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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Quinoa, roh, geschält (Inkakorn, Perureis, Reismelde)

Quinoa Quinoa, roh, geschält (Inkakorn, Perureis, Reismelde) ist geschält im Handel, weil sonst praktisch ungeniessbar. Enthält alle essentiellen Aminosäuren.
Wasser 13,3%  76/17/07  LA (3g) 11:1 (0.3g) ALA
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Quinoa (Chenopodium quinoa) gehört zu den glutenfreien Pseudogetreiden (Pseudocerealien) und ist, roh oder gekocht zubereitet ein geschätzter Eiweisslieferant in der vegetarischen oder veganen Küche. Die kleinen nährstoffreichen und geschälte Samen bezeichnet man auch als Inkakorn, Perureis oder Reismelde.

Verwendung in der Küche:

Wie verarbeite ich Quinoa? Quinoa können Sie ähnlich wie Couscous oder Reis verwenden. Die senfgrossen Samen kann man als Ganzes kochen und als schmackhafte Beilage servieren. Gekochte Quinoa eignet sich ebenso zur Zubereitung von Salat und Obstsalat, für Gemüsefüllungen oder Bratlinge (Burger). Zu Mehl verarbeitet, verleiht Quinoa Brot, Kuchen und anderen Backwaren einen angenehmen, nussigen Geschmack. Quinoa Pulver lässt sich als Zugabe für Smoothies oder Shakes verwenden und in Suppen oder Pfannkuchenteig einrühren. Als glutenfreie Frühstückscerealien sind aus Quinoa hergestellte Flocken, Pops oder Keimlinge sowie Müslimischungen mit Quinoa beliebt. In selbstgemachten Riegeln und Süssigkeiten kommt gepoppte Quinoa besonders gut zur Geltung.

Um die Verfügbarkeit des pflanzlichen Eisens aus Quinoa zu steigern, sollte man die Körner mit Vitamin C-reichem Obst oder Gemüse kombinieren.

Grundsätzlich sollte man Quinoa vor der Verwendung in der Küche gründlich unter fliessendem Wasser abspülen. Noch besser ist es, die Samen für mehrere Stunden einzuweichen und das Einweichwasser wegzuschütten.

Wer Quinoa in seinem Garten kultiviert, kann die frischen, mineralstoffreichen Blätter der sogenannten Reismelde als Gemüse oder Rohkost zubereiten.

Als Babynahung sind Pseudogetreide wie Quinoa, Buchweizen oder Amarant (Amaranth) weniger gut geeignet. Grund dafür sind für den Säugling eventuell gesundheitsabträgliche Substanzen wie Gerbstoffe oder Sopanine sowie die dadurch eingeschränkte Verfügbarkeit von Mineralien, Vitaminen und Proteinen.1

Neben ihrer Beliebtheit in der vegetarischen und veganen Küche, eignet sich Quinoa für die Herstellung von glutenfreiem Bier.

Veganes Rezept für Quinoa-Schoko-Riegel mit Paranüssen:

Für die Riegel erwärmt man zunächst 50 g Kokosfett und vermischt dieses dann mit 80 g gepuffter Quinoa sowie 50 g Mandelmus, 2 EL Kakao und 50 ml Agavendicksaft. Danach kommt eine Handvoll gehackte Paranüsse dazu. Abschmecken kann man die Zubereitung mit etwas Vanilleextrakt, aber auch Zimt je nach Geschmack. Die zwischen zwei Backpapieren ausgerollte Masse muss nun mindestens 2 Stunden kalt stehen, bevor man sie in Riegel schneiden kann. Ergibt ca. 10 Portionen.

Veganes Rezept für Quinoa-Kokos-Curry mit Tofu:

Für 2-3 Portionen 200 g Tofu in Sojasauce mit Paprikapulver, Kurkuma, Koriander und Chili marinieren. 1 EL Kokosöl im Wok erhitzen und eine gewürfelte Zwiebel darin andünsten. 100 g Quinoa dazugeben und mit etwas Sojasauce sowie 400 ml Kokosmilch ablöschen. In der Zeit bis die Quinoa gar ist, den Tofu mit etwas Kokosöl in einer separaten Pfanne anbraten. Anschliessend die Quinoa mit roter Currypaste abschmecken, mit Tofu garnieren und servieren. Wer mag, ergänzt das Kokos-Curry noch mit Gemüse, z.B. Paprika, Erbsen, Brokkoli, Pak Choi.

Einkauf - wo kaufen?

Im Handel erhältliche Quinoa-Samen sind in der Regel geschält, da sie so weniger bitter schmecken.2 Die kleinen, durchschnittlich ca. 1-2 mm grossen und ca. 1-5 mg wiegenden Quinoa-Samen erhält man im Naturkost- und Bio-Laden, im Reformhaus, in Bio-Supermärkten wie denns oder Alnatura oder in Drogerien mit Lebensmittelabteilung. Da Quinoa den europäischen Markt als sogenanntes Superfood erobert hat, erhält man die Körner mittlerweile bei sämtlichen Supermarktketten wie coop, Migros, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka oder Hofer. Ausser verschiedenfarbigen Quinoa-Samen, sind Flocken, Flakes, Pops oder Mehl aus Quinoa erhältlich.

Beim Kauf sollte man, neben kontrolliert biologischer Qualität, vorzugsweise auf das Siegel für Fair Trade achten. Aufgrund der weltweit stark angestiegenen Nachfrage, übersteigt das einstige Grundnahrungsmittel die Kaufkraft der indianischen Bergbevölkerung Südamerikas. Durch den Kauf von fair gehandelter Quinoa können die Bauern der Anden in Peru und Bolivien von ihrer mühevollen Arbeit mit dem Anbau des Pseudogetreides profitieren.

Quinoa aus europäischem Anbau ist bisher lediglich ein Nischenprodukt. Man findet die regionalen Samen meist nur lokal auf dem Wochenmarkt, direkt beim Bauern oder kann sie eventuell über eine Abo-Kiste (Grüne Kiste) bestellen. Nach der Ernte und Trocknung der europäischen Quinoa-Körner im Herbst, startet die Saison für frische, lokal angebaute Samen.

Lagerung:

Quinoasamen sollte man trocken, lichtgeschützt und dicht verschlossen aufbewahren. So verlängert sich die Haltbarkeit und Qualitätseinbussen durch Schädlingsbefall, Schimmelbildung oder Oxidation lassen sich vermeiden.

Inhaltsstoffe - Nährwert - Kalorien:

Warum ist Quinoa so gesund? Quinoa besitzt einen höheren Proteingehalt als die meisten Getreidearten und ist eine ausgezeichnete Quelle für die essentielle Aminosäure Lysin (0,77 g/100g = 41 % des Tagesbedarfs). Lysin kommt in den heimischen Getreiden Europas nur mässig vor und gilt deswegen in Weizen oder Dinkel als limitierende Aminosäure. Umgekehrt ist in europäischem Getreide Methionin im Überschuss enthalten, während diese Aminosäure bei Quinoa als limitierend gilt.3 Mit etwa 14 g Proteinen pro 100 g Quinoa4 und einer biologischen Wertigkeit von 835 handelt es sich bei diesem Pseudogetreide um ein besonders hochwertiges pflanzliches Eiweiss. Im Vergleich dazu besitzt Buchweizen mit 80-93 ebenfalls eine sehr hohe biologische Wertigkeit und Getreide mit 60-70 eine deutlich geringere. Massstab für die biologische Wertigkeit ist das Vollei, für das man eine biologische Wertigkeit von 100 festsetzte. Die Kombination von Quinoa mit einem Getreide wie Weizen oder Dinkel kann zu einem vollwertigen Eiweiss führen.3

Was steckt in Quinoa? Neben Antioxidantien, Flavonoiden, zahlreichen Vitaminen und Spurenelementen6 sind die beiden Nährstoffe Mangan (2 mg/100g = 102 % des Tagesbedarfs) und Folat hervorzuheben. Letzteres deckt als Folsäure-aktive Stoffgruppe mit 184 µg/100 g zu 92 % den Tagesbedarf. Deutlich höhere Gehalte an Mangan weisen z.B. Haselnüsse (309 %), Hanfsamen (380 %), ungekochter Teff (462 %) oder Kleie auf (rohe Weizenkleie 575 % bzw. rohe Reiskleie 711 %). Deutlich höhere Gehalte an Folat findet man in getrockneter Dulse (635 %), in rohen Bohnen wie Spargelbohnen, Mattenbohnen, Catjangbohnen, Augenbohnen, Mungbohnen, Adzukibohnen und Borlottibohnen (zwischen 302-329 %) sowie in rohen Kichererbsen (279 %) oder in getrocknetem Bärlauch (276 %).4

Wie viele Kohlenhydrate hat Quinoa? Nähere Angaben finden Sie in den detaillierten Nährwerttabellen ganz unten.

Verwirrende Behauptungen des bekannten "Überkritikers" Udo Pollmer zu Gluten in Quinoa (Sendung: Mahlzeit! - Superfood-Hype um Quinoa. In: Deutschlandfunk Kultur, 16. Juli 2016.) beziehen sich auf ein 605-seitiges Dokument, das man zum internationalen Jahr der Quinoa veröffentlichte. Herausgeber des umfangreichen "State of the Art Report of Quinoa in the World in 2013" sind die FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) und das CIRAD (Centre de Coopération Internationale en Recherche Agronomique pour le Développement). Das Unterkapitel 3.6 beschäftigt sich mit Quinoa, Zöliakie und glutenfreier Ernährung:

Quinoa gilt nach wie vor als glutenfrei, obwohl sehr geringe Mengen an getreidetypischen Speicherproteinen und an Gluten enthalten sein können. Diese übersteigen aber nicht den Grenzwert von 20 mg/kg. Quinoa kann somit das Siegel "glutenfrei" erhalten und bei einer streng glutenfreien Diät Verwendung finden.7 Quinoa-Proteine teilt man in Albumine, Globuline, Prolamine und Glutenine ein. Albumin und Globulin machen mit 76,6 % den mengenmässig grössten Anteil des Proteins in Quinoa aus. Die zum Gluten gehörenden Proteinfraktionen Glutenine sind mit 12,7 % und Prolamine mit 7,2 % vertreten.8 Der Gehalt an Prolaminen in Quinoa ist sehr variabel und abhängig von Sorte und Standort. Im Labor konnte man niedrige Konzentrationen an Prolaminen (<20 mg/kg) aus 15 Quinoa-Sorten aus den Anden extrahieren. Sieben Sorten zeigten quantifizierbare Werte von mindestens 0,48 mg/kg ("Rojo Achachino") und höchstens 2,56 mg/kg ("Ayacuchana").7

Gluten setzt sich aus zwei sogenannten Osborne-Fraktionen zusammen. Im Weizen besteht das Proteinkomplex Gluten aus Verbindungen zwischen Gliadinen (Prolaminfraktion) und Gluteninen (Glutelinfraktion). Diese beiden Reserveproteine stellen mit etwa 80 % die mengenmässig grösste Proteinfraktion im Weizen dar und kommen in einem Verhältnis von 1:1 vor.8,9

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Aufgrund der aktuellen Datenlage ist Quinoa als Diätnahrung bei Zöliakie (Glutenunverträglichkeit, Sprue, glutensensitiver Enteropathie) geeignet.7 Quinoa stellt ernährungsphysiologisch gesehen einen vollwertigen Getreideersatz dar.10 Achten Sie beim Einkauf auf das Glutenfrei-Symbol, welches nur lizenzierte Produkte tragen dürfen.

Neben anderen Institutionen empfehlen die Deutsche Zöliakiegesellschaft e.V., die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung oder die Eidgenössische Ernährungskommission bei Zöliakie nicht kontaminierte Quinoa sowie kontrolliert glutenfreie Quinoa-Produkte.

Warum muss Quinoa gewaschen werden? Um die Quinoa-Körner vor Schädlingen zu schützen, lagert die Pflanze auf der Samenschale bitter schmeckende Saponine ein. Eine erhebliche Reduzierung des Saponin-Gehalts erreicht man durch Schälen, Einweichen, Waschen oder Keimen der Samen. Erhitzen und Kochen entfernt etwa ein Drittel der möglicherweise verbliebenen Saponinen.10 Ein Forschungsprojekt der Universität Hohenheim (Stuttgart) bestätigt, dass sich der Saponin-Gehalt in Quinoa im Laufe des Keimprozesses reduziert. Das Keimen beschleunigt sich, wenn man die Samen vorher 24 h in Wasser einweicht. So erreicht man eine zuverlässige Reduzierung der Saponine.6 Ein geringer Restgehalt ist für den gesunden menschlichen Stoffwechsel nicht schädlich.10

Saponine zählen zu den bislang wenig untersuchten sekundären Pflanzenstoffen und Zufuhrempfehlungen sind nur vage bekannt. Die geschätzte durchschnittliche Zufuhr von Saponinen liegt nach dem Ernährungsbericht 2004 der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) bei <15 mg/Tag.11 Ausser der Hauptgruppe gibt es keine Kenntnisse über weitere Untergruppen der Saponine. Als krankheitsvorbeugende Wirkungen von Saponinen sind antikanzerogene, antibiotische (antifungale) und cholesterinsenkende Effekte bewiesen.11,12

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Studien zeigen, dass Quinoa von Zöliakiepatienten gut verträglich ist. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um die nicht negativen Auswirkungen auf die Dünndarmschleimhaut zu bestätigen. Des Weiteren fehlen bislang Langzeitstudien, welche die Langzeiteffekte des Quinoakonsums von Zöliakieerkrankten bewerten. Aktuell jedoch gilt der Verzehr von Quinoa durch Zöliakiepatienten als sicher.7

Quinoa enthält relativ hohe Konzentrationen an Gerbstoffen, Oxalaten und Phytaten. Diese Pflanzenstoffe können Nahrungsproteine, Enzyme, Mineralstoffe und Spurenelemente binden und dadurch die Nährstoffaufnahme reduzieren. Unter diesem LINK erfahren Sie, wie man zum einen Phytinsäure reduzieren kann und zum anderen, dass sie durchaus auch positive Eigenschaften aufzuweisen hat. Der je nach Quinoa-Sorte stark schwankende Saponin-Gehalt zeigt eine hämolytische Aktivität (Auflösung der roten Blutkörperchen) und kann die Membranpermeabilität der Darmschleimhaut beeinflussen. Studien zeigen, dass man durch technologische Verfahren den Gehalt an Saponinen in Quinoa um bis zu 95 % entfernen kann. Allerdings liegen dem BfR (Bundesinstitut für Risikoforschung) keine Daten über die tatsächliche Konzentration der in Europa im Verkehr befindlichen Quinoa-Produkte.13

Die enthaltenen Isoflavone (Phytoöstrogene) in Quinoa sind mit ein Grund, warum Säuglinge und Kleinkinder nur in Ausnahmefällen Quinoa verzehren sollten. In der Diskussion stehen potenziell negative (Langzeit-)Effekte auf die Gesundheit der Kleinsten.13

Volksmedizin - Naturheilkunde:

Für die Inkas war Quinoa ein Mittel gegen Halsentzündungen.10

Vorkommen - Herkunft:

Die genetischen und morphologischen Daten des gesamten kultivierten Artenaggregats um Quinoa deuten auf einen Ursprung in Nordamerika hin. Die Ausbreitung nach Südamerika erfolgte durch präkolumbianische indianische Volksstämme. Seit etwa 5'000 Jahren ist Quinoa als Kulturpflanze in den Anden bekannt. Die anspruchslosen Pflanzen gedeihen bis in Höhenlagen von 4'200 m. In diesen Hochregionen ist Quinoa bis heute ein wichtiges Grundnahrungsmittel der Bergbevölkerung, da der Anbau von Mais in diesen Höhen nicht mehr möglich ist.10

Anbau im Garten:

Quinoa-Pflanzen stellen geringe Ansprüche und kommen mit kargen Böden, Trockenheit und kühlen Temperaturen gut zurecht. Staunässe gilt es unbedingt zu vermeiden. Ideale Vorgängerpflanzen sind Kartoffeln, Getreide und Mais. Früchte- und Gemüsesorten, die hohe Mengen von Stickstoff im Boden hinterlassen, sind dagegen ungünstig. Vor dem Aussäen sollte der Boden gründlich vom Unkraut befreit und die Erde tiefgründig aufgelockert sein. Die Aussaat erfolgt von Mitte bis Ende April in Reihen mit einem Reihenabstand von 30-50 cm und einem Abstand innerhalb der Reihe von 15 cm. Die 50 bis 150 cm hoch wachsende Pflanze benötigt bei mitteleuropäischer Witterung kaum Pflege und auch keinen speziellen Dünger. Ende August bis Ende September kann die Ernte, der möglichst trockenen Pflanzen, erfolgen. Man hängt sie bis zur vollständigen Trocknung kopfüber auf, bis sich die Quinoa-Körner leicht aus ihren Samenständen schütteln lassen.14

Vor der Verwendung der eigenen Ernte sollte man die Körner gründlich mit heissem Wasser abspülen. So lässt sich der Gehalt an Bitterstoffen (Saponinen) reduzieren. Nach Möglichkeit sollte man die Samen jedoch polieren (schälen).

Anbau - Ernte:

2013 war das Jahr der Quinoa, ausgerufen durch den UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Aufgrund ihrer spezifischen Vorteile könnte Quinoa bei der Bekämpfung von Hunger helfen. So erwägt man den Anbau für die Himalaya-Region in Indien.10 Studien zeigen, dass der Anbau von Quinoa auch die europäische Landwirtschaft nachhaltiger gestaltet.7

Südamerika ist das wichtigste Anbaugebiet für Quinoa. Peru, Bolivien und Ecuador sind die Hauptanbauländer der weltweiten Ernte und bringen 94 % von 148'720 Tonnen Quinoa ein. Im Rahmen von Entwicklungsprojekten fördert man den Anbau von Quinoa in Peru und Bolivien.1 Bauern in Peru, Bolivien und Ecuador ernten auf einem Hektar Land eine halbe Tonne Quinoa. Zum Vergleich liefert Weizen bis zu 12 Tonnen Ertrag pro Hektar.15

In Mitteleuropa erfolgt die Ernte mit Mähdreschern. Nach Angaben von Wikipedia kann Quinoa einen durchschnittlichen Ertrag von vier Tonnen pro Hektar einbringen. Wegen der grossen Fruchtstände kommt es zu einer ungleichmässigen Ausreifung der Samen, weshalb die Trocknung nach der Ernte notwendig ist.10

Seit den 1980-er Jahren kultiviert man Quinoa auch in Ländern ausserhalb von Südamerika. In Deutschland (Norddeutschland), Österreich (Weststeiermark) und der Schweiz gibt es inzwischen einzelne landwirtschaftliche Betriebe, die heimische Quinoa für den regionalen Vertrieb anbauen. Noch gilt europäische Quinoa als Nischenprodukt, aber Anbau und Vermarktung finden durch Forschungen von Universitäten, Netzwerke und Genossenschaften gute Unterstützung.

Pflanzenwissenschaftler der Universität Hohenheim (Stuttgart) konnten ans mitteleuropäische Klima angepasste Quinoa-Sorten erfolgreich kultivieren. Nach Angaben der Hohenheimer Pflanzenbau-Experten sind wärmere Regionen ideal. In Deutschland seien das Rheintal oder das Donauried besonders gut geeignet. In der Schweiz engagiert sich die Genossenschaft Biofarm in einem von der Bio Suisse getragenen Projekt, um heimische Quinoa auf dem schweizerischen Markt zu etablieren. In den Niederlanden existiert ein Netzwerk von 40 Vertrags-Landwirten (Dutch Quinoa Group), das eng mit Universitäten zusammen arbeitet. Mittlerweile haben sich nach diesem Vorbild Quinoa-Bauern aus ganz Europa zur "European Quinoa Group" zusammengeschlossen.16

Tierschutz - Artenschutz - Tierwohl:

Quinoa-Blütenstände können sich selbst befruchten, da sie zwittrige und weibliche Blüten enthalten. Meistens erfolgt die Selbstbefruchtung ohne Bienen, sondern durch Wind. Auf Versuchsfeldern für Energie aus Blühpflanzen in Straubing (2013) fiel auf, dass Bienen die Quinoa-Pflanzen stark beflogen. Der Nutzen von Quinoa-Pflanzen für Insekten ist bislang jedoch wenig untersucht.17

Allgemeine Informationen:

Quinoa (Chenopodium quinoa) gehört zur Gattung der Gänsefüsse und zählt botanisch zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Ursprünglich stammt die Bezeichnung Quinoa von kinwa ab, was aus der indigenen Quechua-Sprache kommt.10 Man bezeichnet Quinoa als Pseudogetreide, da es eine getreideähnliche Zusammensetzung besitzt. Botanisch gesehen gehört Quinoa allerdings, im Gegensatz zu Getreide-Arten, nicht zu den Einkeimblättrigen, sondern zu den Zweikeimblättrigen Pflanzen.

Die bekanntesten Pseudogetreide:

Neben dem Fuchsschwanzgewächs Quinoa (Reismelde = Chenopodium quinoa) sind das Knöterichgewächs Buchweizen (Fagopyrum esculentum) und das Fuchsschwanzgewächs Amarant (Amaranthus) für die Ernährung bedeutsam. So nutzt man den Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus), der in der Andenregion bis heute unter dem Namen Kiwicha bekannt ist. Weitere ernährungsrelevante Arten sind der Rispen-Fuchsschwanz (Amaranthus cruentus) und Trauer-Fuchsschwanz (Amaranthus hypochondriacus).18 Nah verwandt und ähnlich verwendet ist Kañiwa bzw. Cañihua (Chenopodium pallidicaule). Ebenfalls als Pseudogetreide bekannt sind die Samen der Mexikanischen Chia (Salvia hispanica), aus der Familie der Lippenblütler.

Im glutenfreien und rohveganen Erb-Müesli sind neben Pseudogetreiden (Pseudocerealien) Sesam, geschälte Goldhirse (wegen dem Blausäuregehalt der Vollhirse) und Leinsamen enthalten. Testen Sie auch die Variante Erb-Müesli plus Haferflocken!

Alternative Namen:

Für Quinoa sind alternative Bezeichnungen wie Reismelde, Perureis, Andenhirse, Inkareis, Reisspinat, Inkakorn und Peruspinat bekannt. Es ist ersichtlich, dass sich die einen Namen eher auf die Verwendung der Samen beziehen und die anderen Namen auf die Verwendung als Blattgemüse. Der "Name in Englisch" lautet quinoa.

Literatur - Quellen:

  1. Lange, M.: UGB-Forum (Unabhängige Gesundheitsberatung) 4/99, S. 207-208.
  2. pharmawiki.ch Quinoa.
  3. ugb.de (Unabhängige Gesundheitsberatung). Ist bei einer rein pflanzlichen Kost die Proteinqualität ausreichend?
  4. USDA (United States Department of Agriculture). Nährstofftabellen.
  5. J. Ruales, B. M. Nair: Nutritional quality of the protein in quinoa (Chenopodium quinoa, Willd) seeds. In: Plant Foods for Human Nutrition Band 42, Nummer 1, Januar 1992, S. 1–11.
  6. humboldt-reloaded. uni-hohenheim.de Universität Hohenheim. Superfood Quinoa: Als Sprossen noch besser.
  7. FAO & CIRAD. 2015. State of the Art Report on Quinoa around the World in 2013, by D. Bazile, D. Bertero & C. Nieto, eds. Rome. Unterkapitel von: Zevaloos V. F., Herencia L. I., Ciclitira P. J. chapter 3.6 Quinoa, coeliac disease and gluten-free diet.
  8. Murphy K. S., Matanguihan J. Quinoa: Improvement and Sustainable Production. Verlag John Wiley & Sons, 2015.
  9. wikipedia.org Gluten.
  10. 1wikipedia.org Quinoa.
  11. dge.de (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) Sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Wirkung auf die Gesundheit.
  12. ugb.de (Unabhängige Gesundheitsberatung) Sekundäre Pflanzenstoffe: Substanzen mit vielen Unbekannten.
  13. mobil.bfr.bund.de (Bundesinstitut für Risikobewertung). Gesundheitliche Bewertung von Säuglingsnahrung.
  14. bohlsener-muehle.de Quinoa im eigenen Garten.
  15. pflanzenforschung.de Quinoa (Chenopodium quinoa).
  16. iva.de (Industrieverband Agrar) Quinoa aus Deutschland.
  17. bienenundnatur.de Energie aus Blühpflanzen. PDF.
  18. wikipedia.org Amarant.

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