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Brennnessel, Grosse (Urtica dioica, Hanfnessel)

Die Grosse Brennnessel (Urtica dioica, Hanfnessel) findet in Küche, Medizin und Naturheilkunde Verwendung. Ist auf der Nordhalbkugel wild verbreitet.
73/26/01  LA:ALA
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Die in den gemässigten Zonen häufig vorkommende Grosse Brennnessel (Urtica dioica, auch Brennessel) erreicht Höhen von bis zu drei Metern.
Als gesundheitsfördernde Nahrungspflanze kann die schmackhafte Grosse Brennnessel viele Gerichte bereichern. Ausserdem ist die Brennnessel eine gut untersuchte Arzneipflanze mit langer Anwendungstradition, die bis auf Hippokrates zurückgeht.

Verwendung in der Küche:Die jungen Sprossen der Grossen Brennnessel (Ernte April / Mai) schmecken in frischem Gemüsesaft, als Brotbelag, Spinat, in Salatsaucen, gegart in Gemüsegerichten, in Ausbackteig, roh und fein gehackt in Kräuterbutter sowie als Trockengewürz. In Salaten, Pestos und Wildkräuter-Smoothies harmoniert das Wildgemüse mit seinem feinsäuerlichen bis nussigen Aroma mit anderen Wildkräutern wie Löwenzahn, Bärlauch oder Sauerampfer. Auch in einer Tarte, in Risotto oder Spätzle ist die nahrhafte Grosse Brennnessel ein Genuss. Brennnesselsuppe ist traditionell in Nord- und Osteuropa verbreitet. Regional verwendet man Brennnesseln in Polenta- und Püreegerichten sowie als Beigabe zu speziellen Käsesorten. Aus frischen oder getrockneten Blättern lässt sich ausserdem Brennnesseltee zubereiten. Die grünen Samen (Ernte Juni / Juli) können als Brotbelag und die reifen (September) geröstet als Zusatz zum Wein Verwendung finden.
Um die unangenehme Wirkung der Nesselhaare zu vermeiden, können Sie die gewaschenen Brennnesselblätter in ein Tuch einschlagen und mit einer Teigrolle walzen. Auch Trocknen, Wässern oder Kochen zerstört die Nesselwirkung.

Wild zu finden:In gemässigten Breiten ist die Grosse Brennnessel (Urtica dioica) ein bekanntes und auf nährstoffreichen Krautfluren bestens gedeihendes Unkraut. Die Hauptblütezeit der Grossen Brennnessel ist von Juni bis Oktober. Für die Verwendung als Gemüse eignen sich die jungen, niedrigen Pflanzen bzw. Pflanzen mit noch möglichst weichem Stiel, da sich mit zunehmendem Alter Oxalat-Kristalle bilden.1,2

Lagerung:Frischgepflückte Brennnesselblätter bewahrt man am besten luftig auf, z. B. in einem Leinenbeutel oder einem Korb. Sorgfältig getrocknete Blätter können Sie trocken und lichtgeschützt in einem gut verschliessbaren Gefäss lagern.

Inhaltsstoffe:Brennnesseln enthalten Phenolcarbonsäuren, Flavonoide (überwiegend Quercetin, Kämpferol und Isorhamnetin), Fett, Kohlenhydrate (Polysaccharide) und reichlich Proteine. Frische Brennnesseln sind mineralstoffreich und weisen nennenswerte Mengen insbesondere an Magnesium, Kalium, Eisen und Silizium in Form der löslichen Kieselsäure sowie die Vitamine A, C und E auf.
Die Wurzeln enthalten Lektine, Sterole, Cumarine, Lignane und Fettsäuren.2,4,5 Laboranalysen zeigen insgesamt 16 Flavonoide, flavon- und flavonolartige Glycoside in den oberirdischen Teilen der Brennnessel.6
In den Samen sind neben etwa 30 % Öl (vorwiegend Linolsäure) Schleimstoffe, Carotinoide und ein hoher Vitamin-E-Gehalt (bis 0,1 %) zu finden.2

Gesundheitliche Aspekte:Brennnesseln wirken adstringierend, blutstillend, harntreibend, entgiftend sowie stärkend.1 Die Wirksamkeit von Brennnesselwurzelextrakt bei benigner Prostatahyperplasie (BPH) gehört zu den am besten untersuchten Indikationen der Brennnessel.7

Gefahren / Unverträglichkeiten:Für die innerliche Anwendung von Brennnesselextrakt sind keine erheblichen nachteiligen Auswirkungen bekannt. Der Kontakt mit frischer Brennnessel verursacht Stiche und kann bei empfindlichen Einzelpersonen im Ausnahmefall zu schweren allergischen Reaktionen führen.7 Möglicherweise kann Brennnesselsamenextrakt die Wirkung gleichzeitig verabreichter Arzneimittel beeinflussen.8

Verwendung als Heilpflanze:Traditionell nutzt man Brennnesseln zur Behandlung von rheumatischen Beschwerden, Verdauungsleiden und Gallenerkrankungen. Der leicht harntreibende Effekt der Pflanze wirkt positiv bei Nierenleiden. Volksmedizinisch konnte man den innerlichen Einsatz zur Blutbildung und Erhöhung der Enzymproduktivität der Bauchspeicheldrüse belegen. Die enthaltenen Enzyme und pflanzlichen Hormone wirken krebsvorbeugend. Ausserdem können Brennnesseln den Blutzuckerspiegel senken, Entzündungen hemmen und Prostatabeschwerden (Wurzel) lindern.2 Auch bei Arthritis, Gicht, Ischias, Neuralgie, Hämorrhoiden, Kopfhaut- und Haarproblemen, Verbrennungen, Insektenstichen, Nasenbluten, Hautbeschwerden und Allergien können Brennnesselanwendungen Linderung verschaffen.1

Verwendung in der Medizin:Medizinische Verwendung finden alle Pflanzenteile der Brennnessel, also Blätter, blühendes Kraut, Wurzeln und Samen. In der Anwendung unterscheidet man meist nicht zwischen der Kleinen und der Grossen Brennnessel.4 Brennnesselkraut gehört zu den pflanzlichen Arzneimitteln, die man als harntreibende Mittel zur Durchspülungstherapie bei Harnwegsleiden und Blasenentzündung einsetzt. Extrakte aus Brennnesselwurzeln wendet man bei einer gutartig vergrösserten Prostata beim Mann an, was zur Erhöhung des Miktionsvolumens und des Harnflusses führt und die Restharnmenge verringert. Weiteres Anwendungsgebiet sind rheumatische Beschwerden.5,9

Vorkommen:Auf der Nordhalbkugel ist die Grosse Brennnessel abseits der Tropen und arktischer Regionen heimisch. Während sie in Südeuropa und Nordafrika zwar regional vorkommt, ist sie in Nordamerika weit verbreitet und auch im nördlichsten Mexiko zu finden. Besonders stark vertreten ist die Grosse Brennnessel im regenreichen Gebiet des pazifischen Nordwestens.3

Die mehrjährige Grosse Brennnessel erreicht Wuchshöhen von bis zu drei Metern. Über kriechende Rhizome mit dicht verästeltem Wurzelsystem kann die Grosse Brennnessel zu grossflächigen Horsten heranwuchern. Die oberseits dunkelgrünen Blätter mit gesägtem Blattrand sind am kantigen Stiel gegenseitig angeordnet, herzförmig zugespitzt und unterseits mit borstigen, brennenden Haaren besetzt. Die Blätter weisen eine Länge von sechs bis 20 und eine Breite von zwei bis 13 Zentimetern auf. In hängenden Rispen blüht die Grosse Brennnessel mit winzigen grünen Sommerblüten.1,3

Anbau, Ernte:Im Mai erfolgt die Aussaat der Grossen Brennnessel oder die Pflanzung von Rhizomen bzw. vorgezogener Jungpflanzen ins Freiland. Die Ernte der Blätter erfolgt während der Vollblüte zwischen August und Oktober mit Schneidladern. Der Ertrag pro Hektar Anbaufläche liegt bei einer Feuchtmasse von 20 und 40 Tonnen bzw. 2,5 bis vier Tonnen Arzneidroge.3

Allgemeine Informationen:Die winterharte Grosse Brennnessel (Urtica dioica, (syn. Urtica major, Urtica urens maxima)) gehört zur Gattung der Brennnesseln (Urtica) aus der Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae). In Mitteleuropa unterscheidet man zwei Unterarten der Großen Brennnessel.3 Alternative Namen sind u.a. Haarnessel, Hanfnessel, Donnernessel, Saunessel, Nesselkraut, Scharfnessel.

Literatur / Quellen:

  1. Kräuter. Die grosse Enzyklopädie. Anbau und Verwendung. 2. Auflage München: Dorling Kindersly Verlag GmbH; 2015.
  2. Fleischhauer, Steffen Guido; Guthmann, Jürgen, Spiegelberger, Roland: Enzyklopädie: Essbare Wildpflanzen: 2000 Pflanzen Mitteleuropas. 1. Auflage Aarau: AT Verlag; 2013.
  3. Wikipedia. Grosse Brennnessel.
  4. Pflanzenmonografien zur Nationalen Datenbank: Die Kleine Brennnessel (Urtica urens) [Internet]. Version vom 15.02.2015 [zitiert am 07.06.2018].
  5. Pharmawiki. Brennnessel [Internet]. Version vom 12.03.2017 [zitiert am 07.06.2018].
  6. Carvalho AR, Costa G, Figueirinha A, Liberal J, Prior JAV, Lopes MC, Cruz MT, Batista MT. Urtica spp.: Phenolic composition, safety, antioxidant and anti-inflammatory activities. Food Res Int. 2017 Sep;99(Pt 1):485-494. doi: 10.1016/j.foodres.2017.06.008.
  7. Authors ns: Urtica dioica; Urtica urens (nettle). Monograph. Altern Med Rev. 2007 Sep;12(3):280-4. PMID 18072824
  8. Agus HH, Tekin P, Bayav M, Semiz A, Sen A. Drug interaction potential of the seed extract of Urtica urens L. (dwarf nettle). Phytother Res. 2009 Dec;23(12):1763-70. doi: 10.1002/ptr.2848.
  9. Pharmawiki. Brennnesselwurzelextrakt [Internet]. Version vom 23.05.2013 [zitiert am 07.06.2018].

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