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Hanfsamen, geschält, roh, bio?

Rohe, geschälte Hanfsamen (Hanfnüsse) haben einen leicht nussigen Geschmack und enthalten alle essentiellen Aminosäuren. Bio-Qualität?
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Hanf (Cannabis) ist eine der ältesten Nutz- und Zierpflanzen der Welt. Aus dem kommerziell genutzten Industriehanf oder Nutzhanf (Cannabis sativa var. sativa) gewinnt man Hanfsamen, die häufig auch geschält im Handel erhältlich sind. Rohe Hanfnüsse sind reich an allen essentiellen Aminosäuren und im enthaltenen Öl ist das Verhältnis von Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren sehr günstig.

Verwendung in der Küche:

Geschälte Hanfsamen sind hellbeige bis weiss. Ungeschälte Hanfsamen haben eine braune bis grüngraue Farbe und sind manchmal auch unter dem Namen Hanfnüsse bekannt. In der geschälten Form sind sie bei Konsumenten meist beliebter, da sie zarter und feiner schmecken und aufgrund des geringeren Ballaststoffgehalts leichter verdaulich sind. Bei den geschälten Hanfsamen kommt der nussig-ölige Geschmack noch intensiver zur Geltung.

Hanfsamen eignen sich pur als Snack für zwischendurch, sie verfeinern Müslis, Smoothies und Shakes. Püriert geben sie einen hervorragenden Brotaufstrich her oder man macht Pesto daraus. Auch in Backwaren schmecken Hanfsamen oder sie aromatisieren als Topping Salate, Pasta, Getreidegerichte, Suppen oder Dressings. Auch das Erb-Müesli kann man hervorragend mit einem halben Esslöffel geschälten oder ungeschälten Hanfsamen bereichern.

Aus den geschälten Samen stellt man Hanfmehl, Hanfbutter (ähnlich der Erdnussbutter) oder Hanfsuppe her. Diese Hanfsamen sind aufgrund der entfernten Schale besonders praktisch für die Herstellung eines Hanfdrinks (Trinkhanf, Hanfmilch), dessen weisse Farbe an Milch erinnert. Wie schält man Hanfsamen? Zitat: Bei Hanfsamen Schale entfernen ist praktisch nur maschinell möglich.

Auch Hanföl, welches man durch Kaltpressverfahren gewinnt, schmeckt ausgezeichnet und ist sehr gesund, ist aber nicht zum Braten geeignet, da es nicht hitzestabil ist. Hingegen kann man Hanfsamen roh essen, besonders wenn Hanfsamen biologisch sind. Dies ob geschält oder ungeschält.

Veganes Rezept für Hanf-Porridge mit Hanfsamen:

Zutaten: 300 ml Mandelmilch, 8 EL geschälte rohe Hanfsamen, 3 EL geschrotete Leinsamen, 2 EL Chiasamen, 1 EL Ahornsirup.

Zubereitung: Man kocht alle Zutaten (ausser Ahornsirup) in einem Topf kurz auf und lässt die Masse so lange köcheln, bis das Porridge eine zähe Konsistenz hat. Um zumindest einen Teil der gesunden Inhaltsstoffe der (bio?) Hanfsamen zu erhalten, kann man einige Esslöffel mit Hanfsamen auch erst im Nachhinein hinzufügen. Je nach Geschmack kann man noch mit Ahornsirup süssen und danach geniessen. Dieses Porridge hat einen sehr geringen Kohlenhydratanteil und der Eiweissanteil ist besonders hoch.

Veganes Rezept für Hanfbutter aus Hanfsamen:

Für Hanfbutter benötigt man nur 300 g geschälte rohe Hanfsamen. Diese gibt man in einen Hochleistungsmixer und püriert sie so lange, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Je nach Wunsch kann man das Mus mit einem EL Hanföl und einer Prise Meersalz verfeinern. Hanfbutter schmeckt hervorragend als Brotaufstrich, eignet sich als Grundlage für Saucen, Dips oder Dressings oder als Zutat für Gebäck.

Für einen feinen Hanfdip gibt man zu 2 EL Hanfbutter 1 Avocado, 1-2 TL Miso-Paste, 1 EL Zitronensaft, Salz und Pfeffer. Dies püriert man in einem Mixer zu einer cremigen Paste.

Vegane Rezepte mit geschälten Hanfsamen finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben" (ganz unten oder nebenan).

Einkauf - wo kaufen?

Geschälte Hanfsamen sind bei vielen gängigen Supermarktketten wie Coop, Migros, Spar, Rewe, Edeka erhältlich. Denner, Volg, Aldi, Lidl, Hofer etc. bieten Hanfsamen meist nicht im Standardsortiment, zu Aktionen können Hanfsamen aber durchaus in den Regalen stehen. Auf jeden Fall findet man geschälte Hanfsamen, meistens in biologischer und manchmal auch in demeter-Qualität in Reformhäusern, Bio-Läden, Bio-Supermärkten (Denn's Biomarkt, Alnatura) und natürlich im Online-Shop.

Achten Sie beim Kauf auf das Herkunftsland, durch Subventionen findet man häufig auch europäisch angebaute Hanfsamen. Biologisch produzierte, nicht wärmebehandelte Hanfsamen sind zu bevorzugen.

Geschälte Hanfsamen sind nicht mehr keimfähig - bei ungeschälten Hanfsamen ist darauf zu achten, dass diejenigen aus dem EU-Ausland meist keimunfähig sind.

Wild zu finden:

Den wilden Hanf, Cannabis sativa var. spontanea, findet man beinahe in allen gemässigten bis tropischen Klimazonen in kultivierter und verwilderter Form. Wild-Hanf ist mit ca. 3 Metern etwas kleiner als der Kulturhanf und auch die Samen sind etwas kleiner.1 Wild gesammelten Hanf verwendete man vor ca. 30'000 Jahren in Georgien zur Faser-Herstellung.2

Lagerung:

Wie alle Samen sind auch Hanfsamen trocken, kühl und lichtgeschützt zu lagern. Geschälte Hanfsamen halten nach dem Öffnen ca. 3-4 Monate, im Kühlschrank bis zu einem Jahr. Ungeschälte sind deutlich länger haltbar (ca. 2 Jahre), sofern die Schale unbeschädigt bleibt.

Inhaltsstoffe - Nährwert - Kalorien:

Geschälte Hanfsamen haben mit 620 kcal/100g einen hohen Energiegehalt. Nicht nur der Fettanteil ist mit ca. 51 % beachtlich, sondern auch der Proteingehalt: Dieser liegt bei 34 %. Die Samen enthalten alle acht für den Menschen essentiellen Aminosäuren, somit sind sie als Proteinquelle besonders geeignet. Vor allem Proteine wie das Globulin Edestin sind enthalten und sehr leicht verdaulich, allerdings setzt der niedrige Lysinanteil die Proteinwertigkeit wieder etwas herab.3 Lysin ist aber in vielen Hülsenfrüchten, in Hirse oder Reis ausreichend vorhanden.

Das Öl aus geschälten Hanfsamen weist eine etwas hellere, durchsichtigere Farbe auf als jenes aus den ungeschälten Samen, da die Schale Chlorophyll enthält. Das äusserst hochwertige Öl besteht aus ca. 80 % mehrfach ungesättigten Fettsäuren, vor allem aus den essentiellen (essenziellen) Fettsäuren Linolsäure (Omega-6) und Alpha-Linolensäure (Omega-3). Mit einem Verhältnis von ca. 3:1 zwischen diesen beiden Fettsäuren gelten geschälte Hanfsamen als sehr gesund. Im Vergleich haben Leinsamen ein Verhältnis von 1:3,7, Chiasamen 1:3,3 und Lupinensamen 4,4:1. Sonnenblumenkerne haben z.B. mit 661:1 ein sehr ungünstiges Verhältnis.4

Nähere Informationen dazu finden Sie im Kästchenlink oben.

Hanfsamen beinhalten wertvolle Makro-Mineralstoffe wie z.B. Magnesium. Mit 284 mg/100g ist dieser Gehalt ähnlich hoch wie bei den Cashewnüssen (292 mg/100g). Auch die Helmbohne hat beinahe denselben Wert, aber ihre Samen sind roh nicht geniessbar. Getrocknetes Basilikum hat sogar 711 mg/100g und auch ungeschälte Hanfsamen stehen mit 700 mg deutlich höher. Magnesium ist unter anderem wichtig für den Erhalt von gesunden Knochen und Muskeln und für den Hormonhaushalt.4

Zudem enthalten geschälte Hanfsamen ca. 468 mg/100g Phosphor, ähnlich wie auch Pistazien und getrockneter Bärlauch. Auch hier sind ungeschälte Hanfsamen mit 1'900 mg/100g wieder deutlich weiter vorne, aber auch Kürbiskerne enthalten mit 1'233 mg/100g viel Phosphor. Als essentielles Mengenelement ist Phosphor wichtig für Knochen, Zähne und die Zellmembranen. Kommt Phosphor natürlich in Lebensmitteln vor, ist dieser unbedenklich. Die empfohlene Tages-Zufuhr von 700 mg übertritt man allerdings bei regelmässigem Konsum von Softdrinks (Phosphorsäure) und Fertigprodukten (Phosphate). Dies kann in schlimmen Fällen zu einer Verringerung der Knochendichte führen.4

Bei den Mikronährstoffen ist vor allem Mangan zu nennen, denn mit 2 mg/100g decken 100 g geschälte Hanfsamen den Tagesbedarf. Allerdings nimmt man kaum 100 g Hanfsamen pro Tag zu sich. In Kombination mit Quinoa, Mandeln oder Amaranth (gepufft), die einen ähnlichen Wert haben, kommt man dem Tagesbedarf aber durchaus näher.
Wirklich viel Mangan enthalten Gewürze wie Nelken (60 mg/100g), gemahlener Ingwer (33 mg/100g) oder Kardamom (28 mg/100g). Mangan ist wichtig für den Aufbau von Knorpelgewebe. Eine ausgewogene Ernährung mit regelmässigem Verzehr von Nüssen und Samen deckt den Manganbedarf gut ab.4

Der Anteil an B-Vitaminen, vor allem Vitamin B1 mit 0,5 mg/100g und Biotin mit 16 µg/100g, ist relativ hoch. Geschälte Hanfsamen enthalten ausserdem Kalium, Kalzium (Calcium), Eisen und Zink.4

Die gesamten Inhaltsstoffe von geschälten Hanfsamen, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen im CLICK FOR unter dem Zutatenbild.

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Sind Hanfsamen gesund? Hanfsamen enthalten sehr viele ungesättigte Fettsäuren, insbesondere die entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure) sind hier zu nennen. Auch die Linolsäure ist wichtig, da der Körper daraus Gamma-Linolensäure (GLA) synthetisiert, die neben Entzündungen auch die Nervenreizleitung und den Blutdruck beeinflussen kann.5,6 Doch davon haben wir in der westlichen Ernährung zu viel. Zentral ist das Verhältnis zwischen Omega-6 und Omega-3, das bei den Hanfsamen sehr günstig ausfällt (siehe weiter oben).

Neben dem hohen Nährstoffanteil und den wichtigen essentiellen Aminosäuren enthalten Hanfsamen auch noch viele Antioxidantien. Hier nennt man das Phytol, das freie Radikale bekämpft. Ein regelmässiger Verzehr soll den Alterungsprozess verlangsamen, das Immunsystem stärken und vor der Entstehung neuer Krankheiten schützen.7

Der hohe Magnesiumgehalt fördert einen gesunden Schlaf. Den Beweis für den Einfluss auf die Hypothalamus-Hypophysen-Achse und die positiven Auswirkungen auf Hormone wie z.B. Melatonin zeigen Tierversuche.8 Melatonin bildet der Körper aus Serotonin und es steuert den Tag-Nacht-Rhythmus.

Was ist besser, Hanfsamen geschält oder ungeschält? Ungeschälte Hanfsamen haben einen sehr hohen Ballaststoffanteil, welcher unterstützend auf die Verdauung wirkt und zur Darmreinigung beiträgt. Durch einen hohen Ballaststoffanteil in der Nahrung erhöht sich auch das Sättigungsgefühl im Körper und der Blutzuckerspiegel bleibt stabiler.

Jedoch können zu viele ungeschälte Hanfsamen ein unangenehmes Völlegefühl und Blähungen verursachen. Daher sollte man hier mit kleineren Mengen beginnen und, je nach Verträglichkeit, auf maximal 1 EL ungeschälte Hanfsamen steigern. Geschälte Hanfsamen sind aufgrund des geringeren Ballaststoffgehalts sehr leicht verdaulich. Ob das besser oder schlechter ist, hängt vom Geschmacksempfinden und der persönlichen Gesundheit jedes Menschen ab. Natürlich ist auch die Weiterverwendung des Produkts entscheidend.

Hanföl kann innerlich und äusserlich angewendet eine positive Wirkung auf entzündliche Erkrankungen der Haut haben. Zu den Erkrankungen zählen: Seborrhoisches Ekzem, Stauungsekzem, Milchschorf, Dermatitis (Neurodermitis), Psoriasis, Knötchenflechte, Rosacea (Rosazea).9 Durch die Anwendung stärkt man die Haut vor äusserlichen Infektionen. Insbesondere bei Neurodermitis (Atopische Dermatitis) konnte man mit Hanföl den Juckreiz lindern und so die Verwendung von anderen Medikamenten verringern.10

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Sind Hanfsamen gefährlich? Unabhängig von der Sorte enthalten Hanfsamen kein THC (Tetrahydrocannabinol) oder andere rauschwirksamen Inhaltsstoffe, die Nebenwirkungen verursachen könnten. Man findet diese psychoaktiven Inhaltsstoffe nur in den harzigen Drüsenhaaren der lanzettartigen Zackenblätter von weiblichen Pflanzen. Durch Hybridkreuzungen und gezielte Züchtungen konnte man den THC-Gehalt deutlich reduzieren. In der EU ist nur Hanf zugelassen, der einen geringeren THC-Gehalt hat als 0,2 %, in der Schweiz liegt dieser Grenzwert bei 1 %.11

Bei der Reinigung von Hanfsamen und Hanffasern kann sich der dabei entwickelnde Staub in der Lunge anreichern. Der Abbau dieser eingeatmeten Cellulosefasern ist für Säugetiere aufgrund deren glycosidischer Bindung nicht möglich. So kann sich eine Krankheit mit dem Namen Byssinose entwickeln (auch bekannt als Hanfarbeiterlunge, Montagsfieber, Weberhusten etc.).12

Verwendung als Heilpflanze:

Extrakte vom Indischen Hanf (Cannabis indica), nicht vom Nutzhanf, sollen starke Muskel- und Sehnenschmerzen durch Einreiben lindern.13

Vorkommen - Herkunft:

Den Ursprung von Cannabis sativa vermutet man in Zentralasien und Mitteleuropa. Die Kultivierung von Hanf soll, laut Funden, seit ca. 5000-6000 Jahren in China üblich sein. Bis ins 19. Jahrhundert war Hanf auch in Europa die wichtigste Textilfaser.14 Ab der Antike bis ins 20. Jahrhundert stellte man aus Hanf Kleidung, Hanfseile, Taue, Takelagen für Schiffe, Verbandsstoffe15 und Papier her. Seit 1980 nimmt der Anbau von Nutzhanf wieder verstärkt zu (Europa und USA), in den 90ern subventionierte man den Anbau sehr intensiv. Verwendung finden die Fasern heutzutage vor allem in der Textilproduktion und auch als Dämmmaterial.16

Anbau - Ernte:

Mitte April bis Mai sät man Hanf mithilfe von Getreidedrillmaschinen aus. Durch seine pflegeleichte Handhabung sind kaum Unkrautbekämpfungen notwendig und durch seine insektenfeindlichen Inhaltsstoffe benötigt man auch kaum Pflanzenschutzmassnahmen. Die tiefwachsenden Wurzeln lockern den Boden und erleichtern so den Wuchs für Folgekulturen.17 Hanf ist selbstverträglich, das bedeutet, man kann Hanf mehrere Jahre hintereinander auf derselben Ackerfläche anpflanzen.

Die Ernte der Samen findet zwischen September und Oktober statt, wozu man modifizierte Mähdrescher benötigt. Die anschliessende Trocknung erfolgt mit einem Verfahren der Niedrigtemperaturtrocknung, um der Ernte die restliche Feuchtigkeit zu entziehen. Danach unterzieht man den Hanf einer Vorreinigung (Entstaubung) und anschliessend schält man die Samen in einer speziellen Hanfschälanlage. So vermeidet man den Kontakt mit anderen Getreideallergenen.

Verwechslungsgefahr:

Eine Verwechslung mit der Pflanze Cannabis indica, welche als Drogen- und Medizinpflanze eine Rolle spielt, ist am ehesten möglich. Die Blüten und blütennahen Blätter der weiblichen Pflanze des Indischen Hanfs setzten sowohl chinesische als auch ägyptische Völker als krampflösendes, beruhigendes Mittel ein.14 Der Anbau dieser Hanfart ist gesetzlich verboten.

Bei genauer Betrachtung kann man diese beiden Hanfarten jedoch gut voneinander unterscheiden. C. sativa ist eine hochwüchsige Pflanze mit schmalen Blättern und sie wächst auch im Freien. C. indica hingegen hat einen gedrungenen, buschigen Wuchs mit breiten und kräftigen Blättern.

Tierschutz - Artenschutz - Tierwohl:

Obwohl Nutzhanf keinen duftenden Nektar produziert und auch keine farbenprächtigen Blütenblätter anbietet, fliegen Bienen auf Hanf. Hanfpflanzen sind zur Bestäubung eigentlich nicht auf Bienen angewiesen, weil sie die Windbestäubung nutzen. Dazu produzieren die männlichen Pflanzen sehr viele Pollen - und diese dienen den Bienen als Proteinquelle. In deren Blütezeit gibt es kaum andere Nahrungsangebote für Bienen, weshalb Hanf im Spätsommer eine hervorragende Nahrungsquelle darstellt. Bienen fehlen Cannabinoid-Rezeptoren, weshalb man keine Sorge haben muss, dass eine entspannende oder berauschende Wirkung bei Bienen eintritt.18 Gemäss Rätsch kann der daraus produzierte Honig1 aber durchaus psychoaktiv sein - in Abhängigkeit von der angebauten Hanfsorte.

Allgemeine Informationen:

Die Kulturform Cannabis sativa var. sativa bezeichnet man auch als Nutzhanf, Industriehanf oder Kultur-Hanf. Man pflanzt sie für die kommerzielle Nutzung abseits der Verwendung als Rauschmittel oder Arzneimittel an. Die Formen und Unterarten der Gattung Cannabis sativa sind zahlreich. Es gibt hier durchaus auch Sorten mit psychoaktiven Wirkstoffen (Konzentriertes Haschischöl kann bis zu 70 % THC enthalten, das Harz bis zu 25 %). Man unterscheidet C. sativa und C. indica weniger anhand ihrer Wirkstoffe, sondern vielmehr anhand der oben genannten äusseren Merkmale der Pflanzen (Wuchshöhe und Blätterform).

Cannabis indica var. spontanea spielt eine grosse Rolle als Drogen- und Medizinalpflanze. Auch hier unterliegt der THC-Gehalt sehr starken Schwankungen. Faserhanf enthält nichts davon, andere Sorten können im Harz bis zu 25 % THC enthalten. Lateinische Synonyme sind: C. foetens, C. macrosperma, C. orientalis, C. sativa var. kif, C. sativa var. indica, C. sativa ssp. indica.1 Züchtungen und Hybridkreuzungen dieser beiden Typen ermöglichen Pflanzen mit sehr niedrigem THC-Anteil.

Cannabis ruderalis verwendete man in prähistorischen Zeiten in Zentralasien für Reinigungs- und Begräbnisrituale. Man trocknete und rauchte die weiblichen Blütenstände oder verwendete sie als Räucherwerk. C. ruderalis fand in der mongolischen und russischen Volksmedizin gegen Depressionen Anwendung. Der THC-Gehalt liegt bei ca. 40 %.1

Die Wirkungen von THC (Tetrahydrocannabinol) sind euphorisierend, stimulierend, muskelentspannend, antiepileptisch, brechreizmindernd, appetitanregend, bronchienerweiternd, blutdrucksenkend, stimmungsaufhellend und schmerzhemmend. CBD (Cannabidiol) hat keine psychoaktive Wirkung, wirkt aber sedierend und schmerzhemmend. CBN (Cannabinol) ist leicht psychoaktiv, augeninnendrucksenkend und antiepileptisch. CBG (Cannabigerol) ist nicht psychoaktiv, hat aber eine beruhigende, antibiotische und auch augeninnendrucksenkende Wirkung. CBC (Cannabichromen) ist ebenfalls beruhigend und fördert die schmerzhemmende Wirkung von THC.1

Weniger die Hanfsamen, sondern vielmehr die Blätter von Cannabis sativa verwendet man teilweise auch als Medizinalhanf. Man gewinnt mit sehr aufwendigen teilsynthetischen Verfahren die psychoaktive Substanz THC (Tetrahydrocannabinol) aus THC-armem Nutzhanf (durch die Extraktion von Cannabidiol CBD). Diese Anwendung findet meist in Ländern statt, in denen die Extraktion aus THC-reichen Sorten rechtlich nicht möglich ist. Dieser Vorgang funktioniert auch mit dem in Zitrusfrüchten vorkommenden Terpen Limonen.19

Alternative Namen:

Neben Hanfsamen findet man auch den Namen Hanfnüsse und selten auch Hanfherzen. Die letzten beiden beziehen sich aber meist auf die ungeschälte Variante.

Trivialnamen für Hanfpflanzen sind je nach Region unterschiedlich und meist gibt es auch verschiedene Bezeichnungen für weibliche und männliche Pflanzen. Bei weiblichen Pflanzen nennt Wikipedia: Hahn, Hänfin, Hanfhahn, Honef, Mäsch, Mesch, Saatbogen, Saathemp, Sehmer und Tregel.

Alternative Bezeichnungen für männliche Pflanzen sind: Bästling, Bösling, Bast, Feimlen, Femmel, Fimme, Fimmel, Geilhemp, Geilsjehemp, Güstehemp, Hämpinne, Hanfhenne, gelje Hemp, Henne, Maschgelt, Pastök, Semmelhanf, Trigel.

Geschlechtsunabhängige Namen sind: Hämp, Hanaf, Hanel, Hanif, Hannarpe, Hanof, Hanuf, Harf, Hauf, Hemp, Henef, Hennig und Werch.20

Im Englischen nennt man Hanf Cannabis sativa, Hanfsamen sind hempseed(s) oder hemp seed(s). Geschälte Hanfsamen kennt man als peeled, hulled, shelled oder skinned hemp seeds.

Andere lateinische Synonyme für Cannabis sativa sind: C. americana, C. chinensis, C. culta, C. erratica, C. generalis, C. gigantea, C. intersita, C. lupulus, C. macrosperma, C. sativa monoica, C. sativa ssp. culta.1 Die bei Rätsch verzeichneten Synonyme für volkstümliche Namen sind zu zahlreich, um sie hier aufzulisten.

Stichworte zur Verwendung:

Der Anbau von Nutzhanf dient vorwiegend zur Gewinnung von Hanffasern. Neben den Hanfsamen und dem daraus erzeugten Öl verwendet man auch die Blüten und Blätter für die Herstellung des ätherischen Hanföls. Dieses dient zur Aromatisierung von Eistee, Hustenbonbons, Hanfbier und Schokolade. Auch in Kosmetikartikeln und Parfums setzt man ätherisches Hanföl ein. In Massageölen soll das ätherische Hanföl eine entzündungshemmende Wirkung haben, Verspannungen lösen, Krämpfe und Schwellungen sowie Phantomschmerzen lindern. In der Aromatherapie nutzt man seine entspannende, ausgleichende und reinigende Wirkung.21 Der typische Cannabis-Geruch kommt von den leicht flüchtigen Mono- und Sesquiterpenen (z.B. Caryophyllenoxid) und nicht von den Cannabinoiden. So dient dieser Stoff auch als Leitsubstanz für Haschisch-Suchhunde.22

Hanfschäben dienen als Einstreu für Tiere. Diese gleichmässig gebrochenen, holzähnlichen Teilchen fallen bei der Erzeugung von Hanffasern im maschinellen Prozess der Entholzung des Pflanzenstängels an. Auch die Samen und Pressreste bei der Ölgewinnung sind hochwertiges Tierfutter. Hanföl ist überwiegend in der Naturkosmetik-Industrie beliebt, im Orient dient es auch als Lampenöl.

In der Textilbranche nutzt man vorwiegend die Langfasern des Hanfs aufgrund ihrer Reissfestigkeit. Fasern niederer Qualität (Werg) findet man weitgehend zum Abdichten beim Verschrauben von Rohrgewinden. Auch als Dämmstoff ist Hanf beim Hausbau beliebt, da er nicht leicht verrottet, gesundheitlich unbedenklich und schädlingsresistent ist. Kurzfasern sind auch in Zellstoffen, Vliesstoffen, Spezialpapieren und naturfaserverstärkten Kunststoffen zu finden (z.B. Innenraumverkleidung beim Automobilbau).23

Als Arzneimittel dient hauptsächlich der Indische Hanf. Dessen Verwendung ist in vielen Ländern sehr streng geregelt und meist nur durch die Verordnung eines Arztes erlaubt. THC und CBD wendet man bei Krebstherapien und Krankheiten wie Spastiken, Epilepsie, Bewegungsstörungen oder chronischen Schmerzen an.24 Dieser Bereich benötigt noch intensive Forschungen.

Literatur - Quellen:

CLICK FOR: 24 Quellenangaben

In der Wissenschaft ist Wikipedia (wiki) als Quelle umstritten, auch weil bei Wikipedia Angaben zur zitierten Literatur bzw. zu Autoren häufig fehlen oder nicht verlässlich sind. Unsere Piktogramme für Nährwerte enthalten kcal.

  1. Rätsch C. Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. Botanik, Ethnopharmakologie und Anwendung. AT Verlag: Aarau. 1998. 14. Aufl. 2018.
  2. Clarke RC, Merlin MD. Cannabis. Evolution and Ethnobotany. Chapter 5: History of Cannabis use for fiber. University of California Press. Berkeley and Los Angeles. 2013.
  3. House J, Neufeld J, Leson G. Evaluation the quality of protein from hem seed (Cannabis sativa L.) products through the use of the protein digestibility-corrected amino acid score method. Journal of Agricultural and Food Chemistry. 2010 November 58 (22):24.
  4. USDA United States Department of Agriculture.
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  6. Coste T, Pierlovisi M et al. Beneficial effects of gamma linolenic acid supplementation on nerve conduction velocity, Na+, K+ ATPase activity, and membrane fatty acid composition in sciatic nerve of diabetic rats. J. Nutr. Biochem. 1999;10(7).
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  11. Schweizer Eidgenossenschaft Bundesamt für Gesundheit BAG. Cannabis.
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  13. Weiss RF. Lehrbuch der Phytotherapie. 5. Auflage. Stuttgart. 1982.
  14. Delaveau P, Lorrain M, Mortier F, Rivolier C, Schweitzer A. Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Zürich: Das Beste; 1978.
  15. Steudel J. Der Verbandsstoff in der Geschichte der Medizin: Ein kulturhistorischer Überblick. Düren. 1964.
  16. Steldinger M. Informationen zum Anbau von industriellem Hanf. Hanfmuseum.de Berlin.
  17. Pini U. Das Bio-Food Handbuch. Ullmann: Hamburg, Potsdam. 2014
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