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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Trinkwasser: Leitungswasser, Mineralwasser

Trinkwasser: Leitungswasser, Mineralwasser kann sehr unterschiedliche Qualität und Inhaltsstoffe aufweisen.
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Trinkwasser ist der beste Durstlöscher überhaupt und das wichtigste Lebensmittel in der menschlichen Ernährung. Qualität und Inhaltsstoffe von Leitungswasser oder Mineralwasser können regional sehr unterschiedlich sein.

Verwendung in der Küche:

Wasser (H2O) in Form von Leitungswasser ist für den menschlichen Gebrauch geeignet und kann als Getränk oder zur Zubereitung von Speisen dienen. In der Schweiz ist die Wasserqualität sehr gut, sodass man Leitungswasser überall direkt ab Wasserhahn konsumieren kann. Je mehr Kalk (Calcium und Magnesium) das Wasser aus der Natur aufgenommen hat, desto härter wird es.1 Dies schmälert die Qualität des Wassers nicht, es verändert aber minim seinen Geschmack. Bei besonders hartem Wasser leidet der Geschmack und es stellt sich eine gewisse Trübung ein. In diesem Fall kann man einen Wasserfilter benutzen, um den Kalkgehalt zu reduzieren. Weicheres Wasser ist auch für viele Haushaltsgeräte weniger schädlich.

Wasser ist ein wichtiger Grundstoff von Suppen und eignet sich zum Kochen und Dämpfen von Lebens- und Nahrungsmitteln. Beim Kochen gehen Vitamine und Mineralstoffe ins Wasser über. Deshalb kocht man Gemüse meist in Salzwasser, damit durch die Osmose die Zellwände durchgängiger sind. Dies verkürzt die Kochzeit, sodass mehr Wirkstoffe erhalten bleiben. Hülsenfrüchte hingegen sollte man erst nach dem Garen salzen, da sich dort sonst die Garzeit verlängert. Wenn Sie nicht auf das Kochen von Gemüse verzichten möchten, können Sie die Garflüssigkeit für Suppen oder Saucen weiterverwenden, um die herausgeschwemmten Vitamine und Mineralstoffe nicht zu verlieren. Dämpfen, Blanchieren oder Dünsten sind ohne Zweifel schonendere Garmethoden als Kochen, weil dabei mehr von den (hitzeempfindlichen und wasserlöslichen) Vitaminen und Nährstoffen im Gemüse erhalten bleiben. Am besten schneiden Dämpfen und Dünsten ab - beide nährstoffschonend durch minimale Garflüssigkeit.

Da Wasser für die Aufrechterhaltung von sämtlichen Lebensvorgängen notwendig ist, sollte der Mensch auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Laut der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) benötigt eine 70 kg schwere Person eine Gesamt-Flüssigkeitszufuhr (Getränke plus Nahrung) von rund 2-2.5 l/Tag. Diese Empfehlung ist nach wie vor umstritten, weil weltweit keine streng wissenschaftlich durchgeführten Studien zum menschlichen Flüssigkeitsbedarf existieren.2 Trotzdem darf man sie sich als alltagstaugliche Richtschnur vor Augen halten: Auch die World Health Organization (WHO) gehtvon einem täglichen Bedarf von 2-3 Litern aus.3

Vom Gesamt-Flüssigkeitsbedarf nehmen wir etwa 1 l durch die Nahrung auf, falls wir die Empfehlungen der Lebensmittelpyramide berücksichtigen. Viel Wasser liefern Gemüse (bis zu 95 % Wasseranteil), Früchte (80-95 %), aber auch Fisch und Fleisch (65–70 %), Brot (35 %) und Getreide (12 %). Den Rest, also rund 1-2 l/Tag, sollten wir dem Körper durch Getränke zuführen.4

Wasser als Getränk (Leitungswasser oder Mineralwasser) löscht den Durst am effektivsten und ist kalorienfrei. Zur Abwechslung kann man es auf diverse Arten aromatisieren: Als Kräuter- oder Früchtetee (nur Leitungswasser, siehe am Ende dieser Sektion), mit einem Stück Zitrusfrucht-Schale, mit Ingwer, Pfefferminze oder Basilikum, Zitronenmelisse oder Früchten wie Äpfeln, Himbeeren oder Erdbeeren bekommt das Wasser einen angenehmen und erfrischenden Geschmack.

Milch, Fruchtsäfte und Gemüsesäfte hingegen gehören laut der Schweizer Lebensmittelpyramide nicht in der Gruppe der Getränke, zumal ihr Hauptzweck nicht das Durstlöschen ist, sondern die Nährstoffzufuhr (z.B. Vitamine, Mineralstoffe oder Eiweisse). Gesüsste Getränke wiederum und solche mit Koffeingehalt (Kaffee, Schwarztee, Grüntee und Weisser Tee5) und/oder Alkoholgehalt zählen zu den Genussmitteln. Letztere sollte man mit besonderer Zurückhaltung konsumieren oder ganz aussparen.6

Wer einen möglichst geschmackvollen Tee zubereiten möchte, nimmt am besten weiches oder gefiltertes Wasser. Die Teezubereitung mit Mineralwasser ist meist aufgrund des hohen Anteils an Salzen nicht zu empfehlen.7

Einkauf:

Trinkwasser ist im Vergleich zu Mineralwasser sehr preiswert. Der durchschnittliche Wasserpreis in der Schweiz liegt bei 2 CHF/1000l.8 Mieterinnen und Mieter bezahlen ihr Trinkwasser über die Nebenkosten, Eigentümer bekommen eine Wasserrechnung (Trinkwasser und Abwasser) von der lokalen Wasserversorgung. Der Konsum von Leitungswasser ist zudem besser für die Umwelt: Abfüllen, Verpackung und Transport einer Flasche Mineralwasser verbrauchen im Durchschnitt bis zu 1000-mal mehr Energie als die Versorgung mit der gleichen Menge an Trinkwasser. Auch die Bilanz des Co2-Ausstosses beläuft sich auf das Tausendfache.9,10

Wild zu finden:

Wenn Ihnen auf einer Wanderung das Trinkwasser ausgehen sollte, beachten Sie bitte folgende Hinweise der Sendung Puls des Schweizer Fernsehens (SRF): Trinkwasser führen generell Brunnen, die im Dorf oder in der Stadt stehen. Falls sie kein Trinkwasser enthalten, müssen sie mit der Aufschrift «KEIN TRINKWASSER» gekennzeichnet sein. Steht ein Brunnen hingegen irgendwo auf einer Alp, Weide oder auf einem Privatgrundstück, muss er nicht generell Trinkwasser enthalten und auch nicht gekennzeichnet sein. Solche Brunnen sind primär für Tiere gemacht und werden oft von Bächen gespeist. Trinkt man aus diesen oder auch direkt aus Bächen, ist dies für gesunde Menschen zwar nicht lebensbedrohlich, kann aber zu Erbrechen und Durchfall führen. Kleinkindern, Schwangeren und älteren Menschen ist deshalb vom Konsum solchen Wassers klar abzuraten. 11

Eigene Zubereitung:

Anbieter wie sodastream werben für "selbstgemachtes" Sprudelwasser. Dazu benötigt man einen Wassersprudler mit Karaffe und einen Zylinder mit Kohlenstoffdioxid-Füllung. Häufig sind diese Geräte aber anfällig für Verunreinigungen, die dann auch das Wasser kontaminieren.12 Ausserdem sollten Menschen mit Magenproblemen kein kohlensäurehaltiges Wasser trinken. Siehe weiter unten im Kapitel Gefahren / Unverträglichkeiten.

Lagerung:

Anders als die meisten Lebensmittel besitzt Wasser kein wirkliches "Ablaufdatum". Es kann weder verfaulen noch verschimmeln oder vergären. Wenn man es offen aufbewahrt, verändert sich jedoch seine chemische Zusammensetzung. Indem es CO2 aufnimmt, produziert es eine geringe Menge an Kohlensäure, was den Geschmack leicht verändern kann. Bleibt das Wasser länger als einen Tag lang offen stehen, setzen sich Schmutzpartikel und Bakterien aus der Luft ab und machen es im schlimmsten Fall ungeniessbar.13

Mineralwasser behält seine Qualität am besten, wenn man es an einem dunklen, trockenen und kühlen Ort lagert. Die Glasflasche garantiert eine jahrelange Haltbarkeit bei unverändertem Geschmack. In einer PET-Flasche ist das Wasser wegen der mangelnden Dichte weniger lange haltbar (Mindesthaltbarkeit von ca. 1 Jahr). Durch die Wandung und den Verschluss der PET-Flasche kann Kohlensäure entweichen. Ausserdem kann bei unzweckmässiger Lagerung Acetaldehyd aus dem PET ins Getränk übergehen. Obwohl dieser Stoff als gesundheitlich unbedenklich gilt, führt er zu einem unangenehmen Geschmack und Geruch des Wassers.14

Inhaltsstoffe:

Wasser ist eine anorganische Verbindung aus Wasserstoff und Sauerstoff (H2O). Leitungswasser ist Süsswasser und hat oft einen sehr hohen Reinheitsgrad. Doch kann es je nach Breitengrad, Land und Gegend sehr unterschiedlich in Qualität und Inhaltsstoffen sein.

Folgende Mineralstoffe sind im Trinkwasser am häufigsten gelöst: Kationen Calcium (Ca2+), Magnesium (Mg2+) und Natrium (Na+) und die Anionen Carbonat (CO32−), Hydrogencarbonat (HCO3), Chlorid (Cl) und Sulfat (SO42−). Als Wasserhärte gilt die Summe der Konzentration von Ca und Mg.9 Die Bodenzusammensetzung wirkt sich stark auf die Konzentration der jeweiligen Inhaltsstoffe aus.

Hahnenwasser enthält viel weniger Calcium als Mineralwasser. Als Beispiel: Meggen ab Bergquelle hat 41.3 mg/l (also 4,1 mg/100ml) Calcium bei einem pH-Wert von 7.93. Das ist 12-mal weniger als ein ausgewähltes Mineralwasser. Zumindest in der Schweiz variiert das Trinkwasser stark, von ca. 0,2 mg/100ml bis 15 mg/100ml. Mit wenigen Ausnahmen wie Schaan mit 41 mg/100ml. Bemerkungen zum Calciumgehalt des Mineralwassers finden Sie unter Gesundheitliche Aspekte.

Die Trinkwasserverordnung eines Landes sichert den Schutz des Konsumenten durch die Kontrolle der definierten Grenzwerte für die Inhaltsstoffe des Wassers. Eine regelmässige Kontrolle des Trinkwassers vermeidet so gesundheitliche Schäden bei der Bevölkerung. Seit 2018 regen sich in der Schweiz vermehrt besorgte Stimmen, die in stark besiedelten oder überbauten Zonen wegen Nutzungskonflikten einen ungenügenden Schutz des Grundwassers vor Kontaminationen befürchten.15

Gesundheitliche Aspekte:

Wasser ist für den Menschen lebensnotwendig. Der Körper eines Erwachsenen besteht zu rund 60 % aus Wasser. Dieses Körperwasser erfüllt verschiedene Aufgaben, z.B. als Lösungsmittel und Transportmedium von Nährstoffen, Enzymen und Hormonen. Es sorgt für die Ausscheidung von Abbausubstanzen, versorgt das Gewebe und die Haut mit Feuchtigkeit und reguliert die Körpertemperatur sowie den Stoffwechsel in den Zellen. Zudem unterstützt Wasser die Verdauung, indem es den Stuhl geschmeidiger macht.

Der Körper scheidet durch Urin, Stuhl, Atem und Schwitzen laufend Wasser oder Wasserdampf aus. Diesen Verlust sollten wir über die Nahrung und über Getränke kompensieren. Siehe oben bei Verwendung in der Küche. Unter bestimmten Bedingungen wie bei Hitze, Sport oder körperlicher Arbeit, hohem Salzkonsum, trockener Luft oder Krankheit erhöht sich der Flüssigkeitsbedarf.4

Mineralwasser ist nicht nur ein gesunder Durstlöscher, sondern auch eine gute Calciumquelle. Theoretisch könnte man mit 2 Litern von bestimmten Mineralwassern den ganzen Tagesbedarf decken. Allerdings müsste man auf den Calcium-Anteil achten, der von 1 mg/100ml bis mehr als 60 mg/100ml schwanken kann. Eine Liste mit calciumreichen Mineralwassern finden Sie im Artikel Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler. Kontrollieren Sie bitte auch den Magnesiumgehalt, denn Magnesium ist sowohl für den Calciumtransport als auch für die Calciumresorption notwendig. Das ideale Verhältnis zwischen Calcium und Magnesium liegt bei ca. 2:1.16

Ein wichtiger Aspekt neben dem Mineralgehalt ist auch der pH-Wert von Trinkwasser oder Mineralwasser, da der Körper eine Säurebelastung im Stoffwechsel durch puffernde Mineralstoffe wie Calcium aus den Knochen kompensiert.17 Liegt der Wert unter 7, kann man ihn z.B. mit Zitronensaft auf gut 7 pH anheben und trinkt dann erst noch interessant riechendes und schmeckendes Wasser. Unverdaut hat Zitronensaft einen sehr tiefen pH-Wert, doch massgebend ist die Verstoffwechslung (Metabolismus) und schliesslich der Citratzyklus: Die organischen Säuren verstoffwechseln wir und es entsteht Energie, die wir nach der Verbrennung bzw. Verarbeitung als CO2 ausatmen.18

Die Qualität des Trinkwassers gilt zumindest in der Schweiz, in Deutschland, Österreich, Frankreich und den Niederlanden als sehr gut. Das Trinkwasser unterliegt einer intensiven Kontrolle und ist somit uneingeschränkt zum Verzehr geeignet. In anderen Ländern ist die Qualität aufgrund mangelnder Aufbereitung und Überwachung häufig schlechter, zum Beispiel in Spanien, Portugal, Italien, Griechenland oder den USA. In aller Regel ist Trinkwasser aber in Europa mindestens zum Kochen verwendbar.9 Siehe dazu Gefahren / Unverträglichkeiten. Auch zu Hause kann die Qualität des Trinkwassers variieren: Verreisen Mieter oder Eigentümer für längere Zeit, dann steht das Wasser zu lange. Das führt zu Stagnationswasser, das man mit einem ca. 1-minütigen Durchlauf wieder abfliessen lassen kann.11 Die Qualitätsanforderungen sind beim Trinkwasser höher als für industriell abgepacktes Mineral- und Tafelwasser.

Während natürliches Mineralwasser "ursprünglich rein" sein muss, ist dies bei Trink- und Tafelwasser nicht nötig. Es darf somit aufbereitet und vermischt sein. Mit Kohlenstoffdioxid versetztes Wasser muss im Restaurant als Tafelwasser deklariert sein - unabhängig von Qualität und Mineralstoffen.9

Leider gibt es um das Wasser verschiedene parawissenschaftliche bzw. esoterische Behauptungen - beispielsweise in Bezug auf "belebtes Wasser".19 Im Gegensatz dazu handelt es sich bei "Heilwasser" um ein gesetzlich zugelassenes Arzneimittel.20

Gefahren / Unverträglichkeiten:

Wer zu wenig trinkt, also dem Körper zu wenig Flüssigkeit zuführt, oder zu viel Wasser(dampf) ausscheidet, riskiert eine Dehydratation (Austrocknung des Körpers; nicht: Dehydrierung). Bei einem Wasserverlust von 1–5 % des Körpergewichts spüren Sie folgende Symptome: Durst, Unwohlsein, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Unruhe und erhöhte Pulsfrequenz. Weitere Anzeichen sind Kopfschmerzen, Abnahme von Konzentration und Reaktion sowie verminderte körperliche Leistungsfähigkeit. Bei längerfristigem Wassermangel besteht das Risiko einer Verstopfung. Auf Dauer kann ein massiver Flüssigkeitsmangel schwerwiegende Folgen haben (Herzrasen, Muskelkrämpfe, Bewusstlosigkeit) und bis zum Tod führen.

Aber - auch wer zu viel trinkt, belastet seine Nieren und lebt unter Umständen sogar gefährlich. Ein Marathonläufer, der seinen Flüssigkeitsverlust mit sehr viel Wasser kompensiert, ohne gleichzeitig Natrium in Form von Kochsalz aufzunehmen, gelangt in eine Überwässerung des Körpers mit mangelnder Natriumkonzentration im Blutserum (Verdünnungs-Hyponatriämie). In einigen Fällen endete dies sogar tödlich. Man kann also nicht "auf Reserve" trinken.2

Bei Magenproblemen sollte man auf kohlensäurehaltiges Mineralwasser verzichten. Kohlensäure ist zwar chemisch betrachtet nicht sauer, sondern neutral: Kohlensäurehaltiges Mineralwasser weist einen pH-Wert von 7 auf. Allerdings fördert Kohlensäure die Bildung von Magensaft und somit das saure Aufstossen. Deshalb sollten Menschen mit empfindlichem Magen eher stilles Wasser trinken.21

In den USA kommt es immer wieder zu Verunreinigungen des Trinkwassers, z.B. mit Blei, was bei langfristigem Konsum zu Hautausschlägen, Übelkeit und Haarausfall führen kann. Bei schwangeren Frauen und Kleinkindern kommt es zu Fehlbildungen. Vielfach sind diese Kontaminationen auf Sparmassnahmen der Regierung zurückzuführen, die nötige Sanierungs- oder Unterhaltsarbeiten wegrationalisieren oder unzuverlässige Kontrollen durchführen.22 In der Schweiz und in Deutschland sind Bleirohre als Trinkwasserleitungen für Hausanschlüsse verboten. Zwar enthalten Armaturen, Wasserzähler und Druckreduzierventile in den Legierungen kleine Mengen an Nickel und Blei, doch erhöhte man auch hier in den letzten Jahren die Prüfanforderungen. Wenn in älteren Gebäuden noch Bleirohre vorhanden sind, müssen die VerbraucherInnen informiert sein. Schwangere und Kleinkinder sollten in diesem Fall auf abgepacktes Wasser ausweichen.

Generell ist das Wasser in den USA auch sehr stark chloriert. Die Zugabe von Chlor und Chlordioxid ist eine weltweit gängige Desinfektionsmethode für Trinkwasser. In einigen Ländern (v.a. in den USA, aber auch in vielen europäischen Ländern) ist die Zugabe von Chlor vorgeschrieben. Sogar in der Schweiz ist Trinkwasser teilweise chloriert, meist kommt hier die Wasserversorgung und -aufbereitung aber ohne Chlor aus.23 Eine Schädigung der Gesundheit bei chronischer Aufnahme von gechlortem Wasser ist umstritten. Die Meinungen reichen von harmlos24 bis besorgniserregend25. In den USA gilt ein Grenzwert von 4 mg Chlor/l26, jedoch enthält das Wasser laut WHO meist "nur" ≤1 mg/l.27 In Deutschland und in der Schweiz sind die Grenzwerte deutlich tiefer.28,29

Bei der Behandlung von Trinkwasser mit Chlor, Chlordioxid und Ozon können Chlorit und Chlorat (sogenannte Desinfektionsnebenprodukte) entstehen. Auch deren Höchstmengen sind gesetzlich geregelt. Sowohl für Chlorit als auch für Chlorat in Trinkwasser ist ein Toleranzwert von 0.2 mg/kg festgelegt.30 Man sagt den Substanzen eine gesundheitsschädigende Wirkung nach.

Landwirtschaftliche Überdüngung (v.a. mit Gülle) oder alte Kläranlagen können einen hohen Nitrateintrag ins Grundwasser tragen, wodurch das daraus gewonnene Trinkwasser vor allem für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich sein kann. Die Nitratkonzentration kann man durch Aufbereitung, tiefere Brunnen oder einfach durch eine gute Kooperation mit der Landwirtschaft wieder senken. Oft gelangen Schadstoffe aus Kläranlagen oder Industrien auch in Flüsse, was für alle Lebewesen eine Gefahr darstellt. In Deutschland müssen sich Wasserversorger an grossen Flüssen zur Vorfeldkontrolle und Bereitstellung redundanter Techniken zur Wasseraufbereitung bereiterklären. Ausserdem können auch Medikamente oder andere pharmakologisch wirksame Stoffe (Röntgenkontrastmittel, Sexualhormone) in den Trinkwasserkreislauf gelangen.9

Wasserfilter für Leitungswasser sind aus gesundheitlicher Sicht in der Schweiz, in Deutschland, Österreich, Frankreich und den Niederlanden nicht notwendig. Dennoch bieten verschiedene Hersteller Trinkwasserfilter an, um Nitrat, Pestizide oder Chlorkohlenwasserstoff herauszufiltern. Dies sind oft Filterpatronen mit Ionenaustauschern oder Aktivkohle. Wenn die Filterleistung erschöpft ist, sollte man die Patronen rechtzeitig austauschen. Ansonsten können die angesammelten Stoffe wieder ins Wasser übergehen. Filtergeräte sind allgemein anfällig für Keimbildung. Sinnvoll können Tischfilter zur Enthärtung von sehr kalkhaltigem Wasser sein. Vor allem bei Tee und Kaffee leidet der Geschmack, wenn das Wasser zu hart ist. Andererseits gehen durch die Entkalkung die Mineralstoffe Calcium und Magnesium verloren.31

Allgemeine Informationen

Beim Wasser spricht man im Vergleich zu anderen natürlichen Ressourcen nicht effektiv von Verbrauch, sondern nur von Gebrauch. Dazu Wikipedia: Prinzipiell bleibt die Wassermenge auf der Erde in allen Aggregatzuständen gleich, es ändert sich lediglich die Verteilung zwischen den Umweltkompartimenten. Es entweicht nur eine sehr geringe Menge als Wasserdampf aus der Lufthülle in das Weltall.9 Beim Wassergebrauch kann es zu Verunreinigungen und Belastungen mit Schadstoffen kommen.

Erklärungen zur Wasseraufbereitung: Die Chlorung des Trinkwassers dient der Desinfektion. Die Wasserwerke setzten dabei Chlor in Form von Chlorgas, Chlordioxid oder Natriumhypochlorit zu. Eine sogenannte Schutz-Chlorung (vorbeugende Desinfektion des Trinkwassers) ist in Deutschland seit der Novellierung der Trinkwasserverordnung vom 1. Januar 1991 verboten. Alternativen zur Entkeimung von Schwimmbecken- oder Trinkwasser stellen die Ozonierung sowie der Einsatz von UV-Strahlung dar. In den meisten Ländern gelten für die Zusetzung von Chlor umfangreiche Unfallverhütungsvorschriften.32

Umgangssprachliche Bezeichnungen für Trinkwasser, das aus der Leitung kommt, sind: Kran(en)wasser, Krane(n)berger, Kranenburger (abgeleitet vom westmitteldeutschen Begriff Kran für Wasserhahn) oder Rohrperle. In der Schweiz hört man oft Hahnenburger. Das Pendant im Französischen lautet Chateau (de) la pompe.33

Literatur / Quellen:

  1. Wikipedia Wasserhärte.
  2. sge-ssn.ch/ media/ medienmitteilung_2742010.pdf
  3. who.int/ water_sanitation_ health/dwq/nutrientsindw.pdf
  4. sge-ssn.ch/ media/merkblatt_fluessigkeitsbedarf_ und_getraenke_2011_13.pdf
  5. Wikipedia Grüner Tee.
  6. sge-ssn.ch /ich-und-du/ rund-um-lebensmittel/ lebensmittelgruppen/ getraenke/
  7. vitagate.ch/de/ gesund_und_schoen/ ernaehrung/ wasser/qualitaet
  8. trinkwasser.svgw.ch/ index.php?id=825
  9. Wikipedia Trinkwasser.
  10. Jungbluth N. Vergleich der Umweltbelastungen von Hahnenwasser und Mineralwasser. Gas, Wasser, Abwasser; Vol. 2006 (3): 215-219. esu-services.ch/ cms/fileadmin/download/ jungbluth-2006-gwa-LCA Trinkwasser.pdf
  11. srf.ch/sendungen/ puls/alltag-umwelt/ wasser ist nicht immer zum trinken da
  12. pr.uni-freiburg.de/pm/ 2006/pm.2006-05-17.134
  13. trinkwasser.svgw.ch/ index.php?id=806&L=0
  14. bzfe.de/inhalt/ wasser zubereitung und lagerung-584.html
  15. srf.ch/news/schweiz/ bericht des bafu trinkwasser ist vielerorts ungenuegend geschuetzt
  16. Schünke G. et al. Arbeitsbuch Orthomolekulare Medizin: Bestandteile unserer Nahrung zur Prophylaxe und Therapie. Stuttgart: Hippokrates; 1997.
  17. Von Koerber K. Vollwert-Ernährung: Konzeption erner zeitgemässen und nachhaltigen Ernährung. Stuttgart: Karl F. Haug; 2012.
  18. Remer T, Manz F. Potential Renal Acid Load of Foods and its Influence on Urine pH. Journal of the Academy of Nutrion and Dietetics. 1995.
  19. Wikipedia Belebtes Wasser.
  20. Wikipedia Heilwasser.
  21. ndr.de/ratgeber/ gesundheit/ Mineralwasser wie gesund ist Kohlensaeure mineralwasser174.html
  22. srf.ch/news/ international/ die usa haben ein trinkwasser problem
  23. stadt-zuerich.ch/dib/de /index/das_departement/ medienmitteilungen/ mitteilung1/2010/ januar/100112c.html
  24. chlorine.americanchemistry.com/ Chlorine/ DrinkingWaterFAQ/
  25. wasserhelden.net/ unser-trinkwasser/ inhaltsstoffe/chlor/
  26. epa.gov/ ground water and drinking water/ national primary drinking water regulations
  27. who.int/ water_sanitation_health/ dwq/chlorine.pdf
  28. wassertest-online.de/ blog/gechlortes-wasser/
  29. kfvbl.ch/pdfnewpage/ schadstoffe/ Schadstoff Hoechstkonzentration im Wasser.pdf
  30. avsv.sg.ch/content/dam/ dokument_library/afgvs/ jahresbericht/ KAL_Jahresberichte/ jb07_total.pdf.ocFile/ jb07_total.pdf
  31. bzfe.de/inhalt/ wasser zubereitung und lagerung-584.html
  32. Wikipedia Chlorung.
  33. Wikipedia Leitungswasser.

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