Stiftung Gesundheit & Ernährung
S t i f t u n g
Gesundheit & Ernährung
Schweiz
QR Code
Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

Dill, frisch (Kraut, Samen), roh (bio?)

Dillkraut ist ein beliebtes Bio-Gewürz mit mässiger Bedeutung in der Medizin. Aus den Samen kann man aromatische Keimlinge für frische Rohkost ziehen.
86,0%
Wasser
61
Makronährstoff Kohlenhydrate 60.52%
/30
Makronährstoff Proteine 29.83%
/10
Makronährstoff Fette 9.66%
Ω-6 (LA, 0.1g)
Omega-6-Fettsäuren wie Linolsäure (LA)
 : Ω-3 (ALA, <0.1g)
Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure (ALA)
 = 0:0

Verhältnis Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren soll insgesamt 5:1 nicht überschreiten. Link zu Erklärungstext.

Werte sind zu klein, um relevant zu sein.
Lebensmittelpreise
Verfügbarkeit 
Regional: 1.5.-30.9.
06.02.23

Preiskategorien rechts sind nicht vom gleichen Datum.

100 g3,56
Günstigpreis
bis3,96
Normalpreis
Bio--
06.02.23100 g--
Günstigpreis
bis4,63
Normalpreis
Bio--
31.12.22100 gFr.--
Günstigpreis
bis10,00
Normalpreis
Bio10,50
Klick auf Flagge öffnet Preisentwicklungen.

Piktogramm Nährstofftabellen

Ist Dill ein Gewürz? Frischer Dill (Anethum graveolens) gehört zu den bekannteren Bio-Gewürzen, das in keiner Küche fehlen darf. Besonders gut schmeckt das rohe Kraut zu Gurken; die Samen sind seltener in Gebrauch.

Verwendung von Dill in der Küche:

Die vielseitig verwendbare Gewürzpflanze besitzt ein süssliches Aroma und erinnert geschmacklich leicht an Anis, Petersilie und Kümmel. Vor allem frisch schmeckt das Kraut viel süsser als die Samen. Getrocknet oder gekocht verliert das Pflanzengrün an Aroma.

Mit seinem charakteristischen Geschmack verfeinert rohes oder getrocknetes Kraut Salate, vegane Gewürzbutter, veganen Käse, Brotaufstriche, warme und kalte Saucen, gegarte Kartoffeln, Eintöpfe, Rohkost und insbesondere Gurken (ugs. Gurkenkraut).

Kraut, Stängel, Blätter und Blütendolden sind als Würze für Kräuteressenzen, Gewürzgurken (ugs. Gurkenkümmel) und anderes eingelegtes Gemüse (ugs. Kapernkraut) beliebt.

Für frische Rohkost kann man aus den Samen innerhalb von drei bis vier Wochen Keimlinge in Schalen heranziehen und den jungen Dill roh essen.

Veganes Rezept für georgische Tqemali (Tkemali)-Sauce:

Zutaten (für 2 Personen): 250 g reife oder unreife Kirschpflaumen (alternativ: Sauerpflaumen, Alutscha, Kornelkirschen, Sauerkirschen, Mirabellen oder säuerliche Pflaumen); 10 g frischer Dill (ugs. Dillich); je 5 g rohe Minzblätter, rohe Petersilie, rohe Korianderblätter; 2 getrocknete Datteln; 1 Knoblauchzehe; einige Spritzer Zitronensaft; Paprikapulver; Salz.

Zubereitung: Rohe Kirschpflaumen entsteinen, halbieren und in 100 ml Wasser weichkochen (ca. 5 Min.). Pflaumen, ca. 50 ml Kochsud, frische Kräuter, entsteinte und zerkleinerte Datteln, Knoblauch und Zitronensaft in einen hohen Mixbecher geben und mit einem Stabmixer pürieren. Die fruchtig-pikante Sauce mit Paprika und Salz abschmecken und kalt zu Kidneybohnen, Kartoffeln oder herzhaften Gerichten servieren.

Rezept für frischen Dillsamen-Tee:

1 TL Samen frisch quetschen und mit einer Tasse heissem Trinkwasser übergiessen. Zugedeckt 5 Min. ziehen lassen, die Samen abgiessen. Von der Teezubereitung mehrmals täglich eine Tasse trinken.1

Eine bewährte Teemischung zur Förderung der Milchmenge (Stilltee) enthält neben 15 g Dillsamen 30 g Brennnesselblätter, 30 g Fenchelsamen, 15 g Anissamen und 10 g Kümmelsamen.1

Vegane Rezepte mit rohem Dill finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben" (ganz unten oder nebenan).

Einkauf - wo frischen Dill kaufen?

Das frische Kraut können Sie in Supermärkten wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer oder Billa und in Bio-Supermärkten wie Denn's Biomarkt oder Alnatura kaufen. Dill-Gewürz findet man meist in kleinen Mengen abgepackt im Kühlregal. Roh und in kontrolliert biologischer Qualität erhält man Dill (ugs. Däll) in Bio-Läden, in Reformhäusern, auf Wochenmärkten, direkt beim Bauern oder über eine Abo-Kiste (Saison-Kiste, Grüne Kiste) – manchmal als Bundware oder Küchenkräutertopfpflanze. Wieviel wiegt 1 Bund Dill in Gramm? Ein Bund Dill wiegt i.d.R. 25 g.

Die Verfügbarkeit von Dill in den genannten (Bio-) Supermärkten ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Bei Interesse klicken Sie auf unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder (oben unter dem Zutatenbild). Dort finden Sie aktuelle Preise aus verschiedenen Supermärkten und deren Preisentwicklung.

Wild zu finden:

Die in Gärten angebaute Gewürzpflanze findet man verwildert eher selten und unbeständig an sonnigen und trockenwarmen Orten.2,3,4,20 Unterscheidungsmerkmale zur Erkennung von anderen essbaren, giftigen und hochgiftigen Doldenblütlern finden Sie weiter unten unter "Verwechslungsgefahr".

Lagerung:

Frisches Kraut kann man in einer Plastiktüte oder Vorratsdose ca. eine Woche lang im Kühlschrank aufbewahren. Dabei sollte es trocken sein, um Fäule und Schimmel zu vermeiden. Ggf. kann man überschüssige Feuchtigkeit mithilfe einer Salatschleuder entfernen.

Da die Blätter durchs Trocknen rasch an Aroma verlieren, ist Einfrieren die geschmacksschonendere Option. Dafür hackt man die rohen Pflanzenteile und verpackt sie luftdicht in Beuteln oder Dosen und legt sie in den Gefrierschrank.

Dill-Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien:

100 g frisches Dill-Kraut besitzt einen Kaloriengehalt von 43 kCal. Die Hauptnährstoffe sind mit 1,1 g Fetten, 7 g Kohlenhydraten und 3,5 g Proteinen (Eiweiss) vertreten.5,6

Enthält Dill Vitamine? Mit 85 mg/100g ist das rohe, frisch geerntete Kraut reich an Vitamin C. Beachtenswert ist, dass man mit 10 g ca. 10 % des Tagesbedarfs decken kann. Somit ist frischer Dill gesund. Da man davon kaum grössere Mengen am Tag verzehrt, sollte man zusätzlich auf weitere Ascorbinsäure-Quellen zurückgreifen.5,6

Andere Gewürz- bzw. Wildpflanzen, die deutlich mehr Vitamin C enthalten, sind rohe Knoblauchsrauke (261 mg/100g), frischer Giersch (140 mg/100g), rohe Petersilie (133 mg/100g), Bockshornklee (126 mg/100g), Kleiner Sauerampfer (117 mg/100g) oder Schmalblättriges Weidenröschen (99 mg/100g).5,6

Weitere Dill-Nährstoffe der Blätter sind Tannine, Steroide, Terpenoide und Flavonoide.7

Zu den wirksamkeitsmitbestimmenden Inhaltsstoffen der Samen (Früchte) zählen Cumarine,7,8,9 bis zu 5% carvonreiches ätherisches Öl7,9 und Kaffeesäurederivate.9 Weitere Bestandteile sind aromatische Xanthone, Triterpene,7 Flavonoide (Kaempferol, Isorhamnetin, Quercetin) und 10-20 % fettes Öl.8

Die gesamten Inhaltsstoffe frischem Dill, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen im CLICK FOR unter dem Zutatenbild.

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Ist zu viel Dill ungesund? Durch die Verwendung als Gewürz besteht nach heutigem Wissen keine Gefahr für den Konsumenten.8 Ebenso sind weder Kontraindikationen noch Nebenwirkungen und Interaktionen bekannt.9 Allgemein können Inhaltsstoffe von Pflanzen aus der Gattung der Doldenblütler (Apiaceae) Kontakt- oder Fotodermatitis auslösen.8

Dill: Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Wie gesund ist Dill? Für das ätherische Öl der Pflanze sind antimikrobielle, antimykotische und antioxidative Wirkungen nachgewiesen.7

Die Samen hemmen das Wachstum und die Vermehrung von Bakterien15 und wirken krampflösend (spasmolytisch). Letztere Wirkung entfaltet das ätherische Öl der Samen direkt an der glatten Muskulatur des Magen-Darm-Trakts (ugs. Blähkraut). Gleichzeitig schützen die Schleimstoffe der Samen die Magenschleimhaut. Diese Wirkungen sind wesentlich schwächer als die von Kümmelzubereitungen, können aber eine Alternative bei einer Abneigung gegen Kümmel sein.8,9

Die Ergebnisse eines systematischen Reviews (2021) mit 171 Interventionsfällen zeigen, dass die Supplementierung von Anethum graveolens eine signifikante Senkung des Gesamtcholesterins zur Folge hatte. Für genauere und bestätigende Schlussfolgerungen sind weitere kontrollierte klinische Studien notwendig.10 Eine Meta-Analyse aus dem gleichen Jahr kommt zu dem Ergebnis, dass Anethum graveolens günstige Effekte auf Insulinresistenz und Serum-LDL ausüben könnte. Auch hier ist weitere Forschung notwendig, um die Ergebnisse zu bestätigen.11

Eine randomisierte kontrollierte Studie (2020) untersuchte die Wirkung von Anethum graveolens-Pulver an 42 Patienten mit Typ-2-Diabetes. Die Ergebnisse zeigen, dass die Supplementierung bei Patienten mit Typ-2-Diabetes wirksam war. Das Pulver wirkte sich positiv auf die glykämische Kontrolle und auf gastrointestinale Symptome aus.12

Ein weiteres systematisches Review (2020) wertete die Wirkung von Anethum graveolens-Samen auf die Dauer von Wehen aus. Bestimmte Phasen der Wehen reduzierten sich signifikant. Die Verwendung der Pflanze ist bei schwangeren Frauen mit geringem Risiko empfohlen.13,14 Gemäss einer randomisierten kontrollierten Studie (2019) können gekochte Samen die Angst während den Wehen reduzieren.15

Im Rahmen einer randomisierten kontrollierten Studie an 60 Frauen mit mikrobiologisch bestätigter vulvovaginaler Candidiasis untersuchten Wissenschaftler die Wirkung einer vaginalen Zäpfchenformulierung mit Anethum graveolens. Die Behandlung der Kontrollgruppe erfolgte mit Clotrimazol-Vaginaltabletten. Gemäss den Ergebnissen waren 2% Dill-Vaginalzäpfchen genauso wirksam wie Clotrimazol-Vaginaltabletten bei der Verringerung von klinischen und mikrobiologischen Symptomen. Studien mit grösseren Stichprobengrössen sind erforderlich, um die aktuellen Ergebnisse zu bestätigen.16

In einer randomisierten kontrollierten Studie (2020) ging es um die Bewertung der elastogenen Wirkung einer Brombeer-Dill-Extraktkombination, um Hautalterung entgegenzuwirken. Klinisch zeigte die Behandlung eine synergistische Pro-Elastizitätsaktivität im Vergleich zu den einzelnen Pflanzen und Placebo.17 Auch eine frühere, randomisierte kontrollierte Studie von 2011 zeigte in vitro und in vivo signifikante Verbesserungen der Hautelastizität.18

Verwendung als anerkannte Heilpflanze:

HMPC (Committee on Herbal Medicinal Products) oder ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy) haben, im Vergleich zur Kommission E, (noch) keine Monografie für Dillsamen bzw. Dillkraut erstellt.

Indikationen für die medizinische Verwendung der Samen nach Kommission E sind dyseptische Beschwerden. Insgesamt besitzen sie jedoch eine geringe phytotherapeutische Bedeutung. Dillkraut findet fast ausschliesslich als Lebensmittel bzw. Gewürz Verwendung.9 Im Gegensatz zu den Samen sieht die Kommission E die Wirksamkeit des Krauts bei dyseptischen Beschwerden als nicht erwiesen an.8

Arzneimittel mit Anethum graveolens-Extrakten spielen in der westlichen Medizin kaum eine Rolle. Der Einsatz der Samen ist aufgrund ihrer krampflösenden Wirkung bei dyseptischen Beschwerden inzwischen wissenschaftlich anerkannt.8

Die mittlere Tagesdosis beträgt 3 g Samen oder 0,1-0,3 g ätherisches Öl. Ganze Samen verwendet man frisch gequetscht für Aufgüsse oder andere Zubereitungen zum Einnehmen. Als Gewürz sind die Samen nur als präventive Massnahme geeignet.9

Volksmedizin - Naturheilkunde:

Ist Dill gesund? In einem systematischen Review suchten Wissenschaftler in Datenbanken nach iranischen Heilpflanzen, die traditionell als wirksame Alternativen zu Antibiotika bei vaginalen Infektionen zum Einsatz kommen. U.a. findet das antimikrobiell wirksame Anethum graveolens Verwendung.19

In Europa nutzt die traditionelle Volksmedizin das Kraut u.a. als krampflösendes, entblähendes, verdauungsförderndes (ugs. Blähkraut) und entwässerndes pflanzliches Mittel.7

Vorkommen - Herkunft:

Die ursprüngliche Herkunft der Pflanze ist Südwestasien.2,4 Sie hat eine lange Anbaugeschichte seit der Antike14 und ist die einzige Art der Gattung Anethum. Bekannt sind v.a. die zwei Varietäten / Unterarten var. graveolens (Europäischer Dill) und subsp. sowa (Indischer Dill). Ersterer kommt in Europa, Nordafrika, Nord- und Südamerika vor; letzteren kultiviert man vor allem in Japan, Indien, China und auf Java.8 In der Schweiz ist die Gewürzpflanze vor dem 15. Jahrhundert aufgetreten.20

Anbau im Garten oder als Topfpflanze:

Die Pflanze stellt eher höhere Ansprüche an den Boden, der gut bearbeitet, feinkrümelig,1 neutral bis leicht sauer und in sonniger Lage sein sollte. Bei zu trockener und karger Beschaffenheit und dichter Aussaat neigen die Pflanzen zum Schiessen. Dill und Kohl sind im Gemüsebeet gute Nachbarn, weniger gut verträgt er sich mit Möhren. Bei zu enger Nachbarschaft mit Fenchel können Hybride (ugs. Dillfenchel) entstehen.4

Ab dem zeitigen Frühjahr bis zur Sommermitte kann man mit der Aussaat in Abständen von 3-4 Wochen beginnen. Später dünnt man die jungen Pflanzen auf 20 cm aus. Die Wedel schneidet man vom Frühjahr bis zum Sommer.4 Die Samen erntet man vor der Vollreife, da sie sonst leicht rausfallen.1

Anbau - Ernte:

Der erfolgreiche kommerzieller (Freiland-) Anbau erfordert warme bis heisse Sommer mit hoher Sonneneinstrahlung und reichhaltige, gut durchlässige Böden.7 Der Anbau ist in vielen Ländern verbreitet, auch in Süddeutschland.2

Die Kultivierung von Bund- und Topfware für den (Bio-) Frischmarkt erfolgt in Gewächshäusern und im Freiland. Für die industrielle Verarbeitung baut man die Gewürzpflanze stark mechanisiert und grossflächig an. Das Kraut für den Heilpflanzenanbau erfolgt ebenfalls grossflächig und im Freiland.

Tierschutz - Artenschutz - Tierwohl:

Die Blütezeit reicht von Juni bis August (max. Oktober). Nektarwert und Pollenwert sind mittel (Skala Nektarwert und Pollenwert: kein, gering, mittel, hoch, sehr hoch). Für kleine Hautflügler wie Schwebfliegen, Honigbienen und Käfer fällt eine Sommer- und Frühherbsttracht an.3 Tracht beinhaltet das gesamte Angebot an Nektar, Honigtau und Pollen, das Insekten zur Verfügung steht.

Die Blüten locken zahlreiche Nützlinge an, die Blattläuse bekämpfen.4

Dill: Verwechslungsgefahr - Verwechslungsmöglichkeiten:

Unter den Doldenblütlern gibt es zahlreiche essbare sowie giftige bis hochgiftige Pflanzenarten. Für Laien kann es bei der Wildsammlung zu fatalen Folgen kommen. Daher ist es ratsam, diese Kräuter sowie Dill als Topfpflanzen zu kaufen und beschriftet im Gemüsebeet anzubauen.

Harmlose Verwechslungsmöglichkeiten von Dill mit essbaren, wildvorkommenden oder kultivierten Pflanzen bestehen mit Giersch, Echtem Kerbel, Wiesenkerbel, Wilder Möhre, Wiesen-Bärenklau, Süssdolde, Fenchel, Koriander, Kümmel, Pastinake, Liebstöckel oder Sellerie.

Gefahr besteht bei diesen giftigen und hochgiftigen Doppelgängern: Grosse und Kleine Sterndolde, Schierling, Hundspetersilie, Riesenbärenklau, Breitblättriger Merk oder Kälberkropf. Unterscheidungsmerkmale finden Sie unter dem gleichnamigen Subtiteln der Beschreibungen 'Wiesen-Kerbel' und 'Giersch'.

Dill bildet meist einen 60-90, manchmal bis zu 120 cm hohen einzelnen, aufrechten, röhrigen Spross, der leicht ausreissbar ist. Die ein- bis zweijährige Pflanze wächst schlanker als Fenchel und ihr Grün ist eher matt bis leicht gräulich. Die bis zu 35 cm langen Blätter sind 2- bis 3-fach gefiedert und fadenförmig. Im Sommer erscheinen winzige gelbe Dolden in ca. 30-50 Doldenstrahlen. Die Samen sind eiförmig, abgeflacht und aromatisch. Am Grund bildet die Pflanze nie eine Zwiebel.3,4,7,20 Beim Zerreiben verströmen die Pflanzenteile einen angenehmen und spezifischen Duft.3

Allgemeine Informationen:

Dill (Anethum graveolens) gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und ist die einzige Art der Gattung Anethum.

Man unterscheidet drei Unterarten bzw. Varietäten. Neben dem Ackerdill (Anethum graveolens var. graveolens) gibt es den Gartendill (Anethum graveolens var. hortorum) mit Carvon-reichem ätherischem Öl sowie den Indischen Dill (Anethum graveolens subsp. sowa), dessen ätherisches Öl sich v.a. aus Dillapiol und Carvon zusammensetzt. Insgesamt ist er weniger aromatisch als Gartendill.

Alternative Namen:

Alternativnamen sind Echter Dill, Dillich, Däll, Dillkraut, Dillfenchel, Gurkenkümmel, Gurkenkraut, Gurkenkräutel, Gurkenkümmel, Kapernkraut, Kappernkraut oder Blähkraut.

Im Süddeutschen Raum sind 'der Dill' und 'die Dille' ohne Bedeutungsunterschied bekannt.

Auf Englisch sind Bezeichnungen wie dill, dillseed (Frucht), dillweed (Kraut) und corn caraway im Umlauf.

Stichworte zur Verwendung:

Das ätherische Samenöl (Anethi herba aetheroleum) kommt als Aromabeigabe in Kosmetika, Parfüms, Medikamenten, Reinigungsmitteln, Seifen und in der Lebensmittelindustrie vor.4,8

Literatur - Quellen:

20 Quellenangaben

In der Wissenschaft ist Wikipedia (wiki) als Quelle umstritten, auch weil bei Wikipedia Angaben zur zitierten Literatur bzw. zu Autoren häufig fehlen oder nicht verlässlich sind. Unsere Beschreibung und Piktogramme für Nährwerte enthalten kcal (1 kcal = 4.19 kJ).

  1. Niederegger O, Mayr C. Heilpflanzen der Alpen. Gesundheit aus der Natur von A bis Z. Innsbruck: Tyrolia-Verlag; 2006.
  2. Pahlow M. Das grosse Buch der Heilpflanzen. Gesund durch die Heilkräfte der Natur. Hamburg: Nikol Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG; 8. Auflage. 2019.
  3. Kremer BP. Mein Garten – Ein Bienenparadies. Bern: Haupt Verlag; 2. Auflage. 2018.
  4. Bown D. Kräuter. Die grosse Enzyklopädie. Anbau und Verwendung. München: Dorling Kindersley; 2. Auflage. 2015.
  5. Diet-health.info Nährstofftabellen
  6. USDA (United States Department of Agriculture). Nährstofftabellen.
  7. Anethum graveolens - an overview | ScienceDirect Topics.
  8. Sebastian S, Melzig M. Anethum graveolens L. Z Phytother. 2013;34(05):249-254.
  9. Schilcher H, Kammerer S, Wegener T. Leitfaden Phytotherapie. München: Elsevier GmbH; 3. Auflage. 2007.
  10. Sadeghi M, Kabiri S, Amerizadeh A, et al. Anethum graveolens l. (dill) Effect on human lipid profile: an updated systematic review. Curr Probl Cardiol. 2022;47(11):101072.
  11. Mousavi SM, Beatriz Pizarro A, Akhgarjand C, et al. The effects of Anethum graveolens (dill) supplementation on lipid profile and glycemic control: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Crit Rev Food Sci Nutr. 2022;62(21):5705-5716.
  12. Haidari F, Zakerkish M, Borazjani F, Ahmadi Angali K, Amoochi Foroushani G. The effects of Anethum graveolens (dill) powder supplementation on clinical and metabolic status in patients with type 2 diabetes. Trials. 2020;21(1):483.
  13. Talebi F, Malchi F, Abedi P, Jahanfar S. Effect of dill (Anethum graveolens linn) seed on the duration of labor: A systematic review. Complement Ther Clin Pract. 2020;41:101251.
  14. Hekmatzadeh SF, Bazarganipour F, Malekzadeh J, Goodarzi F, Aramesh S. A randomized clinical trial of the efficacy of applying a simple protocol of boiled Anethum graveolens seeds on pain intensity and duration of labor stages. Complement Ther Med. 2014;22(6):970-976.
  15. Hekmatzadeh SF, Bazarganipour F, Allan H, Aramesh S, Mohammadi J. Effects of boiled dill seed on anxiety during labor: a randomized clinical trial. Chin J Integr Med. 2020;26(2):100-105.
  16. Saghafi N, Karjalian M, Ghazanfarpour M, et al. The effect of a vaginal suppository formulation of dill (Anethum graveolens) in comparison to clotrimazole vaginal tablet on the treatment of vulvovaginal candidiasis. J Obstet Gynaecol. 2018;38(7):985-988.
  17. Meza D, Li WH, Seo I, et al. A blackberry-dill extract combination synergistically increases skin elasticity. Int J Cosmet Sci. 2020;42(5):444-451.
  18. Sohm B, Cenizo V, André V, Zahouani H, Pailler-Mattei C, Vogelgesang B. Evaluation of the efficacy of a dill extract in vitro and in vivo. Int J Cosmet Sci. 2011;33(2):157-163.
  19. Rashidipour M, Shakib P, Goudarzi G, Pournia Y, Karimi M, Sarlak M. Native iranian medicinal plants with anti-vaginal infection properties: a systematic review. Infect Disord Drug Targets. 2022;22(6):41-47.
  20. Infoflora.ch Anethum graveolens L. Dill.

Kommentare