Stiftung Gesundheit & Ernährung
S t i f t u n g
Gesundheit & Ernährung
Schweiz
Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

Senfkörner, gelb-weiss (roh, bio?)

Weisse Senfkörner verwendet man roh als scharfes Bio-Gewürz. Zu Speisesenf verarbeitet sind sie als Gelbsenf oder Weisser Senf bekannt.
Die von uns zusammengetragenen Informationen zu der Zutat sind nahezu vollständig und zeigen die Details.
  Wasser 5,7%  39
Makronährstoff Kohlenhydrate 39.41%
/28
Makronährstoff Proteine 28.12%
/32
Makronährstoff Fette 32.47%
  LA (2.6g) 1:1 (3.9g) ALA

Verhältnis Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren soll insgesamt 5:1 nicht überschreiten. Link zu Erklärungstext.

Hier essentielle Linolsäure (LA) 2.64 g zu essentieller Alpha-Linolensäure (ALA) 3.86 g = 0.68:1.
Verhältnis Total Omega-6- = 2.64 g zu Omega-3-Fettsäuren Total = 3.86 g = 0.68:1.
Im Durchschnitt benötigen wir pro Tag je ca. 2 g LA und ALA, aus denen ein gesunder Körper auch EPA und DHA etc. herstellt.
Erfasste Lebensmittelpreise
23.05.22100 g3,29
Normalpreis
Bio--
23.05.22100 gFr.3,20
Normalpreis
Bio3,00

Uns fehlen noch D-A-CH-Länder-Preise für diese Zutat. Ein vollständiges Beispiel hier.

Preisentwicklungen DE

Preisentwicklungen CH

Piktogramm Nährstofftabellen

Weisse Senfkörner (Sinapis alba) haben einen reizenden Geruch und scharfen Geschmack. Aus Gelbsenf hergestellter Bio-Speisesenf (weiß) ist in der warmen oder Rohkost-Küche als Gewürzpaste vielseitig einsetzbar.

Gelbe Senfkörner-Verwendung in der Küche:

Wie kann man Senfkörner essen? Senfsamen kann man mit Essig und Salz zu Speisesenf (regional: Mostrich oder Mostert) maischen (und fermentieren) oder zum Würzen von eingelegten Gurken und anderem Gemüse (z.B. Zucchini) verwenden. So kennt man in England das eingelegte Senfgemüse als Piccalilli (oder Piccalilli-Sauce), das durch Kurkuma seine gelbe Farbe und mithilfe vieler anderer Gewürze seine exotische Note erhält. Als Gemüse eignen sich Blumenkohl, Gurken, Karotten, grünen Bohnen und Zwiebeln.

Ganze, eingelegte Senfkörner bezeichnet man gern auch als Senfkaviar. Auch zum Braten, Schmoren und Kochen von Gemüse (z.B. grüne Bohnen) nutzt man die ganzen Mostrich-Körner als Gewürz. Dips, Saucen und Marinaden geben ganze, gequetschte oder gemahlene Senfsamen eine besonders ansprechende Schärfe. Senfsaat kombiniert mit süssen Komponenten, wie z.B: Bienenhonig, Rohzucker, Agavensirup oder mit Früchten wie Feigen, Äpfel, Birnen, Pfirsiche, oder getrockneten Früchten (Rosinen, Aprikosen, Feigen), mildert den scharfen Geschmack ab.

Kann man Senfkörner roh essen? Roh sind Senfkörner durchaus essbar und junge, grüne und zarte Samenhülsen sind ein scharfes Frischgewürz für vegane oder vegetarische Rezepte. Auch gekeimt, also als Bio-Keimsaat, sind sie ein frischer Kick für Rohkost-Salate und liefern Vitamine über das ganze Jahr.

Rohe, scharfe Blätter, junge Triebe und Stängel (April-Juni) kommen als gesundes und verdauungsförderndes Gemüse zum Einsatz, z.B. verwendet die indische Küche das Kraut wie Spinat. Möchte man grössere Mengen als Gemüse nutzen, kocht man die grünen Pflanzenbestandteile aus, um die Schärfe zu reduzieren.

Wegen dem stark reizenden ätherischen Öl eignen sich Samen oder Blätter nicht als Tee.1

Veganes Rezept für grobkörnigen Speisesenf:

Zutaten (ein Gläschen): 20 g Bio-Senfkörner (gelb, ganz) grob geschrotet, 10 g Gelbsenfpulver, 1 Knoblauchzehe, roh, 30 g Apfelessig (5 % Säure), 1 EL Bienenhonig, Salz, Kurkuma, Trinkwasser nach Bedarf.

Zubereitung: Für das vegane Rezept mit Senfkörnern mischt man alle Zutaten und püriert sie wenige Sekunden lang bis zur gewünschten Konsistenz. Nach Bedarf gibt man Wasser dazu. Da die Zubereitung nachquillt, bereitet sie eher zu flüssig als zu fest zu.

Frische oder getrocknete Bio-Kräuter wie Thymian, Rosmarin, Dill, Estragon oder Bärlauch geben Weisssenf (Weißsenf) eine besondere Note. Ein fruchtig-süsses Ergebnis erhält man durch Feigen-, Dattel- oder Mangomus und Zitronenschale oder Orangenschale verleihen ihm einen frischen Geschmack. Für mehr Schärfe sorgen Chili oder Wasabipaste. Rezepte mit Senfkörnern (roh) sind variationsreich.

Beim Mahlen der Senfkörner (gelb, ganz) können hohe Temperaturen entstehen und zu einer besonders scharfen oder bitteren Geschmacksentwicklung führen. Die optional aufgekochte Essig-Wasser-Mischung sollte aus diesem Grund vor dem nächsten Zubereitungsschritt abkühlen.

Den fertigen Speisesenf oder Gewürzsenf kann man im Kühlschrank mehrere Wochen lang aufbewahren. Für eine bessere Haltbarkeit beträufelt man die Oberfläche mit Rapsöl. Vor dem ersten Verzehr lässt man Senf zwei bis drei Tage ziehen, damit sich das volle Aroma entfaltet.

Vegane Senfkörner-Rezepte finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben" (ganz unten oder nebenan).

Einkauf - wo Senfkörner kaufen?

Die Samen sind in roher, konventioneller und biologischer Qualität im Handel verfügbar. Man kann Weissen Senf in Supermärkten wie Coop, Migros, Spar, Billa, Edeka oder Rewe als Gewürz kaufen. In Supermärkten wie Denner, Volg, Aldi, Lidl oder Hofer haben wir im Standardsortiment bislang keine ganzen Samen gefunden. Bei Bio-Supermärkten (Denn's Biomarkt oder Alnatura) gibt es immer wieder Senfkörner in Bio-Qualität. Andere Adressen, auch für Rohkost-Qualität, sind Reformhäuser, Bio-Läden, Hofläden und Wochenmärkte sowie der Online- und Gewürzhandel. Saisonal unabhängig erhält man die rohen Körner (getrocknet) ganzjährig als Gewürz oder Keimsaat deklariert. Sie sind in Gewürztütchen, Dosen, Gläsern und kleinen Säcken in Gebindegrössen ab 25 g bis 1 kg abgepackt.

In der Apotheke bekommt man Samenpulver unter der Bezeichnung "entfettetes Senfmehl" (bzw. "Senfmehl gelb entölt") oder Semen Sinapis pulveratum exoleatum.

Wild zu finden:

Die einjährige Senfkornpflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 30 und 120 cm. An den kantigen und aufrechten Stängel sind die ovalen, fiederspaltig geteilten Blätter wechselständig angeordnet. Weiter oben wachsende Blätter sind gestielt. Die borstig behaarten Schoten stehen waagrecht vom Stängel ab und enthalten bis zu acht weisse Samen. Die scheibenförmigen Blüten sind schwefelgelb. Sie haben einen intensiven und angenehmen Geruch, der an Vanille erinnert.2 Die Blütezeit liegt in den Monaten von Mai, Juni bis September, Oktober.2,3

Die im Mittelmeergebiet heimische und wärmeliebende Pflanze kommt dort und in Mitteleuropa auf Äckern, Ödland, Schutthalden, Ruderalflächen, in Gärten oder an Wegrändern verwildert und unbeständig vor. Sie ist eine dominante Art, die das Aussehen des Lebensraums mitprägt.2,3,4,5

Lagerung:

Unversehrte rohe Samen (auch: Mostersad oder Mostardkorn) sind bei richtiger Lagerung über Monate bis Jahre haltbar. Man sollte sie in einer Aromadose oder einem anderen verschliessbaren Gewürzbehälter möglichst lichtgeschützt, trocken und kühl aufbewahren.

Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien:

Realitätsnah zeigen wir Ihnen hier die Inhaltsstoffe von Gewürzen und Kräutern pro 1 g (statt pro 100 g wie üblich).

1 g Sinapis alba (roh) besitzt einen Kaloriengehalt von 4,87 kcal. Enthalten sind 0,29 g Fett, 0,35 g Kohlenhydrate und 0,25 g Proteine pro Gramm Gewürz.6

Als wirksamkeitsmitbestimmende Inhaltsstoffe kommen ca. 5 % Schleimstoffe in den Samenschalen9,13 und Senfölglykoside, u.a. Sinalbin, vor. Nach der enzymatischen Spaltung von Sinalbin durch das pflanzeneigene Enzym Myrosinase entsteht u.a. nicht flüchtiges ätherisches Senföl, das für die gleichbleibende Schärfe sorgt.5,7 Die Fettsäuren des Samenöls bestehen zu 41,3 % aus Erucasäure,8 neben nennenswerten Mengen an Alpha-Linolensäure (0,39 g/g) und Linolsäure (0,26 g/g).6

Sinapis alba besitzt deutlich höhere Anteile an Schleimstoffen als andere Senfarten, die weniger als 1 % aufweisen.9Schwarzer Senf (Brassica nigra) sowie Brauner Senf (Brassica juncea) enthalten als wichtigsten Bestandteil das Glucosinolat Sinigrin, das bei der Hydrolyse flüchtige ätherische Öle freisetzt.10,11,12

Die gesamten Inhaltsstoffe von Senf, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen im CLICK FOR unter dem Zutatenbild.

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Sind weiße Senfkörner gesund? Sinapis alba hat hautreizende, bakteriostatische, durchblutungsfördernde,7,13 entzündungshemmende und schmerzstillende Eigenschaften. Wirkmechanismus: aus dem geruchlosen Sinalbin entsteht bei der Breiaufbereitung das hautreizende p-Oxy-benzylsenföl, das über den Counter-irritant-Effekt für die entzündungshemmende Allgemeinwirkung und die Schmerzhemmung verantwortlich ist.7

An gesunden sowie Tumorzelllinien untersuchte man die antioxidativen, antimikrobiellen und antiproliferativen (wachstumshemmenden) Eigenschaften von Extrakten aus Senfsamen. Isoliert zeigte Sinalbin geringere und nach Zugabe des Enzyms Myrosinase höhere antiproliferative Effekte. Hier gibt es potentielle Ansätze zur Krebsvorsorge.8

Um den Wirkmechanismus der Immunregulationsaktivität von Sinapis alba aufzuklären, untersuchte man die Hautpenetration vom Samenextrakt in vitro und in vivo (an Tieren). Die messbaren Veränderungen wichtiger Marker der Immunabwehr (Langerhans-Zellen, lokale Zytokinfreisetzung) erklären die Wirkung der Samen gegen Asthma und Bronchitis.14

Im Tiermodell konnte man an induzierten Ohrödemen von Mäusen entzündungshemmende Wirkungen gegen akute und chronische Entzündungsprozesse von wässrigen Ethanolextrakten der Samen feststellen. Diese Effekte sind auf die teilweise Unterdrückung der mRNA-Expression zurückzuführen.15

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Für Kinder unter sechs Jahren und nierenkranke Menschen empfiehlt man Sinapis alba nicht, da derartige Umstände als Kontraindikationen gelten.5 Schwere Kreislaufschädigungen, Krampfadern und andere Venenleiden sind keine guten Voraussetzungen für den Einsatz von Senfkörnern. Vorsicht ist bei empfindlichen, prädisponierten Personen geboten.10

Bei zu langer Anwendung ist mit Nebenwirkungen wie Haut- und Nervenschäden oder Reizungen des Nierenepithels zu rechnen.7 Bei einer zu langen Verwendung von Senfwickeln oder Pflastern kann es zur Blasenbildung kommen, oft mit eiternden, schlecht heilenden Ulzerationen und Nekrosen.10 Interaktionen sind keine bekannt.7,13

In der Küche sollte man Mostrich nicht überdosieren. Das reizende ätherische Öl darf man niemals innerlich einnehmen11 und Tee aus Samen sollte man vermeiden.10

Bei der Herstellung von Zubereitungen aus Sinapis alba bildet sich Bisphenol F (BPF), das im Zusammenhang mit Sinalbin steht. BPF scheint ähnlich toxisch wie BPA zu sein und gilt als schwach hormonaktiv. In Studien konnte man keine nicht toxische Dosis bestimmen und bei Tierversuchen wirkte die schwächste Tagesdosis (20 mg/kg Körpergewicht) toxisch. Aufgrund der durchschnittlich kleinen Verzehrsmengen von Senf, stuft das Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) die Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit BPF als gering ein.16

Die gesundheitsschädigende Erucasäure ist Bestandteil von Speise-Senföl, weshalb es in Europa für den Verzehr nicht erlaubt ist. Mögliche Folgen sind pathologische Veränderungen des Herzmuskels sowie Herzverfettung.1 Mit 35 g Erucasäure pro kg Senf hat man einen Höchstgehalt an Erucasäure in Senf als Würzmittel festgelegt, bei Öl aus Senfsamen liegt der Wert bei 50 g/kg.22

Senf ist eines der 14 am häufigsten vorkommenden Allergene das auf Verpackungen oder in Restaurants erkennbar vermerkt sein muss. Auch Kreuzreaktionen mit anderen Kreuzblütlergewächsen oder Pollen sind möglich.

Verwendung als Heilpflanze:

Sinapis alba ist im amerikanischen, belgischen, französischen, portugiesischen und schweizerischen Arzneibuch aufgeführt.5HMPC (Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel) und ESCOP (Dachverband nationaler europäischer Gesellschaften für Phytotherapie) haben die Pflanze noch nicht beschrieben.

Indikationen nach Kommission E sind Katarrhe der Luftwege, chronisch degenerative Gelenkerkrankungen und Weichteilrheumatismus, die man äusserlich mit Breiumschlägen behandelt.7

Man verwendet das Heilmittel ausschliesslich äusserlich. Unmittelbar vor der Anwendung rührt man 4 EL Samenpulver mit warmem Wasser7 (nicht heiss! Bzw. > 60 °C)10 bis zu einer breiartigen Konsistenz an. Die Tagesdosis beträgt 60-240 g.7

Vor der Behandlung ist das Auftragen einer fetthaltigen Salbe empfehlenswert. Bei Kindern bleiben die Umschläge ca. 5-10 Min. und bei Erwachsenen ca. 10-15 Min. auf der Haut. Je nach Empfindlichkeit der Haut muss man die Anwendungszeit individuell verkürzen. Nach 3 Min. kontrolliert man die Hautrötung und das Ansteigen der Hauttemperatur. Diese Salbe kann man bis 4 Mal täglich über einen Zeitraum von maximal zwei Wochen auftragen. Ebenfalls verwendbar sind Senfpflaster (Charta sinapisata).3,7,10,11

Schleimbildende Pflanzen nutzt man erfolgreich als Prophylaxe zur Ergänzung oder Verstärkung von synthetischen Arzneimitteln gegen Übersäuerung oder Magen-Darm-Geschwüren. Zu den am Häufigsten gebrauchten Kräutern gehören neben Senf (gelb) auch Leinsamen, Flohsamen, Bockshornkleesamen und Eibisch.17

Volksmedizin - Naturheilkunde:

In der Volksheilkunde gelten die Samen traditionell als wirksam für äusserliche Umschläge zur Förderung der Durchblutung, zur Linderung von Gelenkserkrankungen und Rheuma, bei Husten und Bronchitis, zur Fiebersenkung, Verdauungsförderung sowie Anregung des Stoffwechsels.3 Andere Indikationen in der Erfahrungsheilkunde sind Neuralgien,7 Schmerzen in Armen und Beinen, Verstauchungen, Furunkel, Abschürfungen, Hautausschläge, Frostbeulen und Soor.18

Vorkommen - Herkunft:

Woher kommen Senfkörner? Ursprünglich stammt Sinapis alba aus dem Nahen Osten und dem Mittelmeerraum (ostmediterran). Heute ist die Kulturpflanze vielerorts eingebürgert.2,4,18

Die Unterart Sinapis alba L. ssp. alba findet man fast überall in Europa, von Skandinavien bis Südeuropa sowie in der Türkei und auf der Krim. Der Schlitzblättrige Weisse Senf (Sinapis alba ssp. dissecta) kommt in Südeuropa, einschliesslich Türkei und Krim vor. In Österreich, Ungarn und Rumänien ist die Pflanze ein Neophyt. Sinapis alba ssp. mairei ist in den Ländern rund um das Mittelmeer verbreitet.19

Anbau im Garten oder als Topfpflanze:

Die anspruchslosen und für Krankheiten kaum anfälligen Samen kann man im Garten anbauen.1,5 Als Schwachzehrer gibt sich die Pflanze mit geringwertigen Böden zufrieden.5 Sandige, tonhaltige, saure sowie sehr nasse Untergründe sollte man vermeiden.1 Am besten wächst der sogenannte Gartensenf in nahezu neutralen (pH-Wert), gut durchlüfteten,12 humosen und kalkhaltigen Beeten. Für die unmittelbare Nachbarschaft eignen sich alle Gemüsearten, ausser Kreuzblütengewächse wie Kohl oder Rettich.

Möchte man Senfkörner pflanzen, sät man die Samen in Reihen aus, pikiert später die jungen Pflänzchen und behackt das Unkraut.5 Die Samen reifen in 80-85 Tagen.12 Sobald die Schoten bräunlich bis gelb sind – ein frühzeitiges Aufplatzen ist zu vermeiden - schneidet man die Senfkorn-Pflanzen zu einer kühlen Tageszeit ab und hängt sie zum Nachreifen auf.1,5 Man kann sie auch als Topfpflanze ziehen.

Anbau - Ernte:

Seit dem 20. Jahrhundert hat sich der Anbau vom Sinapis alba in Süd-, West- und Mitteleuropa, Nordafrika und Indien etabliert.1 In warmen Regionen baut man die Pflanze als Gewürz an und in kühleren Breitengraden dient sie als Grünfutterpflanze, Zwischenfrucht oder Gründüngung.20 Für die Gewürzherstellung stammen die Samen heute hauptsächlich aus den trockeneren Regionen von Frankreich, Deutschland, Japan, Kanada, Großbritannien und den USA.12

Im Jahr 2002 betrug die Anbaufläche von Senf 663'697 ha und die Gesamtsaatgutproduktion 468'725 Mt. Vom weltweiten Verkauf der Samen entfallen etwa 60 % auf Sinapis alba und 40 % auf Brassica juncea.12

Von Sinapis alba gibt es mehrere Sorten mit unterschiedlichen Qualitäten wie früherer Reifung, Nematodenresistenz oder verändertem Gehalt an Glucosinolaten oder Erucasäure. Im Samenkatalog für landwirtschaftliche Pflanzenarten sind mehr als 100 Sorten von Sinapis alba L. aufgeführt.20

In Indien ist Senf eine wichtige Ölsaatpflanze,12 trotz gesundheitsschädigenden Auswirkungen der enthaltenen Erucasäure.1

Tierschutz - Artenschutz - Tierwohl:

Weisser Senf ist eine beliebte Bienenweide und Proviantstation für Fliegen, Käfer und Schmetterlinge. Bei späterer Aussaat blüht die Pflanze bis Oktober. Sie sorgt mit ihrem Angebot an Nektar, Pollen und Honigtau im Sommer und Frühherbst für Insektennahrung.2

Verwechslungsmöglichkeiten:

Ackersenf (Sinapis arvensis) ist ein weit verbreitetes Unkraut im Anbau von Sinapis alba. Man erkennt ihn an folgenden Pflanzenmerkmalen: die unteren Blätter sind fast leierförmig, die Stängelblätter eiförmig und ungleich gezähnt. Die Schnäbel der reifen Schoten fallen ab und die kurz behaarten Schoten sind mit dreinervigen Klappen ausgestattet. Die braunen Samen können als Verunreinigung in Sinapis alba vorkommen.5 Die als Wilder Senf bezeichnete Art aus der Gattung Sinapis ist ungiftig und essbar.

Industrielle Herstellung:

Sinapis alba dient zur Herstellung von Speisesenf. Der Geschmack hängt von der verwendeten Saat und der Zubereitungsart mit Wasser, Essig bzw. Saft von reifen oder unreifen Trauben18 oder anderen Zutaten ab.

Allgemeine Informationen:

Was ist Senfsaat? Weisser Senf (Sinapis alba) ist in Europa die am häufigsten verwendete Senfart. Sie gehört zur Gattung der Senfe (Sinapis) und entstammt der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae oder Cruciferae).

Sind weisse Senfkörner gelb? Die Samenschalen sind weiss bis hellgelb, worauf das Artepitheton alba (= weiss) zurückzuführen ist. Wegen der gelben Blüten nennt man diese Art Gelbsenf.

Alternative Namen:

Gebräuchliche Alternativnamen sind Weisssenf (Weißsenf, Weißer Senf), weisse Senfkörner (weiße Senfkörner), Gelber Senf, Gelbsenf, Gelbe Senfkörner, Mostardkorn, Mostersad, Mostert, Mostrich, Senfkorn, Senfsaat, Englischer Senf, Gewürzsenf oder Gartensenf.

Falsche Schreibweisen kommen vor: Senf Korn, Senfssat, Senfkorner oder Senfcorn.

Auf Englisch nennt man den Weissen Senf white mustard und dessen Samen mustard seeds. Speisesenfzubereitungen findet man als yellow mustard, English mustard, granary mustard, whole-grain mustard, sweet mustard, full-grain mustard, medium-strength mustard, hot mustard, strong mustard oder mild mustard. Auf Türkisch bezeichnet man Senfsamen (Senfkörner) als hardal tohumu.

Lateinische Synonyme, die sich auf die genetische Verwandtschaft von Brassica nigra beziehen sind Brassica alba Linn oder Brassica hirta Moench.20 Weitere Bezeichnungen sind Rorippa coloradensis Stuckey, Rhamphospermum album (L.) Andrz. ex Rchb., Raphanus albus (L.) Crantz, Leucosinapis alba (L.) Spach, Eruca alba (L.) Noulet uns Bonnania officinalis C. Presl.21 Früher nannte man ihn oft nur Sinapis oder Synapis.

Stichworte zur Verwendung:

Eine Behandlung von Blattsalat mit Extrakten aus Weissem und Schwarzem Senf, kann zu einer Verlängerung der Haltbarkeit beitragen. Die antimikrobiellen Eigenschaften der enthaltenen Glucosinolate können das Bakterienwachstum reduzieren und so die Lebensmittelkonsvervierung auf natürliche Weise verbessern.8

Die Verwendung der Schleimstoffe von gelbem Senf als Verdickungsmittel oder Stabilisierungsmittel hat Potential in der Lebensmittelindustrie.9

Literatur - Quellen:

22 Quellenangaben

In der Wissenschaft ist Wikipedia (wiki) als Quelle umstritten, auch weil bei Wikipedia Angaben zur zitierten Literatur bzw. zu Autoren häufig fehlen oder nicht verlässlich sind. Unsere Piktogramme für Nährwerte enthalten kcal.

  1. Krist S. Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle. Wien: Springer Vienna; 2. Auflage. 2013.
  2. Kremer BP. Mein Garten – Ein Bienenparadies. Bern: Haupt Verlag; 2. Auflage. 2018.
  3. Fleischhauer SG, Guthmann J, Spiegelberger R. Enzyklopädie. Essbare Wildpflanzen. 2000 Pflanzen Mitteleuropas. Aarau: AT Verlag; 1. Auflage. 2013.
  4. Lauber K, Wagner G, Gygax A. Flora Helvetica. Bern: Haupt Verlag; 5. Auflage. 2014.
  5. Hoppe HA. Europäische Drogen. Band 2 I bis Z. De Gruyter; 1951:270ff.
  6. Diet-health.info Nährstofftabellen.
  7. Schilcher H, Kammerer S, Wegener T. Leitfaden Phytotherapie. München: Elsevier GmbH; 3. Auflage. 2007.
  8. Boscaro V, Boffa L, Binello A, u. a. Antiproliferative, proapoptotic, antioxidant and antimicrobial effects of Sinapis nigra L. and Sinapis alba L. extracts. Molecules. 16. November 2018;23(11):3004.
  9. Cui SW, Eskin MAN, Wu Y, Ding S. Synergisms between yellow mustard mucilage and galactomannans and applications in food products — A mini review. Advances in Colloid and Interface Science. 2006;128-130:249-256.
  10. Blaschek W. (Herausgeber). Wichtl –Teedrogen und Phytopharmaka. Ein Handbuch für die Praxis. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH; 6. Auflage. 2016.
  11. Pahlow M. Das grosse Buch der Heilpflanzen. Gesund durch die Heilkräfte der Natur. Hamburg: Nikol Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG; 8. Auflage. 2019.
  12. Thomas J, Kuruvilla KM, Hrideek TK. Mustard. In: Handbook of Herbs and Spices. Elsevier; 2012:388-398.
  13. Bährle-Rapp M. Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege. Springer Berlin Heidelberg; 2007.
  14. Guo X, Lu H, Lin Y, u.a. Skin penetration of topically applied white mustard extract and its effects on epidermal Langerhans cells and cytokines. International Journal of Pharmaceutics. 2013;457(1):136-142.
  15. Xian YF, Hu Z, Ip SP, et al. Comparison of the anti-inflammatory effects of Sinapis alba and Brassica juncea in mouse models of inflammation. Phytomedicine. 2018;50:196-204.
  16. Blv.admin.ch Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. Bisphenol F in Senf. 2020.
  17. Gawron-Gzella A, Witkowska-Banaszczak E, Dudek M. [Herbs and herbal preparations applied in the treatment of gastric hyperacidity, gastric and duodenal ulcer in cigarette smokers]. Przegl Lek. 2005;62(10):1185-1187.
  18. Bown D. Kräuter. Die grosse Enzyklopädie. Anbau und Verwendung. München: Dorling Kindersly; 2. Auflage. 2015.
  19. Grin-global.tn National Genebank of Tunisia. Sinapis alba L.
  20. Lietzow J. Biologically active compounds in mustard seeds: a toxicological perspective. Foods. 2021;10(9):2089.
  21. Legacy.tropicos.org Sinapis alba L.
  22. EU-Verordnung 2019/1870 der Kommission zur Änderung und Berichtigung der VO Nr. 1881/2006 in Bezug auf die Höchstgehalte an Erucasäure und Blausäure in bestimmten Lebensmitteln. 2019.

Kommentare