Stiftung Gesundheit & Ernährung
S t i f t u n g
Gesundheit & Ernährung
Schweiz
Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

Radicchio, roh (bio?)

Radicchio (auch: Roter Chicorée) hat meist eine weinrote Farbe und einen bitteren, herbwürzigen Geschmack. Roh gut geniessbar - möglichst in Bio-Qualität.
93,1%
Wasser
73
Makronährstoff Kohlenhydrate 72.73%
/23
Makronährstoff Proteine 23.21%
/04
Makronährstoff Fette 4.06%
Ω-6 (LA, 0.1g)
Omega-6-Fettsäuren wie Linolsäure (LA)
 : Ω-3 (ALA, <0.1g)
Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure (ALA)
 = 0:0

Verhältnis Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren soll insgesamt 5:1 nicht überschreiten. Link zu Erklärungstext.

Werte sind zu klein, um relevant zu sein.
Erfasste Lebensmittelpreise
26.09.22100 g0,40
Normalpreis
Bio--
26.09.22100 g0,69
Normalpreis
Bio--
26.09.22100 gFr.0,69
Normalpreis
Bio0,90
Klick auf Flagge öffnet Preisentwicklungen.

Piktogramm Nährstofftabellen

Radicchio, roh (Cichorium intybus var. foliosum), ist eine Kulturform der Gemeinen Wegwarte (Zichorie).10 Das Blattgemüse gehört wie Chicorée, Endivie, Frisée (krause Endivie) und Zuckerhut zur Gattung der Zichoriengewächse. Rohe Radicchioblätter (bio?) haben meist eine intensiv weinrote bis violette Farbe, die sich erst bei kühleren Temperaturen entwickelt.13,16 Es gibt aber auch bunte bzw. grüne Radicchiosorten.11,12,16

Verwendung von Radicchio in der Küche:

Radicchio hat viele Namen und existiert in zahlreichen Sorten. Überwiegend ist mit Radicchio aber das rote, etwas bittere Blattgemüse (Roter Radicchio) gemeint,20 das der Volksmund / Handel auch unter den folgenden Namen kennt: Cicorino Rosso, Cicoria Rossa, Roter Chicorée oder Rote Endivie (zur Namens- und Sortenvielfalt siehe unter "Verwechslungsmöglichkeiten" und bei der Zutat Chicorée).

Kann man Radicchio roh essen? Ja, der Salat ist roh bzw. als Rohkost gut geniessbar und schmeckt besonders lecker mit Quinoa und Fenchel, gemeinsam mit verschiedenen Salatsorten im Mischsalat oder in einem Wrap, in mediterranen Salatgerichten oder im Nudelsalat. Auch zu süssem Gemüse und Obst passt er geschmacklich sehr gut, denn dabei entsteht ein süss-herber Kontrast. Die rohen Radicchioblätter kann man zudem gefüllt mit Früchten, Joghurtdips oder Cherry-Tomaten und veganem Mozzarella servieren.

Leicht angedünstet kann man den Cicorino Rosso wie Spinat essen. Er findet kleingeschnitten in Risotto, veganer Lasagne, Pastasaucen, Suppen und auf Pizza Verwendung. Gegrillt oder am Spiess gebraten schmeckt Radicchio ebenfalls ausgezeichnet.

Ist roter Salat bitter? Viele rote Salatsorten sind etwas bitter, jedoch gibt es auch grün und gelb gefärbte bittere Salate. Roter Radicchio (roh) hat typischerweise einen kräftigen, bitteren und herbwürzigen Geschmack. Der helle, rot gesprenkelte Gourmetsalat Radicchio Variegato di Castelfranco schmeckt hingegen milder und süsslicher;12 auch der Rosso di Treviso hat einen eher feinen Bitterton.13

Für die Zubereitung sortieren Sie zunächst die welken Blätter aus, denn diese haben viel Aroma verloren. Wenn Ihnen der bittere Geschmack des Cicorino Rosso zu stark ist, entfernen Sie mit einem Küchenmesser den Strunk, der besonders viele Bitterstoffe enthält. Im Anschluss können Sie die Blätter einzeln abtrennen, bei Bedarf die bitteren, weissen Blattrippen entfernen und gründlich waschen. Sind die Blätter trotzdem noch zu bitter, kann man sie wenige Minuten in lauwarmes Wasser einlegen. Dadurch lösen sich die wasserlöslichen Bitterstoffe.

Auch den dicken Strunk kann man sehr fein gehackt in Gerichten verarbeiten, da er bitterer ist als die Blätter. In Italien verwendet man nicht nur den Kopf, sondern auch die Wurzel der Pflanze (Pfahlwurzel). Diese schmeckt noch etwas bitterer als der Strunk und die Blätter. In dünne Scheibchen geschnitten kann man die Wurzel unter Salate mischen oder ebenfalls für Pastasaucen oder Risotto verwenden. Geröstet ist sie ein traditioneller Ersatz oder Zusatz für Bohnenkaffee.3,14 Den Ersatzkaffee nennt man Zichorienkaffee, Landkaffee oder auch unspezifisch Muckefuck.

Veganes Rezept für gefüllte Rote Radicchio-Blätter:

Zutaten (für 1 Person): 2 grosse, rohe Blätter eines Radicchio Rosso (bio), 1 säuerlicher Apfel, 1 kleine Mandarine, 1 EL Sojajoghurt, ½ Limette, 1 TL Sonnenblumenkerne, ¼ Bund frischer Schnittlauch, 1 Prise Salz, 1 Prise Pfeffer.

Zubereitung: Mandarine schälen, Fruchtfilets herauslösen und kleinschneiden. Den Apfel schälen, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Apfel- und Mandarine-Stücke gemeinsam mit dem Sojajoghurt in einer Schüssel mischen. Die halbe Limette auspressen und den Saft unter die Joghurt-Frucht-Mischung geben. Diese Mischung mit Salz und Pfeffer abschmecken. Danach den Schnittlauch waschen und in feine Ringe schneiden. Die Radicchioblätter waschen und mit der Joghurtmischung befüllen. Die veganen gefüllten Radicchioblätter bestreut mit Sonnenblumenkernen und Schnittlauch servieren.

Vegane Rezepte mit rohem Radicchio finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben" (ganz unten oder nebenan).

Einkauf - wo Radicchio kaufen?

Roter Radicchio (roh) ist ganzjährig erhältlich bei Supermärkten wie z.B. Migros, Coop, Rewe, Edeka, Spar. Einige Grossverteiler wie Denner, Volg, Aldi, Lidl und Hofer führen Radicchiosalat nur selten im Angebot, aber stattdessen seinen nahen Verwandten, den Chicorée. Cicorino Rosso in Bio-Qualität (bio) können Sie in Reformhäusern, Bioläden und Bio-Supermärkten (z.B. Denn's Biomarkt, Alnatura) erwerben.

Achten Sie beim Einkauf auf eine satte rote Farbe, geschlossene Köpfe ohne Risse und weiche Stellen. Auch frische, knackige Blätter, ein heller weisser Strunk und weisse Blattadern weisen auf die Frische des roten Radicchiosalats hin.

Am häufigsten findet man im Handel die Sorte Rosso di Chioggia (Palla Rossa); seltener den Rosso di Verona sowie die Radicchiosorten Rosso di Treviso (Trevisano) und Variegato di Castelfranco, die als Spezialitäten gelten.12,13,15 Der Radicchio Variegato di Castelfranco (auch Castelfranco-Salat oder Variegata di Castelfranco, Variegato del Castelfranco) ähnelt im Aussehen einer Rose und hat weiss-grünliche Blätter mit roten Flecken. Er schmeckt milder und süsslicher als der Rosso di Chioggia. Man erntet ihn nach dem ersten Frost. Der frühe Rosso di Treviso (Precoce) hat eine längere Form, schmeckt ebenfalls süsslicher und hat eine lose Blattrosette.1,13

Sowohl den Castelfranco-Salat als auch den späten Rosso di Treviso (Tardivo) lässt man in fliessendem Wasser (ca. 11 °C) und ohne Licht weiterwachsen, damit sie ihre charakteristische Form und Farbe bekommen12,13 (siehe bei "Anbau - Ernte" und "Verwechslungsmöglichkeiten").

Vor allem im Saatguthandel unterscheidet man gern zwischen Wurzelzichorien und Salatzichorien. Salatzichorien unterteilt man weiter in Kopfzichorien (z.B. Rosso di Chioggia, Variegato di Castelfranco) und Schnittzichorien bzw. Blattzichorien (z.B. der Gelbe von Triest = Cicoria Zuccherina bzw. Biondissima di Trieste); bisweilen spricht man auch von Rosettenzichorien (z.B. Grumolo Verde).

Lagerung:

Schlagen Sie Roten Radicchiosalat nach dem Kauf in ein feuchtes Tuch ein, dann hält er sich bis zu einer Woche im Kühlschrank. Achten Sie auf einen frischen und intakten Kopf, um ein frühzeitiges Faulen zu vermeiden. Wenn Sie Radicchiosorten im eigenen Garten anbauen, können Sie alternativ nur einzelne Blätter ernten und den Rest des Salats im Beet stehen lassen, damit er sich länger hält und frisch bleibt.

Radicchio-Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien:

Radicchio (auch Roter Chicorée genannt) enthält roh 23 kcal/100g und besteht zum grössten Teil aus Wasser. Mit 1,4 g Eiweiss pro 100 g ist der Proteingehalt in diesem Blattgemüse sehr gering. Fett ist mit 0,25 g/100g ebenfalls kaum vorhanden.2

Der Anteil an Vitamin K macht bei einer Aufnahme von 100 g rotem Radicchiosalat rund 340 % des Tagesbedarfs aus. Den Gehalt von 255 µg/100g kann man mit demjenigen von Echter Brunnenkresse (250 µg/100g) und Endivie (231 µg/100g) vergleichen. Noch mehr Vitamin K hat Mangold (830 µg/100g).2

Die in 100 g enthaltenen 60 µg Folat (Folsäure) decken den Tagesbedarf zu 30 % ab. Vergleichbare Werte erzielen Weisskohl (57 µg/100g) und Rosenkohl (61 µg/100g). Das mehr als Zehnfache an Folsäure enthalten Mungbohnen (625 µg/100g).2 Folat ist ein hitzesensitives Vitamin. Es kann daher bei geringer Erwärmung zu signifikanten Einbussen kommen, sodass der tatsächliche Anteil an Folat (Folsäure) nach der Zubereitung tiefer ausfällt als im rohen Zustand.

Vitamin E ist zu 2,3 mg/100g enthalten und macht damit 19 % des Tagesbedarfs aus. Dieser Wert ist vergleichbar mit dem von Spinat (2 mg/100g) und Mangold (1,9 mg/100g). Sonnenblumenkerne (35 mg/100g) enthalten sehr viel Vitamin E.2

Die gesamten Inhaltsstoffe von rohem Radicchio, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen im CLICK FOR unter dem Zutatenbild.

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Cicoria Rossa enthält den Bitterstoff Lactucopikrin (früher: Intybin). Dieser regt den Appetit und die Produktion von Magensaft, Gallenflüssigkeit und Bauchspeicheldrüsensekret an. Er ist harntreibend und wirkt sich positiv auf die Verdauung aus. Lactucopikrin regt ausserdem die Durchblutung an und stärkt das kardiovaskuläre System.10

Die enthaltenen Antioxidantien, z.B. die für die rote Farbe verantwortlichen Anthocyane, neutralisieren freie Radikale im Körper und verhindern oxidativen Stress.4 Dadurch kann man das Risiko für Krankheiten wie Arteriosklerose, Herz-Kreislauf-Probleme, Arthritis und Krebs vermindern und frühzeitiger Hautalterung vorbeugen.

Das im Radicchiosalat enthaltene Vitamin K dient vor allem der Blutgerinnung, denn der Körper benötigt es für die Bildung von Gerinnungsfaktoren. Darüber hinaus verhindert Vitamin K Kalkablagerungen in Weichteilen wie Blutgefässen und Knorpel, wirkt unterstützend bei der Regulation von Zellprozessen (wie Zellteilung) sowie bei Reparaturprozessen in Augen, Nieren, Leber, Blutgefässen und Nervenzellen. Es kann dem Knochenabbau bei Frauen nach den Wechseljahren entgegenwirken.5

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Wie auch bei anderen Gemüsesorten kann es beim Cicorino Rosso zu Einlagerungen von Nitrat kommen. Er nimmt Nitrat beim Wachsen aus dem Boden auf und lagert es in seinen Blättern ein. Der Nitratgehalt ist stark abhängig von der Sorte, dem Erntezeitpunkt (frühe oder späte Sorte) und der Anbaumethode. Die Ernte aus biodynamischer Landwirtschaft lagerte gemäss einer Studie nachweislich weniger Nitrat ein.21

Wenn sich aus Nitrat Nitrit bildet, entsteht eine Gefahr für den Menschen, denn Nitrit gilt als krebserregend. Nitrit kann entstehen, wenn Radicchiosalat luftdicht verpackt ist. Auch einige Enzyme im Speichel und Darm begünstigen die Bildung von Nitrit.6

Auch mit anderen Pflanzenschutzmitteln kann der konventionell angebaute "Rote Chicorée" belastet sein, daher lohnt sich der Griff zum Bioradicchio.

Volksmedizin - Naturheilkunde:

Anders als die Gemeine Wegwarte3 ist die Zuchtform der Zichorie keine anerkannte Heilpflanze mit medizinischen Anwendungen.10 In Volksmedizin und Naturheilkunde schätzt man jedoch ihre positiven Wirkungen auf die Gesundheit.

Der Bitterstoff Lactucopikrin gilt als Tonikum für den Magen-Darm-Trakt. Bitterstoffe helfen allgemein bei Blähungen, Appetitlosigkeit, Störung der Gallenblasen- und Bauchspeicheldrüsenfunktion, Aufstossen, Verstopfung, Völlegefühl, Leberfunktionsschwäche etc.7 Sie sollen ausserdem eine anregende und belebende Wirkung auf den Körper haben und bei chronischer Müdigkeit helfen. Auch Beschwerden wie Fettstoffwechselstörungen, funktionelle Herz-Kreislaufbeschwerden oder depressive Verstimmungen sollen sie vermindern.7

Vorkommen - Herkunft:

Cicorino Rosso (Cichorium intybus var. foliosum) zählt zur Familie der Korbblütler. Die wilde und die angebaute Form der Wegwarte sind seit der Antike bekannt und beliebt. Den aus dem Norden Italiens stammenden roten Salat baut man dort seit dem 15. bzw. 16. Jahrhundert an,15 seinen Ursprung vermutet man im Orient oder bezeichnet ihn als unbekannt. Er bevorzugt ein warmes, feuchtes Klima. Heute sind die Anbaugebiete fast über die ganze Welt verteilt.1 Die führenden Anbauländer sind Italien, Neuseeland und die Türkei.

Anbau im Garten:

Radicchio kann man im eigenen Garten anbauen. Der Zeitpunkt der Aussaat ist dabei abhängig von der gewählten Sorte. Man unterscheidet zwischen Sorten, die man im Sommer oder Herbst ernten kann und Sorten, die sich für die Überwinterung eignen (it. "Precoce" / "Tardivo"). Für die Überwinterung ist ein mildes Klima nötig. Beim Aussäen der frühen Radicchiosorten benötigt es Temperaturen von 16 bis 20 °C. Idealerweise zieht man die Jungpflanzen vor und setzt sie nach etwa 4 bis 6 Wochen aus. Pflanzen Sie die Radicchiosetzlinge ab Mitte Mai an einem sonnigen bis halbschattigen Standort mit einem Abstand von rund 25 cm nebeneinander, um ihnen genug Platz zum Wachsen zu geben. Giessen Sie Radicchio regelmässig (Staunässe unbedingt vermeiden). Die reifen Cicorino-Rosso-Pflanzen dieser Sorten kann man von September bis November ernten.8 Mit einem scharfen Messer direkt über dem Boden abschneiden oder alternativ einzelne Blätter ernten.

Anbau - Ernte:

Cicorino Rosso ist eine zweijährige Pflanze, die man häufig nur einjährig kultiviert. Für den Anbau benötigt man lockeren, durchlässigen Boden und viel Wasser für das Wachstum. Bei jungen Pflanzen darf die Temperatur nicht unter 16 °C fallen. Man pflanzt sie mit einem Abstand von 25-30 cm.11 Die Kulturdauer beträgt je nach Sorte etwa 8-12 Wochen, die Erntezeit ist ebenfalls von der Sorte abhängig (siehe oben). In modernen Treibhäusern angebaut ist der Import des Gemüses ganzjährig möglich.

Die Radicchiosorten Rosso di Chioggia und Rosso di Treviso Precoce erreichen ihre Erntereife auf dem Feld, wobei die Blätter der Letzteren mit Gummiband zusammengebunden rund 15-20 Tage ohne Licht weiterwachsen.13 Im Gegensatz dazu unterzieht man den Rosso di Treviso Tardivo und alle Sorten mit dem Namen Variegato/-a einer sogenannten Wassertreiberei. Dabei entnimmt man die Salatköpfe mit einem grossen Teil der Wurzel, platziert sie in Gittern unter dunklen Planen und lässt sie dann in fliessendem Wasser (ca. 11 °C) im Dunkeln weitertreiben (it. 'forzatura - imbianchimento'). Diese neuen, zarten Triebe befreit man vor dem Verkauf von den verdorbenen äusseren Blättern.12,13

Roter Radicchio - Verwechslungsmöglichkeiten:

Unterschied Radicchio - Chicorée: Wegen der reichen Sortenvielfalt bei der Varietät Cichorium intybus var. foliosum fällt die Unterscheidung der Sorten und Kreuzungen nicht immer leicht. Verschiedene Sprachen unterscheiden mehr oder weniger deutlich zwischen Bezeichnungen wie Chicorée, Endivie und Radicchio (oder deren Äquivalenten) und behandeln sie teilweise wie Synonyme. In Italien tendiert man manchmal dazu, einem rotblättrigen Radicchiosalat ('radicchio') einen anderen Namen zu geben als einem grünblättrigen ('cicoria'), aber ohne fixes System.20

Häufige Fragen wie Chicorée Radicchio Unterschied? oder Radicchio Chicorée Unterschied? können wir so beantworten: Aufgrund ihrer nahen Verwandtschaft haben Radicchio und Chicorée einige Ähnlichkeiten (auch den Gattungsnamen Cichorium); daher erstaunt es nicht, dass man Roten Radicchio auch als Roten Chicorée bezeichnet. Der Geschmack des Radicchiosalats gilt allerdings als weniger kräftig. Auch im Aussehen unterscheiden sich die beiden Blattgemüsesorten: Radicchiosalat ist in vielen Formen und Farben erhältlich - darunter als Roter Radicchio, dunkelrot gefärbt und je nach Sorte im Verkauf mit einer ovalen oder runden und kompakten Form zu finden (Ausnahme: Rosso di Treviso Tardivo). Chicorée hingegen besteht aus weiss-gelben, 10-20 cm langen, kolbenförmigen Blattköpfen9 bzw. blätterförmigen Weisstrieben17 (daher auch der Name Witloof oder Witloof Chicory14).

Der Hauptunterschied liegt jedoch darin, dass der Chicorée in dunklen Kellern aus den ausgegrabenen und abgeschnittenen Wurzeln austreibt (auch Chicorée-Sprossen oder junge Sprossen der Zichorienwurzel genannt). Die oberirdischen grünen Blätter der Pflanze verwendet man nicht zum Verzehr: Entweder enden sie als Viehfutter oder sie dienen, bei der Ernte abgeschlagen, als Dünger für den Acker.18

Was die Verwirrung noch kompletter macht: Neuerdings existiert auch ein rot gefärbter Chicorée (aus einer Kreuzung von weiss-gelbem Chicorée mit Radicchio). Es handelt sich ebenfalls um einen Trieb aus der abgetrennten und gelagerten Wurzel, aber mit roten statt gelben Blattspitzen.19 Zudem erinnert bei beiden Chicoréesorten die Behandlung der Wurzeln an jene Prozedur, die beim Rosso di Treviso Tardivo und bei den Variegati-Sorten zur Anwendung kommt. Mit dem Unterschied, dass dort Salat und Wurzel zusammen in die Veredelung gehen (siehe oben).

Mehr zum Chicorée lesen Sie bei der gleichnamigen Zutat. Dort gehen wir auch auf Fragen ein wie: Kann man Chicoree roh essen?

Allgemeine Informationen:

Roter Radicchio (Cichorium intybus var. foliosum, syn. C. intybus var. sylvestre10) hat grösstenteils enganliegende, gewellte Blätter, die eine purpurrote bis bläulich-violette Farbe haben. Der Strunk ist weiss und die Blätter mit weissen Blattrippen durchzogen. Den Salatkopf umgeben grüne Unterblätter, die man vor dem Verkauf entfernt. Die lange Tradition des Radicchioanbaus in Venetien belegt als früheste Sorte den Rosso di Treviso (15. bzw. 16. Jh.), aus dem viele andere Sorten durch Kreuzung oder Massenauslese hervorgegangen sind. Der Rosso di Chioggia gilt als verhältnismässig junge Variante (entstanden aus dem Variegato di Chioggia).15

Alternative Namen (Roter Chicorée u.a.):

Radicchio kommt aus dem Italienischen (Aussprache: [ʁaˈdɪki̯o]) und ist in den deutschen Wortschatz eingegangen (Duden). Der rote Salat ist ausserdem unter dem Namen Roter Chicorée, Cicorino Rosso, Cicoria Rossa oder Rote Endivie bekannt. Auf Italienisch findet man bei der Namensgebung auch die weibliche Form: (Varietà) Rossa di Chioggia, Rossa di Treviso, Variegata di Castelfranco. Den bleichen, rot gesprenkelten Variegato di Castelfranco nennt man auch 'fiore che si mangia' (essbare Blume).12

Falsche Schreibweisen schleichen sich häufig ein: Raddiccio, Radiccio, Radichio, Raddicchio, Radicco, Radicio (Radicchio rot) bzw. rote Chicoree, Chicorée rot, roter Chicoree, Chicoree rot, roter Chicoree Salat, roter Chicoree Rezept.

Im Englischen bezeichnet man das Blattgemüse als radicchio, red chicory oder Italian chicory. Zur Unterscheidung vom Chicorée nennt man jenen witloof chicory oder Belgian endive.14

Literatur - Quellen:

21 Quellenangaben

In der Wissenschaft ist Wikipedia (wiki) als Quelle umstritten, auch weil bei Wikipedia Angaben zur zitierten Literatur bzw. zu Autoren häufig fehlen oder nicht verlässlich sind. Unsere Beschreibung und Piktogramme für Nährwerte enthalten kcal (1 kcal = 4.19 kJ).

  1. Pflanzen-lexikon.com Radicchio (Cichorium intybus var. foliosum).
  2. USDA United States Department of Agriculture.
  3. Awl.ch Heilpflanzenlexikon. Gewöhnliche Wegwarte - Cichorium intybus.
  4. D’Evoli L, Morroni F, Lombardi-Boccia G et al. Red chicory (Cichorium intybus L. cultivar) as a potential source of antioxidant anthocyanins for intestinal health. Oxid Med Cell Longev. 2013: 704310.
  5. Netdoktor.de Wirkung von Vitamin K.
  6. Planet-wissen.de Die Salatlüge – wie gesund sind die Blätter?
  7. Avogel.ch Bitterstoffe. Die Heilkraft des Bitteren.
  8. Mein-schoener-garten.de Radicchio Anbau.
  9. Blumenthal A, Stransky M. Ernährung und Lebensmittel von A-Z. Editions M, 1. Auflage: 1993.
  10. Street RA, Sidana J, Prinsloo G. Cichorium intybus: Traditional Uses, Phytochemistry, Pharmacology, and Toxicology. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine; 2013: 1–13.
  11. Plantura.garden Radicchio: Profi-Tipps zum Anbauen & Ernten des roten Salates.
  12. Venetoagricoltura.org Atlante dei prodotti DOP e IGP del Veneto. Radicchio Variegato di Castelfranco IGP. PDF.
  13. Venetoagricoltura.org Atlante dei prodotti DOP e IGP del Veneto. Radicchio Rosso di Treviso IGP. PDF; Radicchio di Verona IGP.
  14. Bais HP, Ravishankar G. Cichorium intybus L - cultivation, processing, utility, value addition and biotechnology, with an emphasis on current status and future prospects. Journal of the Science of Food and Agriculture. 2001; 81(5):467–484.
  15. Venetoagricoltura.org Il Radicchio Rosso die Chioggia. Aspetti tecnici ed economici di produzione e conservazione. 2001. PDF.
  16. Nebelung.de Bruno Nebelung GmbH. Kulturanleitung Radicchio.
  17. Pini U. Das Bio-Food-Handbuch. Ullmann: Hamburg, Potsdam. 2014.
  18. Gemuese.ch Schweizer Chicoree, Swiss & Diva. Anbau und Produktion (und Unterkapitel). Text und Video ("Die zarte Verführung").
  19. Bzfe.de Bundeszentrum für Ernährung. Chicorée: Lecker, vielfältig und nicht mehr so bitter. 20.02.2019.
  20. Dissapore.com Radicchio, quante varietà conoscete? Noi 12. 2020.
  21. Lucarini M, D’Evoli L., Tufi S et al. Influence of growing system on nitrate accumulation in two varieties of lettuce and red radicchio of Treviso. Journal of the Science of Food and Agriculture. 2011; 92(14): 2796–2799.

Kommentare