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Erdnüsse, geröstet ohne Salz

Erdnüsse mit Hülse sind in Europa meist auch trocken geröstet und ohne Salz, da bei Rohprodukten die Gefahr von Schimmelpilzen sehr hoch ist.
  22/26/52  LA!:0ALA
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Erdnüsse entfalten durch das Rösten ein sehr schmackhaftes Aroma. Produkte mit der äusseren Hülse sind vorwiegend auch geröstet, aber ohne Salz. Kauft man geröstete Erdnüsse in geschälter Form, enthalten sie häufig sehr viel Salz.

Verwendung in der Küche:

Erdnüsse schmecken roh, getrocknet oder geröstet als Snack für zwischendurch und geben Eintöpfen, Suppen oder Currys einen besonderen Geschmack. Weiter verarbeitet kann man sie auch für Kekse, Gebäck, Smoothies oder Pestos verwenden. Die kalorienreiche Hülsenfrucht verleitet häufig zu erhöhtem Konsum. Man muss jedoch beachten, dass das LA:ALA Verhältnis suboptimal ist - mehr dazu siehe unter "Inhaltsstoffe".

Einkauf:

Wählen Sie beim Einkauf gerösteter ungesalzener Erdnüsse, jene mit Schale und in Bioqualität. Offen angebotene Produkte sind häufig frischer als die in Säckchen abgepackten. Wenn möglich bevorzugen Sie jedoch rohe Erdnüsse in bester Qualität, diese bekommen Sie in Europa fast ausschliesslich über das Internet.

Inhaltsstoffe:

Erdnüsse sind eine sehr energie- und vor allem fettreiche Hülsenfrucht. Der Gehalt an Eiweiss ist ebenso bedeutsam wie jener der Ballaststoffe, vorausgesetzt man isst die "Haut" mit. Der Gehalt an Mineralstoffen wie Kalium, Phosphor, Magnesium und auch Calcium ist relativ hoch. Folsäure, Niacin und Vitamin E sind ebenfalls viel enthalten. Erdnüsse enthalten jedoch relativ viel Phytat (Phytinsäure), eine bioaktive Substanz, die Mineralstoffe im Magen und Darm bindet und deren Aufnahme hemmt.1

Gesundheitliche Aspekte:

Erdnüsse enthalten ein ungesundes Fettsäureverhältnis LA:ALA. Mit einem Verhältnis von ca. 57:1 (siehe Link oben, das Verhältnis variiert häufig) enthalten sie kaum alpha-Linolensäure (omega-3-Fettsäure), was die Entstehung von Entzündungen und Krankheiten begünstigt.
Man spricht Erdnüssen auch viele positive Aspekte zu: Die dünne Haut der Erdnüsse enthält Antioxidantien, genauer OPC (Oligomere Proanthocyanidine) - sekundäre Pflanzenstoffe. Laut einer amerikanischen Studie der Purdue University sollen Erdnüsse eine positive Wirkung auf erhöhte LDL-Cholesterinspiegel haben (bei täglich 56 g Erdnüsse).6

Konsumiert man Erdnüsse zu fettreichen Speisen sollen sich die Triglyceridwerte (Blutfettwerte) verbessern. Dies untersuchte ein Forscher des Department of Nutritional Science an der Pennsylvania State University. Der Vorgang hört sich widersprüchlich an, da die Erdnuss selbst sehr fettreich ist. Bei der Studie untersuchte man die Triglyceridwerte nachdem die Probanden nach dem Essen einen Erdnussshake oder einen ähnlichen Shake ohne Erdnüsse tranken. Bei jenen mit dem Erdnussshake sanken die Werte nennenswert. Der leitende Forscher Xiaoran Liu fügte hinzu, dass man auch mit dieser Erkenntnis Erdnüsse nicht ungezügelt essen darf. Erdnüsse kann man gelegentlich statt einer anderen fettreichen, nährstoffarmen Zutat in eine Speise integrieren. Es ist jedoch immer der Kaloriengehalt zu beachten.7

Gefahren / Unverträglichkeiten:

Das Allergiepotential von gerösteten Erdnüssen ist sehr hoch. Typische Anzeichen von allergischen Reaktionen sind Nesselsucht, tränenden Augen und Atembeschwerden. Selten tritt sogar ein anaphylaktischer Schock auf.2 Rohe Erdnüsse hingegen haben ein geringeres Allergiepotential, da sie das Immunsystem anders wahrnimmt. Der Röstprozess, wie er vor allem für den Export in den Westen stattfindet, verändert die Proteine der Erdnüsse. In Ostasien gibt es deutlich weniger Allergien gegen Erdnüsse. Dort isst man sie hauptsächlich roh oder gekocht.4

Zudem setzen Erdnüsse Histamin frei, weshalb sie bei Histaminintoleranz zu meiden sind!
Ein Problem bei der Lagerung ist die Entwicklung des Schimmelpilzes Aspergillus flavus. Dieser produziert giftige Aflatoxine in den Erdnüssen, die karzinogen wirken. Erkrankungen wie Nierenbluten, Krebs und Herzversagen können auftreten.5 Deshalb gibt es in den USA8 und in der EU9 strenge Einfuhrkontrollen für Erdnüsse.

Vorkommen:

Die Erdnuss stammt ursprünglich aus den Anden in Südamerika. Der Mensch breitete sie aber sehr rasch generell über die Tropen und Subtropen aus. Heute ernten China, Indien, Nigeria, die USA, Sudan, Myanmar, Tschad, Argentinien, Kamerun und Senegal ca. 82 % der gesamten Weltproduktion. Die wichtigsten Handelsländer für den Export sind die USA, Argentinien, Sudan, Senegal und Brasilien. Die Hauptimporteure sind EU, Kanada und Japan.

Anbau, Ernte:

Die einjährige Leguminose, benötigt lockere, sandige Böden, da sie keine Staunässe verträgt. Der Strauch der Erdnuss braucht etwas Platz, deshalb muss man einen Abstand in der Reihe von mind. 15 cm und zwischen den Reihen von 25 cm einhalten. Die Ernte der unterirdischen Früchte erfolgt mit speziellen Maschinen in zwei Arbeitsschritten. Als Erstes verwendet man ein Grabgerät mit dem man die Pflanze lockert und die Pfahlwurzel abschneidet. Dann benötigt man ein Schüttelgerät, welches die Pflanze aus dem Boden hebt und die Erde abschüttelt. Die Maschine legt die Pflanzen verkehrt, mit den Hülsen oben, auf den Boden ab. Nach zwei oder drei Tagen Feldtrocknung kommt die Dreschmaschine und trennt die Hülsen von den Ranken. Nun ist der Wasseranteil mit ca. 40 % immer noch zu hoch. Die auf dem Wagen liegenden Erdnüsse trocknet man mit Heissluftanlagen auf 5 - 10 % Wasseranteil.11

Möchten Sie versuchen selbst Erdnüsse anzubauen? Dies funktioniert ausschliesslich mit rohen Erdnüssen in der Hülse. Am besten in einem kleinen Topf mit Anzuchterde oder spezieller Kakteenerde 3 - 4 cm in die Erde einlegen. Da Erdnüsse an tropisches oder subtropisches Klima gewöhnt sind, eignet sich ein Gewächshaus, Wintergarten oder für die Anzucht ein warmer sonniger Standort am Fenster gut. Nachdem die Pflanze stark genug ist kann man sie umpflanzen. Erdnüsse bevorzugen Temperaturen zwischen 25 und 30 °C. Die Hülsenfrüchte benötigen stets feuchte Erde, dulden aber keine Staunässe. Achten sie deshalb auf einen wasserdruchlässigen Topf und sandiges Erdreich. Sobald die Blätter der Erdnusspflanze gelblich erscheinen, sind die Früchte ausgereift. Die Pflanze müssen Sie mit der Wurzel aus dem Topf ziehen und die Hülsenfrüchte abzupfen. Vor dem Verzehr trocknen Sie die Erdnüsse gut durch und beachten Sie, dass sie keinen Schimmel enthalten. Die Wurzeln und Blätter sind aufgrund ihres hohen Nährstoffgehalts, vor allem Stickstoff, eine Bereicherung für den Kompost.10

Allgemeine Informationen:

Erdnüsse (Arachis hypogaea) zählen botanisch gesehen zu den Hülsenfrüchten. Im Sprachgebrauch ordnet man sie eher den Nüssen zu. Dies liegt wahrscheinlich an der Schale (Hülse), die wie bei den Nüssen geschlossen bleibt. Das englische Wort "peanut" bedeutet übersetzt "Erbsennuss". Hier erkennt man nochmals die Zugehörigkeit zur Hülsenfrucht. Im Vergleich zu anderen Hülsenfrüchten sind Erdnüsse auch roh verzehrbar.

Erdnüsse sind seit jeher sehr beliebt: 2007 fanden Archäologen in Peru eine Wildart der Erdnüsse, die man vor ca. 7'840 Jahren anbaute. Ein alter Name auf Nahuatl "tlalcacáhuatl" bedeutet wörtlich "Kakaobohne der Erde". Diesen Begriff verwendete man auch für das Spanische "cacahuete" und Französische "cacahuète". Funde aus Brasilien zeigen den gezielten Anbau von Erdnüssen vor 2000 Jahren.

Weitere Verarbeitungsprodukte sind neben den gerösteten und gesalzenen Produkten auch Süssigkeiten, Erdnussbutter, Erdnussöl und Erdnussflips. Zudem verwendet man sie in der chemischen Industrie, der Kosmetik und als Futterzusatzstoff in der Tiermast. Nach Europa gehandelte Produkte dienen hauptsächlich als Snack oder für Süssigkeiten.

Literatur / Quellen:

  1. Deutschsprachiges Wikipedia. Erdnuss.
  2. Hugh A, Sampson MD. Peanut Allergy. The New England Journal of Medicine. 2002;346. doi:10.1056/NEJMcp012667
  3. Taber RA, Schroeder HW. Aflatoxin-producing Potential of Isolates of the Aspergillus flavus-oryzae Group from Peanuts (Arachis hypogaea). American Society for Microbiology. 1967; 15(1).
  4. Moghaddam AE, Hillson WR, Noti M, Gartlan KH, Johnson S, Thomas B et al. Dry roasting enhances peanut-induced allergic sensitization across mucosal and cutaneous routes in mice. The journal of Allergy and Clinical Immunology. Dec 2014; 134(6). doi: 10.1016/j.jaci.2014.07.032.
  5. Taber RA, Schroeder HW. Aflatoxin-producing Potential of Isolates of the Aspergillus flavus-oryzae Group from Peanuts (Arachis hypogaea). Applied and Environmental Microbiology. 1967; 15(1).
  6. McKiernan F, Lokko P, Kuevi A, Sales RL, Costa NM, Bressan J, et al. Effects of peanut processing on body weight and fasting plasma lipids. PubMed. Aug. 2010; 104(3). doi: 10.1017/S0007114510000590.
  7. Federation of American Societies for Experimental Biology (FASEB). Adding peanuts to a meal benefits vascular health. ScienceDaily. Mar.2015.
  8. Dickens JW. Aflatoxin control program for Peanuts. Journal of the American Oil Chemists’ Society. Mar. 1977; 54(3). doi:10.1007/BF02894413.
  9. Verordnung (EG) Nr. 1152/2009 der Kommission vom 27. November 2009 mit Sondervorschriften für die Einfuhr bestimmter Lebensmittel aus bestimmten Drittländern wegen des Risikos einer Aflatoxin-Kontamination und zur Aufhebung der Entscheidung 2006/504/EG Text von Bedeutung für den EWR. Amtsblatt. Nov.2009; L 313(28).
  10. gartentipss.com - Erdnüsse anbauen - so wirds gemacht.
  11. usaerdnuesse.com - US Erdnüsse EU Recht. Überblick über die US Erdnussindustrie. US Anbau und Ernte.

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