Stiftung für Gesundheit & Ernährung

Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

Hokkaidokürbis (Hokkaido-Kürbis)

Der orangerote Hokkaidokürbis hat ein nussiges Aroma und ist reich an Ballaststoffen und Vitaminen. Ein Hokkaido-Kürbis lässt sich mit Schale essen..
89/10/01  LA:ALA
Kommentare Drucken
Klick Inhaltsstofftabellen

Hokkaidokürbisse zählen zu den beliebtesten Speisekürbissen, nebst Butternusskürbis, Patisson, Muskat- oder Moschuskürbis (auch "Langen von Neapel"). Bei den vergleichsweise kleinen Hokkaidokürbissen (Knirps aus dem Riesenkürbis) lässt sich die Schale mitessen und auch der Verzehr von rohem Kürbisfleisch ist möglich.

Verwendung in der Küche:Das Fruchtfleisch des Hokkaidokürbis zeigt ein nussiges Aroma, ähnlich der Edelkastainie (Maroni). Obwohl das Hokkaidofruchtfleisch kaum spürbare Fasern enthält, hat es eine stabile Konsistenz. Die meisten Rezepte für Butternusskürbisse lassen sich ebenfalls mit dem Hokkaidokürbis realisieren.

Allgemein: neben der Zubereitung von Cremesuppen, Eintöpfen, Salaten, Aufläufen, Kuchen (Pumpkin Pie), Gebäcken, Kompott, Konfitüre, Kürbiskernpesto oder Saft, lässt sich das Fruchtfleisch roh einfrieren oder süsssauer einlegen.

Kürbisfleisch: Die Kürbissorte Hokkaido passt sich vielen Geschmacksrichtungen an, harmoniert aber besonders gut mit Ingwer und Chili. Hokkaido-Kürbisse eignen sich wie andere Kürbisse sehr gut für Suppen. Das Fruchtfleisch des Hokkaido-Kürbisses dient auch für Aufläufe oder man verwendet es zusammen mit Gemüsen. Das Fruchtfleisch des Hokkaidokürbis ist roh essbar und dient auch zu Salaten.1

Kerne: Die Kerne bzw. Samen des Hokkaido trocknet man. Danach kann man Hokkaido-Kerne aussäen oder verzehren. Die Dicke der Kernschale ist unterschiedlich, wodurch die Kerne nicht immer schmackhaft sind.

Schale: Bei der Kürbissorte Hokkaido lässt sich die Schale (Haut, Aussenhaut) im Gegensatz zu vielen anderen Kürbissen mitessen, denn nach dem Kochen ist sie weich - und sie ist im Vergleich zu anderen Kürbissorten dünn. Aus diesem Grund sollte man die Schale von Hokkaido-Kürbissen gut waschen und im besten Fall sicherstellen, dass der Kürbis von biologischem Anbau stammt.

Einkauf:Hokkaido sind rundlich mit einem Gewicht von 0,5 bis 2 kg. Meist verkauft man aber Früchte von mindestens 1 kg. Die günstigsten Einkaufszeiten für Hokkaido sind auf der Nordhalbkugel die Monate Oktober und November. Es gibt sie aber schon vom September an und bis Dezember. Seit den 1990er Jahren sind Hokkaido gut verfügbar.

Klingt der Ton beim Klopfen auf den Kürbis hohl, dann ist das ein gutes Zeichen, besonders wenn der Stiel leicht eingetrocknet, sonst aber intakt ist. Der Kürbis ist dann auch ausgereift. Stiel und Schale sollten unversehrt sein.

Meist bekommt man auch frischen Anschnitt für den Tagesbedarf, den man in eine Klarsichtfolie verpackt.

AnbauDer Hokkaido-Kürbis lässt sich in den gemässigten Zonen einfach anbauen. Die Saat erfolgt von April bis Mitte Mai als Anzucht unter Glas. Nach 14 Tagen pflanzt man im Abstand von z.B. 1,5 m x 0,75 m bis 1 m je nach Variante. Kürbisse sind Starkzehrer aber leicht zu halten, wenn man sie genügend bewässert. N-Düngung mit z.B. Haarmehlpellets steigert den Ertrag. Ein Problem kann Fremdbestäubung bilden, wenn andere Sorten in der Nähe sind. Ab Befallsbeginn bekämpft man den echten Mehltau biologisch z.B. mit drei Mal BioBlatt-Mehltaumittel und zwei Mal Netzschwefel WG.1

Lagerung:Unversehrte Hokkaidokürbisse mit intaktem Stielansatz halten sich mehrere Monate. Man lagert sie normalerweise bis März, doch unter idealen Bedingungen beträgt die Lagerungszeit der Hokkaido-Kürbisse bis zu einem Jahr. Hokkaido ist frostempfindlich und die Lagerung ist am längsten bei trockenen Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad Celsius möglich. Dabei ist es wichtig, die Kürbisse einzeln zu lagern, denn wenn sie sich berühren, können sie leicht beginnen zu faulen. Kühl-trockener Keller ist ideal, eine Garage nicht. Die Hokkaido sollte man auf Stroh oder Holzwolle legen.

Angeschnittener Hokkaido-Kürbis lässt sich im Gemüsefach des Kühlschranks höchstens eine Woche lagern. Kürbisfleisch lässt sich aber gut einfrieren. So kann man den Rest viel später verarbeiten, ohne sich zu sorgen, dass das übrige Kürbisfleisch vergammelt. Allerdings entsteht dabei ein Qualitätsverlust, so dass man ihn lieber kocht oder zu Chutney verarbeitet.

Wichtig: Sommerkürbisse sind unreif geerntet und halten nur maximal drei Wochen.

Inhaltsstoffe:Seine orangerote Farbe verdankt der Hokkaido-Kürbis dem enthaltenen Beta-Carotin bzw. den Carotinoiden. Dieses Provitamin A wandelt unser Körper zu Vitamin A. Vergleich des Gehalts von Karotte und Hokkaidokürbis an Vitamin A als RAE: Karotte 835 µg, was einem Tagesbedarf entspricht, der Kürbis hat nur etwa 10 % bis 50 % davon.2

α- und β-Carotine gehören zu den wichtigsten Vertretern der Carotinoiden, die eine antioxidative und krebsschützende Wirkung aufweisen. Etwa 10 % der Carotinoide haben Provitamin-A-Eigenschaften, wobei β-Carotin die höchste Vitamin-A-Aktivität besitzt. Die Resorption der Carotinoide liegt zwischen 2 und 50 %.3

Die Zugabe von Fett sowie Zerkleinern oder Kochen steigert die Bioverfügbarkeit von Carotinoiden. Schon eine Minute in Wasserdampf ist ausreichend, um die fettlöslichen Mikronährstoffe aus den Komplexen zu lösen und resorbierbar zu machen.

Die Behauptung auf verschiedenen Hokkaido-freundlichen Webseiten stimmt aber nicht, dass der Gehalt bei der Hokkaido jenen der Karotte übertrifft (Wikipedia verweist auf so eine! Mai 2018), sondern Hokkaido hat lediglich 68 µg (9 % des Tagesbedarfs) an Vitamin A als RAE (Retinol Activity Equivalents).2 Das Gesamt-β-Carotin der roten Hokkaido beträgt 3,74 mg auf 100 g Fruchtfleisch, während andere Sorten im Durchschnitt lediglich 1,15 mg enthalten. Der Moschuskürbis kommt immerhin auf 2,4 mg.4

Umrechnung Vitamin A als RAE: 1 µg RAE = 1 µg retinol. Bedeutet auch: 1 μg RAE = 2 μg all-trans-β-Carotin aus Supplementen oder 1 μg RAE = 12 μg all-trans-β-Carotin aus der Nahrung oder 1 μg RAE = 24 μg α-Carotin oder β-Cryptoxanthin aus der Nahrung.

Etwas nennenswerter sind Kalium 350 mg/100g (18 % Tagesbedarf), Vitamin C 12 mg (15 %), Folat 24 µg (12 %) und Vitamin B6 (0,16 mg (11 %). Dafür bringt der Hokkaido-Kürbis auch nur 34 kcal pro 100 g Fruchtfleisch.2 Man kann viel davon essen, ohne zuzunehmen. Nur ein Viertel der Kohlenhydrate sind Zucker und es gibt fast keine gesättigten Fette. Siehe die Tabellen unten.

Gesundheitliche Aspekte:Kürbisse haben entwässernde und verdauungsfördernde Eigenschaften. Die enthaltenen Carotinoide wirken antioxidativ und können zur Stärkung des Immunsystems sowie zum Schutz vor Krebs und anderen Krankheiten beitragen.

Verwendung als Heilpflanze:Kürbiskernöl und Kürbiskerne sowie daraus hergestellte Arzneimittel setzt man traditionell zur Stärkung der Blasenfunktion bei Blasenschwäche, bei einer Reizblase und bei Beschwerden beim Wasserlassen, bedingt durch eine gutartige Prostatavergrösserung, ein.5

Die Zubereitungen haben entzündungshemmende, antioxidative und antiandrogene Eigenschaften. 2005 kürte man den Gartenkürbis, der neben den Riesenkürbissen eine weitere Kürbisart darstellt, zur Arzneipflanze des Jahres.

Vorkommen:Als neue Sorte in Japan auf der Insel Hokkaido gezüchtet, baut man heute Hokkaidokürbis in praktisch allen gemässigten Zonen an.

Englisch heisst der Hokkaidokürbis Red kuri squash oder Japanese squash aber auch baby red hubbard squash oder Uchiki kuri squash. In Grossbritannien verwendet man den Ausdruck onion squash und in Frankreich potimarron.

Allgemeine InformationIn Kanazawa (金沢), Präfektur Ishikawa (石川), versuchte der Gemüsezüchter Matsumoto Saichiro (松本佐一郎) aus der Ortschaft Utsugi-machi (打木町 anschliessend jahrelang, aus dieser Art noch bessere Kürbisse zu züchten, was ihm schließlich 1933 mit der Marktreife der heutigen Sorte Uchiki kuri (Hokkaidokürbis) gelang. Vom Ortsnamen Utsugi stammt die Bezeichnung Uchiki.

Seit 1945 ist die Sorte Uchiki kuri bzw. Utsugi-akagawa (rote Schale)-amaguri (süße Esskastanie)-kabocha (Kürbis) auch in Fachkreisen bekannt.6

Die Hokkaido-Kürbisse sind meist orangerote, breitrunde Speisekürbisse, also keine Zierkürbisse. Botanisch sind sie von der Art Cucurbita maxima und Sorte "Red Hokkaido". Es soll auch gelbrötliche Sorten geben und man findet auch Hokkaidokürbisse mit dunkelgrüner Schale oder Stellen.

In Japan gehört die Sorte Hokkaidokürbisse zum Kaga-Gemüse, traditionellen Gemüsesorten aus Kaga, dem alten Namen der Ishikawa-Präfektur. Man nennt diesen Cultivar auch: Cucurbita maxima Duchesne ssp. maxima convar. maxima 'Red Kuri'.

Die Kürbisursprungsform Curbita pepo, also Gartenkürbis als domestizierte Form, reicht zurück zu den Einwohnern der Höhlen von Guilá Naquitz in Oaxaca (Oxaca), Mexico ca. vor 10'000 Jahren. Man diskutiert aber auch Peru. Im 16. oder 17. Jahrhundert gelangten Kürbisse nach Indien, Frankreich und Portugal. Von dort verbreitete sich der Anbau schnell nach Japan, die Philippinen und andere Länder Europas.

Heute kultiviert man fünf Kürbisarten: Cucurbita argyrosperma, Feigenblatt-Kürbis (Cucurbita ficifolia), Riesen-Kürbis (Cucurbita maxima), Moschus-Kürbis (Cucurbita moschata) und Garten-Kürbis (Cucurbita pepo). Kürbisse gedeihen in heissen trockenen Gebieten bis zu kühlen Nebelwäldern, im Sand von Küstendünen bis zu staunassen Tiefland- oder Schotterböden, benötigen aber hohe Sonneneinstrahlung. Der Hokkaido-Kürbis gehört zur Art Cucurbita maxima, doch bleibt er klein und gilt als Winterkürbis.

Die fünf im Gartenbau verwendeten Kürbisarten unterteilt man, abhängig vom Erntezeitpunkt, in Winter- sowie Sommerkürbisse. Die meisten Sommerkürbisse gehören zur Art der sehr formenreichen Gartenkürbisse. Beispielsweise zählen Halloween-Kürbis, Spaghettikürbis, Zucchini, Patisson, Rondini, Ölkürbis sowie die nicht essbaren Zierkürbisse zu den Sommerkürbissen. Die Festlegung der Kürbissorten, bzw. ihre Einteilung in Sommer- und Winterkürbisse, entspricht allerdings nicht immer festgelegten Standards. So führen viele deutschsprachige Quellen den Spaghettikürbis als Sommerkürbis, während er in englischsprachigen Beiträgen den Winterkürbissen zugeteilt ist.

Wie kam der Kürbis nach Japan: Samen der Gattung der Kürbisse (Cucurbita L.) haben 1541 portugiesische Seeleute nach Japan gebracht, die sie aus Kambodscha mitgebracht hätten, ist eine Hypothese. Eine andere suggeriert, dass die Japaner Samen aus China erhalten haben. Wikipedia: Im 19. Jahrhundert kamen Kürbisse direkt aus den USA dazu, so z.B. 1878 die harte und geschmacksarme Kürbissorte Hubbard, aus der in Hokkaidō der Riesenkürbis der Sorte Kuri aji (jap. 栗味, dt. „Kastaniengeschmack“) und aus dieser wiederum in Aizu (heute in der Präfektur Fukushima) die neue Kürbissorte Aizu-kuri-kabocha (会津赤川甘栗かぼちゃ) gezüchtet wurde.

Die Kürbissorte Aizu-kuri-kabocha ist aussen grün und sieht ganz ähnlich aus wie die Sorte Blue Ballet. Kuri bedeutet Kastanie (Maroni) und genau an das erinnert die cremige Sorte Aizu-kuri-kabocha - wie auch der Hokkaidokürbis. Die ganze Familie ist nussig und geschmacklich intensiv, sowie süsser als andere Kürbisse. Aizu-kuri-kabocha hat auch eine festere Konsistenz des Fruchtfleisches und zerkocht darum nicht so wie viele andere Kürbisse.

Wikipedia: Trivialnamen in Deutsch: Für den Riesen-Kürbis und den Gartenkürbis bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen, wobei nicht zwischen den beiden Arten differenziert wird: Bäbenen, Bebirna (althochdeutsch), Chörbse (St. Gallen), Churbez (mittelhochdeutsch), Churbiz (althochdeutsch), Corbess (mittelhochdeutsch), Corbicz (mittelhochdeutsch), Corbs (mittelhochdeutsch), Couwörden, Curbiz (althochdeutsch), Fläschen (Altenahr, Hunsrück), Flaskenappel (Ostfriesland), Kerbes (Siebenbürgen), Kirbes (mittelhochdeutsch), Kirbis (mittelhochdeutsch), Kirbs (mittelhochdeutsch), Kirns (Eifel bei Bertrich), Körbis, Körbitzen (Magdeburger Bibel von 1578), Körbs (Mecklenburg, Pommern), Körwitz (Hamburg), Korbes (mittelhochdeutsch), Korbess (mittelhochdeutsch), Korbis (mittelhochdeutsch), Korbiz (mittelhochdeutsch), Korvase, Korvese, Korvesege, Korvesen (Lübecker Bibel), Korwicze (mittelhochdeutsch), Koyrbiss (mittelniederdeutsch), Kreps, Kürbeiz (mittelhochdeutsch), Kürbis (mittelhochdeutsch), Kürbiss (mittelhochdeutsch), Kürbs (Rhein), Kurbisch (mittelhochdeutsch), Kürbis (mittelhochdeutsch), Kurbiss (mittelhochdeutsch) und Kurbiz (mittelhochdeutsch), Kurbsch, Kurbesa, Kurbeta, Kyrbs (mittelhochdeutsch), Kyrbss (mittelhochdeutsch), Kyrpss (mittelhochdeutsch), Malune (St. Gallen, Bern), Plutz, Plutzer (Österreich) und Torkappel (Altmark).

Literatur / Quellen:

  1. Hirthe, G., & Heinze, C. (2007). Anbauverfahren und Lagerung von rotem und grünem Hokkaido-Kürbis. Versuche im deutschen ökologischen Gemüsebau in Niedersachen.
  2. USDA (US Department of Agriculture).
  3. Kasper H, Burghardt W. (2014). Ernährungsmedizin und Diätetik. 12. Auflage. München: Urban & Fischer Verlag.
  4. Bognar, A, (2006) Nährwert- und Vitamingehalte ausgewählter Winterkürbissorten. Ernährungsumschau.de (PDF).
  5. Nishimura M et al., Pumpkin Seed Oil Extracted From Cucurbita maxima Improves Urinary Disorder in Human Overactive Bladder. ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4032845/.
  6. Zusammenfassung von der Geschichte und der Beschreibung über Hokkaidokürbis bzw. Uchiki kuri auf der HP von Kanazawa City Agricultural Association of Name-Brand 打木赤皮甘栗かぼちゃ (Memento vom 24. April 2015 im Internet Archive). In: Kanazawa City Agricultural Association of Name-Brand. Top Page > Kaga-Yasai ni tsuite (about Kaga-Yasai) > Utsugi(>Uchiki)-Akagawa-Amaguri-Kabocha 打木赤皮甘栗かぼちゃ. Abgerufen am 13. April 2015 (japanisch).

Zutat mit Nährstofftabellen


Kommentieren (als Gast) oder anmelden
/ 60 Zeichen

/ 4000 Zeichen

Kommentare Drucken