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Garten-Rettich, roh (bio)

Entdecken Sie vielseitige Verwendungsmöglichkeiten von Garten-Rettich in der Küche, die allfällige Saison, Preise und gesundheitliche Vorteile. Erfahren Sie mehr über wichtige Nährstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Anbau und Ökobilanz.

95%Wasser 69Makronährstoff Kohlenhydrate 68.67%/29Makronährstoff Proteine 28.72%/03Makronährstoff Fette 2.61% 

Die drei Verhältniszahlen zeigen den prozentualen Gewichtsanteil der Makronährstoffe (Kohlenhydrate / Proteine / Fette) der Trockensubstanz (exkl. Wasser).  In der Sprache Englisch sind Ballaststoffe als Bestandteil des Kohlenhydrat-Anteils gerechnet. Die Umrechnung von Gewicht in kcal erfolgt nach dem von der USDA verwendeten "Atwater system". 

Davor ersehen Sie den Wasseranteil, gerundet auf ganze %.

Ω-6 (LA, <0.1g)Omega-6-Fettsäuren wie Linolsäure (LA) : Ω-3 (ALA, <0.1g)Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure (ALA) = 0:0

Verhältnis Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren soll insgesamt 5:1 nicht überschreiten. Link zu Erklärungstext.

Werte sind zu klein, um relevant zu sein.

Garten-Rettich (Raphanus sativus), auch Rettich genannt, findet in Europa meist roh (am besten in Bio-Qualität) und in Asien eingelegt oder angedünstet Verwendung.

Verwendung in der Küche

Garten-Rettich (Raphanus sativus) ist ein weltweit angebautes Gemüse und v.a. wegen seiner Rübe beliebt.1 Das Radieschen (Raphanus sativus var. sativus) ist eine Varietät davon.

Die Formen von Rettichen variieren in Grösse und Länge und reichen von kugel- bis spindelförmig. Die Sorten unterscheiden sich zudem in der Farbe der Schale (weiss, rot, gelb, grün, schwarz). Das Rübenfleisch ist in den meisten Fällen weiss.1 Den würzig-scharfen Geschmack verursachen die enthaltenen Senföle. Die Schärfe lässt sich mildern, indem man den Rettich mit Salz bestreut, dieses ca. 5 Min. einwirken lässt und anschliessend wieder abtupft. Auch durch Kochen verliert die Rübe an Schärfe.

Bis auf Schwarzen Winter-Rettich muss man Garten-Rettiche nicht schälen. Gründlich abspülen und trockentupfen reicht aus. Folgend kann man Rettich je nach Rezept in Scheiben oder Stifte schneiden, hobeln oder raspeln.

Kann man Rettich roh essen? Garten-Rettich ist roh essbar. In Deutschland und der Schweiz isst man ihn traditionell roh. In Bayern ist er als Radi (Radi-Gemüse) bekannt, den man im Biergarten gerne zu Bier und Brezeln serviert. Man kann ihn pur oder in Scheiben geschnitten und mit etwas Salz gewürzt als Brotbelag verzehren. Dünn geschnittener oder geraspelter Rettich bereichert als Rohkost zudem allerlei Salate. Empfehlenswerte Garten-Rettich-Rezepte sind Apfel-Rettich-Salate mit Walnüssen (z.B. Roh-veganer Rettichsalat mit Apfel, Sellerieblätter und Limettendressing), Gurken-Rettich-Salate oder Salate mit Gemüse wie Karotten, Rote Bete und Pastinaken. Mit dem Spiralschneider in breite Nudeln geschnitten, ist Rettich zudem ein gesunder und roher Nudel-Ersatz.

Die Rübe ist jedoch auch gekocht, gedünstet oder gebraten essbar. Gedünsteter Rettich oder im Ofen gebackene Rettichscheiben schmecken gut als Beilage. Auch in Kartoffelpuffern, veganen Wähen und Suppen (z.B. mit Kartoffeln und Apfelsaft) macht sich Rettich hervorragend. Mit ihm lassen sich auch feine, knusprige Rettich-Chips herstellen.

In Asien verzehrt man meist in Essig eingelegten oder mit anderen Zutaten vergorenen Rettich.2 Er ist ein traditioneller Bestandteil von Kimchi (z.B. mit Chinakohl, Karotten und Frühlingszwiebeln). Man verwendet ihn zudem als Füllung von vegetarischen und veganen Frühlingsrollen und Dim Sum. Auch mit Currypaste angebratener Rettich oder asiatische Gemüsepfannen mit Rettich (und z.B. Karotten, roten Gemüsepaprikas und Lauch an Sojasauce, Ingwer, Knoblauch und Zitronengras), serviert mit Jasminreis oder Basmatireis, sind schmackhafte Gerichte.

Im Nahen Osten zieht man es vor, den Saft des Rettichs zu trinken, da er bestimmte gesundheitliche Vorteile haben soll.1 Rettich lässt sich auch mit Früchten und anderem Gemüse zu gesunden Smoothies verarbeiten.

Tipp: Aus Rettich gebastelte schöne und essbare Garnierungen, wie z.B. eine Rettich-Rose, werten jedes Essen auf. Dafür hobeln Sie von einem geschälten Rettich eine dünne Scheibe ab und rollen diese in Schneckenform auf. Umlegen Sie die Knospe mit drei bis fünf weiteren Scheiben und fixieren Sie das Ganze mit einem Zahnstocher.

Veganes Rezept für Rettichsalat mit Radieschen und Fenchel

Zutaten (für 2 Personen): 1 Garten-Rettich (roh, bio), 1 Fenchel, 1 Bund Radieschen, 1 Bund Schnittlauch, 2 EL Rapsöl, 2 EL Zitronensaft, 1 EL Apfelessig, 1 TL Senf (süss), etwas Salz und Pfeffer.

Zubereitung: Gemüse waschen. Garten-Rettich in dünne Scheiben schneiden oder hobeln. Fenchel in dünne Streifen und Radieschen in dünne Scheiben schneiden. Gemüse in eine Schüssel geben und untereinander mischen. Schnittlauch abspülen, trocken schütteln, in kleine Ringe schneiden und in die Schüssel geben. Für das Dressing Öl, Zitronensaft, Apfelessig und Senf verrühren und mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken. Dressing über den veganen Rohkost-Salat giessen, gut umrühren und servieren.

Vegane Rezepte mit Garten-Rettich (roh) finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".

Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen:
Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler
.

Einkauf - Lagerung

Viele Supermärkte (z.B. Coop, Migros, Spar, Lidl, Rewe, Edeka, Billa) bieten rohen Rettich ganzjährig an. Andere Supermärkte (z.B. Denner, Volg, Aldi, Hofer) führen Rettich nur während Sonderaktionen im Angebot. Rettich in Bio-Qualität findet man zudem in Bio-Supermärkten wie z.B. Denn's Biomarkt und Alnatura. Auf Wochenmärkten können Sie besonders frischen und lokalen Garten-Rettich erwerben. Die Rübe hat von April bis Dezember Saison. Im November und Dezember stammt der Rettich im Laden aus Lagerbeständen.3

Frische Exemplare erkennen Sie an einer unbeschädigten, glatten Schale und einer festen Konsistenz. Zudem sollte noch vorhandenes Laub saftig grün und nicht welk erscheinen.

Die Verfügbarkeit von Garten-Rettich (roh) variiert je nach Grösse des Ladens und Region. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und per Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.

Tipps zur Lagerung

Frische Frühjahrs- oder Sommerrettiche sind in ein feuchtes Tuch gewickelt im Gemüsefach des Kühlschranks eine Woche haltbar. Herbst- und Winterrettiche lassen sich bis zu sechs Monate im Keller lagern. Temperaturen um 0 °C und eine hohe Luftfeuchtigkeit sind optimale Lagerungsbedingungen. In beiden Fällen sollte man vorhandenes Laub für die Lagerung entfernen.4

Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien

Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.

Wie setzt sich der Garten-Rettich-Nährwert zusammen? Roher Garten-Rettich ist mit 14 kcal und 0,1 g Fett pro 100 g sehr kalorien- und fettarm. Auch Kohlenhydrate sind mit 2,6 g/100g in kleinen Mengen vorhanden. Proteine sind zu 1,1 g/100g enthalten.5 Es folgen drei wichtige und in nennenswerten Mengen vorkommende Rettich-Nährstoffe.

In 100 g rohem Rettich stecken 29 mg Vitamin C (Ascorbinsäure), das macht 36 % des Tagesbedarfs aus. Dieser Gehalt ähnelt demjenigen von Steckrüben (25 mg/100g) und Wirsing (31 mg/100g). Bedeutend mehr Vitamin C ist in der gelben Gemüsepaprika mit 184 mg/100g zu finden.5

Enthält Rettich Kalium? Der Kalium-Gehalt beträgt 280 mg/100g (14 % des Tagesbedarfs). Blumenkohl (299 mg/100g) und Knollensellerie (300 mg/100g) weisen einen ähnlichen Gehalt auf. Fenchelsamen, von denen man jedoch nur kleine Mengen verwendet, enthalten mit 1694 mg/100g besonders viel Kalium.5

Roher Rettich weist zudem 14 µg Folat pro 100 g auf (7 % des Tagesbedarfs). Ähnlich viel Folat enthalten Topinambur (13 µg/100g) und Speiserüben (15 µg/100g). Roher Spinat beinhaltet mit 194 µg/100g ca. das 14-fache des Vitamins.5

Die gesamten Inhaltsstoffe von Garten-Rettich (roh), die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.

Wirkungen auf die Gesundheit

Insgesamt enthalten Gartenrettich und Radieschen wenig Kalorien und sind nährstoffreich.12 Rettiche eignen sich wegen ihres geringen Energiegehalts besonders für Menschen, die abnehmen möchten. Ergänzende Informationen finden Sie im Artikel "Gesund und dauerhaft abnehmen".

Grüne Rettiche weisen besonders hohe Mengen an essenziellen Aminosäuren auf, wie Lysin, Leucin, Isoleucin, Valin, Phenylalanin und Tryptophan.22

Sekundäre Pflanzenstoffe

Viele gesundheitliche Wirkungen von Garten-Rettich kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen. Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.

Garten-Rettiche mit Blättern enthalten u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:21,22,23

  • Isoprenoide: Tetraterpene: Carotinoide (Carotine, Xanthophylle)
  • Polyphenole: Phenolsäuren: Hydroxybenzoesäuren (Gallussäure, Hydroxybenzoesäure); Flavonoide: Flavanole (Catechin), Flavonole (Kaempferol), Flavone (Apigenin, Luteolin), Flavonole (Isorhamnetin), Anthocyane
  • Organische schwefelhaltige Verbindungen: Senfölglycoside: Aliphatische Glucosinolate (Glucoraphanin, Glucoraphasatin, Glucoalyssin, Gluconapin, Glucoericin, Glucoraphasatin), Indolische Glucosinolate (Glucobrassicin)
  • Sonstige Pflanzenstoffe (inkl. Protease-Inhibitoren): Chlorophyll a und b

Die Vielfalt und Menge von Pigmentmolekülen bestimmen massgeblich die Farbe von Pflanzen. Flavonoide sind phenolische Verbindungen und die Hauptpigmente im Rettich. Die Flavonoidprofile unterscheiden sich dabei zwischen den Rettichfarben erheblich. Weisses und schwarzes Rettichfleisch enhält eher niedrigere Gehalte an Flavonoiden, während farbige Schalen höhere Werte aufweisen, insbesondere an Anthocyanen.23

Glucosinolate kommen nur in der Familie der Brassicaceae (Kreuzblütler) vor. Weisse Rettiche enthalten etwas höhere Gehalte an Glucosinolaten, die, wie die Anthocyane, antioxidative, entzündungshemmende und krebsschützende Eigenschaften besitzen und für den typischen scharfen Geschmack verantwortlich sind. Anthocyane können effektiv freie Radikale neutralisieren und vor neuronalen sowie kardiovaskulären Erkrankungen schützen.1,6,21,22,23

Schwarzer Rettich wirkt in verschiedenen biologischen Modellen cholesterinsenkend und antilithiasisch. Diese Wirkungen verhindern die Bildung von Cholesterin-Gallensteinen, einer zunehmend verbreiteten Magen-Darm-Erkrankung. Die cholesterinsenkenden Effekte des schwarzen Rettichs gehen v.a. auf Glucoraphasatin und Glucoraphanin zurück.8

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen

Das pollenassoziierte Lebensmittelallergiesyndrom ist eine sekundäre Nahrungsmittelallergie, ausgelöst durch Kreuzreaktivität mit Pollenantigenen. Es manifestiert sich typischerweise als orales Allergiesyndrom (OAS) mit Juckreiz, Brennen und Schwellungen im Bereich von Lippen, Mundschleimhaut, Zunge und Rachen unmittelbar nach dem Verzehr bestimmter pflanzlicher Lebensmittel. Die Literatur beschreibt nur vereinzelte Fallberichte zur allergischen Reaktion auf Garten-Rettich, dennoch ist sein allergisches Potenzial nicht zu unterschätzen.9

Eine südkoreanische Studie von 2015 nennt einen Fall von Anaphylaxie durch Hautkontakt mit jungem Rettich.10

Verwendung als anerkannte Heilpflanze

Laut der Kommission E hilft Rettich bei Magen-Darm-Beschwerden (Dyspepsie), bei Funktionsstörungen der Gallenblase und entzündlichen Erkrankungen der oberen Luftwege wie Husten.11

Volksmedizin - Naturheilkunde

In der Volksmedizin setzt man die Extrakte des Rettichs seit der Antike zur Behandlung von Magenbeschwerden, Verstopfung, Harnwegsinfektionen, Leberentzündungen, Herzbeschwerden und Geschwüren ein.6

So nutzt man Rettich in der griechisch-arabischen und indischen Volksmedizin als Hausmittel zur Behandlung zahlreicher Krankheiten wie Gelbsucht, Gallenstein, Lebererkrankungen, Mastdarmvorfall, Verdauungsstörungen und anderen Magenbeschwerden.1

Schwarzen Winter-Rettich (Raphanus sativus var. niger) verwendet man in vielen asiatischen und afrikanischen Regionen zur Behandlung verschiedener Beschwerden im Kontext des Magen-Darm-Traktes und des Leber- und Gallensystems. In der traditionellen mexikanischen Medizin setzt man ihn zur Behandlung von Gallensteinen, Stimulierung der Gallenfunktion und zur Behandlung von Verdauungsproblemen, ausgelöst durch eine hohe Fettzufuhr, ein, da er die Magensaftsekretion fördert.8

Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl

Laut einer deutschen Studie von 2020 liegt der durchschnittliche ökologische CO2-Fussabdruck von Garten-Rettich bei 0,2 kg CO2eq/kg. Dieser ist relativ klein und anderem Gemüse ähnlich. Im Vergleich: Rindfleisch produziert durchschnittlich 13,6 kg CO2eq/kg.12

FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) erstellte 2009 in Österreich Lebenszyklusanalysen verschiedener Bio-Produkte und verglich sie mit den konventionellen Äquivalenten. Konventionelle Radieschen (gleiche Art wie Garten-Rettich) kamen auf 0,124 kg CO2eq/kg, regionale Bio-Radieschen auf 0,079 kg CO2eq/kg – ein Einsparungspotenzial von 37 %.18 Wer lokalen Bio-Rettich während der Saison kauft, unterstützt Rettich mit dem geringsten ökologischen Fussabdruck.

ForscherInnen in Korea berechneten mittels einer Lebenszyklusanalyse den Wasserverbrauch von weissem Rettich. Der Wasserfussabdruck belief sich je nach Jahreszeit auf 20,74-26,68 l/kg (Bewässerung bzw. 'blaues Wasser').19 Der globale Durchschnitt für Gemüse ist 43 l/kg (gesamt: 240 l/kg); Wurzelgemüse braucht nur 16 l Frischwasser pro kg, hat aber mit 830 l/kg Gesamtwasser einen deutlich höheren Verbrauch. Andere Kulturen belaufen sich auf das Vierfache: Tabak z.B. verbraucht 205 l Frischwasser pro kg (gesamt: 2925 l/kg).20

Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?

Weltweites Vorkommen - Anbau

Garten-Rettich (Raphanus sativus) ist eine alte Kulturpflanze. Die Artbezeichnung sativus bedeutet im Lateinischen kultiviert/gezüchtet. Seine Abstammung von einer Wildform ist nicht eindeutig geklärt. Eine Annahme ist, dass Raphanus sativus im Mittelmeerraum durch natürliche oder künstliche Kreuzung zwischen Raphanus landra und Raphanus maritimus entstanden ist. Eine andere Theorie ist, dass vier Wildarten (R. raphanistrum, R. maritimus, R. landra und R. rostras) an der Entstehung des Rettichs beteiligt waren.13

Der Anbau von Rettich erfolgt weltweit. Er ist eine der wichtigsten Gemüsekulturen in Asien, insbesondere in China, Japan, Südkorea, Nordkorea und Tibet. Der erste Bericht über den Anbau von Rettich stammt aus der Zeit vor 5000 Jahren in Ägypten, wo er als Ölsaat an den Wänden der antiken Pyramiden abgebildet ist. Vor etwa 2000 Jahren entstand durch traditionelle Züchtung in Ostchina eine grosse Vielfalt an Retticharten, die sich in Farbe sowie in Grösse und Form unterscheiden. Radieschen kultivierte man erstmals um die Jahrhundertwende. Man baut sie heute in den gemässigten Regionen Europas, den USA und bis in die Arktis geschützt an.7

In Europa kultiviert man Rettich vor allem in Frankreich, Italien, Österreich, den Niederlanden und Deutschland.4

Wild zu finden

Zwar kommt Garten-Rettich in der Natur nicht wild, jedoch verwildert vor. Sein wilder Verwandter ist der Acker-Rettich (Raphanus raphanistrum), auch Wilder Rettich genannt, der seinen Ursprung wahrscheinlich in Europa hat. Sowohl der Wilde Rettich als auch der aus der Kultur entkommene, verwilderte Garten-Rettich kommen als landwirtschaftliche Unkräuter auf allen Kontinenten vor. Sie sind häufig auf Wiesen und offenen, gestörten Flächen, einschliesslich Strassenrändern, zu finden.14,15

Anbau im Garten

Rettiche gedeihen gut auf leichten bis mittelschweren, krümeligen Böden an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Eine Voranzucht ist grundsätzlich nicht nötig. Der Zeitpunkt der Direktsaat ist von der Rettich-Sorte abhängig. Einige sät man im Frühjahr aus und erntet man im Sommer, andere kommen ab August ins Beet und sind bis in den späten Herbst erntereif.16

Rettichsamen benötigen einen Reihenabstand von 25 bis 30 cm und ca. 1-2 cm Tiefe. Nach acht bis zehn Tagen wachsen die ersten Keimlinge. Die optimale Keimtemperatur liegt bei 14-15 °C. Jungpflanzen sollte man auf einen Abstand von ca. 20 cm vereinzeln.16

Garten-Rettich sollte man regelmässig giessen (vor allem in trockenen Perioden) und mit Nährstoffen versorgen. Hitze, Trockenheit und Nährstoffmangel können zu verholzten, pelzigen und sehr scharfen Rüben führen und im schlechtesten Fall die vorzeitige Blüte auslösen.16

Die ersten Rettiche kann man einige Wochen nach der Aussaat von Hand ernten. Erntereife Exemplare erkennt man gut am Rübenhals. Dieser sollte etwas aus dem Boden herausragen und sich frisch anfühlen. Jüngere Rettiche sind milder, knackiger und saftiger, während spät geerntete Exemplare etwas holzig und zudem sehr scharf sind. Befreien Sie die Rettiche gleich nach der Ernte von Erde.16,17

Da die meisten Rettich-Sorten nicht winterhart sind, sollte man sie im Herbst komplett ernten und einlagern.17

Weiterführende Informationen

Garten-Rettich gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Innerhalb von Raphanus sativus existieren verschiedene Klassifikationssysteme. Botanisch unterscheidet man die Varietät Ölrettich (Raphanus sativus var. oleiformis), eine schnellwüchsige, einjährige Kreuzblütlerpflanze; kommt vorwiegend als Gründüngung zum Einsatz. Der Rattenschwanzrettich (Raphanus sativus convar. caudatus in manchen Quellen auch var. mougri) gilt als enger Verwandter des Radieschens, wovon man vorwiegend die Schoten und Blätter als Gemüse verwendet. Der Begriff Konvarietät (convar.) gilt ausschliesslich für Kulturpflanzen und ist im ICNCP (Internationaler Nomenklaturcode für Kulturpflanzen) geregelt.

In der Literatur dienen Kulturgruppen "Radish Group" zur Einteilung. Dazu gehört auch das Radieschen (Raphanus sativus var. sativus) und verschiedene Varietäten von Raphanus sativus: Schwarzer Winter-Rettich (Raphanus sativus var. niger) und die Zuchtform Daikon-Rettich (Raphanus sativus var. longipinnatus). Daikon, oft auch als Japanischer oder Winter-Rettich bezeichnet, ist ein mild schmeckender, weisser Riesenrettich aus Ostasien. Gelegentlich gilt var. longipinnatus auch als Unterform von var. niger. Weisser Bier-Rettich ist ein Kultivar und keine eigene Varietät.

Die Rübe des Garten-Rettichs ist zwischen 10 und 40 cm gross und hat einen Durchmesser von ca. 4 bis 8 cm. Form und Farbe variieren je nach Sorte.4

Das verdickte Speicherorgan bei Rüben bildet sich aus dem Hypokotyl (unterer Sprossabschnitt) und einem Wurzelanteil der Hauptwurzel. Rettich ist botanisch gesehen kein Wurzelgemüse, weil es sich nicht um eine verdickte Speicherwurzel handelt (wie es bei Süsskartoffeln und Maniok der Fall ist). Zudem ist das Speicherorgan auch keine Knolle, bei der die Sprossachsen verdicken (wie bei Kartoffeln oder Topinambur).

Alternative Namen

Garten-Rettich oder Gartenrettich (fälschlicherweise auch Garten Rettich geschrieben) nennt man auch Rettich, Gartenrettig und Radi.

Im Englischen bezeichnet man Rettich als radish.

1.*

"Radish (Raphanus sativus) is a root vegetable grown and consumed all over the world and is considered part of the human diet, even though it is not common among some populations. Usually, people eat radishes raw as a crunchy vegetable, mainly in salad, while it also appears in many European dishes. Some people, at least in the Middle East, prefer to drink its juice in pursuit of certain health benefits. Radishes have different skin colors (red, purple, black, yellow, and white through pink), while its flesh is typically white. In addition, the edible root of radish varies in its flavor, size, and length throughout the world."

"In general, radish contains carbohydrates, sugars, dietary fibers, protein, and even some fat and fluoride. In addition, it contains various water-soluble vitamins (B1, B2, B3, B5, B6, B9, and C) and minerals (calcium, iron, magnesium, manganese zinc, potassium, and phosphorous). Above and beyond, radish was found to have unique bioactive compounds that have been recently recognized to have potential health benefits to humans. The main bioactive compounds that have been quantified in radish are glucosinolates (e.g., glucoraphanin, glucoraphanin, 4-hydroxyglucobrassicin, glucoerucin, glucoraphasatin, glucobrassicin, 4-methioxyglucobrassicin, and neoglucobrassicin) and isothiocyanates (e.g., sulforaphene, sulforaphane, and indole-3-carbinol)."

"Lately, several research studies have revealed the many health properties of radish, and some of these studies have even had a chance to describe or suggest, albeit partially, the molecular features of these effects. For example, methylisogermabullone (C23H31O5NS, MW 433), a bioactive compound isolated from radish, was found to stimulate the small bowel mobility by activating the acetylcholinergic receptors. 4-(Methylthio)-3-butenyl isothiocyanate was found to induce apoptosis in human colon cancer cells, hence reducing the abnormal cell growth. Moreover, the spicy flavor of radish is due to certain chemical substances (e.g., myrosinase, glucosinolate, and isothiocyanate) made by this plant, some of which were suggested to have anticancer activities. A cohort study (n = 11,405 male participants) in Germany (2009) revealed an adverse correlation between dietary intake of glucosinolate and the risk of prostate cancer. 4-Methylsulfinyl-3-butenyl isothiocyanate present in radish was found to induce apoptosis in human lung cancer cells. A very recent study showed that sulforaphene, an isothiocyanate found in radish, inhibits proliferation of breast cancer cells."

"In summary, radish root appears to have an antidiabetic effect and appears to be very beneficial in diabetic conditions. These antidiabetic properties may be due to its ability to enhance the antioxidant defense mechanism and decrease oxidative stress and lipid peroxidation, improve hormonal-induced glucose hemostasis, promote glucose uptake and energy metabolism, and reduce glucose absorption in the intestine."

"In Unani, Greeko-Arab, and Indian folk medicine, radish is used as a household remedy for the treatment of many diseases such as jaundice, gallstone, liver diseases, rectal prolapse, indigestion, and other gastric pains."

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

Study: weak evidence

Banihani SA. Radish (Raphanus sativus) and Diabetes. Nutrients. 2017;9(9):1014.

2.

"In den asiatischen Ländern wird Rettich häufig in Essig eingelegt oder mit anderen Zutaten vergoren."

Book: weak evidence

Roger PJD. Heilkräfte der Nahrung, Praxishandbuch. Advent-Verlag: Zürich. 2008: 174-175.

3.

"Schweizer Rettich hat von April bis Dezember Saison. Zwischen November und Dezember kommt der Rettich aus dem Lager."

Website

Gemuese ch: Rettich.

4.

"Frühjahrs- und Sommerrettiche sind ohne Kraut einige Tage im Kühlschrank haltbar. Herbst- und Winterrettiche lassen sich bei 0 °C und hoher Luftfeuchtigkeit 4-6 Monate lang lagern. Eine Miete oder der Keller eigenen sich besonders gut als Lagerstätte."

"Rettich wird weltweit angebaut. Hauptanbaugebiete sind in Ostasien, China, Japan und Korea. In Europa wird der Rettich v.a. in Frankreich, Italien, Österreich, den Niederlanden und Deutschland angebaut."

"Sie ist i.d.R. zwischen 10 und 40 cm gross. Der Durchmesser beträgt ca. 4-8 cm. Je nach Sorte ist die Wurzel klein und kugelförmig, oval, zapfen-, spindel-, walzenförmig, oder lang und zylindrisch. Während die Farbe aussen von weiss, rosa, rot, braun, violett, blau und schwarz bis hin zu schwarz bzw. rot mit weissen Spitzen variieren kann, so ist das Innere des Rettichs stets weiss."

Website

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft. Der Rettich - Der Brotzeitkönig unter den Gemüsearten.

5.

Nährstofftabelle.

Website

USDA United States Department of Agriculture.

6.*

"In addition, various reports have recorded the antimicrobial, anticancer, antioxidant and anxiety reducing properties of radishes. The secondary metabolites with pharmaceutical benefits in radishes include glucosinolates, isothiocyanates and polyphenols."

"Radishes is of great pharmaceutical importance, most of which has been attributed to its antioxidant property. The administration of radish extracts under numerous pathological conditions aids in the recovery of diseases and in the prevention of harmful ailments because of their attributed bioactivities. Bioactive compounds present in different parts of radishes, such as leaves, sprouts, stem and roots, act on a variety of potential drug targets associated with ailments, such as cancer, inflammation, liver injury and diabetes."

"The extracts of radishes have been employed to treat stomach disorders, constipation, urinary infections, hepatic inflammation, cardiac disorders and ulcers in folk medicine since the ancient times."

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

Study: weak evidence

Manivannan A, Kim JH, Kim DS, Lee ES, Lee HE. Deciphering the Nutraceutical Potential of Raphanus sativus - A Comprehensive Overview. Nutrients. 2019;11(2):402.

7.*

"Most importantly, for over 80 years, the seeds and the roots of radish have been used for many medicinal purposes in India. In addition, radish is a rich source of peroxidase which could have a major impact on reducing the occurrence of hyperlipidemia in patients and also has an abundance of organic isothiocyanates, which are known to have antimicrobial, antimutagenic, and anticarcinogenic properties."

"Radish, Raphanus sativus L., is grown globally mainly for its edible root and represents one of the major vegetable crops in Asia, especially China, Japan, South Korea and Third World Countries such as North Korea and Tibet. The first report on the cultivation of radish dates back to 5,000 years ago in Egypt as depicted on the walls of ancient pyramids when grown as an oilseed crop (Becker 1962). Upon the introduction of radish to eastern China, some 2,000 years ago, a huge diversity of radish roots were created through traditional breeding exhibiting differences in skin and flesh color and in terms of their size and shape. The small-rooted, short-season or salad radishes were first cultivated at the turn of the sixteenth century and are commonly cultivated in the temperate regions of Europe, USA and as far north as the Arctic under protection. Overall, traditional breeding methods has enabled radish to be cultivated in all continents of the globe."

Narratives Review

Study: weak evidence

Curtis IS. Genetic engineering of radish: current achievements and future goals. Plant Cell Rep. 2011;30(5):733–744.

8.*

"Black radish is an important cruciferous plant that has demonstrated hypocholesterolemic, antilithiasic and antioxidant properties in different biological models; these effects can prevent the formation of cholesterol gallstones, an increasingly prevalent gastrointestinal affection. The effects of black radish associated with the prevention of cholesterol gallstones may be due to two main glucosinolates, and to their degradation products: glucoraphasatin (raphasatin) and glucoraphanin (sulforaphane), but biological and phytochemical investigations must continue in order to complement the existent contributions."

"In Mexican traditional medicine, the black radish has been used since ancient times for treating gallstones, stimulating the biliary function and to treat some digestive problems caused by the high intake of fats."

"The origin of black radish is not known exactly; nevertheless, in many Asian and African regions, it is used for treating different problems associated with the gastrointestinal, hepatic and biliary systems. Its effects have not been scientifically demonstrated; they are only known from ethnobotanical information. In Mexico, the plant is used to treat pigmented and cholesterol gallstones."

Narratives Review

DOI: 10.1002/ptr.4964

Study: weak evidence

Castro‐Torres IG, De La O‐Arciniega M, Gallegos‐Estudillo J, Naranjo‐Rodríguez EB, Domínguez‐Ortíz MÁ. Raphanus sativus L. var niger as a source of phytochemicals for the prevention of cholesterol gallstones. Phytother Res. 2014;28(2):167–171.

9.*

"Pollen food allergy syndrome (PFAS) is a food allergy that manifests as hypersensitivity symptoms of the oropharyngeal mucosa on ingesting specific foods, and findings resemble herpetic gingivostomatitis. Few reports of PFAS caused by consuming radishes are found in the literature."

"This case is an IgE-mediated type of food allergy caused by the induction of IgE by Radish as an allergen."

Fallbericht

DOI: 10.4103/ijd.ijd_405_22

Study: weak evidence

Uesugi A, Tsushima F, Miyamoto Y, Harada H. Pollen Food Allergy Syndrome Caused by Japanese Radish: A Case Report. Indian J Dermatol. 2023;68(1):123.

10.*

"In conclusion, we describe a case of anaphylaxis to young radish (R. sativus L) by skin contact. In addition, IgE-mediated hypersensitivity could be involved in the pathogenesis of young radish-induced anaphylaxis. Young radish should be considered as an important food allergen in Korea."

Fallstudie

DOI: 10.4168/aair.2015.7.1.95

Study: weak evidence

Lee YH, Lee JH, Kang HR, Ha JH, Lee BH, Kim SH. A Case of Anaphylaxis Induced by Contact with Young Radish (Raphanus sativus L). Allergy Asthma Immunol Res. 2015;7(1):95–97.

11.

"Rettichwurzel: Kommission E: Magen-Darm-Beschwerden (Dyspepsie), vor allem bei Funktionsstörungen der Gallenblase, entzündliche Erkrankungen der oberen Luftwege wie hartnäckiger Husten"

Buchkapitel

Berling-Aumann N. Gesünder leben mit Heilpflanzen für Dummies. Wiley-VCH: 2018:22.

12.

Tabelle 1 (S.9)

Website

Reinhardt G, Gärtner S, Wagner T. Ökologische Fussabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland. IFEU Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg ifeu. 2020;1-22.

13.

"Radish, Raphanus sativus L., is an annual vegetable of the family Cruciferae. The genus Raphanus originated in the regions from the Mediterranean to Black Sea and was classified under two sections of Raphanis DC. and Hesperidopsis Boiss. These two sections comprise six species including Raphanus sativus, R. raphanistrum, R. microcarpus, R. rostras, R. landra and R. maritimus, and one species Raphanus aucheri, respectively (Kitamura 1958). Kitamura (1958) also assumed that R.sativus could be developed around the Mediterranean region by natural or artificial crossing between R. landra and R. maritimus. Banga (1976) and Hida (1990) presumed that four wild species (R. raphanistrum, R. maritimus, R. landra and R. rostras) could be involved in the origin of radish."

Buchkapitel

DOI: 10.1007/978-3-540-34536-7_3

Book: strong evidence

Kaneko Y, Kimizuka-Takagi C, Bang SW, Matsuzawa Y. Radish. In: Vegetables. Springer Verlag: Berlin, Heidelberg; 2007: 141–160.

14.

"These two radish species are herbaceous annuals (sometimes perennials) that frequently invade grasslands and open, disturbed areas, including roadsides. Wild radish, Raphanus raphanistrum, may also be found in wetland areas. Although both species grow wild and both are commonly called wild radish, Raphanus sativus is the (escaped) cultivated plant, while R. raphanistrum is its wild relative. (Sativus means “cultivated” in Latin.)"

"Wild radishes are capable of excluding native plant species. Both radish species are also agricultural weeds. R. raphanistrum seeds in large quantities may be poisonous to livestock."

Website

California Invasive Plant Council. Wild Radish Species.

15.

"R. raphanistrum, probably European in origin, occurs as a weed on all continents, but is absent from tropical Western Africa and South and East Asia."

DOI: 10.1079/cabicompendium.46795

Website

CABI Digital Library. Raphanus raphanistrum (wild radish).

16.

"Der optimale Standort für Rettich liegt auf leichten bis mittelschweren, krümeligen Böden mit guter Wasserführung in voller Sonne bis Halbschatten."

"Die Aussaat von Rettich erfolgt je nach Anbauart und Varietät direkt ins Freiland oder Kalthaus. Eine Voranzucht ist möglich, aber durch Direktsaat entstehen deutlich schönere Rüben und tiefere Wurzeln, was die Pflege und Ernte erleichtert. Manche Rettich-Sorten eignen sich für den Sommeranbau mit Aussaat im Frühjahr, andere werden als lagerfähiger Herbst- und Winterrettich ab August gesät. In ungeheizten, geschützten Kalthäusern kann Rettich auch den Winter über kultiviert werden."

"Aufgrund der grossen Sortenvielfalt und deren Anbau zu verschiedenen Jahreszeiten kann Rettich satzweise alle zwei Wochen ausgesät und somit nahezu ganzjährig geerntet werden. Zunächst erfolgt die Bodenbearbeitung, wobei man unerwünschte Beikräuter entfernt und die Erde grosszügig lockert. Die Rettich-Samen werden anschliessend in Reihen mit einem Abstand von 25 – 30 cm eng gesät und später auf 20 cm Abstand zwischen den einzelnen Rettich-Pflanzen vereinzelt. Das Saatgut wird 1 – 2 cm tief in den Boden oder die Pflanzerde gelegt und kräftig angegossen. Bei optimaler Keimtemperatur von 14 – 15 °C sind die ersten Keimlinge nach 8 bis 10 Tagen zu sehen."

"Düngung und Bewässerung sind beim Anbauen von Rettich wichtig, da Trockenheit, Hitze und Nährstoffmangel zu pelzigen, beissend scharfen und verholzten Rüben führen. Im Extremfall schiessen die Rettiche aus Stress und gehen vorzeitig in die Blüte. Eine regelmässige Wasserversorgung ist daher gerade in trockenen Perioden notwendig. Rettich gehört zu den Mittelzehrern und sollte speziell zur Zeit der Rübenbildung mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden."

"Junge, erntereife Rettiche sind nicht winterhart und werden daher im Herbst komplett geerntet und eingelagert. Ausgewachsene Herbstrettiche ertragen Minusgrade bis etwa – 9 °C und können theoretisch den ganzen Winter über bei frostfreiem Boden geerntet werden, sind in diesem Stadium aber oft bereits zu holzig. Die Rüben können bei Frösten zudem aufplatzen und sind dann nicht mehr geniessbar. Ein Winterschutz mit Folie oder Vlies beziehungsweise die Kultur von Rettich im isolierenden, ungeheizten Glashaus ist eine bessere Alternative zum Freilandanbau, wenn die Rüben nicht eingelagert werden können."

"Bereits wenige Wochen nach der Aussaat können die ersten aromatischen Rettich-Rüben geerntet werden."

Website

Plantura garden: Rettich: Pflanzen, säen & pflegen.

17.

"Dass Rettiche reif für die Ernte sind, erkennt man an der Pflanzengrösse und dem Wurzelhals, der meist aus dem Boden herausragt. Dieser sollte nicht aufgerissen sein und sich bestenfalls frisch und unverholzt anfühlen. Grundsätzlich gilt: Je jünger der Rettich, desto milder, saftiger und knackiger schmeckt er. Zu spät geerntete Rettiche sind oft beissend scharf, holzig oder pelzig."

"Rettiche werden händisch geerntet – bei lockeren Böden können die Wurzeln einfach an den Blättern gegriffen und herausgezogen werden. Auf schweren Böden empfiehlt sich ein Spaten, um den Boden zu lockern und unversehrte Rettiche zu ernten. Direkt nach der Ernte sollten die Rettiche schonend für die Schale gewaschen und weiterverarbeitet oder gelagert werden."

Website

Plantura garden: Rettich ernten, lagern & zubereiten.

18.

"und bis in die Blätter, die durchaus salat- oder einlagegeeignet sind."

"Das FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) errechnete 2010 für Österreich, dass es bei regionalen Bio-Radieschen der Linie "Zurück zum Urspung" fast 37% CO2-Äquivalente weniger waren."

124 g CO2 eq / kg konventionell vs. 79 g CO2 eq / kg biologisch (Zurück zum Ursprung) = 36,48 %

Website

FiBL Österreich. CO2-Fussabdruck von Bioprodukten. Ergebnisse Gemüse. 2009. 

19.*

The water depletion results are 25.58 m3 freshwater/ton (spring season white radish), 20.74 m3 freshwater/ton (autumn season white radish), 26.68 m3 freshwater/ton (alpine region white radish), and 28.56 m3 freshwater/ton (facility white radish), respectively. 

DOI: 10.1016/j.iswcr.2017.02.005

Cha K, Son M, Hong S, An S, Part S. Method to assess water footprint, a case study for white radishes in Korea. International Soil and Water Conservation Research. Juni 2017;5(2):151–157.

20.*

Table2. Global average water footprint of 14 primary crop categories.Period:1996–2005.

Waterfootprint Caloricvalue∗ Waterfootprint Primary  crop category (m3ton−1) (kcalkg−1) (lkcal−1) Green Blue Grey Total

Vegetables 194 43 85 322 240 1.34

Rootsandtubers 327 16 43 387 830 0.47

Mekonnen MM, Hoekstra AY. The green, blue and grey water footprint of crops and derived crop products. Hydrol. Earth Syst. Sci. 2011;15:1577-1600.

21.*

Bioactive compounds in Raphanus sativus (radish) have been used to treat several diseases; therefore, radish has attracted increasing scientific attention due to its nutritional and phytochemical composition.

The largest categories were flavonoids (38.8% of the reported data), non-flavonoid polyphenols (8.4%), terpenes and derivatives (8.2%), fat and fatty related compounds (6.4%), and glucosinolates and breakdown products (5.6%).

Leaves have high concentrations of macronutrients, calcium, potassiumsodium, fiber, fatty acids, and non-flavonoid polyphenols while sprouts are a major source of flavonoids, specifically anthocyanins, β-carotene and vitamin C. Roots are rich in non-flavonoid polyphenols together with terpenes and derivatives, and glucosinolates, the latter also highly concentrated in seeds. Raphanus sativus is a rich source of nutrients and phytochemicals. Leaves and sprouts could be considered part of a healthy diet, and together with roots, they could be explored as raw material for the development of nutraceuticals.

Raphanus sativus (radish) is a source of nutrients and phytochemicals, particularly proteins, glucosinolates, flavonoids, β-carotene, and minerals. Many of these phytochemicals are highly concentrated in leaves and sprouts, which could be considered part of a healthy diet, especially in western diets where the root consumption is prioritized. 

Systematischer Review von Laborstudien in wissenschaftlichem Journal

DOI: 10.1016/j.tifs.2021.04.045

Study: weak evidence

Gamba M, Asllanaj E, Raguindin PF, Glisic M, Franco OH, Minder B et al. Nutritional and phytochemical characterization of radish (Raphanus sativus): A systematic review. Trends in Food Science & Technology. 2021;113:205–218.

22.*

Radish (Raphanus sativus) is a Brassica vegetable important for human nutrition and health because it is rich in diverse metabolites. Although previous studies have evaluated various metabolites, few studies have comprehensively profiled the primary and secondary metabolites in the roots of white- and green-colored radishes. Thus, this study aimed to provide information about the contents of metabolites beneficial for human health in both cultivars and to investigate the relationships between the various metabolites detected. In particular, among the 55 metabolites detected in radish roots, the levels of most amino acids and phenolic acids, vital to nutrition and health, were higher in green radish roots, while slightly higher levels of glucosinolates were observed in white radish roots—information which can be used to develop an effective strategy to promote vegetable consumption. Furthermore, glutamic acid, as a metabolic precursor of amino acids and chlorophylls, was positively correlated with other amino acids (cysteine, tryptophan, asparagine, alanine, serine, phenylalanine, valine, isoleucine, proline, leucine, beta-alanine, lysine, and GABA), and chlorophylls (chlorophyll a and chlorophyll b) detected in radish roots and phenylalanine, a metabolic precursor of phenolic compounds, were positively correlated with kaempferol, 4-hydroxybenzoate, and catechin. In addition, strong positive correlations between carbohydrates (sucrose and glucose) and phenolics were observed in this study, indicating that sucrose and glucose function as energy sources for phenolic compounds.

Experimentelle Analyse der Inhaltsstoffe

DOI: 10.3390/horticulturae8040310

Study: weak evidence

Park CH, Ki W, Kim NS, Park SY, Kim JK, Park SU. Metabolic Profiling of White and Green Radish Cultivars (Raphanus sativus). Horticulturae. 2022;8(4):310.

23.*

Radish (Raphanus sativus) is an important worldwide vegetable with a wide variety of colors that affect its appearance and nutritional quality. However, the large-scale detection, identification, and quantification of flavonoids in multicolor radish have rarely been studied. To uncover the diversity and accession-specific flavonoids in radish, liquid chromatography electrospray ionization−tandem mass spectrometry was used to analyze the metabolic profiles in the skin and flesh of six colored radish accessions: light-red Manshenhong, dark-red Touxinhong (TXH), purple Zijinling (ZJL), Xinlimei with red flesh (XLMF) and green skin, white Shizhuangbai (SZB), and black radish. In total, 133 flavonoids, including 16 dihydroflavones, 44 flavones, 14 flavonoids, 9 anthocyanins, and 28 flavonols, were characterized. The flavonoid metabolic profiles differed among the different colored radishes. Red and purple radishes contained similar anthocyanin compounds responsible for color pigmentation, including red cyanidin, callistephin, and pelargonin. Purple ZJL was most enriched with cyanidin o-syringic acid and cyanin, whereas callistephin and pelargonin were more abundant in dark-red TXH. Additionally, the black and white radishes shared similar anthocyanin and flavonoid profiles, suggesting that the color of black radishes was not caused by anthocyanin but by other metabolites. The metabolites in colored radishes that differed from SZB were mainly involved in the biosynthesis of plant secondary metabolites, such as flavonoid, flavone, flavonol, isoflavonoid, and phenylpropanoid biosynthesis. This study provides new insights into the differences in metabolite profiles among radishes with different skin and flesh colors. The results will be useful for aiding the cultivation of valuable new radish varieties.

Experimentelle Studie zum Nährstoffprofil

DOI: 10.1021/acs.jafc.0c05031

Study: weak evidence

Zhang J, Qiu X, Tan Q, Xiao Q, Mei S. A Comparative Metabolomics Study of Flavonoids in Radish with Different Skin and Flesh Colors (Raphanus sativus L.). J Agric Food Chem. 2020;68(49):14463–14470.

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