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Melisse, Zitronenmelisse, roh

Zitronenmelisse (Melissa officinalis L.), die bekannteste Art der Melissen, ist eine aromatische Würzzutat, die auch in der Medizin Verwendung findet.
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Von den vier Melissearten, die weltweit in den gemässigten Zonen vorkommen, ist Zitronenmelisse die bekannteste. Die Blätter, die bei Berührung einen zitronigen Duft ausströmen, sind meist eiförmig und weisen einen gesägten Blattrand auf. Blätter und Blüten der Melisse sind roh essbar und schmecken getrocknet als Würzkraut oder Teeaufguss. Als Heilpflanze enthält Melisse arzneilich wirksames ätherisches Öl, mit verdauungsfördernden, antimikrobiellen und entspannenden Eigenschaften.

Verwendung in der Küche:Sowohl die delikaten, zitronig-aromatischen Blätter als auch die knospigen Blütenstände der Melisse lassen sich als würzende Zutat in frischen Salaten, gedünstetem Gemüse, Spinat, Suppen, Saucen oder Hackkräutermischungen verwenden. Besonders gut harmoniert Melisse mit Waldpilzgerichten. Als Würzbeigabe kann man Wildpflanzensalz, Kräuteröl, Kräuteressig, Sirup, Pesto, Wildpflanzenlimonaden, Bowle sowie Saft- und Vitalgetränken zugeben. Getrocknete Melisse eignet sich als Trockengewürz oder für die Zubereitung eines Teeaufgusses.1

Einkauf:Melisse ist im Handel gewöhnlich als Topf-Pflanze oder getrocknet als Offenware bzw. in Form von Teebeuteln in Drogerien und Apotheken erhältlich.2

Lagerung:Frische Blätter sollte man zügig verwenden. Getrocknete Blätter bewahrt man luftdicht auf, weil sie so Duft und Inhaltsstoffe am besten behalten.3

Eigener Anbau:Melisse gedeiht besonders gut auf sandig-lehmigem, gut durchlässigem Boden an einem warmen, halbschattigen und geschützten Standort. Wenn sich der erste Blütenansatz Ende Juni/ Anfang Juli zeigt, sollte man die Pflanze bis 10 cm über dem Boden zurückschneiden, da zu diesem Zeitpunkt ein besonders starker Drang zum Neuaustrieb besteht. Bis Ende September kann man dann zwei- bis dreimal ernten.3

Wild zu finden:In Mitteleuropa findet man verwilderte Zitronenmelisse vor allem auf nährstoffreichen Krautfluren, beispielsweise auf Waldschlägen und an Forststrassen.1, 4

Inhaltsstoffe:Die Melisse bzw. Zitronenmelisse enthält neben arzneilich wirksamem ätherischem Öl (Melissaeaetheroleum, Thymol, Citral, Geranial, Neral, Citronellal), beta-Cayophyllen, Lamiaceengerbstoffe (Rosmarinsäure, Kaffeesäure), Flavonoide, Bitterstoffe, Triterpensäuren, Harz, Schleimstoffe, Glykoside und Saponine.1, 2, 5

Gesundheitliche Aspekte:In der Medizin verwendet man getrocknete Laubblätter der Zitronenmelisse, wobei laut Arzneimittelbuch ein Mindestgehalt an Hydroxyzimtsäure enthalten sein muss. Zubereitungen aus den Blättern wie Extrakte, Pulver oder Melissengeist kommen dabei häufiger zur Anwendung als das Melissenkraut selbst. Diesen Zubereitungen sowie den Melissenblättern schreibt man beruhigende, entspannende, verdauungsfördernde, blähungstreibende, krampflösende, antimikrobielle und antivirale Eigenschaften zu.1 Experimente im Labor zeigten, dass Zitronenmelisse Herpes-simplex-Viren bekämpft.5

Verwendung als Heilpflanze:Als Heilpflanze kann sich Zitronenmelisse bei nervösen Herzbeschwerden, Schlafstörungen, Krämpfen, Menstruationsbeschwerden, Migräne, Unruhe, nervösem Magen und Reizbarkeit positiv auswirken. Aufgrund der antimikrobiellen Wirkung kann ein Melissenaufguss bei Bronchitis, Grippe und anderen fiebrigen Infektionskrankheiten Linderung verschaffen. Äusserlich angewendet kann Melisse bei Insektenstichen, Wunden, Geschwüren, Blutergüssen, Quetschungen, Ohren- und Zahnschmerzen sowie bei Lippenherpes helfen.1

Vorkommen:Sinngemäss aus Wikipedia: Melisse ist weltweit in gemässigten und warmen Gebieten kultiviert, wobei sie regelmässig verwildert. Innerhalb der Gattung Melissa kommen nur vier Arten vor: Melissa axillaris, Melissa flava, Melissa yunnanensis und Melissa officinalis L. (Zitronenmelisse), welche in Eurasien und Nordafrika verbreitet sind. Die Heimat der Zitronenmelisse ist der östliche Mittelmeerraum und Westasien.4, 6

Anbau, Ernte:Zur kommerziellen Nutzung baut man Zitronenmelisse als mehrjährige Kultur an, die man drei- bis viermal jährlich kurz vor der Blüte mit Hilfe eines Balkenmähers oder Mähladersernten kann. Pro Hektar umfasst der Ernteertrag an Blattmasse etwa 15 bis 30 Tonnen.4

Allgemeine Informationen:Die Melissen (Melissa) gehören zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und bilden eine eigene Pflanzengattung mit etwa vier Arten, die vom Mittelmeerraum bis zum westlichen Malesien verbreitet sind. Die Melisse-Arten sind ausdauernd und krautig mit gegenständig angeordneten Laubblättern, die in Blattstiel und Blattspreite gegliedert sind. Die einfachen und eiförmigen Blattspreiten weisen einen gesägten Blattrand auf.6

Literatur / Quellen:

  1. Fleischhauer, Steffen Guido; Guthmann, Jürgen, Spiegelberger, Roland: Enzyklopädie. Essbare Wildpflanzen. 2000 Pflanzen Mitteleuropas. 1. Auflage (2013); AT Verlag. Aarau.
  2. PharmaWiki. Melisse [Internet]. Version vom 25.03.2018 [Zitiert am 29.03.2018]. Verfügbar unter: pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Melisse
  3. BZfE Bundeszentrum für Ernährung. Melisse: Melissa officinalis L. Version vom 26.11.2015 [Zitiert am 29.03.2018]. Verfügbar unter: bzfe.de/inhalt/melisse-3172.html
  4. Wikipedia. Zitronenmelisse [Internet]. Version vom 23.03.2018 [Zitiert am 29.03.2018]. Verfügbar unter: de.wikipedia.org/wiki/Zitronenmelisse
  5. Apothekenumschau. Melisse: Zitronenmelisse [Internet]. Version vom 22.12.2016 [Zitiert am 29.03.2018]. Verfügbar unter: apotheken-umschau.de/heilpflanzen/melisse
  6. Wikipedia. Melissen [Internet]. Version vom 15.01.2018 [Zitiert am 29.03.2018]. Verfügbar unter: de.wikipedia.org/wiki/Melissen

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