Inhaltsverzeichnis
Cashewkerne (Anacardium occidentale L.) gibt es auch geröstet, aber nicht mal ungeröstete haben Rohkostqualität. Achten Sie beim Kauf von Cashewnüssen auf Bio-Produktion und faire Handelsbedingungen.
Verwendung in der Küche
Geröstete Cashewkerne habenn eine leicht gebogene Form mit cremefarbener bis goldbrauner Oberfläche. Ihr angenehm süsslich-nussiger Geschmack mit Röstaroma kann zu einem übermässigen Konsum verleiten. Die Röstung verstärkt den Cashew-Geschmack, bringt aber auch gesundheitlich nachteilige Wirkungen mit sich. Lesen Sie mehr dazu im Kapitel "Wirkungen auf die Gesundheit".
Der Handel bietet auch gesalzene, gewürzte oder gezuckerte Cashewkerne.
Verwendung finden Cashewkerne als Snack, im Müesli oder zu Salaten, Currys, Pesto, Reis-, Nudel- und asiatischen Wokgerichten. Fein gemahlen dienen sie zur Herstellung von Käsealternativen, Cashew-Butter, Cashew-"Milch", Saucen oder Desserts, vor allem für VeganerInnen. Rohköstler sollten andere Nüsse bevorzugen, da Cashews nie roh sind und ein sehr ungünstiges Fettsäureprofil haben. Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist es empfehlenswert, bei Rezepten mit grossen Mengen an Cashewkernen einen Teil davon mit Macadamianüssen zu ersetzen, da sie ein besseres Fettsäureprofil aufweisen. Wo es geschmacklich passt, ist auch ein Ersatz durch gemahlene oder geschrotete Hanf-, Lein- oder Chiasamen möglich.
Eigene Zubereitung von gerösteten Cashewnüssen
Die Herstellung von gerösteten Cashewkernen in der Bratpfanne oder im Backofen ist einfach.
Erhitzen Sie eine beschichtete Bratpfanne bei mittlerer Hitze. Geben Sie die Cashewkerne in die Pfanne und rösten Sie diese für einige Minuten (ohne Öl). Dabei regelmässig wenden, bis sie die gewünschte Bräune erreicht haben.
Für grössere Portionen verwenden Sie den Backofen. Diesen auf 180 °C aufheizen, Backblech mit Backpapier auslegen und die Cashewkerne darauf verteilen. Die Kerne sollten nicht übereinanderliegen und für ca. 15-20 Min. im Ofen rösten. Dabei sollte man sie zwischenzeitlich mehrmals wenden, damit sie nicht anbrennen. Sobald die Kerne die gewünschte Bräune aufweisen, Backblech herausnehmen und Cashewkerne abkühlen lassen.
Beachten Sie die stattfindende Maillard-Reaktion und damit verbundene entstehende gesundheitsschädliche Stoffe bei Temperaturen ab 120 °C.13
Veganes Rezept für ölfreien Rainbow-Salad mit gerösteten Cashews
Zutaten (2 Portionen): 2 Tomaten, 1 Salatgurke, 2 Karotten, 1 gelbe Gemüsepaprika, 100 g Rotkohl, 100 g Babyspinat, 1 kleine Zwiebel, 1 reife Avocado, 1 EL Zitronensaft, 1 EL Senf, 1 Handvoll Alfalfasprossen (oder Mungobohnensprossen), 2 EL geröstete Cashews.
Zubereitung: Zutaten bis und mit Rotkohl waschen und gut abtropfen lassen. Tomaten und Gurke in Würfel, Karotten in feine Streifen schneiden. Gelbe Gemüsepaprika entkernen und in Würfel schneiden. Rotkohl halbieren, Strunk entfernen und in feine Streifen schneiden. Alles zusammen mit dem Babyspinat in eine grosse Salatschüssel geben. Zwiebel schälen und grob zerkleinern. Das Fruchtfleisch einer Avocado, Zitronensaft und Senf in einen Mixer geben und pürieren. Zwiebel dazugeben und nochmals pürieren. Sauce unter den Salat mischen, auf Teller verteilen und mit Sprossen und gerösteten Cashewkernen garnieren.
Vegane Rezepte mit gerösteten Cashewnüssen finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".
| Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen: Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler. |
Einkauf - Lagerung
Geröstete Cashewkerne gibt es ungesalzen, gesalzen, gewürzt oder gesüsst ganzjährig in Supermarktketten wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Billa oder Hofer zu kaufen, teilweise auch in Bio-Qualität. In gut sortierten Märkten, Bio-Supermärkten (Denn's Biomarkt oder Alnatura) im Reformhaus oder in der Drogerie erhalten Sie Cashews in biologischer Qualität. Weisen die Cashewkerne dunkle Stellen auf oder sind sie gebrochen, bedeutet dies eine minderwertige Qualität.
Ungeröstete, oft als "rohe" oder "naturbelassene" Cashews angepriesen, sind nicht roh. Wirklich rohe Cashews sind im Handel nicht erhältlich, da eine Wärmebehandlung nach der Ernte notwendig ist, um giftige Öle in der Schale zu deaktivieren. Zudem erleichtert das hohe Erhitzen das Öffnen der sehr harten Schale. Rohkostqualität bei ungerösteten Cashewkernen bedeutet häufig eine schonende Verarbeitung.
Der Herstellungsprozess von Cashewnüssen erfordert viel Handarbeit und findet unter gesundheitlich bedenklichen Bedingungen statt. Achten Sie zumindest beim Kauf von Cashewnüssen auf fair gehandelte Produkte (z.B. Fairtrade) und darauf, dass sie aus kontrolliert biologischem Anbau stammen.
Die Verfügbarkeit von Cashewkernen ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.
Tipps zur Lagerung
Cashewkerne halten an einem kühlen und trockenen Ort, lichtgeschützt und luftdicht verschlossen, mehrere Monate. Zerkleinerte Nüsse lagern Sie am besten gut verschlossen im Kühlschrank. So vermeiden Sie Schimmelbildung und vorzeitigen Verderb durch Oxidation. Das Einfrieren erhöht die Haltbarkeit auf bis zu 12 Monate. Verdorbene Kerne schmecken unangenehm ranzig.9
Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien
Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.
Geröstete Cashewkerne haben durch ihren hohen Gehalt an Fett, Kohlenhydraten und Protein einen Energiegehalt von 574 kcal/100g.1
Aus ernährungsphysiologischer Sicht weisen Cashews ein sehr ungünstiges Fettsäureprofil auf. Sie enthalten relativ viel an essenziellen Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure, LA: 7,7 g/100g = 77 % des Tagesbedarfs) und sehr wenig an essenziellen Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure, ALA).1 Mehr dazu im Folgekapitel.
Zudem liefern sie grössere Mengen der essenziellen Aminosäure Tryptophan (0,24 g/100g). Höhere Mengen kommen in Sesam (0,39 mg/100g) oder ungeschälten Hanfsamen (0,37 mg/100g) vor.1
In Cashewnüssen ist Magnesium mit 260 mg/100g gut vertreten. Im Vergleich dazu haben Hanfsamen 700 mg, Leinsamen 392 mg und Sesam 351 mg/100g.1
Cashewnüsse sind zudem eine beachtliche Quelle für B-Vitamine und enthalten insbesondere höhere Mengen an Thiamin (Vitamin B1), Riboflavin (Vitamin B2) und Pyridoxin (Vitamin B6). Der Gehalt an Vitamin E ist im Vergleich zu anderen Nüssen eher niedrig. Höhere Mengen beinhalten Pistazien (4377,5 μg/100g), Haselnüsse (3068,9 μg/100g), Pekannüsse (2956,5 μg/100g) und Mandeln (2810,8 μg/100g).25
Die gesamten Inhaltsstoffe von gerösteten Cashewnüssen, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.
Wirkungen auf die Gesundheit
Sind Cashewkerne (Cashew Nüsse) gesund? Wichtige Kriterien für die gesundheitliche Bewertung von Nüssen sind der Gehalt an einfach ungesättigten Fettsäuren (MUFA) und das Verhältnis der mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFA), wie Linolsäure (Omega-6-Fettsäure, LA) zu Alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure, ALA). Cashewkerne enthalten überwiegend einfach ungesättigte Fettsäuren, vor allem Ölsäure. Der Anteil an Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure, LA) ist im Vergleich zu Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure, ALA) deutlich höher. Das Verhältnis liegt bei Cashewkernen von 48:1 bis zu 130:1. Gemäss dem Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) sollte dieses Verhältnis im Durchschnitt 5:1 (LA:ALA) nicht überschreiten.19,21
Linolsäure (Omega-6) gilt als essenzielle Fettsäure und gehört zu normalen Stoffwechselprozessen. Im Körper erfolgt eine Umwandlung zu Arachidonsäure, Ausgangssubstanz verschiedener Eicosanoide mit sowohl entzündungsfördernden als auch entzündungsauflösenden Eigenschaften. Alpha-Linolensäure (Omega-3) führt zur Bildung von Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexansäure (DHA), deren Eicosanoide überwiegend entzündungshemmende, antithrombotische sowie gefäss- und bronchienerweiternde Wirkungen zeigen. Beide Fettsäurewege nutzen identische Enzymsysteme und stehen daher in Konkurrenz. Ein hoher Anteil an Omega-6 bei gleichzeitig niedrigem Omega-3-Anteil begünstigt langfristig entzündungsassoziierte Prozesse, Thromboseneigung sowie Gefäss- und Bronchienverengung und steht zudem mit einem erhöhten Risiko für atherosklerotische Erkrankungen in Verbindung. Als günstiger Orientierungswert gilt ein ausgeglichenes Verhältnis von etwa 1:1, während in westlichen Ernährungsweisen häufig ein Verhältnis um 10:1 zugunsten von Omega-6 vorliegt.19,20,21
Ungünstige LA:ALA-Verhältnisse zeigen zudem Erdnüsse (160:1), Haselnüsse (79:1), Mandeln, Sonnenblumenkerne und diverse Pflanzenöle. Ein besseres Fettsäureprofil besitzen Leinsamen (1:4), Walnüsse (4:1) sowie Macadamianüsse (6:1). Eine Studie belegt ein höheres Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren bei VeganerInnen (<14:1-20:1) und Lacto-VegetarierInnen (<10:1-16:1) im Vergleich zu MischköstlerInnen (<10:1).23 Unser Artikel Veganer essen essen oft ungesund und die Buchbesprechung über die Giessener Rohkoststudie informieren über vermeidbare Ernährungsfehler und Tipps für eine optimale Versorgung mit Nährstoffen für diese Ernährungsstile.
Essen Sie Omega-6-reiche Saaten, Nüsse und Pflanzenöle in geringen Mengen und führen Sie dem Körper ausreichend Omega-3-Fettsäuren zu, z.B. über Leinsamen (22,8 g/100g), Chia-Samen (17,8 g/100g), Walnüsse (9,1 g/100g), Rapsöl (9,1 g/100g), ungeschälte Hanfsamen (8,7 g/100g), Blattgemüse oder Gewürzpflanzen.1,19
Der Proteingehalt ist im Vergleich zu Hülsenfrüchten moderat, kann jedoch zur Gesamteiweissversorgung beitragen. Cashewkerne enthalten alle proteinogenen Aminosäuren, darunter auch essentielle Aminosäuren wie Leucin, Isoleucin, Valin, Lysin und Threonin.25 Cashewnussbasiertes Protein gilt als potenzieller neuroprotektiver Wirkstoff (Cerebroprotektor) für die Behandlung von Durchblutungsstörungen im Gehirn (fokale zerebrale Ischämie), die zu Schlaganfällen führen können. Insgesamt stehen Cashew mit besseren Blutfettwerten, einem geringeren Risiko für koronare Herzkrankheiten, Typ-2-Diabetes, Krebs sowie einer Verbesserung des metabolischen Syndroms in Verbindung. Entsprechende Hypothesen beruhen v.a. auf experimentellen Daten. Cashew als Superfood zu bezeichnen, ist jedoch übertrieben.25
Sekundäre Pflanzenstoffe
Viele gesundheitliche Wirkungen von gerösteten Cashewkernen kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen. Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.
Geröstete Cashewkerne enthalten u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:24,25
- Isoprenoide: Triterpene: Steroide (Beta-Sitosterol, Stigmasterol, Campesterol), Triterpen-Sapogenine (Maslinsäure, Oleanolsäure, Ursolsäure, Pomolsäure, Corosolsäure, Tormentinsäure), Lupane (Betulinsäure); Tetraterpene: Carotinoide (Carotine: Beta-Carotin, Xanthophylle: Lutein, Zeaxanthin)
- Polyphenole: Flavonoide: Flavanole (Catechin, Epicatechin); Tannine (Procyanidine)
Cashewnüsse enthalten insbesondere Steroide und Polyphenole. Innerhalb der Polyphenole stellen v.a. Procyanidine eine zentrale Gruppe dar. Besonders hohe Mengen beinhalten Walnüsse (415,1 mg/100g), gefolgt von Cashewnüssen (68,3 mg/100g) und Pekannüssen (52,4 mg/100g). Die meisten Polyphenole sitzen in der Samenhaut (Testa/Schale), weshalb blanchierte oder geröstete Cashews weniger enthalten.24 Verarbeitungsschritte wie kurzes Hochtemperatur-Rösten können jedoch die antioxidative Kapazität von Cashewkernen und -testa erhöhen.25 Procyanidine wirken allgemein antioxidativ, entzündungshemmend, antimikrobiell sowie kardio- und neuroprotektiv. Weitere wichtige Quellen von Procyanidinen stellen Kakao oder Aroniabeeren dar.24
Bei den Steroiden dominiert β-Sitosterol und steht mit positiven Effekten auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit in Verbindung, da es zur Senkung des LDL-Cholesterinspiegels im Blut beitragen kann.25 Triterpene besitzen ein breites biologisches Wirkungsspektrum, darunter antimikrobielle, krebshemmende, chemopräventive, leberschützende, entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften. Oleanolsäure hat gastroprotektive und kardioprotektive Wirkungen und verbessert die Blutzuckerhormonwirkung in Diabetesmodellen.24
Insbesondere die Cashewnussschalenflüssigkeit enthält viele besondere phenolische Pflanzenstoffe, darunter Cardanol, Cardol und Anacardsäure. Mehrere Studien berichten über die antioxidative, neuroprotektive und antitumorale Wirkung, insbesondere bei Brustkrebszellen und Lungenkrebs.25 Cardole und Anacardsäure zeigen antimikrobielle Eigenschaften gegen mehrere grampositive Bakterien, darunter Staphylococcus aureus, Streptococcus mutans, Bacillus subtilis, Brevibacterium ammoniagenes und Propionibacterium acnes.4,24
Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen
Einige Menschen reagieren allergisch auf Cashewkerne. Mit zunehmendem Verzehr von Cashews nehmen auch die Fälle zu. Selbst kleine Mengen können allergische Reaktionen hervorrufen, vergleichbar mit Walnuss- oder Erdnussallergien. Kreuzallergien gibt es zwischen Cashews und Pistazien, da beide zur Familie der Anacardiaceae gehören. Symptome sind Hautläsionen, Atemwegs- und Magen-Darm-Beschwerden oder im schlimmsten Fall ein anaphylaktischer Schock.12
Was ist gesünder "rohe" oder geröstete Cashew-Kerne? Aufgrund hoher Temperaturen bei der Röstung der Cashewnüsse erfolgt die sogenannte Maillard-Reaktion, eine nicht-enzymatische Bräunungsreaktion. Während des Röstens reagieren Aminosäuren (Bestandteile von Proteinen) mit Zucker, was zu einer Bräunung und zur Entstehung von neuen Verbindungen (sogenannte Melanoidine) führt. Die neuen Verbindungen intensivieren zwar den Geschmack, wirken aber auch potenziell mutagen und karzinogen, wie z.B. Acrylamid.13 Deshalb sind ungeröstete, rohe Nüsse generell gesünder. Wobei rohe Cashewkerne nicht wirklich roh sind.
Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl
Zur Einschätzung der Klimafreundlichkeit eines Lebensmittels dient in erster Linie der CO2-Fussabdruck. Dieser hängt von unterschiedlichen Aspekten ab wie Anbauweise (konventionell/biologisch), Saisonalität, Herkunftsland, Verarbeitung, Transport und gegebenenfalls Verpackung. Carboncloud beziffert den CO2-Fussabdruck für vietnamesische Cashews auf 36,7 kg CO2eq/kg. Im Vergleich dazu haben Mandeln mit 2,47 kg CO2eq/kg und Walnüsse mit 0,70 kg CO2eq/kg einen deutlich geringeren Fussabdruck.2 Die Werte können deutlich abweichen, so zeigt die dänische Klimadatenbank Concito Werte von 9,94 kg CO2eq/kg für geröstete Cashewnüsse und 4,83 kg CO2eq/kg für Walnüsse.22
Cashewnüsse haben einen durchschnittlichen Wasserfussabdruck von 14'218 l/kg, vergleichbar mit geschälten Mandeln (16'095 l/kg) und geschälten Walnüssen (9280 l/kg). Leinsamen (5168 l/kg), geschälte Erdnüsse (3974 l/kg) und Sonnenblumenkerne (3366 l/kg) zeigen einen deutlich geringeren Verbrauch.10 Nüsse (9064 l/kg) haben wie Gewürze (7048 l/kg) einen hohen Wasserfussabdruck, während Gemüse (322 l/kg) und Früchte (967 l/kg) viel weniger Wasser benötigen.10
Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?
Die Produktion von Cashewnüssen steht neben dem grossen ökologischen Fussabdruck auch wegen der gesundheitsschädlichen Verarbeitungsmethoden in der Kritik. Der zunehmende Cashew-Anbau führt auch zu Waldabholzung, Biodiversitätsverlust und Verunreinigung der Böden durch Pestizide.11
Weltweites Vorkommen - Anbau
Das Genzentrum der Cashews (Anacardium occidentale L.) befindet sich im Norden und Nordosten Brasiliens.14 Die Spanier verbreiteten den Cashewbaum nach Zentralamerika, die Portugiesen nach Ostafrika, Indien und Südostasien. Inzwischen erfolgt der Anbau in allen tropischen Ländern, vor allem in Afrika und in Gebieten von Indien bis Vietnam.7
Laut FAO betrug die weltweite Cashewproduktion 2022 rund 3,85 Mio. Tonnen. Hauptanbaugebiete waren die Elfenbeinküste (970'000 t), Indien (752'000 t) und Vietnam (341'680 t).15
Informationen zu Anbau und Ernte finden Sie bei der Zutat Cashewkerne (roh?).
Industrielle Herstellung
Cashewnüsse durchlaufen je nach Produzent unterschiedliche aufwendige Verarbeitungsphasen. Zur Handarbeit, die viel Fingerspitzengefühl und Geschick erfordert, kommen die für die Gesundheit schädlichen Prozesse hinzu. Konsumenten sollten wissen, unter welchen Bedingungen die Produktion stattfindet. Dieses Video zur Produktion von Cashewnüssen zeigt das komplexe Herstellungsverfahren, das beinahe zu 100 % aus Handarbeit besteht.8,16
Das Cashewschalenöl enthält Phenole, die bei direktem Kontakt Entzündungen, Blasenbildung und Schleimhautreizungen auslösen. Rösten der ungeschälten Cashews löst das Schalenöl unter hoher Hitze (ca. 190 °C) und bildet schwarzen Rauch mit intensiv ätzenden Dämpfen. In traditionellen Verarbeitungsmethoden - etwa dem Rösten der ganzen Nüsse über offenem Feuer - tritt dieser Rauch frei aus und irritiert Augen, Nase und Haut.6,16 Die gesundheitlichen Risiken betreffen ausschliesslich die Verarbeitung der ungeschälten Nüsse; geschälte Cashewkerne gelten nach dem Entfernen der Schale als unbedenklich.
Selbst nach dem Erhitzen der Kerne können noch Reste des Öls vorhanden sein, weshalb ArbeiterInnen Handschuhe tragen müssten. Das ätzende Öl löst den Gummi der Handschuhe auf. Einreiben der Hände mit Kalk, Asche, Lein- oder Rizinusöl kann helfen, Entzündungen zu minimieren.17
Nach einer 24-stündigen Trocknungsphase im Schatten kann man die äussere Schale manchmal per Hand öffnen. In der Praxis ist ein spezielles Gerät hilfreich. Es ähnelt einem Nussknacker, den man mit einem Fusspedal betreibt. Dazu platziert man die Nuss zwischen den scharfen Klingen des Geräts und spaltet die Schale. Es gibt auch mechanische Verfahren, doch ist die Gefahr, Bruch zu erhalten, viel grösser. Auch hier ist die Gefahr von Resten des ätzenden Schalenöls noch gegeben.16
Da die Nachfrage nach weissen Cashews am grössten ist, erfolgt in einem weiteren Arbeitsschritt das Entfernen der dunklen, dünnen Haut (Testa) um den essbaren Cashewkern. Trocknen erleichtert diesen Vorgang; es dient auch als Schutz vor Pilzbefall. In diesem Zustand sind die Kerne besonders empfindlich, weshalb das Schälen von Hand am häufigsten ist.16 Anschliessend exportiert man die Cashewkerne in die Verkaufsländer, wo auch die Verpackung für den Handel erfolgt.18
Weitere Verarbeitungsschritte sind u.a. Rösten, Salzen, Karamelisieren der geschälten Cashewkerne.
Weiterführende Informationen
Der Cashewbaum (Anacardium occidentale) gehört zur Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae), wozu auch Mangos (Magnifera L.) und Pistazien (Pistacia L.) zählen.14
Sind Cashewkerne Nüsse? Botanisch gesehen liefert der Cashewbaum Kerne (Samen), keine Nüsse.
Alternative Namen
Alternativnamen und alternative Schreibweisen für Cashewkerne oder kurz Cashews sind Cashew-Kerne, Cashew-Nüsse, Cashewnüsse, Kaschunuss, Kaschunüsse, Kaschufrucht, Acajoukerne oder Elefantenlaus. Die Schreibweise Kashewnüsse (Kashewkerne) ist falsch.
Die Bezeichnung Kaschunuss geht auf die portugiesischen Bezeichnungen "Caju" oder "Cajueiro" zurück, die an "Acaju = Nierenbaum" aus der indianischen Tupi-Sprache angelehnt sind. Andere Indianerstämme nannten die cremefarbenen Kerne "Merei" oder "Marañon". Die deutschsprachigen Bezeichnungen Cashewkern oder Cashewnuss leiten sich vom englischen Namen Cashew ab. Der Cashewbaum ist auch als Kaschubaum, Acajoubaum, Nierenbaum oder Westindischer Nierenbaum bekannt.3
Wichtige englische Bezeichnungen lauten cashew nuts, cashew tree, cashew apple oder cashew nut shell liquid (CNSL).
Sonstige Anwendungen
Cashewschalenöl (CNSL) gewinnt man vor allem durch den Röstprozess. Es besteht u.a. aus Anacardsäure (70 %), Cardol (18 %) und Cardanol (5 %). Man verarbeitet es zu Kunstharzen, Bremsbelägen, Kupplungsscheiben, Anstrichen etc. und verwendet es medizinisch.5,7
Literaturverzeichnis - 25 Quellen (Link zur Evidenz)
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| 22. | ●
Walnuts, dried4,83 Website | Concito. The big climate database. Cashew nuts, dry roasted; Walnuts, dried. 2024. |
| 23. | * Consumption of EPA and DHA in omnivores varies according to fish and egg intake, with average intakes in the 100–150-mg/d range. n−6 Intakes are significantly higher in vegan and vegetarian populations than in omnivorous populations, ranging from a low of about 5–7% of calories in omnivores to a high of about 10–12% of calories in vegans. As a result, the n−6-to-n−3 ratio is generally considered to be elevated in vegans (< 14:1–20:1) and lactoovovegetarians (< 10:1–16:1) compared with omnivores (< 10:1). Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal DOI: 10.1093/ajcn/78.3.640S Study: weak evidence | Davis BC, Kris-Etherton PM. Achieving optimal essential fatty acid status in vegetarians: current knowledge and practical implications. The American Journal of Clinical Nutrition. 2003 Sep;78(3):640S-646S. |
| 24. | * The aim of the present study was to examine the nutritional (fat, fatty acids, minerals, sugars) and bioactive compounds (polyphenols, tocochromanols, triterpene) and their influence on in vitro anti-diabetic (pancreatic α-amylase and intestinal α-glucosidase), anti-obesity (pancreatic lipase) and anti-cholinergic (AChE and BuChE) inhibitory activity of 8 different popular nuts—pecan, pine, hazelnuts, pistachio, almonds, cashew, walnuts, and macadamia. The total content of phenolic compounds in nuts ranged from 432.9 (walnuts) to 5.9 (pistachio) mg/100 g. The dominant polyphenols are polymeric procyanidins (walnuts – 415.1 mg/100 g). Nuts are rich in tocochromanols (832.9–4377.5 μg/100 g), especially α- and γ-tocopherols. The highest content of α-tocopherol (vitamin E) was detected in hazelnuts and almonds (2551.0 and 2489.7 μg/100 g, respectively) while the lowest amounts were detected in macadamia, cashew and walnuts. The most abundant in nuts are oleanic and pomolic acids (35 and 22 % of total, respectively), while betulin, uvaol and erythrodiol are less characteristic triterpenes for nuts (45 %), but monounsaturated (17.5–79.3 %; hazelnuts, almonds, cashew, macadamia, pistachio and pecan) and polyunsaturated (7.5–69.3 %; pine, walnuts) are the dominant fatty acids. Moreover, nuts are low in Cu, Zn, Mn and Na content, but rich in K (464.5–1772.3 mg/100 g) and Mg (197.0–502.5 mg/ 100 g). Macadamia, walnuts and cashew are good sources of Se. Pistachio, almonds and cashew were characterized by the highest content of sugars, but the dominant sugar was saccharose (58.2–2399.3 mg/100 g). All nuts showed high activity in inhibiting intestinal α-glucosidase (>90 %), but lower ability to inhibit pancreatic α-amylase and pancreatic lipase activity. The activity in inhibiting acetyl- and butylcholinesterase was up to 30 %. As described above, all nuts contain various compounds that improve the nutritional value. Therefore they should be one of the important components of the daily human diet rich in functional foods. Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal DOI: 10.1016/j.fochx.2022.100418 Study: weak evidence | Wojdyło A, Turkiewicz IP, Tkacz K, Nowicka P, Bobak Ł. Nuts as functional foods: Variation of nutritional and phytochemical profiles and their in vitro bioactive properties. Food Chemistry: X. 2022;15:100418. |
| 25. | * Cashew nut is a globally popular nut not only for its delicious and crunchy flavor but also for bioactive compounds, which present positive benefits to human health. Different parts of cashew have characteristic compounds. The kernel of cashew nut is rich in fatty acids, the testa is rich in polyphenols, cashew apple is rich in polyphenols and carotenoids, and phenols with aliphatic long chain are present in the cashew nutshell liquid. Therefore, the edible part of cashew possesses a wide range of bioactive compounds, with reported biological properties, including anti-tumor, brain health, cardiovascular and cerebrovascular protection, anti-diabetic, gastroprotection, pathophysiological disorders protection, and antioxidant. On the other hand, the inedible part of cashew, the cashew nutshell liquid, could play an important role in the industry as surface coatings, insulating formulations and so on. Hence, there are considerable demands to increase the added value of cashew, thereby exploring greater economic value. Thus, this review summarizes nutrients, bioactive compounds, biological functions, and applications of Anacardium occidentale to provide a theoretical basis and inspiration for further in-depth studies and utilization. Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal DOI: 10.1002/fft2.250 Study: weak evidence | Chen Y, Li N, Guo X, Huang H, Garcia‐Oliveira P, Sun J et al. The nutritional and bio‐active constituents, functional activities, and industrial applications of cashew ( Anacardium occidentale ): A review. Food Frontiers. Dezember 2023;4(4):1606–21. |
| Wir haben Studien und Bücher zu Ernährung und Gesundheit nach folgenden 3 Evidenz-Kategorien markiert: grün=starke Beweiskraft, gelb=mittlere, violett=schwache. Die restlichen Quellen sind grau markiert. Eine ausführliche Erklärung finden Sie in unserem Beitrag: Wissenschaft oder Glaube? So prüfen Sie Publikationen. | ||
- Amanda Gabriel, Dr. phil. (Hauptautor:in)
- Michael Weber, Eidg. dipl. Apotheker, MSc Infektionsbiologie (Autor:in)
- Natalie Sidler, Dr. phil. I (Lektor:in)
- Heidemarie Alberta Pirker, Dr. nat. tech., Ökologischer Landbau und Naturschutz (Prüfer:in)













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