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Die Rote Bete (Beta vulgaris ssp. vulgaris Conditiva Gruppe) heisst auch Rote Beete und in der Schweiz Rande. Sie hat neben der markanten roten Farbe einen charakteristischen erdigen Geschmack und ist sowohl roh als auch gekocht geniessbar - am besten in Bio-Qualität.
Verwendung in der Küche
Der erdige Geschmack der Roten Bete ist nicht für alle was, dabei lässt sich die süsse Rübe unglaublich gut mit allem, aber besonders mit sauren, oder stark umamihaltigen Lebensmitteln kombinieren. Der Geschmack intensiviert sich mit der Alterung der Knolle. Auch die Blätter sind essbar und eignen sich, ähnlich wie frischer Spinat, kurz gedämpft zum Verarbeiten. Da diese schnell verwelken, sind sie ein guter Indikator für die Frische der Knolle.
Lässt sich Rote Beete roh essen? Rote Bete können Sie roh essen. Vor allem junge Randen (Baby Beets) eignen sich roh und dünn aufgeschnitten als Carpaccio oder fein geraspelt im Salat. Roh schmeckt sie auch im Smoothie oder als Direktsaft. Als Vorspeise bieten sich eine Zubereitung als veganes Tatar, als Dip zu Gemüsesticks oder als Rohkost-Rote-Bete-Suppe an. Fein geschnittene rohe Rote Bete eignet sich zudem zur Fermentation.
Geschält und gegart eignet sich Rote Bete in verschiedenen Salatvariationen: mit einem Dressing aus Senf und Aceto balsamico harmoniert sie gut mit Nüsslisalat (Feldsalat) und Orangen. Herzhafter zeigt sich Rote Bete fein geraspelt, mit heissem Apfelessig übergossen, gewürzt mit Kümmelsamen und Meerrettich. Eine Suppe aus den gekochten Randen, verfeinert mit Sojasosse und Hafersahne hat eine deutlich süssere Note als die rohe Variante. Um Gerichten eine schöne Farbe zu verleihen, können Sie Rote Bete auch zu Falafel, in Gratins, Aufläufen oder Quiches mischen. Zudem können Sie damit vegane Omeletten, Risotto oder Rote-Bete-Hummus färben und verfeinern.
Zutaten, die mit dem roten Wintergemüse harmonieren, sind unter anderem Walnüsse, Pinienkerne, Kichererbsen, Linsen oder Gewürze wie Rosmarin und Minze.
Aufgrund ihrer natürlichen Süsse ist die Rote Bete auch eine ausgezeichnete Zutat für Süssspeisen. Kuchen, vor allem Schokoladenkuchen, verleiht die gekochte Rote Bete eine saftige Konsistenz. Auch vegane Kreationen wie Pannacotta, Grütze, Sorbets oder Früchtedesserts lassen sich mit Randen zubereiten.
Die Rote Bete stellt eine köstliche und nährstoffreiche Ergänzung zu verschiedenen Speisen dar. Um wertvolle Inhaltsstoffe zu erhalten, empfiehlt sich das Kochen oder Dämpfen mit Schale. Je nach Reife und Grösse der Rübe variiert die Kochzeit (20-45 Minuten). Dieser Aufwand lohnt sich, da der erdige Geschmack und das unvergleichliche Aroma jedes Gericht zu etwas Besonderem machen. Damit die rote Farbe nicht zu stark an den Fingern haften bleibt, empfiehlt sich das Tragen von Handschuhen bei der Verarbeitung.
Veganes Rezept für roh-vegane Rote-Bete-Suppe
Zutaten für 4 Personen: 450 g Tomaten, 1 Rote Bete (roh, bio), ½ grüne Gemüsepaprika, ½ Zwiebel, 1 Avocado, 1 Knoblauchzehe, 6 frische Basilikumblätter, Salz, Pfeffer.
Zubereitung: Alle Zutaten etwas zerkleinert (geschält) in einen Hochleistungsmixer geben und fein pürieren. Je nach Konsistenz können Sie etwas Wasser hinzufügen und mit Salz und Pfeffer nach Geschmack würzen. Die vegane und rohe Rote-Bete-Suppe können Sie im Teller mit Basilikumblättern dekorieren.
Veganes Rezept für Rote-Bete-Bohnen-Salat mit Äpfeln
Zutaten für 4 Personen: 3 Rote Beten (gekocht, bio), 2 Äpfel, 200 g gekochte weisse Bohnen, 2 EL Rapsöl, 2 EL Weissweinessig, Salz, Pfeffer.
Zubereitung: Das Kerngehäuse der gewaschenen Äpfel entfernen. In kleine Stücke schneiden und zusammen mit den gekochten Bohnen in eine Schüssel geben. Den Weissweinessig und das Rapsöl vermischen und über die Bohnen-Apfel-Mischung geben. Alles gut vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zuletzt die gekochten und danach geschälten Rote-Bete-Knollen in kleine Stücke schneiden, über die Bohnen-Apfel-Mischung geben und vorsichtig unterheben.
Vegane Rezepte mit Roter Bete (roh) finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".
| Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen: Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler. |
Einkauf - Lagerung
Im Handel sind Rote Beten, je nach Land, auch unter der Bezeichnung Rote Rüben (AT) oder Randen (CH) erhältlich. Grundsätzlich ist die Rote Bete ganzjährig verfügbar. Die Erntezeit ist von Anfang August bis Ende November und zu dieser Zeit ist das Wintergemüse besonders frisch erhältlich. Rote Bete finden Sie sowohl roh als auch gekocht in Beuteln vakuumiert oder in Gläsern eingelegt in gut sortierten Supermärkten wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Billa, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka oder Hofer, häufig auch in Bio-Qualität. Auch Bio-Supermärkte wie Alnatura oder Denn's Biomarkt bieten Bio-Randen roh und eingemacht an. Zur Saison gibt es frische Rote Bete auch auf Wochenmärkten.
Die Verfügbarkeit von Roter Bete ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.
Wild zu finden
Die Rote Rübe (Beta vulgaris ssp. vulgaris Conditiva Gruppe) stammt vermutlich von der Wilden Rübe (Wildrübe) ab (Beta vulgaris ssp. maritima). Diese kommt heute noch wild an Küstengebieten des Mittelmeers, Westeuropas, Nordwestafrikas und Indiens vor. Auch in Kalifornien und Australien sowie in nördlichen Regionen bis nach Südschottland ist sie verbreitet.2 Weitere Wildrübenarten sind Beta vulgaris ssp. adanensis, Beta macrocarpa und Beta patula. Beta patula ist jedoch eine seltene und stark gefährdete Art, die endemisch auf zwei kleinen unbewohnten Inselchen des Madeira-Archipels vorkommt.1
Tipps zur Lagerung
Wer die Rote Bete nicht gleich weiterverarbeitet oder haltbar macht, kann sie einlagern. Im Gemüsefach des Kühlschranks hält sich die rohe Rote Bete, in ein feuchtes Tuch eingeschlagen, zwei bis drei Wochen frisch. Für eine längere Lagerung empfiehlt sich eine Kiste mit feuchtem Sand. Am besten erfolgt die Einlagerung in einem dunklen und kühlen Keller (max. 5 °C) mit hoher Luftfeuchtigkeit. Gekochte Randen sollten Sie innerhalb weniger Tage aufbrauchen oder portionsweise einfrieren.
Laut Fachliteratur lässt sich Rote Bete bei 1–2 °C und sehr hoher Luftfeuchtigkeit (98–100 %) 8 bis 10 Monate lagern.21
Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien
Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.
Der Energiegehalt einer rohen Roten Bete ist mit 43 kcal pro 100 g eher gering. Mit 1,6 g Eiweiss (Protein) pro 100 g ist die Rote Bete eiweissarm. Da der Fettgehalt bei 0,17 g/100g liegt, sind auch kaum Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure) enthalten. Der Anteil an Kohlenhydraten beträgt 9,6 g/100g, die Ballaststoffe 2,8 g/100g.3
Roh enthält die Rote Bete 109 µg/100g Folat, was ca. 55 % des Tagesbedarfs ausmacht. Ähnliche Werte des Vitamins haben gekeimte Linsen und Walnüsse. Sehr viel Folat haben Hülsenfrüchte. Wichtig zu wissen ist, dass der Kochvorgang den Folatgehalt reduziert: Kichererbsen roh haben 557 µg/100g und Kichererbsen gekocht enthalten nur noch 63 µg/100g.3
Rohe Randen haben einen Gehalt an Kalium von 325 mg, was ca. 16 % des Tagesbedarfs ausmacht. Broccoli und Steinpilze enthalten ebenso viel Kalium. Algen (z.B Kombu-Alge 6100 mg/100g) haben einen hohen Kaliumanteil.3
Der Gehalt an Mangan liegt bei 0,33 mg/100g, das entspricht 16 % des Tagesbedarfs. Ähnlich viel Mangan weisen Durian (Stinkfrucht) und Rucola, roh auf. Sehr hohe Mengen dieses Mikronährstoffs finden sich in Pinienkernen (8,8 mg/100 g), Haselnüssen (6,2 mg/100 g) und Pekannüssen (4,5 mg/100 g).3
Häufig liest oder hört man, dass Rote Bete viel Eisen enthält. Aber mit 0,8 mg/100g ist der Anteil an Eisen ähnlich niedrig wie bei Orangen. Haferflocken haben mit 4,4 mg/100g wesentlich mehr Eisen.3
Die gesamten Inhaltsstoffe von roher Roter Bete, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.
Wirkungen auf die Gesundheit
Ist Rote Beete gesund? Anorganisches Nitrat kommt in den meisten Gemüsesorten vor, ist jedoch besonders reichlich in grünem Blattgemüse und Roter Beete (Beta vulgaris) enthalten. Obwohl Nitrit und Nitrat in bestimmten Zusammenhängen negative Wirkungen haben können, zeigen Studien auch positive Effekte. Nitrat aus der Nahrung kann bei gesunden Menschen den Blutdruck senken, weil es eine Erweiterung der Blutgefässe bewirkt.7,8
Rote-Bete-Saft erhöht zudem den Gehalt an Stickstoffmonoxid (NO), das zahlreiche Funktionen im Kontext der Steigerung des Blutflusses, des Gasaustauschs, der mitochondrialen Biogenese und Effizienz sowie der Stärkung der Muskelkontraktion erfüllt. Eine Supplementierung mit Rote-Bete-Saft könnte daher Effekte auf die kardiorespiratorische Ausdauer haben, die sich positiv auf die sportliche Leistung auswirkt.12
Sekundäre Pflanzenstoffe
Viele gesundheitliche Wirkungen von Roter Bete kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen. Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.
Rote Bete enthält u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:19
- Isoprenoide: Tetraterpene und -terpenoide: Carotinoide (Beta-Carotin), Xanthophylle (Lutein)
- Polyphenole: Phenolsäuren: Hydroxybenzoesäuren (Vanillinsäure, p-Hydroxybenzoesäure, Syringinsäure, Gallussäure), Hydroxyzimtsäuren (Ferulasäure, Kaffeesäure, p-Cumarsäure (4-Hydroxyzimtsäure)), Flavonoide: Flavanole (Epicatechin, Catechin), Flavonole (Rutin, Quercetin, Astragalin, Rhamnetin, Rhamnocitrin), Flavone (Apigenin)
- Weitere stickstoffhaltige Verbindungen: Betalaine (Betanin)
- Weitere organische Verbindungen: Aldehyde (Vanillin)
Die in Roter Bete enthaltenen Flavonoide, Polyphenole und andere sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe sollen bei Krebspatienten während der Chemotherapie unerwünschte Nebenwirkungen abschwächen und die menschliche Leistungsfähigkeit verbessern. Genauere Studien sind hierzu noch notwendig, um konkretere Angaben machen zu können.9
Natürliche Farbstoffe, wie Betalaine weisen entzündungshemmende, antioxidative, immunmodulatorische und krebspräventive Wirkungen auf. Diese gesundheitsfördernden Wirkungen der Betalaine wecken das Interesse der Lebensmittel- und Medizinindustrie, sie als funktionelle Lebensmittelzutat zu verwenden.10 Zudem soll die Rote Bete den unangenehmen Geruch von Knoblauch beseitigen.8
Extrakte aus Roten Beten können die Zusammensetzung und Aktivität des Darmmikrobioms positiv beeinflussen, wobei sie spürbar bifidogen wirken und das Wachstum und den Stoffwechsel von Probiotika anregen.13
Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen
Ist Rote Beete ungesund? Rote Bete kann, ähnlich wie Spinat und Mangold, viel Nitrat speichern. Nitrat verwandelt der Körper zum Teil in Nitrit.
Nitrit kann bei hohen Dosen vor allem für Säuglinge eine Gefahr bedeuten, weshalb man Höchstgehalte auch bei pflanzlichen Lebensmitteln vorgeschrieben hat. Je nach Anbaugebiet und Düngung kann der Nitratgehalt in Gemüse sehr stark schwanken. Bei normalen Mengen besteht aber kein Gesundheitsrisiko.4 Bedeutend gefährlicher sind Nitrat und Nitrit, die über Konservierungsmittel in unser Essen gelangen.5
Da Rote Rüben Oxalsäure enthalten, sollten Menschen mit Nierenproblemen oder Nierensteinen beim Verzehr von oxalhaltigen Lebensmitteln vorsichtig sein.6 Normale Verzehrmengen stellen aber keine wesentliche Gefahr dar. Zudem lässt sich eine chronische Anreicherung von Oxalsäure im Körper durch Kalzium verhindern, da Kalzium Oxalsäure neutralisiert. Kombinieren Sie daher ihr Randen-Gericht mit einem kalziumhaltigen Lebensmittel. Das Kochen der Knollen und Blätter verringert zudem den Gehalt an Oxalsäure. Viel Trinken unterstützt ausserdem das Ausscheiden von Oxalsäure aus dem Körper.16
Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl
Regionale, frische Rote Bete hat mit 0,2 kg CO2eq/kg Lebensmittel einen geringen CO2-Fussabdruck. Im Glas erhöht sich dieser dank zusätzlicher Produktionsschritte auf 1,3 kg CO2eq/kg.11 Idealerweise kaufen Sie Rote Bete roh und unverpackt, da dies Plastik- oder Glasverpackungen einspart.
Der Wasserfussabdruck für die Produktion von 1 kg Roter Bete liegt bei 385 Litern.17
Zudem ist regionales Gemüse zu bevorzugen. Rote Beete ist in den D-A-CH-Ländern beheimatet und dank der guten Lagerfähigkeit beinahe das ganze Jahr aus regionalem Anbau erhältlich. So entfallen lange Transportwege und zu grosser Wasserverbrauch wie für nicht-saisonales Gemüse aus trockenen Gebieten.
In der konventionellen Landwirtschaft kommen grossflächig synthetische Düngemittel und Pestizide zum Einsatz, welche sich auch im Endprodukt finden lassen. Dies betrifft auch die Rote Bete - entsprechend sollten Sie beim Einkauf auf Produkte aus biologischer Landwirtschaft achten.18
Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?
Tierschutz - Artenschutz
Die Biodiversität nimmt weltweit stark ab, und die Landwirtschaft ist dabei einer der wichtigsten Gründe. Besonders intensive Anbaumethoden wie Monokulturen, der Einsatz von Pestiziden und starke Bodenbearbeitung schaden vielen Arten. Dadurch werden wichtige natürliche Prozesse wie Bestäubung, Nährstoffkreisläufe und die Stabilität von Ökosystemen beeinträchtigt.
Als Gegenmassnahme entstehen nachhaltigere Anbaumethoden wie regenerative oder ökologische Landwirtschaft. Diese arbeiten weniger intensiv und können die Artenvielfalt in vielen Fällen fördern.
Eine grosse Auswertung von 331 Studien zeigt, dass solche alternativen Anbaumethoden im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft insgesamt meist positive Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen haben. Allerdings gibt es keine einzelne Methode, die alle Arten gleichzeitig fördert. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass eine vielfältigere und weniger intensive Landwirtschaft wichtig ist, um die Biodiversität langfristig zu schützen.20
Weltweites Vorkommen - Anbau
Die Rote Bete ist eine Kulturform der Gemeinen Rübe (Beta vulgaris ssp. vulgaris), ähnlich wie die Zuckerrübe und Mangold. Sie besitzt eine lange historische und kulturelle Bedeutung, die bis in die Antike zurückreicht.2,19 Die Gemeine Rübe stammt wiederum von der wilden Rübe ab, die ihren Ursprung vermutlich im Mittelmeerraum hat.2
Schon seit etwa 1000 v. Chr. nutzten antike Zivilisationen die Blätter der Wildrübe als Nahrungsmittel. Im Römischen Reich dienten die Blätter als Lebensmittel, während die Wurzeln zu Heilzwecken dienten. Später gewann die Wildrübe auch in Indien an Bedeutung, wo man neben ihrem Nährwert besonders ihre heilenden Eigenschaften schätzte. Auch Griechen und Römer kannten und verzehrten sie; sie bezeichneten sie als "sizilianische Rüben".19
Heute ist der Anbau besonders in Europa, Nordafrika, Nord- und Südamerika sowie Ozeanien verbreitet.14
Anbau - Ernte
Rote Bete ist eine krautige, blühende zweijährige Pflanze. Die Hauptwurzel der Roten Bete ist lang, kegelförmig und kräftig, während die Seitenwurzeln ein dichtes Geflecht bilden. Die Wurzel stellt den essbaren Teil der Pflanze dar. Je nach Sorte unterscheiden sich die Wurzeln in Form (rund oder zylindrisch) und Farbe (rötlich-violett, goldgelb oder rötlich-weiss).19
Die Samen der Roten Bete sind mehrkeimig, sodass aus einem Samen mehrere Keimlinge entstehen können. Sie besitzen zudem eine korkartige Schale mit phenolischen Verbindungen, die die Keimung hemmen. Die Blüten sind klein und haben fünf Blütenblätter.19
Die Rote Bete ist ein einfach anzubauendes Gemüse. Die Pflanzen können sich fast jedem Boden anpassen. Sie wachsen nicht nur im Garten gut, sondern auch in einem hohen Blumentopf auf dem Balkon oder der Terrasse. Randen bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Die Erde sollte stets etwas feucht sein. Beim Düngen ist Vorsicht geboten. Die Pflanze benötigt zwar viel Kalium, verträgt jedoch zu viel Stickstoff schlecht. Greifen Sie daher zu einem natürlichen, kaliumreichen und stickstoffarmen Dünger.15
Ab April sollten Sie die Samen vorziehen. Ab Mai setzen Sie diese ins Freiland. Am besten mit einem Abstand von 5 bis 7 cm und einer Tiefe von 2 bis 3 cm. Sobald die Pflanzen ca. 10 cm gross sind, pikieren Sie sie und lassen die kräftigsten Exemplare stehen. Sorten mit kleineren Knollen sind nach 8-12 Wochen erntereif, grössere Sorten nach 10-13 Wochen. Rote Beten sollten Sie vor dem ersten Frost ernten.15
Weiterführende Informationen
Die Rote Bete gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae) und dort wiederum zur Unterfamilie der Betoideae, die den Tribus Beteae (Rüben) einschliesst.
Die nährstoffreiche Rote Bete ist ein Wurzelgemüse. Es kommt in verschiedenen Formen vor. Die Färbung der Knollen reicht von Gelb bis Rot.19
Alternative Namen
Neben Rote Rübe und Rote Bete (Rote Beete) sind regionale Bezeichnungen wie Rahnen (AT), Randen (Schweiz), Rannen (Bayern), aber auch Rauna, Rana, Rohne, Rone, Ronen, Randig, Randich, Rohna bekannt.
Die englische Bezeichnung für Rote Rübe ist beetroot, beet, garden beet oder table beet.19
Sonstige Anwendungen
Früher diente die Rote Bete als Färberpflanze. Der Farbstoff Betanin (Betenrot) ist heute noch ein Naturfarbstoff für Lebensmittel (E162).15
Literaturverzeichnis - 21 Quellen (Link zur Evidenz)
| 1. | * B.v. vulgaris belongs to the genus Beta, section Beta, and apart from the cultivated forms this section contains the four wild beets B. vulgaris ssp. maritima (sea beet), B. vulgaris ssp. adanensis, Beta macrocarpa and Beta patula (Biancardi et al., 2012). Their habitats are generally coastal regions ranging from the Mediterranean Sea to the Atlantic Ocean in Northern Europe. Beta patula, however, is a rare and critically endangered species endemic to two small uninhabited islets of the Madeira archipelago. Labor- und Bioinformatikstudie DOI: 10.1111/tpj.14413 | Rodríguez Del Río Á, Minoche AE et al. Genomes of the wild beets Beta patula and Beta vulgaris ssp. maritima. Plant J. 2019;99(6):1242-1253. |
| 2. | ● Website | Driessen S. Beta vulgaris subsp. maritima an Deutschlands Ostseeküste. Dissertation. Aachen. 2003. |
| 3. | ● Website | USDA United States Department of Agriculture. |
| 4. | ● Website | LGL Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Nitrat in Roter Bete: Untersuchungsergebnisse. 2013. |
| 5. | ● Website | AGES Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit. Nitrat und Nitrit. |
| 6. | * Narratives Review DOI: 10.7762/cnr.2015.4.3.137 Study: weak evidence | Han H, Segal AM et al. Nutritional management of kidney stones (Nephrolithiasis). Clin Nutr Res. 2015;4(3):137–152. |
| 7. | * experimentelle Interventionsstudie DOI: 10.1161/HYPERTENSIONAHA.111.00933 Study: moderate evidence | Ghosh SM, Kapil V et al. Enhanced vasodilator activity of nitrite in hypertension: critical role for erythrocytic xanthine oxidoreductase and translational potential. Hypertension. 2013;61(5):1091-1102. |
| 8. | * Narratives Review DOI: 10.1177/1934578X20921623 Study: weak evidence | Amin AR, Kassab RB et al. Comparison among garlic, berberine, resveratrol, Hibiscus sabdariffa, genus zizyphus, hesperidin, red beetroot, catha edulis, portulaca oleracea, and mulberry leaves in the treatment of hypertension and type 2 DM: a comprehensive review. Natural Product Communications. 2020;15(4):1934578X20921623. |
| 9. | * Narratives Review DOI: 10.15430/JCP.2021.26.1.1 Study: weak evidence | Tan ML, Hamid SBS. Beetroot as a Potential Functional Food for Cancer Chemoprevention, a Narrative Review. J Cancer Prev. 2021;26(1):1-17. |
| 10. | * Narratives Review DOI: 10.1021/acs.jafc.0c04241 Study: weak evidence | Fu Y, Shi J et al. Red beetroot betalains: perspectives on extraction, processing, and potential health benefits. J Agric Food Chem. 2020;68(42):11595–11611. |
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| 12. | * systematische Übersichtsarbeit DOI: 10.3390/nu9010043 Study: strong evidence | Domínguez R, Cuenca E et al. Effects of beetroot juice supplementation on cardiorespiratory endurance in athletes. A systematic review. Nutrients. 2017;9(1):43. |
| 13. | * Narratives Review DOI: 10.1080/10408398.2020.1768510 Study: weak evidence | De Oliveira SPA, do Nascimento HMA et al. A review on bioactive compounds of beet (Beta vulgaris L. subsp. vulgaris) with special emphasis on their beneficial effects on gut microbiota and gastrointestinal health. Crit Rev Food Sci Nutr. 2021;61(12):2022–2033. |
| 14. | * Garden beet (Beta vulgaris ssp. vulgaris [Garden beet Group]), also known as table beet or beetroot, is cultivated worldwide, but it is especially popular in Europe, North Africa, North- and South America and Oceania. interdisziplinäre genomische Studie DOI: 10.1186/s12870-025-08056-7 | Hayakawa R, Taniguchi E et al. Globular garden beet represents a distinct lineage in the domestication of Beta vulgaris. BMC Plant Biol. 2026;26(1):216. |
| 15. | ● Website | Plantura garden: Rote Beete im Portrait: Die gesunde Rübe aus dem eigenen Garten. |
| 16. | * The consumption of plant foods has been encouraged to cover a high proportion of the diet due to their health benefits. However, the occurrence of anti-nutrients in plant foods, especially soluble oxalate, is often neglected. High intake of soluble oxalate from the diet can increase the risk of kidney stone formation as well as mineral deficiency and restriction of dietary oxalate is the only way to reduce urinary oxalate. This review discussed the existing knowledge on effects of food processing on oxalate contents in plant foods. Leaching, fermentation and cooking with calcium sources could be considered as the most efficient methods to reduce soluble oxalate. Time, temperature and properties of the food (pH, fibre and fat contents, and preparation methods) are the major factors determining the treatment efficiency for oxalate reduction. Narratives Review DOI: 10.1016/j.jfca.2022.104685 Study: weak evidence | Huynh NK, Nguyen DHM et al. Effects of processing on oxalate contents in plant foods: A review. Journal of Food Composition and Analysis. 2022;112:104685. |
| 17. | * Untersuchung zum Wasserverbrauch von Lebensmitteln DOI: 10.5194/hess-15-1577-2011 | Mekonnen MM, Hoekstra AY. The green, blue and grey water footprint of crops and derived crop products. Hydrol. Earth Syst. Sci. 2011;15:1577-1600. |
| 18. | ● Website | Pesticide Action Network Europe. Forbidden Fruit. 2022. |
| 19. | * "SP" Beetroot (Beta vulgaris L.), a herbaceous, flowering biennial plant belonging to the Chenopodiaceae family, originates from both Asia and Europe. It has rich historical and cultural significance, with its origins tracing back to the Mediterranean region, and has been cultivated since ancient times. Since 1000 BCE, sea beet leaves have been utilized by ancient civilizations, with the Roman Empire incorporating the leaves as a food source and the roots as a medicinal remedy. Sea beet later gained popularity in India, where its nutritional benefits were utilized alongside its frequent application for healing purposes. It was also known and consumed by the Greeks and Romans, who referred to it as Sicilian beets [3]. This nutrient-dense food is a root vegetable that exists in various forms, with bulb coloration ranging from yellow to red. The main root of beetroot is long, tapering, and robust, and its side roots form a dense texture. The root represents the consumable part of the plant, often measuring 1–2 inches in height [5]. Beetroot roots vary in shape (globular or cylindrical) and color (reddish-purple, golden yellow, or reddish-white) depending on the variety. The leaves, emerging from the apex, vary in dimension, morphology, and color. Beetroot seeds are multi-germ, as one can produce multiple seedlings with a corky shell containing phenolics that inhibit germination. The flowers are small, with five petals [9]. These subspecies are also referred to as red beet, sugar beet, garden beet, table beet, golden beet, or beet. Narratives Review DOI: 10.3390/agriculture15030270 Study: weak evidence | Stoica F, Râpeanu G et al. Red Beetroot and Its By-Products: A Comprehensive Review of Phytochemicals, Extraction Methods, Health Benefits, and Applications. Agriculture. 2025;15(3):270. |
| 20. | * Biodiversity is declining at an unprecedented pace around the world, with current estimates that around 5% of all species will be lost every ten years1. The main driver of biodiversity loss is agriculture1, both through intensification of existing agricultural land and expansion of agriculture into pristine ecosystems2,3. With a growing and wealthier population, food demand will further increase, accentuating the negative impacts on biodiversity2,3. The severe impact of agriculture on biodiversity stems from the intensification of agricultural practices in recent decades to increase yields to the detriment of other key ecosystem services, such as pollination, nitrogen cycling, carbon storage or resistance to drought4. Globally, these intensive practices, such as pesticide use, intensive tillage, and monocultures, have also been used in a similar fashion3 across biomes and climatic zones. [..] Our review is the first road map of the literature identifying the impacts of agricultural practices on seven major species groups across biomes. We systematically reviewed 331 studies, resulting in 2538 data records representing unique combinations of settings (synchronicity of practices, location) and practices per species and/or taxa. We first (i) retrieved agricultural practices with documented impacts on biodiversity from the literature. We then (ii) assessed the qualitative impact (generally categorized as positive, negative or neutral) of each of these practices on each of the taxa in comparison to intensive practices. Lastly, we (iii) assessed whether the impacts of agricultural practices on biodiversity varied across biomes. Our findings show that no single practice enhances all taxonomic groups, but that alternative, less intensive agricultural practices are often beneficial to global biodiversity when compared to intensive conventional practices. Systematisches Review DOI: 10.1038/s44185-023-00034-2 Study: strong evidence | Cozim-Melges F, Ripoll-Bosch R et al. Farming practices to enhance biodiversity across biomes: a systematic review. npj biodivers. 2024;3(1):1. |
| 21. | ● Beetroot can be stored for 8–10 months at 1–2°C and 98%–100% relative humidity. The main causes of quality loss are moisture loss and desiccation, spoilage caused by fungi and bacteria, fusty and earthy odors and flavors, sprouting, suberinization, and development of white blush on damaged surfaces. DOI: 10.1016/B978-0-12-804599-2.00054-5 Book: moderate evidence | Edelenbos M, Wold AB et al. Roots: Beetroots. In: Controlled and Modified Atmospheres for Fresh and Fresh-Cut Produce. Elsevier; 2020. S.587–591. |
| Wir haben Studien und Bücher zu Ernährung und Gesundheit nach folgenden 3 Evidenz-Kategorien markiert: grün=starke Beweiskraft, gelb=mittlere, violett=schwache. Die restlichen Quellen sind grau markiert. Eine ausführliche Erklärung finden Sie in unserem Beitrag: Wissenschaft oder Glaube? So prüfen Sie Publikationen. | ||

















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