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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Pflaume, roh (Echte Edelpflaume)

Die rohe Pflaume (Echte Edelpflaume) eignet sich sehr gut für Kompott, Mus oder eine asiatische Pflaumensosse.
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Die uns bekannte rohe Echte Edel-Pflaume ist rundlich, sehr saftig und schmeckt süss. Wir unterscheiden sie von der oval geformten Zwetschge und weiteren Pflaumenfrüchten.

Verwendung in der Küche:

Die Echte Edelpflaume (Prunus domestica var. subrotunda) - die bekannteste unter den Edelpflaumen (Prunus domestica subsp. italica) - erscheint in dunkelrot bis blauschwarz. Grüngelbe Sorten nennt man Renekloden (Prunus domestica var. claudiana). Die runden Pflaumen haben eine starke Kernnaht, die über die ganze Frucht verläuft. Das Fruchtfleisch ist meist gelb bis rötlich, weich, saftig und schmeckt süss. Eine Säurenote ist kaum zu spüren. Der Kern ist runder als jener der Zwetschge und schwerer aus dem Fruchtfleisch zu lösen.

Pflaumen sind roh köstlich als Snack, Dessert oder klein geschnitten im täglichen Müesli. Verarbeitet zu Saucen (Pflaumensosse), Chutneys, Konfitüre, Kompott, Mus oder Saft schmecken Edel-Pflaumen hervorragend. Die süssen Früchte kann man ausserdem für ein feines Obst-Crumble oder einen Blechkuchen verwenden oder damit einen Eistee verfeinern. Salzigen, sauren oder scharfen Gerichten geben Pflaumen einen ausgleichenden Geschmack. Auch getrocknete Pflaumen passen sehr gut in herzhafte Speisen.

Pflaumen harmonieren mit Zimt, Kardamom oder Vanille, aber auch mit Kurkuma, Thymian oder Salbei.

Einkauf:

Pflaumen haben von Juli bis Oktober Saison und sind daher zu dieser Zeit in den gemässigten Zonen regional erhältlich. Biologisch produzierte Pflaumen sind zudem frei von Spritzmittelrückständen. Achten Sie beim Einkauf auf frische und vor allem feste Früchte, überreife Pflaumen weisen häufig Wurmbefall auf.

Wild zu finden:

Die Kirschpflaume (Prunus cerasifera) gilt, zumindest teilweise, als die Wildform der Kultur-Pflaume (Prunus domestica, wohl eine Hybridzüchtung - es gibt aber auch Gegenargumente1). Die Pflanze kommt aus dem Balkan und aus Klein- bis Mittelasien. Man nennt sie auch Myrobalane. In verschiedenen ländlichen Regionen kennt man sie auch als türkische Kirsche, Därgelkersch, Sterninkel, Kringelbaum oder Kriachlbaum. Erntet man sie grün, bietet man sie auf türkischen Märkten als Can Erik an.

Man findet den niedrigen Baum oder Strauch der Kirschpflaume in Obstanbaugebieten, häufig verwildert in alten Obstplantagen oder an Strassenrändern. Die Früchte der Kirschpflaume sind kugelrund und mit einem Durchmesser von 2-3 cm vergleichbar mit Mirabellen, also viel kleiner als die bekannten Edel-Pflaumen. Die Früchte sind schon im Juni oder Juli reif und sind gelb, rot oder blauviolett. Das Fruchtfleisch reifer Früchte weist eine angenehme Süsse auf, ansonsten schmecken Kirschpflaumen aber eher wässrig und fad. Die Schale ist meist sehr sauer.2

Der zweite Elternteil der Pflaume ist der Schlehdorn (Prunus spinosa). Für Tiere ist er ein bedeutender Wildstrauch. Genaue Ursprungsdaten der Schlehe sind nicht bekannt. Schlehenkerne fand man aber in neolithischen Feuchtbodensiedlungen in Mitteleuropa. Heute ist die Schlehe in Europa, Vorderasien, im Kaukasus und in Nordafrika verbreitet.

Lagerung:

Pflaumen reifen bei Zimmertemperatur sehr rasch nach. So können Sie auch etwas unreife Früchte nach wenigen Tagen trotzdem geniessen. Haben Edel-Pflaumen eine weisse Schicht auf der Schale, wäscht man diese erst kurz vor dem Verzehr ab. Dieser natürliche Wachsüberzug schützt vor dem Austrocknen.3 Lagern Sie Pflaumen immer kühl und dunkel, am besten im Kühlschrank. Verzehren Sie die Steinfrüchte innerhalb einer Woche. Möchten Sie die gekauften Pflaumen zu einem späteren Zeitpunkt verarbeiten, eignen sie sich gewaschen und entkernt auch zum Einfrieren.

Inhaltsstoffe:

Rohe Pflaumen sind reich an Vitamin C und Vitamin K. Sie enthalten auch Folat (Folsäure), Thiamin (B1), Niacin (B3) und Vitamin A. Der Anteil an Kalium, Kupfer und Mangan ist ebenfalls nennenswert.4

Gesundheitliche Aspekte:

Die B-Vitamine in den Pflaumen stärken die Nerven, vermindern Stress und fördern die Leistung im Allgemeinen. Polyphenole, vor allem Anthocyane, sind in dunkel gefärbten Früchten enthalten. Sie stärken die Abwehrkräfte, schützen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vor Entzündungen (Gicht, Leberleiden).5

Studien der Texas A&M University zeigen, dass Pflaumen auch vor Krebs schützen. Die im Pflaumenextrakt enthaltenen Polyphenole und die Chlorogensäure können das Brustkrebsrisiko senken.6,7 In den Pflanzenfasern sind sekundäre Pflanzenstoffe wie Pektin und Zellulose enthalten. Diese Stoffe quellen im Darm und regen die Verdauung an. Bei Verstopfung setzt man Pflaumen gern für ihre abführende und harntreibende Wirkung ein. Mit dieser Verdauungsförderung kann man bei regelmässigem Verzehr von Pflaumen das Risiko für Darmkrebs minimieren.8 Zudem entgiften die in der Schale enthaltenen Pektine und senken den Cholesterinspiegel.

Gefahren / Unverträglichkeiten:

Menschen mit einer Fructoseintoleranz sollten auf Pflaumen verzichten oder nur wenig davon essen. Der Fruchtzuckeranteil ist sehr hoch, was bei Unverträglichkeit Symptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Blähungen oder Durchfall auslösen kann.

Volksmedizin:

Die ursprüngliche Verwendung der Pflaume in der traditionellen europäischen Volksheilkunde als Abführmittel darf nun offiziell eine gesundheitsbezogene Aussage tragen (Health claim). Z.B. "Getrocknete Pflaumen tragen zu einer normalen Darmfunktion bei".14

Die Rinde des Pflaumenbaums setzt man in der afrikanischen Volksmedizin bei Prostata-Problemen ein. Der abnehmende Testosteronspiegel bei Männern im Laufe des Alters kann zu einer gutartigen Vergrösserung der Prostata führen. Laut wissenschaftlichen Studien wirkt dieses altbekannte Heilmittel wirklich ausgleichend auf den Östrogen- und Testosteronspiegel. Ebenso hilft die Rinde gegen Entzündungen und freie Radikale.9

Vorkommen:

Die Herkunft der Kulturpflaume (Prunus domestica) ist nicht eindeutig geklärt. Man vermutet ihre Heimat in der Nähe des Kaukasus und des Kaspischen Meeres.13 Sie tauchte im 1. Jh. n. Chr. in römischen Texten auf. Vermutlich hatte Alexander der Grosse Pflaumen auf Kriegszügen kennengelernt und in seine Heimat eingeführt (Makedonien - Norden des antiken Griechenlands).10

Anbau, Ernte:

Pflaumen benötigen tiefgründige, leicht erwärmbare Böden, die das Wasser gut halten, aber keine Staunässe bilden. Je nach Standort muss man eine passende Unterlage verwenden. Achten Sie beim Kauf auf selbstfruchtende Sorten. Ein auf die Sorte angepasster jährlicher Rückschnitt gewährleistet langjährig gesunde Pflanzen und einen guten Ertrag.11

Verwechslungsgefahr:

Es passiert häufig, dass man Zwetschgen und Edel-Pflaumen verwechselt. Genau genommen gehören beide zur Pflanzenart der (Kultur-)Pflaume (Prunus domestica), sind aber verschiedene Unterarten.

Bei den Zwetschgen gibt es viele verschiedene Züchtungen. Man erkennt sie jedoch immer an ihrem eiförmigen Aussehen und ihrer bläulich-violetten Farbe. Ihr Fruchtfleisch ist meist gelb-grünlich, fester, trockener und säuerlicher im Geschmack als jenes der Pflaume. Da sie weniger Wasser enthalten, eignen sie sich besser zum Backen als Edel-Pflaumen. Zwetschgen haben eine sehr auffällige Wachsschicht zum Schutz vor dem Austrocknen, die man auch erst kurz vor dem Essen abwäscht. Im Gegensatz zur Pflaume löst sich der Kern der Zwetschge sehr einfach vom Fruchtfleisch.

Allgemeine Informationen:

Die Kulturpflaume (Prunus domestica) ist ein Rosengewächs (Rosaceae), wohl entstanden aus einer Hybridzüchtung zwischen Kirschpflaume und Schlehdorn.1,13 Es gibt 7 Unterarten der (Kultur-)Pflaume15:

  • Zwetschge, Echte Zwetschge oder Zwetschke (österr.) (Prunus domestica subsp. domestica)
  • Mirabelle (Prunus domestica subsp. syriaca)
  • Kriechen-Pflaume oder Haferpflaume (Prunus domestica subsp. insitia)
  • Ziparte oder Zibarte (Prunus domestica subsp. prisca)
  • Halbzwetsche (Prunus domestica subsp. intermedia)
  • Spilling (Prunus domestica subsp. pomariorum)
  • Edel-Pflaume (Prunus domestica subsp. italica)

Die Edel-Pflaume ist die handelsübliche Pflaume und umfasst zwei Sortengruppen: die dunkle Echte Edel-Pflaume oder Edel-Rund-Pflaume (Prunus domestica var. subrotunda), häufig im Supermarkt im Angebot, und die grüngelbe Reneklode, Reineclaude, Reneclode, Ringlotte, Ringelotte oder Ringlo (Prunus domestica var. claudiana)12, im Englischen als greengage bekannt.

Literatur / Quellen:

  1. Zohary, D. Is the European plum, Prunus domestica L., a P. cerasifera EHRH. x P. spinosa L. allo-polyploid? Euphytica. 1992; 60 (1):75–77. doi:10.1007/BF00022260
  2. Wikipedia Kirschpflaume.
  3. Apotheken-umschau.de Pflaume.
  4. USDA United States Department of Agriculture.
  5. Stacewicz-Sapuntzakis M, Bowen PE et al. Chemical composition and potential health effects of prunes: a functional food? PubMed. Crit Rev Food Sci Nutr. Mai 2001 41(4). doi:10.1080/20014091091814.
  6. Baker S. Breast cancer cells destroyed by peach and plum extracts. Natural News. Juni 2010.
  7. Noratto G, Porter W et al. Identifying peach and plum polyphenols with chemopreventive potential against estrogen-independent breast cancer cells. PubMed. Journal Agric Food Chem. June 2009 24;57(12). doi:10.1021/jf900259m.
  8. Schattenberg P. Dried plums can reduce risk of colon cancer, research shows. Texas A&M AgriLife Communications. ScienceDaily. September 2015.
  9. Jena AK, Vasisht K et al. Amelioration of "testosteroneinduced" benign prostatic hyperplasia by Prunus species. J Ethnopharmacol. Mai 2016;190:33-45. doi: 10.1016/j.jep.2016.05.052.
  10. Behre KE. Formenkreise von Prunus domestica L. von der Wikingerzeit bis in die frühe Neuzeit nach Fruchtsteinen aus Haithabu und Alt-Schleswig. Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft. 1978;91:161–179.
  11. Kleingaertner-hot.de Pflaumenanbau.
  12. Wikipedia Edel-Pflaume.
  13. Zhebentyayeva T, Shankar V. et al. Genetic characterization of worldwide Prunus domestica (plum) germplasm using sequence-based genotyping. Horticulture Research.2019; 6:12. doi: 10.1038/s41438-018-0090-6.
  14. Abstract des Buches: Sadler M.J. Foods, Nutrients and Food Ingredients with Authorised EU Health Claims: Volume 2. Woodhead Publishing Series in Food Science, Technology and Nutrition; 2015. doi: 10.1016/B978-1-78242-382-9.00016-5.
  15. Wikipedia Pflaume.

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