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Walnussöl (kaltgepresst?, roh?, bio?)

Das aromatische Walnussöl verwendet man kaltgepresst als edles Salatöl oder als nussige Würze. Nur speziell hergestelltes Öl kann roh sein. Bio-Qualität?
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Wasser
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Makronährstoff Kohlenhydrate 0%
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Makronährstoff Fette 100%
 

Die drei Verhältniszahlen zeigen den prozentualen Gewichtsanteil der Makronährstoffe (Kohlenhydrate / Proteine / Fette) der Trockensubstanz (exkl. Wasser).  In der Sprache Englisch sind Ballaststoffe als Bestandteil des Kohlenhydrat-Anteils gerechnet. Die Umrechnung von Gewicht in kcal erfolgt nach dem von der USDA verwendeten "Atwater system". 

Davor ersehen Sie den Wasseranteil, gerundet auf ganze %.

Ω-6 (LA, 52.9g)
Omega-6-Fettsäuren wie Linolsäure (LA)
 : Ω-3 (ALA, 10.4g)
Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure (ALA)
 = 5:1

Verhältnis Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren soll insgesamt 5:1 nicht überschreiten. Link zu Erklärungstext.

Hier essenzielle Linolsäure (LA) 52.9 g zu essenzieller Alpha-Linolensäure (ALA) 10.4 g = 5.09:1.
Verhältnis Total Omega-6- = 52.9 g zu Omega-3-Fettsäuren Total = 10.4 g = 5.09:1.
Im Durchschnitt benötigen wir pro Tag je ca. 2 g LA und ALA, aus denen ein gesunder Körper auch EPA und DHA etc. herstellt.

Walnussöl (bio) gewinnt man aus reifen, teilweise gerösteten Samen der Echten Walnuss (Juglans regia). Es zeichnet sich v.a. roh und kaltgepresst durch ein gutes Fettsäuremuster mit vielen ungesättigten Fettsäuren aus.

Verwendung in der Küche

Gutes Walnussöl weist eine blass-grünlich-gelbe bis strohgelbe Farbe auf. Kaltgepresst schmeckt und riecht es fein nussig. Im unraffinierten Zustand besitzt Walnussöl einen Rauchpunkt zwischen 130 °C und 160 °C, weshalb es sich vor allem für die vegane kalte Küche oder zum Abschmecken am Ende der Garzeit eignet. Zum Braten und Frittieren dient es nicht, da durch Überhitzen gesundheitsschädliche Stoffe entstehen. Es ist nur bedingt hitzebeständig.

Ein qualitativ hochwertiges Öl erhält man durch Kaltpressung aus ungerösteten Bio-Walnüssen (nach einer trockenen Lagerungszeit von ca. 2-3 Monaten). Je nach Weiterverarbeitung kann man es raffiniert oder unraffiniert kaufen1 (siehe im Kap. Einkauf). Raffiniert besitzt Walnussöl veränderte Eigenschaften wie einen neutraleren Geschmack oder eine längere Haltbarkeit.

Am bekanntesten ist rohes Walnussöl als edles Salatöl, z.B. in Dressings für Karottensalat, Feldsalat oder Chicorée-Feigensalat mit Bleichsellerie und Avocados. Hier eignet sich ein Obst- oder Balsamicoessig ausgezeichnet als Ergänzung. Walnussöl verwendet man zudem zum Verfeinern von veganen Nudelgerichten (wie Walnuss-Tortellini mit Rotwein-Pilz-Reduktion), Suppen (z.B. Grüne Erbsensuppe mit Blattspinat) oder Aufläufen. Man träufelt hierfür ein paar Tropfen über das fertige, gegarte Gericht. Auch die Kombination mit Spargel, Kartoffeln oder Süsskartoffeln erfreut sich grosser Beliebtheit. Neben der herzhaften Verwendung ergänzt dieses Öl als nussige Würze auch Rohkost-Fruchtsalate, Eis oder andere Desserts wie gegrillte/gebackene Birnen oder Pfirsiche. Es dient zudem als Zusatz in Getränken wie rohem Karottensaft.

Allgemein ist es wichtig, auf die Dosierung des Walnussöls zu achten, da es sonst den Geschmack von anderen Zutaten überdeckt.

Eigene Zubereitung von Walnussöl

Um 300-500 ml rohes Walnussöl herzustellen, benötigt man mindestens zwei Kilogramm Bio-Walnüsse. Wie bei der industriellen Herstellung müssen die Walnüsse vor der Weiterverarbeitung mehr als 2 Monate trocken lagern. Man entfernt die harte Schale und mixt die Walnusskerne, bis eine cremige Masse entsteht. Diese presst man durch ein Tuch (z.B. aus Leinen) und fängt das Öl in einer sauberen Flasche oder Schale auf. Ein erneutes Auspressen der Masse erhöht den Ölertrag. Hier sollte man jedoch ein frisches Leintuch verwenden. Diesen Vorgang wiederholt man beliebig oft, bis die Masse ausreichend vom Öl getrennt ist. Hat man das Öl während der Herstellung in einer Schale aufgefangen, füllt man es in eine saubere, dunkle Flasche um. Das Walnussöl eignet sich so auch für Rohkost-Gerichte. Der Nachhaltigkeit zuliebe lässt sich der Presskuchen für Torten, Kohlrouladen, Bratlinge, Pesto etc. weiterverwenden.

Veganes Rezept für Basilikum-Walnussöl-Pesto

Zutaten (für 4 Personen): 2 Handvoll frisches Basilikum (bio), 1 Handvoll frische Petersilie (bio), 80 g Pekannüsse, 100 ml Walnussöl, 1 Bio-Zitrone (roh), 1 Dattel (Deglet Nour, entsteint), 0,5 TL Salz, schwarzer Pfeffer (nach Geschmack).

Zubereitung: Die Zitrone auspressen. Den Saft mit den anderen Zutaten, ausser Salz und Pfeffer, in einen Mixer geben. Je nach gewünschter Konsistenz kürzer oder länger mixen, um ein grobes oder feines Pesto zu erhalten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und noch einmal kurz durchmischen.

Vegane Rezepte mit Walnussöl (roh) finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".

Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen:
Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler
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Einkauf - Lagerung

In Supermärkten (wie Coop, Migros, Spar, Rewe, Edeka und Billa) und Bio-Supermärkten (wie Denn's Biomarkt und Alnatura) ist Walnussöl häufig das ganze Jahr über zu finden. Auch Drogerien (wie DM und Müller) und lokale, traditionelle Ölmühlen (wie Fandler) bieten das aromatische Öl ganzjährig an. In Discountern (wie Aldi, Hofer, Lidl) und kleineren Supermärkten wie Denner und Volg erhält man Walnussöl eher zu ausgewählten Aktionen. Man kann Walnussöl aus gerösteten oder aus ungerösteten Kernen erwerben, wobei man Qualitätsware mehrheitlich kaltgepresst herstellt. Je nach Händler stehen Öle in konventioneller oder Bio-Qualität zur Verfügung.

Beim Kauf von Walnussöl ist zu beachten, dass es keine Schlieren aufweist. Diese sind ein Zeichen für die Ungeniessbarkeit des Produkts. Zudem gilt der Griff zum kaltgepressten Öl als ratsam, da durch die schonende Herstellung mehr positive Inhaltsstoffe erhalten bleiben (siehe: Industrielle Herstellung).

Die Verfügbarkeit von Walnussöl ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.

Kaltgepresste Öle (Gesetze)

Laut dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) gilt in der Schweiz ein Speiseöl als kaltgepresst (oder darf mit Synonymen wie extra nativ, nativ, unraffiniert, kaltgeschlagen oder naturbelassen bezeichnet sein), wenn es durch Pressung oder Zentrifugierung aus zuvor nicht erhitzten Rohstoffen gewonnen ist, die Temperatur bei der Pressung 50 °C nicht überstiegen hat und man es keiner Raffination, d.h. keiner Neutralisation, keiner Behandlung mit Adsorbentien, Bleicherde und keiner Ausdämpfung unterworfen hat.18

In der EU und den USA scheint für kaltgepresste Öle keine allgemeingültige Temperaturgrenze gesetzlich festgelegt zu sein. In Deutschland gelten ähnliche Werte wie in der EDI-Verordnung der Schweiz. Allerdings geben die Leitsätze in Deutschland keine zulässige Höchsttemperatur für die generelle Kaltpressung an. Sie beziehen sich nur auf Erzeugnisse, deren Kennzeichnung und Zusammensetzung nicht abschliessend rechtlich festgelegt sind (z.B. nicht für Olivenöl, Streichfette).19

Hingegen sehen sowohl die EU-Richtlinien als auch die Verordnung des EDI über Lebensmittel pflanzlicher Herkunft, Pilze und Speisesalz (sowie deren Änderung) eine Sonderregelung für die Kennzeichnung von Olivenölen vor.21,22

Die Begriffe "Rohkost" und "roh" sind keine staatlich geschützten Begriffe, wie z.B. "bio". Obwohl die Presstemperaturen in der rein mechanischen Kaltpressung in der Regel 40 °C nicht überschreiten, darf man bei Speiseölen nicht leichtgläubig von Rohkostqualität ausgehen. Es besteht der Verdacht, dass die praktizierte Messmethode nicht die Temperatur im Presszylinder angibt, wo die Erwärmung am höchsten ist. Zudem beeinflussen sowohl der Pressdruck und die Pressgeschwindigkeit als auch der Feuchtigkeitsgehalt der Ölsaat die Presstemperatur. Bei einem zu niedrigen Feuchtigkeitsgehalt steigt die Temperatur während der Pressung an und kann sogar die Höchstgrenze von 50 °C überschreiten.23

Tipps zur Lagerung

Die Haltbarkeit des kaltgepressten Walnussöls verkürzt sich durch Sonneneinstrahlung und ist abhängig von der Temperatur, da Walnussöl anfällig ist für Photooxidation.2 Zudem reagieren in kaltgepressten Ölen die ungesättigten Fettsäuren mit Sauerstoff (Luft) und mindern dadurch die Haltbarkeit.1 In durchsichtigen Flaschen hält sich kaltgepresstes Walnussöl bei Zimmertemperatur ca. 2 Monate, bevor es an Qualität verliert.2 Daher füllt es der Hersteller in dunkle Flaschen ab. Bei kühler und dunkler Lagerung hält sich das kaltgepresste Öl ca. 6-12 Monate. Angebrochene Flaschen bewahrt man im Kühlschrank auf und verbraucht sie innerhalb von 10-12 Wochen, da sie sonst einen ranzigen Charakter bekommen.

Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien

Welche Nährwerte hat Walnussöl? Walnussöl enthält viele Kalorien (884 kcal/100g), die ausschliesslich aus Fetten stammen. Kohlenhydrate und Eiweiss sind nicht zu finden. 9,1 g von 100 g stellen gesättigte Fette dar.9 Auf eine Portionsgrösse von 10 g (ca. 1 EL) gerechnet, ergibt das 88,4 kcal/Portion bzw. fast 5 % der empfohlenen Tagesdosis an gesättigten Fetten.

Das Öl liefert 53 g Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) pro 100 g. Zwei Portionen Walnussöl (20 g, ca. 2 EL) decken somit den täglichen Gesamtbedarf an Linolsäure (LA). Vergleichbare Mengen enthält Kürbiskernöl mit 49 g/100g und Hanföl mit 54 g/100g. Traubenkernöl enthält mit 70 g/100g etwas mehr.9

Der Gehalt an Alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure) beträgt 10 g/100g, demnach decken zwei Portionen Walnussöl (20 g, ca. 2 EL) auch den Bedarf an Alpha-Linolensäure (ALA). Dieser Wert ist vergleichbar mit Rapsöl, das 9,1 g/100g enthält. Leinöl besitzt mit 53 g/100g ungefähr das 5-Fache an ALA.9

Das Verhältnis von Linolsäure (Omega-6) zu Alpha-Linolensäure (Omega-3) beträgt beim Walnussöl9 knapp 5:1 und darf als gesund gelten. Ideal wäre ein Verhältnis von 1:1, jedoch geht man für die westliche Ernährungsweise von einem aktuellen Spektrum von 15:1 bis 20:1 aus.10 An Linolsäure konsumieren wir also meist genug oder zu viel - bei der Alpha-Linolensäure sollte man bewusst auf eine regelmässige Aufnahme achten (siehe nächstes Kapitel).

Der Gehalt an Vitamin K im Walnussöl beträgt 15 µg/100g. Ähnlich viel Vitamin K ist in rohem Blumenkohl oder einer rohen Salatgurke enthalten (jeweils 16 µg/100g). Da man von Ölen täglich viel weniger als 100 g konsumiert, nimmt man daraus nur kleinste Mengen an Vitamin K auf. Olivenöl besitzt mit 60 µg/100g das 4-Fache am Inhaltsstoff.9

Abhängig von Walnusssorte, Anbaugebiet und -zeit sowie Herstellungsmethode enthält Walnussöl einen höheren oder niedrigeren Phenolanteil. Die Hauptphenolquelle stellt das Tocopherol dar. Phenole (wie Tocopherol (Vitamin E)) und Polyphenole (z.B. Gallussäure) weisen u.a. einen antioxidativen Charakter auf.3,6

Die gesamten Inhaltsstoffe von Walnussöl, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen unter dem Zutatenbild.

Wirkungen auf die Gesundheit

Wie gesund ist Walnussöl? Ein gutes Fettsäurenverhältnis wie beim Walnussöl kann Entzündungen entgegenwirken.12 Dessen mehrfach ungesättigte Fettsäuren lindern das Risiko einer kardiovaskulären Krankheit. Omega-6 (Linolsäure; LA) wirkt vor allem durch die Senkung des LDL-Cholesterins. Omega-3 (Alpha-Linolensäure; ALA) wandelt sich im Körper zu DHA und EPA um, welche den Blutfluss und die Herz- und Gefässfunktion aufrechterhalten sollen. So beugt ALA Thrombose und Entzündungen vor.

LA und deren Derivaten spricht man einen potenziell entzündungsfördernden Charakter zu. Allerdings ist dieser abhängig von der aufgenommenen Menge. Die EEK (Eidgenössische Ernährungskommission) empfiehlt den Verbrauchern folgende absolute Zufuhrmengen von mehrfach ungesättigten Fettsäuren: Bei Omega-6 ca. 20 g/2000kcal und bei Omega-3 ca. 1-4,4 g/2000kcal.11 Punkto LA:ALA-Ratio schneidet Walnussöl mit 5:1 im Vergleich zu anderen pflanzlichen Ölen wie Olivenöl (12:1) oder Sonnenblumenöl (>999:1) sehr gut ab.9

Egal, ob man auf das Verhältnis oder auf absolute Zahlen achtet: Wegen zu hohen Gebrauchs von Speiseölen bekommen vor allem Veganer und Vegetarier zu viel an Omega-6-Fettsäuren.

Beachten Sie daher: Trotz der hier angeführten positiven Wirkungen auf die Gesundheit handelt es sich bei Walnussöl um ein konzentriertes Nahrungsmittel, das verschiedene Verarbeitungsschritte durchlaufen hat. Allgemein gilt: Ganze, möglichst unverarbeitete Lebensmittel wie Nüsse oder Samen sind zu bevorzugen (und obendrein viel gesünder zum Abnehmen!). Verschiedene amerikanische Ärzte und Buchautoren verfolgen einen noch strikteren Weg, indem sie Öl prinzipiell ablehnen und zu einem Umstieg auf Nüsse und Samen raten. Wir sprechen dabei von Dean Ornish, T. Colin Campbell, John A. McDougall, Michael Klaper, Caldwell Esselstyn, Michael Greger, Joel Fuhrman und Neal D. Barnard, die grundsätzlich darüber aufklären, dass eine Ernährung mit einem hohen Anteil an tierischen Fetten und Proteinen (wie die amerikanische Standarddiät) der Gesundheit schadet. Details finden Sie im Text "Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler".

Eine tägliche Einnahme von 15 ml Walnussöl, als Zusatz zur Diabetesernährung, wirkt sich positiv auf das Krankheitsbild von PatientInnen mit Typ-2-Diabetes und zusätzlicher Hyperlipidämie aus. Es scheint sowohl das Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und die Triglyzeride als auch das Verhältnis der ersten beiden zu senken.4 Diabetes mellitus Typ 2 korreliert häufig mit einer Hyperlipidämie (auch sog. Hyperlipoproteinämie).5

Polyphenole wie die Gallussäure im Walnussöl wirken stark antioxidativ. Sie verstärken zudem die antioxidative Wirkung von anderen Inhaltsstoffen wie Tocopherol. Durch diesen Effekt beugen sie oxidativem Stress vor, den überschüssige reaktive Sauerstoffspezies (ROS) verursachen. Oxidative Schäden stehen im Verdacht, chronische Krankheiten wie Arteriosklerose oder Krebs auszulösen. Polyphenole und ihre Umwandlungsprodukte in der Zelle (Metaboliten) scheinen zudem die Gesundheit des Darmmikrobioms zu beeinflussen, indem sie das Wachstum nützlicher Bakterien fördern und Krankheitserreger behindern.3

Wissenschaftliche Studien zu Walnussöl (Oleum Juglandis) sind allerdings selten, vorwiegend interessiert sich die Forschung für Walnusskerne oder andere Pflanzenteile von Juglans regia.20

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen

Walnussöl sowie andere Nuss- und Erdnussöle enthalten (abhängig von Hersteller und Sensitivität) genug Allergene, um bei Personen mit einer Nussallergie Symptome auszulösen. In einer Studie hat man verschiedene Herstellungsmethoden und ihre Auswirkung auf die Allergenität des Öls untersucht. Man hat jedoch keine endgültige Methode herausgefunden, die den Verzehr bei einer vorliegenden Walnussallergie sicher gestaltet.7 Eine Walnussallergie äussert sich auf unterschiedliche Arten: Als leicht bis mittelschwere Symptome bezeichnet man isolierte orale Allergiesymptome, Hautreaktionen, Reizung der Augen oder des Magen-Darm-Trakts. Schwere Symptome sind unter anderem Anaphylaxie, Schluckstörungen oder kardiovaskuläre Symptome.8

Volksmedizin - Naturheilkunde

Verschiedene Teile der Walnuss (Kerne, Blätter, Rinde, grüne Früchte, Samenschale) kommen in der Volksmedizin zum Einsatz. Je nach Tradition soll die Walnuss unter anderem bei Durchfall, Krebs, Hautkrankheiten, Fieber, Diabetes mellitus, Herzkrankheiten und entzündlichen Erkrankungen helfen.20

Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl

Der CO2-Fussabdruck von Speiseölen liegt für Konsumenten in Deutschland etwas über 3 kg CO2eq pro kg Öl (z.B. Olivenöl: 3,2; Rapsöl: 3,3; Sonnenblumenöl: 3,2), direkt vergleichbare Zahlen zu Walnussöl sind uns nicht bekannt. Die Werte von unverarbeiteten Samen oder Nüssen befinden sich deutlich darunter. So verursachen Sonnenblumenkerne mit 1,5 kg CO2eq/kg ca. die Hälfte der Emissionen von Sonnenblumenöl. Laut dem Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg beträgt der ökologische Fussabdruck von Walnüssen mit Schale rund 0,9 kg CO2eq/kg.14

Allgemein hängen die Treibhausgasemissionen eines Lebensmittels neben dem Anbau (konventionell, biologisch) auch von weiteren Faktoren wie Verarbeitungsstufen, Transport und Verpackung ab.24 Fällt einer der letztgenannten Schritte weg oder verkleinert sich, verringert sich die Menge an Verunreinigungen. Somit besitzt regional produziertes Walnussöl einen besseren CO2-Fussabdruck, da weniger Emissionen für den Transport anfallen.

Vor allem bei landwirtschaftlichen Familienbetrieben hat die Produktion von Biokraftstoff und die Nutzung von erneuerbaren Energien für Maschinen und Prozesse einiges Potenzial. Laut einer Studie von 2022 stellt dies gute Möglichkeiten dar, den CO2-Fussabdruck von Pflanzenölen zu reduzieren.15

Der Wasserfussabdruck von Walnüssen mit Schale beträgt 4918 l/kg, geschält liegt er bei 9289 l/kg.16 Dieser Wert vergrössert sich beim Walnussöl je nach Herstellungsart und Herstellungsort. Es gilt auch hier, regionale Produkte zu bevorzugen. Der Wasserfussabdruck von Speiseölen allgemein gestaltet sich sehr unterschiedlich. Er ist unter anderem abhängig vom Anbauort der Rohstoffe und der weiteren Nutzung der Pressrückstände. Olivenöl besitzt mit 900'000 Liter Wasser-eq/kg einen deutlich grösseren Fussabdruck als Rapsöl mit 800 Liter Wasser-eq/kg.14

Weltweites Vorkommen - Anbau

Der Walnussbaum kommt ursprünglich aus Persien. Die Hauptanbauorte erstrecken sich von Mittel- und Südeuropa über Zentralasien, Indien, Nepal und China bis nach Kalifornien und Mexiko. In Europa findet man vor allem Walnüsse aus Frankreich, Italien, der Türkei, Griechenland und dem Iran.1 Je nach Anbieter verwenden diese für Walnussöl auch heimische Walnüsse.

Anbau - Ernte

Der beste Standort für einen Walnussbaum liegt im sonnigen, warmen Klima.1 Walnussbäume sind anfällig für zu nasse Bedingungen, wohingegen sie relativ beständig gegen Dürre erscheinen.13 Für den kommerziellen Zweck pflanzt man sie in grossen, gartenartigen Plantagen, wo man nach 6-8 Jahren mit der Ernte beginnt. Ab diesem Zeitpunkt erntet man ungefähr ein Jahrhundert lang 4000 Früchte pro Jahr.1

Industrielle Herstellung

In der Industrie konzentriert sich die Walnussölverarbeitung auf die Extraktion mit organischen Lösungsmitteln oder auf Heisspressung. Im Vergleich zur Extraktion ist das Pressen der Kerne zwar weniger ertragreich, dafür umweltfreundlicher. Aber auch dabei setzen viele Hersteller auf Raffination: Oft erhitzen sie sowohl die Saat als auch die Presse und mischen chemische Hilfsmittel bei, um eine möglichst hohe Ölausbeute zu erzielen. Daher arbeitet die Forschung aktuell an speziellen Vorbehandlungs- und Extraktionsmethoden mit möglichst wenig Auswirkungen auf die antioxidative Aktivität und auf die Umwelt.6 Kleinere und ökologisch ausgerichtete Betriebe hingegen vertreiben natürliche Öle, die aus schonend getrockneten Kernen, aus Kaltpressung und ohne Zusätze entstanden sind.

Weiterführende Informationen

Walnussöl besteht aus Echten Walnüssen (Junglans regia), welche der Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae) angehören.13 Da Walnüsse auf Bäumen wachsen, ordnet man sie wie Mandeln oder Haselnüsse den Baumnüssen zu. Walnussöl gehört auch zur Gruppe der Baumnussöle. Hier ist zu beachten, dass man Walnüsse in der Schweiz auch Baumnüsse nennt und es so zu Ungenauigkeiten kommen kann.

Alternative Namen

Im Englischen nennt man Walnussöl walnut oil, walnut kernel oil oder walnut seed oil. Es ist in der Schweiz auch unter Baumnussöl bekannt. Die Bezeichnung für die Medizinaldroge lautet Oleum Juglandis.

Sonstige Anwendungen

Nicht nur in der Küche findet Walnussöl Verwendung: Im alten Ägypten diente es zur Einbalsamierung von Mumien. In Frankreich nutzte man es im 19. Jh. als heiliges Öl in der Kirche. Bis heute poliert man mit Walnussöl Holz und Holzmöbel.13 Zudem eignet es sich, um daraus Ölgemälde zu kreieren.17 Walnussöl verwendet man auch häufig zur Herstellung von Hautcremes. Es soll Feuchtigkeit spenden und dadurch gegen trockene Haut und Falten wirken.13

Literaturverzeichnis - 22 Quellen

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Song H, Cong Z et al. Research progress on Walnut oil: Bioactive compounds, health benefits, extraction methods, and medicinal uses. Journal of Food Biochemistry. December 2022;46(12):e14504.

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Vogelberg KH, Gries FA, Jahnke K. Diabetes mellitus und Hyperlipoproteinämie. In: Beckmann R, Berger M et al. (Ed.) Diabetes mellitus • B. Berlin, Heidelberg: Springer; 1977. S. 117–174.

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Teuber S, Brown R, Haapanen L. Allergenicity of gourmet nut oils processed by different methods. Journal of Allergy and Clinical Immunology. April 1997;99(4):502–507.

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BMEL Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Leitsätze für Speisefette und Speiseöle. Neufassung vom 02.07.2020 (BAnz AT 18.08.2020 B3, GMBl 2020 S. 530).

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