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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Yambohne (Knollenbohne, Jícama, Benkuang), roh

Die Yambohne (Knollenbohne, Jícama, Benkuang, yam bean) hat eine mit Rettich vergleichbare Konsistenz und passt roh sehr gut zu Salaten.
Wasser 90,1%  92/07/01  LA : ALA
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Die Yambohne, Knollenbohne, Benkuang oder Bengkuang (auch Bengkoang, Pachyrhizus erosus) kommt natürlich von Mexiko bis Südamerika und jetzt auch in Asien und Afrika vor. In Mexiko nennt man sie Jícama. Nur die Wurzelknolle der protein- und fettarmen Pflanze ist (auch roh) verzehrbar.

Verwendung in der Küche:

Die Konsistenz der rübenartigen Yambohne ist vergleichbar mit derjenigen eines Rettichs - von holzig bis saftig. Der Geschmack des Wurzelfleischs ist erdig-süsslich und erinnert an Äpfel. Nur die Wurzel ist geschält geniessbar - auch als Rohkost! Die anderen Pflanzenteile (ausser der Blüte) enthalten das mehr oder weniger giftige Rotenon und seine Glykoside.

In Mexiko bieten Strassenverkäufer die Jícama in Streifen geschnitten mit Limettensaft, Salz und Chilisosse an. So kennt man sie als Zwischenmahlzeit.

Üblicherweise isst man das Wurzelfleisch, vor allem von jungen, frischen Yambohnen, roh als Salat oder Beilage. Länger gelagerte Yambohnen bereitet man wie Kartoffeln oder Süsskartoffeln zu. Sie schmecken gekocht oder als Ofenchips, in Pfannengerichten, Eintöpfen oder als Püree.

Geschälte und vorbereitete Yambohnen halten sich in einer Schüssel mit kaltem Wasser und einem Spritzer Zitronensaft im Kühlschrank bis zu zwei Tage.

Veganes Rezept für Avocado-Yambohnen-Orangen-Salat:

Zutaten für ca. 6 Portionen: 3 EL Olivenöl (besser kaltgepresstes Rapsöl), 1 TL Limettensaft, 1 gehackte Knoblauchzehe, 1 EL Weissweinessig, 1 TL gemahlener Kreuzkümmel, 1 TL Meersalz, 1 Prise Chilipulver, 230 g Yambohne (Bengkoang), 2 Orangen, 1 Avocado, 1 rote Zwiebel, 8 Stück Römersalat (Romanasalat).

Zubereitung: Die Yambohne schälen und in ca. 0,5 x 3 cm grosse Streifen schneiden, die Orangen filetieren, die Avocado in Stücke und die geschälte Zwiebel in dünne Ringe schneiden. Für die Vinaigrette alle flüssigen Zutaten und die Gewürze miteinander verquirlen und kurz kühl stellen. In der Zwischenzeit den Salat waschen, klein zupfen und mit einer Salatschleuder etwas trocknen. Hat man keinen Römersalat zu Hand, kann man auch jeden anderen Blattsalat verwenden. Danach die grünen Salatblätter auf Tellern anrichten, die Früchte-Gemüse-Mischung darauf verteilen und mit der Vinaigrette übergiessen. Nach Bedarf etwas frischen Pfeffer darüber mahlen.

Einkauf - wo kaufen?

Bei Supermarktketten wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer etc. sind Knollenbohnen vorwiegend nicht zu finden. Im europäischen Raum gibt es Yambohnen in manchen Reformhäusern, in südamerikanischen Lebensmittelläden oder in sehr grossen und gut sortierten Supermärkten. In biologischer Qualität sind sie selten anzutreffen, auch Bio-Supermärkte (Denn's Biomarkt) führen sie, wenn überhaupt, nur ausnahmsweise im Sortiment.

Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass die bräunliche Haut der Knollenbohne eher glänzend ist als matt. Grössere Knollen sind meist etwas holzig. Das Gewicht der Benkuang sollte der Grösse entsprechen. Sind grosse Knollen eher leicht, liegen sie meistens schon etwas länger und haben an Feuchtigkeit verloren.

Vor der Verwendung bitte die Haut reinigen, abbürsten und schälen. Isst man die Haut, können üble Bauchschmerzen auftreten.

Lagerung:

Die Yambohne (Bengkuang) lagert man am besten trocken bei Raumtemperatur (zwischen 12 und 20 °C). Kältere Temperaturen können die Wurzeln schädigen. Deshalb sollte man sie auch nicht einfrieren. Bei angemessenen Temperaturen gelagert, halten die Wurzeln der Yambohne ein bis zwei Monate.

Inhaltsstoffe - Nährwert - Kalorien:

Die Yambohne hat pro 100 g ca. 38 kcal. Kohlenhydrate machen mit 8,8 % den Hauptanteil der Energie aus, davon sind ca. 5 % Ballaststoffe. Der Fettanteil ist mit 0,09 % kaum vorhanden, ähnlich auch beim Eiweiss mit 0,72 %.

Die Jícama enthält 20 mg/100g an Vitamin C. Damit vergleichbar sind die Werte von Sauerkraut oder Maniok. Aber auch Brombeeren haben mit 21 mg/100g nicht wirklich mehr davon. Der Körper kann dieses wasserlösliche Vitamin nicht in grossen Mengen speichern, weshalb eine tägliche Aufnahme sehr wichtig ist. Der Tagesbedarf eines erwachsenen Menschen liegt bei 95 (Frauen) bzw. bei 110 mg (Männer).1 Diese Bedarfsmengen lassen sich sehr einfach mit Bärlauch (150 mg/100g), Paprika (184 mg/100g) oder Schwarzen Johannisbeeren (181 mg/100g) decken. Die Ascorbinsäure ist ein wichtiges Antioxidans und schützt vor freien Radikalen.2 Sehen Sie dazu unser Video.

Der Gehalt an Kalium beträgt bei der Benkuang 150 mg/100g und ist ähnlich wie bei der Salatgurke, den Mungobohnensprossen und den Himbeeren. Besonders hohe Werte bringen getrocknete Kräuter, wie z.B. Petersilie (2683) oder Basilikum (2630 mg). Als essentielles (essenzielles) Mengenelement muss man Kalium mit der Nahrung zuführen. Es reguliert unter anderem den osmotischen Druck in den Zellen, das Zellwachstum, den Blutdruck und das Säure-Basen-Gleichgewicht.2

Folsäure ist in der Yambohne zu 12 µg/100g enthalten, die rosa Grapefruit oder die Sternfrucht haben ähnlich niedrige Werte. Das wasserlösliche Vitamin ist sehr wichtig für die Zellerneuerung. Insbesondere Hülsenfrüchte haben einen hohen Gehalt an der Vorstufe Folat, wie z.B. Mungobohnen (roh: 625; gekocht: 159), Kichererbsen (roh: 557; gekocht: 63), oder Linsen (roh: 479, gekocht: 181).2

Zudem sind noch Inhaltsstoffe wie Eisen, Vitamin E, Magnesium, Phosphor und Mangan in geringen Mengen enthalten.

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Zum Gehalt an Rotenon in den Samen gibt es in der Wissenschaft einige Widersprüche. Brücher schreibt dazu: Im Hinblick auf die in der Literatur wiederholt ausgesprochene Vermutung, dass die reifen Samen Rotenon enthalten (und deshalb ungeniessbar seinen) haben wir uns durch eigenen Verzehr von der Essbarkeit und dem attraktiven Geschmack der jungen Hülsen und Samen überzeugt.3

Rehm und Espig beschreiben die Blätter und reifen Hülsen (inklusive Samen) als giftig, junge Hülsen hingegen sollen geniessbar sein.4

Der süssliche Geschmack der Yambohne stammt vom Polysaccharid (Mehrfachzucker) Inulin, das als Präbiotikum gilt. Studien (in einem Tiermodell) zeigen, dass eine Einnahme von Jicama-Extrakt die Insulinsensitivität erhöhen kann. Das bedeutet, dass der Körper weniger von diesem Hormon ausschütten muss, um den Blutzuckerspiegel zu senken.5

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Rotenon findet als Insektizid oder Akarizid (Milbenbekämpfungsmittel) Anwendung, es ist vor allem für Fische giftig, weniger für Säugetiere und Bienen. Als Wirkstoffe nennt man Isoflavone, Isoflavanone, mehrere Rotenoide, Furano-3-phenyl-Kumarin.6

Laut Nature Scientific Reports steht Rotenon im Verdacht, Parkinson auszulösen,7 weshalb es in einigen europäischen Ländern (wie Schweiz, Deutschland) als Substanz nicht mehr zugelassen ist (z.B. in Deutschland seit 19879).

Vorkommen - Herkunft:

Die Yambohne kommt ursprünglich aus Mexiko, sie ist eine alte indianische Kulturpflanze. Das Wort Jícama ist Nahuatl und bedeutet "Schmeckendes". Als Kulturen gehalten findet man die Knollenbohne mittlerweile in den ganzen Tropen und vor allem in Afrika und Asien.

Die drei bekanntesten Arten der Gattung Pachyrhizus sind3 (die Namensgebung unterscheidet sich häufig unter den einzelnen Arten):

  • Pachyrhizus erosus Urban (L.): Knollen-Bohne, yam-bean, patate-cochon, Iguama, macucú, xicamatle (tropisches Tiefland).
  • Pachyrhizus ahipa (Wed.) Parodi: Andine Knollenbohne, yam-bean, jiquima de Peru (tropische Mittgelgebirgslagen).
  • Pachyrhizus tuberosus (Lam.) Spreng: Knollen-Bohne, potato bean, pois-patate, jicama (tropisches Tiefland).

Anbau - Ernte:

Die Yambohne, eine rankende, mehrjährige, krautige Schlingpflanze, kann eine Länge von bis zu 5 m erreichen. Die Wurzelknollen dienen als Überdauerungsorgane, grössere Exemplare sind zwischen 5 und 15 kg schwer, mit einem Durchmesser von bis zu 40 cm. Man kultiviert sie als einjährige Pflanze, im Folgejahr sät man ihre Samen wieder aus. Die Samen befinden sich in behaarten Hülsen, weshalb sie auch zu den Hülsenfrüchten gehören.

Yambohnen benötigen subtropisches bis tropisches, vor allem heisses Klima mit durchschnittlicher Niederschlagsmenge.

Obwohl Yambohnen Trockenheit tolerieren können, benötigen sie insgesamt viel Wasser. Pachyrhizus erosus bevorzugt Lehmböden mit guter Drainage, da Staunässe zu Fäulnis führen kann.

Um mehr Ertrag zu erzielen, setzt man sie in Kulturen häufig auf Dämme und zieht sie an Gerüsten hoch. Man erntet sie mit einer Hacke oder einem Pflug nach 5 - 8 Monaten, für die Samenernte erst nach ca. 10 Monaten.

Möchte man die Yambohne selber anpflanzen, weicht man die Samen über Nacht in Wasser ein. Nach den letzten Frösten kann man sie ins Gewächshaus oder auch ins Freiland auspflanzen. Vor den ersten Herbstfrösten erntet man die (im Vergleich kleineren) Wurzelknollen.

Verwechslungsgefahr:

Die Knollenbohne bzw. Yambohne ist nicht zu verwechseln mit der Yamswurzel (Yam oder Yams) aus der Ordnung Dioscoreales (bzw. Dioscoreaceae R.Br.). Auch die Afrikanische Yambohne (Sphenostylis stenocarpa) könnte aufgrund des ähnlichen Namens zu einer Verwechslung führen. Sie nennt man auch Knollenbohne oder Rübenbohne. Allerdings isst man hier wirklich die Bohne, also die Frucht und nicht die Wurzel.

Die normalerweise als Yacon (Yacón) bezeichnete Pflanze (Smallanthus sonchifolius) nennt man in Ecuador Jicama und in anderen südamerikanischen Gegenden Jíquima. Diese zu den Asteraceae gehörige Superfood-Knolle kennt man auch als "Inkawurzel". Die Blüten ähneln einer Sonnenblume.

Allgemeine Informationen:

Die Yambohne (Pachyrhizus erosus) gehört zur Gattung der Yambohnen (Pachyrhizus), die der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) angehören.

Alternative Namen:

Im Englischen kennt man sie überwiegend als yam bean (yam-bean) oder als manioc pea, gelegentlich findet man auch yam tuber. Lateinische Synonyme sind Pachyrhizus angulatus Rich. ex DC, P. bulbosus (L.) Kurz und Dolichos erosus L. Auch die Schreibweise Pachyrrhizus ist bekannt.6

Weitere Anwendungen:

Die kräftigen Stängel lassen sich laut Wikipedia zur Herstellung von Fischernetzen verwenden.8

In Asien gewinnt man aus den Wurzeln der Yambohnen Stärke und verkauft sie unter dem falschen Namen "arrow-root".3 Arrowroot ist ein Stärkeprodukt aus der Pfeilwurz (Maranta), das leichter verdaulich sein soll als Weizenmehl oder dessen Stärke.

Literatur - Quellen:

CLICK FOR: 9 Quellenangaben:

  1. DGE Deutsche Gesellschaft für Ernährung.
  2. USDA United States Department of Agriculture.
  3. Brücher H. Tropische Nutzpflanzen. Ursprung, Evolution und Domestikation. Springer Verlag: Berlin. 1977.
  4. Rehm S, Espig G. Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen. Verlag Eugen Ulmer: Stuttgart. 1976.
  5. Park CJ, Lee HA, Han JS. Jicama (Pachyrhizus erosus) extract increases "insulinsensitivity" and regulates hepatic glucose in C57BL/Ksj-db/db mice. Journal of clinical biochemistry and nutrition. 2016;58(1).
  6. Alkämper J. Yambohne (Pachyrrhizus erosus). In: Schuster WH, Alkämper J et al. Leguminosen zur Kornnutzung: Kornleguminosen der Welt, Justus-Liebig-Universität Giessen. 1998.
  7. Pan-Montojo F, Schwarz M et al. Environmental toxins trigger PD-like progression via increased alpha-synuclein release from enteric neurons in mice. Nature Scientific Reports. 2012;2(898).
  8. Wikipedia Yambohne.
  9. Bundesinstitut für Risikobewertung. Assoziation zwischen der Parkinson-Krankheit und Rotenon. Stellungnahme Nr. 042/2012 des BfR vom 6. Dezember 2012.

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