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Feigen, roh (bio)

Entdecken Sie vielseitige Verwendungsmöglichkeiten von Feigen in der Küche, die allfällige Saison, Preise und gesundheitliche Vorteile. Erfahren Sie mehr über wichtige Nährstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Anbau und Ökobilanz.

 

Die aus der USDA Datenbank stammenden Nährstoffe der Zutat haben wir komplettiert.
79%Wasser 95Makronährstoff Kohlenhydrate 94.81%/04Makronährstoff Proteine 3.71%/01Makronährstoff Fette 1.48% 

Die drei Verhältniszahlen zeigen den prozentualen Gewichtsanteil der Makronährstoffe (Kohlenhydrate / Proteine / Fette) der Trockensubstanz (exkl. Wasser).  In der Sprache Englisch sind Ballaststoffe als Bestandteil des Kohlenhydrat-Anteils gerechnet. Die Umrechnung von Gewicht in kcal erfolgt nach dem von der USDA verwendeten "Atwater system". 

Davor ersehen Sie den Wasseranteil, gerundet auf ganze %.

Ω-6 (LA, 0.1g)Omega-6-Fettsäuren wie Linolsäure (LA) : Ω-3 (ALA, <0.1g)Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure (ALA) = 0:0

Verhältnis Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren soll insgesamt 5:1 nicht überschreiten. Link zu Erklärungstext.

Werte sind zu klein, um relevant zu sein.

Frische Echte Feigen (Ficus carica) bzw. Essfeigen sehen tropfenförmig aus. Die Schale ist je nach Sorte grün-gelb bis violett, das Fruchtfleisch weiss-rosa bis rötlich mit kleinen essbaren Kernchen.

Verwendung in der Küche

Wie schmecken Feigen? Feigen haben einen süsslich aromatischen Geschmack und sind vollreif sowohl für Desserts, Vorspeisen als auch für die herzhafte Küche bestens geeignet.

Verwenden Sie frische Feigen bzw. rohe Feigen umgehend nach der Ernte oder dem Kauf, denn ihre Haltbarkeit ist sehr begrenzt. Frische Feigen im morgendlichen Müesli (z.B. Erb-Müesli) schmecken besonders gut. Vollreif macht sich die Echte Feige ausgezeichnet als Fruchtdessert, beispielsweise in einem Fruchtsalat. In Kuchen, Tartes oder als Kompott, Feigen-Chutney oder -Senf kann man die Scheinfrüchte gekocht geniessen. Feigen mit Zucker, Portwein, Rotwein und Granatapfelsirup eingemacht, ergeben ein aussergewöhnliches veganes Feigen-Confit.

Gemüsesalaten oder als Beilage zum Hauptgericht verleihen Feigen eine exotische Note. So eignen sie sich für Pasta, Kartoffeln, mariniert und gebacken aus dem Ofen oder gebraten mit Rotweinsauce. Reife Feigen presst man auch als Saft; häufig stellt man daraus Dessertwein her. In Spanien und Portugal kennt man Feigenkäse, bestehend aus Feigen, Haselnüssen, Pinienkernen, Mandeln, Pistazien und Gewürzen. Geröstet kann man Feigen zu Feigenkaffee weiterverarbeiten.

Sollte man Feigen ungeschält essen? Frische Feigen isst man gewöhnlich gewaschen, mit Schale und Kernen. Dickschalige Sorten kann man aber auch problemlos schälen. Schale und Samen der Frucht haben eine reichhaltige Zusammensetzung an Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen.5

Getrocknete Feigen sind auch sehr beliebt und eignen sich zum direkten Verzehr oder für vielerlei Dessertvariationen.

Veganes Rezept für Gemüsesalat mit frischen Feigen

Zutaten (für 2 Personen): 1 Avocado, 2 Handvoll Spinat, 4 Feigen, 30 g Walnüsse, 40 g rote Zwiebeln; für das Dressing: 1 TL Ahornsirup, 1 EL Senf, 1 Knoblauchzehen, 50 ml Balsamessig, 70 ml Pflanzenöl (wie z.B. Rapsöl).

Zubereitung: Die Avocado in Stücke schneiden, Knoblauchzehe zerkleinern und Walnüsse klein hacken. Den Spinat waschen, trocken schleudern und mit den Salatzutaten anrichten. Für das Dressing die Zutaten in einem Mixer pürieren, über den Salat giessen und geniessen.

Teezubereitung mit Feigenblättern

Für die Zubereitung eines frischen Feigenblättertees wäscht man die Feigenblätter und lässt sie, etwas zerkleinert, an der Luft oder schonend im Ofen (unter 40 °C) trocknen. Ein Dörrgerät erleichtert das kontrollierte Trocknen. Die fertig getrockneten Blätter kann man gut in Gläsern aufbewahren. Für einen Teeaufguss, übergiesst man 2 gehäufte TL zerkleinerte Feigenblätter mit 250 ml kochendem Wasser und seiht sie nach 5 Min. ab.

Vegane Rezepte mit Echten Feigen finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".

Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen:
Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler
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Einkauf - Lagerung

Echte Feigen erhalten Sie bei Grossverteilern wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Billa, Hofer während der Saison von Juni bis Oktober. Bio-Supermärkte wie Alnatura oder Denn's Biomarkt führen Feigen in der Regel in Bio-Qualität. Feigen aus Regionen mit höheren Sommerniederschlägen behandelt man häufig mit Fungiziden.18 Achten Sie beim Einkauf auf das Herkunftsland und unbeschädigte, schöne, pralle Früchte. Wenn möglich, biologisch produziert. Die Farbe kann je nach Sorte von gelb, violett bis rötlich-braun sein. Dünnschalige Sorten stammen überwiegend aus der Türkei, dickschalige meist aus Griechenland. Auch in den DACH-Ländern kommen Feigen aus dem lokalen Anbau in den Handel.

Die Verfügbarkeit von Echten Feigen ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.

Tipps zur Lagerung

Feigen sind nur sehr kurz haltbar. Intakte Früchte halten bei Raumtemperatur nur wenige Tage und reifen sehr rasch nach. Im Kühlschrank halten sie zwar etwas länger, verlieren aber ihren Geschmack. Die beste Methode zur langfristigen Konservierung von frischen Feigen ist das Trocknen.5

Kann man Feigen einfrieren? Feigen können Sie auch einige Monate einfrieren.20

Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien

Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.

Echte Feigen haben mit 74 kcal/100g einen eher niedrigen Energieanteil. Kohlenhydrate (19 g/100g) machen den grössten Anteil aus, wobei 16 g auf Zucker entfallen und 2,9 g auf Ballaststoffe. Fett und Eiweiss liegen bei 0,30 g bzw. 0,75 g/100g. Frische Feigen enthalten ca. 80 % Wasser.1

Essfeigen zeigen einen hohen Wert an Kalium. Mit 232 mg decken 100 g ca. 12 % des Tagesbedarfs. Das Mengenelement ist wichtig für das Membranpotential in den Zellen. Radieschen oder Auberginen liefern ähnliche Mengen an Kalium pro 100 g. Getrocknete Gewürze, wie z.B. Korianderblätter mit 4466 mg/100g, haben sehr viel von dem Mengenelement.1

Feigen enthalten Biotin (ex Vitamin B7) zu 5 µg/100g. Dieses wasserlösliche Vitamin ist wichtig für den Abbau vieler Aminosäuren und spielt auch im Zellkern eine zentrale Rolle bei der Modifikation von Histonen. Äpfel oder Bananen haben ähnliche Werte. Getrocknete Steinpilze weisen mit 94 und Bierhefe mit 115 µg/100g weitaus höhere Werte auf.1

Pyridoxin (Vitamin B6) ist zu 0,11 mg/100g in Echten Feigen vorhanden, was mit Artischocken und Mango vergleichbar ist. Dieses Spurenelement kommt in hohen Mengen in Bierhefe (4,4 mg/100g) und getrocknetem Bärlauch (2,8 mg/100g) vor.1

Die gesamten Inhaltsstoffe von Echten Feigen, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.

Wirkungen auf die Gesundheit

Frische und getrocknete Feigen liefern v.a. Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Frische Feigen enthalten Pektin v.a. in der Schale, das chemisch, physikalisch und biologisch wirksam ist. Es wirkt als Verdickungs- bzw. Geliermittel und Stabilisator. Pektinreiche Extrakte zeigen antioxidative und zellschützende Effekte, u.a. bei Leber- und Lungenkrebszellen.An Aminosäuren enthalten Feigen hauptsächlich Leucin, Lysin, ValinTryptophan und Phenylalanin5,6,20 

Feigen zählen zu den mineralstoffreichsten Früchten. Sie enthalten v.a. Kalium und Magnesium, die die Herzgesundheit und Muskelfunktionen stärken, sowie Calcium, Phosphor, Eisen und Strontium, das zur Knochengesundheit beiträgt. Zu den gesundheitsfördernden Effekten der Mineralstoffe in Feigen zählen antitumorale, entzündungshemmende und knochenstärkende Wirkungen.5,6

Ficus carica enthält 23 verschiedene Fettsäuren. Linolensäure ist die am häufigsten vorkommende Fettsäure in frischen Feigen. Eine Studie zu Veränderungen in Ernährungsgewohnheiten deutet darauf hin, dass eine tägliche Aufnahme von 120 g Feigen der Sorte California Mission über fünf Wochen andere Lebensmittel wie Desserts, Getreide, Milchprodukte und Getränke im Speiseplan ersetzen kann. Insgesamt besteht weiterer Forschungsbedarf zu Sättigung, Körpergewicht und Blutzuckerkontrolle durch Feigenkonsum.5

Sekundäre Pflanzenstoffe

Viele gesundheitliche Wirkungen von frischen Feigen kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen. Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.

Frische Feigenfrüchte und -blätter enthalten u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:5,6

  • Isoprenoide: Monoterpene (Limonen); Triterpene: Steroide (Sitosterol-Derivate, Stigmasterol); Tetraterpene: Carotinoide (Carotine: Carotine, Lycopin; Xanthophylle: Zeaxanthin, β-Cryptoxanthin, Lutein)
  • Polyphenole: Phenolsäuren: Hydroxybenzoesäuren (Gallussäure), Hydroxyzimtsäuren (Chlorogensäure, Ferulasäure, Kaffeesäure); Flavonoide: Flavonole (Rutin, Myricetin, Kaempferol), Flavanole (Epicatechin, Catechin), Flavone, Anthocyane (Cyanidin-Derivate); Tannine (Proanthocyanidine)
  • Weitere organische Verbindungen: Dicarbonsäuren (Oxalsäure, Bernsteinsäure, Fumarsäure), Hydroxycarbonsäuren (Chinasäure, Apfelsäure, Zitronensäure, Shikimisäure); Furanocumarine (Ficusin, Bergapten); Aldehyde; Alkohole; Ketone

Feigen enthalten insbesondere Polyphenole, die mit antioxidativen und entzündungsmodulierenden Effekten in Verbindung. Die Konzentration variiert je nach Sorte und Pflanzenteil. Die Schalen und Blätter  weisen meist mehr phenolische Verbindungen als das Fruchtfleisch. Dunkle bzw. schwarze Sorten enthalten doppelt so hohe Polyphenolgehalte im Vergleich zu grünen und gelben Sorten, 15-fach höhere Anthocyangehalte und eine doppelt so hohe antioxidative Kapazität. Der Anthocyangehalt einiger Feigensorten ist ähnlich hoch wie der von Brombeeren und Heidelbeeren.5,6

Polyphenole aus Feigen können oxidativen Stress reduzieren und entzündungsbezogene Prozesse beeinflussen. Hinweise auf weitergehende Wirkungen, etwa im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, stammen überwiegend aus Zell- und Tierstudien und lassen sich nicht direkt auf den Menschen übertragen.5,6 In einem Alzheimer-Mausmodell verbesserten 4 % Oman-Feigen im Futter Gedächtnis, Lernfähigkeit, Angstverhalten und motorische Koordination. Zusätzlich reduzierten die Feigen die Aktivität entzündlicher Zytokine, was auf potenzielle Vorteile bei kognitiven Störungen, wie Alzheimer hinweist. Die verfügbaren Daten erlauben nur jedoch nur eingeschränkte Schlussfolgerungen.5,20

Steroide sind dafür bekannt, das Risiko für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen zu senken, indem sie die Aufnahme von Cholesterin im Darm verringern. Tierstudien beschreiben eine antidiabetische Wirkung von Extrakten aus Feigenblättern und -samen. Ergebnisse aus Humanstudien. mit kleinen Fallzahlen zeigen, dass Feigenblätterextrakte den Blutzucker nach Mahlzeiten bei Menschen mit Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes senken. Die Aussagekraft dieser Ergebnisse bleibt jedoch begrenzt.5,6 

Neben Polyphenolen enthalten Feigen auch Carotinoide sowie organische Säuren. Flüchtige Verbindungen wie Aldehyde und Terpene prägen das typische Aroma von frischen Feigen. Der Milchsaft der Pflanze enthält Furocumarine, die in experimentellen Studien u.a. antikarzinogene, fiebersenkende sowie antibakterielle Effekte zeigen.5,6

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen

Einige Menschen, die eine Allergie gegenüber Pollen (z.B. von Birken oder Gräsern) zeigen, können auch auf rohe Feigen allergisch reagieren. Die Symptome äussern sich als anaphylaktische Reaktionen (orales Allergiesyndrom), d.h. Brennen im Mund, Schwellungen und Taubheit von Zunge und Lippen, Schwellungen im Kehlkopfbereich bis hin zur Atemnot. Diese Allergene befinden sich als Proteine in der Schale der Frucht.24,25

Sind zu viele Feigen gesundheitsschädlich? Sensible Menschen, die nicht auf Birkenfeigen (Ficus benjamina) sensibilisiert sind oder an einem "Latexfrucht-Syndrom" leiden, können beim Verzehr von Feigen an einem oralen Allergiesyndrom leiden oder Magenprobleme bekommen.24 Auch der Milchsaft einer unreifen Feige kann bei übermässigem Verzehr Rachenreizungen oder Magenprobleme verursachen.23

Getrocknete Feigen sind jedoch besser verdaulich, da das Trocknen einen Grossteil der allergieauslösenden Proteine zerstört.25

Volksmedizin - Naturheilkunde

In der Volksmedizin verwendet man die Rinde, Blätter, Wurzeln und Milchsaft der Feige zur Behandlung einer Vielzahl von Beschwerden, insbesondere im Bereich des Magen-Darm-Trakts, der Atemwege sowie bei Entzündungen, Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.5 Die Feigenmilch, die aus den abgebrochenen Blättern austritt, zur Behandlung von Hautproblemen, wie zum Beispiel zur Entfernung von Warzen. Als Tee verzehrt, sollen Feigenblätter antidiabetische Eigenschaften haben.7,20

Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Bronchialerkrankungen. Sie befreien die Brust, lindern den Hustenreiz, erleichtern das Abhusten und beruhigen die Atemwege. Chronische Bronchitis, aber auch akute Atemwegsinfektionen aufgrund von Grippe und Erkältungen behandelt man häufig mit in Milch (auch pflanzlicher Art) eingeweichten und gekochten (getrockneten) Feigen. Feigen wirken allgemein, aber besonders getrocknet und eingeweicht gegen Infektionen.22

Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl

Der ökologische Fussabdruck eines Lebensmittels hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. So spielen die Art der landwirtschaftlichen Produktion (konventionell vs. ökologisch), saisonale, regionale oder inländische Produktion bzw. Import per Lkw, Schiff oder Flugzeug, unterschiedliche Verpackungsarten und ob es sich um Frischwaren oder Tiefkühlwaren handelt, eine entscheidende Rolle.8

In China haben Feigen laut CarbonCloud einen CO2-Fussabdruck von 1,17 kg CO2eq/kg (v.a. Produktion). Getrocknete Feigen aus China kommen auf 8,43 kg CO2eq/kg (inkl. Produktion, Transport und Verarbeitung).9 Das verdeutlicht gut, wie viel die Lebensmittelverarbeitung und auch der Transport ausmachen können.

Zum Vergleich: Gemüse, eines der klimafreundlichsten Lebensmittel, hat je nach Anbaumethode (und ohne die Auswirkungen des Transports) einen CO2-Fussabdruck von ca. 0,1-0,5 kg CO2eq/kg.10 Der durchschnittliche CO2-Fussabdruck von pflanzlichen Lebensmitteln beträgt in etwa 0,66 kg CO2eq/kg, was nur 10,7 % der CO2-Emissionen von tierischen Produkten (6,15 kg CO2eq/kg) ausmacht.11 Um den CO2-Fussabdruck kleinzuhalten, ist es am besten, tierische Produkte aus dem Speiseplan zu streichen.

Der Wasserfussabdruck von Feigen beläuft sich auf insgesamt 3350 l/kg. Damit vergleichbar sind Sonnenblumenkerne oder Oliven. Wobei der grösste Teil davon das sogenannte 'grüne' und 'blaue Wasser' ausmacht. Der grüne Wasserfussabdruck gibt die Menge des verbrauchten Regenwassers bei der Produktion an. Die durch die Produktion verbrauchte Menge an Oberflächen- und Grundwasser ist der blaue Fussabdruck.12

Grundsätzlich gilt: Frisches, unverpacktes, saisonales und regionales Gemüse weist die geringsten Emissionen auf. Je mehr man ein Lebensmittel weiterverarbeitet, desto schlechter fällt der ökologische Fussabdruck aus.

Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?

Tierschutz - Artenschutz

Ist die Feige vegan? Kennt man den komplizierten Befruchtungsvorgang von Feigen (siehe Anbau - Ernte), weiss man, dass die Bestäubung durch die Feigen-Gallwespe erfolgt, deren Lebenszyklus speziell an den der Feige angepasst ist.16 Die Feigenweibchen verbleiben in der Frucht und sterben darin. Allerdings zersetzt Ficin, ein von der Feigenpflanze produziertes Enzym, die in der Frucht verbliebenen Reste der Feigen-Gallwespe. So braucht man keine Angst zu haben, dass man die Wespen noch mitisst.26 Zudem sind heutige Feigenkulturen parthenokarp, d.h. sie benötigen keine Bestäubung mehr, um Früchte zu tragen.16

Nematoden sind der häufigste Schädling bei Feigen, aber es gibt nur wenige andere regelmässig auftretende schwere Schädlinge oder Krankheiten. Aus diesem Grund sind Pestizide auch in kommerziellen Feigenplantagen nicht immer notwendig. In Feigenanbaugebieten mit höheren Niederschlagsmengen ist allerdings der Einsatz von Fungiziden üblich.18

Weltweites Vorkommen - Anbau

Die Kultivierung von Feigenbäumen ist wahrscheinlich älter als der Ackerbau. Die Echte Feige stammt aus Vorderasien, nicht wie andere Arten (Eselsfeige: Ficus sycomorus) aus Ägypten. Man fand in Jericho (Westufer des Jordans) 11'400 Jahre alte Überreste einer Wildform der Feige. 5000 v. Chr. kultivierten auch die Assyrer Feigenbäume in ihren Gärten.16 Wilde Feigen sind im gesamten Vorderasien und im Mittelmeerraum verbreitet. Dort erntet man auch heute noch den Grossteil der Feigen. Die meisten Feigen in Europa stammen aus Griechenland und der Türkei. Der Rest aus Italien und Spanien. Geringere Erntemengen liefern Afrika, China, Kalifornien, Australien, Neuseeland und Mexiko.16,18

Wild zu finden

Wilde Feigen wachsen in weiten Teilen des Nahen Ostens und des Mittelmeerraums.18 Die Pflanze ist als Strauch oder kleiner Baum mit breiten, laubabwerfenden Blättern zu erkennen, die tief gelappt sind und eine raue Textur aufweisen. Wenn man die Blätter oder den Stiel abbricht, tritt ein weisser Milchsaft aus.17

Anbau im Garten

Am besten pflanzt man Feigenbäume im Frühjahr. Um sie vor Austrocknung und Kälte zu schützen, sollte man sie 5-10 cm tiefer pflanzen als im Anzuchttopf. Bei getopften Feigen sollte das Pflanzgefäss einen Durchmesser von mind. 30-40 cm haben und grosse Abflusslöcher aufweisen. Das Umtopfen alle 2-4 Jahre im Frühjahr garantiert eine gute Wurzelentwicklung. Feigen sind sehr trockenheitsresistent, brauchen aber in der Erntephase viel Wasser und sollten im Winter nicht austrocknen.16 Die Winter dürfen nicht zu kalt sein. Sobald die Knospen offen sind, verträgt der Feigenbaum keine Kahl- und Spätfröste. Man düngt kaum Stickstoff und die Pflege ist einfach. Die Ansprüche an den Boden sind sehr gering. Die Echte Feige ist empfindlich gegen Staunässe.2,16 Man sollte die Pflanzen während der Fruchtzeit von Mai bis August düngen (auch bei Topfpflanzen).16 Der Baum der Echten Feige wächst sehr langsam und beginnt nach sieben Jahren zu tragen.2

Anbau - Ernte

Je nach Sorte, Boden und Niederschlag pflanzt man zwischen 80 und 1200 Bäume pro Hektar. Der sommergrüne, laubwerfende Strauch oder Baum kann eine Höhe von bis zu 10 m erreichen.2 Die Echte Feige findet man auch in sehr niederschlagsarmen Gebieten. Aus diesem Grund findet der kommerzielle Feigenanbau vor allem in heissen, trockenen Klimazonen statt. Feigenbäume sind bei guter Wassergabe ertragreicher. Im Frischobstanbau bleibt die Wasserversorgung auch dann erhalten, wenn die Früchte reif sind. Die Standardvermehrungsmethode für Feigen ist die Stecklingsvermehrung. Neue Feigenplantagen brauchen etwa 3-5 Jahre, um in die kommerzielle Produktion einzusteigen. Feigenbäume benötigen nur eine minimale Düngung.18 Ein Baum kann bis zu 40 kg Früchte tragen und diesen Ertrag ein halbes Jahrhundert lang liefern.2

Die Echte Feige besitzt in ihrer Wildform eine komplizierte Methode zur Fortpflanzung. Die erste Generation (Vorfeige) trägt männliche und weibliche (kurzgriffelige) Blüten, worin die Feigen-Gallwespe (Blastophaga psenses) ihre Eier ablegt. Diese Vorfeigen sind nicht essbar. Die jungen weiblichen Gallwespen verlassen im Juni die Feige und fliegen mit den Pollen der männlichen Blüten zu den Blüten der 2. Generation (Fichi). Dort gibt es nur weibliche Blüten mit langen Griffeln, die die Gallwespen mit den männlichen Pollen befruchten. Nun reifen die fleischigen Früchte bis September heran. Da in dieser Generation keine Eiablage erfolgen kann, legt die Gallwespe in der 3. Feigengeneration (Mamme), die wiederum kurzgriffelige weibliche Blüten enthält, wieder ihre Eier ab - worin sie auch überwintern. Diese komplizierte Befruchtungsstrategie findet ausschliesslich in warmen Zonen statt, da die Gallwespe in kälteren Gebieten nicht überwintern kann. Der Grund, warum es im nördlichen Europa (DACH) auch Feigen gibt, ist die Selbstbefruchtung. Durch Selektion konzentrierte man sich auf Feigen ohne männliche Blüten, weshalb keine Bestäubung notwendig ist und die Feigen dank der Parthenokarpie trotzdem Früchte tragen.21

Weiterführende Informationen

Die Echte Feige (Ficus carica var. domestica) nennt man auch Haus- oder Ess-Feige, sie zählt zur Familie der Maulbeergewächse (Moraceae). Im Handel findet man die Feigen kaum unter dem Sortennamen, sondern eher nach der Herkunft. Die Sorte Smyrna kommt aus der Türkei, Bari-Feigen aus Italien, Fraga-Feigen aus Spanien, Calamata-Feigen aus Griechenland und Bougie-Feigen aus Algerien.

Der Feigenbaum ist der einzige Vertreter der Ficus in Europa. Weltweit gibt es aber an die 1000 Arten der Ficus-Spezies. Der mächtigste Baum der Erde in Kalkutta, Ficus bengalensis, hat einen Kronenumfang von 300 m. Wildformen der Feige findet man im östlichen Mittelmeer bis zur Krim und bis Transkaukasien.2 Bei der Essfeige (Ficus carica var. domestica), die als weibliche Feige gilt, gibt es mehr als 100 essbare Sorten.4 Die Bocksfeige, Caprifeige, Holzfeige oder Ziegenfeige (Ficus carica var. caprificus) hat sterile weibliche "Gallenblüten". Diese Früchte sind meist sehr holzig, hart, trocken und oft ungeniessbar. Die Bocksfeige gilt funktionell als männliche Pflanze und ist für die Erhaltung der Gallwespe nützlich. Man nennt sie auch Caprifig. Es gibt wenige Sorten dieser Art mit essbaren Früchten (z.B. die Sorte White Marseille).3,21

In subtropischen oder tropischen Gegenden mit Sommerregen kann man die Feige nicht trocknen und man isst sie deshalb ausschliesslich als Obst oder eingemacht. Der Grund: Sie platzen auf und verderben innerhalb von Stunden wegen Säurebildung durch Bakterien oder Hefen.4

In der Literatur erwähnt man den Feigenbaum in verschiedenen Ländern und Religionen seit Jahrtausenden mit positivem Charakter. In der Bibel und im Christentum finden sich die Erwähnungen für Frieden, Wohlstand, Segen, Reichtum und Fruchtbarkeit.13,16 In Indien bezeichnet man ihn als heilig.14 Andererseits gibt es auch negative Verwendungen der Feige: Verbindungen mit dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse und dem Fluch.13,15

Alternative Namen

Als Alternativname zur Echten Feige (Ficus carica var. domestica) gilt der Ausdruck Essfeige.

Deutschsprachige Trivialnamen sind Feygen, Fichboum, Ficheffele, Figa, Fig, Figenbaum, Figenbaym, Figenom, Figenboum, Figenpawm, Fygen, Smakka, Smakkabagms, Veigenpoum, Veyg, Vichboum, Vick, Vyck, Vig, Vige, Vigbom, Vigenbom, Vigboum, Vighen, Vyghen, Wighen und Wyk.19

Auf Englisch nennt man Echte Feigen figs.

1.

USDA United States Department of Agriculture.

2.

Brücher H. Tropische Nutzpflanzen. Ursprung, Evolution und Domestikation. Springer-Verlag: Berlin Heidelberg New York; 1977.

3.

Seiler C. Feigen aus dem eigenen Garten. Stuttgart 2016. 93-94.

4.

Rehm / Espig; Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen; ut 1976.

5.*

"They possess a diverse array of bioactive components, including flavonoids, phenolic acids, carotenoids, and tocopherols, which have been used for centuries in traditional medicine for their health-promoting effects addressing gastrointestinal, respiratory, inflammatory, metabolic, and cardiovascular issues."

"Carotenoids found in figs include lutein, zeaxanthin, β-cryptoxanthin, and β-carotene."

"Figs are a diverse fruit that can vary in phytochemical and nutrient composition based on factors such as location, variety, harvesting time, and ripeness."

"reported that the sun-drying of figs results in an increased bio-accessibility of total proanthocyanidin and chlorogenic acid content, as well as total antioxidant activity, compared to fresh figs"

"Organic acids are essential for preserving the nutritional value and enhancing the sensory qualities of foods. They also provide various health benefits, including reducing inflammation, regulating the immune system, promoting calcium absorption, and preventing blood clots"

"Overall, the benefits associated with fig consumption by humans, albeit limited, support further research into the satiety, body weight, and glycemic control of figs when included in the diet regularly."

"The most common preservation method of fresh figs is drying them."

"Several studies have reported that skin/peel had the highest concentration of phenolic compounds compared to pulp"

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

DOI: 10.3390/nu15112623

Study: weak evidence

Sandhu AK, Islam M et al. Phytochemical composition and health benefits of figs (Fresh and dried): a review of literature from 2000 to 2022. Nutrients. 2023;15(11):2623.

6.*

The current review highlights the nutritional values, phytochemical profile, and health-enhancing characteristics of figs (Ficus carica L., family Moraceae). Ficus carica is one of the oldest fruit trees. The fruit has been appreciated as food and for its biomedical properties since ancient times. Ficus carica contains essential bioactive compounds that enhance health. The plant is characterized by unique compounds in all parts (peel, pulp, leaves, seed, and latex) besides primary nutrients (fatty acids, carbohydrates, vitamins, and minerals). Ficus carica is rich in bioactive secondary products such as flavonoids, furanocoumarin, anthocyanin, pectin, and phytosterols, contributing to many health benefits. Bioactive phytonutrients found in fig are used as antioxidant and antidiabetic agents due to the presence of specific functional groups that control diabetes. The health-enhancing effects of fig, including anti-tumor, anti-inflammatory, and anti-osteoporosis, are related to high levels of minerals essential to bone health and their benefits on Alzheimer's disease. All parts of Ficus carica have been used in cosmetics and pharmaceutical products, especially wound healing. In addition, Ficus carica has many uses in food items as a colorant and a preservative. To the best of knowledge, there is a lack of reports discussing the biochemistry, bioactivity, and medicinal traits of Ficus carica and the plant parts. This review gathered scientific information regarding the chemical profile, biological traits, and different uses of Ficus carica.

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

Study: weak evidence

Alzahrani MY, Alshaikhi AI, Hazzazi JS, Kurdi JR, Ramadan MF. Recent insight on nutritional value, active phytochemicals, and health‐enhancing characteristics of fig ( Ficus carica ). Food Safety and Health. April 2024;2(2):179–95. doi:10.1002/fsh3.12034

7.

Healthy and Natural World. Scientifically Proven Health Benefits of Figs (Fruit, Leaves, Dried or Fresh). 2022.

8.

Reinhardt G, Gärtner S, Wagner T. Ökologische Fussabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland. Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg ifeu. 2020:1-22.

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Feng S, Lakshmanan P et al. A comprehensive continental-scale analysis of carbon footprint of food production: Comparing continents around the world. Journal of Cleaner Production. 2023;426:138939.

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PBS. Fig Trees: From the Sacred to the Strangler. 2008.

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Janick J. Fruits of the bibles. horts. 2007;42(5):1072–1076.

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Stover E, Aradhya M, Ferguson L, Crisosto CH. The fig: overview of an ancient fruit. horts. 2007 Aug;42(5):1083–1087. 

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Pritzel GA, Jessen C. Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen: Hannover, 1882.

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Roger JDP. Heilkräfte der Nahrung: ein Praxishandbuch. Zürich: Advent-Verlag. 2006.

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Fruit Tree Hub. Can You Eat Figs Off The Tree? 2023.

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Allergiewelle de: Birke: Kreuzreaktionen mit Feigen.

26.

Deutsche Welle. Natur und Umwelt: Ein ewiger Kreislauf. 2018

Wir haben Studien und Bücher zu Ernährung und Gesundheit nach folgenden 3 Evidenz-Kategorien markiert: grün=starke Beweiskraft, gelb=mittlere, violett=schwache. Die restlichen Quellen sind grau markiert. Eine ausführliche Erklärung finden Sie in unserem Beitrag: Wissenschaft oder Glaube? So prüfen Sie Publikationen.
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