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Mangold / Krautstiel (roh, bio?)

Vom Mangold (Krautstiel) sind sowohl Stiele als auch Blätter essbar. Roh? Geschmacklich erinnert er an Spinat, schmeckt aber intensiver und herber. Bio?
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Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure (ALA)
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Mangold (Krautstiel) lässt sich roh, und am besten in Bio-Qualität, zu Salat verarbeiten, gekocht eignet er sich für die Zubereitung allerlei Gerichte.

Verwendung von Mangold in der Küche:

Mangold ist der Überbegriff für zwei Kulturformen: Stiel- oder Rippenmangold und Schnitt- oder Blattmangold. Der Stielmangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris, Flavescens-Gruppe), auch Rippenmangold und in der Schweiz Krautstiel genannt (wobei man diese Bezeichnung oft generell für Mangold benutzt), zeichnet sich durch starkhervortretende Mittelrippen und fleischige Stiele aus, die farblich divers ausgeprägt sind. Schnittmangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris, Cicla-Gruppe), auch Blattmangold genannt, ist ein spinatähnliches Blattgemüse - schmale Stiele und viele dünne Blätter. Auch hier sind unterschiedliche Farben zu finden - von weiss über gelb zu rot. Kann man bei Mangold die Stiele mitessen / Sind Mangold-Stiele essbar? Sowohl die Stiele als auch die Blätter des Mangolds (Stielmangold und Blattmangold) sind verzehrbar. Beim Stielmangold kann man die langen Stiele gut wie Spargeln zubereiten, der Blattmangold bietet sich an, ähnlich wie Spinat zu verwenden.

Geschmacklich erinnert Mangold an Spinat und Kohlrabi, schmeckt jedoch intensiver, aromatischer, herber und erdiger. Zudem kommt manchmal eine leichte bittere Note dazu. Die Stiele (vor allem des Stielmangolds) ähneln in der Konsistenz weissen Spargeln.

Generell lässt sich Mangold roh, gedünstet, gebraten oder gebacken verspeisen. Beim Kochen von Mangold sind die unterschiedlichen Garzeiten von Stielen, Rippen und Blätter (je nach Mangoldsorte) zu beachten - wer möchte, kann diese voneinander getrennt garen. Er findet sowohl in Aufläufen (z.B. überbacken mit Kirschtomaten und veganem Feta), Eintöpfen, als auch Currys (z.B. mit Kartoffeln oder Linsen) Verwendung. Als Gemüsebeilage (z.B. mit Knoblauch, Chili und Petersilie oder zusammen mit Karotten gedünstet), in einer Suppe oder in einer Gemüsequiche macht sich Mangold ebenfalls gut. Pasta mit einer cremigen Mangold-Erbsen-Sauce oder mit Kirschtomaten und Pinienkernen ist einfach zubereitet und lecker. Mit den Blättern des Schnittmangolds lässt sich ausserdem das traditionelle Graubündner-Gericht Capuns zubereiten (auch vegan möglich), oder auch sonstige Mangoldrouladen wie z.B. mit Linsen oder Quinoa und Kurkuma.

Kann man Mangold roh essen? Man kann Krautstiel roh essen. Junge, zarte Mangoldblätter sind z.B. roh als Salat essbar. Aus dem rohen Mangold lässt sich zusammen mit z.B. Bananen, Mangos, Gurken und Apfelsaft ein Smoothie zaubern.

Veganes Rezept für einen herbstlichen Mangold-Salat roh:

Zutaten (für 4 Personen): 250 g junge Mangold-Blätter (roh, bio), 1 Apfel (säuerlich), 1 Birne, 100 g Walnüsse, 1 Knoblauchzehe, 2 EL weisser Balsamessig, 1 TL Agavensirup, 1 TL Senf, 2 EL Walnussöl, etwas Salz und Pfeffer.

Zubereitung: Rohe Mangoldblätter abspülen, trocken schütteln und auf vier Tellern anrichten. Apfel und Birne waschen, vierteln, Kerngehäuse entfernen, die Viertel in feine Scheiben schneiden und auf dem Mangold verteilen. Knoblauchzehe abziehen und fein hacken. Essig, Agavensirup, Senf und Knoblauch verrühren. Walnussöl unterrühren und alles mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken. Walnüsse grob hacken. Das Dressing über den Salat geben und darüber Walnüsse streuen.

Vegane Rezepte mit Krautstiel finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben" (ganz unten oder nebenan).

Einkauf - wo Mangold kaufen?

Mangold gibt es in Supermärkten wie z.B. Coop, Migros, Denner, Volg, Rewe, Edeka, etc. zu kaufen. Spar bietet Krautstiel tiefgekühlt an. In anderen Supermärkten (z.B. Aldi, Lidl, Hofer, Billa) gibt es Krautstiel seltener zu kaufen. Mangold hat in den D-A-CH-Ländern von März bis November Saison.

Die Verfügbarkeit von Mangold in den genannten Supermärkten ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Bei Interesse klicken Sie auf unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder (oben unter dem Zutatenbild). Dort finden Sie aktuelle Preise aus verschiedenen Supermärkten und deren Preisentwicklung.

Wild zu finden:

In allen Küstengebieten des Mittelmeeres ist Mangold wild zu finden.1

Lagerung:

Mangold verzehrt man am besten am selben Tag des Kaufs. Ist das nicht möglich, lagern Sie ihn am besten in ein feuchtes Tuch eingeschlagen im Gemüsefach des Kühlschranks. So ist er zwei bis drei Tage haltbar. Er lässt sich auch gut einfrieren. Zuvor sollte man ihn blanchieren. Dafür trennt man die dicken Stiele von den Blättern, da diese unterschiedlich lange benötigen. Mangold-Stiele blanchiert man zwei bis drei Minuten, während man die Blätter nach einer Minute aus dem siedendem Kochwasser nimmt. Nach dem Abschrecken und Trockentupfen kann man den Mangold portionsweise luftdicht einfrieren. Tiefgekühlter Krautstiel hält sich bis zu einem Jahr.

Mangold: Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien:

Roher Mangold ist ein kalorien- und fettarmes Nahrungsmittel. Er enthält lediglich 19 kcal und 0,2 g Fett pro 100 g. Kohlenhydrate sind zu 3,7 g/100g und Proteine zu 1,8 g/100g enthalten.2

Vitamin K ist reichlich in rohem Krautstiel enthalten (830 µg/100g). Mit der Einnahme von 100 g Krautstiel deckt man den Tagesbedarf an Vitamin K zu 1'107 %. Grünkohl enthält mit 705 µg/100g ähnlich viel Vitamin K. Noch mehr Vitamin K weisen getrocknete Kräuter auf - davon nimmt man mengenmässig aber auch weniger zu sich.2

Der Gehalt an Vitamin A beträgt 306 µg/100g (38 % des Tagesbedarfs). Dieser ist vergleichbar mit demjenigen von Feldsalat (355 µg/100g) und Gartenkresse (346 µg/100g). Etwas mehr ist in Kürbissen (426 µg/100g) enthalten.2

Zudem stecken 30 mg Vitamin C in 100 g Mangold (roh), was 38 % des Tagesbedarfs ausmacht. Spinat (28 mg/100g) und Wirsing (31 mg/100g) weisen ähnliche Gehalte auf. Einen besonders hohen Gehalt mit 450 mg/100g ist in Sanddornbeeren zu finden.2

Die gesamten Inhaltsstoffe von Mangold, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen im CLICK FOR unter dem Zutatenbild.

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Ist zu viel Mangold ungesund? Mangold enthält viel Oxalsäure. Ein hohen Oxalsäuregehalt kann sich schädigend auf die Nieren auswirken, weshalb Personen mit Neigung zu Nierensteinen Krautstiel nur in geringen Mengen verzehren sollten.3,4

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Ist Krautstiel gesund? Krautstiel ist reich an bioaktiven Chemikalien wie Phytopigmenten, Flavonoiden und Mineralien mit antioxidativen und immunmodulierenden Eigenschaften. Ausserdem enthält er Ballaststoffe, Proteine und Antioxidantien wie Alpha-Liponsäure, die man mit einer Senkung des Blutzuckerspiegels und einer erhöhten Insulinempfindlichkeit in Verbindung bringt. Das Gemüse hat daher potenzielle präventive und therapeutische Wirkungen bei Diabetes.5

Einigen in Mangold enthaltenen bioaktiven Moleküle weiste man antioxidative, Anti-Acetylcholinesterase-, antidiabetische, entzündungshemmende, antitumorale und hepatoprotektive Wirkung nach. Zudem weisen sie mineralisierende, antiseptische und choleretische Aktivitäten auf und tragen zur Stärkung der Magenschleimhaut bei.6

Krautstiel ist bei Übergewicht und zum Abnehmen zu empfehlen, da er den Hunger mit wenig Kalorien stillt. Ebenfalls ist er aufgrund seiner verdauungsfördernden und abführenden Wirkung bei Gastritis, chronischen Verstopfungen und Hämorrhoiden empfehlenswert.4

Volksmedizin - Naturheilkunde:

Traditionell setzt man Mangold wegen seiner gesundheitsfördernden Wirkung als Volksheilmittel bei Nieren- und Lebererkrankungen, zur Stimulierung des Immun- und Blutbildungssystems und als besondere Diät bei der Krebsbehandlung ein.6

Zudem sagt man Mangold eine heilsame Wirkung bei Darmträgheit und eine dämpfende Wirkung bei Nervösität und leichter Erregbarkeit nach.1

Vorkommen - Herkunft - Ökologie:

Mangold baute man vor 4000 Jahren im Nahen Osten an.1 Er war lange beliebt, bis ihn im 20. Jahrhundert der Spinat ablöste.3 Nun erlebt das Gemüse aber ein Comeback. Italien ist eines der wichtigsten internationalen Anbaugebiete. Auch in Kalifornien und Südafrika baut man Mangold an.7

Es gibt einige Berichte über die Resistenz von Mangold gegenüber Salzstress. Diese zeigen auf, dass Krautstiel eine ausgeprägte osmotische Anpassung unter Salzstress aufweist. Man kann Mangold also als Halophyt betrachten, der in der mediterranen Ernährung des Menschen eine wichtige Rolle spielt.6

Anbau im Garten oder als Topfpflanze:

Die Aussaat von Mangold ins Freiland sollte zwischen April und Juni stattfinden - Stielmangold soltle man vier Wochen vor Blattmangold aussäen. Früh gesäter Mangold (v.a. rotstielige Sorten) schiessen und blühen oftmals schon im gleichen Jahr. Dies verhindert man, indem man winterharte Sorten im Vorjahr bis September aussät. Ansonsten kann man auch Mangold-Setzlinge ab Mitte Februar auf der Fensterbank vorziehen und Mitte April ins Freiland mit einem Reihenabstand von 40 cm auspflanzen.8

Mangold mag es sonnig bis halbschattig und geschützt vor starker Witterung. Er bevorzugt feuchten, tiefgründigen, humosen und nährstoffreichen Boden mit einem pH über 6. Wasser braucht er relativ viel und regelmässig. Staunässe gilt es aber zu vermeiden.8

Wer keinen Garten oder kein Hochbeet hat, kann Mangold auch in einem grossen Blumentopf (ca. 25 cm Durchmesser) mit gutem Wasserablauf kultivieren. Hochwertiges Substrat, regelmässiges Giessen und Düngung sind dafür zentral.8

8-10 Wochen nach der Aussaat ist der Blattmangold erntereif (von Juni bis Oktober), nach 10-12 Wochen der Stielmangold (von Juli bis Oktober). Bei der Ernte bricht man die Stiele knapp über dem Boden ab. Man kann auch ein Messer oder eine Schere dafür benutzen. Ernten Sie Mangold immer von aussen nach innen, sodass das Herz in der Mitte stehen bleibt. So ist die Ernte bis in den Herbst hinein möglich, da sich neue Blätter bilden. Man kann auch den ganzen Mangold auf einmal ernten. Dafür schneidet man die ganze Pflanzen knapp über dem Boden ab.9​​​​​

Anbau - Ernte:

Man zieht Mangold-Pflanzen zweijährig. Erst in der zweiten Vegetationsperiode blüht sie und produziert Saatgut.1

Krautstiel lässt sich in Mischkultur anbauen, z.B. mit Brokkoli, Erdbeeren, Fenchel, Kopfsalat, Pastinaken, Radieschen und Rettich. Als Kulturfolger eignen sich Kartoffeln gut. Mit Rucola, Spinat und Roter Bete versteht sich Krautstiel nicht - daher nicht im gleichen Beet oder als Kulturfolger anbauen.1

Ökologische Aspekte:

Da Mangold Nitrat gut aufnimmt, sollte man Krautstiel aus biologischem Anbau (bio) bevorzugen, bei welchem man keinen nitratreichen Dünger anwendet. Krautstiel ist gut für den biologischen Anbau geeignet, da er wenige Schädlinge anzieht, wenig Unkraut darum herum wächst und eine geringe Empfindlichkeit für Krankheiten aufweist.3

Verwechslungsgefahr:

Die Jungpflanzen einiger Mangoldsorten sehen den Pflanzen der Rote Bete zum Verwechseln ähnlich.

Allgemeine Informationen:

Mangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris, Cicla-Gruppe und Flavescens-Gruppe) ist eine Kulturform der Rübe (Beta vulgaris) und gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Eine nahe Verwandte ist die Rote Bete (Rande).3

Alternative Namen:

Ist Mangold und Krautstiel dasselbe? In der Deutschschweiz nennt man den Stielmangold, aber auch allgemein Mangold, oft Krautstiel. Seltener hört man die Bezeichnung Rippenmangold für Stielmangold. Der Schnittmangold geht auch unter dem Namen Blattmangold.

Im Englischen bezeichnet man Mangold als mangold oder Swiss chard.

Literatur - Quellen:

9 Quellenangaben

In der Wissenschaft ist Wikipedia (wiki) als Quelle umstritten, auch weil bei Wikipedia Angaben zur zitierten Literatur bzw. zu Autoren häufig fehlen oder nicht verlässlich sind. Unsere Beschreibung und Piktogramme für Nährwerte enthalten kcal (1 kcal = 4.19 kJ).

  1. Pflanzen-lexikon.com Mangold (Beta vulgaris var. vulgaris).
  2. USDA United States Department of Agriculture.
  3. Pini U. Das Bio-Food Handbuch. Ullmann Verlag: Potsdam; 2014: 459-60.
  4. Pamplona Roger JD. Heilkräfte der Nahrung, Praxishandbuch. Advent-Verlag: Zürich. 2008: 284-5.
  5. Gamba M, Raguindin PF, Asllanaj E, Merlo F, Glisic M, Minder B, u. a. Bioactive compounds and nutritional composition of Swiss chard (Beta vulgaris L. var. cicla and flavescens): a systematic review. Crit Rev Food Sci Nutr. 2021;61(20):3465–80.
  6. Mzoughi Z, Chahdoura H, Chakroun Y, Cámara M, Fernández-Ruiz V, Morales P, u. a. Wild edible Swiss chard leaves (Beta vulgaris L. var. cicla): Nutritional, phytochemical composition and biological activities. Food Res Int. 2019;119:612–21.
  7. Dalrrd.gov.za Production guidelines for Swiss chard.
  8. Plantura.garden Mangold anbauen: Profi-Tipps zu Standort & Vorgehen.
  9. Plantura.garden Mangold ernten, lagern & einfrieren.

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