Inhaltsverzeichnis
Mangold (Krautstiel) lässt sich roh, und am besten in Bio-Qualität, zu Salat verarbeiten, gekocht eignet er sich für die Zubereitung allerlei Gerichte.
Verwendung in der Küche
Mangold ist der Überbegriff für zwei Kulturformen: Stiel- oder Rippenmangold und Schnitt- oder Blattmangold. Stielmangold (Beta vulgaris ssp. vulgaris var. flavescens), auch Rippenmangold und in der Schweiz Krautstiel genannt (wobei man diese Bezeichnung oft generell für Mangold benutzt), zeichnet sich durch starkhervortretende Mittelrippen und fleischige Stiele aus, die farblich divers ausgeprägt sind.
Schnittmangold (Beta vulgaris ssp. vulgaris var. cicla), auch Blattmangold genannt, ist ein spinatähnliches Blattgemüse - schmale Stiele und dünne Blätter. Auch hier sind unterschiedliche Farben zu finden - von weiss über gelb zu rot. Kann man bei Mangold die Stiele mitessen / Sind Mangold-Stiele essbar? Sowohl die Stiele als auch die Blätter des Mangolds (Stielmangold und Blattmangold) sind verzehrbar. Beim Stielmangold eignen sich die langen Stiele gut zur Zubereitung wie Spargel, die Blätter lassen sich ähnlich wie Spinat verwenden.
Geschmacklich erinnert Mangold an Spinat und Kohlrabi, schmeckt jedoch intensiver, aromatischer, herber und erdiger. Zudem kommt manchmal eine leichte bittere Note dazu. Die Stiele (vor allem des Stielmangolds) ähneln in der Konsistenz weissen Spargeln.
Generell lässt sich Mangold roh, gedünstet, gebraten oder gebacken verspeisen. Beim Kochen von Mangold sind die unterschiedlichen Garzeiten von Stielen, Rippen und Blättern (je nach Mangoldsorte) zu beachten - wer möchte, kann diese voneinander getrennt garen. Bei dicken Stielen lohnt es sich diese vor dem Kochen zu schälen.
Mangold findet sowohl in Aufläufen (z.B. überbacken mit Kirschtomaten und veganem Feta), Eintöpfen, als auch in Currys (z.B. mit Kartoffeln oder Linsen) Verwendung. Als Gemüsebeilage (z.B. mit Knoblauch, Chili und Petersilie oder zusammen mit Karotten gedünstet), in einer Suppe oder in einer Gemüsequiche macht sich Mangold ebenfalls gut. Pasta mit einer cremigen Mangold-Erbsen-Sauce oder mit Kirschtomaten und Pinienkernen ist einfach zubereitet und lecker. Mit den Blättern des Schnittmangolds lässt sich das traditionelle Graubündner-Gericht Capuns zubereiten (auch vegan möglich), oder auch sonstige Mangoldrouladen wie z.B. mit Linsen oder Quinoa und Kurkuma. Börek, ein traditionelles Teiggericht aus dem Nahen Osten und dem Balkan, ist statt mit Spinat auch mit Mangold herstellbar.
Mangold-Pesto (auch vegan möglich) gelingt hervorragend mit Sonnenblumenkernen, Knoblauch und etwas Zitronensaft. Fermentierter Mangold ist eine tolle Möglichkeit, Mangold haltbar zu machen - ähnlich wie Kimchi.
Kann man Mangold roh essen? Vorwiegend junge, zarte Mangoldblätter sind z.B. roh als Salat essbar. Aus dem rohen Mangold lässt sich zusammen mit z.B. Bananen, Mangos, Gurken und Apfelsaft ein Smoothie zaubern.
Kochen oder Blanchieren reduziert zudem einen erhöhten Nitrat-Gehalt in Mangold.
Veganes Rezept für einen herbstlichen, rohen Mangold-Salat
Zutaten (für 4 Personen): 250 g junge Mangold-Blätter (roh, bio), 1 Apfel (säuerlich), 1 Birne, 100 g Walnüsse, 1 Knoblauchzehe, 2 EL weisser Balsamessig, 1 TL Agavensirup, 1 TL Senf, 2 EL Walnussöl, etwas Salz und Pfeffer.
Zubereitung: Rohe Mangoldblätter abspülen, trocken schütteln und auf vier Tellern anrichten. Apfel und Birne waschen, vierteln, Kerngehäuse entfernen, die Viertel in feine Scheiben schneiden und auf dem Mangold verteilen. Knoblauchzehe abziehen und fein hacken. Essig, Agavensirup, Senf und Knoblauch verrühren. Walnussöl unterrühren und alles mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken. Walnüsse grob hacken. Das Dressing über den Salat geben und darüber Walnüsse streuen.
Vegane Rezepte mit Krautstiel finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".
| Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen: Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler. |
Einkauf - Lagerung
Mangold gibt es in Supermärkten wie z.B. Coop, Migros, Denner, Volg, Rewe, Edeka, Spar, Aldi, Lidl, Hofer, Billa etc. zu kaufen. Manche Supermärkte bieten Krautstiel auch tiefgekühlt an. Mangold hat in den D-A-CH-Ländern von März bis November Saison, zu dieser Zeit findet man ihn auch auf Wochenmärkten und in Gemüse-Abo-Kisten.
Die Verfügbarkeit von Mangold in den genannten Supermärkten ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.
Tipps zur Lagerung
Mangold verzehrt man am besten am selben Tag des Kaufs. Ist das nicht möglich, lagern Sie ihn, in ein feuchtes Tuch eingeschlagen, im Gemüsefach des Kühlschranks. So ist er zwei bis drei Tage haltbar. Er lässt sich auch gut einfrieren. Zuvor sollte man ihn blanchieren. Dafür trennt man die dicken Stiele von den Blättern, da diese unterschiedlich lange benötigen. Mangold-Stiele blanchiert man zwei bis drei Minuten, während man die Blätter nach einer Minute aus dem siedenden Kochwasser nimmt. Nach dem Abschrecken und Trockentupfen kann man den Mangold portionsweise luftdicht einfrieren. Tiefgekühlter Krautstiel hält sich bis zu einem Jahr.
Falls Sie gekochten Mangold aufwärmen: Beachten Sie ausreichend hohe Temperaturen (ca. 80 °C). Bakterien können bei falscher Lagerung oder ungenügender Hitze beim Aufwärmen Nitrat zu Nitrit umwandeln.13
Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien
Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.
Roher Mangold ist ein kalorien- und fettarmes Nahrungsmittel. Er enthält lediglich 19 kcal und 0,2 g Fett pro 100 g. Kohlenhydrate sind zu 3,7 g/100g und Proteine zu 1,8 g/100g enthalten.2
Vitamin K ist reichlich in rohem Krautstiel vorhanden (830 µg/100g). Mit der Einnahme von 100 g Krautstiel deckt man den Tagesbedarf an Vitamin K zu 1107 %. Grünkohl enthält mit 705 µg/100g ähnlich viel Vitamin K. Noch mehr Vitamin K weisen getrocknete Kräuter auf - davon nimmt man mengenmässig aber weniger zu sich.2
Der Gehalt an Vitamin A beträgt 306 µg/100g (38 % des Tagesbedarfs). Dieser ist vergleichbar mit demjenigen von Feldsalat (355 µg/100g) und Gartenkresse (346 µg/100g). Etwas mehr ist in Kürbissen (426 µg/100g) enthalten.2
Zudem stecken 30 mg Vitamin C in 100 g Mangold (roh), was 38 % des Tagesbedarfs ausmacht. Spinat (28 mg/100g) und Wirsing (31 mg/100g) weisen ähnliche Gehalte auf. Einen besonders hohen Gehalt mit 450 mg/100g ist in Sanddornbeeren zu finden.2
Die gesamten Inhaltsstoffe von Mangold, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.
Wirkungen auf die Gesundheit
Ist Krautstiel gesund? Krautstiel enthält reichlich Ballaststoffe, Proteine sowie das Antioxidans Alpha-Liponsäure. Dies steht mit niedrigen Blutzuckerwerten und verbesserter Glukosesensitivität in Verbindung. Mangold zeigt potenziell präventive und therapeutische Effekte bei Diabetes, wie Tierversuche zeigen.5 Darüber hinaus sind die Blätter besonders reich an Magnesium, Eisen und Calcium (4,54, 2,94 bzw. 2,28 mg/100 g Frischgewicht) und sehr arm an Natrium.6
Krautstiel ist bei Übergewicht und zum Abnehmen beliebt, da er den Hunger mit wenig Kalorien stillt. Zudem unterstützt er durch seine verdauungsfördernde und leicht abführende Wirkung bei Gastritis, chronischer Verstopfung und Hämorrhoiden.4
Sekundäre Pflanzenstoffe
Viele gesundheitliche Wirkungen vom Mangold kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen. Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.
Mangold enthält u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:5,6
- Isoprenoide: Monoterpene (Alpha-Terpineol, Beta-Pinen, Limonen, Geraniol, Citronellol); Tetraterpene: Carotinoide (Carotine Beta-Carotin, Lycopin; Xanthophylle: Lutein)
- Polyphenole: Phenolsäuren: Hydroxyzimtsäuren (p-Cumarsäure, Rosmarinsäure); Flavonoide: Flavone (Apigenin, Xylosyl-Vitexin, Malonyl-Xylosylvitexin, Vitexin, Isovitexin, Orientin, Isoorientin), Flavonole (Isorhamnetin-3-Gentiobiosid, Isorhamnetin-3-Vicianosid, Kaempferol-3-Gentiobiosid, Myricetin)
- Weitere stickstoffhaltige Verbindungen: Betalaine (Betacyanine, Betaxanthine)
- Weitere organische Verbindungen: Carbonsäuren (Octansäure), Dicarbonsäuren (Oxalsäure); Aldehyde (Decanal); Phenylpropanoide (Anethol)
- Sonstige Pflanzenstoffe (inkl. Protease-Inhibitoren): Chlorophyll a und b
Eine Übersichtsarbeit identifizierte in 28 Artikeln über 192 chemische Verbindungen in Mangold. Davon entfallen bei den sekundären Pflanzenstoffen 20 % auf Betalaine, 11 % auf Flavonoide und Derivate sowie 8 % auf Terpene. Die gelben Blattstiele enthielten die meisten Betaxanthine (10,74 mg/100 g Frischgewicht), Betacyanine und Gesamtbetalaine dominierten in den violetten Stielen (5,87-7,54 mg/100g FG). In der grünen Mangoldsorte ist Xylosylvitexin mit 193 mg/100g FG das am stärksten konzentrierte Flavonoid, in der gelben Sorte liegt Malonyl-Xylosylvitexin mit 144 mg/100g FG am höchsten. 5 Polyphenole sind bekannt für ihre antioxidative Kapazität als Radikalfänger und ihre möglichen gesundheitsfördernden Wirkungen beim Menschen, wie z.B. die Reduktion des Risikos für Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere Pathologien.5,6
Diabetes ist eine weltweit verbreitete Stoffwechselerkrankung mit Hyperglykämie, die verschiedene Organe schädigt. Hauptursachen sind Rauchen, Adipositas, Bewegungsmangel und unausgewogene Ernährung. Die Verdauungsenzyme α-Amylase und α-Glucosidase spielen eine zentrale Rolle beim Abbau von Kohlenhydraten zu Glukose. Verschiedene Medikamente hemmen diese Enzyme, verursachen jedoch oft Nebenwirkungen. Studien zeigen, dass der Ethanol-Extrakt aus Mangoldblättern vermutlich aufgrund der Saponine die Enzyme α-Glucosidase und α-Amylase wirksam reduziert. Flavonoide hemmen Proteine in Zellmembranen, die Glukose und andere Zucker aus der Nahrung oder dem Blut in die Zellen transportieren. Vor allem Flavone tragen entscheidend zur Enzyminhibition bei, verlangsamen die Verdauung und Absorption von Kohlenhydraten und senken den Anstieg des Blutzuckers nach einer Mahlzeit (postprandiale Hyperglykämie).6
Chlorophylle gelten als Radikalfänger, die die Fähigkeit besitzen, Lymphozyten vor oxidativen DNA-Schäden durch Wasserstoffperoxid (H2O2) zu schützen. Darüber hinaus verhindern natürliche Chlorophylle die Lipidperoxidation von LDL (Low-Density-Lipoproteinen).6
Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen
Mangold enthält viel Oxalsäure. Wobei ältere Pflanzen einen höheren Gehalt aufweisen. Ein hoher Oxalsäuregehalt kann sich schädigend auf die Nieren auswirken, weshalb Personen mit Neigung zu Nierensteinen Krautstiel nur in geringen Mengen verzehren sollten. Hohe Mengen sind allerdings nicht per se ungesund.3,4,14
Volksmedizin - Naturheilkunde
Traditionell setzt man Mangold wegen seiner gesundheitsfördernden Wirkung als Volksheilmittel bei Nieren- und Lebererkrankungen, zur Stimulierung des Immun- und Blutbildungssystems und als besondere Diät bei der Krebsbehandlung ein.6
Zudem sagt man Mangold eine heilsame Wirkung bei Darmträgheit und eine dämpfende Wirkung bei Nervosität und leichter Erregbarkeit nach.1
Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl
Mangold kultiviert man im Freiland und im Gewächshaus. Durch den in der Regel hohen Energieverbrauch von Gewächshäusern ist der CO2-Fussabdruck von Mangold hier vermutlich höher als der von im Freiland gewachsenem Gemüse, auch wenn zu den genauen Zahlen keine Studien vorliegen. Um zusätzlichen Energieverbrauch durch lange Transportwege zu vermeiden, kauft man, wenn möglich, Mangold aus der Region.
Zum Vergleich: Pak-Choi hat einen CO2-Fussabdruck von 0,26 kg CO2eq/kg und Spinat mit 0,43 kg CO2eq/kg etwas mehr.
In einer Studie untersuchte man den Wasserverbrauch von Mangold in Südafrika in unterschiedlichen Jahreszeiten. Im Herbst gewachsener Mangold benötigte eine Wassermenge von 222 l/kg während der im Sommer gewachsene Mangold nur 140 l/kg Wasser verbrauchte. Unterschiedliche Wachstumsperioden und Wetterverhältnisse sind hier eine mögliche Ursache für die verschiedenen Wassermengen.11 Insgesamt ähnelt der Wasserfussabdruck dem von Spinat (292 l/kg).12
Da Mangold Nitrat gut aufnimmt, sollte man ihn aus biologischem Anbau (bio) bevorzugen, bei welchem man keinen nitratreichen Dünger anwendet. In einer Studie fand man, dass der Nitrat- und Cadmiumgehalt von Gemüse aus biologischem Anbau um bis zu 30 % geringer ist als bei Gemüse aus konventionellem Anbau.10 Krautstiel ist gut für den biologischen Anbau geeignet, da er wenige Schädlinge anzieht, wenig Unkraut darum herum wächst und eine geringe Empfindlichkeit für Krankheiten aufweist.3
Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?
Weltweites Vorkommen - Anbau
Der Ursprung von Mangold (Beta vulgaris ssp. vulgaris var. cicla) liegt in der Mittelmeerregion, da er von der Gemeinen Rübe (Beta vulgaris ssp. vulgaris) abstammt und diese wiederum von der Wilden Rübe (Beta vulgaris ssp. maritima).1 Heute wächst er in verschiedenen Regionen, vor allem in Nord- und Zentralamerika und in Europa.7 Er war lange beliebt, bis ihn im 20. Jahrhundert der Spinat ablöste.3
Es gibt einige Berichte über die Resistenz von Mangold gegenüber Salzstress. Diese zeigen auf, dass Krautstiel eine ausgeprägte osmotische Anpassung unter Salzstress aufweist. Man kann Mangold also als Halophyt betrachten, der in der mediterranen Ernährung des Menschen eine wichtige Rolle spielt.6
Anbau - Ernte
Die Aussaat von Mangold ins Freiland sollte zwischen April und Juni stattfinden - Stielmangold ist vier Wochen vor Blattmangold auszusäen. Früh gesäter Mangold (v.a. rotstielige Sorten) schiesst und blüht oftmals im selben Jahr. Dies verhindert man, indem man winterharte Sorten im Vorjahr bis September aussät. Ansonsten kann man auch Mangold-Setzlinge ab Mitte Februar auf der Fensterbank vorziehen und Mitte April ins Freiland mit einem Reihenabstand von 40 cm auspflanzen.8
Mangold mag es sonnig bis halbschattig und geschützt vor starker Witterung. Er bevorzugt feuchten, tiefgründigen, humosen und nährstoffreichen Boden mit einem pH über 6. Wasser braucht er relativ viel und regelmässig. Staunässe gilt es aber zu vermeiden.8
Wer keinen Garten oder kein Hochbeet hat, kann Mangold auch in einem grossen Blumentopf (ca. 25 cm Durchmesser) mit gutem Wasserablauf kultivieren. Hochwertiges Substrat, regelmässiges Giessen und Düngung sind dafür zentral.8
8-10 Wochen nach der Aussaat ist der Blattmangold erntereif (von Juni bis Oktober), nach 10-12 Wochen der Stielmangold (von Juli bis Oktober). Bei der Ernte bricht man die Stiele knapp über dem Boden ab. Man kann auch ein Messer oder eine Schere dafür benutzen. Ernten Sie Mangold immer von aussen nach innen, sodass das Herz in der Mitte stehen bleibt. So ist die Ernte bis in den Herbst hinein möglich, da sich neue Blätter bilden. Man kann auch den ganzen Mangold auf einmal ernten. Dafür schneidet man die ganze Pflanze knapp über dem Boden ab.9
Mangold-Pflanzen wachsen zweijährig. Erst in der zweiten Vegetationsperiode blüht sie und produziert Saatgut.7
Krautstiel lässt sich in Mischkultur anbauen, z.B. mit Brokkoli, Erdbeeren, Fenchel, Kopfsalat, Pastinaken, Radieschen und Rettich. Als Kulturfolger eignen sich Kartoffeln. Neben oder nach seinen nahen Verwandten wie Rucola, Spinat und Roter Bete wächst Krautstiel nicht besonders gut.8
Verwechslungsgefahr
Die Jungpflanzen einiger Mangoldsorten (roter Stiel) sehen den jungen Pflanzen der Rote Bete zum Verwechseln ähnlich.
Weiterführende Informationen
Mangold (Beta vulgaris ssp. vulgaris, cicla-Gruppe und flavescens-Gruppe) ist eine Kulturform der Rübe (Beta vulgaris) und gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Eine nahe Verwandte ist die Rote Bete (Rande).3
Alternative Namen
Ist Mangold und Krautstiel dasselbe? In der Deutschschweiz nennt man den Stielmangold, aber auch allgemein Mangold, oft Krautstiel. Seltener hört man die Bezeichnung Rippenmangold für Stielmangold. Der Schnittmangold geht auch unter dem Namen Blattmangold.
Im Englischen bezeichnet man Mangold als mangold oder Swiss chard.
Literaturverzeichnis - 14 Quellen (Link zur Evidenz)
| 1. | ● Die Einbürgerung und Ausbreitung von Pflanzenpopulationen in neue Habitate ist seit jeher ein bedeutendes Forschungsgebiet der Ökologie, insbesondere für Pflanzenarten mit Wild-, Unkraut- und Kulturformen. Eine dieser Arten ist Beta vulgaris L., welche taxonomisch in die Unterarten vulgaris (Zuckerrüben, Mangold, Rote Beete, verschiedene Unkrautrüben) und maritima (Meer-Mangold oder Wilde Rübe) unterteilt werden kann. Das Wild-/Unkraut-/Kulturrübengefüge ist deswegen von besonderem Interesse, da in Europa alle Formen gefunden werden und ihr Vorkommen oft sympatrisch ist. Alle Formen sind untereinander kreuzbar und bilden fertile Nachkommen (Boudry et al. 1993)
Dissertation Website | Driessen S. Beta vulgaris subsp. maritima an Deutschlands Ostseeküste. Dissertation. Aachen. 2003. |
| 2. | ● Website | USDA United States Department of Agriculture. |
| 3. | ● Book | Pini U. Das Bio-Food Handbuch. Ullmann Verlag: Potsdam; 2014: 459-460. |
| 4. | ● Book | Pamplona Roger JD. Heilkräfte der Nahrung, Praxishandbuch. Advent-Verlag: Zürich. 2008: 284-285. |
| 5. | 🞽 Systematischer Review mit In-vitro-Studien Seven papers (Pyo et al. 2004; Ali, Khandaker, and Oba 2009; Sacan and Yanardag 2010; Ninfali and Angelino 2013; Colonna et al. 2016; Moyo et al. 2017; Mzoughi et al. 2019) attributed to phenols a central role in the antioxidant property seen in Swiss chard. One article has also assessed and reported that these phytochemicals present anti-inflammatory and anticancer properties (Kim et al. 2003).
The above described biological functions associated with apigenin were also mentioned as properties of the flavonoids in six of the eleven reports analyzing this phytochemical group (Gil, Ferreres, and Tom as-Barber an 1998; Kim et al. 2004; Ninfali and Angelino 2013; Moyo et al. 2017; Ivanovic et al. 2019; Mohammed et al. 2019). The most studied property was the antioxidant with four articles reporting it (Sacan and Yanardag 2010; Gennari et al. 2011; Moyo et al. 2017; Ivanovic et al. 2019). Other reported analyses of the Swiss chard flavonoids were related to their antidiabetic (Mohammed et al. 2019; Mzoughi et al. 2019), anticancer (Ninfali et al. 2007; Gennari et al. 2011), antibacterial (Mohammed et al. 2019) and hepatoprotective (Kim et al. 2004) properties. DOI: 10.1080/10408398.2020.1799326 Study: weak evidence | Gamba M, Raguindin PF, Asllanaj E, Merlo F, Glisic M, Minder B et al. Bioactive compounds and nutritional composition of Swiss chard (Beta vulgaris L. var. cicla and flavescens): a systematic review. Crit Rev Food Sci Nutr. 2021;61(20):3465–3480. |
| 6. | 🞽 Experimentelle In-vitro-Studie in wissenschaftlichem Journal The mechanism for the enzymes inhibitory effect of the extract has been possibly attributed to saponins, that inhibit gluconeogenesis and glycogenolysis (Massiot et al., 1994). However, other molecular pathways potentially involved in the enzymes inhibitory effects must be further investigated. In fact, it was recommended that the enzymes inhibitory capacity of Swiss chard extract may be due to its content in flavonoids, via the inhibition of glucose transporters. For instance, quercetin displayed evidence of anti-diabetic effects via inhibition of the intestinal glucose transporter GLUT2 (Song et al., 2002). Other complementary mechanism could be the flavonoid induced inhibition of the α-amylase and α-glucosidase activities. For instance, two flavonolglycosides isolated from Salsola kaliwere demonstrated to be active inhibitors of α-amylase (Tundis, Loizzo, Statti, & Menichini, 2007). The inhibition of this enzyme could delay the digestion and absorption of carbohydrates and consequently suppress postprandial hyperglycemia. Some C-glycosyl flavones, such as vitexin, isovitexin, orientin and isoorientin, contained in Swiss chard leaves and seeds, were found to inhibit α-glucosidase and might be the most probable responsible for the enzyme inhibitory activity evidenced in diabetic DOI: 10.1016/j.foodres.2018.10.039 Study: weak evidence | Mzoughi Z, Chahdoura H, Chakroun Y, Cámara M, Fernández-Ruiz V, Morales P et al. Wild edible Swiss chard leaves (Beta vulgaris L. var. cicla): Nutritional, phytochemical composition and biological activities. Food Res Int. 2019;119:612–621. |
| 7. | 🞽 agrarwissenschaftliche Laborstudie Swiss chard (Beta vulgaris L., var. cicla) is a biennial herbaceous leafy vegetable, originating from Mediterranean regions. Nowadays, Swiss chard is grown in different parts of the world, especially in North-Central America and Europe, and it is commercialized as ready-to-eat baby leaf salad. Its commercial success is due to the ease of cultivation, the adaptability to diverse environmental conditions, and its nutraceutical properties [ | Franzoni G, Guffanti D, Ferrante A, Cejudo-Bastante MJ, Rodríguez-Pulido FJ, Gordillo B et al. Evaluation of swiss chard (Beta vulgaris L. ssp. cicla) physiological and qualitative responses to water deficit and salicylic acid treatment. Journal of Agriculture and Food Research. December 2024;18:101524. |
| 8. | ● Website | Plantura.garden Mangold anbauen: Profi-Tipps zu Standort & Vorgehen. |
| 9. | ● Website | Plantura.garden Mangold ernten, lagern & einfrieren. |
| 10. | 🞽 Systematisches Review mit Meta Analyse von Laboranalysen, Feldstudien, Beobachtungsstudien zu Pflanzenzusammensetzung Both weighted and unweighted meta-analyses detected significantly lower concentrations of the toxic metal Cd and total N in organic crops, while lower concentrations of and in organic crops were detected only by the unweighted meta-analysis (Fig. 3). The MPD were − 48 (95 % CI − 112, 16) % for Cd, − 10 (95 % CI − 15, − 4) % for N, − 30 (95 % CI − 144, 84) % for and − 87 (95 % CI − 225, 52) % for (Fig. 3). DOI: 10.1017/S0007114514001366 Study: weak evidence | Baranski M, Srednicka-Tober D, Volkakis N, et al. Higher antioxidant and lower cadmium concentrations and lower incidence of pesticide residues in organically grown crops: a systematic literature review and meta - analysis. Br J Nutr. 2014;794-811. |
| 11. | 🞽 For the two growing seasons, autumn-grown Swiss chard had higher total volumetric WF of 222 L kg-1, while the summer Swiss chard had a total volumetric WF of 140 L kg-1. The variation in the summer and autumn production results from different weather conditions where high temperatures in the summer season increased crop water use, driven by the higher atmospheric evaporative demand, while cooler temperatures in autumn led to a longer growing season. | Nosey MM. Estimating the volumetric water footprint of swiss chard (Beta vulgaris) and carrot (Daucus carota) grown in the Highveld Region South Africa. 2017. |
| 12. | 🞽 DOI: 10.5194/hess-15-1577-2011 | Mekonnen MM, Hoekstra AY. The green, blue and grey water footprint of crops and derived crop products. Hydrol. Earth Syst. Sci. 2011;15:1577-1600. |
| 13. | ● Website | Landeszentrum für Ernährung Baden-Würtemberg. Nitrat im Gemüse – Wirklich so bedenklich? 2024. |
| 14. | 🞽 Experimentelle Laborstudie Approximately 75% of all kidney stones are composed primarily of calcium oxalate, and hyperoxaluria is a primary risk factor for this disorder. Nine types of raw and cooked vegetables were analyzed for oxalate using an enzymatic method. There was a high proportion of water-soluble oxalate in most of the tested raw vegetables. Boiling markedly reduced soluble oxalate content by 30−87% and was more effective than steaming (5−53%) and baking (used only for potatoes, no oxalate loss). An assessment of the oxalate content of cooking water used for boiling and steaming revealed an approximately 100% recovery of oxalate losses. The losses of insoluble oxalate during cooking varied greatly, ranging from 0 to 74%. Because soluble sources of oxalate appear to be better absorbed than insoluble sources, employing cooking methods that significantly reduce soluble oxalate may be an effective strategy for decreasing oxaluria in individuals predisposed to the development of kidney stones. DOI: 10.1021/jf048128d | Chai W, Liebman M. Effect of different cooking methods on vegetable oxalate content. J Agric Food Chem. 2005;53(8):3027–3030. |
| Wir haben Studien und Bücher zu Ernährung und Gesundheit nach folgenden 3 Evidenz-Kategorien markiert: grün=starke Beweiskraft, gelb=mittlere, violett=schwache. Die restlichen Quellen sind grau markiert. Eine ausführliche Erklärung finden Sie in unserem Beitrag: Wissenschaft oder Glaube? So prüfen Sie Publikationen. | ||















Kommentare