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Radieschen, roh (bio)

Entdecken Sie vielseitige Verwendungsmöglichkeiten von Radieschen in der Küche, die allfällige Saison, Preise und gesundheitliche Vorteile. Erfahren Sie mehr über wichtige Nährstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Anbau und Ökobilanz.

95%Wasser 81Makronährstoff Kohlenhydrate 81.34%/16Makronährstoff Proteine 16.27%/02Makronährstoff Fette 2.39% 

Die drei Verhältniszahlen zeigen den prozentualen Gewichtsanteil der Makronährstoffe (Kohlenhydrate / Proteine / Fette) der Trockensubstanz (exkl. Wasser).  In der Sprache Englisch sind Ballaststoffe als Bestandteil des Kohlenhydrat-Anteils gerechnet. Die Umrechnung von Gewicht in kcal erfolgt nach dem von der USDA verwendeten "Atwater system". 

Davor ersehen Sie den Wasseranteil, gerundet auf ganze %.

Ω-6 (LA, <0.1g)Omega-6-Fettsäuren wie Linolsäure (LA) : Ω-3 (ALA, <0.1g)Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure (ALA) = 0:0

Verhältnis Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren soll insgesamt 5:1 nicht überschreiten. Link zu Erklärungstext.

Werte sind zu klein, um relevant zu sein.

Radieschen (Raphanus sativus var. sativus) schmecken besonders gut roh (und am besten in Bio-Qualität) als Snack oder im Salat, sind aber auch gekocht, gebraten oder gebacken zu verwenden.

Verwendung in der Küche

Radieschen (Raphanus sativus var. sativus) sind eine Varietät des Garten-Rettichs (Raphanus sativus) mit eher kleinen Rüben (ca. 2-4 cm), doch es gibt auch grössere Sorten. Am bekanntesten sind runde, rote Radieschen. Auch weisse, gelbe, violette, schwarze und mehrfarbige Sorten sind möglich, stets mit einem weissen Inneren. Die Form reicht von kugelrund bis langoval. Sind Radieschen scharf? Der typisch scharfe, würzige Geschmack, für den das enthaltene Senföl verantwortlich ist, ähnelt demjenigen von Rettich, ist jedoch etwas feiner. Die Schärfe ist sorten- und grössenabhängig, wobei kleinere Exemplare eher schärfer sind. Wem sie zu scharf sind, kann die Schärfe mit einer Prise Salz abmildern.

Kann man Radieschen roh essen? Radieschen verzehrt man gerne roh und pur als Snack. Roh eignen sie sich für Salate (z.B. mit Äpfeln, Gurken, Weisskohl, Kohlrabi oder Kartoffeln), dünn geschnitten als Brotbelag (mit etwas Margarine und Salz), gehackt in Dips für Rohkost-Gemüsesticks oder als Garnitur auf kalten, veganen Apéro-Platten. Legt man rohe Radieschen ein, sind sie nicht nur länger haltbar, sondern sie schmecken auch wunderbar. Die Rüben ergeben mit Gartenkresse und Apfelessig eine feine Salsa, die man zu Brot isst oder als Topping auf Kartoffelgerichten verwendet.

Wie isst man Radieschen sonst noch? Man kann die kleine Rübe auch dünsten, braten oder backen. Mit Kräutern (z.B. Petersilie, Schnittlauch oder Dill) gedünstete Radieschen machen sich hervorragend als Gemüsebeilage. Ofenkartoffeln, Kartoffel- und Gemüsepfannen profitieren ebenfalls vom würzigen Radieschen-Geschmack. Auch vegane Gemüse-Quiches lassen sich mit ihnen aufpeppen. Probieren Sie unbedingt die leckere, vegane Okara-Radieschen-Pfanne mit Weisskohl.

Kann man Radieschenblätter roh essen? Auch junge, zarte Blätter der Radieschen sind verzehrbar.1 Roh und in Streifen geschnitten passen sie zu Salat. Sie würzen zudem Eintöpfe und Suppen (z.B. Radieschenblätter-Spinat-Suppe mit Quinoa und Kürbiskerntopping) und lassen sich zu einem Radieschenblätter-Pesto verarbeiten.

Veganes Rezept für Radieschensalat mit Äpfeln und Sellerie

Zutaten (für 4 Personen): 1 Bund Radieschen (roh, bio), 2 Äpfel, ½ Bund Staudensellerie, ½ Bund Grüne Minze, 60 g Walnüsse, 1 Bio-Zitrone, 4 EL Sojajoghurt, 2 EL Rapsöl, 2 TL Senf, etwas Salz und Pfeffer.

Zubereitung: Radieschen, Äpfel und Staudensellerie waschen. Radieschen und entkernte Äpfel in dünne Scheiben, Selleriestangen in dünne Ringe schneiden. Grüne Minze abspülen, trocken schütteln und Blätter abzupfen. Walnüsse grob hacken. Zitrone abspülen, Schale abreiben und Saft auspressen. Zitronenschale, Zitronensaft, Sojajoghurt, Rapsöl und Senf zu einem Dressing verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Radieschen, Äpfel, Sellerie und Minzblätter in Schüsseln anrichten und mit Walnüssen garnieren. Veganes Joghurtdressing darüber träufeln und servieren.

Vegane Rezepte mit Radieschen (roh) finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".

Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen:
Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler
.

Einkauf - Lagerung

Radieschen gibt es in Supermärkten (z.B. Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer, Billa) meistens ganzjährig zu kaufen. Auch Bio-Supermärkte (z.B. Denn's Biomarkt, Alnatura) bieten frische Radieschen (in Bio-Qualität) an. Man findet sie entweder mit Blättern als Radieschen-Bund oder ohne Blätter lose in kleinen Beuteln. Das Wurzelgemüse ist in den D-A-CH-Ländern von März bis Dezember regional verfügbar, die Saison im Freiland ist von März bis September.2

Beim Einkauf sollte man auf pralle, nicht runzelige Stücke und auf frisches, saftig grünes Laub achten. Dieses weist auf die Frische der Wurzeln hin. Wer es würzig und scharf mag, sollte kleine Radieschen bevorzugen.

Die Verfügbarkeit von Radieschen (roh) ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.

Tipps zur Lagerung

Frische Radieschen lagert man am besten im Gemüsefach des Kühlschranks. In ein feuchtes Tuch eingewickelt halten sie sich ungefähr eine Woche. Blätter sind zuvor zu entfernen, da diese den Rüben Feuchtigkeit entziehen und die knackige Konsistenz nehmen.

Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien

Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.

Wie sind Radieschen-Nährwerte zusammengesetzt? Rohe Radieschen sind mit 16 kcal und 0,1 g Fett pro 100 g sehr kalorien- und fettarm. Auch Kohlenhydrate (3,4 g/100g) und Proteine (0,68 g/100g) sind in kleinen Mengen vorhanden. Ballaststoffe sind zu 1,6 g/100g enthalten.3 Es folgen drei wichtige und in nennenswerten Mengen vorkommende Radieschen-Nährstoffe.

In 100 g rohen Radieschen stecken 15 mg Vitamin C (Ascorbinsäure), das macht 19 % des Tagesbedarfs aus. Dieser Gehalt ähnelt demjenigen von Pastinaken (17 mg/100g) und Sommerkürbissen (17 mg/100g). Bedeutend mehr Vitamin C enthalten mit 184 mg/100g gelbe Gemüsepaprika.3

Rohe Radieschen weisen 25 µg Folat pro 100 g auf (13 % des Tagesbedarfs). Ähnlich viel Folat enthalten Meerrettich (26 µg/100g) und Zucchini (24 µg/100g). Roher Spinat beinhaltet mit 194 µg/100g ca. das Achtfache des Vitamins.3

Enthalten Radieschen Kalium? Der Kalium-Gehalt beträgt 233 mg/100g (12 % des Tagesbedarfs). Auberginen (229 mg/100g) und Tomaten (237 mg/100g) weisen einen ähnlichen Gehalt auf. Ungeschälte Hanfsamen enthalten mit 1200 mg/100g besonders viel Kalium.3

Enthalten Radieschen Vitamine? Neben Vitamin C und Folat enthält die Rübe zudem kleine Mengen an Vitamin B6, Riboflavin (Vitamin B2) und Pantothensäure (Vitamin B5).3

Die gesamten Inhaltsstoffe von Radieschen (roh), die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.

Wirkungen auf die Gesundheit

Radieschen besitzen als Varietät des Garten-Rettichs (Raphanus sativus) vergleichbare gesundheitsfördernde Eigenschaften. Insgesamt enthalten Radieschen wenig Kalorien und sind dabei nährstoffreich, insbesondere die Blätter und Sprossen.12 Aufgrund ihres geringen Energiegehalts eignen sich Radieschen gut für Menschen, die abnehmen möchten. Ergänzende Informationen finden Sie im Artikel "Gesund und dauerhaft abnehmen".

Sekundäre Pflanzenstoffe

Viele gesundheitliche Wirkungen von Radieschen kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen. Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.

Radieschen mit Blättern enthalten u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:4,6,12

  • Isoprenoide: Triterperne (Squalen); Tetraterpene: Carotinoide (Carotine: Alpha-Carotin, Beta-Carotin; Xanthophylle: Zeaxanthin, Lutein, Violaxanthin)
  • Polyphenole: Phenolsäuren: Hydroxybenzoesäuren (Protocatechinsäure, p-Cumarsäure), Hydroxyzimtsäuren (Kaffeesäure, Ferulasäure); Flavonoide: Flavanole (Epicatechin), Flavonole (Kaempferol-Derivate, Quercetin), Flavanone (Naringenin), Flavone (Apigenin, Chrysoeriol-Glucoside), Anthocyane (Cyanidin-, Pelargonidin-, Delphinidin-Derivate)
  • Organische schwefelhaltige Verbindungen: Senfölglycoside: Aliphatische Glucosinolate (Glucoraphenin, Glucoraphasatin, Glucodehydroerucin, Glucoerucin), Indolische Glucosinolate (Glucobrassicin, Indol-3-Carbinol); Isothiocyanate (Sulforaphan, Sulforaphen, Isocyanat-Derivate)

Radieschenwurzeln, -blätter und -sprossen enthalten über 600 identifizierte Pflanzenstoffe. Davon beeinflussen den menschlichen Stoffwechsel v.a. Carotinoide, Anthocyane und Senfölglycoside, die positiv bei Entzündungen, Leberschäden und Diabetes wirken. Glucosinolate kommen ausschliesslich in der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) vor. Radieschenextrakte regulieren Entzündungsprozesse über verschiedene Signalwege, reduzieren den Blutzucker und verbessern die Verwertung von Zucker in den Zellen.4,6,12

Radieschen fördern die Entgiftungsfunktion der Leber, u.a. bei Fettleber, stabilisieren Leberenzyme, senken Blutfette und aktivieren antioxidative Signalwege. Radieschenblätter und -sprossen liefern besonders viele Antioxidantien, darunter Carotinoide, die Zellen vor Schäden durch Licht und Sauerstoff bewahren. Insgesamt enthalten Radieschen hohe Mengen an Anthocyanen, die freie Radikale neutralisieren, Zellstrukturen schützen und Metalle binden.4,6,12

Radieschen wirken über Glucosinolate, Isothiocyanate sowie Anthocyane antiproliferativ auf Krebszellen von Leber, Darm, Brust, Gebärmutterhals, Lunge und Prostata und unterstützen die Apoptose. Detaillierte Studien sind jedoch erforderlich, um die regulierenden Rollen dieser bioaktiven Substanzen genauer zu verstehen.4,6

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen

Wie auch viele andere Nahrungsmittel können Radieschen bei sensiblen Personen allergische Reaktionen auslösen.7 Der Verzehr von grösseren Mengen kann bei empfindlichen Personen den Verdauungstrakt reizen und Blähungen und Krämpfe verursachen.10

Volksmedizin - Naturheilkunde

Extrakte von Rettich (und Radieschen) setzt man in der Volksmedizin seit der Antike zur Behandlung von Magenbeschwerden, Verstopfung, Harnwegsinfektionen, Leberentzündungen, Herzbeschwerden und Geschwüren ein.6

Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl

Der CO2-Fussabdruck eines Lebensmittels hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. So spielen Art der landwirtschaftlichen Produktion, konventionell vs. ökologisch, saisonale, regionale, inländische Produktion bzw. Import per Lkw, Schiff oder Flugzeug, unterschiedliche Verpackungsarten und ob es sich um Frischwaren oder Tiefkühlwaren handelt, eine entscheidende Rolle.

Rettich, der zur gleichen Art wie Radieschen gehört, hat einen CO2-Fussabdruck von 0,2 kg CO2eq/kg (in Deutschland erhobene Analyse).11 Gemüse hat durchschnittlich einen sehr guten bzw. niedrigen CO2-Fussabdruck (besonders im Vergleich zu tierischen Produkten); unter den Gemüsen hat Wurzelgemüse eine besonders gute Ökobilanz.14

Das FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) erstellte 2009 in Österreich Lebenszyklusanalysen verschiedener Bio-Produkte und verglich sie mit den konventionellen Äquivalenten. Konventionelle Radieschen kamen auf 0,124 kg CO2eq/kg, regionale Bio-Radieschen auf 0,079 kg CO2eq/kg – ein Einsparungspotenzial von 37 %.1

ForscherInnen in Korea berechneten mittels einer Lebenszyklusanalyse den unterschiedlichen Wasserverbrauch von weissem Rettich über das Jahr. Der Wasserfussabdruck belief sich je nach Jahreszeit auf 20,74-26,68 l/kg (Bewässerung bzw. 'blaues Wasser').13 (Korea liegt in der gemässigten Klimazone mit vier Jahreszeiten.) Der globale Durchschnitt liegt für Gemüse bei 43 l/kg blauem Wasser (gesamt liegt der Verbrauch bei 240 l/kg); für Wurzelgemüse bei 16 l/kg (gesamt: 830 l/kg). Andere Feldfrüchte belaufen sich auf das Vierfache: z.B. Tabak braucht 205 l frisches Wasser pro kg (gesamt: 2925 l/kg).15

Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?

Weltweites Vorkommen - Anbau

Das Radieschen (Raphanus sativus var. sativus) ist eine Varietät der Kulturpflanze Garten-Rettich (Raphanus sativus). Die Artbezeichnung sativus bedeutet im Lateinischen kultiviert/gezüchtet. Es ist nicht eindeutig geklärt, von welcher Wildform Rettich abstammt. Eine Annahme ist, dass Raphanus sativus im Mittelmeerraum durch natürliche oder künstliche Kreuzung zwischen Raphanus landra und Raphanus maritimus entstanden ist. Eine andere Vermutung ist, dass vier Wildarten (R. raphanistrum, R. maritimus, R. landra und R. rostras) an der Entstehung des Rettichs beteiligt waren.8

Radieschen kultivierte man erstmals um die Jahrhundertwende. Man baut sie heute in den gemässigten Regionen Europas, den USA und bis in die Arktis geschützt an.5

Eigener Anbau

Radieschen lassen sich gut im eigenen Garten an einem sonnigen, luftigen Standort oder im Gewächshaus anbauen. Sie bevorzugen einen leichten bis mittelschweren, humusreichen Boden.9

Ab Ende Februar sät man frühe Radieschen-Sorten ins Frühbeet oder im Gewächshaus aus, ab März, sobald der Boden frostfrei ist, direkt ins Freiland. Aussäen kann man bis Anfang September. Zwischen den Samen sollte man 3-5 cm Platz lassen und sie nur 1 cm tief säen. Bei Temperaturen von 12 bis 15 °C keimen Radieschen-Samen am besten. Falls die Sämlinge zu nahe beieinander wachsen, kann man sie auf einen Abstand von 5 bis 8 cm vereinzeln.9

Radieschen brauchen regelmässig Wasser, besonders bei Trockenheit und Hitze. Zu wenig Wasser begünstigt holzige und zu scharfe Wurzeln. Auf Düngemittel kann man verzichten, falls die Vorkultur gut gedüngt und der Boden gelockert ist. Der Boden ist durch gelegentliches Hacken locker zu halten, was dem Gedeihen des Wurzelgemüses zugutekommt.9

Das Wachstum der Radieschen ist im Sommer besonders schnell, drei bis vier Wochen nach der Aussaat kann die Ernte beginnen. Im Frühjahr und Herbst brauchen die Rüben etwas länger - sie sind nach acht Wochen erntereif. Man sollte sie innerhalb von zehn Tagen und im Sommer innerhalb von vier Tagen ernten, ansonsten sind sie pelzig (holzig).9

Weiterführende Informationen

Das Radieschen (Raphanus sativus var. sativus), eine Varietät des Garten-Rettichs (Raphanus sativus), gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Es gibt verschiedenste Radieschen-Sorten, die sich in Farbe, Form, Grösse und Anbauzeitpunkt unterscheiden. Die weisse, kegelförmige Sorte "Eiszapfen" ist eine traditionelle und äusserst beliebte Züchtung.9

Das Speicherorgan von Radieschen ist botanisch keine Knolle oder Wurzel, sondern eine Rübe.

Wie viel wiegt ein Radieschen? Das Gewicht eines Radieschens ist sortenabhängig. Im Durchschnitt wiegt es ungefähr zwischen 10 und 20 Gramm.

Alternative Namen

Radieschen (fälschlicherweise auch Radischen geschrieben) nennt man auch Radies oder seltener Monatsrettich.

Seine lateinische Bezeichnung lautet Raphanus sativus var. sativus oder Raphanus sativus ssp. sativus, manchmal aber auch einfach nur Raphanus sativus.

Im Englischen bezeichnet man Radieschen, so wie Garten-Rettich, als radish.

1.

"und bis in die Blätter, die durchaus salat- oder einlagegeeignet sind."

"Das FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) errechnete 2010 für Österreich, dass es bei regionalen Bio-Radieschen der Linie "Zurück zum Ursprung" fast 37% CO2-Äquivalente weniger waren."

124 g CO2 eq / kg konventionell vs. 79 g CO2 eq / kg biologisch (Zurück zum Ursprung) = 36,48 %

Website

FiBL Österreich. CO2-Fussabdruck von Bioprodukten. Ergebnisse Gemüse. 2009. 

2.

"Schweizer Radieschen haben von März bis Dezember Saison"

Website

Gemuese ch: Radieschen.

3.

Nährstofftabellen.

Website

USDA United States Department of Agriculture.

4.*

"Radish (Raphanus sativus) is a root vegetable grown and consumed all over the world and is considered part of the human diet, even though it is not common among some populations. Usually, people eat radishes raw as a crunchy vegetable, mainly in salad, while it also appears in many European dishes. Some people, at least in the Middle East, prefer to drink its juice in pursuit of certain health benefits. Radishes have different skin colors (red, purple, black, yellow, and white through pink), while its flesh is typically white. In addition, the edible root of radish varies in its flavor, size, and length throughout the world."

"In general, radish contains carbohydrates, sugars, dietary fibers, protein, and even some fat and fluoride. In addition, it contains various water-soluble vitamins (B1, B2, B3, B5, B6, B9, and C) and minerals (calcium, iron, magnesium, manganese zinc, potassium, and phosphorous). Above and beyond, radish was found to have unique bioactive compounds that have been recently recognized to have potential health benefits to humans. The main bioactive compounds that have been quantified in radish are glucosinolates (e.g., glucoraphanin, glucoraphanin, 4-hydroxyglucobrassicin, glucoerucin, glucoraphasatin, glucobrassicin, 4-methioxyglucobrassicin, and neoglucobrassicin) and isothiocyanates (e.g., sulforaphene, sulforaphane, and indole-3-carbinol)."

"Lately, several research studies have revealed the many health properties of radish, and some of these studies have even had a chance to describe or suggest, albeit partially, the molecular features of these effects. For example, methylisogermabullone (C23H31O5NS, MW 433), a bioactive compound isolated from radish, was found to stimulate the small bowel mobility by activating the acetylcholinergic receptors. 4-(Methylthio)-3-butenyl isothiocyanate was found to induce apoptosis in human colon cancer cells, hence reducing the abnormal cell growth. Moreover, the spicy flavor of radish is due to certain chemical substances (e.g., myrosinase, glucosinolate, and isothiocyanate) made by this plant, some of which were suggested to have anticancer activities. A cohort study (n = 11,405 male participants) in Germany (2009) revealed an adverse correlation between dietary intake of glucosinolate and the risk of prostate cancer. 4-Methylsulfinyl-3-butenyl isothiocyanate present in radish was found to induce apoptosis in human lung cancer cells. A very recent study showed that sulforaphene, an isothiocyanate found in radish, inhibits proliferation of breast cancer cells."

"In summary, radish root appears to have an antidiabetic effect and appears to be very beneficial in diabetic conditions. These antidiabetic properties may be due to its ability to enhance the antioxidant defense mechanism and decrease oxidative stress and lipid peroxidation, improve hormonal-induced glucose hemostasis, promote glucose uptake and energy metabolism, and reduce glucose absorption in the intestine."

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

Study: weak evidence

Banihani SA. Radish (Raphanus sativus) and Diabetes. Nutrients. 2017;9(9):1014.

5.*

"Most importantly, for over 80 years, the seeds and the roots of radish have been used for many medicinal purposes in India. In addition, radish is a rich source of peroxidase which could have a major impact on reducing the occurrence of hyperlipidemia in patients and also has an abundance of organic isothiocyanates, which are known to have antimicrobial, antimutagenic, and anticarcinogenic properties."

"Radish, Raphanus sativus L., is grown globally mainly for its edible root and represents one of the major vegetable crops in Asia, especially China, Japan, South Korea and Third World Countries such as North Korea and Tibet. The first report on the cultivation of radish dates back to 5,000 years ago in Egypt as depicted on the walls of ancient pyramids when grown as an oilseed crop (Becker 1962). Upon the introduction of radish to eastern China, some 2,000 years ago, a huge diversity of radish roots were created through traditional breeding exhibiting differences in skin and flesh color and in terms of their size and shape. The small-rooted, short-season or salad radishes were first cultivated at the turn of the sixteenth century and are commonly cultivated in the temperate regions of Europe, USA and as far north as the Arctic under protection. Overall, traditional breeding methods has enabled radish to be cultivated in all continents of the globe."

Narratives Review

Study: weak evidence

Curtis IS. Genetic engineering of radish: current achievements and future goals. Plant Cell Reports. 2011;30(5):733–744.

6.*

"In addition, various reports have recorded the antimicrobial, anticancer, antioxidant and anxiety reducing properties of radishes. The secondary metabolites with pharmaceutical benefits in radishes include glucosinolates, isothiocyanates and polyphenols."

"Radishes is of great pharmaceutical importance, most of which has been attributed to its antioxidant property. The administration of radish extracts under numerous pathological conditions aids in the recovery of diseases and in the prevention of harmful ailments because of their attributed bioactivities. Bioactive compounds present in different parts of radishes, such as leaves, sprouts, stem and roots, act on a variety of potential drug targets associated with ailments, such as cancer, inflammation, liver injury and diabetes."

"The extracts of radishes have been employed to treat stomach disorders, constipation, urinary infections, hepatic inflammation, cardiac disorders and ulcers in folk medicine since the ancient times."

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

Study: weak evidence

Manivannan A, Kim JH, Kim DS, Lee ES, Lee HE. Deciphering the Nutraceutical Potential of Raphanus sativus - A Comprehensive Overview. Nutrients. 2019;11(2):402.

7.

"Einzelallergene - Radieschen: Allergenspezifisches IgE löst Reaktionen vom sogenannten Sofort-Typ (Typ I-Allergie) aus. Zu dieser Gruppe zählen Neurodermitis, allergische Rhinitis, allergisches Asthma, ein Teil der Nahrungs­mittel­allergien sowie anaphylaktische Reaktionen auf Insektengifte oder Nahrungsmittel­komponenten."

Website

Labor-augsburg-mvz de: Einzelallergene Radieschen.

8.

"Radish, Raphanus sativus L., is an annual vegetable of the family Cruciferae. The genus Raphanus originated in the regions from the Mediterranean to Black Sea and was classified under two sections of Raphanis DC. and Hesperidopsis Boiss. These two sections comprise six species including Raphanus sativus, R. raphanistrum, R. microcarpus, R. rostras, R. landra and R. maritimus, and one species Raphanus aucheri, respectively (Kitamura 1958). Kitamura (1958) also assumed that R.sativus could be developed around the Mediterranean region by natural or artificial crossing between R. landra and R. maritimus. Banga (1976) and Hida (1990) presumed that four wild species (R. raphanistrum, R. maritimus, R. landra and R. rostras) could be involved in the origin of radish."

Book: weak evidence

Kaneko Y, Kimizuka-Takagi C, Bang SW, Matsuzawa Y. Radish. In: Kole C (Hg.) Vegetables. Springer Verlag: Berlin, Heidelberg; 2007: 141–160.

9.

"Radieschen benötigen einen sonnigen sowie luftigen Standort. In der Hanglage eines Kraterbeets sind Radieschen zum Beispiel gut aufgehoben. Der Boden sollte leicht bis mittelschwer und humusreich sein. Und – im Idealfall – gleichmässig feucht."

"Frühe Radieschen-Sorten, die mit wenig Licht und kühlen Temperaturen zurecht kommen, können bereits ab Ende Februar/Anfang März ins Frühbeet oder im Gewächshaus ausgesät werden. Ins Freiland können Sie die Radieschen-Samen ab März aussäen, sobald der Boden gut abgetrocknet und frostfrei ist. Besonders rasch und zuverlässig keimen die Samen bei Temperaturen von 12 bis 15 Grad Celsius. Anfangs kann eine Folie oder ein Vlies zum Schutz nicht schaden."

"Säen Sie die Saatkörner nur einen Zentimeter tief und lassen Sie zwischen zwei Körnern rund drei bis fünf Zentimeter Platz. Der Abstand zwischen den Saatreihen sollte etwa 15 Zentimeter betragen. Eventuell kann es bei sehr engem Abstand sinnvoll sein, die Sämlinge nach dem Auflaufen nochmals auf fünf bis acht Zentimeter zu vereinzeln, sodass sie genügend Platz haben, um sich zu entwickeln. Achten Sie in jedem Fall auf die Platzangaben auf den Saattütchen. Bedecken Sie anschliessend Reihe für Reihe dünn mit Erde und giessen Sie das Saatbett mit einem feinen Strahl aus der Giesskanne oder Brause an. Markieren Sie die Aussaatreihen am besten gleich mit Etiketten oder Pflanzschildern. Die letzten Radieschen können im Freiland noch bis Anfang September ausgesät werden."

"Wegen der kurzen Kulturdauer gelten Radieschen als besonders pflegeleicht – aber das stimmt so nicht ganz. Gerade wegen ihres rasanten Wachstums müssen Radieschen insbesondere bei Trockenheit und Hitze jeden Tag ausreichend und gleichmässig gegossen werden, sonst werden die Knollen scharf und holzig. Wenn die Vorkultur gut gedüngt und der Boden ausreichend gelockert ist, benötigen Radieschen keine weitere Düngung. Auf keinen Fall sollten Sie Radieschen mit frischem Kompost düngen, da sie sehr empfindlich auf Salze reagieren. Gelegentliches Hacken hält den Boden locker und lässt das Knollengemüse gut gedeihen."

"Im Sommer können Sie die Radieschen bereits drei bis vier Wochen nach der Aussaat ernten. Im Frühjahr und Herbst beträgt die Kulturdauer etwa acht Wochen. Für die Ernte haben Sie im Frühjahr je nach Sorte etwa zehn Tage, im Sommer hingegen nur vier Tage Zeit. Vorsicht: Zu spät geerntete Radieschen werden pelzig! Ziehen Sie die Knollen bei der Ernte nacheinander aus dem Beet und essen Sie sie am besten frisch."

"Die verschiedenen Radieschen-Sorten unterscheiden sich in der Farbe ihrer Knollen: es gibt rote, rot-weisse, rosafarbene, violette, weisse, gelbe und sogar gelbbraune Sorten. Ein absoluter Hingucker sind die zweifarbigen Radieschen ‘Flamboyant 2/Patricia’. Die Form geht von rund kugelig über länglich oval bis hin zu Zapfen. Wählen Sie in jedem Fall eine Sorte, die zur Jahreszeit passt. Es gibt aber auch Ganzjahressorten für das Freiland."

"Bei der Sorte ‘Eiszapfen’ handelt es sich um eine beliebte, traditionelle Züchtung mit spitzen Knollen und schneeweissem Fleisch."

Website

Mein-schoener-garten de: Radieschen - Raphanus sativus var. sativus.

10.

"Reduzieren oder meiden Sie ggf. anfangs stark blähende Lebensmittel: Zwiebel, Knoblauch, Lauch, Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen, Linsen, Paprika, rohe Pilze, Sauerkraut, Rot-, Grün- Weisskohl, Wirsing, Mais, Rettich/Radieschen, Trockenobst."

Website

Technische Universität München. Essen und Trinken bei Blähungen (Meteorismus und Flatulenz).

11.

Tabelle S. 9

Website

Reinhardt G, Gärtner S, Wagner T. Ökologische Fussabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland. IFEU Institut für Energie - und Umweltforschung Heidelberg. 2020.

12.*

Bioactive compounds in Raphanus sativus (radish) have been used to treat several diseases; therefore, radish has attracted increasing scientific attention due to its nutritional and phytochemical composition.

The largest categories were flavonoids (38.8% of the reported data), non-flavonoid polyphenols (8.4%), terpenes and derivatives (8.2%), fat and fatty related compounds (6.4%), and glucosinolates and breakdown products (5.6%).

Leaves have high concentrations of macronutrients, calcium, potassiumsodium, fiber, fatty acids, and non-flavonoid polyphenols while sprouts are a major source of flavonoids, specifically anthocyanins, β-carotene and vitamin C. Roots are rich in non-flavonoid polyphenols together with terpenes and derivatives, and glucosinolates, the latter also highly concentrated in seeds. Raphanus sativus is a rich source of nutrients and phytochemicals. Leaves and sprouts could be considered part of a healthy diet, and together with roots, they could be explored as raw material for the development of nutraceuticals.

Raphanus sativus (radish) is a source of nutrients and phytochemicals, particularly proteins, glucosinolates, flavonoids, β-carotene, and minerals. Many of these phytochemicals are highly concentrated in leaves and sprouts, which could be considered part of a healthy diet, especially in western diets where the root consumption is prioritized. 

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

Study: weak evidence

Gamba M, Asllanaj E et al. Nutritional and phytochemical characterization of radish (Raphanus sativus): A systematic review. Trends in Food Science & Technology. 2021;113:205–218.

13.*

The water depletion results are 25.58 m3 freshwater/ton (spring season white radish), 20.74 m3 freshwater/ton (autumn season white radish), 26.68 m3 freshwater/ton (alpine region white radish), and 28.56 m3 freshwater/ton (facility white radish), respectively. 

Cha K, Son M, Hong S, An S, Part S. Method to assess water footprint, a case study for white radishes in Korea. International Soil and Water Conservation Research. 2017;5(2):151–157.

14.*

Fig. 1. Estimated global variation in GHG emissions, land use, terrestrial acidification, eutrophication, and scarcity-weighted freshwater withdrawals, within and between 40 major foods.

GHG Emissions (kg CO2eq)> E Vegetables >root vegetables

Poore J, Nemecek T. Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers. Science. 2018;360(6392):987–992.

15.*

Table2. Global average water footprint of 14 primary crop categories.Period:1996–2005.

Waterfootprint Caloricvalue∗ Waterfootprint Primary  crop category (m3ton−1) (kcalkg−1) (lkcal−1) Green Blue Grey Total

Vegetables 194 43 85 322 240 1.34

Rootsandtubers 327 16 43 387 830 0.47

Mekonnen MM, Hoekstra AY. The green, blue and grey water footprint of crops and derived crop products. Hydrol. Earth Syst. Sci. 2011;15:1577-1600.

Wir haben Studien und Bücher zu Ernährung und Gesundheit nach folgenden 3 Evidenz-Kategorien markiert: grün=starke Beweiskraft, gelb=mittlere, violett=schwache. Die restlichen Quellen sind grau markiert. Eine ausführliche Erklärung finden Sie in unserem Beitrag: Wissenschaft oder Glaube? So prüfen Sie Publikationen.
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