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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Vitamin K

Vitamin K, ein fettlösliches Vitamin, kommt u.a. in grünem Gemüse und Salat vor. Es spielt eine wichtige Rolle in der Blutgerinnung und im Knochenstoffwechsel.
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Fazit:

Eine naturnahe und ausgewogene vegane Ernährung deckt den Bedarf an Vitamin K besonders gut. Veganer, die grünes Gemüse und Kräuter nicht verachten bekommen ein Vielfaches gegenüber Mischköstlern.

Diese Lebensmittel sollte man an einem dunklen Ort lagern.

Vorkommen:

Phyllochinon kommt in unterschiedlichen Konzentrationen in Grünpflanzen und zum Teil in deren Früchten vor. Menachinon kommt in fermentierten Lebensmitteln und im Darm des Menschen vor, da Bakterien das Vitamin K2 produzieren.

Sehr gute Quellen für Vitamin K1 sind grüne Gemüse wie grüne Kohlsorten, Salate und Kräuter. Einige Beispiele daraus sind: Petersilie frisch (1640 µg/100g), Mangold (830), Grünkohl (705), Spinat (483), Basilikum frisch (415), Chicoreé (298), Frühlingszwiebel (207), Rosenkohl (177), Broccoli (102) und Lauch (46).1

Lager- und Zubereitungsverluste:

Aufgrund der Hitzestabilität der Vitamin-K-Gruppe treten beim Zubereiten, insbesondere beim Garen nur kleine Vitaminverluste auf. Vitamin K ist gleichzeitig auch gegenüber Sauerstoff stabil. Licht hingegen inaktiviert das Vitamin.

Ernährung / Gesundheit:

Vitamin K gehört zu den fettlöslichen Vitaminen. Dabei steht das K ursprünglich für Koagulation (Gerinnung), da das Vitamin eine wesentliche Rolle im Blutgerinnungssystem spielt. Neben den in der Natur vorkommenden Vitamin K1 (Phyllochinon) und K2 (Menachinon) gibt es noch andere Chinone mit Vitamin-K-Wirkung. Vitamin K2 spielt ausserdem eine wichtige Rolle im Knochenstoffwechsel.

Tagesbedarf auf lange Sicht:

Inwieweit das bakteriell synthetisierte Vitamin K2 zur Bedarfsdeckung beiträgt, ist noch unklar. Bei einer gesunden Darmflora spricht man von ca. 50 %. Deshalb basieren die Zufuhrempfehlung für Vitamin K eher auf Schätzungen. Sie beträgt für Erwachsene 65 - 80 µg/Tag.3

Mangelsymptome:

Bei einer ausgewogenen Ernährung ist ein Vitamin K Mangel sehr selten.
In folgenden Situationen kann ein Mangel aber sehr wohl auftreten:
Zwar ist die Muttererstmilch, das sogenannte Kolostrum, reich an verschiedenen Stoffen, u. a. auch an Vitamin K, aber die darauf folgende normale Muttermilch nicht. Vitamin K ist auch kaum plazentagängig. Zu diesen Faktoren kommt häufig noch ein physiologischer (normaler) Fettstuhl beim Neugeborenen. Deshalb besteht die Möglichkeit einer Mangelversorgung beim Säugling. Man führt in den meisten Ländern seit langem gleich nach der Geburt eine Vitamin-K-Prophylaxe durch.3,5

Cumarin-Derivate, sogenannte Antikoagulanzien (Gerinnungshemmer) sind Gegenspieler (Antagonisten) des Vitamin K. Bei Überdosierung können sie zu lebensgefährlichen Blutungen aufgrund eines relativen Vitamin-K-Mangels führen.3,5

Bei Leber-, Magen- und Darmerkrankungen oder bei Gallengangverschluss kann es ebenfalls zu Resorptionsdefiziten kommen.

Ein Vitamin K1 Mangel geht einher mit einer herabgesetzten Blutgerinnung. Diese kann bei Säuglingen zu Hirnblutungen führen. Beim Erwachsenen kann es zu Blutungen in verschiedenen Organen kommen, z.B. im Magen-Darm-Trakt, der Muskulatur und den Schleimhäuten (besonders in der Nase).

Überversorgung:

Toxische Eigenschaften durch Vitamin K aus Nahrungsmitteln sind nicht bekannt.

Vergleichsweise kleine Mengen Vitamin K (1 mg) können jedoch gerinnungshemmende Arzneistoffe der Cumarin-Gruppe wie "Phenprocoum.." oder "Warfar.." in ihrer Wirkung aufheben; sind sie im Einsatz, darf man kein Vitamin K zusätzlich zur normalen Nahrung aufnehmen.

Funktionen im Körper etc.:

Die wesentliche Bedeutung von Vitamin K liegt in seinem Beitrag zur Einführung einer Carboxygruppe in die γ-Position von Glutamylresten bestimmter Proteine. Dabei dient Vitamin K als Cofaktor der γ-Glutamylcarboxylase. Bisher sind vierzehn Proteine bekannt für deren Synthese Vitamin K notwendig ist. Davon sind sechs Proteine mit dem Blut-Gerinnungssystem verbunden.2,3,5

  • Regulierung der Blutgerinnung: Vitamin K ist daran beteiligt, die Gerinnungsfaktoren II, VII, IX, X in ihre gerinnungswirksamen Formen zu überführen. Die Leber synthetisiert ebenfalls die Vorstufen der gerinnungshemmenden Proteine Protein C und Protein S und aktiviert diese unter Mitwirkung von Vitamin K.
  • Knochenstoffwechsel: Vitamin K2 aktiviert Osteocalcin, welches dadurch erst Calcium binden und in den Knochen einbauen kann.
  • Für Vitamin K2 ist inzwischen auch eine essenzielle Funktion als Elektronentransporter in den Mitochondrien nachgewiesen.
  • Es gibt seit einiger Zeit Hinweise aus verschiedenen Studien, dass Vitamin K2 nachhaltigen Einfluss auf eine Reihe von Krebsformen zu haben scheint.6,7

Aufnahme und Stoffwechsel:

Die Resorption von Vitamin K1 findet aktiv unter Mitwirkung von Gallensäure und Pankreaslipase im Dünndarm im Zuge der Fettverdauung statt. Die Resorptionsquote liegt bei 20-70 %, wobei ein niedriger pH-Wert und kurz- oder mittelkettige, gesättigte Fettsäuren die Resorption steigern, ein hoher pH-Wert sowie langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren hingegen hemmen.5
Chylomikronen und andere Lipoproteine transportieren das Vitamin K dann in die Leber und andere Zielzellen. Dort findet eine Hydroxylierung des Vitamin-K-Chinon zu seiner biologisch aktiven Form, dem Vitamin-K-Hydrochinon (Vitamin KH2) statt. Das aktivierte Vitamin KH2 wirkt als Cofaktor der γ-Glutamylcarboxylase. Diese wiederum aktiviert die Vorstufen der Gerinnungsfaktoren und anderer Proteine.3

Speicherung, Verbrauch, Verluste:

Da Vitamin K einem raschen Turnover (Umsatz) von etwa 24 Stunden unterliegt, kann die Speicherfähigkeit der Leber einen Vitaminmangel nur für etwa 1-2 Wochen überbrücken.5 Das steht aber im Widerspruch zur Realität des Fastvermögens eines Menschen.

Strukturen:

Die Grundstruktur des Vitamin K ist das 1,4-Naphtochinon. Die Methylgruppe ist für die Vitaminwirkung entscheidend, während die Seitenketten die Fettlöslichkeit bestimmen.

Literatur / Quellen:

  1. US-Amerikanische Nährwertdatenbank USDA.
  2. Kasper Heinrich und Burghardt Walter: Ernährungsmedizin und Diätetik; 11. Auflage (2009); Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, München.
  3. Biesalski Hans Konrad und Grimm Peter: Taschenatlas der Ernährung; 6. Auflage (2015); Georg Thieme Verlag, Stuttgart und New York.
  4. Zimmermann Michael, Schurgast Hugo, Burgerstein Uli P.: Burgersteins Handbuch Nährstoffe, 9. Auflage (2000); Karl F. Haug Verlag, Heidelberg.
  5. Pietrzik K, Golly I, Loew D: Handbuch Vitamine. Für Prophylaxe, Beratung und Therapie. Urban & Fischer Verlag, München 2008.
  6. Dietary intake of vitamin K and risk of prostate cancer in the Heidelberg cohort of the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC-Heidelberg),Nimptsch, Rohrmann S, Linseisen J. Am J Clin Nutr. 2008 Apr.
  7. Vitamin K: the effect on health beyond coagulation - an overview. Vermeer C; Food Nutr Res. 2012; Epub 2012 Apr


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