Inhaltsverzeichnis
Der Granatapfel bzw. die Grenadine (Punica granatum) ist eine Frucht, die als Superfood viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Die roh essbaren Granatapfelkerne, die auch in Bio-Qualität erhältlich sind, machen sich besonders gut in verschiedensten Salaten und Desserts.
Verwendung in der Küche
Ist Grenadine Obst? Der Granatapfel oder die Grenadine ist eine Frucht, deren essbarer Teil die von rotem, saftigem Fruchtfleisch umhüllten Kerne im Inneren der Frucht bilden. Die harte Schale und die weissen Häutchen zwischen den Kernen sind ungeniessbar.
Lässt sich Granatapfel roh essen? Die Granatapfelkerne schmecken hervorragend im Rohzustand. Sie überzeugen durch ein erfrischend süss-säuerliches Aroma mit einer dezent herben Note.
Was ist Grenadine? Grenadine und Granatapfel bezeichnen ein und dasselbe. Doch aufgepasst: Mancherorts ist Grenadine gleichbedeutend mit Grenadinesirup.
Das Herauslösen der Kerne aus der Frucht verursacht ein wenig Aufwand. Dafür am besten ein keilförmiges Stück am Kelchansatz herausschneiden und anschliessend die Frucht über einer Schüssel auseinanderbrechen. Dabei fallen viele Kerne heraus. Die restlichen Kerne lassen sich durch Herausbrechen mit den Fingern lösen. Alternativ mit einem Nudelholz, Löffel oder Ähnlichem auf die Rückseite der Fruchthälften schlagen und die Kerne rausklopfen. Die bitteren, hellen Zwischenhäute unbedingt entfernen. Wer Spritzer vermeiden möchte, kann die Frucht in einer Schüssel Wasser entkernen. Ein weiterer Vorteil dieser Methode besteht darin, dass die Kerne nach unten sinken, während die Häutchen oben aufschwimmen und sich so einfach entfernen lassen.
Die Kerne eignen sich wunderbar als Dekoration für jegliche vegetarische und vegane Gerichte, verfeinern aber auch geschmacklich so manches Rezept. Besonders empfehlenswert sind verschiedenste Salate mit Granatapfelkernen: mit anderen Früchten wie z.B. Birnen und Orangen kombiniert und angerichtet auf Kopfsalat, Feldsalat oder Spinat, oder mit orientalischen Gewürzen und Kräutern (z.B. Kardamom, Zimt, Kurkuma, Muskat, Koriander, Marokkanische Minze) auf Couscous oder Quinoa. Auch Reis-Bowls, sogenannte Buddha-Bowls, lassen sich mit Granatapfelkernen bereichern. Ausserdem machen sich die Kerne hervorragend in fruchtigen Dessert-Kreationen wie Obstsalaten, Shakes, Kuchen und Torten. In Müeslis (z.B. Erb-Müesli), Smoothie-Bowls, auf veganem Milchreis oder als Topping von Pfannkuchen finden sie bei einem ausgiebigen Frühstück oder Brunch beste Verwendung.
Neben den Kernen gewinnt auch Granatapfelsaft an Beliebtheit. Die eigene Herstellung aus der Frucht gelingt ganz einfach durch das Halbieren und anschliessende Auspressen – beispielsweise mithilfe einer Zitruspresse. Der frische Saft eignet sich pur, zum Mischen gesunder Saft- oder Smoothiekombinationen sowie als Bestandteil fruchtiger Salatdressings.
Lässt sich aus Grenadine Sirup herstellen? Der Grenadine-Saft eignet sich hervorragend zur Verarbeitung von Granatapfelsirup oder Grenadinesirup, einer beliebten Zutat für den berühmten Cocktail "Tequila Sunrise". Heutzutage unterscheidet man Granatapfelsirup von Grenadinesirup, da Grenadinesirup eine Mischung aus verschiedenen Beeren sein kann und oft Fruchtaromen, Vanille, Farbstoffe und Konservierungsmittel enthält, während der Granatapfelsirup grundsätzlich nur aus Granatapfelsaft und Zucker besteht.
Veganes Rezept für sommerlichen Avocado-Granatapfel-Salat
Zutaten (für 4 Personen): 4 Avocados (reif), 1 Granatapfel (roh, bio), ½ Bund Minze, 1 Zitrone, 2 Knoblauchzehen, 3 EL Tahin, 125 ml veganer Joghurt (z.B. Sojajoghurt), 30 ml Wasser, ½ TL Salz, ¼ TL Kreuzkümmel (gemahlen), ¼ TL Pfeffer, 1 Prise Cayennepfeffer, 1 Prise Koriandersamen (gemahlen).
Zubereitung: Zitrone auspressen. Knoblauchzehen schälen und ebenfalls pressen. Tahin mit veganem Joghurt, Wasser, der Hälfte des Zitronensafts, Knoblauch und Salz vermischen. Kreuzkümmel, Pfeffer, Cayennepfeffer sowie Koriander hinzufügen und gut verrühren. Dressing zudecken und an einem kühlen Ort kurz ziehen lassen. Minze abspülen, trocken schütteln und grob hacken. Avocados halbieren, Kerne entfernen und von der Schale trennen. Die Avocadohälften quer in dünne Scheiben schneiden und mit etwas Zitronensaft beträufeln. Granatapfel aufschneiden und Kerne herauslösen. Avocadoscheiben auf Tellern anrichten, Tahin-Joghurt-Dressing darübergeben und Granatapfelkerne darauf verteilen. Den sommerlichen Salat aus Avocado und Grenadine (vegan) mit Minze bestreuen und servieren. Wer möchte, kann ihn noch mit einer Handvoll Nüssen oder Pistazien garnieren.
Vegane Rezepte mit Granatapfel finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".
| Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen: Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler. |
Einkauf - Lagerung
Die meisten Supermärkte wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer und Billa haben Granatäpfel im Angebot. Oftmals gibt es dort nicht nur die ganze Frucht, sondern auch verzehrbereite, abgepackte oder tiefgekühlte Granatapfelkerne. Auch Bio-Supermärkte (z.B. Alnatura, Denn's Biomarkt) führen die Grenadine oder deren Kerne in Bio-Qualität (bio). Wer einen orientalischen oder türkischen Gemüseladen in der Nähe hat, findet die Granatäpfel mit grosser Wahrscheinlichkeit auch dort. Zwischen August und Dezember haben Granatäpfel in Ländern wie Spanien, Israel und der Türkei ihre Hauptsaison.19
Die Verfügbarkeit von Granatäpfeln ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.
Tipps zur Lagerung
Granatäpfel sind gut lagerbar, da sie nach der Ernte nicht mehr nachreifen. Eine Aufbewahrung bei Zimmertemperatur ermöglicht eine Haltbarkeit von etwa zwei bis drei Wochen. Im Kühlschrank hält sich die Frucht sogar bis zu mehreren Monaten. Die herausgelösten Granatapfelkerne lassen sich in einem luftdicht verschliessbaren Behälter einige Tage im Kühlschrank aufbewahren. Alternativ ist auch das Einfrieren möglich, was die Haltbarkeit auf Monate verlängert.
Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien
Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.
Granatäpfel (roh) enthalten 83 kcal pro 100 g, die vorwiegend aus Kohlenhydraten stammen. Von den 19 g Kohlenhydraten entfallen rund 14 g auf Zucker. Zudem enthalten Granatäpfel 1,7 g Eiweiss, 1,2 g Fett und 4 g Ballaststoffe pro 100 g.2
Enthält Granatapfel Vitamin K? Rohe Granatäpfel weisen 16 µg Vitamin K pro 100 g auf - das macht 22 % des Tagesbedarfs aus. Vergleichbare Mengen haben Heidelbeeren und Brombeeren. Besonders viel Vitamin K ist mit 830 µg/100g in Mangold enthalten. Eine Frucht, die bedeutend mehr des Vitamins aufweist, ist die Kiwi (40 µg/100g).2
Folat (Folsäure) ist in der rohen Grenadine zu 38 µg/100g enthalten (19 % des Tagesbedarfs). Mango und Papaya beinhalten ähnlich viel. Sehr viel Folat weisen Edamame (303 µg/100g) auf. Bei den Früchten hat die Avocado mit 81 µg/100g die meiste Folsäure.2
Der Gehalt an Vitamin C (Ascorbinsäure) beträgt 10 mg pro 100 g (13 % des Tagesbedarfs). Dieser ist vergleichbar mit demjenigen von Aprikosen, Avocados und Preiselbeeren. Sanddornbeeren enthalten mit 450 mg/100g das 45-fache an Vitamin C.2
Die gesamten Inhaltsstoffe des Granatapfels, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.
Wirkungen auf die Gesundheit
Verschiedene Teile des Granatapfels wie Blätter, Samen und Wurzeln enthalten grosse Mengen an Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und Kohlenhydraten. Die Samen liefern zudem Alpha-Linolensäure, Linolsäure, Ölsäure sowie weitere Fettsäuren mit zahlreichen ernährungsphysiologischen Eigenschaften.22
Besonders hervorzuheben sind der Gehalt an Vitamin C und B-Vitaminen. Vitamin C wirkt als Antioxidans, schützt die Zellen vor Schäden und unterstützt das Immunsystem.18
Ist Granatapfelsirup gesund? Wie andere Sirupe enthält auch Granatapfelsirup viel Zucker. Daher ist ein massvoller Genuss ratsam.
Sekundäre Pflanzenstoffe
Viele gesundheitliche Wirkungen von Granatapfel kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen. Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.
Granatapfel enthält u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:22
- Isoprenoide: Tetraterpene und -terpenoide (Carotinoide), Sterole, Steroide (Glycoside)
- Polyphenole: Tannine (Ellagsäure); Phenolsäuren: Hydroxybenzoesäuren (Gallussäure), Hydroxyzimtsäuren (Kaffeesäure); Flavonoide (Anthocyane), Flavanole (Catechin)
- Alkaloide
Die verschiedenen phenolischen Verbindungen im Granatapfel wirken laut Studien stark antibakteriell, antioxidativ, antiviral und entzündungshemmend.22 Die enthaltenen Antioxidantien finden bei der Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atherosklerose, Kognitionsstörungen, Infektionskrankheiten und Krebs Verwendung.6,7,8 Den enthaltenen antioxidativen Flavonolen wies man nach, die Aktivität von Proteinen, welche Entzündungen wie Arthritis verursachen, zu verringern und so die Gesundheit der Gelenke zu fördern.8
Die Grenadine gilt als antimikrobielle und antiparasitäre Frucht5,6 und soll bei Darmbeschwerden wie z.B. bei infektiösem Durchfall,22 Blähungen oder Darmkoliken Erleichterung verschaffen7. Auch der tägliche Verzehr von Granatapfelprodukten senkt die Werte des prostataspezifischen Antigens bei Männern - ein erhöhter Wert steht mit einem grösseren Risiko für Prostatakrebs in Zusammenhang.8 Zudem zeigt der Granatapfel eine unterstützende Verbindung bei der Behandlung weiterer Krebsarten wie Lungenkrebs und Hautkrebs.24
Das metabolische Syndrom beschreibt das gemeinsame Auftreten mehrerer kardiometabolischer Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen (z.B. erhöhte Triglyceridwerte) und Zuckerstoffwechselstörungen (z.B. erhöhter Blutzucker). Aufgrund seiner fettleibigkeitshemmenden, antidiabetischen und blutdrucksenkenden Eigenschaften, eignet sich der Granatapfel als ergänzende Unterstützung zur Kontrolle verschiedener Komponenten des metabolischen Syndroms.3,4,5,22
Granatapfelextrakt zeigt auch potenzielle positive Effekte auf die weibliche Gesundheit, unter anderem bei Fruchtbarkeit, der Regulierung des Menstruationszyklus, Schwangerschaftsunterstützung sowie bei entzündlichen Prozessen im Zusammenhang mit dem Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS).18
Darüber hinaus gilt die Frucht als pharmazeutischer Nahrungsmittelbestandteil zur unterstützenden Behandlung des erworbenen Immunschwächesyndroms (HIV/AIDS).6
Eine Untersuchung fand zudem heraus, dass getrocknete und pulverisierte Granatapfelschalen das Wachstum von Candida albicans, einem Hefepilz, der unter anderem Mund- und Schleimhautinfektionen verursacht, stark hemmen kann.18
Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen
In den zahlreichen Studien über die Inhaltsstoffe und bioaktiven Substanzen des Granatapfels zeigten sich keine schädlichen Nebenwirkungen.9 Beim Verzehr von Granatapfelkernen können jedoch Allergien auftreten.11
Granatapfelfrüchte sind nicht giftig, jedoch Wurzeln und Rinde der Pflanze.10
Die Schale und die weisse Schicht im Innern des Granatapfels sind ungiftig, jedoch bitter und lösen in grösseren Mengen Verdauungsbeschwerden aus.
Verzehrfertig abgepackte Granatapfelkerne gewinnen immer mehr an Beliebtheit. Das Risiko einer Kontamination mit Erregern lebensmittelbedingter Krankheiten ist bei diesen Produkten durch die vermehrten Arbeitsschritte erhöht (Vorbereitung und Verpackungsprozess). Daher empfiehlt sich ein gründliches Abwaschen der Kerne mit klarem Wasser.11
Volksmedizin - Naturheilkunde
Die Rinde, Wurzel und gekochte Schale galten früher als beliebtes Mittel gegen Bandwürmer.12 In der traditionellen iranischen Medizin finden fast alle Teile der Pflanze Verwendung - z.B. für die Behandlung von Problemen der Atemwege, der Verdauung, des Herz-Kreislauf-Systems und des Stoffwechsels.4 Auch die Volksmedizin einiger Regionen (z. B. in Marokko, Indien und Südasien) nutzt Granatapfel zur Behandlung von Diabetes.3
Granatapfelsaft und andere Extrakte aus seinen Bestandteilen unterstützen die Wundheilung, lindern Schmerzen, verkürzen die Heilungsdauer, verbessern die Epithelisierung, fördern die Bildung von Proteinen und DNA und stimulieren die Kollagen- sowie Fibroblastenproduktion. Gleichzeitig unterstützt der Granatapfel die Eliminierung von Mikroorganismen, die Infektionen verursachen.24
In der chinesischen und der traditionellen indischen Medizin dient er als antiparasitäres und entzündungshemmendes Mittel und kommt entsprechend bei der Wundheilung sowie bei der Behandlung von Geschwüren zum Einsatz. In der antiken griechischen Medizin findet er Verwendung bei der Behandlung von Mundgeschwüren, während der Granatapfel im alten Rom zur Behandlung von Durchfall und Bandwurminfektionen diente. In der iranischen Medizin kommen Granatapfelextrakte bei der Behandlung von Wunden, Schnittverletzungen und Ödemen zum Einsatz.24
Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl
Der ökologische Fussabdruck von Granatäpfeln ist abhängig vom Herkunftsland, der Art des Transportes sowie der Anbauweise. Flugobst weist etwa einen deutlich erhöhten CO2‑Fussabdruck auf als Ware, deren Transport auf dem Landweg erfolgt.20 Entsprechend sollte man beim Einkauf auf das Herkunftsland achten, aber auch die Anbauweise ist von Bedeutung. Im biologischen Landbau (bio) wachsen die Früchte ohne das Einwirken von synthetischen Düngern und chemischen Pestiziden heran. Zudem erhalten sie auch keine künstliche Haltbarmachung vor dem Versand in die Importländer, wie bei konventionellen Früchten üblich.16
Nach dem Pflücken der Granatäpfel lagern sie bis zum Verkauf oder Transport in Lagerhäusern. Vor der nächsten Station erfolgt die Selektion der für den Handel geeigneten Früchte, andere gelangen nicht in den Verkauf. Gründe dafür sind etwa eine Verfärbung der Schale aufgrund von Sonnenbrand, Druckstellen oder Abweichung von der Normgrösse. Geschätzt kommt es so zum Verlust von bis zu 224'000 Tonnen Ware weltweit, für deren Produktion bis zu 107,9 Millionen kg CO2eq anfallen. Der Wasserfussabdruck der aussortierten Ware beträgt etwa 204,5 Millionen Liter.21
Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?
Tierschutz - Artenschutz
Die Biodiversität nimmt weltweit stark ab, und die Landwirtschaft ist dabei einer der wichtigsten Gründe. Besonders intensive Anbaumethoden wie Monokulturen, der Einsatz von Pestiziden und starke Bodenbearbeitung schaden vielen Arten. Dadurch werden wichtige natürliche Prozesse wie Bestäubung, Nährstoffkreisläufe und die Stabilität von Ökosystemen beeinträchtigt.
Als Gegenmassnahme entstehen nachhaltigere Anbaumethoden wie regenerative oder ökologische Landwirtschaft. Diese arbeiten weniger intensiv und können die Artenvielfalt in vielen Fällen fördern.
Eine grosse Auswertung von 331 Studien zeigt, dass solche alternativen Anbaumethoden im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft insgesamt meist positive Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen haben. Allerdings gibt es keine einzelne Methode, die alle Arten gleichzeitig fördert. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass eine vielfältigere und weniger intensive Landwirtschaft wichtig ist, um die Biodiversität langfristig zu schützen.23
Weltweites Vorkommen - Anbau
Der Granatapfel ist eine der ersten domestizierten Früchte und stammt aus dem Iran und den angrenzenden Ländern. Heutzutage ist er in der Region vom Iran bis zum Himalaya in Nordindien beheimatet. Seine Kultivierung erfolgt zudem im Nahen Osten, in Asien, im Mittelmeerraum, in den USA (v.a. in Arizona und Kalifornien) und klimatisch milderen Regionen Afrikas.3,6
Der Anbau des Granatapfels erfolgt seit rund 4000 Jahren überwiegend aufgrund seiner medizinischen Eigenschaften und gesundheitsfördernden Wirkungen.22
Die wichtigsten Produktionsländer sind der Iran und Indien, während in Europa insbesondere Spanien als Hauptlieferant frischer Granatäpfel gilt.3,6
Wild zu finden
Wilde Granatapfel-Pflanzen sind gut an verschiedene klimatische Bedingungen angepasst und haben daher eine grosse geografische Verbreitung. Wilder Granatapfel kommt an der Küste des Kaspischen Meeres sowie in den Wäldern im Norden Irans vor. Der Baum trägt kleine, saure Früchte, die lokal als "Golnar" bekannt sind, was "Granatapfelblüte" bedeutet.13 Auch in Afghanistan, Pakistan, Zentralasien und in den westlichen Himalaya-Regionen Indiens kommt er wild vor.1
Da die Kultivierung des Granatapfels im Mittelmeergebiet bereits in der Antike stattfand, findet sich dort nun auch die verwilderte Form. Sie prägt in einigen Regionen das Landschaftsbild.14
Anbau - Ernte
Granatapfelpflanzen gehören zu den ältesten und beliebtesten Kübelpflanzen. Seit Beginn des 16. Jahrhunderts waren sie repräsentative Zierpflanzen der fürstlichen Orangerien. Ausserdem gibt es zahlreiche Kulturformen, die vor allem wegen ihrer schönen Blüten beliebt sind.14 Der Granatapfel ist ein 1,5 bis 5 m hoher Strauch oder Baum mit dornigen Ästen und glänzenden Blättern, der in gemässigten Regionen sommergrün und in kalten Regionen immergrün erscheint. Die Pflanze kann sich an ein breites Spektrum von Klimabedingungen und Bodentypen anpassen. Allerdings sind die Pflanzen empfindlich gegenüber Böden mit geringer Drainage, sodass ihr Wachstum unter solchen Bedingungen gering ist und die Produktqualität abnimmt. Die beste Bodenbeschaffenheit für den Anbau von Granatäpfeln ist tiefer, sandiger Lehmboden. Das höchste Wachstum und die beste Produktqualität zeigen sich in Regionen mit heissen und langen Sommern.6 Da Granatäpfel eine gewisse Resistenz gegen zeitweilige Trockenheit und Bodenversalzung aufweisen, können sie auch in Randzonen von Bewässerungskulturen gedeihen.15
Da Granatäpfel frostempfindlich sind, erfolgt die Kultivierung in unseren Breiten meist als Kübelpflanze an sonnigen und geschützten Plätzen auf der Terrasse oder im Wintergarten. Das Auspflanzen im Freiland ist nur mit kältetoleranten Kultursorten und mildem Klima möglich - am besten in einem geschützten Innenhof oder vor einer sonnigen Hausmauer. Die Erde sollte locker und durchlässig sein und einen hohen mineralischen Anteil (z.B. aus Lavasplitt, Sand, Blähton) aufweisen. In der Hauptwachstumszeit im Sommer erfordert die Pflanze regelmässiges Giessen – Staunässe und längere Trockenheit gilt es jedoch zu vermeiden. Kübelpflanzen brauchen ein Umtopfen, sobald der Kübel vollständig durchwurzelt ist – idealerweise im Frühjahr vor dem Neuaustrieb mit frischem Substrat. Im Winter verträgt der Granatapfel Frost bis -5 °C (kurzzeitig -10 °C) und kann daher gut in unbeheizten Gewächshäusern, Garagen oder Geräteschuppen überwintern. Ab März oder April kann die Pflanze wieder nach draussen.14
Die Pflanze bildet nur in ganz heissen Sommern oder im Wintergarten Früchte aus. Essenziell dafür sind viel Sonnenschein und ein optimaler Standort. Bis zur ersten Blüte kann es zudem fünf Jahre dauern.14 Die rötlichen Fruchtkapseln haben einen Durchmesser von 5-20 cm und wiegen ca. 200 bis 800 g.6 Die Ernte dauert je nach Region zwischen Juli und Oktober. Da die Frucht nach dem Pflücken nicht nachreift, ist eine vollreife Ernte notwendig. Die Grenadine ist erntereif, wenn sie beim Anklopfen ein metallisches Geräusch macht.11
Weiterführende Informationen
Der Granatapfel (Punica granatum) gehört zur Familie der Weiderichgewächse (Lythraceae) und zur Gattung Punica, die zwei Arten umfasst: Punica granatum (essbar) und Punica protopunica (ungeniessbar).6
Der Granatapfel galt in vielen alten Kulturen als ein Symbol für Gesundheit, Fruchtbarkeit und Wiedergeburt. Erwähnungen der Frucht finden sich in der Bibel, im Koran sowie in buddhistischen und chinesischen Lehren. Der Name Punica granatum nimmt Bezug auf die Herkunft der Frucht (lat. Punicus, -a, -um = aus Punien, dem heutigen Tunesien14) und auf die einzelnen Körner (lat. granatus = körnig)17 im Inneren. Es existieren sowohl die Verbindung malum granatum (lat. malum = Frucht, Apfel) als auch punicum malum granatum (punischer körniger Apfel) oder nur granatum (Granatapfel).
Alternative Namen
Der Granatapfel trägt auch die Bezeichnung Grenadine. Paradiesapfel und Margramapfel sind weitere Alternativnamen. Häufig schleichen sich falsche Schreibweisen ein (z.B. Grenadine Frucht, Frucht Grenadine, Grnatapfel, Gernadine, Gerandine, Grenandine, Grenadin, Geadine, Granadine).
Im Englischen heisst der Granatapfel pomegranate.
Sonstige Anwendungen
Neben den gesundheitlichen Eigenschaften eröffnet der Granatapfel auch vielseitige Anwendungsmöglichkeiten in Landwirtschaft und Industrie.
Kompostierung: Granatapfelschalen verbessern die Bodenfruchtbarkeit, fördern das Pflanzenwachstum und verringern den Bedarf an chemischen Düngemitteln. Zusätzlich zeigen sie antifungale Eigenschaften gegen bodenbürtige Krankheitserreger.22
Tierfutter: Granatapfelschalen enthalten Polyphenole und antioxidative Verbindungen wie Ellagitannine, die als Futtermittelzusatz die Verdauung, Nährstoffaufnahme sowie das Wachstum von Nutztieren unterstützen können. Zudem zeigen sie positive Effekte auf den oxidativen Stress und den Stoffwechsel in der Tierernährung.22
Natürliche Farbstoffe: Granatapfelschalen liefern natürliche, ungiftige Farbstoffe für die Textilindustrie. Die enthaltenen Polyphenole fördern antibakterielle Eigenschaften und schützen Stoffe zusätzlich vor UV-Strahlung.22 Die Schale und der Saft des Granatapfels dienten bereits früher als traditionelle Farbstoffe für Textilien, insbesondere für Wollgarn und Orientteppiche.13 Auch die Römer nutzten die Frucht aufgrund ihres hohen Polyphenolgehalts zum Gerben von Leder.3
Kosmetikindustrie: Heute findet der Granatapfel in zahlreichen Kosmetikprodukten Verwendung.3 Extrakte aus Granatapfelschalen und -samen besitzen antioxidative, entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften. Sie unterstützen die Hautgesundheit, schützen vor UV-Strahlung und fördern Anti-Aging-Effekte.22
Biogasproduktion: Granatapfelschalen dienen als nachhaltiger Rohstoff zur Herstellung von Biogas und Aktivkohle. Die organischen Rückstände liefern erneuerbare Energie und unterstützen eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft.22
Literaturverzeichnis - 24 Quellen (Link zur Evidenz)
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| 9. | * The interbacterial coaggregations and these bacterial interactions with yeasts are related to the maintenance of oral microbiota. It is indicated that dried, powdered pomegranate peel shows a strong inhibition of C. albicans with a mean zone of 22 mm.[55] In another study, the antiplaque effect of pomegranate mouth rinse has been reported.[56] In addition, hydroalcoholic extract of pomegranate was very effective against dental plaque microorganisms (84% decrease (cfu/ml)). Narratives Review DOI: 10.4103/2277-9175.129371 Study: weak evidence | Zarfeshany A, Asgary S et al. Potent health effects of pomegranate. Adv Biomed Res. 2014;3:100. |
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| 18. | * Pomegranate is rich in vitamins, including vitamins C and B [57]. Vitamin C, an antioxidant, safeguards cells from damage and supports the immune system [58]. The fruit contains essential minerals, including potassium and copper, crucial for bodily functions. Narratives Review DOI: 10.3390/life14101264 Study: weak evidence | Jang JY, Kim D et al. Therapeutic Potential of Pomegranate Extract for Women's Reproductive Health and Breast Cancer. Life (Basel). 2024;14(10):1264. |
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| 22. | * "Industrial uses of pomegranate by products" "SP" A wide range of phytochemicals, polysaccharides, vitamins, minerals, and carbohydrates are present in high amounts in various parts of pomegranate fruit such as the leaf, seed and root. The seeds of pomegranate contain alpha-linolenic acid, linoleic acid, oleic acid, and fatty acids that have many nutraceutical properties. These components exhibit potent antibacterial, antioxidant, anti-inflammatory, antidiarrheal, antidiabetic, antiviral, and anti-obesity properties, help to protect from many other health-related issues. Clinical trials have shown significant results combating chronic diseases due to their therapeutic effects. These bioactive compounds are also and beneficial for many traditional uses, such as prevent cancer, diabetes, heart problems, and many other diseases. Over the past 4,000 years, pomegranate has primarily been cultivated for its medicinal activities and health-improving effects. "Animal Feed" Narratives Review DOI: 10.3389/fnut.2025.1528897 Study: weak evidence | Noreen S, Hashmi B et al. Phytochemicals and pharmacology of pomegranate (Punica granatum L.): nutraceutical benefits and industrial applications: a review. Front Nutr. 2025;12:1528897. |
| 23. | * Biodiversity is declining at an unprecedented pace around the world, with current estimates that around 5% of all species will be lost every ten years1. The main driver of biodiversity loss is agriculture1, both through intensification of existing agricultural land and expansion of agriculture into pristine ecosystems2,3. With a growing and wealthier population, food demand will further increase, accentuating the negative impacts on biodiversity2,3. The severe impact of agriculture on biodiversity stems from the intensification of agricultural practices in recent decades to increase yields to the detriment of other key ecosystem services, such as pollination, nitrogen cycling, carbon storage or resistance to drought4. Globally, these intensive practices, such as pesticide use, intensive tillage, and monocultures, have also been used in a similar fashion3 across biomes and climatic zones. [..] Our review is the first road map of the literature identifying the impacts of agricultural practices on seven major species groups across biomes. We systematically reviewed 331 studies, resulting in 2538 data records representing unique combinations of settings (synchronicity of practices, location) and practices per species and/or taxa. We first (i) retrieved agricultural practices with documented impacts on biodiversity from the literature. We then (ii) assessed the qualitative impact (generally categorized as positive, negative or neutral) of each of these practices on each of the taxa in comparison to intensive practices. Lastly, we (iii) assessed whether the impacts of agricultural practices on biodiversity varied across biomes. Our findings show that no single practice enhances all taxonomic groups, but that alternative, less intensive agricultural practices are often beneficial to global biodiversity when compared to intensive conventional practices. Systematisches Review DOI: 10.1038/s44185-023-00034-2 Study: strong evidence | Cozim-Melges F, Ripoll-Bosch R et al. Farming practices to enhance biodiversity across biomes: a systematic review. npj biodivers. 2024;3(1):1. |
| 24. | * Wound healing is a complex process. The pomegranate gets involved in the process through various biochemical pathways. The juice of the pomegranate and other extracts of its parts, its phytochemicals, accelerates the wound-healing process, manages pain, decreases the healing period, improves epithelialization, enhances protein and DNA, increases wound contraction, and stimulates collagen and fibroblast production. The pomegranate is also involved in the elimination of microbes that lead to infections. It is rich in polyphenols which are responsible for its anti-inflammatory, antimicrobial, and antioxidant effects; it is used in various systems of medicines and cultures. For example, in the Chinese system and Ayurvedic system of medicine, it is used as an antiparasitic and anti-inflammatory agent and therefore used in wound-healing and ulcer treatments. In ancient Greece, the pomegranate has been used for treating mouth ulcers. In Rome, it is believed that the juice extract is used in the treatment of diarrhea and tapeworms. In the Iranian system of medicine, the pomegranate extracts treat wounds, cuts, and edemas. Hence, the pomegranate extracts greatly help in healing ulcers by reducing the pathogenic count. The pomegranate is also known for its excellent anti-biofilm activities. Moreover, pomegranates are beneficial in the treatment of various types of cancers such as prostate cancer (PCa), lung cancer, and skin cancer. Narratives Review DOI: 10.7759/cureus.71510 Study: weak evidence | Mohan M, C A M et al. Review of Pharmacological and Medicinal Uses of Punica granatum. Cureus. 2024;16(10):e71510. |
| Wir haben Studien und Bücher zu Ernährung und Gesundheit nach folgenden 3 Evidenz-Kategorien markiert: grün=starke Beweiskraft, gelb=mittlere, violett=schwache. Die restlichen Quellen sind grau markiert. Eine ausführliche Erklärung finden Sie in unserem Beitrag: Wissenschaft oder Glaube? So prüfen Sie Publikationen. | ||















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