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Cashewnüsse, roh? bio? (Cashewkerne)

Entdecken Sie vielseitige Verwendungsmöglichkeiten von Cashewnüssen in der Küche, die allfällige Saison, Preise und gesundheitliche Vorteile. Erfahren Sie mehr über wichtige Nährstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Anbau und Ökobilanz.

Die aus der USDA Datenbank stammenden Nährstoffe der Zutat haben wir komplettiert.

Dieses Lebensmittel gilt vielen als roh, z.B. weil es so aussieht. Es ist aber in den allermeisten Fällen nicht roh! Meist weil der Gewinnungsprozess Erhitzung benötigt, den man nur mit viel höherem Aufwand anders erreichen kann - oder weil man das Nahrungsmittel pasteurisiert. Zumindest einer dieser Gründe trifft hier zu.

Ist das Produkt als roh deklariert, kann es auf dem Weg zu Ihnen mit billigerem Verfahren gewonnenem vermischt worden sein. Je nach Produkt kann man von Auge oder Geschmack her nicht unterscheiden.

Übrigens: Rohköstler sollten beachten, dass es auch Lebensmittel gibt, die wohl roh sind, doch roh giftig wirken - oder roh nur eingeschränkt geniessbar sind. Diese zeichnen wir anders aus.

5%Wasser 33Makronährstoff Kohlenhydrate 32.72%/20Makronährstoff Proteine 19.75%/48Makronährstoff Fette 47.53% 

Die drei Verhältniszahlen zeigen den prozentualen Gewichtsanteil der Makronährstoffe (Kohlenhydrate / Proteine / Fette) der Trockensubstanz (exkl. Wasser).  In der Sprache Englisch sind Ballaststoffe als Bestandteil des Kohlenhydrat-Anteils gerechnet. Die Umrechnung von Gewicht in kcal erfolgt nach dem von der USDA verwendeten "Atwater system". 

Davor ersehen Sie den Wasseranteil, gerundet auf ganze %.

Ω-6 (LA, 7.8g)Omega-6-Fettsäuren wie Linolsäure (LA) : Ω-3 (ALA, 0.1g)Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure (ALA) = !:0

Verhältnis Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren soll insgesamt 5:1 nicht überschreiten. Link zu Erklärungstext.

Hier essenzielle Linolsäure (LA) 7.78 g und nahezu keine essenzielle Alpha-Linolensäure (ALA).

Cashewkerne (Anacardium occidentale L.) sind herstellungsbedingt nie roh. Die Produktion erfordert viel Handarbeit und kann gesundheitsgefährdend sein, weshalb beim Kauf von Cashewnüssen zumindest auf Bio-Produktion und Handelszertifikate zu achten ist.

Verwendung in der Küche

Cashewkerne mit ihrem buttrig-zarten, leicht süssen Aroma, verführen zu einem eher hohen Konsum. Verwendung finden Cashewkerne zum Knabbern, im Müesli oder in Salate, Currys, Pesto, Reis-, Nudel- und asiatischen Wokgerichten. Fein gemahlen dienen sie zur Herstellung von veganem Käse, Cashew-Butter, Cashew-"Milch", Saucen oder Desserts. Cashewnüsse (nicht Kashewnüsse) sind besonders bei Veganern beliebt. Für Rohköstler eignen sich andere Nüsse (z.B. Walnüsse) besser, denn Cashews sind herstellungsbedingt nicht roh. Zudem haben sie ein ungünstiges Fettsäureprofil.

Im Handel erhältlich sind auch geröstete Cashewkerne, die teilweise gesalzen, gewürzt oder gesüsst sind.

Aus ernährungsphysiologischer Sicht empfehlen wir bei Rezepten mit grossen Mengen an Cashewkernen, einen Teil davon mit Macadamianüssen zu ersetzen, die ein besseres Fettsäureprofil aufweisen. Wo es geschmacklich passt, eignen sich auch gemahlene oder geschrotete Hanf-, Lein- oder Chiasamen.

Veganes Rezept für Gemüsepfanne mit Cashewkernen

Zutaten (4 Personen): 2 cm Ingwer, 2 Knoblauchzehen, 1 rote Chili-Paprika, 3 EL Sojasauce, 2 EL Agavendicksaft, 2 EL Reisessig (oder Apfelessig), 75 ml Wasser, 1 EL Speisestärke, 400 g Broccoli, 1 rote Gemüsepaprika, 1 Pak-Choi, 1 rote Zwiebel, 1 EL raffiniertes Rapsöl, 4 EL Cashewnüsse, 1 Frühlingszwiebel, 3 EL Sesam.

Zubereitung: Ingwer und Knoblauch schälen und fein hacken. Die rote Chilischote entkernen und in dünne Ringe schneiden. Ingwer, Knoblauch, Chilischote, Sojasauce, Agavendicksaft und Reisessig in einer Schüssel verrühren. Das Wasser mit der Speisestärke in einer separaten Schüssel verrühren und danach zur Sauce geben.

Broccoli, Gemüsepaprika und Pak-Choi waschen. Broccoliröschen abtrennen, Strunk und Gemüsepaprika in Streifen schneiden. Pak-Choi klein schneiden. Zwiebel schälen, halbieren und in Scheiben schneiden. In einer grossen Bratpfanne Broccoli bei mittlerer Hitze ca. 5 Min. anbraten. Danach Gemüsepaprika, Zwiebel, Cashewnüsse und Pak-Choi hinzugeben und weitere 8-10 Min. mitbraten. Sauce nochmals rühren, da sich die Speisestärke gerne absetzt, unter das Gemüse geben und 2-3 Min. leicht köcheln lassen. Frühlingszwiebel waschen und in dünne Ringe schneiden. Zusammen mit Sesam über die Gemüsepfanne streuen und servieren. Die Gemüsepfanne passt gut zu Reis, Couscous oder Bulgur.

Vegane Rezepte mit Cashewnüssen finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".

Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen:
Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler
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Einkauf - Lagerung

Supermarktketten wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Billa oder Hofer führen die süsslich-nussigen Cashewkerne im Sortiment. Neben "rohen" bzw. "naturbelassenen" Cashews gibt es auch geröstete, gesalzene, karamellisierte und gewürzte Cashewkerne - sortenrein oder in Nussmischungen. "Roh" bedeutet in diesem Fall lediglich ungeröstet. Bio-Supermärkte wie Denn's Biomarkt oder Alnatura, Reformhäuser, Bio-Läden oder Drogerien bieten die Nüsse in biologischer Qualität an.

Wirklich rohe Cashews sind im Handel nicht erhältlich, da man sie nach der Ernte wärmebehandelt, um giftige Öle in der Schale zu deaktivieren. Zudem erleichtert das hohe Erhitzen das Öffnen der sehr harten Schale.

Der Herstellungsprozess von Cashewnüssen erfordert viel Handarbeit und findet unter gesundheitlich bedenklichen Bedingungen statt. Achten Sie zumindest beim Kauf von Cashewnüssen auf fair gehandelte Produkte (z.B. Fairtrade) und darauf, dass sie aus kontrolliert biologischem Anbau stammen.14

In den D-A-CH-Ländern sind Cashewnüsse ganzjährig dank Fernimport erhältlich. Die lokale Saison variiert je nach Anbauland.

Die Verfügbarkeit von Cashewkernen ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.

Tipps zur Lagerung

Cashewkerne sind an einem kühlen und trockenen Ort, lichtgeschützt und luftdicht verschlossen aufzubewahren. Zerkleinerte Nüsse halten gut verschlossen im Kühlschrank etwas länger. So vermeidet man Schimmelbildung und vorzeitigen Verderb durch Oxidation. Einfrieren erhöht die Haltbarkeit auf bis zu 12 Monate. Verdorbene Kerne erkennt man an ihrem unangenehm ranzigen Geschmack.8

Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien

Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.

Cashewkerne haben durch ihren hohen Gehalt an Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen einen Energiegehalt von 553 kcal/100g.9

Rund 46,35 % des Nussgewichts bestehen aus Fett, davon etwa 9,16 % gesättigte Fettsäuren und 35,15 % ungesättigte Fettsäuren.20 Aus ernährungsphysiologischer Sicht weisen Cashews ein eher ungünstiges Fettsäureprofil auf. Sie enthalten relativ viel an den mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure, LA: 7,8 g/100g = 78 % des Tagesbedarfs) und sehr wenig Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure, ALA).Mehr dazu im Folgekapitel. 

Zudem liefern sie grössere Mengen der essenziellen Aminosäure Tryptophan (0,29 g/100g). Höhere Mengen kommen in Sesam (0,39 mg/100g) oder ungeschälten Hanfsamen (0,37 mg/100g) vor.9

Cashewkerne sind mit 1,7 mg/100g reich an Mangan (83 % Tagesbedarf). Bessere Manganquellen sind Haselnüsse (6,2 mg), Kürbiskerne (4,5 mg) und Walnüsse (3,4 mg).9

Magnesium ist mit 292 mg/100g in Cashewnüssen gut vertreten. Im Vergleich dazu weisen Hanfsamen 700 mg, Leinsamen 392 mg und Sesam 351 mg auf.

Die gesamten Inhaltsstoffe von Cashewnüssen, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.

Wirkungen auf die Gesundheit

Sind Cashewkerne (Cashew Nüsse) gesund? Wichtige Kriterien für die gesundheitliche Bewertung von Nüssen sind der Gehalt an einfach ungesättigten Fettsäuren (MUFA) und das Verhältnis der mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFA), wie Linolsäure (Omega-6-Fettsäure, LA) zu Alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure, ALA). Cashewkerne enthalten überwiegend einfach ungesättigte Fettsäuren, vor allem Ölsäure. Der Anteil an Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure, LA) ist im Vergleich zu Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure, ALA) deutlich höher. Dadurch ergibt sich ein hohes LA:ALA-Verhältnis. Dieses Verhältnis liegt bei Cashewkernen von 48:1 bis zu 130:1. Gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) sollte dieses Verhältnis im Durchschnitt 5:1 (LA:ALA) nicht überschreiten.2,10,11 

Linolsäure (Omega-6) gilt als essenzielle Fettsäure und gehört zu normalen Stoffwechselprozessen. Im Körper erfolgt eine Umwandlung zu Arachidonsäure, Ausgangssubstanz verschiedener Eicosanoide mit sowohl entzündungsfördernden als auch entzündungsauflösenden Eigenschaften. Alpha-Linolensäure (Omega-3) führt zur Bildung von Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexansäure (DHA), deren Eicosanoide überwiegend entzündungshemmende, antithrombotische sowie gefäss- und bronchienerweiternde Wirkungen zeigen. Beide Fettsäurewege nutzen identische Enzymsysteme und stehen daher in Konkurrenz. Ein hoher Anteil an Omega-6 bei gleichzeitig niedrigem Omega-3-Anteil begünstigt langfristig entzündungsassoziierte Prozesse, Thromboseneigung sowie Gefäss- und Bronchienverengung und steht zudem mit einem erhöhten Risiko für atherosklerotische Erkrankungen in Verbindung. Als günstiger Orientierungswert gilt ein ausgeglichenes Verhältnis von etwa 1:1, während in westlichen Ernährungsweisen häufig ein Verhältnis um 10:1 zugunsten von Omega-6 vorliegt.2,10,11

Ungünstige LA:ALA-Verhältnisse zeigen zudem die Erdnuss (160:1), Haselnüsse (79:1), Mandeln, Sonnenblumenkerne und diverse Pflanzenöle. Ein besseres Fettsäureprofil besitzen Leinsamen (1:4), Walnüsse (4:1) sowie Macadamianüsse (6:1). Eine Studie belegt ein höheres Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren bei VeganerInnen (<14:1-20:1) und Lacto-VegetarierInnen (<10:1-16:1) im Vergleich zu MischköstlerInnen (<10:1).18 Informieren Sie sich in unserem Artikel Veganer essen essen oft ungesund und der Buchbesprechung Die Giessener Rohkoststudie über vermeidbare Ernährungsfehler und Tipps für eine optimale Versorgung mit Nährstoffen für diese Ernährungsstile.

Essen Sie Omega-6-reiche Saaten, Nüsse und Pflanzenöle in geringen Mengen und führen Sie dem Körper ausreichend Omega-3-Fettsäuren zu, z.B. über Leinsamen (22,8 g/100g), Chia-Samen (17,8 g/100g), Walnüsse (9,1 g/100g), Rapsöl (9,1 g/100g), ungeschälte Hanfsamen (8,7 g/100g), Blattgemüse oder Gewürzpflanzen. Die aufgelisteten Lebensmittel sind reich an Omega-3-Fettsäuren und/oder weisen ein besonders gutes Verhältnis zu den Omega-6-Fettsäuren auf.2,9

Der Proteingehalt ist im Vergleich zu Hülsenfrüchten moderat, kann jedoch zur Gesamteiweissversorgung beitragen. Cashewkerne enthalten alle proteinogenen Aminosäuren, darunter auch essentielle Aminosäuren wie Leucin, Isoleucin, Valin, Lysin und Threonin.20 Cashew-nussbasiertes Protein gilt als potenzieller neuroprotektiver Wirkstoff (Cerebroprotektor) für die Behandlung von Durchblutungsstörungen im Gehirn (fokale zerebrale Ischämie), die zu Schlaganfällen führen können. Insgesamt stehen Cashew mit besseren Blutfettwerten, einem geringeren Risiko für koronare Herzkrankheiten, Typ-2-Diabetes, Krebs sowie einer Verbesserung des metabolischen Syndroms in Verbindung. Entsprechende Hypothesen beruhen v.a. allem auf experimentellen Daten.20

Cashewnüsse sind zudem eine beachtliche Quelle für B-Vitamine und enthalten insbesondere höhere Mengen an Thiamin (Vitamin B1), Riboflavin (Vitamin B2) und Pyridoxin (Vitamin B6). Der Gehalt an Vitamin E (832,9 μg/100 g) ist im Vergleich zu anderen Nüssen eher niedrig. Höhere Mengen finden sich beispielsweise in Pistazien (4377,5 μg/100g), Haselnüssen (3068,9 μg/100g), Pekannüssen (2956,5 μg/100g) und Mandeln (2810,8 μg/100g).20

Sekundäre Pflanzenstoffe

Viele gesundheitliche Wirkungen von Cashewkernen kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen. Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.

Cashewkerne enthalten u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:19,20

  • Isoprenoide: Triterpene: Steroide (Beta-Sitosterol, Stigmasterol, Campesterol), Triterpen-Sapogenine (Maslinsäure, Oleanolsäure, Ursolsäure, Pomolsäure, Corosolsäure, Tormentinsäure), Lupane (Betulinsäure); Tetraterpene: Carotinoide (Carotine: Beta-Carotin, Xanthophylle: Lutein, Zeaxanthin)
  • Polyphenole: Flavonoide: Flavanole (Catechin, Epicatechin); Tannine (Procyanidine)

Cashewnüsse enthalten insbesondere Steroide und Polyphenole. Innerhalb der Polyphenole stellen v. a. Procyanidine eine zentrale Gruppe dar. Besonders hohe Mengen finden sich in Walnüssen (415,1 mg/100 g), gefolgt von Cashewnüssen (68,3 mg/100 g) und Pekannüssen (52,4 mg/100 g). Die meisten Polyphenole sitzen in der Samenhaut (Testa/Schale) und sind bei blanchierten oder gerösteten Cashew oft reduziert.19 Verarbeitungsschritte wie kurzes Hochtemperatur-Rösten können jedoch die antioxidative Kapazität von Cashewkernen und -testa auch erhöhen.20 Procyanidine wirken allgemein antioxidativ, entzündungshemmend, antimikrobiell sowie kardio- und neuroprotektiv. Weitere wichtige Quellen von Procyanidinen sind Kakao oder Aroniabeeren.19

Bei den Steroiden dominiert β-Sitosterol und steht mit positiven Effekten auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit in Verbindung, da es zur Senkung des LDL-Cholesterinspiegels im Blut beitragen kann.20 Triterpene besitzen ein breites biologisches Wirkungsspektrum, darunter antimikrobielle, krebshemmende, chemopräventive, leberschützende, entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften. Oleanolsäure steht mit gastroprotektiven und kardioprotektiven Wirkungen sowie einer verbesserten Blutzuckerhormonwirkung in Diabetesmodellen in Verbindung.19

Insbesondere die Cashewnussschalenflüssigkeit enthält viele besondere phenolische Pflanzenstoffe, darunter Cardanol, Cardol und Anacardsäure, die Forschende aktuell auf ihr gesundheitsförderndes Potential untersuchen. Mehrere Studien berichten über die antioxidative, neuroprotektive und antitumorale Wirkung, insbesondere bei Brustkrebszellen und Lungenkrebs.20 Cardole und Anacardsäure zeigen antimikrobielle Eigenschaften gegen mehrere grampositive Bakterien, darunter Staphylococcus aureus, Streptococcus mutans, Bacillus subtilis, Brevibacterium ammoniagenes und Propionibacterium acnes.20

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen

Einige Menschen reagieren allergisch auf Cashewkerne. Als wichtigste Allergene in Cashew gelten ein Vicilin-ähnliches Protein (7S-Globulin), ein Legumin-ähnliches Protein (11S-Globulin) sowie 2S-Albumin.20 Mit zunehmendem Verzehr von Cashew nehmen auch die Fälle zu. Selbst kleine Mengen können allergische Reaktionen hervorrufen, vergleichbar mit Walnuss- oder Erdnussallergien. Kreuzallergien stellte man zwischen Cashew und Pistazien fest, beide gehören zur Familie der Anacardiaceae. Symptome sind Hautläsionen, Atemwegs- und Magen-Darm-Beschwerden oder im schlimmsten Fall ein anaphylaktischer Schock.16

Sind Cashewkerne giftig? Nicht der Kern, sondern die Schale der Cashews enthält giftige Öle, die mit Hitze deaktivierbar sind. Dabei entsteht ein schwarzer Rauch mit ätzenden Dämpfen. Der Kontakt des Öls mit Schleimhäuten verursacht schwere Verätzungen. Auch auf der Haut wirkt das Öl stark reizend. Bei nicht fachgerechter Verarbeitung können Reste des toxischen Schalenöls auf dem Kern zurückbleiben.1,6

Volksmedizin - Naturheilkunde

Die indigene Bevölkerung gewann Cashewkerne durch Röstung und verwendete das Schalenöl für medizinische Zwecke als Zugpflaster. Aus dem Cashewapfel stellten sie Säfte und Wein her.3

Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl

Zur Einschätzung der Klimafreundlichkeit eines Lebensmittels dient in erster Linie der CO2-Fussabdruck. Dieser hängt von unterschiedlichen Aspekten ab wie Anbauweise (konventionell/biologisch), Saisonalität, Herkunftsland, Verarbeitung, Transport und gegebenenfalls Verpackung. Carboncloud beziffert den CO2-Fussabdruck für geschälte Cashews aus Vietnam auf 36,7 kg CO2eq/kg. Im Vergleich dazu haben Mandeln 2,47 kg CO2eq/kg und Walnüsse 0,70 kg CO2eq/kg.17

2018 fand die Verarbeitung fast der gesamten Ernte Afrikas in Vietnam statt. Das Transportieren der rohen Nüsse belastet die Umwelt stark, weil diese fünfmal so viel wiegen wie die fertig verkauften Produkte. Zunehmend gibt es auch in Afrika Betriebe, um die Verarbeitung vor Ort durchzuführen.4

Cashewnüsse haben einen durchschnittlichen Wasserfussabdruck von 14'218 l/kg, ähnlich wie geschälte Mandeln (16'095 l/kg) und geschälte Walnüsse (9280 l/kg). Im Vergleich dazu zeigen Leinsamen 5168 l/kg, geschält Erdnüsse 3974 l/kg und Sonnenblumenkerne 3366 l/kg einen geringeren Verbrauch.15 Nüsse haben wie Gewürze einen hohen Wasserfussabdruck (9064 bzw. 7048 l/kg), während Gemüse und Früchte durchschnittlich deutlich weniger Wasser benötigen (322 und 967 l/kg).15

Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?

Cashewnüsse stehen auch aufgrund deren Verarbeitungsmethoden in der Kritik, die gesundheitsschädlich für die ArbeiterInnen ist. Der zunehmende Cashew-Anbau führt auch zu Waldabholzung, Biodiversitätsverlust und Verunreinigung der Böden durch Pestizide.5

Weltweites Vorkommen - Anbau

Das Genzentrum der Cashews (Anacardium occidentale L.) befindet sich im Norden und Nordosten Brasiliens.13 Durch die Spanier erfolgte die Verbreitung nach Zentralamerika, später durch die Portugiesen nach Ostafrika, Indien und Südostasien. Inzwischen ist der Anbau in allen tropischen Ländern üblich, vor allem in Afrika und in Gebieten von Indien bis Vietnam.7

Laut FAO betrug die weltweite Cashewproduktion 2022 rund 3,85 Mio. Tonnen. Hauptanbaugebiete waren die Elfenbeinküste (970'000 t), Indien (752'000 t) und Vietnam (341'680 t).12

Anbau - Ernte

Der Cashewbaum bildet eine nierenförmige, bis zu 3 cm lange Frucht, die von einer harten Schale umgeben ist. Während der Reifung bildet sie am oberen Ende eine Scheinfrucht aus, den Cashew-Apfel. Diese birnenförmige, fleischige Scheinfrucht ist je nach Sorte rot, orange oder gelb. Idealerweise wartet man, bis die Cashew-Äpfel mit den Cashewkernen vom Baum fallen. Cashew-Äpfel sind essbar und schmecken süss, weich und saftig. Man verwendet sie gekocht, getrocknet, kandiert oder verarbeitet die Frucht zu Saft, Marmelade, Wein, Sirup, Süssigkeiten oder verwendet sie als Tierfutter. Cashewkerne bricht man vom Apfel ab und trocknet sie mit der Schale in der Sonne. Vollständig getrocknete Cashews in der Schale lassen sich bis zu zwei Jahre lagern.13

Industrielle Herstellung

Je nach Anbieter unterscheidet sich die (semi-) industrielle Produktion.

Cashewnüsse durchlaufen aufwendige Verarbeitungsphasen, bevor sie essbar sind. Zur Handarbeit, die viel Fingerspitzengefühl und Geschick erfordert, kommen die für die Gesundheit schädlichen Prozesse hinzu. Die Verbraucher müssen sich über die Bedingungen der Erzeugung im Klaren sein. Dieses Video zur Produktion von Cashewnüssen zeigt das komplexe Herstellungsverfahren, das beinahe zu 100 % aus Handarbeit besteht.1

Das Cashewschalenöl ist toxisch und löst bei direktem Kontakt mit der Haut oder durch Einatmen in den Schleimhäuten starke Verätzungen hervor. Unter hohen Temperaturen springt die Schale relativ schnell auf und man gelangt zum Kern. Dafür kocht, dämpft oder röstet man die Cashewkerne in entsprechenden Gefässen (Röstung). Dieser Vorgang ist jedoch ebenfalls mit gesundheitlichen Risiken verbunden: Das enthaltene giftige Öl erzeugt beim Erhitzungsprozess (ca. 190 °C) schwarzen Rauch mit ätzenden Dämpfen. In Indien röstet man etwa die Kerne mitsamt der Schale in flachen Tellern über dem Feuer. Dadurch löst sich das Cashewschalenöl. Der Rauch ist stark ätzend und irritiert Augen, Nase und Haut.6

Selbst nach dem Erhitzen der Kerne können noch Reste des Öls vorhanden sein, weshalb ArbeiterInnen Handschuhe tragen müssten. Der Gummi löst sich jedoch durch das ätzende Öl schnell auf. Häufig reiben sich die ArbeiterInnen ihre Hände mit Kalk, Asche, Lein- oder Rizinusöl ein, um die Entzündungen zu minimieren.6

Nach einer 24-stündigen Trocknungsphase im Schatten lässt sich die äussere Schale manchmal per Hand öffnen. In der Praxis hilft ist ein spezielles Gerät, das einem Nussknacker ähnelt, den man mit einem Fusspedal betreibt. Dazu platziert man die Nuss zwischen den scharfen Klingen des Geräts und spaltet die Schale. Es gibt auch mechanische Verfahren, doch ist die Gefahr, Bruch zu erhalten, viel grösser. Auch hier ist die Gefahr von Resten des ätzenden Schalenöls noch gegeben.1

Da die Nachfrage nach weissen Cashews am grössten ist, ist bei einem weiteren Arbeitsschritt die dunkle, dünne Haut (Testa) um den essbaren Cashewkern zu entfernen. Um diesen Vorgang zu erleichtern, trocknet man die Cashewkerne nochmals. Dies dient auch als Schutz vor Pilzbefall. In diesem Zustand sind die Cashewkerne besonders empfindlich, weshalb das Schälen von Hand am häufigsten ist.1 Die Verpackung für den Handel erfolgt meist in den Verkaufsländern.4

Weiterführende Informationen

Der Cashewbaum (Anacardium occidentale) ist der Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae) zugehörig, zu der auch Mangos (Magnifera L.) und Pistazien (Pistacia L.) zählen.13 

Sind Cashewkerne Nüsse? Botanisch gesehen sind es Cashewkerne und keine Cashew-Nüsse, da sie die Samen der Frucht sind.

Alternative Namen

Alternativnamen und alternative Schreibweisen für Cashewkerne oder kurz Cashews sind Cashew-Kerne, Cashew-Nüsse, Cashewnüsse, Kaschunuss, Kaschunüsse, Kaschufrucht, Acajoukerne oder Elefantenlaus.

Die Bezeichnung Kaschunuss geht auf die portugiesischen Bezeichnungen "Caju" oder "Cajueiro" zurück, die an "Acaju = Nierenbaum" aus der indianischen Tupi-Sprache angelehnt sind. Andere Indianerstämme nannten die cremefarbenen Kerne "Merei" oder "Marañon". Die deutschsprachigen Bezeichnungen Cashewkern oder Cashewnuss leiten sich vom englischen Namen Cashew ab. Der Cashewbaum (Cashew-Baum) ist auch als Kaschubaum, Acajoubaum, Nierenbaum oder Westindischer Nierenbaum bekannt.3

Wichtige englische Bezeichnungen sind cashew nuts, cashew tree, cashew apple oder cashew nut shell liquid (CNSL).

Sonstige Anwendungen

Das Cashewschalenöl (CNSL) gewinnt man vor allem durch den Röstprozess. Es besteht u.a. aus Anacardsäure (70 %), Cardol (18 %) und Cardanol (5 %). Die Verarbeitung von CNSL zu Kunstharzen, Bremsbelägen, Kupplungsscheiben, Anstrichen etc. ist möglich, oder dessen medizinische Verwendung.7

1.Video: Cashew Nut Processing - Peace Corps.
2.

Eidgenössische Ernährungskommission EEK Schweiz. Bericht: Fette in der Ernährung. 2006.

3.Brücher H. Tropische Nutzpflanzen: Ursprung, Evolution und Domestikation. Berlin: Springer-Verlag. 1977.
4.

Vetterli M. Transport um die halbe Welt, der Irrsinn mit den Cashewnüssen. Beobachter 2018.

5.

Mighty Earth. The Cashew Conundrum. How global demand for superfood is driving nature loss and risking food security in Côte d’Ivoire. 2023.

6.

Morton JF. Cashew nuts and Cashew apples. In: Caballero B (Ed.). Encylopedia of Food Sciences and Nutrition (Second Edition); 2003:958-964.

7.Rehm S, Espig G. Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau, wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. Stuttgart: Eugen Ulmer Verlag. 1976.
8.

Bundeszentrum für Ernährung. Nüsse: Zubereitung und Lagerung.

9.USDA (United States Department of Agriculture) Nährstofftabellen.
10.

Leitzmann C, Müller C et al. Ernährung in Prävention und Therapie. 3. Auflage. Stuttgart:Hippokrates Verlag; 2009.

11.

Kasper H. Ernährungsmedizin und Diätetik. 12. Auflage. München: Elsevier GmbH Urban & Fischer; 2014.

12.

FAOSTAT Food and Agriculture Organization of the United Nations. Cashew nuts, in shell (Production Quantity, 2022).

13.

Akyereko YG, Yeboah GB et al. Nutritional value and health benefits of cashew apple. JSFA reports. 2023;3(3):110-118.

14.Pini U. Das Bio-Food-Handbuch. Ullmann: Hamburg, Potsdam. 2014.
15.

Mekonnen MM, Hoekstra AY. The green, blue and grey water footprint of crops and derived crop products. Hydrol Earth Syst Sci. 2011;15(5):1577–1600.

16.

Van der Valk JP, Dubois AE et al. Systematic review on cashew nut allergy. Allergy. 2014;69(6):692-698. 

17.

Carbon Cloud. Cashew vietnam, Almond italy, Walnut world.

19.*

The aim of the present study was to examine the nutritional (fat, fatty acids, minerals, sugars) and bioactive compounds (polyphenols, tocochromanols, triterpene) and their influence on in vitro anti-diabetic (pancreatic α-amylase and intestinal α-glucosidase), anti-obesity (pancreatic lipase) and anti-cholinergic (AChE and BuChE) inhibitory activity of 8 different popular nuts—pecan, pine, hazelnuts, pistachio, almonds, cashew, walnuts, and macadamia. The total content of phenolic compounds in nuts ranged from 432.9 (walnuts) to 5.9 (pistachio) mg/100 g. The dominant polyphenols are polymeric procyanidins (walnuts – 415.1 mg/100 g). Nuts are rich in tocochromanols (832.9–4377.5 μg/100 g), especially α- and γ-tocopherols. The highest content of α-tocopherol (vitamin E) was detected in hazelnuts and almonds (2551.0 and 2489.7 μg/100 g, respectively) while the lowest amounts were detected in macadamia, cashew and walnuts. The most abundant in nuts are oleanic and pomolic acids (35 and 22 % of total, respectively), while betulin, uvaol and erythrodiol are less characteristic triterpenes for nuts (45 %), but monounsaturated (17.5–79.3 %; hazelnuts, almonds, cashew, macadamia, pistachio and pecan) and polyunsaturated (7.5–69.3 %; pine, walnuts) are the dominant fatty acids. Moreover, nuts are low in Cu, Zn, Mn and Na content, but rich in K (464.5–1772.3 mg/100 g) and Mg (197.0–502.5 mg/ 100 g). Macadamia, walnuts and cashew are good sources of Se. Pistachio, almonds and cashew were characterized by the highest content of sugars, but the dominant sugar was saccharose (58.2–2399.3 mg/100 g). All nuts showed high activity in inhibiting intestinal α-glucosidase (>90 %), but lower ability to inhibit pancreatic α-amylase and pancreatic lipase activity. The activity in inhibiting acetyl- and butylcholinesterase was up to 30 %. As described above, all nuts contain various compounds that improve the nutritional value. Therefore they should be one of the important components of the daily human diet rich in functional foods.

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

Study: weak evidence

Wojdyło A, Turkiewicz IP, Tkacz K, Nowicka P, Bobak Ł. Nuts as functional foods: Variation of nutritional and phytochemical profiles and their in vitro bioactive properties. Food Chemistry: X. Oktober 2022;15:100418.

20.*

Cashew nut is a globally popular nut not only for its delicious and crunchy flavor but also for bioactive compounds, which present positive benefits to human health. Different parts of cashew have characteristic compounds. The kernel of cashew nut is rich in fatty acids, the testa is rich in polyphenols, cashew apple is rich in polyphenols and carotenoids, and phenols with aliphatic long chain are present in the cashew nutshell liquid. Therefore, the edible part of cashew possesses a wide range of bioactive compounds, with reported biological properties, including anti-tumor, brain health, cardiovascular and cerebrovascular protection, anti-diabetic, gastroprotection, pathophysiological disorders protection, and antioxidant. On the other hand, the inedible part of cashew, the cashew nutshell liquid, could play an important role in the industry as surface coatings, insulating formulations and so on. Hence, there are considerable demands to increase the added value of cashew, thereby exploring greater economic value. Thus, this review summarizes nutrients, bioactive compounds, biological functions, and applications of Anacardium occidentale to provide a theoretical basis and inspiration for further in-depth studies and utilization.

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

Study: weak evidence

Chen Y, Li N, Guo X, Huang H, Garcia‐Oliveira P, Sun J, u. a. The nutritional and bio‐active constituents, functional activities, and industrial applications of cashew ( Anacardium occidentale ): A review. Food Frontiers. Dezember 2023;4(4):1606–21.

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