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Malve, Wilde (Malva sylvestris)

Die milden Blätter und Blüten der Wilden Malve (Malva sylvestris) haben eine vielseitige Verwendung in der Küche. Sie helfen bei Entzündungen der Schleimhäute.
    71/26/03  LA : ALA
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Die Wilde Malve (Malva sylvestris), im Deutschen auch (Grosse) Käsepappel genannt, ist in Asien und ganz Süd- und Mitteleuropa verbreitet. Sie ist eine krautige Pflanze mit Pfahlwurzel, breiten, behaarten Laubblättern und fünfzähligen Blüten mit einem Durchmesser von 2,5-5 cm. Als Heilpflanze mit medizinisch wirksamen Schleimstoffen findet die Wilde Malve breite Anwendungsmöglichkeiten in Medizin und Naturheilkunde. Aufgrund ihres milden Geschmacks und den dekorativen Blüten kann man die Wilde Malve in der Küche vielfältig verwenden.

Verwendung in der Küche:

Die zarten jungen Blätter der Wilden Malve schmecken angenehm mild. Man verwendet sie als Rohkost in Salaten, in Hackkräutermischungen, oder eingelegt als Sauerkraut. Erhitzt eignen sie sich als Spinat, Bratgemüse, in Bratlingen, als Brotbeigabe, als gedünstetes Gemüse, als Gemüsefüllung, als Püree oder als Zulage bei Ofengemüsegerichten wie Lasagne oder Pizza.2 Die Schleimstoffe der Blätter wirken als Suppe zubereitet wie ein Verdickungsmittel. Zudem kann man die Blätter mit heissem Wasser übergiessen und als Tee verwenden.1 Auch die Blüten sind roh verwendbar, z.B. als Dekoration für Salate oder andere Rohkostgerichte. Man kann die Blüten der Wilden Malve auch kandieren, indem man sie mit Puderzucker leicht bestäubt und im Ofen trocknet. Die Blüten machen sich hervorragend als Wildpflanzenlimonade, Bowle oder Sirup. Eingelegt in Kräuteröl und -essig geben sie ihren milden Geschmack ab und behalten ihre Blütenpracht sehr schön.2 Sammelt man die Samen der Käsepappel ein, kann man sie auch roh knabbern. Allerdings ist dies sehr aufwändig.1

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Wild zu finden:

Die Wilde Malve wächst auf trockenen, stick- und nährstoffreichen Böden bis in 1800 m Höhe. Als Wildpflanze besiedelt sie Wegränder, Zäune, Ödland und lichte Wälder.3

Inhaltsstoffe:

Die Laubblätter der Wilden Malve enthalten bis zu 12 % Schleimstoffe, Kalium, Vitamin C, Flavonoide, Kaffeesäure und Chlorogensäure.2

Gesundheitliche Aspekte:

Die wirksamen Bestandteilde der Blätter und Blüten sind vor allem die Schleimstoffe (5-12 %), die sich aus Zuckermolekülen wie Galactose, Glucose und Glucuronsäure zusammensetzen. Zudem enthalten sie auch Flavonoide (Sulfaten) und Anthocyane (Malvin). Die enthaltenen Schleimstoffe wirken wie ein schützender Film über den Schleimhäuten. Extrakte der Wilden Malve wirken im Mund- und Rachenraum sowie im Magen-Darm-Bereich.5

Gefahren / Unverträglichkeiten:

Malvenpräparate können die Wirkung anderer Arzneistoffe beinträchtigen. Zwischen malvenhaltigen Stoffen und anderen medizinischen Mitteln sollte mindestens eine Stunde Abstand liegen.1

Verwendung als Heilpflanze:

Malventee wirkt reizmildernd, man setzt ihn bei Erkältungskrankheiten, Husten, Rachenentzündungen und Entzündungen im Verdauungstrakt ein. Zudem hilft die Wilde Malve bei Gebärmutterleiden, Rheumatismus und Durchfall. Äusserlich finden Breiumschläge oder Bäder zur Wundbehandlung Anwendung. Käsepappel hilft auch Beschwerden durch Hämorrhoiden zu lindern.2

Verwendung in der Medizin:

Eine positive Wirkung der Pflanze bei Magengeschwüren wurde mittlerweile sogar wissenschaftlich bestätigt.2

Vorkommen:

Der Ursprung der Wilden Malve liegt in Asien und Südeuropa. Heute findet man sie in Süd- und Mitteleuropa, im Norden bis Mittelschweden und Südorwegen.1

Allgemeine Informationen:

Die Wilde Malve (Malva sylvestris) zählt zu der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Der deutsche Alternativname Käsepappel bezieht sich auf die käselaibförmigen, schleimhaltigen Früchte aus denen man früher Kinderbrei (Papp) zubereitete. Mit dem Weidegewächs Pappel (Populus) hat die Bezeichnung nichts zu tun. Weitere Trivialnamen sind Käslikraut, Hasenpappel, Hanfpappel, Johannispappel, Katzenkäse, Pissblume, Rosspappel, Ross-Malve oder Mohrenmalve. Sie spiegeln die Popularität und unterschiedliche Nutzung dieser Pflanze wider.1

Der kultivierte Anbau der Wilden Malve als Gemüse- und Heilpflanze reicht bis in die Antike zurück. Kultivierte Käsepappeln findet man auch heute noch in vielen Gärten. Afgrund ihrer langdauernden, attraktiven Blüten ist sie als Zierpflanze sehr beliebt.4

Ein spanisches Sprichwort sagt: „Die Malve im Gemüsegarten lässt den Doktor draussen warten.“

Weitere Verwendungen:

Die Landesanstalt in Veitshöchheim führt auf Versuchsfeldern Untersuchungen durch, ob Wildpflanzen als Energiepflanzen eine realistische Alternative zum Maisanbau darstellen.1 Aus der gesamten Wilden Malve extrahiert man ausserdem Farbstoffe, die u. a. auch in der Lebensmittelindustrie zum Einsatz kommen.1 Eine Tinktur aus Malva sylvestris kann als empfindlicher Säure-Base-Indikator eingesetzt werden; bei Anwesenheit von Alkalien verfärbt sich die Tinktur blau.1

Geschichte / Aberglauben:

Wollte man die Fruchtbarkeit einer Frau testen, wurde empfohlen, mit deren Urin die Pflanze zu begiessen. Wenn nach drei Tagen keine Anzeichen für Verdorrung erkennbar waren, konnte mit Kindersegen gerechnet werden. Verbreitet war auch der Aberglaube, dass man nach überreichlichem Genuss der Früchte Läuse bekäme.1 Bekannt ist ausserdem die Tradition der sogenannten Kräuterbuschen, die u. a. aus Wilden Malven bestehen und die vor Ungemach schützen sollen. Die Tradition findet zum Fest Mariä Himmelfahrt am 15. August statt.1

Literatur / Quellen:

  1. Wikipedia Wilde Malve.
  2. Fleischhauer SG, Guthmann J, Spiegelberger R. Enzyklopädie essbare Wildpflanzen. 1. Auflage. Aarau: AT Verlag; 2013.
  3. Oberdorfer E, Schwabe A, Müller, T. Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart (Hohenheim): Eugen Ulmer Verlag; 2001.
  4. Eckehart J. Jäger, Ebel F, Hanelt P, Müller GK (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5. Berlin Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag; 2008.
  5. Zimmermann V. Die Heidelberger Arzneibücher Ysack Leujs. Beiträge jüdischer Ärzte zur Heilkunde des Mittelalters. Franz Steiner, Stuttgart 2018.

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