt als Gewürz, Räuchermittel, als medizinisches Mittel und Aphrodisiakum.

Der Ursprung des Echten Zimtbaums (Cinnamomum zeylanicum) liegt in den tropischen Regenwäldern Südindiens, genauer auf Sri Lanka (früher als Ceylon bezeichnet).16 Den Echten Zimt nennt man auch Ceylonzimt, er ist aber auch als Kanell oder Kaneel bekannt. Heute kultiviert man ihn in vielen anderen tropischen Ländern wie Madagaskar und Sansibar.17

Die Rinde des Ceylon-Zimts besteht aus mehreren feinen Lagen, die dünn wie Papier sind. Eingerollt ergeben sie eine geschlossene Stange. Um die Qualität von Ceylon-Zimt zu bestimmen, hat man ein Wertmass mit der Einheit Ekelle erfunden. Der beste Zimt erhält die Ekellen 00000, minderwertige Stangen können bis zum Wert 0, über I bis V sinken.18 Der Preis richtet sich überwiegend nach dem Zustand der Zimtrollen.

Obwohl er im Geschmack dem Echten Zimt nahekommt, ist Kassiazimt (Cinnamomum cassia) eigentlich kein echter Zimt. Der aus Burma und Süd-China kommende Chinesische Zimtbaum ist ein eigenes Gewürz und im Vergleich zum Ceylon minderwertig und deutlich preisgünstiger. Vor 4000 Jahren verwendete man die Kassia-Rinde als Räuchermittel und zur Einbalsamierung. In Europa handelte man diese Rinde eigentlich vor dem Echten Zimt. Man bezeichnet dieses Gewürz auch als Gewürzrinde, weil man hier direkt die borkige Rinde verwendet. Aussen ist Cassia-Zimt rau, uneben und dunkelgrau. Der Geschmack ist gröber und dumpfer und etwas bitter-adstringierend.

In der Industrie ersetzt man Zimt in den USA und den Niederlanden auch durch den indonesischen Zimt (Cinnamomum burmannii). Meist kommt er in gemahlener Form vor und ist fast nicht mehr von anderen Arten zu unterscheiden. Die Rinde des indonesischen Zimts ist mit 1-3 mm wesentlich dicker als jene des Ceylonesischen. Sie rollt sich meist an beiden Enden ein und ergibt so keine geschlossene Stange.

Der vietnamesische Zimt, oder Saigon-Zimt (Cinnamomum loureirii bzw. loureiroi) sieht der chinesischen Art ähnlich. Die einzelnen Stücke sind etwas kleiner und dünner. Aussen erkennt man häufig Flechtenbewuchs. Bis 1989 war der vietnamesische Zimt auf dem osteuropäischen Markt vorherrschend. Heute findet man ihn kaum mehr ausserhalb von Vietnam.

Anbau - Ernte:

Der Zimtbaum (Cinnamomum) ist ein immergrüner Baum, der eine Höhe von 5-6 m erreichen kann. Manche Wildformen wachsen bis zu 20 m hoch. Für die Kultivierung schneidet man die Bäume auf einen Hauptstamm zurück, ähnlich wie bei den Korbweiden. Die Rinde gewinnt man von den jungen Schossern, die man auf 3 m lange Ruten abschneidet.16,19 Die Artenvielfalt ist sehr gross. Ceylon-Zimt hat breite, ledrige Blätter und Chinazimt erkennt man an seinen schmalen, grösseren, einförmigen Blättern.20

Weiterverarbeitung der Zimtrinde:

Die Borke des Cinnamomum cassia benötigt keine Gärung. Man schält die äussere Rinde ab und kann sie nach dem Trocknungsvorgang verwenden.

Beim Echten Zimt (Cinnamomum zeylanicum) hingegen lässt man die Rinde 24 Stunden fermentieren.21 Dazu bewahrt man die jungen Äste nach der Ernte in Matten auf, wo es zu einer natürlichen Gärung kommt, die zur Entwicklung des typischen Zimtgeschmacks beiträgt. Für die Gewinnung von hochwertigem Ceylon-Zimt trennt man zuerst die äussere Rinde ab, die man nicht als Gewürz verwendet. Darunter befindet sich die eigentliche Zimtrinde (Bast). Diese zarte Rinde schält man in dünnen Schichten vorsichtig ab und schneidet sie in 20-30 cm lange Stücke. Danach legt man mehrere Schichten übereinander und rollt sie von Hand ein. Durch tagelanges Trocknen und tägliches Nachrollen erhält man in sich geschlossene Stangen (sogenannte Quills), die an Zigarren erinnern.22

Verwechslungsgefahr:

Es gibt noch verschiedene botanische Arten mit zimtähnlichem Geschmack, sie zählen aber nicht zu Zimt. Diese Arten verwendet man auch als Zimt-Ersatzprodukte: Weisser oder Magellanischer Zimt (Canella winterana), Winterrinde oder Winterzimt (Drimys winteri), Falsche Winterrinde (Cinnamodendron corticosum), Nelkenzimt (Dicypellium caryophyllaceum) sowie Massoirinde (Cryptocarya massoia).23 Auch der Ecuador-Zimt oder Amerikanische Zimt (Ocotea quixos) und der Amazonas-Zimt (Aniba canelilla) sind hier dazuzuzählen.

Manche Arten oder Gattungen tragen die Bezeichnung "Zimt", haben aber mit der Zimtpflanze, ausser vielleicht der Farbe, nichts gemeinsam: Zimterlen (Clethra), die Zimt-Rose (Rosa majalis) oder der Zimtapfel (Annona squamosa).

Allgemeine Informationen:

Aus den abgesplitterten Zimtrindenstücken und Zimtrinden von kleinen Ästen destilliert man Zimtrindenöl. Es dient zum Aromatisieren (z.B. von Likören) und als Duftstoff für Parfums.

Alternative Namen:

Der Echte Zimtbaum hat sehr viele verschiedene lateinische Synonyme. Die bekanntesten sind: Cinnamomum verum, C. zeylanicum, C. aromaticum, C. barthii, C. bengalese, C. biafranum etc., aber auch Laurus cinnamomum oder Camphoria cinnamomum stehen für den Ceylon-Zimtbaum.14 Zur Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae) gehören auch die Zimtkassie (Cinnamomum cassia), der indonesische Zimt (Cinnamomum burmannii) und der vietnamesische Saigon-Zimt (Cinnamomum loureirii bzw. loureiroi). Bei den Lorbeergewächsen sind noch die Avocado (Persea americana) und der Echte Lorbeer (Laurus nobilis) sehr bekannt. Auch der Kampferbaum (Cinnamomum camphora) ist den Lorbeergewächsen zugehörig und ist heute noch als Droge und für die Parfumindustrie interessant.24

Den Name Zimt leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort zinemīn ab. Früher kannte man den Stangenzimt (die Zimtstange) auch als Zimmet, Canehl, Kanehl, Kanell oder Kaneel, das sich vom lateinischen Wort für Rohr "canna" ableitet.

Im Englischen kennt man Ceylon-Zimt als Sri Lanka cinnamon oder Ceylon cinnamon. China-Zimt nennt man Cassia, Chinese cassia, Bastard cinnamon, Chinese cinnamon. Zimtstangen heissen cinnamon sticks oder quills.

Literatur - Quellen:

CLICK FOR: 24 Quellenangaben

  1. Pahlow M. Das grosse Buch der Heilpflanzen. Gesund durch die Heilkräfte der Natur. Nikol: Hamburg. 2013.
  2. USDA United States Department of Agriculture.
  3. Blahová J, Svobodová Z. Assessment of coumarin levels in ground cinnamon available in the Czech retail market. The Scientific World Journal. 2012.
  4. DGE Deutsche Gesellschaft für Ernährung.
  5. Rossbach G, Proff P. Cassius-Felix-Interpretationen: Teile I und II. (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. 37). Würzburg 1991.
  6. Beuchat LR. Antimicrobial properties of spices and their essential oils. Natural antimicrobial systems and food preservation. 1994.
  7. Khan A., Safdar M, Ali Khan MM et al. Cinnamon improves glucose and lipids of peolple with type 2 diabetes. Diabetes Care. 2003;26(12).
  8. Hlebowicz J, Darwiche G, Björgell O et al. Effect of cinnamon on postprandial blood glucose, gastric emptying, and satiety in healthy subjects. The American Journal of Clinical Nutrition. 2007;85(6).
  9. Petersen DW, George RC, Scaramozzino F et al. Cinnamon extract inhibits tau aggregation associated with alzheimer`s disease in vitro. J Alzheimers Dis. 2009;17(3).
  10. Koppikar SJ, Choudhari AS, Suryavanshi SA et al. Aqueous cinnamon extract (ACE-c) from the bark of Cinnamomum cassia causes apoptosis in human cercival cancer cell line (SiHa) through loss of mitochondrial membrane potential. BMC Cancer. 2010;10(210).
  11. Weber US, Steffan B, Siegers Cp:. Antitumor-activities of coumarin, 7-hydroxy-coumarin and its glucuronide in several human tumor cell lines. Res Commun Mol Pathol Pharmacol. 1998;99(2).
  12. Elinos-Báez CM, León F, Santos E. Effects of coumarin and 7OH-coumarin on bcl-2 and Bax expressions in two human lung cancer cell lines in vitro. Cell Biology International. 2013.
  13. BfR Bundesinsitut für Risikobewertung. Cassia-Zimt mit hohen Cumaringehalten nur massvoll verzehren. Bioverfügbarkeitsstudie. 2012.
  14. Wikipedia Ceylon-Zimtbaum.
  15. Iwaoka Y, Hashimoto R, Koizumi H et al. Selective stimulation by cinnamaldehyde of progesterone secretion in human adrenal cells. Lice science. 2010;86(23-24).
  16. Brücher H. Tropische Nutzpflanzen. Ursprung, Evolution und Domestikation. Berlin: Springer Verlag. 1977.
  17. Dräger K. Herkunft, Anbau und Rezeptvorschläge von Ceylon Zimt. Spicebar - Die Gewürzpioniere. Spicebar. 2016
  18. Schormüller J. Alkaloidhaltige Genussmittel, Gewürze, Kochsalz. Springer: Berlin, Heidelberg, New York. 2013
  19. Delaveau P, Lorrain M, Mortier F et al. Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Das Beste: Zürich. 1978
  20. Stegmann A. Kräuter und Gewürze A-Z. Gruner + Jahr. Hamburg. 1978.
  21. Bown D. Encyclopedia of Herbs & their uses. Dorling Kindersley: London. 1996.
  22. Direktvomfeld.eu Woran erkennst du guten Zimt?.
  23. Frerichs G, Arends G, Zörnig H. Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. 2. Band. K-Z, Springer. 1949.
  24. Rätsch C. Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. AT-Verlag: Aarau. 2018.
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