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Kürbiskerne, geröstet, ohne Salz (Kürbissamen)

Geröstete Kürbiskerne bzw. Kürbissamen sind reich an ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen. Besser ist es, rohe und ohne Salz zu essen.
16/32/52  LA176:1ALA
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Die grünen, flachovalen Kürbiskerne sind die Samen des Kürbisses und beliebt als gesunder Snack. Kürbiskerne stammen oft aus dem (Steirischen) Ölkürbis, da diesen Samen die umschliessende Schale fehlt. Kürbiskerne sind roh wie auch geröstet erhältlich.

Verwendung in der Küche: Kürbiskerne sind eine knusprige Zwischenverpflegung und ein echter Genuss in Salaten, Suppen oder Müeslis. Zusammen mit Sonnenblumenkernen und verschiedenen Samen lassen sich Kürbiskerne je nach Geschmack und Verwendung zu eigenen Kernmischungen zusammenstellen.

Als "Pepitas", aus dem mexikanischen Spanisch "pepita de calabaza" (little seed of squash), sind Kürbiskerne in Mexiko und Lateinamerika bekannt. In der Mexikanischen Küche findet man sie auch häufig als Zutat in traditionellen Gerichten. In Spanien nennt man sie "Pipián" und in Griechenland sind leicht geröstete, gesalzene und geschälte Kerne als "Passatempo" bekannt. In Nordamerika mariniert man sie nach dem Rösten und knabbert sie ebenfalls als Snack.

Aus den Kürbiskernen presst man ausserdem das Kürbiskernöl.

Einkauf:Kürbiskerne findet man im Handel in verschiedene Qualitäten. Beim Einkauf sollte man biologisch angebaute Kerne bevorzugen. Die typischen dunkelgrünen flachovalen und eher grösseren Kürbiskerne des steirischen Ölkürbis stechen mit ihrem intensiven aromatischen Geschmack heraus. Daneben gibt es aber auch kleinere, rundlichere Kerne. Kürbiskerne gibt es in Rohkost, aber auch geröstet und gesalzen zu kaufen.

Eigene Zubereitung:Kürbiskerne kann man praktisch aus jedem Speisekürbis selbst herstellen. Gut eignen sich die Samen des Hakkoido- und Butternusskürbis.

Zuerst befreit man die Samen vom Fruchtfleisch. Dies geschieht am Besten in einer Wasserschüssel in der man die Fasern von den Samen löst. Eine weitere Möglichkeit ist das Einlegen der Kerne in starkes Salzwasser, um das noch anhaftende Fruchtfleisch zu lösen. Alle übrigen Faserreste kann man mit einem Küchentuch entfernen. Danach trocknet man die Samen mit einem Tuch ab und lässt sie entweder an der Sonne, im leicht geöffneten Backofen bei 40°C oder am Besten in einem Dörrgerät trocknen. Nach der Trocknung lassen sich die Kerne aus der Hülle lösen. Dabei empfiehlt es sich, die getrockneten Kerne vorsichtig mit einem Wallholz auf einer glatten Unterlage zu bearbeiten. Durch die Ausübung von leichtem Druck bricht die Schale. Nun kann man die Schnittstellen mit beiden Daumennägeln auseinanderbrechen und die Kerne von der Schale befreien.

Möchte man Kürbiskerne rösten, so findet man verschiedene leckere Rezepte dazu. Man kann beispielsweise gereinigte Kürbiskerne, die sich noch in der Schale befinden, mit 1-2 EL Öl, Salz, Gewürzen wie Pfeffer, Paprika, Thymian und Knoblauch in einem Gefäss mischen und auf einem Backblech verteilen. Dieses stellt man für ca. 20 min in den auf 180° vorgeheizten Ofen und röstet sie.

Lagerung: Kürbiskerne lagert man am besten in einem geschlossenen Glas an einem trockenen Ort. Dann sind sie einige Monate haltbar.

Anbau Informationen zum Kürbis-Anbau finden Sie unter der Zutat Kürbis roh.

 

Inhaltsstoffe:Kürbiskerne enthalten eine grosse Vielfalt an antioxidativ wirksamen Pflanzenstoffen, die in unserem Körper reaktive freie Radikale abfangen und für einen Grossteil der typischen Kürbiskernwirkungen verantwortlich sind. Dazu zählen Phenolsäuren, Lignane (ein Phytoöstrogen), Phytosterole und Carotinoide (z. B. Beta-Carotin, Lutein).

Daneben finden sich weiterer Stoffe in den Kürbiskernen. So sind diese reich an Magnesium, Zink, Eisen sowie dem Spurenelement Mangan. Sie enthalten Vitamin A, B, C und E, aber auch ungesättigte Fettsäuren. Letztere helfen unserem Organismus dabei, den Fettstoffwechsel zu regulieren.

Das Protein der Kürbiskerne liefert ausserdem viel Lysin, eine Aminosäure, die in den meisten Getreidesorten nur sparsam enthalten ist. Kürbiskerne können daher hervorragend das Getreideprotein ergänzen.

Auch die Aminosäure Tryptophan ist in den Kürbiskernen reichlich enthalten (100g entsprechen 230% der empfohlenen Tagesdosis)1.

Viele proteinreiche tierische Lebensmittel liefern nicht so viel Tryptophan wie die Kürbiskerne. Aus Tryptophan stellt der Körper das Hormon Serotonin und aus diesem das Hormon Melatonin her.

Serotonin wirkt sich positiv auf unsere Stimmung aus und Melatonin sorgt für einen guten Schlaf. Es gibt Studien, die einen positiven Effekt bei Schlafproblemen und der regelmässigen Aufnahme von Kürbiskernen aufzeigen.6

Leider haben Kürbissamen ein ausgesprochen schlechtes Verhätnis zwischen den beiden essentiellen Fettsäuren Linolsäure (LA, entzündungsfördernd) - und alpha-Linolensäure (ALA, entzündungshemmend).1 Das Verhältnis ist 172:1. Siehe Inhaltsstofftabellen unten und Link im Kästchen oben. Man müsste mit Baumnüssen oder Macadamia-Nüssen kompensieren.

Verwendung als Heilpflanze: Kürbiskerne sowie daraus hergestellte Arzneimittel setzt man traditionell zur Stärkung der Blasenfunktion bei Blasenschwäche insbesondere im Alter und bei Frauen ein.5 Bei einer Reizblase und bei Beschwerden beim Wasserlassen, bedingt durch eine gutartige Prostatavergrösserung wirken diese Stoffe der Kürbiskerne ebenfalls.4

Wobei die Einnahme der Kürbiskerne nicht zu einer Normalisierung der Prostatagrösse führen, es lindert lediglich die Beschwerden. Aus diesem Grund gehört eine Prostatahyperplasie in eine regelmässige medizinische Kontrolle.

Vor allem die Lignane, Östrogen-ähnliche sekundäre Pflanzenstoffe, scheinen bei der positiven Wirkung der Kürbiskerne von besonderer Bedeutung zu sein. Neuere Forschungen zeigen, dass die Lignane für die Regulation unseres Hormonhaushalts verantwortlich sind. Dabei spielen sie eine regulierende Wirkung bei der Blasenfunktion.4,5

Lignane finden sich in hohen Konzentrationen im wässrigen Extrakt aus Kürbiskernen. Man spricht von einer empfohlenen Tagesdosis von etwa zehn Gramm, das entspricht 2-3 Esslöffeln Kürbiskernen pro Tag.3

Kürbiskerne aber noch besser Kürbiskernöl sollen auch gegen Eingeweidewürmer helfen.3

Vorkommen:Die Standorte des Kürbisanbaus reichen von heissen trockenen Gebieten bis zu kühlen Nebelwäldern. Die meisten Arten wachsen allerdings in heissen Tieflandgebieten mit ausgeprägten Regen- und Trockenzeiten. Kürbisse benötigen hohe Sonneneinstrahlung und sind frostempfindlich.

Allgemeine Information: Die Kürbisursprungsform, Curbita pepo, also Gartenkürbis als domestizierte Form, reicht zurück zu den Einwohnern der Höhlen von Guilá Naquitz in Oxaca, Mexico ca. vor 10'000 Jahren. Weitere Funde stammen aus Tikal (2000 vor bis 850 nach Chr.) und Peru (3000 v. Chr.). Den Moschus-Kürbis domestizierte man in Zentral-Amerika und den Riesen-Kürbis in Südamerika. Im 19. Jahrhundert ist der Anbau in Indien, Java, Angola und Japan belegt.

Man nimmt an, dass die Menschen ursprünglich die nahrhaften Samen genutzt haben, da diese frei von Bitterstoffen sind, während alle Wildformen bittere Früchte besitzen. Durch die Auslese nichtbitterer Formen hat der Mensch sich die Nutzung als Gemüse ermöglicht.

Heute kultiviert man fünf Kürbisarten: Cucurbita argyrosperma, Feigenblatt-Kürbis (Cucurbita ficifolia), Riesen-Kürbis (Cucurbita maxima), Moschus-Kürbis (Cucurbita moschata) und Garten-Kürbis (Cucurbita pepo). Kürbisse gedeihen auch im Sand von Küstendünen bis zu staunassen Tiefland- oder Schotterböden. 

Weitere Informationen finden Sie unter den Zutaten: Hokkaidokürbis, ButternusskürbisSommerkürbis und Kürbis roh.

Literatur / Quellen:

  1. USDA (US Department of Agriculture).
  2. Kasper H, Burghardt W. (2014). Ernährungsmedizin und Diätetik. 12. Auflage. München: Urban & Fischer Verlag.
  3. Apotheker M.Pahlow (2013). Das grosse Buch der Heilpflanzen. Nikol Verlag, Hamburg.
  4. Terado T. et al., Clinical Study of mixed processed foods containing pumpkin seed extract and soybean germ extract on pollakiuria in night in elderly men; J Med Pharm Sci 2004; 52(4);
  5. Yanagisawa E. et al.,Study of Effektiveness of Mixed Processed Food Containing Cucurbita Pepo Seed Extract and Soybean Seed Extract on Stress Urinary Incontinence in Women; J Med Pharm Sci 2003; 14(3); S. 313-322
  6. Hudson C et al., Protein source tryptophan versus pharmaceutical grade tryptophan as an efficacious treatment for chronic insomnia. April 2005, Nutr Neurosci.

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