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Brennnessel, Kleine (Urtica urens, Eiternessel. Brennessel)

Die Kleine Brennnessel (Urtica urens, Eiternessel. Brennessel) kommt nur zerstreut bis selten vor, gleiche Anwendungen wie Grosse.
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Die Kleine Brennnessel (Urtica urens, auch Brennessel) gehört zur Gattung der Brennnessel (Urtica), ebenso wie die in den gemässigten Zonen häufig vorkommende Grosse Brennnessel (Urtica dioica). Als gesundheitsfördernde Nahrungspflanze kann die schmackhafte Kleine Brennnessel zahlreiche Gerichte bereichern. Ausserdem ist die Brennnessel eine gut untersuchte Arzneipflanze mit langer Anwendungstradition, die bis auf Hippokrates zurückgeht.

Verwendung in der Küche:Die jungen Sprossen der Kleinen Brennnessel (Ernte April / Mai) schmecken in frischem Gemüsesaft, als Brotbelag, Spinat, in Salatsaucen, gegart in Gemüsegerichten, in Ausbackteig, roh und fein gehackt in Kräuterbutter sowie als Trockengewürz. In Salaten, Pestos und Wildkräuter-Smoothies harmoniert die Kleine Brennnessel mit ihrem feinsäuerlichen bis nussigen Aroma mit anderen Wildkräutern wie Löwenzahn, Bärlauch oder Sauerampfer. Auch in einer Tarte, im Risotto oder in Spätzle ist die Kleine Brennnessel ein Genuss. Aus frischen oder getrockneten Blättern lassen sich ausserdem Brennnesseltee oder andere Teemischungen zubereiten. Die grünen Samen (Ernte Juni / Juli) können als Brotbelag und die reifen (September) geröstet als Zusatz zum Wein Verwendung finden.

Um die unangenehme Wirkung der Nesselhaare zu vermeiden, können Sie die gewaschenen Brennnesselblätter in ein Tuch einschlagen und mit einer Teigrolle walzen.

Wild zu finden:Während die Grosse Brennnessel (Urtica dioica) ein bekanntes und auf nährstoffreichen Böden bestens gedeihendes Unkraut ist, kommt die Kleine Brennnessel (Urtica urens) nur zerstreut bis selten vor. Verbreitungsschwerpunkte sind Ruderalgesellschaften sowie Acker- und Gartenunkrautgesellschaften. Die Hauptblütezeit der Kleinen Brennnessel ist von Mai bis November. Für die Verwendung als Gemüse verwendet man junge, niedrige Pflanzen bzw. Pflanzen mit noch möglichst weichem Stiel, da sich mit zunehmendem Alter Oxalat-Kristalle bilden.1,2

Lagerung:Frisch gepflückte Brennnesselblätter bewahrt man am besten luftig auf, z. B. in einem Leinenbeutel oder einem Korb. Sorgfältig getrocknete Blätter können Sie trocken und lichtgeschützt in einem gut verschliessbaren Gefäss lagern.

Inhaltsstoffe:Brennnessel enthalten Phenolcarbonsäuren, Flavonoide (überwiegend Quercetin, Kämpferol und Isorhamnetin), Fett, Kohlenhydrate (Polysaccharide) und reichlich Proteine. Frische Brennnessel sind mineralstoffreich und weisen nennenswerte Mengen insbesondere an Magnesium, Kalium, Eisen und Silizium in Form der löslichen Kieselsäure sowie die Vitamine A, C und E auf.
Die Wurzeln enthalten Lektine, Sterole, Cumarine, Lignane und Fettsäuren.2,4,5 Laboranalysen zeigen insgesamt 16 Flavonoide, flavon- und flavonolartige Glycoside in den oberirdischen Teilen von Brennnesseln.6 In den Samen sind neben etwa 30 % Öl (vorwiegend Linolsäure) Schleimstoffe, Carotinoide und ein hoher Vitamin-E-Gehalt (bis 0,1 %) zu finden.2

Gesundheitliche Aspekte:Brennnesseln wirken adstringierend, blutstillend, harntreibend, entgiftend sowie stärkend. Die Blätter können Blutdruck und Blutzuckerspiegel leicht senken, während die Wurzeln über ähnliche Eigenschaften verfügen und Prostatavergrösserungen verringern.1

Gefahren / Unverträglichkeiten:Für die innerliche Anwendung von Brennnesselextrakt sind keine erheblichen nachteiligen Auswirkungen bekannt. Der Kontakt mit frischer Brennnessel verursacht Stiche und kann bei empfindlichen Einzelpersonen im Ausnahmefall zu schweren allergischen Reaktionen führen.7 Möglicherweise kann Brennnesselsamenextrakt die Wirkung gleichzeitig verabreichter Arzneimittel beeinflussen.8

Verwendung als Heilpflanze:Traditionell nutzt man Brennnesseln zur Behandlung von rheumatischen Beschwerden, Verdauungsleiden und Gallenerkrankungen. Der leicht harntreibende Effekt der Pflanze wirkt positiv bei Nierenleiden. Volksmedizinisch konnte man den innerlichen Einsatz zur Blutbildung und Erhöhung der Enzymproduktivität der Bauchspeicheldrüse belegen. Die enthaltenen Enzyme und pflanzlichen Hormone wirken krebsvorbeugend. Ausserdem können Brennnesseln den Blutzuckerspiegel senken, Entzündungen hemmen und Prostatabeschwerden (Wurzel) lindern.2 Auch bei Arthritis, Gicht, Ischias, Neuralgie, Hämorrhoiden, Kopfhaut- und Haarproblemen, Verbrennungen, Insektenstichen, Nasenbluten, Hautbeschwerden und Allergien können Brennnesselanwendungen Linderung verschaffen.1

Vorkommen:Als einjähriges Ackerbeikraut trifft man die Kleine Brennnessel in der modernen Landwirtschaft nur noch selten an. Zum Teil gilt sie sogar als verletzlich bis stark gefährdet. Als Ruderalpflanze wächst sie auf Schuttplätzen und an Wegrändern, vor allem in wärmeren und trockenen Lagen.4

Die einjährige, zierliche Kleine Brennnessel erreicht Wuchshöhen von zehn bis 60 Zentimetern. Die kreuzweise gegenständig angeordneten Blätter sind kaum länger als fünf Zentimeter und heller grün als die der Grossen Brennnessel. Die Blattspreite ist elliptisch zugespitzt und der Blattrand gesägt.3 Während sich die Grosse Brennnessel über kriechende Rhizome mit dicht verästeltem Wurzelsystem ausbreiten kann, vermehrt sich die getrenntgeschlechtig einhäusige Kleine Brennnessel nur über Samen.4

Anbau, Ernte:Trotz Problemen beim Anbau und gegenüber der Grossen Brennnessel wesentlich geringeren Ertrags baut man die Kleine Brennnessel bis heute wegen ihrer stärkeren Brennwirkung für therapeutische Zwecke an. Zudem ist die Kleine Brennnessel im Gegensatz zur Grossen Brennnessel bisher noch nicht züchterisch bearbeitet. Einmal angesiedelt zeigt die Kleine Brennnessel an geschützten Stellen üppiges spontanes Wachstum, während die Keimung bei Direktsaat im Feld erfahrungsgemäss unzuverlässig und unregelmässig ist.4

Allgemeine Informationen:Die Kleine Brennnessel (Urtica urens) ist auch unter dem Namen Eiternessel bekannt und relativ oft fälschlicherweise als Brennessel (mit nur zwei statt drei "n") bezeichnet. Das Wort kommt von Brenn-Nessel. In Eurasien ist die Kleine Brennnessel weit verbreitet und in einigen Gebieten der Welt ein Neophyt.3

Literatur / Quellen:

  1. Kräuter. Die grosse Enzyklopädie. Anbau und Verwendung. 2. Auflage München: Dorling Kindersly Verlag GmbH; 2015.
  2. Fleischhauer, Steffen Guido; Guthmann, Jürgen, Spiegelberger, Roland: Enzyklopädie: Essbare Wildpflanzen: 2000 Pflanzen Mitteleuropas. 1. Auflage Aarau: AT Verlag; 2013.
  3. Wikipedia. Keine Brennnessel.
  4. Pflanzenmonografien zur Nationalen Datenbank: Die Kleine Brennnessel (Urtica urens) [Internet]. Version vom 15.02.2015 [zitiert am 07.06.2018].
  5. Pharmawiki. Brennnessel [Internet]. Version vom 12.03.2017 [zitiert am 07.06.2018].
  6. Carvalho AR, Costa G, Figueirinha A, Liberal J, Prior JAV, Lopes MC, Cruz MT, Batista MT. Urtica spp.: Phenolic composition, safety, antioxidant and anti-inflammatory activities. Food Res Int. 2017 Sep;99(Pt 1):485-494. doi: 10.1016/j.foodres.2017.06.008.
  7. Authors ns: Urtica dioica; Urtica urens (nettle). Monograph. Altern Med Rev. 2007 Sep;12(3):280-4. PMID 18072824
  8. Agus HH, Tekin P, Bayav M, Semiz A, Sen A. Drug interaction potential of the seed extract of Urtica urens L. (dwarf nettle). Phytother Res. 2009 Dec;23(12):1763-70. doi: 10.1002/ptr.2848.

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