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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Giersch (Dreiblatt, Geissfuss)

Gewöhnlicher Giersch (Dreiblatt, Geissfuss) ist eine weitverbreitete und gut verfügbare Wildpflanze. Achten Sie beim Sammeln auf giftige Doppelgänger!
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Was ist Giersch? Gewöhnlicher Giersch (Aegopodium podagraria) ist eine wildwachsende Nahrungspflanze, die zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) gehört. In Europa ist sie die einzige Aegopodium-Art.

Verwendung in der Küche:

Kann man Giersch essen? Giersch (Dreiblatt, Geissfuss) ist ein wohlschmeckendes Wildgemüse. Roh erinnert Giersch in Geruch und Geschmack an Petersilie und Karotte, gekocht an Spinat.

Vom Giersch verwendet man die Blattschösslinge, Blätter, Blüten, Samen und Triebe, seltener die Blattstiele. Die Samen schmecken scharf und die Blüten angenehm süss. Nach der Blüte schmecken die Blätter meist kräftiger bis bitter und sind für Teeaufgüsse oder zum Kochen besser geeignet als für den Rohverzehr. Die ebenfalls bitter schmeckenden Blattstiele sind faserreich. Am besten verwendet man junge, saftige und dickere Blattstiele von Pflanzen, die in schattigen Wäldern wachsen. Man schneidet die Stiele längs auf und entfernt die Fasern.

Im Frühjahr sind die jungen Blattschösslinge als Salatgrundlage und Rohkost besonders schmackhaft. Rohe Blätter kann man als Ersatz für Petersilie, in Bulgur- und Kichererbsensalat, Smoothies, Pestos oder Aufstrichen verwenden. Gekocht oder gedünstet schmeckt Giersch in (Creme-)Suppen, in Eintöpfen, im Strudel, als Spinat-Ersatz, als Gemüsefüllung, auf Pizza, in Semmelknödeln oder in Kräutersuppen.

Veganes Rezept für Carpaccio mit Wildpflanzen-Salat:

Für vier Personen 4 Tomaten und 3 Avocados in Scheiben schneiden und diese abwechselnd auf Tellern verteilen. Eine Salatmischung aus 20 g Giersch, 20 g Spinat, 20 g Brennnesseln, 20 g Rucola und 20 g Spitzwegerich in der Mitte anrichten. Zuletzt das Dressing aus 1 EL Mohnsamen, 6 EL Limettensaft, 3 EL Rapsöl, 0,5 TL Balsamessig, 1 TL Agavensirup, 1 Prise Salz und 1 Prise Pfeffer über das Carpaccio geben. HIER finden Sie das vollständige Rezept.

Rezept für frischen Giersch-Tee:

Für eine Tasse (250 ml) übergiesst man 2 EL frische und kleingezupfte Gierschblätter mit kochendem Wasser. Nach einer Ziehzeit von 5-10 min seiht man das Kraut ab.

Einkauf - wo kaufen?

Giersch kann man praktisch nicht im Handel erwerben. Weder in Supermärkten wie Rewe, Edeka, Spar, Coop, Migros, Aldi, Lidl, Denner, Volg oder Hofer etc. noch bei Bio-Supermarktketten wie Alnatura und Denns haben wir Giersch gefunden. Getrockneter Giersch (Geissfuss) ist im Internet erhältlich - meist als Tee abgepackt, auch in Bio-Qualität. Leider ist das Angebot an Unkrautvertilgungsmitteln gegen Giersch ungleich grösser.

Wild zu finden - Saison:

Wo finde ich Giersch? Giersch findet man in Nordamerika, fast in ganz Europa sowie in den gemässigt-kontinentalen Gebieten des eurasischen Laubwaldgürtels. Die weitverbreitete und gut verfügbare Wildpflanze bevorzugt stickstoffreiche, lockere und nährstoffreiche Ton- und Lehmböden. Man trifft Giersch häufig in Gärten, schattig-feuchten Gebüschen, lichten Laubwäldern, an Hecken- und Wegrändern oder in Parks an.1

Die Blätter (Blattspreiten) sind doppelt dreizählig oder zweifach gefiedert und wechselständig am Stängel angeordnet. Die bis zu 20 cm langen Blattstängel sind kantig und innen hohl. Der Blütenstängel kann eine Wuchshöhe von bis zu 90 cm erreichen. Beim Blütenstand handelt es sich um eine Dolde, d.h. die 12-18 blütentragenden Nebenachsen setzen gemeinsam an der Sprossachse an. Die Samen sind kümmelähnliche Spaltfrüchte. Die ganze Pflanze verströmt den typischen, petersilienartigen Gierschgeruch.1

Saison: Von März bis April kann man die Blattschösslinge ernten, im Mai die knospigen Blütenstände, von Juni bis August die voll aufgeblühten Blütenteller und von Juli bis September die ausgereiften Samen. Die Hauptblütezeit des Gierschs sind die Monate Juni, Juli und August. Zarte Blätter des teilwintergrünen Gierschs kann man nahezu das ganze Jahr über ernten, denn die bodennahen Blätter überdauern in milden Wintern.1,2

Verwechslungsgefahr:

Giersch hat einige giftige bis hochgiftige Doppelgänger, die ebenfalls zur Familie der Doldenblütler gehören. Wichtige Erkennungsmerkmale von Giersch sind die dreikantigen Blattstiele, wobei eine Kante abgerundet und die gegenüberliegende Seite eingezogen ist. Zudem ist die Blattform mit dreimal drei Blättern charakteristisch. Zur Erinnerung mag dieses Sprichwort hilfreich sein: Drei, drei, drei – bist beim Giersch dabei.

Der Gefleckte Schierling (Conium maculatum) gehört zu den giftigsten einheimischen Pflanzenarten. Der Stängel ist glatt, meist rötlich gefleckt oder rötlich überlaufen. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist der stechende Geruch der Pflanze. Kommen die Mundschleimhäute in Kontakt mit dem Gefleckten Schierling, gehören ein Brennen im Mund, vermehrter Speichelfluss, Schluckbeschwerden und Zungenlähmung zu den Folgen der Vergiftung. Der Verzehr kann innerhalb kurzer Zeit zu Nervenlähmungen und Atemstillstand führen.3,4

Die giftige Sumpfpflanze Breitblättriger Merk oder Grosser Merk (Sium latifolium) kommt vor allem auf nährstoffreichen Schlammböden an Ufern von Binnengewässern in gemässigten Breiten vor. Vergiftungserscheinungen durch Verzehr der Wurzeln und Früchte sind Erbrechen und Durchfall.5

Auch der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) ist ein sehr giftiger Doppelgänger des Gierschs. Obwohl die Pflanze deutlich grösser ist als Giersch und die Stängel dicker sind und rote Flecken aufweisen, können die weissen Doldenblüten für Verunsicherung sorgen – vor allem bei Kindern. Bereits der Hautkontakt mit Bärenklau bzw. Riesenbärenklau verursacht Verbrennungswunden, die wochenlang anhalten und sich bei Sonneneinstrahlung verstärken können.6

Hundspetersilie (Aethusa cynapium) und Kälberkropf (Chaerophyllum) sind weitere giftige Doppelgänger des Gierschs. Informieren Sie sich vor dem Sammeln genau über diese Wildpflanzen, um den Giersch eindeutig erkennen zu können.

Der Blütenstand des Gierschs ähnelt auch demjenigen der Schafgarbe (Achillea millefolium); dieser Korbblütler ist jedoch eine ungiftige Wildpflanze sowie eine traditionelle Arzneipflanze.

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

In den Blattstielen des Gierschs ist die Konzentration an Cumarin (Kumarin) am höchsten. Cumarin ist ein natürlich vorkommender, aromatischer sekundärer Pflanzenstoff mit angenehm würzigem Geschmack (kommt z.B. auch in Zimt vor). In grösseren Mengen eingenommen, ist Cumarin jedoch gesundheitsschädlich.7 Bevorzugen Sie bei häufiger Verwendung weniger die Stiele, sondern eher die jungen Blätter und andere Pflanzenteile vom Giersch.

Alternative Namen:

Bekannte Alternativnamen für Giersch sind Dreiblatt, Geissfuss, Ziegenkraut, Schettele, Zaungiersch, Wiesenholler oder Baumtropf. Wikipedia führt zahlreiche weitere, regional gebräuchliche Bezeichnungen auf.1

Literatur - Quellen:

  1. Wikipedia Giersch.
  2. Fleischhauer, S. G., Guthmann, J., Spiegelberger, R. Enzyklopädie. Essbare Wildpflanzen. 2000 Pflanzen Mitteleuropas. 1. Auflage: Aarau: AT Verlag; 2013.
  3. gartenjournal.net Die Verwechslung der Schafgarbe mit ähnlich aussehenden Pflanzen: gefährlich!
  4. Wikipedia Gefleckter Schierling.
  5. Wikipedia Breitblättriger Merk.
  6. Wikipedia Riesen-Bärenklau.
  7. Wikipedia Cumarin.

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