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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Giersch (Dreiblatt, Geissfuss)

Gewöhnlicher Giersch (Dreiblatt, Geissfuss) ist eine weitverbreitete und gut verfügbare Wildpflanze. Achten Sie beim Sammeln auf giftige Doppelgänger!
  Wasser 82,2%  65/30/04  LA : ALA
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Was ist Giersch? Gewöhnlicher Giersch (Aegopodium podagraria) ist eine wildwachsende Nahrungspflanze. In Europa ist Giersch die einzige Aegopodium-Art.

Verwendung in der Küche:

Kann man Giersch essen? Giersch (Dreiblatt, Geissfuss) ist ein wohlschmeckendes Wildgemüse. Roh erinnert Giersch in Geruch und Geschmack an Petersilie und Karotte, gekocht an Spinat.

Vom Giersch verwendet man die Blattschösslinge, Blätter, Blüten, Samen und Triebe, seltener die Blattstiele. Die Samen schmecken scharf und die Blüten angenehm süss. Nach der Blüte schmecken die Blätter meist kräftiger bis bitter und sind für Teeaufgüsse oder zum Kochen besser geeignet als für den Rohverzehr. Die ebenfalls bitter schmeckenden Blattstiele sind faserreich. Am besten verwendet man junge, saftige und dickere Blattstiele von Pflanzen, die in schattigen Wäldern wachsen. Man schneidet die Stiele längs auf und entfernt die Fasern.

Im Frühjahr sind die jungen Blattschösslinge als Salatgrundlage und Rohkost besonders schmackhaft. Rohe Blätter kann man als Ersatz für Petersilie, in Bulgur- und Kichererbsensalat, Smoothies, Pestos oder Aufstrichen verwenden. Gekocht oder gedünstet schmeckt Giersch in (Creme-)Suppen, in Eintöpfen, im Strudel, als Spinat-Ersatz, als Gemüsefüllung, auf Pizza, in Semmelknödeln oder in Kräutersuppen.

Veganes Rezept für Carpaccio mit Wildpflanzen-Salat:

Für vier Personen 4 Tomaten und 3 Avocados in Scheiben schneiden und diese abwechselnd auf Tellern verteilen. Eine Salatmischung aus 20 g Giersch, 20 g Spinat, 20 g Brennnesseln, 20 g Rucola und 20 g Spitzwegerich in der Mitte anrichten. Zuletzt das Dressing aus 1 EL Mohnsamen, 6 EL Limettensaft, 3 EL Rapsöl, 0,5 TL Balsamessig, 1 TL Agavensirup, 1 Prise Salz und 1 Prise Pfeffer über das Carpaccio geben. HIER finden Sie das vollständige Rezept.

Rezept für frischen Giersch-Tee:

Für eine Tasse (250 ml) übergiesst man 2 EL frische und kleingezupfte Gierschblätter mit kochendem Wasser. Nach einer Ziehzeit von 5-10 min seiht man das Kraut ab.

Einkauf - wo kaufen?

Giersch kann man praktisch nicht im Handel erwerben. Weder in Supermärkten wie Rewe, Edeka, Spar, Coop, Migros, Aldi, Lidl, Denner, Volg oder Hofer etc. noch bei Bio-Supermarktketten wie Alnatura und Denns haben wir Giersch gefunden. Getrockneter Giersch (Geissfuss) ist im Internet erhältlich - meist als Tee (Herba Aegopodii) abgepackt, auch in Bio-Qualität.

Samen oder Setzlinge für den Garten findet man vereinzelt im Online-Handel. Leider ist das Angebot an Unkrautvertilgungsmitteln, um Giersch zu bekämpfen, ungleich grösser.

Wild zu finden - Saison:

Wo finde ich Giersch? Das Dreiblatt trifft man häufig in Gärten, schattig-feuchten Gebüschen, lichten Laubwäldern, an Hecken- und Wegrändern oder in Parks an. Die weitverbreitete und gut verfügbare Wildpflanze bevorzugt stickstoffreiche, lockere und nährstoffreiche Ton- und Lehmböden.1

Die Blätter (Blattspreiten) sind doppelt dreizählig oder zweifach gefiedert und wechselständig am Stängel angeordnet. Die bis zu 20 cm langen Blattstängel sind kantig und innen hohl. Der Blütenstängel kann eine Wuchshöhe von bis zu 90 cm erreichen. Beim Blütenstand handelt es sich um eine Dolde, d.h. die 12-18 blütentragenden Nebenachsen setzen gemeinsam an der Sprossachse an. Die Samen sind kümmelähnliche Spaltfrüchte. Die ganze Pflanze verströmt den typischen, petersilienartigen Gierschgeruch.1

Saison: Von März bis April kann man die Blattschösslinge ernten, im Mai die knospigen Blütenstände, von Juni bis August die voll aufgeblühten Blütenteller und von Juli bis September die ausgereiften Samen. Die Hauptblütezeit des Gierschs sind die Monate Juni, Juli und August. Zarte Blätter des teilwintergrünen Gierschs kann man nahezu das ganze Jahr über ernten, denn die bodennahen Blätter überdauern in milden Wintern.1,2

Lagerung:

Giersch (Dreiblatt, Geissfuss) sollte man frisch verwenden, einfrieren oder schonend trocknen. Hierfür kann man ihn auf einem Küchentuch luftig ausbreiten und an der frischen Luft trocknen lassen. Dabei sollten die Pflanzenteile nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sein. Rascheln die Pflanzenteile beim Anfassen, sind sie trocken und man kann sie mit einer Schere zerkleinern. Zum Aufbewahren eignen sich Papiertüten, Metalldosen oder braune Gläser.3

Inhaltsstoffe - Nährwert - Kalorien:

In Giersch sind Mineralien, Vitamine (Vitamin A, Vitamin C), Harz, ätherisches Öl, Flavonoide und Phenolcarbonsäuren enthalten.2 Hervorzuheben sind die hohen Gehalte an Vitamin C und Kupfer. 100 g frisch geernteter Giersch liefern 2 mg Kupfer und 140 mg Vitamin C (Ascorbinsäure).14

Höhere Kupferwerte findet man in Portwein (10 mg/100g), Sesam (4,08 mg/100g) oder Kakaobohnen bzw. Kakaopulver (3,79 mg/100g). Mehr Vitamin C sind in Acerola (1'677,6 mg/100g), Sanddornbeeren (450 mg/100g), der Knoblauchsrauke (261 mg/100g) oder der Guave (228,3 mg/100) enthalten.14

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Da es bei den volkstümlichen Indikationen keine Belege für die Wirksamkeit von Giersch gibt, findet man ihn in neueren Arzneibüchern nicht mehr.1

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Cumarin ist ein in Giersch natürlich vorkommender, aromatischer sekundärer Pflanzenstoff mit angenehm würzigem Geschmack (kommt z.B. auch in Zimt vor). In den Blattstielen ist die Konzentration des Cumarins (Kumarins) am höchsten. In grösseren Mengen eingenommen ist Cumarin gesundheitsschädlich.4 Bevorzugen Sie bei häufiger Verwendung weniger die Stiele, sondern eher die jungen Blätter und andere Pflanzenteile vom Giersch.

Die fadenartigen Wurzeln des Gierschs enthalten das leicht giftige Falcarindiol, das u.a. auch in Karotten vorkommt. Falcarindiol tötet Pilze und wirkt möglicherweise krebshemmend. Bei übermässigem Verzehr der Wurzeln kann es zu Vergiftungserscheinungen wie entzündlichen Hautreizungen oder allergischen Reaktionen kommen.5,6

Verwendung als Heilpflanze:

Giersch gehört nicht zu den Arzneidrogen, weshalb er in der Schulmedizin keine Verwendung findet.

Volksmedizin - Naturheilkunde:

Wofür ist Giersch gut? In der Volks- und Naturheilkunde verwendet man Giersch traditionell wegen seiner sanft beruhigenden, mild harntreibenden, entzündungshemmenden, krampflösenden und entsäuernden Wirkungen. Innerlich kommt er bei Gicht und Ischias zur Anwendung. Äusserlich kann man das zerquetschte Kraut für Umschläge bei Gicht, Insektenstichen, Verbrennungen und Rheuma oder als Bad bei Hämorrhoiden verwenden.2,7

Vorkommen - Herkunft:

Giersch findet man in fast ganz Europa sowie in den gemässigt-kontinentalen Gebieten des eurasischen Laubwaldgürtels. Weitere Verbreitungsgebiete sind die Türkei, der Kaukasusraum, Kasachstan, Kirgisistan und Sibirien. In Nordamerika ist Giersch ein eingeschleppter Neophyt.1

Anbau im Garten oder als Topfpflanze:

Giersch ist eine stark wuchernde Pflanze und kann mit seinen Wurzelausläufern den ganzen Garten einnehmen. Möchte man Giersch anbauen, pflanzt man ihn am besten in einen grossen Blumentopf oder mit einer Wurzelsperre direkt in den Boden ein. Mindestens 50 cm tiefe Wurzelsperren aus Plastik oder Vlies sind gut geeignet, Steine und Netze nicht. Alternativ kann man Giersch mitsamt einem Topf in den Garten pflanzen. Verblühte Blüten sollte man zusätzlich rechtzeitig abschneiden, um eine Selbstaussaat zu verhindern.8

Heute gibt es panaschierte Zuchtsorten in grün-weiss bzw. weissbunt (Aegopodium podagraria Variegatum oder Variegata), die weniger stark wuchern und somit besser für den Gartenanbau oder als Balkonpflanzen geeignet sind.

Verwechslungsgefahr:

Giersch hat einige giftige bis hochgiftige Doppelgänger, die ebenfalls zur Familie der Doldenblütler gehören. Wichtige Erkennungsmerkmale von Giersch sind die dreikantigen Blattstiele, wobei eine Kante abgerundet und die gegenüberliegende Seite eingezogen ist. Zudem ist die Blattform mit dreimal drei Blättern charakteristisch. Zur Erinnerung mag dieses Sprichwort hilfreich sein: Drei, drei, drei – bist beim Giersch dabei.

Der Gefleckte Schierling (Conium maculatum) gehört zu den giftigsten einheimischen Pflanzenarten. Der Stängel ist glatt, meist rötlich gefleckt oder rötlich überlaufen. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist der stechende Geruch der Pflanze. Kommen die Mundschleimhäute in Kontakt mit dem Gefleckten Schierling, gehören ein Brennen im Mund, vermehrter Speichelfluss, Schluckbeschwerden und Zungenlähmung zu den Folgen der Vergiftung. Der Verzehr kann innerhalb kurzer Zeit zu Nervenlähmungen und Atemstillstand führen.9,10

Die giftige Sumpfpflanze Breitblättriger Merk oder Grosser Merk (Sium latifolium) kommt vor allem auf nährstoffreichen Schlammböden an Ufern von Binnengewässern in gemässigten Breiten vor. Vergiftungserscheinungen wegen Verzehr der Wurzeln und Früchte sind Erbrechen und Durchfall.11

Auch der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) ist ein sehr giftiger Doppelgänger des Gierschs. Obwohl die Pflanze deutlich grösser ist als der Giersch und die Stängel dicker sind und rote Flecken aufweisen, können die weissen Doldenblüten für Verunsicherung sorgen – vor allem bei Kindern. Bereits der Hautkontakt mit Bärenklau bzw. Riesenbärenklau verursacht Verbrennungswunden, die wochenlang anhalten und sich bei Sonneneinstrahlung verstärken können.12

Hundspetersilie (Aethusa cynapium) und Kälberkropf (Chaerophyllum) sind weitere giftige Doppelgänger des Gierschs. Informieren Sie sich vor dem Sammeln genau über diese Wildpflanzen, um den Giersch eindeutig erkennen zu können.

Der Blütenstand des Gierschs ähnelt auch demjenigen der Schafgarbe (Achillea millefolium); dieser Korbblütler ist jedoch eine ungiftige Wildpflanze sowie eine traditionelle Arzneipflanze.

Tierschutz – Artenschutz - Tierwohl:

Giersch ist eine bienenfreundliche Pflanze und bietet zwischen Mai und Juli mit seinen offenen Scheibenblumen Nektar für Käfer, Fliegen, Schwebfliegen, Wespen und Bienen. Giersch ist somit für die Aussaat einer Bienenweide gut geeignet.13

Allgemeine Informationen:

Gewöhnlicher Giersch (Aegopodium podagraria) ist eine von fünf bis sieben Arten aus der Gattung Aegopodium in der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).1,7

Alternative Namen:

Bekannte Alternativnamen für Giersch sind Dreiblatt, Geissfuss (Geißfuß), Ziegenkraut, Schettele, Zaungiersch, Wiesenholler, Podagrakraut oder Baumtropf. Wikipedia führt zahlreiche weitere, regional gebräuchliche Bezeichnungen auf.1

Der deutsche Name Geissfuss bzw. Geißfuß ist eine wortgetreue Übersetzung des griechischen Gattungsnamens, bestehend aus aigos = Ziege und podos = Fuss. Der Artname podagraria stammt vom lateinischen podagra = Gicht und weist auf den traditionellen Verwendungszweck hin.7

Im Englischen gibt es zahlreiche alternative Namen für Giersch: ashweed, bishopsweed, bishopswort, goatweed, pigweed, bishop's goutweed, English masterwort, ground ash, herb Gerard, wild masterwort, jack-jump-about, snow-in-the-mountain, goutweed, bishop's weed, ground elder oder herb-Gerard.

Literatur - Quellen:

CLICK FOR: 14 Quellenangaben

  1. Wikipedia Giersch.
  2. Fleischhauer, S. G., Guthmann, J., Spiegelberger, R. Enzyklopädie. Essbare Wildpflanzen. 2000 Pflanzen Mitteleuropas. 1. Auflage: Aarau: AT Verlag; 2013.
  3. kostbarenatur.net Kräuter richtig trocknen und das ganze Jahr über verwenden.
  4. Wikipedia Cumarin.
  5. Wikipedia Falcarindiol.
  6. gartenjournal.net Ist der Giersch vielleicht doch etwas giftig?
  7. Bown, D. Kräuter. Die grosse Enzyklopädie. Anbau und Verwendung. 2. Auflage. München; 2015. Dorling Kindersly.
  8. gartenjournal.net Giersch anbauen? Lieber nur mit Wurzelsperre!
  9. gartenjournal.net Die Verwechslung der Schafgarbe mit ähnlich aussehenden Pflanzen: gefährlich!
  10. Wikipedia Gefleckter Schierling.
  11. Wikipedia Breitblättriger Merk.
  12. Wikipedia Riesen-Bärenklau.
  13. Landratsamt Roth Kreisfachberatung für Gartenbau und Landespflege. Giersch ist eine vielseitige Staude. PDF.
  14. United States Department of Agriculture (USDA). Nährwerttabellen.
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