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Malve, Wilde (Malva sylvestris)

Die milden Blätter und Blüten der Wilden Malve (Malva sylvestris) haben eine vielseitige Verwendung in der Küche. Sie helfen bei Entzündungen der Schleimhäute.
  71/26/03  LA:ALA
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Die Wilde Malve (Malva sylvestris), im Deutschen auch (Grosse) Käsepappel genannt, ist in Asien und ganz Süd- und Mitteleuropa verbreitet. Sie ist eine krautige Pflanze mit Pfahlwurzel, breiten, behaarten Laubblättern und fünfzähligen Blüten mit einem Durchmesser von 2,5-5 cm. Als Heilpflanze mit medizinisch wirksamen Schleimstoffen findet die Wilde Malve breite Anwendungsmöglichkeiten in Medizin und Naturheilkunde. Aufgrund ihres milden Geschmacks und den dekorativen Blüten kann man die Wilde Malve in der Küche vielfältig verwenden.

Verwendung in der Küche:Wikipedia: Die Blätter können roh oder gegart gegessen werden. Sie sind schleimig mit einem milden, angenehmen Geschmack. In Suppen wirken sie als Verdickungsmittel. Die jungen Blätter können in Salaten verwendet werden. Die unreifen Samen verwendet man roh zum Knabbern; sie schmecken nussig, aber die meisten finden es zu aufwendig, sie zu sammeln. Die Blüten können roh Salaten als Dekoration hinzugefügt werden. Durch ihren milden Geschmack und der den Laubblättern ähnlichen Textur ergeben sie eine angenehme und schöne Ergänzung in der Salatschüssel. Die Blätter können als Teeersatz verwendet werden.1 Die zarten jungen Blätter der Wilden Malve kann man als Rohkost, in Hackkräutermischungen, oder eingelegt als Sauerkraut verwenden. Erhitzt eignen sie sich als Spinat, Bratgemüse, in Bratlingen, als Brotbeigabe, als gedünstetes Gemüse, als Gemüsefüllung, als Püree oder als Zulage bei Ofengemüsegerichten wie Lasagne oder Pizza. Die Blüten der Wilden Malve kann man kandieren, indem man sie mit Puderzucker leicht bestäubt und im Ofen trocknet. Man kann sie ausserdem zu Wildpflanzenlimonade, Bowle und Sirup weiterverarbeiten oder in Kräuteröl und -essig einlegen.2

Wild zu finden:Ursprünglich kommt die Wilde Malve aus Asien und Südeuropa. Heute ist sie in ganz Süd- und Mitteleuropa weit verbreitet. Ihr Vorkommen erstreckt sich nach Norden bis Mittelschweden und Südnorwegen.1Die Wilde Malve gedeiht auf trockenen, stick- und nährstoffreichen Böden bis in Höhenlagen von 1800 Meter. Man findet sie vor allem an Wegrändern und Zäunen, auf Ödland und in lichten Wäldern.3Die Wilde Malve wird wegen ihrer attraktiven Blüten, die sie langdauernd während des Sommers hervorbringt, häufig als Zierpflanze im Garten kultiviert. Sie ist seit etwa 1587 in Kultur und bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte.4

Inhaltsstoffe:Die Laubblätter der Wilden Malve enthalten bis zu 12 % Schleimstoffe, Kalium, Vitamin C, Flavonoide, Kaffeesäure und Chlorogensäure.2

Gesundheitliche Aspekte:Ein spanisches Sprichwort sagt: „Die Malve im Gemüsegarten lässt den Doktor draussen warten.“

Verwendung als Heilpflanze: Die Malven wirken als Tee reizmildernd und können aufgrund der Schleimstoffe erfolgreich bei Erkältungskrankheiten, Husten, Rachenentzündungen und Entzündungen im Verdauungstrakt eingesetzt werden. Ausserdem sind sie bei Gebärmutterleiden, Rheumatismus und Durchfall wirksam. Die Pflanzen zeichnen sich durch angenehmen Geschmack und gute Verträglichkeit aus. Äusserlich werden sie zur Wundbehandlung in Form von Breiumschlägen oder Bädern angewendet und lindern auch die Beschwerden durch Hämorrhoiden.2

Verwendung in der Medizin: Verwendet werden meist Blätter und Blüten. Wirksame Bestandteile der Blätter sind in erster Linie Schleimstoffe (5–12 %). Diese setzen sich aus Zuckermolekülen wie Galactose, Glucose und Glucuronsäure zusammen. In geringerer Menge enthalten sie auch Flavonoide in Form von Sulfaten. Die Blüten weisen einen annähernd gleich hohen Schleimstoffgehalt in ähnlicher Zusammensetzung wie die Blätter auf. Zusätzlich enthalten sie Anthocyane, wie beispielsweise Malvin. Die Schleimstoffe der Droge legen sich als schützender Film über Schleimhäute und entfalten so eine beruhigende Wirkung. In der Pflanzenheilkunde werden Extrakte der Pflanze bei Entzündungen des Mund- und Rachenraums sowie des Magen-Darm-Bereichs eingesetzt. Auch bei Erkältungen und trockenem Reizhusten werden die Extrakte angewendet. Die Aufnahme anderer Arzneistoffe kann durch Malvenpräparate herabgesetzt werden. Deshalb sollte zwischen der Einnahme malvenhaltiger Drogen und anderer Arzneimittel mindestens eine Stunde Abstand liegen.1
Eine positive Wirkung der Pflanze bei Magengeschwüren wurde mittlerweile sogar wissenschaftlich bestätigt.2

Allgemeine Informationen: Die Wilde Malve (Malva sylvestris), auch Grosse Käsepappel genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Malven (Malva) innerhalb der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Ihr deutscher Trivialname Käsepappel hat nichts mit der Pappel zu tun, sondern bezieht sich auf die käselaibförmigen, schleimhaltigen Früchte, aus denen früher Kinderbrei (Papp) zubereitet wurde. Zahlreiche unterschiedliche Volksnamen spiegeln die Popularität und vielseitige Nutzung der Wilden Malve wider. Sie zählt zu den ältesten bekannten Nutzpflanzen und wurde bereits in der Antike als Gemüse- und Heilpflanze angebaut.1

Weitere Verwendungen: Die Landesanstalt in Veitshöchheim führt auf Versuchsfeldern Untersuchungen durch, ob Wildpflanzen als Energiepflanzen eine realistische Alternative zum Maisanbau darstellen.1 Aus der gesamten Wilden Malve extrahiert man ausserdem Farbstoffe, die u. a. auch in der Lebensmittelindustrie zum Einsatz kommen.1Eine Tinktur aus Malva sylvestris kann als empfindlicher Säure-Base-Indikator eingesetzt werden; bei Anwesenheit von Alkalien verfärbt sich die Tinktur blau.1

Geschichte / Aberglauben: Wollte man die Fruchtbarkeit einer Frau testen, wurde empfohlen, mit deren Urin die Pflanze zu begiessen. Wenn nach drei Tagen keine Anzeichen für Verdorrung erkennbar waren, konnte mit Kindersegen gerechnet werden. Verbreitet war auch der Aberglaube, dass man nach überreichlichem Genuss der Früchte Läuse bekäme.1 Bekannt ist ausserdem die Tradition der sogenannten Kräuterbuschen, die u. a. aus Wilden Malven bestehen und die vor Ungemach schützen sollen. Die Tradition findet zum Fest Mariä Himmelfahrt am 15. August statt.1

Literatur / Quellen:

  1. Wikipedia. Wilde Malve [Internet]. Version vom 19.12.2017 [Zitiert am 23.01.2018]. Verfügbar unter: de.wikipedia.org/wiki/Wilde_Malve
  2. Fleischhauer SG, Guthmann J, Spiegelberger R. Enzyklopädie essbare Wildpflanzen. 1. Auflage. Aarau: AT Verlag; 2013
  3. Oberdorfer E, Schwabe A, Müller, T. Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart (Hohenheim): Eugen Ulmer Verlag; 2001
  4. Eckehart J. Jäger, Ebel F, Hanelt P, Müller GK (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5. Berlin Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag; 2008

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