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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Anis Früchte (Änis Samen)

Anis Früchte (Änis Samen) verwendet man bei der Herstellung von Backwaren und Süssigkeiten. Die Frucht spielt auch in der Heilkunde eine Rolle.
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Anis oder Änis (Pimpinella anisum) ist eine Gewürz- und Heilpflanze. Wegen ihres intensiven Geschmacks verwendet man die Früchte oft in Gebäck und in Süsswaren.

Verwendung in der Küche:

Als Gewürz munden die Anis-Früchte (Änis Samen) meist in Anisplätzchen und als aromatischer Bestandteil von Broten, Brötchen oder Kuchen. Anis kann man aber auch als schmackhafte und verdauungsfördernde Beigabe in Sauerkraut, Weiss- und Rotkraut oder in einen Krautsalat mischen.1 Es passt ebenfalls in Eintöpfe mit Linsen und Graupen oder in einen Hirsesalat. Wer Früchte einmacht, verleiht dem Kompott mit ein paar Aniskörnchen eine zusätzliche Geschmacksnote. Auch Gemüse- oder Obstsuppen und ein Curry lassen sich damit hervorragend verfeinern.

Grundsätzlich harmoniert Anis mit Karotten, Fenchel, Sellerie, Zwiebeln, Kürbis, Kartoffeln, Linsen, Zwetschgen, Pflaumen, Nektarinen, Aprikosen, Ananas, Äpfeln und Feigen. Die Zugabe von Anis ergibt aromatische Saucen, z. B. kombiniert mit Zitronen. Fruchtige Smoothies gewinnen dank Anis an Würze, jedoch sollte man diese Zutat hier eher sparsam verwenden, um die restlichen Aromen nicht zu übertönen.

Für die Zubereitung von Tee eignen sich die getrockneten, ganzen Samen sehr gut, das gemahlene Pulver aber nicht.

Einkauf:

Anis gibt es getrocknet oder gemahlen zu kaufen. Anis-Früchte (Anissamen) und Anispulver finden Sie im Gewürzregal.

Wild zu finden:

Alle mitteleuropäischen Pimpinella-Arten sind essbare Pflanzen. Insbesondere die Kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga) ist in Europa stark verbreitet. Sowohl deren Stängel und Blätter als auch die Blüten und Früchte sind in der Küche verwendbar. Die Kleine Bibernelle wächst an sonnigen, trockenen und meist kalkhaltigen Standorten. Die Autoren der Enzyklopädie "Essbare Wildpflanzen" warnen vor Verwechslungen mit der Hundspetersilie, dem giftigen Wasserschierling und dem gefleckten Schierling.2 Die Anispflanze ist seltener wild anzutreffen. Dabei handelt es sich meist um verwilderte Formen, die von Kulturpflanzen abstammen.1

Lagerung:

Anis-Samen in fest schließenden Dosen luftdicht, trocken, kühl und dunkel aufbewahren. So halten sie sich mindestens 12 Monate.

Inhaltsstoffe:

Zu den wichtigsten Bestandteilen von Anis gehören ätherisches Öl (grösstenteils Trans-Anethol), Phenolcarbonsäuren, Flavonoide, Eiweiss und Zucker.1,3,4,5

Gesundheitliche Aspekte:

Die Wirkung der Anisfrüchte basiert hauptsächlich auf dem Gehalt an ätherischem Öl. Das Trans-Anethol wirkt schleimlösend, schwach krampflösend, hemmt Blähungen und gilt als antibakteriell.5

Gefahren / Unverträglichkeiten:

Selten kann es zu folgenden Nebenwirkungen kommen: allergische Reaktionen der Haut, der Atemwege und des Verdauungstraktes.1 Vor allem das ätherische Öl sollte man nicht unverdünnt anwenden.6

Verwendung als Heilpflanze:

Die Frucht spielt auch in der Heilkunde eine Rolle. 2014 wählte eine Jury im Auftrag des Vereins zur Förderung der naturgemässen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, gen. Paracelsus e.V. (NHV- Theophrastus), den Anis zur Heilpflanze des Jahres. Diese Auszeichnung bekam die Anispflanze dank ihrer blähungstreibenden, verdauungsfördernden und schleimlösenden Wirkung. Zudem betonte die Jury, Anis könne sogar chronische Krankheiten positiv beeinflussen.7 Letztere These ist jedoch kontrovers.

Man wendet Anis in der Heilkunde bei leichten Oberbauchbeschwerden und Katarrhen der Luftwege an - sowie in Cremes gegen Muskel- und Gelenkschmerzen. Heisse Aufgüsse mit Anis wirken als Hustenmittel oder bei Magen-Darm-Beschwerden. Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind nicht bekannt.

In der Homöopathie kommt Anis als Mittel gegen Hexenschuss, Nackenschmerzen und gegen Appetitlosigkeit, gegen Durchfall bei zahnenden Kleinkindern und als Beruhigungsmittel zum Einsatz.

Für Anistee überbrüht man einen Teelöffel von (kurz vor Gebrauch zerstossenen) Anisfrüchten mit einer Tasse siedendem Wasser und lässt die Mischung 10 Minuten ziehen. Pro Tag 2 bis 3 Tassen trinken.1,5 Bei Verdauungsbeschwerden eignet sich auch eine Mischung mit Fenchel und Kümmel.1

Volksmedizin:

Stillende Mütter greifen auf Anis als muttermilchförderndes Mittel (Laktagogum) zurück, z. B. in Stilltees.7 Mancherorts gilt Anis als Aphrodisiakum.12

Vorkommen:

Anis ist vermutlich im Orient1 (Syrien oder Ägypten)6,9 oder im östlichen Mittelmeerraum8 beheimatet. Heute baut man die Pflanze auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR, in Indien und im Mittelmeerraum reichlich an. Auch Amerika kennt Aniskulturen.1

Anbau, Ernte:

Die einjährige, krautige Anispflanze gedeiht am besten an einem sonnigen Platz in warmem, wasserdurchlässigem und leicht kalkhaltigem Boden. Sie erreicht eine Höhe von ca. 60cm. Anis blüht von Juli bis September in zahlreichen weissen Blüten an 7-15-strahligen Dolden.1 Die Früchte (Samen) können Sie in Reihen direkt ins Beet dünn aussähen. Die Jungpflanzen brauchen anschliessend einen Abstand von ca. 20 cm und stets feuchten (nicht ausgetrockneten) Boden. Zwar wächst Anis unter fast allen Wetterbedingungen, doch die Samen reifen nur mit genug Wärme. Für die Ernte schneidet man den Stiel der Dolden ab, lässt die Dolden trocknen und schlägt dann die trockenen Früchte aus.9

Verwechslungsgefahr:

Der Anis (Pimpinella anisum) ist nicht mit dem Sternanis (Illicium verum) zu verwechseln. Beiden Gewürzen ist das ätherische Öl (und dessen Wirkung) gemeinsam, ansonsten sind sie nicht verwandt. Beim Sternanis handelt es sich um einen bis zu 18m hohen, immergrünen Baum mit gelblich-weissen Blüten, die innen oft rot oder pink sind. Der Baum kommt in Asien vor.

Wenn Sie nach Wildpflanzen Ausschau halten, beachten Sie bitte die Hinweise weiter oben unter "Wild zu finden".

Allgemeine Informationen:

Der Name der Anis-Pflanze, abgeleitet von lateinisch anisum, geht auf das griechische Wort ἄνηθον für Dill zurück, mit dem man Anis verwechselt hatte.

Die Pimpinella anisum gehört zu den Doldenblütlern, genau wie der Kümmel und der Fenchel. Da Anisfrüchte weniger stark gegen Blähungen wirken als Kümmel und gegen Husten als Fenchel, gerät der Anis manchmal in den Hintergrund.

Im Gegensatz dazu war die alte Heilpflanze im römischen Reich und im antiken Griechenland hochgeschätzt. Anis verwendeten die Kreter zum Aromatisieren ihrer Weine. Die Griechen stellten Duftöle daraus her und die Römer würzten damit unter anderem ihre Kekse. Seit Jahrhunderten dient die Anis Frucht zur Herstellung von Spirituosen, die heute Namen tragen wie Ouzo, Raki (Griechenland), Absinth, Pastis, Ricard u.a.

Der römische Naturforscher Plinius schrieb unter anderem, dass Anis (anesum) bei Skorpionstichen hilft und den Atem verbessert.10 Benediktinermönche brachten die Pflanze zur Zeit des Karl der Grosse über die Alpen. Danach fand sie Eingang in viele mittelalterliche Klostergärten und Arzneibücher.11 Daneben war Anis als Gewürz sehr verbreitet (in Brot, Backwaren, Süssspeisen, Süssigkeiten und Kompotten, für Fleisch, Fisch, Geflügel und Gemüse).6 Entsprechend war das Gewürz in Aberglaube und Brauchtum tief verwurzelt.12

Dank seinem angenehmen Geschmack kombiniert man heute Anis in Erkältungsmitteln mit Meerrettich, Kalmus, Fenchel, Efeu, Meisterwurz, Süssholz, Bibernelle, Spitzwegerich, Schlüsselblume, Wacholder, Hagebutte oder Isländisch Moos.

Das ätherische Öl der Anisfrüchte findet man in Zahnpasten, Anispastillen und im Mundwasser. Die Duftindustrie mischt es in Parfüms, Seifen und Raumdüfte. Seit einigen Jahren ersetzt die Industrie den Anis aber vermehrt durch den ertragreicheren und günstigeren Sternanis.

Sogar bei der Reitjagd und in der Fischerei kommt der Anisduft zum Einsatz. Auf den Köder aufgetragen soll er Fische anlocken.13

Literatur / Quellen:

  1. Pahlow M.: Das grosse Buch der Heilpflanzen: Nikol Verlag; 2013: 56-57
  2. Fleischhauer SG, Guthmann J, Spiegelberger R. Essbare Wildpflanzen. 1. Auflage. München: AT Verlag; 2007:205ff.
  3. Französischsprachige Wikipedia: wikiphyto.org/wiki/ Anis_vert
  4. Panda H. Handbook on Spices and Condiments (Cultivation, Processing and Extraction). Delhi: Asia Pacific Business Press Inc; 2010.
  5. awl.ch/heilpflanzen/ pimpinella_anisum/ anis.htm
  6. nhv-theophrastus.de/ site/index.php?option= com_content& view=article&id= 193:anis-pimpinella-anisum& catid=80:heilpflanze-des-jahres-2014&Itemid=186
  7. deutsche-apotheker-zeitung.de/ news/artikel/ 2013/06/20/ altbekanntes-mittel-gegen-verdauungsbeschwerden-und-erkaeltung
  8. The Euro+Med PlantBase. ww2.bgbm.org/ EuroPlusMed/ PTaxonDetail.asp?NameId= 107789&PTRefFk= 7500000
  9. awl.ch/heilpflanzen/ pimpinella_anisum/ anis.htm
  10. C. Plinius Secundus. Naturgeschichte. Buch XX.
  11. lexikon.huettenhilfe.de/ gewuerze/anis/ geschichte-des-anisum-pimpinella.html
  12. Deutschsprachige Wikipedia: Anis
  13. Englischsprachige Wikipedia: Anise

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