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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Pistazien, trocken geröstet, ohne zusätzliches Salz

Neben rohen sind auch trocken geröstete Pistazien verfügbar. Pistazien sind ein schmackhafter, aber kein gesunder Snack – selbst ohne zusätzliches Salz.
  Wasser 1,8%  30/22/48  LA (13.1g) 62:1 (0.2g) ALA
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Pistazien haben ein ganz besonderes Aroma, das trocken geröstet noch intensiver zur Geltung kommt. Ohne zusätzliches Salz ist die Steinfrucht des Pistazienbaums (Pistacia vera) auf jeden Fall gesünder als die gesalzene Variante. Jedoch sollte man das suboptimale Verhältnis zwischen Omega-6 und Omega-3 beachten (52:1) und nicht zu viel davon snacken.

Verwendung in der Küche:

Der Geschmack der Kerne der Echten Pistazie ist süsslich, mandelartig und gleichzeitig sehr aromatisch. Gerne isst man Pistazien geröstet als Snack, mit oder ohne Salz; sie sind aber auch roh erhältlich. "Trocken geröstet" bedeutet, sie sind ohne Zugabe von Fett, Öl oder Wasser erhitzt. Bei der ungeschälten Variante muss man zuerst die Schale öffnen, um an den essbaren Kern zu gelangen. Das Rösten der Kerne intensiviert den Geschmack, macht sie knuspriger, aber auch empfänglicher für Schäden und Oxidation.1,2 Schonendes Rösten bei niedrigen Temperaturen ist hier Voraussetzung.

Gemahlene Kerne finden Verwendung im Pesto, Mus und in Backwaren wie Cantuccini (Cantucci), Weihnachtskeksen, Kuchen oder anderem süssen Gebäck. Bei Süsswaren wie Mozartkugeln, Baklava oder Pralinen sind Pistazien ein wichtiger Bestandteil. Gehackt kann man die schönen, grünen Samen sehr gut zum Dekorieren verwenden und dadurch Speisen und Feinkost optisch in Szene setzen. Auch Pistazien-Eiscreme ist vor allem in Italien und Amerika sehr beliebt.

Das "Pesto di pistacchi" ist ein sizilianisches Nationalgericht, wo man es sowohl zu Pasta als auch zu Fleisch und Fisch serviert.

Ist eine Pistazie eine Nuss? Da man die Früchte des Pistazienbaums zu den einsamigen Steinfrüchten zählt, sind deren Kerne (=Pistazien) botanisch gesehen keine echten Nüsse - siehe weiter unten bei "Allgemeine Informationen".

Veganes Rezept für Pistazien-Pesto:

Zutaten: 200 g Pistazienkerne (funktioniert mit gerösteten und ungerösteten), 1/4 Bund frisches Basilikum, 1 Knoblauchzehe, 1 EL Hefeflocken, Salz, 2 EL Zitronensaft, Pfeffer, 100 ml natives Olivenöl (Olivenöl passt geschmacklich zwar besser, aber kaltgepresstes Rapsöl hat ein gesünderes Fettsäurenverhältnis).

Zubereitung: Pistazien ca. 5 Minuten in Wasser blanchieren, da sich so das Häutchen leichter löst. Kerne abtropfen lassen und die Haut um den Kern entfernen. Pistazien mit Hefeflocken, Knoblauch, abgezupften Basilikumblättern, Zitronensaft und Öl in einem Hochleistungsmixer pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Tipp: Pistazien kann man auch ohne den Kochvorgang für Pesto verwenden. Lässt sich das Häutchen nicht leicht entfernen, kann man es auch dranlassen.

Veganes Rezept für Pistazienkuchen:

Zutaten: 180 g ungesalzene Pistazien, 150 g Dinkelmehl, 2 TL Weinsteinbackpulver, 150 g Rohzucker, 1 Prise Salz, 2 Tassen frischer Spinat (gibt eine intensivere grüne Farbe), 200 ml Hafermilch (oder Mandelmilch), 70 ml raffiniertes Rapsöl, 2 TL Apfelessig.

Zubereitung: Eine rechteckige Backform mit ca. 25 cm Länge einfetten und den Backofen auf 175 °C Ober- / Unterhitze vorheizen. Mehl, Backpulver, Zucker und Salz mischen und fein gemahlene Pistazien zur Mischung geben. Spinat, Öl und die Milchalternative in einem Mixer fein pürieren und der Mehlmischung untermengen. Schliesslich noch vorsichtig den Apfelessig unterrühren und die Masse gleichmässig in die eingefettete Form füllen. Nach 35-40 Minuten im Backofen den Stäbchentest durchführen und, wenn der Kuchen fertig ist, abkühlen lassen.

Tipp: Als Glasur kann man veganen Frischkäse mit Puderzucker vermengen und auf den vollständig abgekühlten Kuchen geben. Mit gehackten Pistazienkernen dekorieren. Alternativ kann man den Kuchen einfach mit Puderzucker bestreut servieren.

Vegane Rezepte mit gerösteten Pistazienkerne finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben" (ganz unten oder nebenan).

Einkauf - wo kaufen?

Pistazien gibt es mit Schale oder geschält, roh, geröstet, ungesalzen oder gesalzen ganzjährig bei Supermarktketten wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer etc. In Reformhäusern, in Bioläden, Biosupermärkten (Denn's Bioladen, Alnatura) oder im Online-Shop findet man meist auch rohe, ungeröstete Pistazien. Befinden sich die Pistazienkerne noch in den Schalen, so entfällt etwa die Hälfte des Gewichts auf die Schalen, d.h., bei einer Packung von 250 g hat man ca. einen verzehrbaren Anteil von 125 g.

Im Handel gibt es rundliche und längliche Sorten. Zu den besten Sorten zählen z.B. "Kerman" aus dem Iran und "Femminella" sowie "Minnulara" aus Sizilien.

Beim Einkauf von ungeschälten Pistazienkernen ist darauf zu achten, dass möglichst viele Kerne einen Spalt weit geöffnet sind, da dies als Reifezeichen gilt. Geschlossene Pistazien sind unreif und nicht zum Verzehr geeignet. Die Kerne sollten ganz sein, ohne Bruchstellen und keine farblichen Veränderungen oder braune Stellen aufweisen. Allgemein gilt, umso grüner die Samen sind, umso besser ist die Qualität.

Achten Sie bei Pistazien aufgrund möglicher Aflatoxin-Belastung (Schimmelpilze) auf biologische Produktion. Ein muffiger Geruch der Steinfrüchte kann auf einen Schimmelpilzbefall hindeuten. Pistazienkerne in hoher Qualität (bio) bekommt man aus Produktionsländern wie Kalifornien oder der Türkei. Dort findet man Pistazien ebenfalls frisch und ungeröstet im Angebot (saisonal). Rohe Pistazien sind knackiger, haben einen zarteren Geschmack und sind auch deutlich gesünder.

Wild zu finden:

Funde aus Syrien zeigen, dass man wildwachsende Pistazien, wie z.B. Pistacia atlantica oder Pistacia khinjuk, schon im Epipaläolithikum (Beginn vor ca. 20'000 Jahren im Nahen Osten) gesammelt hat.3

Lagerung:

Ungeschälte Pistazien sind, trocken und kühl gelagert, einige Monate haltbar. Die geschälten Steinfrüchte bewahren Sie am besten luftdicht in einer Box verschlossen im Kühlschrank auf, so sind sie bis zu vier Wochen haltbar. Durch den hohen Ölgehalt der Kerne besteht bei längerem Lagern bei Zimmertemperatur die Gefahr, dass die Nüsse einen ranzigen Geschmack bekommen - oder sie beginnen bei feuchter Lagerung schnell zu schimmeln.4 Häufig ist dieser Schimmel nicht offensichtlich. Durch Einfrieren der Kerne ist es möglich, die Pistazien ca. ein Jahr zur Verfügung zu haben.

Inhaltsstoffe - Nährwert - Kalorien:

Geröstete Pistazien haben mit 572 kcal/100g einen beachtlichen Energiegehalt. Der Fettanteil ist hier mit 46 % durchaus hoch, gesättigte Fette sind ca. zu 5,6 % enthalten. Das Fettsäurenverhältnis zwischen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren (LA:ALA) ist mit rund 62:1 ungünstig, siehe nächstes Kapitel. Kohlenhydrate sind zu ca. 18 %, Ballaststoffe zu 10 % vorhanden und der Eiweissanteil macht ca. 21 % aus.

Von den Vitaminen ist Pyridoxin (Vitamin B6) mit 1,1 mg/100g am besten vertreten. Dieses wasserlösliche Vitamin ist sehr wichtig für den Eiweissstoffwechsel und spielt bei vielen enzymatischen Reaktionen eine wichtige Rolle. Neben dem getrockneten Majoran haben auch noch getrockneter Oregano und Dulse ähnliche Gehalte an diesem B-Vitamin. Bei einem Verzehr von 100 g dieser Zutaten ist der Tagesbedarf zu 80 % gedeckt. Bierhefe bringt ca. 4,4 mg Pyridoxin pro 100 g, aber davon nimmt man weitaus weniger zu sich.5

Bei den Makro-Mineralstoffen ist auch Phosphor zu einem guten Anteil in Pistazien enthalten (469 mg/100g). Phosphor ist essentiell (essenziell) und besonders wichtig für Knochen, Zähne und Zellmembranen. Mit einer natürlichen und ausgewogenen Ernährung kann man den Bedarf sehr gut abdecken. Mandeln mit 481 mg/100g und Hanfsamen mit 468 mg/100g haben sehr ähnliche Werte an Phosphor. Zu viel Phosphor nimmt man mit industriellen Lebensmitteln wie Softdrinks und Fertigprodukten ein, diese Überversorgung kann in schlimmen Fällen zu einer Abnahme der Knochendichte führen.5

Mangan ist bei Pistazien als wichtigster Mikronährstoff zu nennen. Dieser Gehalt von 1,2 mg/100g ist mit Bockshornkleesamen und Paranüssen gleichauf. Kichererbsen haben mit 21 mg/100g einen weitaus höheren Anteil des essentiellen Spurenelements. Mangan ist wichtig für das Bindegewebe und für die Knorpel und hat eine bedeutende Rolle im Kohlenhydratstoffwechsel inne.

Auch Eisen ist mit 4 mg/100g nennenswert. Getrockneter Pfirsich oder Grünkernschrot sind mit 4,1 und 4,2 mg/100g der gerösteten Pistazie sehr ähnlich. Getrocknete Kräuter haben bedeutend mehr Eisen, aber davon nimmt man bekanntlich viel weniger zu sich (z.B. Basilikum hat 90 mg/100g).5 Eisen ist als Bestandteil des Hämoglobins in den roten Blutkörperchen mitverantwortlich für den Sauerstofftransport im Blut.

Pistazien enthalten ausserdem viel ätherisches Öl, Harze, Säuren und Phenole.6

Die gesamten Inhaltsstoffe gerösteter Pistazienkerne, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen im CLICK FOR vor dem Text.

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Wie gesund sind Pistazien? Regelmässiger Konsum von Pistazien hat möglicherweise einen schützenden Einfluss gegen Lungenkrebs und andere Krebsarten. In den Steinfrüchten befindet sich viel Gamma-Tocopherol, eine Form von Vitamin E. Dieses Vitamin wirkt als Antioxidans, schützt vor freien Radikalen, also vor Zellalterung, und senkt infolgedessen womöglich das Risiko einer Krebserkrankung.7

Eine Crossover-Studie zeigt, dass ein regelmässiger Konsum von Pistazien Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermindern kann. Durch die Senkung des Cholesterins um 8 % bei einer Ernährung mit 30 % der Kalorien durch Pistazien.8 Dies gilt aber eigentlich für alle Nüsse, daher lohnt es sich, auch auf andere gesundheitliche Werte zu achten. Pistazien haben ein deutlich schlechteres Verhältnis zwischen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren (geröstet 62:1, roh 49:1) als andere Nüsse, wie z.B. Walnüsse mit 4:1 oder Macadamia mit 6:1. Das Verhältnis sollte sich an 1:1 annähern, da die Omega-3-Fettsäuren (z.B. Alpha-Linolensäure) im Körper entzündungshemmend und die Omega-6-Fettsäuren (z.B. Linolsäure) überwiegend entzündungsfördernd wirken.

Generell empfiehlt man bei Nüssen eine tägliche Menge von ca. 30 g, da sie Herzkrankheiten reduzieren sollen (dazu zählen in dieser Studie neben Pistazien auch Walnüsse, Mandeln, Cashewkerne, Haselnüsse, Pekannüsse, Pinienkerne, Macadamianüsse und Paranüsse). Diese Wirkung ist am effektivsten, wenn man ungesunde Snacks mit Salz, Zucker, gesättigten Fetten oder Transfetten durch Nüsse ersetzt. In diesem Paper empfiehlt man vor allem Personen mit Vorerkrankungen, rohe Nüsse zu bevorzugen und auf geröstete oder gesalzene komplett zu verzichten.9

Blutarmut infolge eines Eisenmangels kann man durch einen täglichen Verzehr von Pistazien geringfügig verbessern. In den Kernen steckt relativ viel Eisen und Kupfer. Diese Kombination wirkt gegen Blutarmut und dieser Effekt erhöht sich noch durch den zusätzlichen Konsum von frischen, Vitamin-C-reichen Obst- und Gemüsesorten.10Vitamin C begünstigt die Resorption von Eisen im Darm, was wiederum die Blutbildung positiv beeinflusst.11

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Wie gesund sind geröstete Pistazien? Durch das Rösten von Nüssen und Samen bildet sich zwar ein intensives, typisches Aroma, aber eine bestimmte Reaktion, die Maillard Reaktion, kann zur Bildung von Acrylamid führen. Durch eine Reaktion zwischen der Aminosäure Asparagin und dem natürlich enthaltenen Zucker kann ab ca. 120 °C dieser als krebsfördernd geltende Stoff entstehen. Je nach Nuss- bzw. Samenart und Sorte sind die Asparaginwerte sehr unterschiedlich hoch und auch die Rösttemperatur ist hier ein entscheidendes Merkmal. Bei Mandeln beginnt die Bildung von Acrylamid bei ca. 130 °C und ab 145 °C beschleunigt sich dessen Bildung erheblich.12,13 Höhere Temperaturen begünstigen die Bildung von Acrylamid meist mehr als die Dauer des Röstens.14

Ein Mangel an Hygiene und vielfacher Bodenkontakt können bei der traditionellen Ernte v.a. die geöffneten, "lachenden" Pistazien mit Mikroben belasten. Bei feuchter Lagerung besteht auch eine grössere Gefahr des Befalls durch Schimmelpilze, speziell durch Aflatoxine (giftige Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen). Aflatoxine haben einen schädlichen Einfluss auf Leber und Nieren und steigern das Risiko, an Krebs zu erkranken. Zudem schadet die Behandlung der Steinfrüchte mit Insektiziden der Gesundheit. Pistazien unterliegen bei EU-Importen strengen Tests und so lassen sich derartige Verunreinigungen ganz gut reduzieren.15

Pistazien können, wie auch andere Schalenfrüchte (z.B. Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse etc.), schwere allergische Reaktionen auslösen. Symptome machen sich durch Jucken oder Brennen im Mundraum, auf der Zunge oder auf der Haut bemerkbar. Hals und Gesicht sind am häufigsten betroffen, im schlimmsten Fall kommt es zu einem allergischen Schock. Die derzeit bekannten 32 Allergene sind oft auch stabil gegenüber Verarbeitungsprozessen, wie z.B. Erhitzen oder Rösten. Zudem sind auch Kreuzallergien und echte Nahrungsmittelallergien möglich. Bis heute ist noch keine wirksame Immuntherapie im Umlauf.16

Volksmedizin - Naturheilkunde:

Sind Pistazien gesund zum Abnehmen? Immer wieder liest man, dass Pistazien bei Gewichtsproblemen für die Ernährung eine Bedeutung haben. Allerdings trifft dies auch auf andere Nüsse zu. Denn Nüsse haben aufgrund ihres hohen Fett- und Proteingehalts einen lang sättigenden Charakter und auch der meist hohe Ballaststoffanteil leistet hier einen wesentlichen Beitrag.17 Speziell bei Pistazien kommt hinzu, dass das Öffnen der Schale das Tempo des Verzehrs verlangsamen kann.18 Die übriggebliebenen Schalen zeigen einem, wie viel man schon gegessen hat - was dazu führen kann, dass man weniger isst als bei geschälten Pistazien.19 Von der salzlosen Variante isst man meist deutlich weniger, was zu einer geringeren Kalorienaufnahme führt. Zudem soll das in den Pistazien enthaltene Fett nicht vollständig verwertbar sein und der Körper scheidet daher einen Teil unverdaut wieder aus.20

Isst man aber über einen längeren Zeitraum mehr als 70 g Nüsse pro Tag, kann man aufgrund des hohen Fettgehalts durchaus an Gewicht zunehmen.

Vorkommen - Herkunft:

Der Pistazienbaum (Pistacia vera) gedeiht in subtropischen Gegenden.4 Funde reichen bis in die Antike zurück. Laut Wikipedia importierten Einwanderer aus dem Nahen Osten die Pistazie um 1880 nach Amerika. 50 Jahre später kamen die Pistazien in den USA als Snack auf den Markt. Die bekanntesten Pistazien kommen aus dem Iran, aus Kalifornien, der Türkei und Syrien.15 In Europa sind Griechenland (z.B. Ägina, Salamina, Euböa etc.), Italien (Sizilien) und Spanien (Andalusien) die grössten und interessantesten Anbaugebiete für Pistazien.

Anbau im Garten oder als Topfpflanze:

Pistazien sind bedingt winterhart und gedeihen nur in sehr milden Lagen. Eine Bepflanzung im Kübel ist in der kalten Jahreszeit fast nur im Wintergarten (um die 18 °C) möglich. Neben der Vermehrung über Samen lassen sich Pistazien auch durch Stecklinge von jungen Trieben vermehren. Wichtig ist es, beide Geschlechter zu ziehen, denn nur dann kann man in 3-4 Jahren die kleinen Früchte ernten. Allerdings kann man auch männliche Zweige auf eine weibliche Pflanze pfropfen. Staunässe bekommt dem Pistazienbaum nicht gut, Trockenheit hingegen ist für kurze Zeit kaum ein Problem.

Anbau - Ernte:

Pistazienbäume wachsen bis zu 12 m hoch und ihre Lebensdauer ist mit 200-300 Jahren beachtlich. Aufgrund der Zweihäusigkeit der Pflanzen sind immer männliche und weibliche Exemplare auf den Plantagen zu finden. Aber auch das Pfropfen von männlichen Pflanzenteilen auf weibliche Pflanzen ist im Plantagenanbau üblich. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind.

Der Pistazienbaum trägt meist nur alle 2 Jahre üppig Früchte (Mastjahre). Das Klima hat in den Mastjahren einen entscheidenden Einfluss auf den Ertrag. Obwohl die Bäume nicht als winterhart gelten, tragen Winter mit kühlen Temperaturen (um 7 °C) zu einer ertragreichen Ernte bei. Niedrige Temperaturen brechen in diesem Fall die Knospenruhe (Keimruhe, Samenruhe), nicht nur die Langtagbedingungen (Licht). Allzu milde Winter und starke Regenfälle können den Ertrag negativ beeinflussen.3

Wann sind Pistazien reif? Die Frucht entwickelt sich im Lauf des Monats Juli und ist im September reif zur Ernte. Die konventionelle Lese der Pistazien erfolgt als ganze Traubenbündel von Hand. Nach der Enthäutung (rosige Fruchthülle) durch Wässern lässt man die Steinfrüchte meist an der Sonne trocknen. Um eine endgültige Schalenspaltung zu erreichen, wässert man die Pistazien nach, bevor man sie zum zweiten Mal trocknet und anschliessend sortiert und lagert. Für den Export erfolgt das Trocknen meist in Trocknungsanlagen (ca. 24 Stunden) und danach lagert man die Steinfrüchte in Silos oder verarbeitet sie gleich weiter (rösten und salzen).15

Auch sind mechanische Baumrüttler mit Auffangeinrichtungen im Einsatz. Insbesondere in Kalifornien setzt man diese seit 1976 bei der Ernte von Pistazien ein.3

Tierschutz - Artenschutz - Tierwohl:

Der Pistazienbaum (Pistacia vera) ist in der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN von 2007 als beinahe gefährdet (near threatened) aufgeführt. Als Begründung für die Gefährdung nennt IUCN die Überweidung und übermässige Fruchtnutzung.

Allgemeine Informationen:

Der immergrüne Pistazienbaum (Pistacia vera) gehört zur Gattung Pistazien (Pistacia) aus der Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae). Zur selben Familie gehört auch die Cashewnuss. Um Pistacia vera von anderen Arten zu unterscheiden, nennt man sie auch Echte Pistazie. Botanisch betrachtet gehören die Pistazien nicht zu den echten Nussfrüchten, sondern zu den Steinfrüchten (engl. drupes) - ebenso Mandeln, Macadamianüsse (je nach wiss. Auffassung) oder Cashews.21 In einem nicht streng botanischen Kontext bezeichnet man sie aber der Einfachheit halber gern als Nüsse, auch in medizinischen Studien.9

Die Bezeichnung "Pistazie" kommt vom persischen Wort peste, das man auf das mittelpersische Wort pistag zurückführt. Als pistacia übernahm man es ins Lateinische und dann ins Deutsche.

Alternative Namen:

Die Pistazienkerne nennt man auch Alepponüsse oder Pistazienmandeln.4 Den Ehrennamen "grüne Mandeln" gab man ihnen, da die grünen Kerne die kostbarsten sind.10 Die Pistazie ist manchmal auch als "lachende Nuss" bekannt.

Im Englischen nennt man die Pistazie pistachio, pistachio nut, pistache, green almond.

Stichworte zur Verwendung:

Das Holz des Pistazienbaums ist schön hell-dunkel gefärbt, hart, schwer und gut bearbeitbar. Daher ist es in Drechslereien und im Kunsthandwerk durchaus beliebt: Man macht daraus gerne Messergriffe.3

Die Kerne dienten in der Vergangenheit als Färbemittel und man setzte sie als Heilmittel bei vielen Krankheiten ein (z.B. Zahnschmerzen, Leberzirrhose).

Literatur - Quellen:

CLICK FOR: 21 Quellenangaben

In der Wissenschaft ist Wikipedia als Quelle umstritten, auch weil bei Wikipedia Angaben zur zitierten Literatur bzw. zu Autoren häufig fehlen oder nicht verlässlich sind. Unsere Piktogramme für Nährwerte enthalten kcal.

  1. Alamprese C et al. Effects of roasting conditions on hazelnut characteristics in a two-step process. Journal of Food Engineering. 2009.
  2. Schlörmann W et al. Influence of roasting conditions on health-related compounds in different nuts. Food Chemistry. 2015;180.
  3. Wikipedia Pistazie.
  4. Schneider E. Nutze die Heilkraft unserer Nahrung. Band 1. Saatkorn: Hamburg. 1985.
  5. USDA United States Department of Agriculture.
  6. Brücher H. Tropische Nutzpflanzen: Ursprung, Evolution und Domestikation. Berlin: Springer-Verlag. 1977.
  7. American Association for Cancer Research. Pistachios may reduce lung cancer risk. ScienceDaily. 2009.
  8. Gebauer SK, West SG et al. Effects of pistachios on cardiovascular disease risk factors and potential mechanisms of action: a dose-response study. 2008;88(3).
  9. Tey SL, Brown R, Chrisholm A. Nuts and heart health. Evidence paper. Heart Foundation. University of Otago. 2012.
  10. Roger JDP. Heilkräfte der Nahrung. Ein Praxishandbuch. Advent-Verlag: Zürich. 2006.
  11. Hallberg L, Brune M, Rossander L. The role of vitamin C in iron absorption. International Journal for Vitamin and Nutrition research. 1989;30.
  12. Lukac H et al. Influence of roasting conditions on the acrylamide content and the color of roasted almonds. Journal of Food Science. 2007;72(1).
  13. Zhang G et al. Acrylamide formation in almonds (Prunus dulcis): influences of roasting time and temperature, precursors, varietal selection, and storage. Journal of Agricultural and Food Chemistry. 2011;59(15).
  14. Amrein TM et al. Acrylamide in roasted almonds and hazelnuts. Journal of Agricultural and Food Chemistry, 2005;53(20).
  15. Pini U. Das Bio-Food Handbuch. Ullmann: Hamburg, Potsdam. 2014.
  16. Medizinische Universität Wien. FWF Wissenschaftskommunikationsprojekt Nahrungsmittelallergie. Die 14 wichtigsten Allergene.
  17. Mattes RD, Dreher ML. Nuts and healthy body weight maintenance mechanisms. Asia Pac J Clin Nutr. 2010;19(1).
  18. Honselman CS, Painter JE et al. In-shell pistachio nuts reduce caloric intake compared to shelled nuts. Appetite. 2011;57(2).
  19. Kennedy-Hagan K, Painter JE et al. The effect of pistachio shells as a visual cue in reducing caloric consumption. Appetite. 2011;57(2).
  20. Baer DJ, Gebauer SK, Novotny JA. Measured energy value of pistachios in the human diet. Br J Nutr. 2012;107(1).
  21. Armstrong WP. 2008b. Fruits called nuts. Waynesword. Palomar College Arboretum. Retrieved November 2, 2008.
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