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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Echter Kerbel, frisch (Gartenkerbel)

Der Echte Kerbel (Gartenkerbel) ist frisch ein hervorragendes Suppenkraut und verfeinert auch Gemüse und Salate.
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Der Echte Kerbel, Gartenkerbel oder einfach nur Kerbel ist ein feines Gewürzkraut, das frisch an Anis erinnert und Gerichten eine leicht pfeffrige Note verleiht.

Verwendung in der Küche:

Der Echte Kerbel verfeinert als Suppenkraut viele Suppen, Eintöpfe, Gemüsegerichte und auch Salate. Kräuterbutter, Saucen oder Dips verleiht der leicht pfeffrige Geschmack des Echten Kerbels eine feine Würze. Die feinen Blätter des Echten Kerbels lassen in Kräutermischungen wie "Fines herbes" oder "Frankfurter Grüne Sauce" ihr ätherisches Aroma gut zum Vorschein kommen. Da der Echte Kerbel eines der ersten Gewürze im Frühling ist, serviert man ihn gerne am Gründonnerstag oder dekoriert damit die Ostergerichte.

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Einkauf:

In kleinen Bioläden oder direkt am Markt findet man manchmal noch frischen Kerbel. Blüht er noch nicht, sieht er der Petersilie sehr ähnlich, riecht aber nach Anis. Tiefgekühlt oder getrocknet bieten ihn manche gut sortierte Reformhäuser an. Getrocknet verliert er jedoch sehr schnell sein gutes Aroma. Da der Echte Kerbel eher selten zu findet ist, kann man kleine Pflänzchen im Internet bestellen und z.B. selbst an der Fensterbank aufziehen.

Wild zu finden:

In den Ursprungsgebieten Südeuropa, Kaukasus und in den Bergen Vorderasiens findet man den Gartenkerbel auch heute noch in wilder Form.

Lagerung:

Frisch hält sich der Echte Kerbel in einem Glas mit etwas Wasser gestellt ein paar Tage im Kühlschrank. Hat man grössere Mengen zur Verfügung kann man ihn klein gehackt gut einfrieren. Am besten schmeckt er natürlich ganz frisch. Kerbel ist sehr anspruchslos und lässt sich sehr einfach an der Fensterbank oder im Garten ziehen.

Inhaltsstoffe:

In erster Linie enthält der Echte Kerbel viel Vitamin C, Eisen und Magnesium. Auch Bitterstoffe, Glycoside und Carotin kommen vor. Das ätherische Öl des Echten Kerbels macht im frischen Kraut ca. 0,03 % aus. Das Kraut besteht zu ca. 60 % aus Estragol und zu 30 % aus Dimethoxy-allylbenzen. Es enthält auch Isoanethol und Chavibetol.

Die Früchte sind schmal walzlich, 7 bis 11 mm lang und bis zu 1,5 mm breit. Reif sind sie glänzend schwarz, glatt und deutlich geschnäbelt. Sie enthalten 0,9 % ätherische Öle, also etwa 30 mal mehr als das Kraut. Dazu enthalten die Früchte 13 % fettes Öl, darunter Petroselinsäure.

Gesundheitliche Aspekte:

Neben seiner antiseptischen, blutreinigenden und gallentreibenden Wirkung ist Echte Kerbel auch appetitanregend. Stillende Mütter sollten aufpassen, da man ihm eine hemmende Wirkung auf die Milchsekretion zuspricht.1 Seine harntreibende Wirkung ist zumindest seit 1536 bekannt.2

Verwendung als Heilpflanze:

Bei der Verwendung als Heilpflanze, sind frische Blätter vorzuziehen. Da sich die wirksamen ätherischen Öle und Aromen beim Trocknungsprozess oder bei Hitzeeinwirkung sofort verflüchtigen. Einsatzgebiete der Naturheilkunde sind bei Augenentzündungen, Bronchitis und Husten, Brustschmerzen, Gelbsucht, Hautjucken, Herpes, Leberprobleme und zur Milchreduktion (beim Stillen).1

Volksmedizin:

In der Volksmedizin setzt man Echten Kerbel bei Erkältungen, Kopfschmerzen, Stress und Wundbehandlungen ein.

Vorkommen:

Beliebt war der Gartenkerbel bei den Alten Römern. Im Mittelalter besass der Echte Kerbel aus der Sicht von Heilkundigen fast übernatürliche Kräfte. Gartenkerbel kam früher in beinahe jedem Garten vor. Heute verdrängt ihn die Petersilie fast völlig.

Anbau, Ernte:

Der heutige Anbau des Echten Kerbels erfolgt häufig aufgrund seiner Schnellwüchsigkeit als Zwischenfrucht. Der Kerbel ist sehr anspruchslos, den Boden betreffend. Um eine frühe Blüte zu vermeiden, kultiviert man ihn meist an halbschattigen und feuchten Standorten. Diese Feuchtigkeit führt häufig zum Befall mit dem Falschen Mehltau und auch mit dem Rostpilz. Eine stetige Schädlings- und Krankheitskontrolle ist sehr wichtig um gesunde Pflanzen zu erhalten. Echter Kerbel kann einjährig oder mehrjährig sein. Letzterer ist frosthart, was ihn vor allem in Hausgärten beliebt macht. Noch vor der Blüte erntet man den Echten Kerbel, im europäischen Raum Anfang April. Je nach Düngung duldet er mehrfache Schnitte.

Verwechslungsgefahr:

Beim Wildsammeln kann man den Echten Kerbel sehr leicht mit dem Wiesen-Kerbel verwechseln. Dies ist nicht schlimm, da dieser auch geniessbar ist. Eine Verwechslung mit anderen Doldenblütlern kann jedoch zu Vergiftungserscheinungen führen. Z.B. sehen der sehr giftige Gefleckte Schierling und der betäubende Hecken-Kälberkropf dem Kerbel sehr ähnlich!

Allgemeine Informationen:

Der Echte Kerbel (Anthriscus cerefolium) gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). 1753 bezeichnet ihn Carl von Linné als Scandix cerefolium. Erst seit 1814 kennt man ihn durch Georg Franz Hoffman unter dem Namen Anthriscus cerefolium (L.) Hoffm.

Für den Echten Kerbel gibt es sehr viele Trivialnamen: Chörblichrut, Karweil, Karwel, Kerbelkraut, Kerbeln, Kervelda, Kerveln, Kerwel, Kirbele, Kirfel, Körbelkraut, Körblinkraut, Körffel, Keferfil, Suppenkräutle.

Auf Althochdeusch hiess der Echte Kerbel: Charvel, Chervilla, Cherville, Chervola, Fünfblettir, Gerwella, Kervela, Kervila. Auf Mittelhochdeutsch: Kärben, Karbel, Kertzenplatt, Kervola, Kerbvel, Kerble, Kerbol, Kirbel, Korbel, Kurbel. Niederdeutsch sagte man: Carvel.3

Als Knollenkerbel, Knolliger Kerbel oder Rübenkerbel ist der Knollige Kälberkropf bzw. Rüben-Kälberkropf (Chaerophyllum bulbosum) benannt. Zudem gibt es den Ausdruck Erdkastanie für diese Pflanzenart innerhalb der Familie der Doldenblütler. Knollenkerbel ist eine wenig bekanntes Feinschmeckergemüse mit ähnlichem Geschmack wie die Edelkastanie, nach dem sie gefroren war, schmeckt das Aroma mehr nach Haselnuss.4

Literatur / Quellen:

  1. pflanzenfreunde.com Heilpflanzen - Gartenkerbel
  2. Constantinus Africanus. De gradibus quos vocant simplicium liber. Constantini Africani post Hippocratem et Galenum. Basel;1536. S. 342–387.
  3. Deutschsprachige Wikipedia: Echter Kerbel
  4. J. Becker-Dillingen: Handbuch des gesamten Gemüsebaues, 5. Auflage. Paul Parey 1950, S. 689–692.
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