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Echte Guave (Guava, Guayaba, Goiaba)

Die Echte Guave (Guava, Guayaba, Goiaba) hat einen ausserordentlichen Geschmack - wie eine Mischung aus Birne, Stachelbeere und Pfirsich.
80/14/05  LA3:1ALA
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Die Echte Guave ist auch unter den Namen Guava, Guayaba, Goiaba oder Guayave bekannt. Die exotische Frucht schmeckt süsssauer und aromatisch.

Verwendung in der Küche:

Die Echte Guave bzw. Guayaba (Psidium guajava) ist eine Beerenfrucht mit tropischem Aroma. Ihr Geschmack ist aussergewöhnlich und lässt sich nur schwer beschreiben. Es könnte eine Mischung aus Birne, Stachelbeere und Pfirsich sein.

Die Guava isst man meist roh als Frischobst. Man halbiert die Frucht, löffelt sie aus oder schneidet sie mit einem Küchenmesser in Scheiben und isst sie wie einen Apfel. Auch die gut gewaschene Fruchtschale kann man mitessen und zum Beispiel in einen Salat mischen. Sie ist aber bitter und erfreut nicht jeden Gaumen. Die Kerne sind essbar, schmecken aber bitter, wenn man sie zerkaut.

Einem Fruchtsalat oder einem anderen fruchtigen Dessert gibt die Guava eine spezielle Würze. Ein feiner Cocktail gelingt mit dieser süss-sauren Frucht immer. Das pektinhaltige Fruchtfleisch lässt sich sehr gut zu einer besonderen Konfitüre, einem Kompott oder einem pikanten Chutney verarbeiten. Auch in einem Kuchen oder in Keksen kommen Guaven gut zur Geltung. Beim Kochen verändert sich das Fruchtfleisch und wird hell- oder lachsrot.1,2

Einkauf:

In Europa bekommt man Echte Guaven zwischen Februar und Mai aus mittel- und südamerikanischen Anbaugebieten. Zwischen September und November erreichen die Früchte Europa in kleineren Mengen aus Israel und Kalifornien.

Die Guaven-Früchte kann man teilweise in grösseren Supermärkten kaufen. Oder man bezieht sie bei einem spezialisierten Obsthändler oder in einem Asiashop. Auch in einem Onlineshop ist eine Bestellung möglich.

Im Fruchtfleisch der kugel- bis birnenförmigen Guava, das je nach Sorte grünlich, weiss oder rot ist, sitzen viele kleine essbare Kerne. Je nach Reife der Frucht ist die Konsistenz des Fruchtfleischs nicht nur weich, sondern kann an den Samen fast schleimig sein. Das Fruchtfleisch der Guayave hat einen angenehmen süss-säuerlichen Geschmack.

Die Frucht ist 3 bis 8 Zentimeter lang und hat eine grün-gelbliche Färbung. Die Fruchtschale ist wachsartig. Erst wenn die Schale intensiv gelb ist und kleine schwarze Punkte aufweist, ist die Frucht reif. Ein feiner blumiger Duft verrät ebenfalls ihre Genussreife.

Achten Sie beim Kauf der Früchte darauf, dass die glatten Schalen keine sichtbaren Druckstellen aufweisen. Ein vorsichtiger Drucktest auf die Frucht zeigt an, wie reif sie ist.

In Europa und Nordamerika gibt es einige Säfte, in welchen das Fruchtfleisch der Guave enthalten ist. Auch Gelees, Marmeladen und Konfitüren aus diesen hocharomatischen Früchten sind vielerorts erhältlich. Den einzigartigen Geschmack behalten die Früchte besonders gut, wenn sie in Sirup eingelegt sind. Mit diesen Dosen-Früchten ist es möglich, die Guave ganzjährig zu geniessen.

Guaven stammen aus verschiedenen Gattungen
Psidium guajava Echte Guave Guava; Guayaba, Goiaba, Guayave
Psidium cattleianum Erdbeer Guave Rote Guave, Kirschen Guave
Acca sellowiana Brasilianische Guave Pineapple Guava, Ananas Guave, Feijoa
Trotz Ähnlichkeit gehört die Brasilianische Guave nicht zur Gattung der Guaven sondern zur Gattung Acca.
Guavennektar Goiabada (Brasilien)

Wild zu finden:

Die Spanier entdeckten die kleinen, köstlichen Oviedo-Früchte der Guyaba bei den Indios. So brachten sie die Guayabo-Bäume (Psidium guava) 1535 aus Südamerika nach den Philippinen und an die Küsten Indiens. Von dort verbreiteten sich die Sträucher über fast alle tropischen Länder. Sie verwilderten sehr stark und überwucherten viele Viehweiden. So schrieb der damalige Gouverneur von Puerto Rico im Jahre 1582 in einem Brief an den spanischen König Philipp II, dass Psidium ein Problem für die Viehzüchter darstelle. Er bezeichnete Psidium als „maldito guayabo“ und verlangte ein Anbauverbot für die Pflanzen.3

An einem wilden Guayabobaum entstehen jährlich nur 400 bis 500 Früchte. Die Fruchtfleischmenge ist sehr gering und sie haben viele Samen.3 Die Guabirá (P.acutangulum DC.) ist eine essbare, wilde Psidium-Art, die recht häufig vorkommt. Ihre Früchte sind von mittlerer Grösse, gelb, rundlich und haben weisses Fruchtfleisch.

Die Bestäubung der auffälligen, pinselartigen, weissen und duftenden Blüten übernehmen Insekten. Bei den Wildformen übernehmen möglicherweise auch Vögel oder Fledermäuse die Befruchtung der Blüten.4

Lagerung:

Unreife Guaven Früchte sind bis zu 3 Wochen haltbar. Das Obst ist klimakterisch und reift bei Raumtemperatur nach. Die Lagerung der reifen Früchte ist im Kühlschrank möglich. Auch Fruchtstücke lassen sich in Plastikfolie verpackt etwa 4 Tage lang im Kühlschrank lagern.2 Tiefgekühlte Fruchtstücke oder Goiaba-Püree halten sich mindestens 4 Monate.

Inhaltsstoffe:

Der Vitamin C-Gehalt der Echten Guave ist mit 228 mg/100g viel höher als bei der Erdbeer-Guave mit 37 mg/100g oder der Brasilianischen Guave mit 33 mg/100g. Im Vergleich: Acerola 1'677 mg6,7, Sanddornbeere 450 oder Chili Paprika grün 242 mg/100g. Die Orange hat je nach Sorte zwischen 48 mg und 71 mg/100g an Vitamin C.5 Eine frische Guava aus der Florida-Selektion soll maximal 490 mg/100g aufweisen, doch danach kann man nicht gehen.3

Die Guave enthält mit 417 mg/100g auch viel Kalium. Wie fast jede Frucht hat sie Vitamin B1, Beta-Carotin (Retinol), Calcium, Phosphor, und Eisen. Der Ballaststoff Pektin ist in der Guava ebenfalls enthalten. Die Guayave ist mit 68 kcal/100g kalorienarm.5 Siehe dazu die Inhaltsstofftabelle unterhalb dieses Textes.

Gesundheitliche Aspekte:

Auf Hawaii, in Mittelamerika und auch in der Karibik hat die Guayaba eine hohe medizinische Bedeutung. Der Frischverbrauch der Guave ist in den tropischen Ländern beträchtlich. Nimmt man Vitamin C über die Guave und Zink gleichzeitig ein, kann man eine Erkältung lindern.

Die Guave hält die Arterien gesund und verhindert Arteriosklerose. Man weiss, dass durch Rauchen die Arterien verhärten. Der hohe Vitamin C-Gehalt der Guaven neutralisiert das Nikotin. So ist es einfacher, die schwierige Entwöhnungszeit zu überstehen. Mit zwei oder drei Guaven zum Nachtisch sollte dies möglich sein.8

Das Vitamin B1 beeinflusst den Kohlenhydratstoffwechsel und ist unentbehrlich für die Funktion des gesamten Nervensystems. Das Beta-Carotin ist wichtig für das Zellwachstum. Auch für die Augen ist Retinol sehr wichtig. Es schützt vor altersbedingter Makuladegeneration. Calcium (Kalzium) und Phosphor unterstützten die Erhaltung der Knochen und Zähne. Phosphor ist für die Energiegewinnung und Energieverwertung im Körper nötig. Das Pektin verarbeitet der Körper wie Ballaststoffe.9

Gefahren / Unverträglichkeiten:

Diabetiker sollten darauf achten, dass sie nicht über 1000 mg an Vitamin C pro Tag einnehmen. Ihre Blutzuckermessungen können sich dadurch verfälschen, was die Blutzuckerkontrolle erschwert.10 Mit 500g Guaven pro Tag liegt man bei einer Zufuhr von rund 1140 mg an Vitamin C.

Volksmedizin:

Ein Aufguss der Guava-Blätter findet in den Ursprungsgebieten bei der Bevölkerung oft Verwendung gegen Durchfall. Der Saft der Blätter hat nachweislich eine antibiotische, antiallergische und antioxidative Wirkung.11 Vorwiegend gegen Zahnschmerzen (als schmerzlinderndes Mittel) sind die Blätter der Goiaba in Gebrauch. Eine ethnische Gruppe, die Fang, leben im westlichen Zentralafrika und nutzen den Saft der Blätter gegen Würmer.12

Vorkommen:

Die Heimat der Guaven liegt vermutlich in Mexiko20 oder in Südamerika14. Heute baut man sie weltweit in tropischen Ländern an. Guayaven gedeihen bis auf einer Höhe von 1500 m über Meer. Die Spezies ist recht unempfindlich gegenüber Bodenbeschaffenheit und Klima. Nur Frost erträgt sie nicht. Krankheiten gibt es bei den Bäumen kaum, aber die Fruchtfliegen lieben die Früchte. An unreifen Früchten können jedoch Pilzkrankheiten grossen Schaden auf den Plantagen anrichten.3

Die grösste Artenvielfalt an Guaven fand man auf der Karibischen Insel Kuba. Dort sind 22 Arten heimisch.3

Die grössten Anbaugebiete der Guava-Früchte befinden sich hingegen in Asien.4 In Mexiko, Südamerika, Florida, Kalifornien, Hawaii, Ägypten, Thailand, Südafrika und Israel sind ebenfalls recht grosse Plantagen zu finden. In Europa kultiviert man die Guaven-Pflanzen seit Mitte des 20. Jahrhunderts für den kommerziellen Zweck, z.B. an der Costa del Sol malagueña in Südspanien.13 Ebenso auf Sizilien hat es einige Guaven-Plantagen.

Anbau, Ernte:

Als immergrüne Zier-Topfpflanzen findet man Guaven in Europa in vielen Gärtnereien. Sie bilden wunderschöne Blüten und geben mit der richtigen Pflege kleine Früchte. Sie brauchen aber einen frostfreien, sonnigen bis halbschattigen Standort und ein Winterquartier.4

Die jungen Guayaba-Bäume wachsen relativ schnell. Nach zwei Jahren bringen sie den ersten Ertrag. Vom siebten Jahr an liefern die Bäume volle Produktion und halten diese meist 30 Jahre lang durch.3

Zwischen Mai und Juli öffnen sich, zum Beispiel auf La Palma, die selbstbefruchtbaren Blüten der Guaven. Die Blüten sind weiss, duften zart und sehen aus wie kleine Pinselchen. Vier bis sechs Monate später entstehen daraus viele Früchte. Die erntet man dann meist noch grün und unreif.

Die wilden Guayaba-Sorten ergeben nur kleine, drei bis vier Zentimeter grosse Früchte. Kultivierte Pflanzen liefern Früchte mit bis zu 12 cm Fruchtdurchmesser. Auch der Ernteertrag ist beträchtlich. Ein guter Guayaba-Klon ergibt das Doppelte bis Vierfache an Obst im Vergleich zu einer Wildpflanze.

Verwechslungsgefahr:

Den Guavenbaum kann man leicht mit dem ebenfalls Guayaba oder Para Guava genannten Psidium acutangulum verwechseln.20 Dessen Früchte sind auch essbar, doch ist ihr Säuregehalt höher.

Allgemeine Informationen:

Die Guave ist ein Myrtengewächs (Myrtaceae). Zur Gattung der der Guaven (Psidium) gehören 150 Arten14, darunter die Erdbeer-Guave. Weitere Myrtengewächse sind die Pitanga oder Surinamkirsche (Eugenia uniflora L.) und der Rosenapfel (Eugenia jambos L.).

Die Pitanga ist eine kirschengrosse und weinrote Frucht. Sie ist oft in Brasilien zu finden. Der Rosenapfel oder „pomarosa“, wie ihn die südamerikanische Bevölkerung nennt, verströmt einen rosenähnlichen Duft. Die pyramidenförmigen Bäume dieser Art wachsen bis zu 20 Meter hoch. Ihre Blätter sind lang, elliptisch und dunkelgrün glänzend. Die pinselähnlichen Blüten der „Yambo“-Bäume sind nicht, wie bei den meisten anderen Arten weiss, sondern purpurrot. Die roten Früchte sind 10 bis 20 Zentimeter gross. Die Schale ist dünn, das Fruchtfleisch etwas schwammig, aber aromatisch. In der Pulpe sitzt nur ein etwa 2 cm grosser Samen.3

Die ersten samenlosen Biotypen der Guave traten 1952 in Poona, Indien auf. Damit man die samenlosen Guaven-Varietäten weiter vermehren konnte, entwickelte man eine entsprechende Pfropftechnik. Und man hatte Erfolg. Es entstand die Poona-Selektion „Lucknow 49“. Das Tamil Nadu Agricultural University Horticulture College for Women and Research Institute verteilte an die Farmer kleine Klon-Bäumchen der samenlosen Guave. Bereits 2013 trug die Ernte 20 Tonnen Früchte ein. Das war doppelt so viel wie man für das Jahr 2014 errechnet hatte.19

Zwischen vereinzelten Guavensorten wie Lucknow 49, Apple-Guava, Behat, Coconut und noch anderen besteht leider eine Kreuzungsunverträglichkeit.3

Die glatte Rinde der Guavenbäume findet dank ihres hohen Gehalts an Gerbstoff als Gerbmittel Verwendung.14

Literatur/Quellen:

  1. Essen-und-Trinken.de Guave
  2. Gute-Kueche.at Guave
  3. Brücher H. Tropische Nutzpflanzen. Ursprung, Evolution und Domestikation. Berlin: Springer Verlag; 1977.
  4. Baumkunde.de Feijoa sellowiana
  5. USDA
  6. Simonsohn B. Heilkraft aus den Tropen: Die süsse Medizin exotischer Früchte. München: Integral; 2008.
  7. Vitamin.com Acerola
  8. Pamplona-Roger J. Heilkräfte der Nahrung. Zürich: Advent-Verlag; 2006.
  9. Vitamine-ratgeber.com
  10. Zentrum-der-gesundheit.de Vitamine für Diabetiker
  11. Wikipedia Echte Guave
  12. Ernährungsdenkwerkstatt.de Guave
  13. Wikipedia Spanisch Psidium
  14. Wikipedia Guave
  15. Wikipedia Englisch Ugni molinae
  16. Mein-mediterraner-garten.de Ananasguave
  17. Pnn.de Erdbeer-Guave
  18. Tu-dresden.de Psidium
  19. Timesofindia.indiatimes.com Guava
  20. Rätsch C. Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen: Botanik, Ethnopharmakologie und Anwendung. Aarau: AT Verlag; 1998.

Zutat mit Nährstofftabellen


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