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Pistazien, die Steinfrüchte des Pistanzienbaums (Pistacia vera), entfalten roh wie geröstet ein intensives Aroma. In gehackter oder gemahlener Form verfeinern sie Gebäck, Desserts und Garnituren; Bio-Qualität ist erhältlich.
Verwendung in der Küche
Wie schmecken Pistazien? Pistazienkerne entfalten ein tiefes, charakteristisches Aroma. Sie haben einen süsslich-fruchtigen, nussigen, fast mandelartigen Geschmack. Frisch und ungeröstet verfügen sie über eine zarte und knackige Textur, mit einem buttrigen Aroma. Wie esse ich Pistazien? Am besten schmecken sie als Snack für zwischendurch oder zum Apèro.
Kann ich Pistazien roh essen? Während im Orient vorwiegend der rohe Verzehr üblich ist, kommen sie in Europa häufig geröstet und oftmals auch gesalzen auf den Tisch - entweder ungeschält oder geschält.
Aufgrund ihres süsslich schmeckenden Aromas bereichern Pistazien Süsswaren wie Pralinen, Baklava und Mozartkugeln. Zudem verfeinern sie Backwaren wie Kuchen, Kekse, Cantuccini sowie anderes Gebäck und dienen als Basis für die Herstellung von Eiscreme und Pistaziencrème.
Wie lässt sich Pistaziencreme verwenden? Diese Creme ist perfekt als Brotaufstrich oder als Kuvertüre für Torten und Gebäck.
Auch zur Verfeinerung von Desserts (z.B. Mousse, Obstsalat) und zum Verzieren von Torten finden gehackte Pistazienkerne Verwendung. Ob salzig oder süss, die grünen Kerne ergeben eine schöne Dekoration auf allerlei Gerichten. Dafür rösten Sie die Pistazien oder geben sie roh über die Speisen.
Pistazienkerne (gemahlen) verleihen Suppen, Sossen und Pesto (anstelle von Pinienkernen) eine aromatische Tiefe. Über Pasta oder als Füllung von Champignons auf dem Grill schmecken sie besonders fein. Auch Reisgerichte und sommerliche Salate mit Avocado, Granatapfelkernen oder Orangen mit einem Dressing aus Minze und Zitrone, gewinnen deutlich an Geschmack. Zum Salat können Sie auch unser ölfreies Salatdressing mit Walnüssen (als Vinaigrette mit Balsamico) oder die ölfreie Salatsauce mit Avocado probieren. Oder Sie stellen mit den gemahlenen Pistazien Energiebällchen (siehe Rezept unten) oder veganen Käse in Rohkost-Qualität her.
Es gibt auch kaltgepresstes Pistazienöl, das durch seinen intensiven Geschmack als Würzmittel für Salate und Saucen in der Küche beliebt ist. Allerdings ist diese hochkalorische Zutat, wie alle Öle, sehr sparsam zu verwenden.
Roh-veganes Rezept für Pistazien-Energiebällchen mit Matcha
Zutaten (für 10-12 Bällchen): 50 g geschälte Pistazien (roh, bio), 50 g Datteln (entsteint), 15 g Haferflocken, 1 EL frisch geriebene Bio-Zitronenschale, 1 TL Matchapulver.
Zubereitung: Geschälte Pistazien und Haferflocken mithilfe eines Standmixers oder Pürierstabs fein mahlen. Datteln, Zitronenschale und Matcha hinzugeben und fein mixen. Die Masse zu mittelgrossen Kugeln formen. Die veganen Energiebällchen passen hervorragend als Snack für zwischendurch, für Wanderungen oder bei sonstigen Aktivitäten für den schnellen Energiekick.
Vegane Rezepte mit rohen Pistazien finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".
| Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen: Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler. |
Einkauf - Lagerung
Pistazienkerne gibt es roh in Supermärkten wie Coop, Migros und Edeka, ganz oder zum Teil gehackt, zu kaufen. Häufiger finden Sie Pistazien mit Schale, geröstet - ungesalzen oder gesalzen - in Supermärkten wie Coop, Migros, Edeka, Denner, Volg, Spar, Billa, Aldi, Lidl, Rewe und Hofer sowie in Bio-Supermärkten wie Alnatura oder Denn's Biomarkt in Bio-Qualität. Gute Chancen auf ungeröstete Pistazien bieten Reformhäuser, Bioläden und Online-Shops. In Anbauländern wie Iran, Türkei, Syrien und den USA haben Pistazien von September bis Oktober ihre Hauptsaison.17
Achten Sie bei Pistazien mit Schale darauf, dass die meisten Kerne einen Spalt weit geöffnet sind, da dies als Reifezeichen gilt. Unreife Exemplare kommen nicht für den Verzehr infrage. Hochqualitative Kerne erscheinen ganz, ohne Bruchstellen, farbliche Veränderungen oder braune Stellen. Eine ausgeprägte grüne Farbe weist auf gute Qualität hin. Weitere Hinweise zum Kauf finden Sie bei der Zutat geröstete Pistazien.
Auch die Form der Pistazien ist unterschiedlich: Es gibt rundliche und längliche Sorten.
Die Verfügbarkeit von Pistazien ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.
Tipps zur Lagerung
Pistazienkerne enthalten reichlich Fett, was das Ranzigwerden begünstigt. Ein luftdicht verschliessbares Gefäss und ein dunkler, trockener, kühler Ort gelten als ideal. Geöffnete Pistazien, ohne Schale, sollten Sie rasch verbrauchen oder luftdicht verschlossen im Kühlschrank für bis zu 4 Wochen aufbewahren. Bei längerer Lagerung können sie ihre Knackigkeit und ihre grüne Farbe verlieren. Die Kerne können Sie auch einfrieren - sie halten im Tiefkühler etwa ein Jahr.
Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien
Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.
Der Energiegehalt von Pistazien (roh) ist mit 560 kcal pro 100 g relativ hoch, was mit 45 g/100g vorwiegend auf den Fettgehalt zurückzuführen ist. Der hohe Anteil an Fett ist mit jenem von Cashewnüssen und Erdnüssen vergleichbar. Rohe Pistazien besitzen mit 49:1 ein ungünstiges Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren (LA:ALA). Beachtliche 11 g Ballaststoffe und 20 g Proteine enthalten 100 g Pistazienkernen (roh).2
Ungeröstete Pistazien gelten als äusserst reich an Pyridoxin (Vitamin B6). Der Gehalt von 1,7 mg/100g (121 % des Tagesbedarfs) ist mit demjenigen von Sonnenblumenkernen vergleichbar. Noch mehr ist mit 4,4 mg/100g in Bierhefe enthalten - davon kommen aber deutlich kleinere Mengen zum Verzehr.2
Auch Thiamin (Vitamin B1) ist mit 0,87 mg/100g (79 % des Tagesbedarfs) gut vertreten. Roher, ungeschälter Sesam weist ähnlich viel Thiamin auf. Etwas mehr des Vitamins haben Macadamianüsse (1,2 mg/100g).2
Nebst den genannten Vitaminen enthalten Pistazien (roh) auch reichlich Aminosäuren. Beispielsweise stecken in 100 g rohen Pistazien 0,25 g Tryptophan, was 101 % des Tagesbedarfs ausmacht. Erdnüsse haben gleich viel und Cashewnüsse enthalten mit 0,29 g/100g nur unwesentlich mehr Tryptophan.2
Die gesamten Inhaltsstoffe von rohen Pistazien, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.
Wirkungen auf die Gesundheit
Sind Pistazien gesund? Pistazien enthalten Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Calcium, Kupfer und Mangan, die wichtig für die Blutdruckregulation und bei knochenbezogenen Erkrankungen sind. Zudem liefern Pistazien Zink und Selen, zwei Spurenelemente mit antioxidativen Funktionen, die mit der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einigen Krebsarten in Verbindung stehen.3 Kupfer und Eisen tragen zur Bildung roter Blutkörperchen bei und beugen einer möglichen Blutarmut (Anämie) vor. Die zusätzliche Einnahme von Vitamin-C-reichem Obst und Gemüse kann die Aufnahme von Eisen verbessern.6 Pistazien enthalten zudem Vitamin K, das eine wichtige Rolle für die Blutgerinnung und den Knochenstoffwechsel spielt und mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung steht.3 Bei Pistazien gelten β- und γ-Tocopherol die dominierenden Vitamin-E-Formen und machen rund 88 % des gesamten Vitamin-E-Gehalts aus.28
Unter den verschiedenen Nusssorten weisen Pistazien einen vergleichsweise niedrigen glykämischen Index auf. Studien zeigen teilweise Verbesserungen von Nüchternblutzucker- und Langzeitblutzuckerwerten. Dies kann das Risiko für Typ-2-Diabetes verringern. Die Zugabe von 56 g Pistazien zu Lebensmitteln mit hohem glykämischen Index (z.B. Reis, Pasta, Instant-Kartoffelpüree) reduziert in einer Studie die Blutzuckerreaktion nach Mahlzeiten um 20-30 %. Die langfristige Bedeutung für die Prävention und Kontrolle von Typ-2-Diabetes ist jedoch noch nicht abschliessend geklärt.3,4
Helfen Pistazienkerne beim Abnehmen? Klinische Interventionsstudien zeigen, dass der Verzehr von Pistazien trotz ihres hohen Fettgehalts in der Regel keine Gewichtszunahme verursacht und teilweise günstige Effekte auf BMI oder Taillenumfang zeigen kann. Mögliche Erklärungen liegen in ihrer hohen Sättigungswirkung, dem Gehalt an Proteinen und Ballaststoffen sowie einer teilweise eingeschränkten Verfügbarkeit der enthaltenen Energie.4 In kleinen Mengen genossen, können Pistazien aufgrund ihrer sättigenden Eigenschaften zur Gewichtskontrolle beitragen. Tipps finden Sie hier: Gesund und dauerhaft abnehmen.
Wie viele Pistazien sind am Tag erlaubt? Pistazienkerne haben ein deutlich schlechteres Verhältnis zwischen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren (geröstet 62:1, roh 49:1) als andere Nüsse, wie z.B. Walnüsse mit 4:1 oder Macadamia mit 6:1. Optimal ist ein Verhältnis von 1:1, da die Omega-6-Fettsäuren (z.B. Linolsäure) überwiegend entzündungsfördernd wirken, Omega-3-Fettsäuren (z.B. Alpha-Linolensäure) hingegen entzündungshemmend. Ca. 30 g pro Tag ergeben einen guten Richtwert, sofern Sie Ihre tägliche Gesamtkalorienaufnahme berücksichtigen.
Sekundäre Pflanzenstoffe
Viele gesundheitliche Wirkungen von Pistazien kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen. Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.
Pistazien enthalten u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:3,25,28
- Isoprenoide: Triterpene: Steroide (Beta-Sitosterol, Campesterol, Stigmasterol); Tetraterpene: Carotinoide (Carotine: Beta-Carotin; Xanthophylle: Lutein, Zeaxanthin)
- Polyphenole: Phenolsäuren: Hydroxybenzoesäuren (Gallussäure, Protocatechinsäure, Gentisinsäure, Syringinsäure, p-Hydroxybenzoesäure, Vanillinsäure, Salicylsäure), Hydroxyzimtsäuren (Chlorogensäure, Kaffeesäure, p-Cumarsäure, Ferulasäure, Sinapinsäure, o-Cumarsäure, Rosmarinsäure, Cynarin); Flavonoide: Flavanole (Epigallocatechin, Catechin, Epicatechin, Epicatechingallat, Epigallocatechingallat), Flavonole (Rutin, Isoquercitrin, Quercitrin, Astragalin, Quercetin, Kaempferol), Flavanone (Eriodictyol, Hesperidin, Naringenin, Hesperetin), Flavone (Cosmosiin, Luteolin, Apigenin, Amentoflavon, Chrysin, Acacetin), Isoflavone (Daidzein, Genistein, Daidzin, Genistin), Anthocyane (Cyanidin-Galactosid); Catechole (Protocatechualdehyd); Tannine (Ellagsäure), Gallotannine (Tanninsäure); Stilbene
- Weitere organische Verbindungen: Caronsäuren: Hydroxycarbonsäuren (Chinasäure, Gentisinsäure), Dicarbonsäuren (Fumarsäure); Tricarbonsäuren (Aconitsäure); Aldehyde (Vanillin); Cumarine (Cumarin)
Sowohl rohe als auch geröstete Pistazien enthalten hohe Mengen an phenolischen Verbindungen und Carotinoiden, die antioxidativ wirken. Insgesamt weisen rohe Pistazien höhere Gehalte auf. Rösten kann jedoch die Bioverfügbarkeit einzelner Verbindungen wie Gentisinsäure und Catechin verbessern.28 In Pistazien und anderen Nüssen kommen phenolische Verbindungen in höheren Konzentrationen in der Samenschale (Haut) als im Samenkern vor. Pistazien enthalten zudem Anthocyane in der Samenschale, die zu ihrer charakteristischen Färbung beitragen.3,4
Rohe Pistazien haben im Vergleich zu Haselnüssen deutlich höhere Carotinoidgehalte.3,4 Carotinoide sind für die grün-gelbe Farbe der Kerne verantwortlich, besitzen antioxidative Eigenschaften und fördern die Augengesundheit. Gemeinsam mit den phenolischen Verbindungen unterstützen sie zudem die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Klinische Studien zeigen nach Pistazienverzehr eine erhöhte antioxidative Kapazität des Blutes, geringere Marker für oxidative Schäden sowie Verbesserungen der Gefässfunktion und antioxidativer Enzyme wie der Superoxiddismutase.3,4,5 Sowohl rohe als auch geröstete Pistazienextrakte zeigen antiproliferative Aktivität (Hemmung der Zellvermehrung) in Zellkultur, u.a. bei Brust-, Leber- und Darmkrebszellen. Daraus lassen sich jedoch keine direkten Aussagen über eine krebshemmende Wirkung beim Menschen ableiten.28
Unter den Nüssen weisen Pistazien mit 214 mg pro 100 g den höchsten Gehalt an Phytosteroiden auf3, insbesondere β-Sitosterol (laut USDA 198 mg/100g). Mehrere Studien belegen, dass Phytosteroide den Cholesterinspiegel dosisabhängig senken können, indem sie die Aufnahme von Cholesterin im Darm verringern. Das kann den Cholesterinspiegel senken.2,3,4 Extrakte verschiedener Pistazien-Sorten hemmen Enzyme wie α-Amylase und α-Glucosidase, die an der Regulation des Blutzuckers beteiligt sind, sowie Acetylcholinesterase, ein Enzym mit Bedeutung für die Signalübertragung im Nervensystem. Die Hemmung dieser Enzyme deutet auf mögliche positive Effekte bei Diabetes und neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer hin.25
Was ist die beste Art, Pistazien zu essen? Pistazien verzehren Sie am besten ungesalzen und roh (ungeröstet). Röstprozesse können die bioaktiven Inhaltsstoffe beeinflussen, abhängig von der Verarbeitungsart. Eine starke Hitzebehandlung (z.B. 160 °C über 40 Minuten) kann die antioxidative Kapazität, den Gesamtphenolgehalt und Proanthocyanidine deutlich reduzieren sowie hitzeempfindliche Vitamine wie Vitamin C abbauen. Andere Verbindungen, beispielsweise Isoflavone, bleiben hingegen stabiler. Eine Lagerung bei niedrigen Temperaturen, insbesondere bei 10 °C, trägt zur Erhaltung der Pigment- und Ölqualität sowie zum Schutz vor Schimmel- und Schädlingsbefall bei.3,5,28
Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen
Haben Pistazien Nebenwirkungen? Schalenfrüchte, darunter Pistazien, können schwerwiegende allergische Reaktionen auslösen (Anaphylaxie). Probanden einer doppelblinden placebokontrollierten Studie zeigten bei einer Cashewnussallergie auch eine Pistazienallergie, vor allem weil die Pistazie und die Cashewnuss der gleichen Familie (Anacardiaceae) angehören.7
Durch mangelnde Hygiene oder Bodenkontakt frischer Früchte kann es bei der traditionellen Pistazienernte zu einer Belastung mit Mikroben kommen - vor allem bei geöffneten Pistazien. Zu langsame Trocknung im Freien oder eine zu feuchte Lagerung (häufig auch durch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit) können den Befall durch Schimmelpilze fördern. Die giftigen Stoffwechselprodukte der Schimmelpilze, v.a. Aflatoxine, können das Immunsystem schwächen, Schäden am Erbgut erzeugen und Krebserkrankungen begünstigen.8 Höchstgehalte und strenge Kontrollen sollen das Inverkehrbringen von mit Aflatoxinen kontaminierten Lebensmitteln in Grenzen halten.9
Volksmedizin - Naturheilkunde
Verschiedene Pflanzenteile der Gattung Pistacia wie Blätter, Stängel, Rinde, Gallen und Früchte finden vielfältige Anwendungen. In der traditionellen iranischen, chinesischen und indischen Medizin kommen sie häufig vor. In der Volksmedizin gelten diese Pflanzen als tonisierend, antioxidativ, schmerzlindernd, antimikrobiell, entzündungshemmend, antiseptisch, krampflösend, wurmabtötend, antidiabetisch, blutdrucksenkend, zellschützend, fiebersenkend, blutreinigend, antivenös (gegen Schlangenbisse), schleimlösend und aphrodisierend.10
Die Pflanzen helfen zudem bei Problemen mit der Leber wie Gelbsucht oder Hepatitis, bei Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall oder Ruhr, bei Erkrankungen der Harnwege sowie bei Atemwegsproblemen wie Husten, chronischer Bronchitis und Asthma. Auch bei Zahnerkrankungen kommen sie zum Einsatz.10
Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl
Pistazienkerne haben in Südeuropa einen CO2-Fussabdruck von 1,17 kg CO2eq/kg.18 Dieser liegt im Vergleich zu Walnüssen mit Schale (0,9 kg CO2eq/kg) und Erdnüssen mit Schale (0,8 kg CO2eq/kg) höher.19
Die benötigte Wassermenge zur Produktion von 1 kg Pistazien beträgt 11'363 Liter, ähnlich wie für die Produktion von 1 kg Walnüssen (geschält: 9280 l; mit Schale: 4918 l) oder Haselnüssen (geschält: 10'515 l; mit Schale: 5258 l).20 Allerdings findet der Anbau von Pistazien im Vergleich zu Walnüssen teilweise in Gebieten statt, in denen Wasserknappheit eine grosse Problematik darstellt, wie z.B. im Iran. Entsprechend hoch fallen die Auswirkungen des Pistazienanbaus auf die Umwelt aus, insbesondere durch die notwendige künstliche Bewässerung, aber auch aufgrund des Einsatzes von Pestiziden.21
Die nachhaltige Nutzung von Pistazienresten ist momentan Mittel der Forschung. Bisherige Studien zeigen die Eignung von Pistazienschalen für verschiedene Zwecke - z.B. zur Herstellung von Bioöl,22 extrem reissfestes Nanopapier aus Zellulose-Nanosfasern,23 aber auch in der Abwasserreinigung (von Schwermetallen).24
Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?
Tierschutz - Artenschutz
Die Biodiversität nimmt weltweit stark ab, und die Landwirtschaft ist dabei einer der wichtigsten Gründe. Besonders intensive Anbaumethoden wie Monokulturen, der Einsatz von Pestiziden und starke Bodenbearbeitung schaden vielen Arten. Dies beeinträchtigt wichtige natürliche Prozesse wie Bestäubung, Nährstoffkreisläufe und die Stabilität von Ökosystemen.
Als Gegenmassnahme entstehen nachhaltigere Anbaumethoden wie regenerative oder ökologische Landwirtschaft. Diese arbeiten weniger intensiv und können die Artenvielfalt in vielen Fällen fördern.
Eine grosse Auswertung von 331 Studien zeigt, dass solche alternativen Anbaumethoden im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft insgesamt meist positive Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen haben. Allerdings gibt es keine einzelne Methode, die alle Arten gleichzeitig fördert. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass eine vielfältigere und weniger intensive Landwirtschaft wichtig ist, um die Biodiversität langfristig zu schützen.26
Weltweites Vorkommen - Anbau
Die Pistazie (Pistacia vera) stammt aus dem Nahen Osten. Archäologische Aufzeichnungen über den frühen Verzehr von Pistazien in der Türkei reichen bis 7000 v. Chr. zurück. Wo wachsen Pistazien? Die in heissem Klima gedeihenden Pistazienbäume verbreiteten sich vom Nahen Osten bis zum Mittelmeerraum.4 Heute bauen Italien, Iran, Syrien, Griechenland, die Vereinigten Staaten (v.a. Kalifornien), Spanien und die Türkei Pistazien als bedeutendes landwirtschaftliches Produkt an.3,4,7,25
Wild zu finden
Die Echte Pistazie (Pistacia vera) und zwei ihrer Verwandten (Pistacia atlantica und Pistacia khinjuk) kommen im Iran natürlich vor. Pistacia vera ist die einzige kommerziell angebaute Art dieser Gattung. Die anderen Arten dienen hauptsächlich als Veredelungsunterlage für P. vera.1
Anbau - Ernte
Pistazien gelten als bedingt winterhart und gedeihen nur in sehr milden Lagen. Eine Bepflanzung im Topf ist in der kalten Jahreszeit hauptsächlich im Wintergarten möglich. Neben der Vermehrung über Samen ermöglicht auch die Bewurzelung von Stecklingen junger Triebe die Vermehrung von Pistazien. Für eine Anzucht kommen unbehandelte, frische Samen infrage, die vor der Pflanzung mehrere Tage im Wasser liegen. Aufgrund der Zweihäusigkeit ist es wichtig, beide Geschlechter zu ziehen, denn nur so gelingt in einigen Jahren die Ernte der kleinen rötlichen Früchte. Im Topf ist eine durchlässige Erde mit Kies oder Poroton als Drainage angebracht, denn Staunässe bekommt dem Pistazienbaum nicht gut, Trockenheit hingegen ist für kurze Zeit kaum ein Problem. Zudem benötigen sie eine leicht basische Erde mit Kalk oder Sand.13
Pistazienbäume wachsen natürlicherweise bis zu 12 m hoch. Gezielte Rückschnitte halten Plantagenbäume bewusst kleiner. Im Plantagenanbau ist auch das Pfropfen von männlichen Pflanzenteilen auf weibliche Pflanzen üblich. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind.14
Der Pistazienbaum trägt nur alle 2 Jahre üppig Früchte (Mastjahre).9 Das Klima hat in den Mastjahren einen entscheidenden Einfluss auf den Ertrag. Die durchschnittliche Tagestemperatur sollte über 36 °C betragen. Obwohl die Bäume nicht als winterhart gelten, tragen kühle Temperaturen (um 7 °C) im Winter zu einer ertragreichen Ernte bei. Niedrige Temperaturen brechen in diesem Fall die Knospenruhe, nicht nur die Langtagbedingungen. Allzu milde Winter und starke Regenfälle können den Ertrag negativ beeinflussen.15
Die Frucht ist in der Regel im September reif zur Ernte. Die konventionelle Lese der Pistazien erfolgt als ganze Traubenbündel von Hand. Nach der Enthäutung der rosigen Fruchthülle durch Wässern trocknen die Steinfrüchte vorwiegend an der Sonne. Um eine endgültige Schalenspaltung zu erreichen, folgt ein erneutes Wässern der Pistazien vor dem zweiten Trocknen sowie der anschliessenden Sortierung und Lagerung. Für den Export erfolgt das Trocknen in Trocknungsanlagen (ca. 24 Stunden), woraufhin die Lagerung der Steinfrüchte in Silos oder die direkte Weiterverarbeitung (Rösten und eventuell Salzen) folgt. Mechanische Baumrüttler mit Auffangeinrichtungen erleichtern die Ernte massgeblich.9
Weiterführende Informationen
Der Pistazienbaum (Pistacia vera) gehört zur Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae). Pistacia vera bezeichnet die Echte Pistazie und dient zur Abgrenzung gegenüber anderen Arten. Pistazien zählen botanisch gesehen nicht zu den Nussfrüchten, sondern zu den Steinfrüchten. Die Frucht hat eine fleischige Hülle, darunter die harte Schale mit dem hellgrünen Kern, der mit einer dünnen, bräunlichen Haut umzogen ist. Die beige, harte Schale macht ca. 50 % des Gewichts aus.4 Es gibt viele Sorten, die in Grösse, Form, Farbe, Geschmack und Schalenspaltung Unterschiede zeigen.14
Der Pistazienbaum ist in der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) von 2007 als beinahe gefährdet (near threatened) aufgeführt. Als Begründung für die Gefährdung nennt IUCN die Überweidung und übermässige Fruchtnutzung.16
Alternative Namen
Pistazien tragen auch die Namen Pistazienkerne, Alepponüsse oder Pistazienmandeln. Gelegentlich ist für die Pistazie zudem die Bezeichnung "grüne Mandel" oder auch "lachende Nuss" (bei offenen Schalen) gebräuchlich. Falsche Schreibweisen wie z.B. Pistatien, Pistazien, Piztazien, Pitazien oder Postazien kommen vor.
Im Englischen lautet die Bezeichnung pistachio, pistachio nut, pistache oder green almond.
Lateinische Synonyme umfassen Pistacia nigricans, Pistacia officinarium, Pistacia reticulate und Pistacia terebinthus.
Sonstige Anwendungen
Pistazienbestandteile wie Kerne, Schalen und grüne Fruchthüllen gewinnen zunehmend an Bedeutung in der Kosmetik- und Hygieneindustrie. Sie liefern bioaktive Substanzen wie Fettsäuren, Phenole und aromatische Verbindungen mit antibakteriellen, entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften und finden Anwendung in modernen kosmetischen Formulierungen.11,27
Klinische Untersuchungen mit Extrakten aus Pistacia atlantica belegen eine deutliche antibakterielle Wirkung in Mundspülungen, die Plaque und Bakterien ähnlich effektiv wie Chlorhexidin reduzieren können, jedoch mit geringem Reizpotenzial.27
Früchte und Harze verschiedener Pistacia-Arten enthalten Mineralstoffe wie Zink, Eisen und Magnesium und können als natürliche Quelle für hautpflegende und dermatologische Anwendungen dienen.27
Obwohl das Holz des Pistazienbaums eine schöne Maserung hat, findet es nur selten Verwendung für Holzarbeiten. Gelegentlich dient es jedoch zur Herstellung von Messergriffen und Musikinstrumenten.12
Literaturverzeichnis - 28 Quellen (Link zur Evidenz)
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| 2. | ● Website | USDA United States Department of Agriculture. |
| 3. | * Pistachios are rich in several minerals such as K, Mg, Ca, Cu and Mn. Because of their mineral profile, pistachios could play a beneficial role in blood pressure (BP) regulation or in bone-related diseases. Pistachios also contain significant amounts of Zn and Se, both minerals with recognised antioxidant effects that are involved in the prevention of CVD and some types of cancer. Narratives Review DOI: 10.1017/S0007114514003250 Study: weak evidence | Bulló M, Juanola-Falgarona M et al. Nutrition attributes and health effects of pistachio nuts. Br J Nutr. 2015;113 Suppl 2:S79-93. |
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| 6. | ● Book: moderate evidence | Pamlona-Roger JD. Heilkräfte der Nahrung. Advent-Verlag: Zürich. 2006:134-135. |
| 7. | * Prospektive klinische Kohortenstudie DOI: 10.12932/AP-281018-0429 Study: moderate evidence | Cetinkaya PG, Karaguzel D et al. Pistachio and cashew nut allergy in childhood: Predictive factors towards development of a decision tree. Asian Pac J Allergy Immunol. 2021;39(1):53–61. |
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| 10. | * Different parts of these plants such as leaf, stem, bark, galls and fruit have found different uses. Medicinal uses have been mentioned in old pharmacopeia as Ayurveda (India), Traditional Chinese Medicine (TCM), Iranian folk medicine, among others. Folkloric medicinal uses include tonic, antioxidant, analgesic, antimicrobial, anti-inflammatory, antiseptic, carminative, antispasmodic, anthelmintic, antidiabetic antihypertensive, cytotoprotective, febrifuge, blood cleanser, anti-venom (for snake bite), expectorant and aphrodisiac [32]. Plants are used against liver (jaundice, hepatitis), gastrointestinal (stomach aches, diarrhea, dysentery), urinary tract, respiratory tract (cough, chronic bronchitis, phthisis, asthma) and dental disorders. A large number of ethnobotanical uses of different species of Pistacia have been reported in literature. Both in vitro and in vivo biological properties of various phytochemicals of Pistacia genus has been discussed with mechanisms. Narratives Review DOI: 10.1016/j.biopha.2016.12.017 Study: weak evidence | Rauf A, Patel S et al. Phytochemical, ethnomedicinal uses and pharmacological profile of genus Pistacia. Biomedicine & Pharmacotherapy. 2017;86:393–404. |
| 11. | * In vitro + in vivo (präklinische Studie mit Tierversuch) DOI: 10.3390/molecules25081776 Study: weak evidence | Seifaddinipour M, Farghadani R et al. In vitro and in vivo anticancer activity of the most cytotoxic fraction of pistachio hull extract in breast cancer. Molecules. 2020;25(8):E1776. |
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| 20. | * Untersuchung zum Wasserverbrauch von Lebensmitteln DOI: 10.5194/hess-15-1577-2011 | Mekonnen MM, Hoekstra AY. The green, blue and grey water footprint of crops and derived crop products. Hydrol. Earth Syst. Sci. 2011; 15:1577-1600. |
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