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Rosmarin, getrocknet (Meertau, Kranzenkraut)

Getrockneter Rosmarin (Meertau, Kranzenkraut) schmeckt würzig, harzig und etwas bitter. Er dient vorwiegend als Gewürz.
76/06/18  LA1:1ALA
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Wozu dient getrockneter Rosmarin? Getrockneter Meertau oder Kranzenkraut eignet sich zum Würzen verschiedenster Speisen und verliert im Vergleich zu anderen getrockneten Kräutern kaum an Aroma.

Verwendung in der Küche:

Getrockneten Rosmarin (Rosmarinus officinalis) setzt man in der Küche mindestens so vielfältig ein wie frischen Rosmarin. Vorwiegend in der mediterranen Küche findet man Rosmarin in Gemüse-, Kartoffel- und Teigwarengerichten. Getrocknet ist Rosmarin ein wesentlicher Bestandteil in der Provence-Kräutermischung oder in vielen Grillgewürz-Mischungen. Der harzige Geschmack verfeinert auch Honig, Apfelgelees oder andere Süssspeisen.

Als Bitter- und Geschmacksstoff wendet man Rosmarin auch in speziellen Kräuter- und Gewürzbiersorten an. Es ist auch sortenreiner Rosmarinhonig erhältlich. Dieser Honig stammt aus dem Blütennektar des Rosmarinstrauchs und hat ein sehr kräftiges, harziges Aroma.

Getrockneter Rosmarin ist auch als Tee köstlich. Man spricht ihm sehr viele positive innere Wirkungen zu.

Einkauf:

In Europa und Amerika ist getrockneter Rosmarin sehr einfach erhältlich. Beinahe jeder Supermarkt führt ihn im Sortiment. Um hochwertige Gewürzkräuter aus biologischer Produktion zu erhalten, können Sie es auch in Reformhäusern oder Online-Shops versuchen. Oder Sie trocknen Rosmarin einfach selbst.

Wild zu finden:

Rosmarin findet man auch wild, vor allem im westlichen und zentralen Mittelmeerraum - von der Küste Portugals bis zum Ionischen Meer. Manchmal trifft man verwilderte Formen auch im östlichen Mittelmeerraum und am Schwarzen Meer an.

Eigene Zubereitung:

Rosmarin können Sie sehr einfach selbst trocknen. Der späte Vormittag oder Mittag ist der ideale Zeitpunkt für die Ernte von Rosmarin, der zum Trocknen bestimmt ist. Achten Sie darauf, dass es die letzten 2-3 Tage nicht geregnet hat. Hängen Sie die frisch geschnittenen, locker zusammengebundenen Rosmarinzweige an einem luftdurchlässigen Ort mit niedriger Luftfeuchtigkeit auf.

Die frischen Zweige sollten Sie auf keinen Fall vor dem Trocknen waschen, da sich so die Schimmelpilzgefahr erhöht. Sie können die Nadeln auch schon vor dem Trocknen entfernen, auf einem Küchentuch auslegen und täglich mehrmals wenden. Um das ätherische Öl am besten zu erhalten, sollte der "Trocknungsraum" vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sein. Dafür eignen sich Räume wie Heizungskeller, dunkle, warme Kellerräume oder der Dachboden. Ertönt nach 2-3 Wochen ein deutliches Knistern beim Brechen der Nadeln, sind sie trocken. Für die weitere Verwendung können Sie die Nadeln mit einem Mörser oder einer Küchenmaschine (Gewürz- oder Kaffeemühle) grob zerkleinern oder fein mahlen.1

Für einen schnelleren Trocknungsvorgang können Sie Rosmarinnadeln auch im Backofen bei Umluft trocknen. Achten Sie auf Temperaturen zwischen 30-40 °C. Diesen Rosmarin können Sie auch vor dem Trocknen waschen. Tupfen Sie die Nadeln aber trotzdem gut mit Küchenpapier ab. Legen Sie die Nadeln auf ein mit Backpapier belegtes Blech aus. Die Tür des Backofens sollte mithilfe eines Holzlöffels einen Spalt offen bleiben, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Nach jeder Stunde wenden Sie die Rosmarinnadeln. Die Trocknungszeit ist hier deutlich verkürzt, nach ca. 2-3 Stunden müssten die Nadeln knackig sein.1

Die ätherischen Öle sind sehr flüchtig, weshalb auf eine schonende Trocknung zu achten ist.

Lagerung:

Bewahren Sie getrockneten Rosmarin luftdicht verschlossen und lichtgeschützt an einem kühlen Ort auf. Richtig getrocknet ist Rosmarin sehr lange haltbar, verliert aber nach längerer Lagerzeit von seinem guten Aroma.

Inhaltsstoffe:

Neben den ätherischen Ölen (Terpene wie Cineol, Borneol, Bornylacetat, Campher, Carnosol, Carnosolsäure, Terpineol) enthält Rosmarin Gerbstoffe (Rosmarinsäure), Flavonoide, Glycosäure, Bitterstoffe, Saponine und Harz.2 Die genaue Zusammensetzung variiert je nach Herkunft der Rosmarinpflanze.

Getrocknete Kräuter enthalten eine grosse Vielfalt an wichtigen Mineralstoffen und Vitaminen in sehr konzentrierter Form. Bei getrocknetem Rosmarin sind die wichtigsten Mineralstoffe Eisen, Calcium, Mangan, Magnesium, Kupfer und Kalium. Nennenswerte Vitamine sind Folat (Folsäure), Pyridoxin (B6) und Vitamin C.3

Siehe auch die Nährstofftabellen am Ende des Textes: Nahezu alle Kräutergewürze haben einen besonders guten Anteil an entzündungshemmender Omega-3-Fettsäure (ALA, α-Linolensäure) und wenig entzündungsfördernde Omega-6-Fettsäure (LA, Linolsäure). Das Verhältnis von LA:ALA ist auch bei Rosmarin (Meertau, Kranzenkraut) und getrocknetem Rosmarin ideal bei 1:1!

Gesundheitliche Aspekte:

Getrocknete Kräuter weisen viel höhere Mengen an wertvollen Inhaltsstoffen auf. Aufgrund des intensiven Geschmacks verwendet man aber viel weniger. Versuchen Sie, in den warmen Monaten mit frischen und in den kalten Monaten mit getrockneten Kräutern zu kochen. Die positive und vor allem basische Wirkung vieler Kräuter wird oftmals unterschätzt.

Gefahren / Unverträglichkeiten:

Der Verzehr von Rosmarin bei normaler Dosierung bringt keine Gefahren mit sich. Bei der Einnahme grösserer Mengen an Rosmarinöl können manchmal Nebenwirkungen wie Magen-, Darm- und Nierenreizungen auftreten.4 Schwangeren rät man von der Einnahme von Rosmarin in Form von Tees oder Ölen ab, weil zu hohe Dosen Rauschzustände oder Krämpfe auslösen können.2

Volksmedizin:

Rosmarin ist in der Naturheilkunde sehr beliebt. Innerlich, z.B. als Tee, wirkt Rosmarin verdauungsfördernd, appetitanregend, blähungslindernd und herzstärkend. Äusserlich angewendet spricht man Rosmarin wundheilende und lindernde Wirkung bei rheumatischen Beschwerden zu. Zudem hilft er bei Kreislaufbeschwerden5, indem er den Blutdruck steigert.4 Sind die Unterleibsorgane mit zu wenig Blut versorgt, soll Rosmarin dabei helfen, diese wieder anzuregen.

Vorkommen:

Die genauen Daten der Einführung von Rosmarinus officinalis nach Mitteleuropa sind nicht bekannt. Benannt hatte ihn aber schon Karl der Grosse (768-814) in der Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii. Aufzeichnungen zufolge führte Königin Philippa von Hennegau den Rosmarin 1388 in England ein.2

Anbau, Ernte:

Den wärmeliebenden Rosmarin pflanzt oder stellt man am besten an einen sonnigen, windgeschützten Standort. Trockenes, lockeres Substrat mit viel Nährstoffen ist optimal, um eine gesunde Pflanze zu erhalten. Kalkhaltige Böden machen dem Rosmarin nichts aus. Allerdings verträgt er keine Staunässe. Topfpflanzen überwintert man an einem hellen Ort im Haus bei Temperaturen zwischen 5 und 10 °C. Im Freiland muss man die Pflanze am Boden gut mit Stroh, Laub oder Reisig abdecken. Ist der Standort sehr windig, eignet sich z.B. ein Gartenvlies für die oberirdischen Teile.6 Bei einer gesunden Pflanze kann man das ganze Jahr über wohlschmeckende Rosmarinzweige ernten. Rosmarin lässt sich sehr einfach über Stecklinge vermehren.

Verwechslungsgefahr:

Obwohl eher selten, besteht eine Verwechslungsgefahr mit der Rosmarinheide (Andromeda polifolia). Man kennt sie auch unter den Namen Polei-Gränke, Lavendelheide, Poleirosmarinheide oder Sumpfrosmarin. Diesen giftigen immergrünen Zwergstrauch findet man in Moorgebieten (z.B. in Norddeutschland) oder anderen Naturschutzgebieten (Wasenmoos). Die Rosmarinheide ist hauptsächlich für Weidetiere giftig. Es gibt aber auch Fälle, bei denen Menschen betroffen waren. Honig, der von dieser Pflanze stammt, kann Vergiftungserscheinungen hervorrufen.7

Allgemeine Informationen:

Rosmarin (Rosmarinus officinalis), ein immergrüner Halbstrauch, gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Der Name ros marinus (lat.) bedeutet "Meertau". Diese Bezeichnung kommt vom frühmorgendlichen Tau des Mittelmeers, der sich in den Blüten der Rosmarinsträucher sammelt. Es gibt drei Unterarten: Rosmarinus officinalis subsp. officinalis, subsp. palaui (Balearen) und subsp. valentinus (südliches Spanien).

Ätherisches Rosmarinöl gewinnt man durch Wasserdampfdestillation des Krauts. Das hautreizende Rosmarinöl wirkt laut Europäischem Arzneibuch antimikrobiell gegen Bakterien, Hefen und Schimmelpilze. Auf der Haut zeigt es eine durchblutungsfördernde Wirkung. Man verwendet es als Badezusatz, in Salben oder im Tee. Zudem dient es auch der Parfumindustrie und Aromatherapie.2

Die antimykotische Wirkung von Rosmarintee eignet sich auch gegen verschiedene Schadpilze in Haus und Garten.2 Getrocknete Zweige dienen zudem auch als Dekoration.

Literatur / Quellen:

  1. Gartenjournal.net Rosmarin trocknen.
  2. Wikipedia Rosmarin.
  3. USDA United States Department of Agriculture.
  4. Pahlow AM. Das grosse Buch der Heilpflanzen. Gesund durch die Heilkräfte der Natur. Nikol Verlag: Hamburg. 2013.
  5. Gesundheit.de Rosmarin Wirkung.
  6. Hausgarten.net Rosmarin Pflegen.
  7. Wikipedia Rosmarinheide.

Zutat mit Nährstofftabellen


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