Stiftung Gesundheit & Ernährung
S t i f t u n g
Gesundheit & Ernährung
Schweiz
Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

Liebstöckel, roh (Maggi-Kraut, bio?)

Liebstöckel nutzt man als rohes oder getrocknetes Gewürz. Das sogenannte Maggi-Kraut kann man in Bio-Qualität kaufen. Die Wurzel zählt als Arzneimittel.
Die von uns zusammengetragenen Informationen zu der Zutat entsprechen dem Standard der USDA Datenbank.
86,4%
Wasser
65
Makronährstoff Kohlenhydrate 65.04%
/28
Makronährstoff Proteine 28.46%
/07
Makronährstoff Fette 6.5%
Ω-6 (LA, 0.3g)
Omega-6-Fettsäuren wie Linolsäure (LA)
 : Ω-3 (ALA, 0.2g)
Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure (ALA)
 = 1:1

Verhältnis Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren soll insgesamt 5:1 nicht überschreiten. Link zu Erklärungstext.

Hier essentielle Linolsäure (LA) 0.26 g zu essentieller Alpha-Linolensäure (ALA) 0.19 g = 1.33:1.
Verhältnis Total Omega-6- = 0.26 g zu Omega-3-Fettsäuren Total = 0.19 g = 1.33:1.
Im Durchschnitt benötigen wir pro Tag je ca. 2 g LA und ALA, aus denen ein gesunder Körper auch EPA und DHA etc. herstellt.
Erfasste Lebensmittelpreise
21.09.22100 g--
Normalpreis
Bio3,38
25.09.22

Preiskategorien rechts sind nicht vom gleichen Datum.

100 g6,45
Normalpreis
Bio5,18
21.09.22100 gFr.9,17
Normalpreis
Bio--
Klick auf Flagge öffnet Preisentwicklungen.

Piktogramm Nährstofftabellen

Ist Bio-Liebstöckel Maggikraut? Diesen Alternativnamen hat sich Liebstöckel (Levisticum officinale) aufgrund seines sellerieartigen Geschmacks eingetragen, der an Gemüsebrühe bzw. rohe Maggiwürze erinnert.

Maggikraut-Verwendung in der Küche:

Als Gewürz verwendet steigert Liebstöckel die Bekömmlichkeit und den Wohlgeschmack von Speisen. Er hat ein scharf-aromatisches bis bitter-süsses Aroma und erinnert an Sellerie und Hefeextrakt. Ein Zuviel ist zu vermeiden, da die Pflanze wie ein natürlicher Geschmacksverstärker wirkt. Damit das rohe Kraut sein volles Aroma entfalten kann, kocht man es meist mit. Darf man Liebstöckel roh essen? Alle Pflanzenbestandteile kann man frisch verzehren. Man kann Blätter, Wurzeln, Samen und Öl genauso wie die Liebstöckel-Stängel (Liebstöckel-Stengel) verwenden. Blattstiele und junge Triebe lassen sich blanchieren und als Gemüse geniessen.

Ist Maggi-Würze Liebstöckel? Geschmacklich erinnert Liebstöckel an das von Julius Maggi konzipierte Suppengewürz, obwohl es keine Bestandteile dieser Pflanze enthält. Trotzdem blieb dem Gewürz der volkstümliche Name "Maggi-Kraut" bis heute erhalten.

Maggikraut – wie verwenden? Von April bis Juli kann man kleingehackte rohe Blätter und Triebspitzen als frisches Gewürz für Salate, Rohkost, Gemüsegerichte, Bratlinge, Saucen, Suppen, Eintöpfe etc. verwenden. Getrocknet schmecken sie als Gemüsechips. Wegen ihrem intensiven Aroma eignen sich die als Stockkraut, Nusskraut oder Nussstock bezeichneten Blätter als Trockengewürz und Beigabe in Kräuteröl, Kräuteressig, Wildpflanzensalz, Pesto oder Würzmus. Ausgefallen, aber lecker ist vegane Gewürzpaste auf Basis von Maggi-Kraut.

Ist die Liebstöckel-Blüte essbar? Von Juli bis August eignen sich die rohen Blüten als essbare Dekoration auf Speisen und als Aromageber, ähnlich wie die Blätter, zur Herstellung von Wildpflanzenlimonade. Ganze Blütenstände kann man in Ausbackteig zubereiten.

Die reifen Früchte (August-September) lassen sich zum Aromatisieren von Öl, Essig oder Spirituosen sowie als Trockengewürz und Keimsaat nutzen. Gibt es Liebstöckel-Samen-Rezepte? Die Samen finden in Rezepten für Brote, Kekse und Suppen Verwendung.

Die Wurzeln (September-März), manchmal Labstockwurzel oder Leberstockwurzel genannt, verwendet man fein geschnitten als Gewürz oder eingelegtes Gemüse. Feine Scheiben kann man zu gesunden Rohkost-Chips trocknen.

Veganes Maggikraut-Rezept für Suppenwürze:

Zutaten (für mehrere kleine Gläser): 30 g Liebstöckel-Blätter (Bio-Qualität), 30 g Liebstöckel-Stängel (bio), ¼ Knollensellerie, 1 Karotte, 1 Petersilienwurzel, 1 Knoblauchzehe, geschält, 1 Zwiebel, geschält, 2 EL Salz, 7 EL kaltgepresstes Rapsöl (aufgrund der Omega-3-Fettsäuren weniger lange haltbar) oder kaltgepresstes Olivenöl (für eine längere Haltbarkeit).

Zubereitung: Das in Würfel geschnittene rohe Gemüse (ausser die Blätter) mit 3 EL Öl mit dem Stabmixer oder einer anderen Küchenmaschine grob zerkleinern. Das restliche Öl mit dem Salz gut mischen und zusammen mit den Liebstöckel-Blättern unter das Gemüse rühren. Nochmal bis zur gewünschten Konsistenz mixen, in kleine Gläser abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Rezept für für frischen Liebstöckel-Tee:

Für die Teezubereitung kocht man 1,5-3 g fein geschnittene Wurzel der manchmal als Liebstock oder Luststock (Lusstock) bezeichneten Arzneipflanze in einem geschlossenen Topf mit 150 ml Wasser. Nach 10-20 Min. seiht man den Tee ab. Davon trinkt man dreimal täglich eine Tasse frisch zubereiteten Tee zwischen den Mahlzeiten.1,2,3,4

Vegane Rezepte mit (frischem) Liebstöckel bzw. Maggikraut-Rezepte finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben" (ganz unten oder nebenan).

Einkauf - wo kaufen?

Wo bekommt man Liebstöckel? Maggi-Kraut erhält man nur selten als frische Bundware, am ehesten auf dem Wochenmarkt, direkt beim Bauern oder über eine Grüne Kiste (Abo-Kiste, Saison Kiste).

In den wenigsten Supermärkten wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer oder Billa kann man Liebstöckel als Trockengewürz kaufen. Bio-Läden und Bio-Supermärkte wie Denn's Biomarkt oder Alnatura führen das Würzkraut in biologischer Qualität. Auch in Apotheken, in Reformhäusern, im Gewürzhandel oder online findet man getrocknetes, gefriergetrocknetes oder pulverisiertes Maggi-Kraut, z.T. in Rohkostqualität (Rohqualität).

Wild zu finden - Saison:

Die bis zu 2 m hoch wachsende Staude mit hohlen Stängeln5 findet man auf nährstoffreichen, tiefgründigen und feuchten Böden3 - jedoch selten verwildert.6 Die Blätter weiter unten sind länger, weiter oben kürzer gestielt und an der Pflanzenspitze sitzen sie direkt an den Scheiden. Während die unteren Blätter dreizählig und die mittleren weniger geteilt sind, sind die obersten einfach.7 Die gelb-grünen Blüten sind winzig und erscheinen in ca. 8 cm breiten Doppeldolden, aus denen sich eiförmige grüne Früchte bilden.5

Eine sorgfältige Bestimmung ist notwendig, um Verwechslungen mit giftigen Doldenblütlern zu vermeiden.7 Hilfreich dabei ist der Duft der Pflanze. Durch das Reiben der Blätter oder Wurzeln setzt sich das ätherische Öl mit seinem charakteristischen, an Sellerie erinnernden Geruch frei.3,8

Die Hauptblütezeit ist von Juli bis August.6,7 Saison: Maggi-Kraut kann man während der gesamten Wachstumsphase ernten, wobei der ideale Zeitpunkt vor der Blüte liegt.

Lagerung:

Wie sollte man Liebstöckel aufbewahren? Frisches Maggi-Kraut kann man schneiden und roh einfrieren. Praktische Kräuterwürfel erhält man, wenn man das rohe Kraut mit etwas Wasser in Eiswürfelbehälter gibt.

Getrockneter Liebstöckel sollte man vor Licht geschützt in dicht schliessenden Gefässen aus Metall oder Glas aufbewahren. Kunststoffdosen sind zu vermeiden, da sie das ätherische Öl negativ beeinflussen. Man sollte den Vorrat regelmässig auf Insektenbefall überprüfen.4

Liebstöckel-Inhaltsstoffe - Nährwert - Kalorien:

1 g Liebstöckel weist einen Kaloriengehalt von 0,48 kCal auf. Die Hauptnährstoffe setzen sich aus 0,01 g Fetten, 0,04 g Proteinen und 0,08 g Kohlenhydraten zusammen. Besonders hervorzuheben ist mit 6,67 µg/1g der Gehalt an Vitamin A.9

Deutlich mehr Vitamin A findet man in rohen Bockshornkleeblättern (21 µg/1g), frischem Sauerampfer (12,5 µg/1g) oder in Wiesen-Kerbel (9 µg/1g). Vergleichbare Mengen sind in Curryblättern (6,3 µg/1g) und deutlich geringere Gehalte in frischer Petersilie (4,21 µg/1g) oder in rohem Schmalblättrigem Weideröschen (2,86 µg/1g) zu finden.9,10

Zu den wirksamkeitsmitbestimmenden Inhaltsstoffen zählen 0,4-1,7 % ätherisches Öl sowie Cumarine, Furocumarine (auch Furanocumarine), Phenolcarbonsäuren und Falcarindiol.11

Die frischen Früchte weisen 0,9 % und die Wurzel 0,4-1,7 % ätherisches Öl mit bis zu 70 % Alkylphthaliden auf.12 Je nach Reife und Alter der Pflanze unterscheidet sich das Öl in seiner Zusammensetzung. Den charakteristischen Geruch machen die Alkylphthalide, darunter Ligustilid, aus und bestimmen die Wirksamkeit der Heilpflanze.1

Neben dem ätherischen Öl ist der Inhaltsstoff Sotolon ausschlaggebend für das Aroma der Pflanze8,13 und ist für den typischen Maggigeruch verantwortlich.8 Sotolon ist ein starker Aromastoff, der in niedriger Konzentration nach Ahornsirup, Karamell oder verbranntem Zucker, in hoher Konzentration nach Currypulver, Liebstöckel oder Bockshornklee riecht.

Die gesamten Inhaltsstoffe von Liebstöckel, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen im CLICK FOR unter dem Zutatenbild.

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Furocumarine können unter Einwirkung von langandauernder oder starker UV-Strahlung eine Hauterkrankung (Photodermatose) begünstigen. Bei therapeutischer Anwendung von Liebstöckel ist nicht mit phototoxischen, photokanzerogenen oder -mutagenen Wirkungen zu rechnen. Insbesondere, wenn man die Heilpflanze als Tee anwendet, da die Furocumarine eine geringe Wasserlöslichkeit haben.2,4,8,12 Zur Sicherheit sollte man bei längerer Anwendung intensives Sonnenbaden und UV-Bestrahlung vermeiden.11

Das enthaltene Falcarindiol wirkt fungizid, antibakteriell und toxisch, kommt jedoch in so geringen Dosen vor, dass es nicht weiter bedenklich ist. Es verursacht keine Kontaktallergien, wie das in Efeu enthaltene Falcarinol.4

Bei akuten entzündlichen Erkrankungen des Nierenparenchyms4,8 sollte man Zubereitungen aus Liebstöckelwurzeln nicht anwenden, genauso nicht bei eingeschränkter Nierenfunktion.4 Die Durchspülungstherapie ist bei Ödemen aufgrund eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit kontraindiziert.8

Für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen sowie während Schwangerschaft und Stillzeit liegen bisher keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vor, weshalb das HMPC (Herbal Medicinal Product Committee) entsprechende Anwendungen für diese Personengruppen nicht empfiehlt.3,8

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Ist liebstöckel gesund? Zu Liebstöckel bestehen zahlreiche In-vitro- und In-vivo-Studien, deren vielseitigen Ergebnisse man bisher nur in wenigen klinischen Studien überprüfte.8 Aus einer kleinen Studie an 18 Patienten mit Cystinurie lässt sich ableiten, dass Liebstöckel eine nierenprotektive Wirkung hat und die Entstehung von Nierensteinen reduziert.3 Placebokontrollierte Humanstudien für ein pflanzliches Kombinationspräparat mit Tausendgüldenkraut und Rosmarin zeigten mehrfach eine signifikante Wirkung bei Harnwegsinfektionen. Eine der placebokontrollierten Studien an 659 Patienten zeigte einen signifikanten Nutzen des Arzneimittels, da man eine Vermeidung von Antibiotikagaben nachweisen konnte.8 Neben Goldrute (Solidago spp.), Birke (Betula spp.), Petersilie (Petroselinum crispum) und Sellerie (Apium graveolens) ist Liebstöckel eine stark (Skala: schwach, mitel, stark) harntreibende Heilpflanze.2

In mehreren In-vitro-Untersuchungen konnte man eine ausgeprägte antibakterielle Wirkung des ätherischen Liebstöckelöls gegenüber zahlreichen Bakterienstämmen belegen.6 In vitro wies man synergistische Effekte des Extrakts mit Antibiotika gegenüber Salmonella typhimurium nach.14 Eine weitere Studie belegt Wirkungen gegen Mykobakterien und diverse Pilzstämme.2 1937 konnte man eine Steigerung der Urinmenge bei Kaninchen und Mäusen durch die Infusion von Liebstöckel feststellen.15 Die Diuretische Wirkung erklären sich einige Autoren durch die Terpenderivate im ätherischen Öl.4,7,16 In vitro bescheinigte man für Ligustilid eine krampflösende Wirkung.11,17 Ligustilid könnte zudem für entzündungshemmende und schmerzstillende Effekte verantwortlich sein. In zwei Mäusemodellen zeigten 10 mg/kg Ligustilid dieselben schmerzlindernden Ergebnisse wie 200 mg/kg Acetylsalicylsäure.18 Mehrere In-vivo-Studien an Ratten zeigten lernsteigernde und neuroprotektive Wirkungen von Liebstöckelextrakt. Die Erklärung liegt in der Erhöhung eines neuronalen Wachstumsfaktors sowie der Neurogenese im Hippocampus.13 Wachstumshemmende Effekte eines Inhaltsstoffes (Butylphtalid) stellten Wissenschaftler in vitro und in vivo an Ratten fest.12 In einer Tierstudie untersuchte man die antidiabetischen Aspekte von Liebstöckel. Durch die Verabreichung von hydroalkoholischen Stamm- und Blattextrakt vor einer Glukosebelastung konnte man den Blutglukosespiegel für 14 Tage signifikant senken. Dadurch verbesserten sich weitere kritische Spiegel, z.B. Lipidprofil, das "Insulinhormon" usw. von Ratten mit Diabetes.19

Liebstöckel: Verwendung als anerkannte Heilpflanze:

Das HMPC hat Liebstöckelwurzel als traditionelles pflanzliches Arzneimittel (§ 39a AMG) eingestuft. Die Wurzel dient zur Erhöhung der Harnmenge als Durchspülungstherapie unterstützend bei leichten Harnwegsbeschwerden.3,4,8 Wichtig ist, dass man während einer Therapie mindestens zwei Liter Wasser pro Tag trinkt.11

Gemäss Europäische Arzneimittelbuch fallen unter die Bezeichnung Liebstöckelwurzel (Levistici radix) Wurzelbestandteile und ganze oder geschnittene, getrocknete Rhizomteile von Levisticum officinale W. D. J. Koch.3,8 In ganzen Pflanzenbestandteilen muss mind. 0,4 % ätherisches Öl und in geschnittenen mind. 0,3 % ätherisches Öl enthalten sein.8

Zur Teezubereitung verwendet man geschnittene Wurzeln. Die Tagesdosierung liegt bei 4-6 g, aufgeteilt auf zwei Tassen täglich.3,8 Pulverisierte Wurzel nimmt man über Dragees ein und wässrige Extrakte in Tropfen.3 Die übliche Dosis einer Tinktur beträgt dreimal täglich 0,5-2 ml.2

Die Anwendungsdauer ist auf zwei bis vier Wochen zu beschränken. Bei Verschlechterung von Symptomen wie Harnverhalten, Krämpfe, Blut im Urin sowie Fieber oder wenn sich die Krankheitssymptome trotz Anwendung nicht bessern, muss man einen Arzt aufsuchen.8

Volksmedizin - Naturheilkunde:

Das BGA (Bundesgesundheitsamt in Deutschland) führt auf Beipackzetteln von Präparaten und Arzneimitteln mit Maggi-Kraut Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Aufstossen und Sodbrennen als Indikationen auf.7 Eingehende bestätigende Untersuchungen fehlen, doch der schwach bittere Geschmack rechtfertigt die Verwendung.1,8

Einige Autoren nennen unterstützende Wirkungen äusserlich bei schlecht heilenden Wunden und innerlich zur Entkrampfung im Magen-Darm-Bereich, zum Entblähen, bei entzündlichen Harnwegserkrankungen1,6 Verdauungsschwäche, Magenbeschwerden,6 rheumatischen Beschwerden, Menstruationsstörungen, Migräne und Gicht7 (volkstümliche Bezeichnungen: Gichtwurz, Gichtstock). Die Verwendung als schleimlösendes Mittel bei Katarrhen8,12 ist wissenschaftlich nicht untermauert.8 In der iranischen Volksmedizin schreibt man Liebstöckel positive Eigenschaften bezüglich Fettstoffwechsel zu, was wissenschaftlich nicht dokumentiert ist.19

Vorkommen - Herkunft:

Die ursprüngliche Heimat ist Westasien. In Europa ist der Anbau auf mehr als tausend Jahre zurückzuführen und in Nordamerika kennt man Liebstöckel seit der Neuzeit.3,4,7 In diesen Ländern findet man teils verwilderte Bestände der Kulturpflanze.3

Anbau im Garten:

Wie muss man Luststock pflanzen? Die Vermehrung erfolgt im Herbst durch Aussaat oder Teilung der Rhizome und Wurzeln. Mögliche Schädlinge, welche die Blätter befallen können, sind Blattminierer.5

Wann kann man Liebstöckel ernten? Die Blätter und die zarten, saftigen Stängel schneidet man im zeitigen Frühjahr ab - vor vielen anderen Kräutern. Ab dem dritten Jahr kann man die Wurzeln und Rhizome für Absude, Tinkturen oder Extrakte ausgraben. Die reifen Samen der Liebstöckel-Pflanzen erntet man im Herbst und verwendet sie getrocknet für Absude.5

Anbau - Ernte:

Die Gewinnung der Heilpflanze findet ausschiesslich durch Kultur von verschiedenen Sorten statt. Zu den Hauptanbaugebieten zählen die Niederlande, Deutschland, Ungarn, Tschechien, Rumänien und einige Balkanstaaten.4,8

Für die kommerzielle Verarbeitung erfolgt die Ernte des dreijährigen Wurzelstocks mit fingerbreiten Wurzeln im Herbst. Bei 35-45 °C lässt man die Wurzeln im Ganzen trocknen, damit sie möglichst wenig wirksamkeitsmitbestimmendes ätherisches Öl verlieren.8

Tierschutz – Artenschutz - Tierwohl:

Echter Liebstöckel bietet Bienen und anderen Insekten mittlere Nektar- und keine bis geringe Pollengehalte20 (Skala Nektarwert und Pollenwert: kein, gering, mittel, hoch, sehr hoch).

Verwechslungsgefahr und Verwechslungsmöglichleiten:

Infos zu Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen ungiftigen und giftigen Doldenblütlern finden Sie in unserem Text zur essbaren Wildpflanze Giersch unter dem gleichnamigen Untertitel.

Allgemeine Informationen:

Levisticum officinale ist die einzige Pflanzenart der Gattung Levisticum und stammt aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).

Alternative Namen:

Der Volksmund kennt für Liebstöckel (Liebstoeckel) oder Maggikraut (Maggi-Kraut) folgende Bezeichnungen: Echter Liebstöckel, Bergliebstöckel (Berg-Liebstöckel), Liebstock, Lieberöhre, Liebstängel, Luststock (Lusstock), Lustecken, Lavas, Nussstock, Nusskraut, Nervenkraut, Nervenkräutel, Gichtwurz, Gichtstock, Leberstockwurzel, Bärmutter, Gebärmutterkraut, Badekraut, Stockkraut, Labstockwurzel, Wasserkräutel, Laubstecken, Sauerkrautwurz, Suppenlob oder Maggi-Pfeffer. Eine falsche Schreibweise ist Liebstöckl.

Maggikraut in english? Die englische Bezeichnung ist lovage. Lateinische Namen sind Angelica levisticum ALL., Ligusticum levisticum L., Hipposelinum levisticum (L.) BRITTON & ROSE, Levisticum levisticum KARSTEN, Levisticum paludapifolium (LAM.) ASCH., Angelica paludapifolia LAM., Levisticum officinale var. vel subsp. cultum THELLUNG, Levisticum officinale RCHB., Levisticum vulgare HILL, Selinum levisticum (L.) E.H.L.KRAUSE und Levisticum vulgare REICHB.

Literatur - Quellen:

20 Quellenangaben

In der Wissenschaft ist Wikipedia (wiki) als Quelle umstritten, auch weil bei Wikipedia Angaben zur zitierten Literatur bzw. zu Autoren häufig fehlen oder nicht verlässlich sind. Unsere Beschreibung und Piktogramme für Nährwerte enthalten kcal (1 kcal = 4.19 kJ).

  1. Niederegger O, Mayr C. Heilpflanzen der Alpen. Gesundheit aus der Natur von A bis Z. Innsbruck: Tyrolia-Verlag; 2006.
  2. Yarnell E. Botanical medicines for the urinary tract. World J Urol. 2002;20(5):285-293.
  3. Arzneipflanzenlexikon.info Liebstöckel.
  4. Blaschek W. (Herausgeber). Wichtl –Teedrogen und Phytopharmaka. Ein Handbuch für die Praxis. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH; 6. Auflage. 2016.
  5. Bown D. Kräuter. Die grosse Enzyklopädie. Anbau und Verwendung. München: Dorling Kindersley; 2. Auflage. 2015.
  6. Fleischhauer SG, Guthmann J, Spiegelberger R. Enzyklopädie. Essbare Wildpflanzen. 2000 Pflanzen Mitteleuropas. Aarau: AT Verlag; 1. Auflage. 2013.
  7. Pahlow M. Das grosse Buch der Heilpflanzen. Gesund durch die Heilkräfte der Natur. Hamburg: Nikol Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG; 8. Auflage. 2019.
  8. Achmüller A. HMPPA-Monographien. Levisticum officinale. Liebstöckel. ÖAZ 19/20:38-40.
  9. Diet-health.info Nährwerttabellen.
  10. USDA (United States Department of Agriculture). Nährstofftabellen.
  11. Schilcher H, Kammerer S, Wegener T. Leitfaden Phytotherapie. München: Elsevier GmbH; 3. Auflage. 2007.
  12. Spektrum.de Levisticum officinale.
  13. Blank I, Schieberle P. Analysis of the seasoning-like flavour substances of a commercial lovage extract (Levisticum officinale Koch.). Flavour Fragr J. 1993;8(4):191-195.
  14. Medicinal plant extracts with efflux inhibitory activity against Gram-negative bacteria. International Journal of Antimicrobial Agents. 2011;37(2):145-151.
  15. León A, Del-Ángel M, Ávila JL, Delgado G. Phthalides: distribution in nature, chemical reactivity, synthesis, and biological activity. In: Kinghorn AD, Falk H, Gibbons S, Kobayashi J, eds. Progress in the Chemistry of Organic Natural Products 104. Vol 104. Springer International Publishing; 2017:127-246.
  16. Kozlowska W, Wagner C, Moore EM, Matkowski A, Komarnytsky S. Botanical provenance of traditional medicines from carpathian mountains at the ukrainian-polish border. Front Pharmacol. 2018;9:295.
  17. Afarnegan H, Shahraki A, Shahraki J. The hepatoprotective effects of aquatic extract of Levisticum officinale against paraquat hepatocyte toxicity. Pak J Pharm Sci. 2017;30(6(Supplementary)):2363-2368.
  18. Miran M, Feizabadi MM, Kazemian H, Kardan-Yamchi J, Monsef-Esfahani HR, Ebrahimi SN. The activity of Levisticum officinale W.D.J. Koch essential oil against multidrug-resistant Mycobacterium tuberclosis. Iran J Microbiol. 2018;10(6):394-399.
  19. Ghaedi N, Pouraboli I, Askari N. Antidiabetic properties of hydroalcoholic leaf and stem extract of levisticum officinale: an implication for α-amylase inhibitory activity of extract ingredients through molecular docking. Iran J Pharm Res. 2020;19(1):231-250.
  20. Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Bienenweidekatalog. Verbesserung der Bienenweide und des Artenreichtums. 6. Aktualisierter Nachdruck. Stuttgart. Oktober 2019.

Kommentare