Proteine: Bedarf, Quellen & Risiken. Lernen Sie, welche Mengen Ihr Körper wirklich benötigt, welche Unterschiede es zwischen tierischem und pflanzlichem Eiweiss gibt und wie Sie durch mehr pflanzliche Proteine Nieren, Herz und Darm schützen.
Proteine dienen als lebenswichtige Bausteine für Zellen, Gewebe und Organe. Sie bilden Gewebe wie Muskeln, Haut und Blut und steuern viele Stoffwechselvorgänge als Enzyme, Transportmoleküle oder Antikörper. Doch wie viel Protein benötigt unser Körper wirklich – und was passiert, wenn es fehlt oder wenn wir es im Überfluss essen?
Proteine gehören zusammen mit Kohlenhydraten und Fetten zu den drei Makronährstoffen. Diese drei Nährstoffe bilden den Hauptanteil unserer Nahrung. Die Proteine liefern Aminosäuren, die der Körper durch den Proteinmetabolismus fortlaufend verarbeitet. Die Aminosäuren-Homöostase sorgt dafür, dass Aufnahme, Umbau, Abbau und Ausscheidung von Aminosäuren im Gleichgewicht bleiben – hauptsächlich gesteuert durch Dünndarm, Leber, Niere und Muskelgewebe.1
Aminosäuren (AS, Aminocarbonsäuren) bilden die grundlegenden Bausteine aller körpereigenen Proteine. Sie zählen zu den vielseitigsten Molekülen der Biochemie.2
Der Körper verdaut Nahrungsproteine, nimmt Aminosäuren auf, wandelt sie um und recycelt Stickstoff. Aus den Aminosäuren entstehen über Peptidbindungen lange Ketten, die zu räumlichen Strukturen gefaltet vorliegen. So entstehen Proteine, die Muskeln aufbauen, Stoffwechselprozesse steuern, als Antikörper schützen oder Substanzen transportieren.
Mehrere Aminosäuren bilden ein Peptid. Oligopeptide umfassen drei bis zehn, Polypeptide etwa zehn bis hundert Aminosäuren. Proteine bestehen vielfach aus über hundert Aminosäuren und haben eine stabile, komplexe Faltung. Zwischen 50-100 Aminosäuren besteht jedoch ein Übergangsbereich zwischen Polypeptid und Protein. Entscheidend für ihre Funktion ist die räumliche Anordnung (Tertiärstruktur).3
Aminosäuren und Proteine bestehen aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff.4 Der Stickstoffanteil in Proteinen liegt je nach Aminosäurezusammensetzung meist zwischen 13 % und 19 %, im Durchschnitt etwa 16 %.5
In der frühen Biochemie ging man davon aus, dass es nur wenige verschiedene Proteine (Eiweissstoffe) gibt, die aus Aminosäuren bestehen. Heute wissen Forschende, dass die Natur eine sehr grosse Vielfalt an Proteinvarianten hervorbringt. Allein beim Menschen entstehen durch alternative Spleissung, posttranslationale Modifikationen und komplexe Strukturen über 100'000 verschiedene Varianten.6
Zur molekularen Masse (Molekulargewicht bzw. Molekülmasse): Mit rund 4200 kDa ist Titin das grösste bekannte menschliche Muskelprotein. Es besteht aus etwa 38'000 Aminosäuren und enthält ~300 Proteindomänen.7,8 Ein Kilodalton (kDa) entspricht 1000 Dalton; ein Dalton entspricht ungefähr der Masse eines Wasserstoffatoms.9
Zum Vergleich: Das Hormon Insulin enthält nur 51 Aminosäuren und wiegt etwa 5,8 kDa.10 Noch kleiner ist Thymosin β4 mit rund 43 Aminosäuren (~5 kDa).11
Eine Proteindomäne ist ein strukturell unabhängiger, funktionaler Bereich innerhalb eines Proteins. Jede Domäne besitzt eine stabile, meist kompakte Faltung und kann spezifische Aufgaben übernehmen – etwa Bindung an andere Proteine, katalytische Aktivitäten oder Interaktionen mit Nukleinsäuren. Viele Domänen umfassen 40 bis 400 Aminosäuren und bleiben in unterschiedlichen Proteinen oder Organismen erhalten, was ihre evolutionäre Bedeutung unterstreicht.12
Der menschliche Körper nutzt neben den 20 kanonischen Aminosäuren auch Selenocystein als 21. proteinogene Aminosäure. Proteinogen heisst, dass Ribosomen diese Aminosäuren direkt während der Translation in Proteine einbauen.13
Der menschliche Organismus kann 11 bis 12 der 21 proteinogenen Aminosäuren selbst herstellen.14 Erwachsene benötigen in der Regel neun Aminosäuren: Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan, Valin und Histidin (früher nicht als essenziell eingestuft). Doch nur Lysin und Threonin muss der Körper vollständig über die Nahrung aufnehmen, da er sie nicht transaminieren kann.15
Kinder im Wachstum benötigen meist zehn Aminosäuren, weil sie Histidin und Arginin nicht immer selbst ausreichend bilden. Diese Aminosäuren gelten darum als semi-essenziell (bedingt essenziell).14 Ein Mangel tritt bei ausgewogener Ernährung selten auf.16,17 Muttermilch liefert ein ideales Aminosäureprofil und versorgt Säuglinge mit etwa 2,2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht optimal.18
Die Grenze zwischen essenziellen und nicht essenziellen Aminosäuren ist nicht starr. Der Körper kann einige Aminosäuren ineinander umwandeln. So verwandelt er z. B. Methionin und Homocystein ineinander, auch wenn er keine von beiden selbst neu bilden kann. Aus Homocystein entsteht so Cystein.19
Schwefelhaltige Aminosäuren bilden damit eine eigene Untergruppe im Aminosäurestoffwechsel. Eine weitere Untergruppe umfasst Arginin, Ornithin und Citrullin, die der Körper über den Harnstoffzyklus ineinander überführt.20
Aus Methionin entsteht im Körper Cystein, das durch Oxidation zu Cystin übergehen kann. Aus Phenylalanin entsteht Tyrosin.21,22 Ornithin und Citrullin gehören nicht zu den proteinogenen Aminosäuren, weil sie kein eigenes Codon im genetischen Code besitzen. Ribosomen bauen sie daher nie direkt in Proteine ein. Stattdessen dienen sie als Zwischenprodukte im Stickstoffstoffwechsel, speziell im Harnstoffzyklus. Ornithin wirkt dort als Carrier-Molekül für Stickstoff, Citrullin entsteht als Zwischenstufe.24
Nur Lysin und Threonin kann der Mensch nicht durch Transaminierung aus anderen Aminosäuren gewinnen.15 Deshalb ist eine ausgewogene pflanzliche Ernährung mit Hülsenfrüchten (reich an Lysin) sowie Pseudogetreide, Nüssen und Samen (gute Threonin-Quellen) auch für Veganer geeignet.
Was bedeutet irreversibel transaminiert? Die irreversibel transaminierten Aminosäuren Lysin und Threonin zählen eindeutig zu den essenziellen Aminosäuren, weil der Körper sie nicht selbst bauen oder vollständig recyceln kann.15,18 Diese evolutionäre Abhängigkeit entstand, weil unsere Vorfahren über Millionen von Jahren stets genug essenzielle Aminosäuren über die Nahrung aufnahmen und keine eigene Synthese entwickeln mussten.
Jede Aminosäure hat ein Kohlenstoffgerüst mit ganz eigener Form: die C-Kette, die Position der Aminogruppe, die Seitenkette. Zum Beispiel trägt Lysin eine spezielle ε-Aminogruppe, was Lysin einzigartig macht.23
Sobald der Stoffwechsel Lysin abbaut, spaltet er sein Kohlenstoff-Skelett. Das wandert als Acetyl-CoA in den Citratzyklus und oxidiert zu CO2 – damit ist die ursprüngliche Struktur verloren.24
Bei Threonin läuft es ähnlich: Die Zelle baut es zu Pyruvat oder Acetyl-CoA um – es bleibt nichts, um daraus wieder Threonin zu formen.25
Auch Studien zeigen, dass Lysin und Threonin bei rein pflanzlicher Ernährung am ehesten limitierend wirken können. Wenn diese beiden Aminosäuren gedeckt vorliegen, fällt der Bedarf an allen essenziellen Aminosäuren in der Regel vollständig gedeckt aus – vorausgesetzt, die Gesamtenergiezufuhr stimmt. Besonders geeignet dafür: Hülsenfrüchte, Soja, Nüsse und Pseudogetreide.26,27
Bei ausreichender Gesamtenergie benötigen Erwachsene bei einer ausgewogenen veganen Ernährung kaum mehr als 0,7–0,8 g Protein pro kg Körpergewicht, um alle essenziellen Aminosäuren zu erhalten.22 Eine knappe Versorgung mit Methionin gilt dabei sogar als Vorteil, weil sie den IGF‑1‑Spiegel senken und Alterungsprozesse verlangsamen kann.28
Die besten Quellen für Lysin und Threonin finden Sie auf diet-health.info. Zum Beispiel: Sojabohnen und Sojaprodukte, Bohnen oder Linsen sowie Hanfsamen, Kürbiskerne und Lupine. Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen decken auch Histidin und Arginin zuverlässig ab, solange die Gesamtenergie stimmt. Kinder, die vegan leben, erhalten damit eine gute Versorgung. Früchte und Gemüse tragen bei, reichen aber allein nicht aus.
Proteine stecken in fast allen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln. Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte enthalten besonders viel Eiweiss.26 Die biologische Wertigkeit beschreibt, wie gut der Körper aufgenommenes Protein in körpereigenes Eiweiss umwandeln kann.29 Die gezielte Kombination pflanzlicher Lebensmittel ermöglicht eine deutliche Steigerung der Wertigkeit.30
Tierische Produkte liefern alle essenziellen Aminosäuren in einer günstigen Zusammensetzung, enthalten aber auch Cholesterin und gesättigte Fette.26,31 Pflanzliche Lebensmittel enthalten diese ungesunden Begleitstoffe nicht, dafür viele Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Ballaststoffe verzögern die Verdauung, fördern so das Sättigungsgefühl und unterstützen ein vielfältiges Darmmikrobiom – und dadurch die Darmgesundheit.30,32,33 Sekundäre Pflanzenstoffe, insbesondere Polyphenole, fördern die Bildung von Stickstoffmonoxid (NO) und tragen so zur Gesundheit der Blutgefässe bei.34
Eine vielfältige Zusammenstellung pflanzlicher Lebensmittel ermöglicht eine mühelose Deckung des Proteinbedarfs. Selbst bei grosszügigen Sicherheitszuschlägen, denn sie enthalten alle für den Menschen essenziellen Aminosäuren.35 Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Vollkorngetreide und Pseudogetreide wie Quinoa oder Amaranth gehören zu den besonders guten Quellen, die den Proteinbedarf schon mit vergleichsweise kleinen Mengen vollständig decken können.36
Generell gelten Proteine bei normaler Lagerung als relativ stabil, weil ihre Aminosäuren in einer festen Kettenstruktur gebunden vorliegen. Dennoch reagieren manche Aminosäuren empfindlicher auf Sauerstoff, Licht oder Wärme.37 Besonders hohe Oxidationsempfindlichkeit weisen die schwefelhaltigen Aminosäuren Cystein und Methionin auf. Die Oxidation von Cystein führt dabei häufig zur Bildung von Cystin, welches eines der Haupt-Oxidationsprodukte von Proteinen in Lebensmitteln darstellt. Auch Methionin enthält Schwefel, der bei ungünstigen Lagerbedingungen oxidieren kann.38 Deshalb ist es wichtig, empfindliche Proteinquellen möglichst licht- und luftgeschützt zu lagern.
Beim Garen verändert Hitze nur die räumliche Faltung der Proteine (Sekundär-, Tertiär- und Quartärstruktur), nicht aber die Abfolge der Aminosäuren (Primärstruktur). Diese sogenannte Denaturierung zerstört die Aminosäuren also nicht, sondern macht die Proteine oft leichter verdaulich. Im Verdauungstrakt spalten Magensäure und Pankreasenzyme die Proteine ohnehin vollständig in freie Aminosäuren oder kurze Peptide auf.39 Der Dünndarm kann nur freie Aminosäuren sowie Di- und Tripeptide aufnehmen – dafür nutzt er spezielle Transporter wie PEPT1.40
Extreme Hitze wie Frittieren oder Grillen schädigt jedoch hitzeempfindliche Aminosäuren. Beim Frittieren gehen bis zu 52 % Cystin, 20 % Methionin, 17 % Threonin und 12 % Lysin verloren.41 Solche Verluste entstehen auch durch Maillard-Reaktionen – erkennbar z. B. an Brotkrusten oder Röstaromen.42
Beim Kochen mit viel Wasser können wasserlösliche Aminosäuren teilweise ins Kochwasser übergehen. Der Verlust von wasserlöslichen Aminosäuren ist allerdings gering. Hauptsächlich betroffen: nicht‑essenzielle Aminosäuren wie Serin, Glutamin und Aspartat.43
Die Art, wie wir Proteine aufnehmen, beeinflusst unsere Gesundheit langfristig. Bevölkerungsstudien zeigen, dass Menschen mit überwiegend pflanzlicher Ernährung seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs sterben.
Ein eindrucksvolles Beispiel liefert die sogenannte "China Study". Diese dokumentiert die Ernährungsmuster, biochemischen Parameter und Mortalitätsraten von 6'500 Erwachsenen in 65 chinesischen Landkreisen. Regionen mit fast rein pflanzlicher Ernährung (sehr niedriger Tierprodukteanteil) hatten die niedrigsten Herz-Kreislaufmortalitätsraten.44
Diese Ergebnisse werfen eine entscheidende Frage auf: Wie viel Protein benötigen wir langfristig wirklich? Aus welchen Quellen sollten wir unser Protein beziehen? Und was bedeutet das für unseren Tagesbedarf, unsere Gesundheit und mögliche Risiken durch Mangel oder Überversorgung?
| Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das Lesen: Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler. |
Wie viel Protein wir wirklich benötigen, hängt von Alter, Körpergewicht und Aktivität ab. Während der Schwangerschaft und Stillzeit benötigt der Körper mehr Eiweiss. Nach Operationen, Verletzungen und Verbrennungen liegt der Proteinbedarf ebenfalls höher. Auch bei nephrotischem Syndrom (krankhaft erhöhter Proteinverlust über den Urin), Infektionen oder Frakturen steigt der Proteinbedarf deutlich an.
Diese Zufuhr dient nicht dem Aufbau, sondern dem Ausgleich erhöhter Verluste und dem Erhalt lebenswichtiger Funktionen. Auch in der Rekonvaleszenz älterer Menschen spielt die ausreichende Zufuhr hochwertiger Proteine eine wichtige Rolle – allerdings stets unter Berücksichtigung der Nierenfunktion. Denn bei Niereninsuffizienz und bei Lebererkrankungen ist vielfach eine Proteinrestriktion bis zum minimalen Erhaltungsbedarf gefordert.
Die gemessenen Bedarfswerte stammen vorwiegend von Untersuchungen an jungen Männern. Werte für Frauen, Kinder und Schwangere entstehen durch Extrapolation – nicht durch direkte Messungen. Allgemein gibt es wenig Studien für Säuglinge, Kleinkinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende, sowie ältere Erwachsene. Frauen weisen insgesamt eine Unterrepräsentation auf. Oft beruhen Resultate auf der Untersuchung weniger Teilnehmenden (kleine Stichproben). Die Energiezufuhr ist meist nicht berücksichtigt. Der Proteinbedarf ist jedoch stark davon abhängig, was zu Fehlschlüssen führt.
Die Stickstoffbilanzmethode zählt zu den klassischen Verfahren, um den Proteinbedarf zu bestimmen. Sie basiert auf einem einfachen Prinzip. Protein enthält Stickstoff und der Körper verliert Stickstoff über Urin, Stuhl, Haut und andere Wege. Die Erfassung von Stickstoffaufnahme und -ausscheidung ermöglicht eine Berechnung des Proteinbedarfs, der für eine ausgeglichene Bilanz erforderlich ist.45
Rand et al. (2003) stellten die Ergebnisse von fünfzehn Stickstoffbilanz-Messungen zusammen. Bei einer proteinfreien Diät über 8-18 Tagen scheidet der Mensch täglich zwischen 29 und 59 mg/kg Stickstoff aus. Dies entspricht 0,18-0,37 g/kg Protein. Dabei wiesen Frauen einen geringeren Stickstoffverlust auf als Männer. Ältere Personen hatten tendenziell einen niedrigeren Verlust als jüngere Teilnehmende. Der Unterschied war jedoch nicht signifikant. Weil die Messdauer zu kurz ausfiel, blieb unklar, ob eine längere Beobachtungszeit den Proteinverlust reduziert. Weitere Messungen wären notwendig, um den Stickstoff- bzw. Proteinverlust genauer fassen zu können.46
Die Untersuchungen belegen: Der Körper verwertet aufgenommener Stickstoff nicht zu 100 %. Bei gleicher Menge wie der Verlust kommt es nicht zu einer ausgeglichenen Stickstoffbilanz. Gemäss Rand et al. (2003) benötigt es ~105 mg N/kg/d. Der Erhaltungsbedarf beträgt damit rund 0,65 g/kg/d.46
Biesalski und Grimm (2011) nennen einen durchschnittlichen Proteinverlust von 0,34 g/kg. Dies bei sieben bis zehn Tagen proteinfreier Diät. Dies entspricht einem Verlust von 54 mg Stickstoff pro kg Körpergewicht. Sie kommen zu einem geringeren Erhaltungsbedarf, der auf statistischen Werten beruht. Mit Sicherheitszuschlägen läge der minimale Proteinbedarf bei 0,45 g/kg Körpergewicht – das entspricht 31 g Protein pro Tag bei einer 70 kg schweren Person.18
Die Stickstoffbilanzmethode ist das klassische Verfahren zur Bestimmung des Proteinbedarfs. Sie weist jedoch erhebliche methodische Schwächen auf. Dies führt zu Über- oder Unterschätzung des Proteinbedarfs.
Zu kurze Anpassungszeiten in Kurzzeitstudien:
Messungen über 7 bis 18 Tage wie bei Rand et al. (2003) berücksichtigen die adaptiven Mechanismen nicht vollständig. Der Körper betreibt über längere Zeiträume Proteineinsparung. So senkt der Organismus durch verstärktes Aminosäure-Recycling im Darm, eine erhöhte Autophagie und optimierte Proteinsynthese den Stickstoffverlust weiter. Diese Mechanismen erklären, warum der tatsächliche Proteinbedarf bei angepasster Ernährung deutlich unter vielen heutigen Empfehlungen liegt – insbesondere, wenn die Energiezufuhr gesichert ist.46
Bei ausreichenden Kalorien aus Kohlenhydraten und Fetten, kommt der Körper mit wenig Protein aus. Fehlen Kohlenhydrate, stellt die Leber Glukose aus nicht-kohlenhydrathaltigen Quellen wie Aminosäuren (v.a. Alanin, Glutamin) und Glyzerol her. Die Glukoneogenese sichert den Blutzucker für Hirn, Erythrozyten und Nebennierenrinde. Gleichzeitig beschleunigt sie bei proteinarmer Ernährung den Muskelabbau.47,48
Bei längerem Energiedefizit stellt die Leber durch Fettabbau vermehrt Ketonkörper bereit, die das Gehirn teilweise anstelle von Glukose nutzt. So sinkt der Bedarf an Glukoneogenese aus Aminosäuren, was den Proteinverbrauch deutlich senkt. Der Körper schont dadurch seine Eiweissreserven und verlängert die Überlebenszeit bei Nahrungskarenz massiv. Entscheidend für die Schonung des Proteins ist daher nicht nur eine ausreichende Energiezufuhr, sondern auch die zügige metabolische Umstellung auf ketogene Stoffwechselwege.47,49
Henry et al. argumentieren dagegen, dass beim Langzeitfasten keine spezifische Proteineinsparung durch Ketose erfolgt. Die Reduktion der Stickstoffausscheidung sei auf eine generell reduzierte Stoffwechselrate zurückzuführen.50
Unvollständige Erfassung aller Stickstoffverluste: Viele Studien messen nur Stickstoff in Urin und Kot. Weitere Verluste über Haut, Schweiss, Haare, Nägel und Menstruationsblut liegen nur als Schätzwerte vor. Diese Schätzwerte (z. B. 8–10 mg N/kg/Tag) gelten nicht für alle Bedingungen (Klima, Aktivität, Anpassung des Körpers an neue Proteinzufuhr). Dies kann zu einer Verzerrung der tatsächlichen Werte führen.45
Nichtlinearität der N-Bilanz bei niedrigen Proteinzufuhren: Studien an Versuchstieren und Menschen belegen zudem, dass die Reaktion der Stickstoffbilanz im gesamten Bereich unterhalb des Erhaltungsbedarfs nicht linear verläuft. Die Steigung flacht deutlich ab, sobald die Zufuhrmengen den Bereich des Stickstoffgleichgewichts erreichen und leicht überschreiten. Extrapolationen liefern teilweise unzuverlässige Ergebnisse.45
Unklarheit über funktionelle Bedeutung der Proteinverluste: Die Methode zielt auf den Erhalt der Körperproteinmasse. Kleine Verluste können funktionell bedeutsam oder unbedeutsam sein. Deshalb kann die Methode nicht beurteilen, ob ein "Stickstoffgleichgewicht" auch optimal für Gesundheit und Funktion ist.45
Keine geschlechtsspezifischen Empfehlungen: Frauen weisen im Durchschnitt etwa 28 % und Männer rund 15 % Fettmasse auf. Deshalb zeigen sie deutliche Unterschiede in der Muskelmasse. Gemäss dem Institute of Medicine (U.S.) gibt es keine geschlechtsspezifischen Proteinempfehlungen bei Erwachsenen, weil Studien keine messbaren Unterschiede nachwiesen.51 Die Meta-Analyse von Rand et al. (2003) wies zwar nach, dass Frauen einen signifikant geringeren Stickstoffverlust aufwiesen als Männer. Die vorhandene Datenlage erlaubt momentan keine präzise Ableitung geschlechtsspezifischer Proteinempfehlungen.46 Das Institute of Medicine (U.S.) hat jedoch geschlechtsspezifische Proteinempfehlungen für Kinder zwischen 14 und 18 Jahren.51
Stickstoff-zu-Protein-Umrechnung: Vielfach nutzt man den festen Faktor 6,25, um Stickstoff in Protein umzurechnen. Jedes Lebensmittel hat jedoch einen anderen Faktor. Deshalb gibt es Tabellen mit verschiedenen Umrechnungsfaktoren. Diese gelten jedoch nicht als präzise und verlässlich, daher kommen sie nicht mehr zum Einsatz. Nur der Stickstoffwert ist wissenschaftlich sicher. Der Faktor 6,25 bleibt ein praktischer Durchschnittswert.45
Um die Proteinversorgung in allen Bevölkerungsgruppen abzusichern, fügten Fachgremien verschiedene Sicherheitszuschläge hinzu. Dies unter der Annahme, dass acht oder neun Aminosäuren als essenziell gelten und Menschen gelegentlich ausserordentliche Fehlernährungen einschlagen. Das betrifft in gewissen Fällen auch die semi-essenziellen AS. Dazu kamen auch die Interessen der Nahrungsindustrie inkl. Landwirtschaft und Politik (Lobbyismus).
Die kurzfristigen Stickstoffbilanz‑Untersuchungen bilden die Grundlage für nationale und internationale Empfehlungen:
Die Grundlage für die neueren Publikationen ist das Review von Rand et al. (2003). Diese weist eine durchschnittliche Zufuhr von ~105 mg N/kg/d bzw. 0,65 g Protein/kg/d für eine ausgeglichene Stickstoffbilanz nach. Dieser Wert gilt als geschätzter durchschnittlicher Bedarf (EAD). Davon leitete man eine empfohlene Zufuhr (RDA) von 132 mg N/kg/d bzw. 0,83 g Protein kg/d ab.46 Bei einem 70 kg schweren Erwachsenen ergibt das 46 g bzw. 56 g pro Tag oder rund 322 g bzw. 392 g pro Woche. Diese Basis deckt den Erhalt der Körperfunktionen sicher ab – allerdings mit überhöhten Sicherheitsmargen.
Einige Wissenschaftler äussern seit den späten 2000er Jahren Zweifel an der Stickstoffbilanzmethode zur Berechnung des Proteinbedarfs. Sie benutzen stattdessen die IAAO-Methode (Indicator Amino Acid Oxdation-Methode). Der Proteinbedarf aufgrund von IAAO-Messungen ist höher. Elango et al. (2011, 2012) nennen 0,93-1,2 g/kg pro Tag für Erwachsene.54,55 Bei Kindern zwischen 6-11 Jahren gehen sie von einem Bedarf von 1,3 g/kg aus.56
Die IAAO-Methode entstand zur Bestimmung des Aminosäure- und Proteinbedarfs bei Ferkeln und fand später Anwendung beim Menschen.57 Diese Testmethode untersucht unter Laborbedingungen (vollständig kontrolliert), wie viel Protein bzw. wie viel einer bestimmten Aminosäure der Körper braucht, indem sie beobachtet, wie stark der Körper eine mit einem stabilen Isotop markierte Aminosäure verbrennt. Die Methode basiert auf der Annahme, dass der Körper Aminosäuren nicht langfristig speichert. Entweder findet ein Einbau in Proteine statt oder sie oxidieren.
Kritische Stimmen argumentieren, dass die IAAO-Methode methodische Schwächen aufweise. Das Studiendesign präge die Ergebnisse gezielt. Millward (2025) betont etwa, dass die in Humanstudien verwendeten Testmischungen kein ausbalanciertes Proteinprofil aufweisen. Der Gehalt an Phenylalanin ist vielfach sehr gering. Die hohe Empfindlichkeit der IAAO-Methode dient als Begründung. Voraussetzung bildet eine Indikator-Aminosäure knapp oberhalb des Eigenbedarfs (u.a. Phenylalanin). Millward (2025) fürchtet Verfälschung der Ergebnisse. Ebenfalls bei der Messung von anderen Test-Aminosäuren. Das fehlende Phenylalanin kann die Proteinqualität künstlich abwerten und so zu einem scheinbar höheren Bedarf führen.58
Dennoch nutzen ForscherInnen die Resultate der IAAO-Untersuchungen für Forderungen nach höheren Proteinangaben, u.a. Weiler et al. (2023).59 Auffällig ist, dass die Autoren nur die kurzzeitigen positiven Effekte einer höheren Proteinaufnahme aufzählen. Die langfristigen Risiken verschweigen sie. Zudem stehen zwei der Autoren in einem Anstellungsverhältnis mit Abbott Nutrition. Das Gesundheitsunternehmen aus den USA stellt mehrere Proteinprodukte her. Forschung und Publikationen stützen die eigenen Produkte. Normalerweise verschleiern Unternehmen solche Interessenskonflikte über Organisationen. Direkte Beziehungen treten nicht mehr hervor. Die Einflussnahme bleibt schwer nachzuweisen.
Trotz der methodischen Problematik erkennen auch WHO und FAO die IAAO-Methode an. Sie bewerten diese Methode und die Stickstoffbilanz als valide. Beide erachten sie als geeignete Verfahren zur Bestimmung des Proteinbedarfs. Eine Erhöhung der empfohlenen Proteinzufuhr erfolgte nicht. Pflanzliche Lebensmittel decken problemlos sowohl den Proteinbedarf von 0,6 bis 0,8 g/kg – als auch 0,93- 1,2 g/kg.
Die Muskelmasse bestimmt den Proteinbedarf - nicht das Fettgewebe. Das Gesamtkörpergewicht spiegelt den Ernährungszustand, nicht aber die Körperzusammensetzung wider. Genau darin liegt das Problem der g/kg-Formel. Aktuelle Empfehlungen ignorieren die grosse individuelle Variabilität der Körperzusammensetzung.
Bei übergewichtigen Menschen überschätzt das Gesamtgewicht den tatsächlichen Bedarf erheblich. Umgekehrt gilt: Bei Untergewicht unterschätzt das aktuelle Körpergewicht den Bedarf. Fehlt eine Messung der Magermasse, bietet das korrigierte Körpergewicht einen pragmatischen Kompromiss: Bei Untergewicht (BMI < 20) korrigiert man auf BMI 20, bei Adipositas (BMI ≥ 30) auf BMI 27,5.60
Zwischen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln bestehen klare Unterschiede hinsichtlich ihrer Herkunft und ihrer Wirkung auf den Körper. Während viele Fachkreise tierischen Proteinen noch immer den Vorrang geben, lassen neuere Studien ein differenzierteres Bild erkennen. Deshalb beleuchten wir in diesem Abschnitt Unterschiede in Zusammensetzung, Verwertung und Begleitstoffen.
Die Aminosäuren selbst zeigen keine Unterschiede, unabhängig davon, ob sie aus tierischen oder pflanzlichen Quellen stammen. Unterschiede entstehen vielmehr durch ihr Mengenverhältnis, ihre Verfügbarkeit und die jeweiligen Begleitstoffe.
Zum Aminosäuremuster: Tierische Proteine liefern alle essenziellen Aminosäuren in günstigen Mengen. Pflanzliche Proteine enthalten ebenfalls meist alle essenziellen Aminosäuren. Jedoch nicht immer in ausreichenden Mengen. Deshalb spricht man bei pflanzlichen Proteinen auch von "unvollständigen" Proteinen. Nach Millward (2012) gelten Lysin, Methionin und Tryptophan in den meisten Fällen als limitierende Aminosäuren.61 Dies kann bei extrem einseitiger Kost zu Engpässen führen.26
Matthews et al. (2025) belegen, dass eine passende Kombination verschiedener Lebensmittel bei ausreichender Energiezufuhr alle essentiellen Aminosäuren abdeckt.30 Praktischer Tipp: Wer Hülsenfrüchte, Getreide, Pseudogetreide, Samen, Nüsse und Sojaprodukte wie Tofu kombiniert, deckt alle Aminosäuren zuverlässig ab.62
Soja: Sojaprotein-Isolat erreicht einen Proteinverdaulichkeit-korrigierten Aminosäure-Score (PDCAAS) von 1,0.63 Fachleute bevorzugen heute den Digestible Indispensable Amino Acid Score (DIAAS) als die derzeit genaueste Methode zur Bewertung der Proteinqualität, da er die Verdaulichkeit jeder essenziellen Aminosäure präziser bewertet.64
Quinoa enthält alle neun essenziellen Aminosäuren und weist im Vergleich zu herkömmlichem Getreide höhere Gehalte an diesen auf.65 Dabei ist es insbesondere reich an Lysin, Methionin und Tryptophan. Das Pseudogetreide Amaranth liefert ebenfalls ein günstiges Aminosäureprofil und ist besonders reich an Lysin sowie schwefelhaltigen Aminosäuren im Vergleich zu üblichem Getreide.36
Hanfsamen enthalten ebenfalls alle essenziellen Aminosäuren (EAAs). Auch wenn Methionin etwas niedriger liegt, bleibt die Gesamtbilanz günstig.66
Verdaulichkeit und Wertigkeit: Für die Berechnung der "Proteinqualität" gibt es mehrere Methoden mit unterschiedlichen Schwächen und Chancen. International existieren zwei anerkannte Bewertungsverfahren für die Proteinqualität:
PDCAAS (Protein Digestibility Corrected Amino Acid Score) bewertet die Stickstoffverwertung anhand der limitierenden Aminosäure und der Gesamtverdaulichkeit im Dickdarm. Tierische Proteine erreichen dabei meist den Maximalwert.
DIAAS (Digestible Indispensable Amino Acid Score) entwickelt von der FAO, bewertet die Verdaulichkeit einzelner unentbehrlicher Aminosäuren im Dünndarm präziser. Pflanzliche Lebensmittel schneiden dort oft schlechter ab – nicht wegen unzureichender Aminosäuren, sondern weil Ballaststoffe und Begleitstoffe die Referenzverdaulichkeit senken.67
Eine Validierung beider Systeme bieten Rutherfurd et al. und Wolfe et al. PDCAAS und DIAAS zeigen teils grosse Unterschiede bei der Bewertung der Proteinqualität. Diese Unterschiede entstehen durch die Art der Verdaulichkeitskorrektur, das verwendete Aminosäure‑Referenzmuster und die sogenannte Trunkierung (Begrenzung der Werte).
Auch bei identischem Referenzmuster und ohne Trunkierung bleibt ein signifikanter Unterschied bestehen – allein durch die unterschiedliche Berechnung der Verdaulichkeit. Dabei liegt der PDCAAS-Wert meist über dem DIAAS-Wert, besonders bei Proteinen geringerer Qualität. Diese Abweichungen besitzen praktische Relevanz für Bevölkerungsgruppen mit grenzwertiger Proteinversorgung.68,69
Gemäss Moughan und Lim (2024) und Wolfe et al. (2024) ist DIAAS die derzeit beste verfügbare Methode, um Proteinqualität zu quantifizieren. Auch die FAO empfiehlt die Verwendung des DIAAS für die Bewertung der Proteinwertigkeit.64,70
Begleitstoffe: Methoden zur Messung der Proteinqualität erfassen lediglich Aminosäureprofil und Verdaulichkeit. Sie messen das theoretische Potenzial eines Proteins, körpereigenes Eiweiss aufzubauen. In der Praxis wirken jedoch Verdauung, Lebensmittelauswahl, Verarbeitung, Sättigung, Mikronährstoffdichte und Ballaststoffgehalt oft stärker auf Gesundheit und Stoffwechsel.27 Vor allem die Begleitstoffe im Lebensmittel prägen die metabolische Wirkung. Die Lebensmittelmatrix verändert die Wirkung des gesamten Lebensmittels. Pflanzliche Eiweissquellen liefern neben Protein auch wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe.30,71 Tierische Quellen enthalten dagegen oft mehr Cholesterin und gesättigte Fette, was Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt.31
Nachhaltigkeit: Die Umweltbelastung pro Gramm Protein ist bei tierischen Quellen deutlich höher. Viehzucht verursacht viel mehr Treibhausgase und benötigt mehr Ressourcen als die Erzeugung pflanzlicher Proteine.72
Tierische Proteine erreichen eine Verdaulichkeit von rund 90–95 %. Pflanzliche Proteine erreichen in der Regel eine Verdaulichkeit von etwa 75–80 %.73 Dies führt zu generalisierenden Aussagen wie "pflanzliches Protein sei minderwertig". Was definitiv nicht stimmt.
Gemäss Craddock et al. (2021) liegt dies daran, dass Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Soja, Fleischersatzprodukte, Nüsse, Samen und Vollkorngetreide in den DIAAS-Tabellen nur unvollständig oder unzureichend repräsentiert vorliegen. Diese gelten als wichtige Proteinquellen für Vegetarier und Veganer. Dadurch entsteht ein verzerrtes Bild. Die Bewertungssysteme weisen zudem eine einseitige Ausrichtung auf. Sie berücksichtigen weder funktionelle Aspekte noch Umweltwirkungen pflanzlicher Proteine. Sie fordern deshalb eine umfassendere Sicht auf Proteinqualität im Kontext globaler Ernährungssicherheit.74
Hemmstoffe in pflanzlichen Lebensmitteln reduzieren die Verdaulichkeit von pflanzlichem Protein. Das Protein ist zudem in Zellwänden eingebunden, was die Aufnahme erschwert.30 Durch gezielte Zubereitung steigt die Verwertbarkeit pflanzlicher Proteine deutlich. Fermentation, Keimung und Erhitzen reduzieren natürliche Hemmstoffe wie Tannine, Lektine oder Phytinsäure und verbessern die Verdaulichkeit.75,76
Hülsenfrüchte weisen dadurch einen Wert von ≥ 80 % auf.30 Erbsen etwa liefern gut resorbierbare Proteine mit funktionellen Begleitstoffen wie Saponinen und resistenter Stärke. Diese wirken günstig auf die Darmflora.77 Nüsse, Samen und Pseudogetreide wie Quinoa und Amaranth haben ebenfalls eine gute Bioverfügbarkeit.36 Sehr hochwertige Pflanzenproteine liefern Tofu, Tempeh, Natto, Sojagranulat und Mykoprotein, wie Quorn. Diese haben teilweise einen DIAAS von 90 %.30
Die Methoden beruhen zudem auf einer isolierten Betrachtung einzelner Proteine in der Diät. Es lässt die in der Praxis übliche Mischkost oder die Verdaulichkeit beim Menschen unberücksichtigt.70 Fachautoren stufen den DIAAS als nützlich für Industrieprodukte ein. Sie halten ihn jedoch für ungeeignet zur Bewertung ganzer Lebensmittel oder Mahlzeiten. Besonders bei pflanzlicher Mischkost entscheidet die Gesamtverwertung – nicht der isolierte Einzelwert. Studien weisen nach, dass Mischkost mit pflanzlichen Proteinen trotz niedrigerer Einzelwertigkeit eine vollständige Aminosäureversorgung und günstigere Langzeiteffekte ermöglicht.27
In der westlichen Welt besteht eher Anlass zur Sorge vor einer Überversorgung als vor einer Unterversorgung. Warum der Konsum von zu viel (tierischem) Protein eher gesundheitsschädlich als förderlich ist, lesen Sie in unserem Artikel: Risiken der proteinreichen Ernährung.
Gesunde Erwachsene entwickeln keine Mangelerscheinungen, solange Energiezufuhr, Aminosäuremuster und Verdaulichkeit stimmen. Bleibt die Energiezufuhr zu niedrig, greift der Körper auf Proteinreserven zurück – nicht für den Aufbau, sondern als Energiequelle.78
Mangelerscheinungen treten insbesondere in Wachstumsphasen von Kindern und Jugendlichen auf – ebenso während Schwangerschaft, Stillzeit, chronischen Erkrankungen wie Niereninsuffizienz, während der Wundheilung oder bei schweren Infekten. In besonderen Lebensphasen ist der Proteinkonsum anzupassen.55 Viele Leitlinien betonen tierisches Protein als unverzichtbar für Wachstum, Schwangerschaft und altersbedingten Muskelabbau. Dabei zeigen zahlreiche Studien: Auch in diesen Lebensphasen reicht pflanzliches Eiweiss aus. Vorausgesetzt, die Energiezufuhr fällt ausreichend hoch aus und die Lebensmittelkombination bleibt vielfältig.27
Das systematische Review von Burstad et al. (2025) zu Protein- und Aminosäurenbedarf kommt jedoch zu einem ernüchternden Ergebnis. Die Evidenz ist zu begrenzt, um zuverlässige Aussagen über den Proteinbedarf über die gesamte Lebensspanne zu treffen.79
Bei einigen Krankheiten oder Verletzungen wie Verbrennungen oder dem nephrotischen Syndrom (krankhaft erhöhte Ausscheidung von Protein über den Urin) kann der Proteinbedarf bedeutend höher liegen, hingegen kann bei Niereninsuffizienz und bei Lebererkrankungen eine Proteinrestriktion bis zum minimalen Erhaltungsbedarf gefordert sein.
Gemäss dem Bericht von WHO/FAO/UNU (2007) sollten Schwangere zusätzlich zu ihrem täglichen Proteinbedarf von 0,66 g/kg Körpergewicht, zusätzlich im ersten Trimenon 0,7 g, im zweiten 9,6 g und im dritten 31,2 g an Protein konsumieren.22
Als Beispiel: Für eine 65 kg schwere Frau wäre dies 65 x 0,66 g = 42,9 g Protein pro Tag. Im 1. Trimenion steigt der Bedarf auf 43,6 g/Tag. Im 2. und 3. Trimenon auf 52,5 g/Tag bzw. 74,1 g/Tag.
Auch während der Stillzeit benötigen Frauen zusätzlich Protein. Die Berechnungen basieren darauf, dass in den ersten sechs Monaten nach der Geburt das Baby ausschliesslich gestillt ist. Was eine zusätzliche Proteinaufnahme zwischen 18 und 20 g/Tag erfordert. In den folgenden sechs Monaten erfolgt das Stillen nur noch teilweise. Weshalb der zusätzliche Bedarf auf 12,5 g/Tag sinkt.22
Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit von durch Axelsson et al. (2024) belegt, dass eine vegane und vegetarische Ernährung auch für Schwangere und Stillende sicher und ausreichend ist.80 Entscheidend ist die Zufuhr nährstoffdichter pflanzlicher Lebensmittel – nicht die Herkunft des Proteins. Wichtig sei die Supplementierung mit Folat, Vitamin B12 und Vitamin D. Dies betreffe jedoch auch Mischköstlerinnen (Folat, Vitamin D).
Auch Säuglinge und Kinder benötigen eine leicht erhöhte Menge an Protein. Bei Säuglingen beträgt der tägliche Bedarf in den ersten sechs Monaten zwischen 1,2 und 1,6 g/kg. Wobei der Bedarf im ersten halben Jahr abnimmt. Muttermilch ist die beste Nahrung für Säuglinge. Nicht nur die Proteinversorgung ist bei genügend Muttermilch gegeben, sondern der Säugling nimmt über den Darm auch kleinste Mengen intakter Antikörper auf. Etwa Immunglobuline (sIgA), die eine bedeutende Funktion innerhalb des Immunsystems erfüllen.81
Ab 6 Monaten bis ca. 3 Jahre beträgt der tägliche Proteinbedarf rund 0,8 g/kg. Er nimmt zwischen 4 und 10 Jahren weiter auf ca. 0,75 g/kg ab und sinkt von 10 bis 18 Jahren auf 0,7 g/kg ab. Nach dem 18. Lebensjahr gilt der Erwachsenenwert von 0,66 g/kg.22
Dies ist bedeutend niedriger als die angenommenen Werte Anfang des 20. Jahrhunderts. 1936 lag der geschätzte Proteinbedarf eines einjährigen Kindes noch bei 3,5 g/kg/Tag. Ein viel zu hoher Wert.82 Kinder benötigen für Wachstum und Entwicklung eine höhere Eiweissmenge pro Kilogramm Körpergewicht – nicht aber zwingend tierisches Protein. Hülsenfrüchte, Pseudogetreide, Nüsse und Sojaprodukte wie Tofu und Vollfett-Sojamilch liefern genügend Protein und decken zusammen alle Aminosäuren ab – entscheidend ist eine kindgerechte Zubereitung.62
Im Alter weist der Protein‑ und Muskelstoffwechsel deutliche Veränderungen auf. Der Körper baut Muskelsubstanz leichter ab und reagiert auf Nahrungseiweiss etwas weniger effizient. Diese sogenannte anabole Resistenz tritt ab etwa 65 Jahren häufiger auf. Dies begünstigt Muskelabbau (Sarkopenie). Deshalb empfehlen viele Richtlinien, den Proteinbedarf für gesunde ältere Personen ab einem Alter von 65 Jahren auf 1,0-1,2 g/kg Körpergewicht zu erhöhen. Bestenfalls sollte der Proteinkonsum über den Tag verteilt erfolgen. Eine grössere Portion am Abend soll jedoch die Muskelproteinsynthese positiv beeinflussen.83,84
Andere Quellen nennen einen Bedarf von 1,5 g/kg. Vor allem bei älteren Personen mit Erkrankungen.85 Jedoch steigt die Belastung der Nieren bei mehr als 1,2 g/kg Körpergewicht.86 Eine längerfristige Erhöhung der Proteinzufuhr bei älteren Personen erhöht das Risiko für Nierenerkrankungen. Die alten Griechen warnten: "Mēdèn ágan" – nichts im Übermass. Das gilt auch heute - für ALLE noch so gesunden Stoffe.
Entscheidend ist nicht eine besonders hohe Proteinzufuhr, sondern das rechte Mass – abgestimmt auf Bedarf, Bewegung und Qualität. Effektiv entfaltet Eiweiss seine Wirkung erst in Verbindung mit Bewegung. Idealerweise mit Widerstandsreizen, also gezieltem Krafttraining. Studien belegen, dass regelmässige körperliche Aktivität auch im Alter Muskelmasse und Kraft erhält – bei moderater Eiweisszufuhr, nicht erst bei überhöhten Mengen. Die Evidenzlage ist eindeutig: Überversorgung bringt gerade im Alter keinen Vorteil, sondern verschlechtert die Nierenfunktion.83,87
Nicht die Eiweissquelle, sondern die Gesamtdichte und Verdaulichkeit entscheiden. Fermentierte Hülsenfrüchte, gut gekochtes Getreide und Nüsse liefern hochwertige Proteine – mit zusätzlichen Ballaststoffen und Mikronährstoffen, die vielen älteren Menschen fehlen. Pflanzliche Ernährung deckt in allen Lebensphasen den Eiweissbedarf – vorausgesetzt, sie ist energiedeckend, vielfältig und gut verdaulich.
Infektionen, Operationen, Krebserkrankungen oder schwere Verletzungen erhöhen den Proteinbedarf. Denn der Körper muss verstärkt Gewebe abbauen, Entzündungen bekämpfen und die eingeschränkte Nährstoffverwertung ausgleichen. Besonders bei chronischen Erkrankungen wie Leberzirrhose, Niereninsuffizienz (nicht dialysepflichtig), Tumorkachexie oder Wundliegegeschwüren (Dekubitus) steigt der Bedarf auf 1,2-1,5 bzw. 2,0/kg Körpergewicht – abhängig von Schweregrad, Energiezufuhr und Begleitfaktoren.83,88
Dabei ist entscheidend, nicht nur auf die Menge zu achten, sondern auf eine hochwertige Eiweisszufuhr in Verbindung mit ausreichender Gesamtenergie. Andernfalls nutzt selbst eine erhöhte Proteinzufuhr wenig – der Körper greift letztlich auch auf Eiweiss als Energiequelle zurück.89 Pflanzliche Eiweissquellen reichen auch in solchen Situationen aus, sofern sie gezielt kombiniert und eine gute Verdaulichkeit gegeben ist. Die Verteilung über den Tag sowie die Kombination mit Energie- und Mikronährstoffzufuhr bleiben entscheidend.
In Diskussionen über Proteinmangel geraten oft zwei Problembereiche durcheinander: ein isolierter Mangel an Protein und ein allgemeiner Mangel an Energie, Mikronährstoffen oder beidem. In der Praxis tritt reiner Proteinmangel nur selten auf – z. B. bei schwerer Leberinsuffizienz, in katabolen Zuständen oder bei extrem unausgewogener Ernährung. Weit häufiger leiden Betroffene an einem Protein-Energie-Mangel (PEM), bei dem sowohl Eiweiss als auch Kalorien fehlen.
Marasmus entsteht durch einen generellen Energiemangel. Kwashiorkor hingegen durch eine eiweissarme Ernährung, vielfach mit gleichzeitig ungenügender Energieversorgung. Beide Zustände gehen mit Muskelabbau, Immunschwäche und häufig mit Ödemen einher. Auch Mikronährstoffmängel wie Eisen-, Zink- oder Vitamin-B-Mangel führen zu Symptomen wie Müdigkeit, Infektanfälligkeit oder Wundheilungsstörungen. Es besteht leicht die Gefahr, dies mit einem Proteinmangel zu verwechseln.
Eine sorgfältige Diagnostik – etwa mit Laborparametern wie Albumin, Transferrin, Retinol-bindendem Protein oder Präalbumin – hilft, die Ursache zu klären. Niedrige Serumwerte für Albumin und Transferrin können auf eine Protein-Energie-Mangelernährung (PEM) hinweisen.89 Ihre Interpretation erfordert Kontext: Entzündungsmarker, Leberfunktion, Gewichtsverlauf und Muskelmasse gehören in die Bewertung. Denn auch Entzündungen oder Lebererkrankungen senken den Albuminspiegel unabhängig von der Proteinzufuhr.
In Industrieländern treten echte Proteinmangelerkrankungen wie Kwashiorkor seit vielen Jahrzehnten praktisch nicht mehr auf. Die im frühen 20. Jh. noch in Teilen Europas und der USA nachweisbare Pellagra – ausgelöst durch einseitige Maisspeisung und dadurch Niacin-Mangel – ist heute weitgehend verschwunden.89 Ein vergleichbares Krankheitsbild zur Pellagra tritt bei der erblich bedingten Hartnup-Krankheit auf.90
Gesunde Erwachsene mit ausreichender Energiezufuhr decken ihren Bedarf an Protein und Aminosäuren in der Regel problemlos durch eine vielfältige pflanzliche Ernährung. Um einer Protein-Energie-Mangelernährung vorzubeugen, müssen sowohl Protein- als auch Nicht-Protein-Energie (aus Kohlenhydraten und Fetten) verfügbar sein.89 Das gilt für traditionelle Kulturen mit Mischkost oder vielfältiger pflanzlicher Ernährung. Einseitige Extremformen wie Frutarismus, stark getreidelastige Ernährung ohne Hülsenfrüchte oder längere Hungerphasen führen besonders häufig zu kritischen Versorgungslagen. Nur Früchte essen, ist langfristig sehr ungesund.
Selbst bei moderater Proteinzufuhr unterschreiten VeganerInnen mit ausgewogener Ernährung selten den tatsächlichen Bedarf. Es reicht, die komplementären Proteinquellen über den Tag verteilt zu essen, ein gemeinsamer Konsum ist nicht notwendig.26,91
Immer wieder liest man, man müsse "unbedingt jeden Tag Eiweiss essen". Doch Fastenerfahrungen zeigen, dass unser Körper über Reserven verfügt und vorübergehende Engpässe gut ausgleichen kann. Cahill (1976) wies nach, wie der Körper über Wochen Proteine über Muskulatur und Enzyme mobilisiert, Stickstoff aus dem Abbau nutzt und über Ketose den Proteinbedarf senkt.47
Der Schotte Agostino "Angus" Barbieri hatte im Alter von 27 Jahren ein Gewicht von 207 kg erreicht. Er wollte durch Fasten abnehmen und ging 1965 zur medizinischen Überwachung ins Maryfield Hospital. Nach 382 Tagen Fastenzeit, mit nur Tee, Kaffee, Vitaminen, Mineralstoffen und etwas Salz, dokumentiert unter ärztlicher Aufsicht, erreichte er 82 kg. Der Körper baute vorwiegend Fett ab, verlor jedoch auch Muskelmasse. Trotz der langen Fastenzeit traten keine typischen Mangelkrankheiten wie Kwashiorkor oder Pellagra auf, und die Laborwerte blieben weitgehend stabil. Die Ketose schützt den Proteinpool teilweise, weil der Körper weniger Glukose aus Aminosäuren bilden muss.92
Extrembeispiele wie der Schotte Barbieri zeigen zwar, was medizinisch unter engmaschiger Überwachung möglich ist. Doch unfreiwillige oder politische Langzeitfasten enden fast immer tragisch: Beim IRA-Hungerstreik in Nordirland 1981 fasteten mehrere Insassen über 60 Tage, Bobby Sands starb nach 66 Tagen.93 Die meisten Hungerstreiks, die 30–60 Tage dauern, führen zu Organversagen oder Tod. Solche Extrembeispiele verdeutlichen, wie flexibel der Körper auf Proteinmangel reagieren kann. Trotzdem: Das kann man nicht empfehlen!
Ein weiterer bemerkenswert dokumentierter Extremfall ist Andreas Mihavecz (1979), der 18 Tage ohne Nahrung und Wasser in einer Zelle eingesperrt war. Er überlebte vermutlich, indem er Kondenswasser leckte, und verlor rund 24 kg – ohne bleibende Organschäden. Ein Beispiel für die physiologische Anpassungsfähigkeit bei unfreiwilligem Fasten.
In Industrieländern kommt Proteinmangel praktisch nicht vor – im Gegenteil: Viele Menschen nehmen deutlich mehr Protein auf, als sie brauchen. Bis in die 1950er-Jahre war eine Überversorgung mit Protein selten. Der Zugang zu grösseren Mengen tierischen Proteins blieb lange Zeit auf wohlhabende Bevölkerungsschichten beschränkt. Danach stieg der Fleisch-, Wurst- und Käsekonsum in westlichen Ländern stark an – unterstützt durch Industrie, Landwirtschaft und massive Werbekampagnen.
Die WHO, FAO und UNU empfehlen im Vergleich dazu nur 0,66–0,83 g Protein pro kg Körpergewicht und Tag – deutlich weniger, als viele heute konsumieren.22
In Industrieländern liegt die tatsächliche Zufuhr oft weit darüber. In den USA essen viele Menschen 1,1–1,3 g/kg. In Europa liegt der Durchschnitt bei 0,8 bis 1,25 g/kg pro Körpergewicht.94,95
Deutschland weist Werte von ca. 1,04 g/kg (Männer) und 0,94 g/kg (Frauen) auf.96 In der Schweiz beträgt der durchschnittliche Proteinverzehr 1,1 g/kg bei Frauen und 1,23 g/kg bei Männern.97
Auch die Fitnessindustrie befeuert bis heute die Vorstellung, dass mehr Protein notwendig sei, um Muskelmasse aufzubauen. Tatsächlich braucht es dafür aber vor allem intensive Bewegung. Studien zeigen, dass die Muskelprotein-Synthese bei jungen Erwachsenen schon bei etwa 0,24 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Mahlzeit gesättigt ist – darüber hinaus bringt mehr Protein keinen zusätzlichen Nutzen.98,99 Ältere Menschen erreichen diesen Punkt erst bei rund 0,4 g/kg.99 Metaanalysen zeigen, dass etwa 1,6 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag ausreichen, um Muskelaufbau und Kraftzuwächse zu erreichen. Mehr Protein bringt in der Regel keinen zusätzlichen Vorteil.100
Ein dauerhaft hoher Eiweisskonsum – hauptsächlich aus tierischen Quellen – belastet Körper und Stoffwechsel. Warum dies ungesund ist und welche Risiken dahinterstecken, lesen Sie in unserem Artikel: Risiken der proteinreichen Ernährung.
Proteine erfüllen eine Vielzahl an biochemischen Funktionen.
Proteine gehören zu den wichtigsten Bausteinen für Zellen und Gewebe. Strukturproteine wie Kollagen und Elastin bilden Haut, Knochen, Sehnen und Knorpel. Intrazelluläre Strukturproteine wie Actinfilamente, Mikrotubuli und Intermediärfilamente stabilisieren die Zellform.101,102 Ein grosser Teil der körpereigenen Proteinmasse besteht aus Kollagen. Dieses Strukturprotein macht etwa 30 % des gesamten Körperproteins aus. Der Körper baut Kollagen laufend ab und ersetzt es durch neu gebildete Fasern – dabei recycelt er Aminosäuren effizient.103
Aktin und Myosin ermöglichen Muskelkontraktionen. Myosin zieht Aktinfilamente zusammen und löst Muskelkontraktionen aus. Aktin stabilisiert gleichzeitig die Zellform.104
Andere Proteine wirken als Enzyme, die biochemische Reaktionen steuern. Beispiele: Pepsin, Trypsin und Amylase.105 Magenschleimhautzellen produzieren Pepsin aus ca. 327 Aminosäuren. Dort setzen Ribosomen Aminosäuren nach dem mRNA-Bauplan in einer spezifischen Reihenfolge zusammen (Primärstruktur). Nach der Faltung gelangt Pepsinogen ins Magenlumen, wo die Salzsäure ein Peptidstück entfernt und es zu Pepsin aktiviert.106,107,108 Für die Synthese benötigt der Körper alle essenziellen Aminosäuren plus u.a. Alanin, Glycin, Glutaminsäure, Asparaginsäure und Serin.109
Hormone wie Insulin steuern die Signalübertragung.110 Proteine wie Hämoglobin dienen als Transportmoleküle für Sauerstoff im Blut, während Antikörper Fremdstrukturen erkennen und Immunreaktionen einleiten.111,112 Andere Proteine puffern Wasserstoffionen und tragen zur Regulierung des Säure-Basen-Haushalts bei.113
Jede Zelle, die kleinste lebende Einheit aller Organismen, enthält so viele Proteine, dass diese oft mehr als die Hälfte ihres Trockengewichts ausmachen. Der menschliche Körper beinhaltet über 200 verschiedene Zelltypen und zahlreiche Gewebearten.
Es gibt vier Hauptgewebetypen: Epithel-, Muskel- und Nerven- sowie Binde- und Stützgewebe. Aus evolutionsbiologischer Perspektive haben Zellen von Vielzellern ihre Fähigkeit zum eigenständigen Überleben weitgehend aufgegeben und stattdessen eine Spezialisierung auf arbeitsteilige Funktionen in Geweben entwickelt.114
Die Zahl der Proteine in einer Zelle übersteigt die Anzahl der Gene um ein Vielfaches. Forschende schätzen, dass der Mensch zwar nur 20'000 bis 25'000 Gene besitzt, aber bis zu 80'000 bis 400'000 verschiedene Proteine bilden kann.115
Im Mund beginnt die Proteinverdauung, wo Kauen und Speichel die Nahrung vorbereiten. Im Magen zerlegen Magensäure und Pepsin die Proteine in kleinere Polypeptide. Peristaltik mischt den Speisebrei intensiv.116
Pankreasenzyme wie Trypsin, Chymotrypsin und Carboxypeptidasen zerkleinern diese Polypeptide weiter im Dünndarm. Bürstensaumenzyme (Aminopeptidasen, Dipeptidasen) spalten sie bis zu freien Aminosäuren, Di- und Tripeptiden. Enterozyten im Dünndarm nehmen diese Spaltprodukte aktiv auf. Spezielle Transporter wie PEPT1 schleusen kurze Peptide direkt durch die Zellmembran.40,116
Die Portalvene transportiert die Aminosäuren in die Leber, wo der Körper sie für die Proteinbiosynthese oder den Energiestoffwechsel nutzt.116
Die Leber baut Aminosäuren je nach Bedarf zu körpereigenen Proteinen auf (Proteinsynthese) oder zerlegt sie, wenn zuviele vorliegen (Katabolismus). Überschüssigen Stickstoff spaltet sie als Ammoniak (NH3) ab (Desaminierung), fixiert ihn im Harnstoffzyklus (Urea-Zyklus) und bildet Harnstoff (CH4N2O) und CO2. Die Nieren scheiden diesen Harnstoff anschliessend aus.24
Unser Körper kann überschüssige Proteine im Gegensatz zu Fett oder Glykogen nicht als Energiereserve speichern – es gibt keine echte Depotform. Auch das Muskelprotein dient nicht als Speicher, sondern als funktionelle Reserve. Bei Krankheit oder Fasten bauen wir Muskelprotein ab, um Aminosäuren bereitzustellen.117
Proteine erfüllen primär strukturelle und funktionelle Aufgaben und übernehmen keine Speicherfunktion. Sie unterliegen einem ständigen Auf- und Abbau. Ein kleiner funktioneller "Speicher" liegt im freien Aminosäurepool in Blut und Leber. Der Organismus nutzt diesen Pool kurzfristig.18
Im Skelettmuskel liegen rund 100 g freier Aminosäuren intrazellulär vor. Weitere etwa 100 g treten im Blutplasma und in anderen Geweben auf. Insgesamt ergibt das bei einer 70‑kg‑Person einen Aminosäurenpool von ungefähr 200 g. Nahrung, Recyclingprozesse und Gewebeabbau speisen diesen Pool kontinuierlich.118
Die Leber steuert diesen Kreislauf: Sie transaminiert, desaminiert, bildet Blutproteine wie Albumin oder Gerinnungsfaktoren und entsorgt überschüssigen Stickstoff über den Harnstoffzyklus.119
Proteine bestehen aus Kohlenstoff- (C), Wasserstoff- (H), Sauerstoff- (O) und Stickstoffatomen (N). Viele Proteine enthalten zusätzlich Schwefel (S), z. B. in Cystein und Methionin. Jede Aminosäure besitzt eine zentrale Grundstruktur: eine Aminogruppe (–NH₂) und eine Carboxylgruppe (–COOH). Diese binden an ein zentrales Kohlenstoffatom. Diese Grundstruktur macht Aminosäuren zu den vielseitigsten Bausteinen in der Biochemie.2
Der Körper verknüpft Aminosäuren über Peptidbindungen zu langen Ketten (Polypeptiden). Diese Ketten falten zu räumlichen Strukturen und bilden dadurch Proteine, die unzählige Aufgaben übernehmen – von Enzymen bis zu Antikörpern.4,112
Einteilung von Proteinen aufgrund ihrer Struktur:4
| 1. | * Narratives Review DOI: 10.1042/BCJ20160822 Study: weak evidence | Bröer S, Bröer A. Amino acid homeostasis and signalling in mammalian cells and organisms. Biochem J. 2017;474(12):1935–1963. |
| 2. | ● DOI: 10.1007/978-3-540-76512-7 Book: moderate evidence | Löffler G. Basiswissen Biochemie: mit Pathobiochemie. 7. Auflage. Springer Verlag: Berlin, Heidelberg; 2008. 1 S. |
| 3. | * Kommentar / Perspektivenartikel DOI: 10.1002/psc.70044 Study: weak evidence | Sharma A, Kumar A et al. Controversial Nomenclature in Peptide Synthesis: A Call for Clarity. J Pept Sci. 2025;31(9):e70044. |
| 4. | ● Website | Via Medici Thieme de: Aminosäuren, Peptide und Proteine: Überblick. 2025. |
| 5. | * FAO Report | MacLean WC, Warwick P. Food energy - methods of analysis and conversion factors. Report of a technical workshop, Rome, 3-6 December 2002. Rome: Food and Agriculture Organization of the United Nations; 2003. 87 S. (FAO food and nutrition paper; Nr. 77). |
| 6. | * Narratives Review DOI: 10.1016/j.sbi.2024.102979 Study: weak evidence | Laine E, Freiberger MI. Toward a comprehensive profiling of alternative splicing proteoform structures, interactions and functions. Curr Opin Struct Biol. 2025;90:102979. |
| 7. | * experimentelle Laborstudie DOI: 10.1161/hh2301.100981 Study: weak evidence | Bang ML, Centner T et al. The complete gene sequence of titin, expression of an unusual approximately 700-kDa titin isoform, and its interaction with obscurin identify a novel Z-line to I-band linking system. Circ Res. 2001;89(11):1065-1072. |
| 8. | * experimentelle Laborstudie DOI: 10.1016/j.jmb.2010.01.073 Study: weak evidence | Tskhovrebova L, Walker ML et al. Shape and flexibility in the titin 11-domain super-repeat. J Mol Biol. 2010;397(4):1092-1105. |
| 9. | ● Website | Taylorandfrancis com: Dalton - Knowledge and References. 2026. |
| 10. | * Narratives Review DOI: 10.1186/s12934-014-0141-0 Study: weak evidence | Baeshen NA, Baeshen MN et al. Cell factories for insulin production. Microb Cell Fact. 2014;13:141. |
| 11. | * experimentelle Laborstudie (in vitro) DOI: 10.4103/0366-6999.157686 Study: weak evidence | Wang YY, Zhu QS et al. Thymosin Beta-4 Recombinant Adeno-associated Virus Enhances Human Nucleus Pulposus Cell Proliferation and Reduces Cell Apoptosis and Senescence. Chin Med J (Engl). 2015;128(11):1529-1535. |
| 12. | * Buchkapitel (Book Chapter) DOI: 10.1016/s0065-3233(08)60520-3 Study: weak evidence | Richardson JS. The anatomy and taxonomy of protein structure. Adv Protein Chem. 1981;34:167-339. |
| 13. | * Narratives Review DOI: 10.1016/j.tibs.2013.12.007 Study: weak evidence | Hatfield DL, Tsuji PA et al. Selenium and selenocysteine: roles in cancer, health, and development. Trends Biochem Sci. 2014;39(3):112–120. |
| 14. | * Medical Textbook (Lehrbuch) | Lopez MJ, Mohiuddin SS. Biochemistry, Essential Amino Acids. In: StatPearls. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2026. |
| 15. | * Narratives Review DOI: 10.1093/jn/130.7.1835S Study: weak evidence | Reeds PJ. Dispensable and Indispensable Amino Acids for Humans. J Nutr. 2000;130(7):1835S-1840S. |
| 16. | * wissenschaftlicher Kommentar/Meinungsbeitrag DOI: 10.1007/s00726-013-1500-6 Study: weak evidence | Wu G. Functional amino acids in nutrition and health. Amino Acids. 2013;45(3):407–411. |
| 17. | * Narratives Review DOI: 10.1007/s00726-008-0210-y Study: weak evidence | Wu G, Bazer FW et al. Arginine metabolism and nutrition in growth, health and disease. Amino Acids. 2009;37(1):153–168. |
| 18. | ● Book: moderate evidence | Biesalski HK, Grimm P. Taschenatlas Ernährung. 5. vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Thieme; 2011. |
| 19. | * Narratives Review DOI: 10.1093/jn/136.6.1636S Study: weak evidence | Brosnan JT, Brosnan ME. The Sulfur-Containing Amino Acids: An Overview. J Nutr. Juni 2006;136(6):1636S-1640S. |
| 20. | * Narratives Review DOI: 10.1042/bj3360001 Study: weak evidence | Wu G, Morris SM. Arginine metabolism: nitric oxide and beyond. Biochem J. 15. November 1998;336(1):1–17. |
| 21. | * Narratives Review DOI: 10.1016/j.freeradbiomed.2010.11.029 Study: weak evidence | Go YM, Jones DP. Cysteine/cystine redox signaling in cardiovascular disease. Free Radic Biol Med. 2011;50(4):495–509. |
| 22. | * WHO/FAO/UNU Expertenbericht | Joint WHO/FAO/UNU Expert Consultation. Protein and Amino Acid Requirements in Human Nutrition. Report of a Joint WHO/FAO/UNU Expert Consultation. Bd. 935. Albany: World Health Organization; 2007. 1 S. |
| 23. | * Narratives Review DOI: 10.3390/ijms26188791 Study: weak evidence | Holeček M. Lysine: Sources, Metabolism, Physiological Importance, and Use as a Supplement. Int J Mol Sci. 2025;26(18):8791. |
| 24. | ● Book: strong evidence | Matthew D. Proteins and amino acids. In: Shils ME, Olson JA, Herausgeber. Modern nutrition in health and disease. 9. ed. Philadelphia: Lippincott Williams & Wilkins; 1999. |
| 25. | * doppelt verblindete, randomisierte klinische Studie, Crossover-Design DOI: 10.1007/s00726-025-03461-6 Study: strong evidence | Matsumoto H, Miura N et al. Evaluation of safe utilization of l-threonine for supplementation in healthy adults: a randomized double blind controlled trial. Amino Acids. 2025;57(1):30. |
| 26. | * Narratives Review DOI: 10.1093/ajcn/59.5.1203S Study: weak evidence | Young V, Pellett P. Plant proteins in relation to human protein and amino acid nutrition. Am J Clin Nutr. 1994;59(5):1203S-1212S. |
| 27. | * Narratives Review DOI: 10.3390/nu11112661 Study: weak evidence | Mariotti F, Gardner CD. Dietary Protein and Amino Acids in Vegetarian Diets—A Review. Nutrients. 2019;11(11):2661. |
| 28. | * Narratives Review DOI: 10.1111/nyas.12973 Study: weak evidence | Lee BC, Kaya A et al. Methionine restriction and life-span control. Ann N Y Acad Sci. 2016;1363:116-24. |
| 29. | * Narratives Review DOI: 10.1159/000382000 Study: weak evidence | Moore DR, Soeters PB. The Biological Value of Protein. Nestle Nutr Inst Workshop Ser. 2015;82:39-51. |
| 30. | * Narratives Review (kritische Übersichtsarbeit) DOI: 10.1016/j.tjnut.2025.07.005 Study: weak evidence | Matthews JJ, Arentson-Lantz EJ et al. Understanding Dietary Protein Quality: Digestible Indispensable Amino Acid Scores and Beyond. J Nutr. Oktober 2025;155(10):3152–3167. |
| 31. | * experimentelle Studie (in vivo + teilweise in vitro) DOI: 10.1038/nm.3145 Study: weak evidence | Koeth RA, Wang Z et al. Intestinal microbiota metabolism of l-carnitine, a nutrient in red meat, promotes atherosclerosis. Nat Med. 2013;19(5):576–585. |
| 32. | * Randomisierte kontrollierte Studie (RCT) DOI: 10.1038/s41467-025-56084-6 Study: strong evidence | Wu X, Tjahyo AS et al. A legume-enriched diet improves metabolic health in prediabetes mediated through gut microbiome: a randomized controlled trial. Nat Commun. 2025;16(1):942. |
| 33. | * Narratives Review DOI: 10.1016/j.chom.2018.05.012 Study: weak evidence | Makki K, Deehan EC et al. The Impact of Dietary Fiber on Gut Microbiota in Host Health and Disease. Cell Host Microbe. 2018;23(6):705–715. |
| 34. | * Narratives Review DOI: 10.3390/molecules28176403 Study: weak evidence | Iqbal I, Wilairatana P et al. Plant Polyphenols and Their Potential Benefits on Cardiovascular Health: A Review. Molecules. 2023;28(17):6403. |
| 35. | * Leserbrief / wissenschaftlicher Kommentar DOI: 10.1161/01.CIR.0000018905.97677.1 | McDougall J. Plant Foods Have a Complete Amino Acid Composition. Circulation. 2002;105(25). |
| 36. | * Narratives Review DOI: 10.3390/foods11162442 Study: weak evidence | Balakrishnan G, Schneider RG. The Role of Amaranth, Quinoa, and Millets for the Development of Healthy, Sustainable Food Products—A Concise Review. Foods. 2022;11(16):2442. |
| 37. | * Narratives Review DOI: 10.1146/annurev-food-052720-104513 Study: weak evidence | Poojary MM, Lund MN. Chemical Stability of Proteins in Foods: Oxidation and the Maillard Reaction. Annu Rev Food Sci Technol. 2022;13:35-58. |
| 38. | * Narratives Review DOI: 10.1021/acs.jafc.0c00711 Study: weak evidence | Hellwig M. Analysis of Protein Oxidation in Food and Feed Products. J Agric Food Chem. 2020;68(46):12870-12885. |
| 39. | ● Book: moderate evidence | Alger AH. Protein Synthesis and Denaturation. In: Nutrition and Physical Fitness. 2022. |
| 40. | * Narratives Review DOI: 10.1016/j.coph.2013.08.004 Study: weak evidence | Brandsch M. Drug transport via the intestinal peptide transporter PepT1. Curr Opin Pharmacol. 2013;13(6):881–887. |
| 41. | * experimentelle Laborstudie DOI: 10.15406/mojfpt.2018.06.00206 Study: weak evidence | El Lahamy AA, Khalil KI et al. Effect of frozen storage and cooking method on amino acid composition of mullet fish (Mugil cephalus). MOJ Food Process Technol. 2018;6(6). |
| 42. | * Narratives Review DOI: 10.1016/j.biotechadv.2005.11.004 Study: weak evidence | Van Boekel MAJS. Formation of flavour compounds in the Maillard reaction. Biotechnol Adv. 2006;24(2):230–233. |
| 43. | * experimentelle Laborstudie DOI: 10.3177/jnsv.65.264 Study: weak evidence | Ito H, Kikuzaki H et al. Effects of Cooking Methods on Free Amino Acid Contents in Vegetables. J Nutr Sci Vitaminol (Tokyo). 2019;65(3):264–271. |
| 44. | * Narratives Review DOI: 10.7759/cureus.4715 Study: weak evidence | Kandel S. An Evidence-based Look at the Effects of Diet on Health. Cureus. 2019;11(5):e4715. |
| 45. | ● Website | Joint FAO/WHO/UNU Expert Consultation. Energy and protein requirements. Report of a Joint FAO/WHO/UNU Expert Consultation. Repr. Geneva: WHO; 1991. 206 S. (Technical report series. World Health Organization; Nr. 724). |
| 46. | * Meta-Analyse DOI: 10.1093/ajcn/77.1.109 Study: strong evidence | Rand WM, Pellett PL et al. Meta-analysis of nitrogen balance studies for estimating protein requirements in healthy adults. Am J Clin Nutr. 2003;77(1):109–127. |
| 47. | * Narratives Review DOI: 10.1016/S0300-595X(76)80028-X Study: weak evidence | Cahill GF. Starvation in man. Clin Endocrinol Metab. 1976;5(2):397–415. |
| 48. | * Narratives Review DOI: 10.1038/s41366-024-01641-0 Study: weak evidence | Rebello CJ, Zhang D et al. From starvation to time-restricted eating: a review of fasting physiology. Int J Obes. 2025;49(1):43–48. |
| 49. | * Narratives Review DOI: 10.1159/000517305 Study: weak evidence | Palmer BF, Clegg DJ. Starvation Ketosis and the Kidney. Am J Nephrol. 2021;52(6):467–478. |
| 50. | * Narratives Review Study: weak evidence | Henry CJ, Rivers JP et al. Protein and energy metabolism in starvation reconsidered. Eur J Clin Nutr. 1988;42(7):543–549. |
| 51. | * Leitlinien-/Referenzdokument Study: moderate evidence | Institute of Medicine (U.S.), Herausgeber. Dietary reference intakes for energy, carbohydrate, fiber, fat, fatty acids, cholesterol, protein, and amino acids. Washington, D.C: National Academies Press; 2005. 1331 S. |
| 52. | * WHO-Report | Report of a Joint WHO/FAO/UNU Expert Consultation. Energy and protein requirements: report of a Joint FAO/WHO/UNU Expert Consultation. Repr. Geneva: WHO; 1985. (Technical report series; Nr. 724). |
| 53. | * wissenschaftliches Gutachten / Leitlinien- bzw. Referenzwert-Dokument DOI: 10.2903/j.efsa.2012.2557 Study: moderate evidence | EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA). Scientific Opinion on Dietary Reference Values for protein. EFSA J. 2012;10(2):2557. |
| 54. | * Narratives Review DOI: 10.1097/MCO.0b013e328332f9b7 Study: weak evidence | Elango R, Humayun MA et al. Evidence that protein requirements have been significantly underestimated. Curr Opin Clin Nutr Metab Care. 2010;13(1):52–57. |
| 55. | * Narratives Review DOI: 10.1017/S0007114512002504 Study: weak evidence | Elango R, Ball RO et al. Recent advances in determining protein and amino acid requirements in humans. Br J Nutr. 2012;108(S2):S22–S30. |
| 56. | * Experimentelle, randomisierte Cross-over-Interventionsstudie DOI: 10.3945/ajcn.111.012815 Study: strong evidence | Elango R, Humayun MA et al. Protein requirement of healthy school-age children determined by the indicator amino acid oxidation method. Am J Clin Nutr. 2011;94(6):1545–1552. |
| 57. | * Randomisierte Crossover-Interventionsstudie DOI: 10.1093/ajcn/86.4.995 Study: strong evidence | Humayun MA, Elango R et al. Reevaluation of the protein requirement in young men with the indicator amino acid oxidation technique. Am J Clin Nutr. 2007;86(4):995–1002. |
| 58. | * wissenschaftlicher Kommentar DOI: 10.1016/j.ajcnut.2024.10.026 | Millward DJ. Limitations of the indicator amino acid oxidation method for determining amino acid requirements. Am J Clin Nutr. 2025;121(2):497–499. |
| 59. | * Narratives Review DOI: 10.3390/nu15040838 Study: weak evidence | Weiler M, Hertzler SR et al. Is It Time to Reconsider the U.S. Recommendations for Dietary Protein and Amino Acid Intake? Nutrients. 2023;15(4):838. |
| 60. | * retrospektive Beobachtungsstudie DOI: 10.1016/j.clnesp.2022.01.014 Study: moderate evidence | Dekker IM, Van Rijssen NM et al. Calculation of protein requirements; a comparison of calculations based on bodyweight and fat free mass. Clin Nutr ESPEN. 2022;48:378–385. |
| 61. | * Narratives Review DOI: 10.1017/S0007114512002462 Study: weak evidence | Millward DJ. Amino acid scoring patterns for protein quality assessment. Br J Nutr. 2012;108(S2):S31–43. |
| 62. | * Narratives Review DOI: 10.1016/S0002-8223(01)00169-9 Study: weak evidence | Mangels AR, Messina V. Considerations in planning vegan diets: infants. J Am Diet Assoc. 2001;101(6):670–677. |
| 63. | * experimentelle Laborstudie DOI: 10.1021/jf203220v Study: weak evidence | Hughes GJ, Ryan DJ et al. Protein Digestibility-Corrected Amino Acid Scores (PDCAAS) for Soy Protein Isolates and Concentrate: Criteria for Evaluation. J Agric Food Chem. 2011;59(23):12707–12712. |
| 64. | * Narratives Review DOI: 10.3389/fnut.2024.1389719 Study: weak evidence | Moughan PJ, Lim WXJ. Digestible indispensable amino acid score (DIAAS): 10 years on. Front Nutr. 2024;11:1389719. |
| 65. | * Narratives Review DOI: 10.1002/jsfa.4158 Study: weak evidence | Vega-Gálvez A, Miranda M et al. Nutrition facts and functional potential of quinoa (Chenopodium quinoa willd.), an ancient Andean grain: a review. J Sci Food Agric. 2010;90(15):2541-2547. |
| 66. | * experimentelle Laborstudie DOI: 10.1021/jf102636b Study: weak evidence | House JD, Neufeld J et al. Evaluating the Quality of Protein from Hemp Seed ( Cannabis sativa L. ) Products Through the use of the Protein Digestibility-Corrected Amino Acid Score Method. J Agric Food Chem. 2010;58(22):11801–11807. |
| 67. | * FAO-Report | Food and Agriculture Organization of the United Nations, Herausgeber. Dietary protein quality evaluation in human nutrition: report of an FAO expert consultation. Rome: Food and Agriculture Organization of the United Nations; 2013. 66 S. (FAO food and nutrition paper; Nr. 92). |
| 68. | * in vivo Tierstudie DOI: 10.3945/jn.114.195438 Study: weak evidence | Rutherfurd SM, Fanning AC et al. Protein Digestibility-Corrected Amino Acid Scores and Digestible Indispensable Amino Acid Scores Differentially Describe Protein Quality in Growing Male Rats. J Nutr. 2015;145(2):372–379. |
| 69. | * Narratives Review DOI: 10.1093/nutrit/nuw022 Study: weak evidence | Wolfe RR, Rutherfurd SM et al. Protein quality as determined by the Digestible Indispensable Amino Acid Score: evaluation of factors underlying the calculation. Nutr Rev. 2016;74(9):584–599. |
| 70. | * Narratives Review DOI: 10.3389/fnut.2024.1389664 Study: weak evidence | Wolfe RR, Church DD et al. Consideration of the role of protein quality in determining dietary protein recommendations. Front Nutr. 2024;11:1389664. |
| 71. | * Narratives Review DOI: 10.1017/S0029665117000325 Study: weak evidence | Woodside JV, Draper J et al. Use of biomarkers to assess fruit and vegetable intake. Proc Nutr Soc. 2017;76(3):308–315. |
| 72. | * Meta-Analyse DOI: 10.1126/science.aaq0216 Study: strong evidence | Poore J, Nemecek T. Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers. Science. 2018;360(6392):987–992. |
| 73. | * Narratives Review DOI: 10.3390/app15073538 Study: weak evidence | Opazo-Navarrete M, Burgos-Díaz C et al. Comprehensive Review of Plant Protein Digestibility: Challenges, Assessment Methods, and Improvement Strategies. Appl Sci. 2025;15(7):3538. |
| 74. | * Narratives Review DOI: 10.1007/s13668-020-00348-8 Study: weak evidence | Craddock JC, Genoni A et al. Limitations with the Digestible Indispensable Amino Acid Score (DIAAS) with Special Attention to Plant-Based Diets: a Review. Curr Nutr Rep. 2021;10(1):93–98. |
| 75. | * experimentelle Laborstudie DOI: 10.1111/ijfs.17399 Study: weak evidence | Singh S, Habib M et al. Effects of germination on the physicochemical, thermal, in vitro protein digestibility, Antinutrients, and antioxidant properties of sorghum flour. Int J Food Sci Technol. 2024;59(9):6513–6521. |
| 76. | * experimentelle Laborstudie DOI: 10.1007/s13197-011-0234-2 Study: weak evidence | Zamindar N, Baghekhandan MS et al. Effect of line, soaking and cooking time on water absorption, texture and splitting of red kidney beans. J Food Sci Technol. 2013;50(1):108–114. |
| 77. | * Narratives Review DOI: 10.1017/S0007114512000852 Study: weak evidence | Dahl WJ, Foster LM et al. Review of the health benefits of peas (Pisum sativum L.). Br J Nutr. 2012;108(S1):S3–S10. |
| 78. | * Randomisierte, kontrollierte Crossover-Interventionsstudie DOI: 10.3945/jn.109.118372 Study: strong evidence | Pasiakos SM, Vislocky LM et al. Acute Energy Deprivation Affects Skeletal Muscle Protein Synthesis and Associated Intracellular Signaling Proteins in Physically Active Adults. J Nutr. 2010;140(4):745–751. |
| 79. | * systematische Übersichtsarbeit DOI: 10.1016/j.ajcnut.2025.04.017 Study: strong evidence | Burstad KM, Lamina T et al. Evaluation of dietary protein and amino acid requirements: a systematic review. Am J Clin Nutr. 2025;122(1):285–305. |
| 80. | * klinische Leitlinie mit systematischer Literaturrecherche DOI: 10.56182/ccd2xa40 | Axelsson P, Beermann T et al. DSOG Guideline Bulletin: Vegetarian and vegan diets during pregnancy. Dan J Obstet Gynaecol. 2024;2(1):51–61. |
| 81. | * Narratives Review DOI: 10.1111/j.1365-3083.2009.02319.x Study: weak evidence | Brandtzaeg P. Mucosal Immunity: Induction, Dissemination, and Effector Functions. Scand J Immunol. 2009;70(6):505–515. |
| 82. | * Narratives Review DOI: 10.56661/ba271ef5 Study: weak evidence | Blaxter T, Garnett T. Primed for power: a short cultural history of protein. TABLE, University of Oxford, Swedish University of Agricultural Sciences and Wageningen University and Research. 2022. |
| 83. | * Leitlinie DOI: 10.1016/j.clnu.2014.04.007 | Deutz NEP, Bauer JM et al. Protein intake and exercise for optimal muscle function with aging: Recommendations from the ESPEN Expert Group. Clin Nutr. 2014;33(6):929–936. |
| 84. | * Narratives Review DOI: 10.3390/nu10030360 Study: weak evidence | Lonnie M, Hooker E et al. Protein for Life: Review of Optimal Protein Intake, Sustainable Dietary Sources and the Effect on Appetite in Ageing Adults. Nutrients. 2018;10(3):360. |
| 85. | * Narratives Review DOI: 10.1016/j.clnu.2008.06.008 Study: weak evidence | Wolfe RR, Miller SL et al. Optimal protein intake in the elderly. Clin Nutr. 2008;27(5):675–684. |
| 86. | * Narratives Review DOI: 10.1681/ASN.2020010028 Study: weak evidence | Ko GJ, Rhee CM et al. The Effects of High-Protein Diets on Kidney Health and Longevity. J Am Soc Nephrol. 2020;31(8):1667–1679. |
| 87. | * Narratives Review DOI: 10.3945/an.115.008367 Study: weak evidence | Phillips SM. Nutritional Supplements in Support of Resistance Exercise to Counter Age-Related Sarcopenia. Adv Nutr. 2015;6(4):452–460. |
| 88. | * Klinische Leitlinie DOI: 10.1177/0148607109335234 | McClave SA, Martindale RG et al. Guidelines for the Provision and Assessment of Nutrition Support Therapy in the Adult Critically Ill Patient: Society of Critical Care Medicine (SCCM) and American Society for Parenteral and Enteral Nutrition (A.S.P.E.N.). J Parenter Enter Nutr. 2009;33(3):277–316. |
| 89. | ● DOI: 10.17226/11537 Book: moderate evidence | Otten JJ, Hellwig JP et al. Dietary reference intakes: the essential guide to nutrient requirements. Washington, D.C: National Academies Press; 2006. 543 S. |
| 90. | * Fallstudie DOI: 10.1007/BF01954126 Study: weak evidence | Schmidtke K, Endres W et al. Hartnup syndrome, progressive encephalopathy and allo-albuminaemia: A clinico-pathological case study. Eur J Pediatr. 1992;151(12):899–903. |
| 91. | * Narratives Review DOI: 10.3945/ajcn.2009.26736N Study: weak evidence | Craig WJ. Health effects of vegan diets. Am J Clin Nutr. 2009;89(5):1627S-1633S. |
| 92. | * Einzelfallstudie (Case Report) DOI: 10.1136/pgmj.49.569.203 Study: weak evidence | Stewart WK, Fleming LW. Features of a successful therapeutic fast of 382 days’ duration. Postgrad Med J. 1973;49(569):203–209. |
| 93. | ● Website | Cain.ulst.ac.uk: The Hunger Strike of 1981- A Chronology of Main Events. 2025. |
| 94. | * Leitlinie DOI: 10.2903/j.efsa.2012.2557 | EFSA European food safety authority. Scientific Opinion on Dietary Reference Values for protein. EFSA Journal. 2012;10(2):2557. |
| 95. | * Beobachtungsstudie DOI: 10.1093/ajcn/87.5.1554S Study: moderate evidence | Fulgoni VL. Current protein intake in America: analysis of the National Health and Nutrition Examination Survey, 2003–2004. The American Journal of Clinical Nutrition. 2008;87(5):1554S-1557S. |
| 96. | ● Website | Max Rubner-Institut. Nationale Verzehrsstudie II. Ergebnisbericht Teil 2. Die bundesweite Befragung zur Ernährung von Jugendlichen und Erwachsene. Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel. 2008. |
| 97. | ● Website | BLV Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. Schweizer Ernährungsbulletin 2021. 2021. |
| 98. | * Querschnittsstudie DOI: 10.3390/nu11030612 Study: moderate evidence | Yasuda J, Asako M et al. Association of Protein Intake in Three Meals with Muscle Mass in Healthy Young Subjects: A Cross-Sectional Study. Nutrients. 2019;11(3):612. |
| 99. | * Klinische Interventionsstudie ohne Randomisierung DOI: 10.1093/gerona/glu103 Study: moderate evidence | Moore DR, Churchward-Venne TA et al. Protein ingestion to stimulate myofibrillar protein synthesis requires greater relative protein intakes in healthy older versus younger men. J Gerontol A Biol Sci Med Sci. 2015;70(1):57-62. |
| 100. | * Systematischer Review mit Meta-Analyse und Meta-Regression DOI: 10.1136/bjsports-2017-097608 Study: strong evidence | Morton RW, Murphy KT et al. A systematic review, meta-analysis and meta-regression of the effect of protein supplementation on resistance training-induced gains in muscle mass and strength in healthy adults. Br J Sports Med. 2018;52(6):376–384. |
| 101. | * Narratives Review DOI: 10.1126/science.1175862 Study: weak evidence | Pollard TD, Cooper JA. Actin, a Central Player in Cell Shape and Movement. Science. 2009;326(5957):1208–1212. |
| 102. | ● DOI: 10.1007/978-1-0716-1574-4_2 Book: moderate evidence | Zhao C, Xiao Y et al. Structure of Collagen. In: Ling S, editor. Fibrous Proteins. Methods in Molecular Biology. Vol 2347. New York (NY): Humana; 2021. |
| 103. | * Narratives Review DOI: 10.1101/cshperspect.a004978 Study: weak evidence | Ricard-Blum S. The Collagen Family. Cold Spring Harb Perspect Biol. 2011;3(1):a004978–a004978. |
| 104. | * Narratives Review DOI: 10.1101/cshperspect.a021931 Study: weak evidence | Sweeney HL, Holzbaur ELF. Motor Proteins. Cold Spring Harb Perspect Biol. 2018;10(5):a021931. |
| 105. | * Narratives Review DOI: 10.3390/molecules22040669 Study: weak evidence | Martinez-Gonzalez AI, Díaz-Sánchez ÁG et al. Polyphenolic Compounds and Digestive Enzymes: In Vitro Non-Covalent Interactions. Molecules. 2017;22(4):669. |
| 106. | * Narratives Review DOI: 10.1186/1479-7364-4-4-226 Study: weak evidence | Agirrezabala X, Frank J. From DNA to proteins via the ribosome: Structural insights into the workings of the translation machinery. Hum Genomics. 2010;4(4):226. |
| 107. | * Narratives Review Study: weak evidence | Guo Y, Amunyela HTNN et al. Natural protein-templated fluorescent gold nanoclusters: Syntheses and applications. Food Chem. 2021;335:127657. |
| 108. | ● Book: moderate evidence | Heda R, Toro F et al. Physiology, Pepsin. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2026. |
| 109. | * Experimentelle biochemische Laborstudie DOI: 10.1073/pnas.70.12.3437 Study: weak evidence | Tang J, Sepulveda P et al. Amino-Acid Sequence of Porcine Pepsin. Proc Natl Acad Sci. 1973;70(12):3437–3439. |
| 110. | * Narratives Review DOI: 10.1038/414799a Study: weak evidence | Saltiel AR, Kahn CR. Insulin signalling and the regulation of glucose and lipid metabolism. Nature. 2001;414(6865):799–806. |
| 111. | * Narratives Review DOI: 10.1007/978-3-030-41769-7_14 Study: weak evidence | Ahmed MH, Ghatge MS et al. Hemoglobin: Structure, Function and Allostery. Subcell Biochem. 2020;94:345-382. |
| 112. | * Narratives Review DOI: 10.3390/antib8040055 Study: weak evidence | Chiu ML, Goulet DR et al. Antibody Structure and Function: The Basis for Engineering Therapeutics. Antibodies. 2019;8(4):55. |
| 113. | ● Book: moderate evidence | Hopkins E, Sanvictores T et al. Physiology, Acid Base Balance. In: StatPearls. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2026. |
| 114. | ● Book: moderate evidence | Khan YS, Farhana A. Histology, Cell. In: StatPearls. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2026. |
| 115. | ● Website | Rösch H. From genome to interactome. Max-Planck-Gesellschaft. 2015. |
| 116. | * DOI: 10.1017/S0954422422000245 Study: weak evidence | Loveday SM. Protein digestion and absorption: the influence of food processing. Nutr Res Rev. 2023;36(2):544–559. |
| 117. | * Narratives Review DOI: 10.1093/ajcn/84.3.475 Study: weak evidence | Wolfe RR. The underappreciated role of muscle in health and disease. Am J Clin Nutr. 2006;84(3):475–482. |
| 118. | * Experimentelle Humanstudie (Interventionsstudie, nicht randomisiert) DOI: 10.1249/01.mss.0000064934.51751.f9 Study: moderate evidence | Pitkänen HT, Nykänen T et al. Free Amino Acid Pool and Muscle Protein Balance after Resistance Exercise. Med Sci Sports Exerc. 2003;35(5). |
| 119. | ● DOI: 10.1007/978-3-030-45328-2_2 Book: moderate evidence | Hou Y, Hu S et al. Amino Acid Metabolism in the Liver: Nutritional and Physiological Significance. In: Wu G, Herausgeber. Amino Acids in Nutrition and Health. Cham: Springer International Publishing; 2020. S. 21–37. |
| Wir haben Studien und Bücher zu Ernährung und Gesundheit nach folgenden 3 Evidenz-Kategorien markiert: grün=starke Beweiskraft, gelb=mittlere, violett=schwache. Die restlichen Quellen sind grau markiert. Eine ausführliche Erklärung finden Sie in unserem Beitrag: Wissenschaft oder Glaube? So prüfen Sie Publikationen. | ||
Kommentare